Quelle: Archiv MG - LATEINAMERIKA NICARAGUA - Die Freiheit läßt keine Wahl
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Wochenschau
NICARAGUA BEDROHT DIE USA!?
Anläßlich seines Besuches in Mexiko hat der amerikanische Außen-
minister Haig gebenüber seinem Amtskollegen Castaneda geäußert,
daß "die Sowjetunion beabsichtige, Kampfflugzeuge des Typs MIG
über Kuba an Nicaragua zu liefern" (FAZ). Eine Mitteilung, die
besagt, daß die USA die Politik in Nicaragua als Einmischung in
amerikanische Angelegenheiten behandelt und sich deswegen legiti-
merweise Maßnahmen gegen Nicaragua vorbehält:
"Wir haben das Buch Nicaragua noch nicht geschlossen, haben auch
die Hoffnung nicht aufgegeben. Wir haben Vorschläge und Alterna-
tiven für die Normalisierung der Lage unterbreitet, aber die
jüngsten Ereignisse zeigen, daß Nicaragua in entgegengesetzter
Richtung marschiert."
Wer die "Vorschlage und Alternativen" der USA nicht annimmt, also
"unnormal" ist, der ist ein Störenfried, bei dem allein das von
den USA aufgebrachte Gerücht, Waffen aus der Sowjetunion zu be-
kommen, ausreicht, um aller Welt anzukündigen und zu begründen,
daß Nicaragua sich auf einiges gefaßt machen muß.
"Zu den erörterten Maßnahmen zählt die Verhängung einer See-
blockade"
ist das Gelindeste, womit die USA Nicaragua auf den rechten Weg
unbedingter Gefolgschaft ("Normalität") zwingen will.
"Jenseits denkbarer militärischer Optionen erwägt Washington fer-
ner, durch Nachbarstaaten Druck auf Nicagragua auszuüben."
Nach dem Motto 'Wer nicht für mich ist, ist gegen mich' räumt
Haig auf mit der Vorstellung, daß die Freiheit souveräner Staaten
etwas ist, was man ohne Berücksichtigung der Zuständigkeit der
USA benutzen darf. Seine Äußerung,
"daß er glaube, daß der Aufbau einer 50000 Mann starken Armee
weit über die rationalen Verteidigungsbedürfnisse des Landes
hinaugehe",
heißt nichts anderes, als daß die USA bestimmen, wer was für
seine Verteidigung braucht, und daß diejenigen, die nicht hinter
ihr stehen, immer zu viel haben.
P.S. Ganz anders liest sich da die Nachricht "Washington verkauft
Venezuela F 16 Kampfflugzeuge". Denn 1. marschiert Venezuela hin-
ter den USA und darf deshalb 2. seine Souveränität dazu benützen,
seine Armee aufzurüsten, ohne als gefährlich zu gelten. Die FAZ
spekuliert daher ganz offen, daß "wegen der Spannungen zwischen
Venezuela und Kolumbien auch Kolumbien versuchen wird, seine
Luftwaffe zu modernisieren". Und Kolumbien wird es dürfen, so-
lange es diese Kampfflugzeuge aus dem Westen bezieht, und beide,
Venezuela und Kolumbien, mit ihren Waffen zum Ausdruck bringen,
daß Mittel- und Südamerika schon immer und jetzt umso mehr der
"Vorhof" der USA ist und bleibt.
P.P.S. Die ersten amerikanischen F16-Kampfbomber für Pakistan
werden demnächst ihren Bestimmungsort erreichen, um - wie es
heißt - "die amerikanisch-pakistanischen Beziehungen wiederherzu-
stellen und das Land gegen eine mögliche sowjetische Bedrohung
aus Afghanisten zu stärken". Alles klar?
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