Quelle: Archiv MG - ASIEN SUEDKOREA - Noch eine geteilte Nation
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AUFERSTANDEN VON DEN TOTEN
ist der nordkoreanische Präsident Kim Il Sung ebenso schnell, wie
er von der versammelten westlichen Öffentlichkeit für tot erklärt
worden war.
Die CIA-Schüler im südkoreanischen Verteidigungsministerium, zu-
ständig für Agitation und Propaganda am 38. Breitengrad, fanden
die Nachricht vom Ableben des großen Widersachers im Norden so
überfällig, daß sie sie selbst zu Papier brachten und an die
Meute der freiheitlich-westlichen Leichenfledderer weitergaben.
Die hatten von Tokio bis Bonn nicht nur keine Bedenken, die Seou-
ler Wunschvorstellung für bare Münze zu nehmen. In ihren schnell
fabrizierten Nachrufen auf Kim Il Sung entdeckten sie einen zwin-
genden Grund für das Ableben des alten Mannes:
"Er wollte ganz Korea seiner Ideologie unterwerfen und es nach
einer Revolution in Südkorea unter Pjonggjang vereinigen." (FAZ,
18.11.)
Diesen einseitigen Nord-Süd-Dialog verzeiht eine schreibende
westdeutsche Partisanenseele Kim nie. So half es ihm auch gar
nichts, daß er zwei Tage nach seiner Totsagung leibhaftig auf
den Bildschirmen zu sehen war. Alles kommunistischer Schwindel!
"Niemand kann bei uns mit Sicherheit sagen, ob es sich bei dem
dort gezeigten Kim Il Sung um den wirklichen Kim Il Sung gehan-
delt hat. Wer könnte mit letzter Gewißheit ausschließen, daß da
nicht ein Double im Einsatz war?" (SZ, 20.11.)
Mit Gewißheit läßt sich nur eines festhalten: demokratische Hetze
ist einmalig.
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