Quelle: Archiv MG - LATEINAMERIKA NICARAGUA - Die Freiheit läßt keine Wahl


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       Hannoversche Hochschulzeitung, 13.11.1984
       
       TEACH-IN
       Aus aktuellem  Anlaß wird die Veranstaltung UMWELT - HEIMAT - LE-
       BEN verschoben. Dafür:
       
       2 x WAHLEN: USA - NICARAGUA
       

DEMOKRATIE - EINE WAFFE DES IMPERIALISMUS

In den USA sorgt die Wahl für die vollständige Legitimation der politischen Führer. Auswahl besteht zwischen zwei Männern, deren einer zu alt, aber schon im Amt, deren anderer smart, aber ohne Amtsbonus ist. Da müssen sich die Amerikaner entscheiden: Einen Führer, der sie hinterher bei seinen Beschlüssen nicht mehr fragt, der die USA stark machen und die Wirtschaft voranbringen will, kriegen sie allemal. In Nicaragua ist alles umgekehrt: Da kann die Wahl die Rechtmä- ßigkeit der sandinistischen Führung gar nicht beweisen: da desta- bilisiert sie das Land. Dort geht es um die Alternative zwischen der Rückkehr zu einem somozistischen US-Gorilla-Regime und dem Versuch der Sandinisten, das Regieren volksfreundlicher zu ge- stalten. Systemwahlen können ja keine richtigen sein. Wie soll das Volk über so eine undemokratische Alternative abstimmen? Co- mandante Ortega macht Wahlkampf mit Problemen der örtlichen Was- serversorgung und will Abhilfe schaffen. Leere Versprechen, wie sachkundige internationale Aufpasser in Nicara- gua melden - so etwas würde Reagan nie tun! Für welche innen- und außenpolitischen Verhältnisse die demokra- tische Staatsform taugt - und welche sie todsicher ruiniert, wird das Teach-In aufklären. Was die USA in Nicaragua wollen, ist kein großes Geheimnis, was aber die EG und die Sozialistische Internationale samt Friedens- Willy dort verloren haben, muß schon einmal gesagt werden. Friedensbewegung und TAZ sind sich da nicht zu blöd, von den San- dinisten im Namen der Demokratie soviel an Pluralismus und Preis- gabe ihrer in einer Revolution erkämpfen Macht zu fordern, daß sich dann sogar Reagans militärische Endlösung erübrigen würde. zurück