Quelle: Archiv MG - LATEINAMERIKA NICARAGUA - Die Freiheit läßt keine Wahl
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Wochenschau
DER ANGRIFF AUF NICARAGUA - EINE PFLICHT DER FREIHEIT
Im Windschatten der "Befreiung Grenadas" ist eine andere, bereits
angelaufene Befreiungsaktion aus den Schlagzeilen gerückt: Der
US-Krieg gegen Nicaragua. Auf den hinteren Seiten der demokrati-
schen Presse wird allerdings fleißig darüber spekuliert, wie die
Freie Welt auch dieses Problem endlöst: Verstärkung der Contras,
Krieg zwischen Honduras und Nicaragua oder US-Invasion nach Hil-
feruf der Anrainer, eventuell der innernicaraguanischen Opposi-
tion und mit "verbündeten Truppen". Fest steht dabei, daß die
sandinistische Abteilung des "internationalen Terrorismus" weg
muß und zwar aus folgenden, für jeden freiheitlich gesinnten Men-
schen zwingenden Gründen:
30 Jahre lang hat diese "Bananenrepublik" unbeachtet und fried-
lich existiert. Erst herrschte dort der erste der Somozas,
"u n s e r Hurensohn", wie ein US-Präsident ihn nannte. Dann kam
der zweite und dann der dritte der Familie. Dieser brachte es bis
zur Generalvertretung von Daimler-Benz für ganz Mittelamerika.
Und dann war der Friede zu Ende. Die einheimische Friedenstruppe,
Somozas Nationalgarde, versagte, obwohl sie einige zehntausend
Menschen zwecks Friedenssicherung umbrachte. Richtige
"Hurensöhne" ergriffen die Macht - nämlich nicht "u n s e r e".
Seitdem gibt es in Nicaragua keinen Frieden mehr. Schwere An-
schläge gegen die Sicherheit der westlichen Welt gehen auf das
Konto der neuen Machthaber:
- eine Alphabetisierungskampagne,
- eine regelmäßige Mahlzeit fürs einfache Volk,
- den Bauern wurde das Schießen beigebracht von C u b a n e r n
und S a c h s e n,
- ein sowjetischer Botschafter durfte in Managua ungehindert eine
Agentur des "Weltterrorismus" eröffnen,
- und sogar die Mercedes-Vertretung geriet in die falschen Hände!
So wurde aus einem Volk von ungebildeten Bauern und hungrigen Ta-
gelöhnern unter "sowjetischer Anleitung" eine Masse von
"internationalen Terroristen", die sogar vor Pfiffen gegen den
P a p s t nicht zurückschreckte. So wurden die Kosten für die
Wiederherstellung der Freiheit in die Höhe getrieben. Ein frei-
heitlicher P u t s c h nach chilenischem Vorbild ist nicht mehr
bezahlbar. Er muß v o n a u ß e n kommen. Zudem wird der ka-
tholischen Amtskirche Nicaraguas, die zum Frieden mit den Aggres-
soren mahnt, das Leben schwer gemacht. Das "Liebe die Marines!",
das die Bischöfe dort propagieren, genießt nicht die Toleranz der
sandinistischen Machthaber, und es gibt nicht mal das Recht auf
Kriegsdienstverweigerung! So müssen denn die USA für die Freiheit
und den Frieden auf der Welt ihr gutes R e c h t wahrnehmen und
ihre P f l i c h t erfüllen. Die Macht dazu haben sie sowieso.
Nach dieser Mission wird das weltweite Vertrauen in die USA ge-
waltig steigen. Bleibt vom deutschen Standpunkt aus nur noch ein
kleines Problem: Wird die Bundesregierung rechtzeitig informiert
und um ihren Rat gefragt?
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