Quelle: Archiv MG - LATEINAMERIKA NICARAGUA - Die Freiheit läßt keine Wahl
zurück
DEMOKRATISCHE BOMBEN AUF DAS "ROTE" NICARAGUA
Honduras ist das nördliche Nachbarland von Nicaragua. Seit vor 9
Jahren ein Volksaufstand in Nicaragua erfolgreich war, der US-
freundliche Diktator Somoza verjagt wurde und die Sandinisten re-
gieren, haben die USA Honduras zu einem riesigen Aufmarschplatz
aufgerüstet: zu einer riesigen Kaserne für die runderneuerte Ar-
mee des Diktators von Honduras; und zu einer Bastion für ihre
Terrortruppe, die Contras, die mit Mord und Sabotage in Nicaragua
für unruhige Verhältnisse sorgt. Auf diese Weise wollen die USA
die Regierung Nicaraguas zermürben und für die Wiederherstellung
von politischen Verhältnissen nach Washingtoner Geschmack sorgen
- ohne "soziale Experimente", dafür mit einer Regierung, die wie-
der nach der Pfeife des US-Botschafters tanzt.
Dieses zutiefst freiheitliche Zermürbungsprogramm zieht sich in
die Länge.
Jetzt hat die US-Regierung es ein wenig beschleunigt. Mit großem
öffentlichen Trara hat sie eine Elitetruppe nach Honduras ver-
legt; und ihren Lakaien in Honduras hat sie die Bombardierung von
nicaraguanischen Truppen im Grenzgebiet ans Herz gelegt. Die
Flugzeuge und wahrscheinlich die Piloten hat sie gleich mitgelie-
fert. Beides soll man als "Antwort" auf eine "nicaraguanische Ag-
gression" verstehen. Truppen aus Nicaragua haben nämlich ihre
terroristischen Gegner bis in ihre Aufmarschplätze in Honduras
verfolgt. Zu deren Auflösung hatte sich Honduras im
"Friedensplan" für Mittelamerika verpflichtet. Diese Aktion der
sandinistischen Truppen haben die US-Regierung und ihre Welt-
presse gleich zu einem "Überfall auf Honduras" hochgejubelt. Aus
Honduras wurde ein "Hilfeersuchen" an die USA bestellt, das von
Reagan mit der Truppenertsendung schon erfüllt wurde, als es noch
gar nicht abgeschickt war aus Tegucigalpa, der Hauptstadt von
Honduras.
Vorläufig sollen die US-Boys noch gar nicht eingreifen in die
Kämpfe, sondern in 200 Kilometer Entfernung ein Manöver mit hon-
duranischen Truppen abhalten - so daß man sich schon fragen muß,
inwiefern denn das eine Hilfe für das angeblich "überfallene"
Honduras sein soll. Deswegen wird Reagan auch gleich der interes-
sante Vorwurf gemacht, seine bewaffnete Drohung wäre "bloß" eine
leere Geste mit nichts dahinter.
Wie schön, wenn es so harmlos wäre!
Tatsächlich ist diese Verstärkung für die Armee von Honduras so
gut wie ein Auftrag an diese Armee, sich gefälligst mehr einzumi-
schen in den Terrorkrieg der Contras gegen Nicaragua. Die US-
Truppen sind die amerikanische Garantie, daß Honduras nichts ris-
kiert, wenn es eigene Truppen und Flugzeuge gegen Nicaragua los-
schickt. Auf die Tour schickt also die US-Regierung ihre hondura-
nischen Vasallen gegen Nicaragua los. Der Stellvertreterkrieg der
Contras reicht den USA offenbar nicht mehr.
Und die regulären Truppen von Honduras, 9 Jahre lang durch US-
Soldaten geschult, handeln auftragsgemäß. Die ersten Bomben auf
"Truppenkonzentrationenen im Norden Nicaraguas" haben ihr Werk
getan. Ohne daß die US-Armee ihre eigenen Kräfte riskieren muß,
rollt die Unterstützung der Terroristen durch "richtige" Mili-
täraktionen.
Die langsame imperialistische Hinrichtung des "abtrünnigen" Nica-
ragua kommt voran. Die westliche Freiheit duldet eben keine Ab-
weichungen. Wer sich ihrer Kontrolle entzieht, wird weggesäubert.
Da weiß doch der brave Westler wieder mal, wie prima seine Frei-
heit ist, gell?!
zurück