Quelle: Archiv MG - LATEINAMERIKA NICARAGUA - Die Freiheit läßt keine Wahl


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       Wochenschau
       

PÜNKTLICH EINEN TAG NACH DER US-WAHL

wurde ein russisches Frachtschiff, schon seit seinem Ablegen in der Nähe von Odessa vom US-Geheimdienst beschattet, zu dem Zweck 'entdeckt', die ungeheure Anmaßung Nicaraguas zu belegen, sich mit militärischer Ausrüstung zu versorgen, die für die eigenen Zwecke womöglich wirksam wäre. Das Schiff habe nämlich Düsenjäger des Typs MIG-21 geladen, so zunächst der Inhalt der Enthüllung; dann hieß es, "möglicherweise" enthielten gewisse Container "eine Art von Flugzeug"; schließlich wurde am Wochenende in Washington Entwarnung in der Flugzeug-Story gegeben: es seien nun doch keine MIGs an Bord gewesen. Sollte sich der CIA getäuscht haben? Daß dies nicht die Wahrheit sein kann, zeigt schon das wohlkalku- lierte Timing der nachrichtendienstlichen Enthüllung als Amtsan- trittsgeschenk für den neugekürten Präsidenten. Daß die Sache sich aber in Wahrheit genau umgekehrt verhält, daß die paar Flug- zeuge nämlich als Material für einige harte Klarstellungen der USA erfunden wurde, dies zeigt nicht zuletzt die Lässigkeit, mit der die CIA-Lüge zurückgenommen wurde, nachdem die Phantom-MIGs ihre Schuldigkeit getan hatten: für die Klarstellung des R e c h t s der USA auf Krieg. Unsere Feinde verschaffen sich Waffen gegen uns - "das können wir nicht dulden", so unisono alle, die in Washington das Sagen ha- ben. "Unverzügliche harte Aktionen" (ein Senatsausschuß) werden gefordert, strategische Kalkulationen über Blockaden und Blitz- krieg werden in aller Breite und Öffentlichkeit durchgerechnet, die Dauer der Endlösung ist auch schon veranschlagt: "Das nicara- guanische Problem wird drei Monate nach den Wahlen gelöst sein." (Kirkpatrick) Nach der Kriegslogik, daß die Existenz von gegneri- schen Waffen Grund genug fürs eigne Zuschlagen ist, steht das US- Recht auf Krieg so unverbrüchlich fest, daß es sich offen in der Debatte über mögliche Modalitäten seiner Abwicklung vorträgt: das gehört sich so in einem freien Land. Und 'Anlässe' pflegen ge- schaffen zu werden. Welcher es dann im einzelnen sein wird, wird man erfahren, wenn es soweit ist. Bis dahin tut auch und gerade das laute Durchspielen von (noch) möglichen Kriegsgründen seine Wirkung auf Nicaragua, indem das Land in einem permanenten kost- spieligen Alarmzustand gehalten wird. So wird auch der demen- tierte Kriegsgrund zur Waffe. Von den US-Flottenmanövern in der Karibik hört man, die Schiffe hielten sich "nur zu Manövern" (ein Pentagon-Sprecher, AP v. 9.11.) dort auf. Damals bei Grenada hieß es, die Truppentransporter seien für den Libanon bestimmt. zurück