Quelle: Archiv MG - LATEINAMERIKA CHILE - Freiheit statt Sozialismus
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KLEINER KNIGGE FÜR WIDERSTANDSKÄMPFER
Wußten Sie schon, warum unsere ehemaligen Widerstandskämpfer ge-
gen Hitler wie Weizsäcker, Filbinger, Carstens und wie sie alle
heißen, ihren damaligen Widerstand so friedlich, in einem Staats-
amt, für den Staat überhaupt nicht merklich, also als inneren
Protest geleistet haben? Na klar, sie wären für den heutigen
Staat untragbar, hätten sie damals Gewalttaten begangen. Und
überhaupt ginge ihnen jegliche Eignung ab, heute den demokrati-
schen Nachfolgestaat zu kommandieren - pardon in ihm Regie-
rungsverantwortung zu übernehmen. Gott sei Dank, daß sie keine
Bomben geworfen haben - außer den vom Reich angeordneten natür-
lich.
So haben wir jetzt Politiker, die den politischen Mut und die
charakterliche Stärke aufbringen, Widerstandskämpfern gegen
fremde Diktaturen Asyl zu verweigern und sie aufhängen zu lassen,
wenn nicht gesichert ist, daß sie so widerstanden haben, wie's
gerade von ihnen verlangt wird - d.h. z.B. in Chile vor allem
denen widerstehen, die Widerstand mit Kampf gegen das Regime ver-
wechseln. Ansonsten wären sie Terroristen, für die es kein Pardon
geben darf.
Widerstandskämpfer, wie wir sie mögen, halten sich in ihren Dik-
taturen als innere Opposition bereit, bis wir, die wir die poli-
tischen Verhältnisse auf der Welt im Verein der Demokratien mi-
tentscheiden, beschließen, daß ein Diktator ausgedient hat. Dann
brauchen wir Typen, wie damals die Amerikaner bei uns, die so
saubere Hände vorweisen können, daß sie unsere politischen und
ökonomischen Interessen in ihrer Person als selbstlose Befreiung
dastehen lassen können.
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