Quelle: Archiv MG - LATEINAMERIKA NICARAGUA - Die Freiheit läßt keine Wahl


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NICARAGUA - DIE FREIHEIT LÄSST KEINE WAHL

Präsident Bush, der oberste Führer der Freien Welt und Pate der Contra-Terroristen, hat die Präsidentschaftskandidatin der "Opposition" Chamorro empfangen und ihr als Wahlhilfe eine E r p r e s s u n g s d r o h u n g an die Adresse des nicaraguanischen Volkes mit auf den Weg gegeben: Wenn die Nicara- guaner am 25. Februar 1990 mehrheitlich den politischen Arm der Contras wählen und die Sandinisten alle Macht im Lande an die Söldner Washingtons abgeben, dann wären die USA bereit, ihren Wirtschaftsboykott gegen Nicaragua aufzuheben. Was die bewaffne- ten Banden der "Freiheitskämpfer" in Diensten der CIA nicht ge- schafft haben, eine bedingungslose Kapitulation Nicaraguas und die Unterwerfung des Landes unter die Hausordnung im Hinterhof der USA, das sollen die Bewohner des Landes jetzt als W ä h l e r f r e i w i l l i g leisten - zehn Jahre, nachdem sie eine R e v o l u t i o n g e m a c h t haben, weil sie die Statthalter Amerikas loswerden und für sich ein besseres Leben wollten. Eine klare Sache: Die im Westen allenthalben geforderten, von der bundesdeutschen SPD und per Wischnewski mitorganisierten f r e i e n W a h l e n in Nicaragua stellen die dortigen Wahl- berechtigten vor die saubere Alternative, entweder per Stimm- zettel dem Sandinismus überzeugend abzuschwören, oder eine Wie- deraufnahme des Kriegs durch die Contras bzw. andere Maßnahmen der USA gegen Nicaragua zu riskieren. Auch die Bundesrepublik leistet im übrigen Wahlhilfe. Die Bonner Regierung hält alles Geld für Nicaragua zurück und hat ihre Entscheidungen über Geld für und Wirtschaftsbeziehungen mit Managua bis zu den Wahlen auf Eis gelegt. Die Freiheit der Wahlen im Februar 1990 ist also zweifelsfrei ga- rantiert. Jetzt ist das nicaraguanische Volk gefragt. Entweder es stimmt selbst für die Kandidaten der USA, dann hat dort endlich die F r e i h e i t gesiegt und die amerikanische Drohung wird hinfällig. Oder es stimmt für die Sandinisten, dann läßt das den USA keine andere W a h l, als in Nicaragua Recht und Freiheit mit Gewalt an die Macht zu bringen. zurück