Quelle: Archiv MG - LATEINAMERIKA NICARAGUA - Die Freiheit läßt keine Wahl


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       Bremer Hochschulzeitung Nr. 96, 12.06.1984
       
       Wochenschau
       

IN NICARAGUA

überraschend vorbeigeschaut hat der Chef der US-Diplomatie. Zwei Stunden hat er sich im Wartesaal des Flughafens von Managua mit Comandante Ortega unterhalten. Worüber, das wurde nicht mitge- teilt. Es hätte vermutlich die Propagandabotschaft von einem ame- rikanischen Entgegenkommen beeinträchtigt. Wäre es nämlich um einen praktischen Schritt der USA in Richtung In-Ruhe-Lassen gegangen, dann wäre Shultz besser zu Hause geblie- ben und hätte dort irgendeine Boykottmaßnahme gegen Nicaragua zu- rückgenommen oder eine Waffenlieferung an die Contras gestoppt. S t a t t d e s s e n gab es Besuch vom Außenminister. Das ist die Klarstellung, daß es der US-Diplomatie auf den demonstrativen S c h e i n von Versöhnungsbereitschaft ankommt. So etwas ist in der imperialistischen Diplomatie üblich als erster Schritt einer gutinszenierten A n s c h u l d i g u n g, die besuchte Seite habe die eigene Versöhnungsbereitschaft nicht gewürdigt, sich un- versöhnlich gezeigt, sei also für alle Konsequenzen verantwort- lich, die man nun ergreifen "müsse". Kein Krieg ohne zunehmend "dramatische" Versuche, "ihn zu verhindern" - von seiten dessen, der ihn will! Das fördert auch die innere demokratische Kriegsbe- reitschaft. D i e s e Tradition amerikanischer Friedenspolitik hat Minister Shultz in Managua fortgesetzt. Bereits beim Weiterflug bestätigte Shultz die Bewilligung der nächsten 21 Mrd. Dollar für die Contras in Honduras. zurück