Quelle: Archiv MG - KULTUR KUNST/DICHTER - Kunst, Dichter, Intellektuelle
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Wochenschau
KULTURNOTIZ
Der mexikanische Diplomat und Essayschreiber Octavio Paz erhält
am 7. Oktober in der Paulskirche den Friedenspreis der Buchhänd-
ler. Wie immer eine zeitgerechte Wahl. Don Octavio: "Die Welt be-
wegt sich, aber wohin? Hat dieses Hin und Her, wenn schon nicht
einen Sinn, wenigstens eine Richtung?" Die 'Richtung' 'bewegt'
sich für Paz voll hinein in die Scheiße, wenn sich nicht die An-
tikommunisten aller Länder vereinigen und die USA endlich erken-
nen, daß gerade für diese Richtung in der "Dritten Welt" ein bis-
lang verkanntes und mißhandeltes Potential vorhanden ist: "Um
ihre Feinde zu besiegen, müssen die Vereinigten Staaten... die
anderen, die der Westen ausgeschlossen hat, zurückgewinnen." Der
Geist aus dem "Hinterhof" der USA meldet sich hier zur Stelle in
Gestalt eines mexikanischen Hidalgo, der "für die Mehrheit der
Menschheit" spricht, die, "so arm sie sein mag, eine einzigartige
und kostbare Version der Menschheit" in die NATO-Front einbringen
kann. "Unsere Armut ist unser einziger und wahrer Reichtum". End-
lich ein Intellektueller aus Lateinamerika, der über "den Opfern
der Militärdiktaturen nicht vergißt, daß keine Repression... so
unbarmherzig ist wie die der Sowjetunion." Schließlich werden die
Leute im südlichen Einzugsbereich des Imperialismus n u r
u m g e l e g t, während im O s t e n "der G e i s t der
Menschen gebrochen werden" soll. Was man auch daran wieder sieht,
daß eingeborene Ideologen der Menschlichkeit des Elends, das der
wirkliche Reichtum nicht nur in Lateinamerika produziert, im
Osten nie einen Buchhändlerpokal für Frieden kriegen.
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