Quelle: Archiv MG - ML-KLASSIKER - Von Marx bis Lenin


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DER KAPITALISMUS

In dieser Produktionsweise geht es um Geld. Jeder nützlicher Ge- genstand ist da und nur deswegen da, daß an ihn was verdient wird, daß er getauscht wird. Er wird zum Mittel des Genusses für den, der ihn haben will nur durch einen Kaufakt, also daß er dem anderen ein Geld gibt. Geld ist das Mittel um an Arbeit ranzukom- men, Arbeit anderer. Geld ist das Mittel, daß wenn man es nicht hat, sich durch Arbeit verdienen muß, für andere. Das was man verdient heißt Lohn. Der Lohn ist der Preis der Arbeit an den laufend gedreht wird, weil es bei der Arbeit sowohl auf einen möglichst niedrigeren Preis als auch auf einer möglichst ertrag- reichen Leistung für das Unternehmen ankommt. Bei diesen Preis der Arbeit gibt es viele Verwechslungen. Manche Leute meinen im- mer das wäre eine Geldgröße und nicht dieses Verhältnis: was ko- stet einem Unternehmer, der fremde Arbeit kauft und was bringt ihm die damit eingekaufte Arbeit für seine Geschäftsbilanz. Die- ses Kosten/Wirkungsverhältnis, die Mehrwertrate ist das ganze Ge- heimnis des Lohnens. So konnte Marx schon damals erklären, daß es ganz unterschiedlichen Löhne gibt, in verschiedenen Ländern wie in einem Land; daß es Lohnhierarchien gibt, an denen wohl sein Gemüt entzünden kann und behaupten, es wäre daran was ungerecht. Marx hat aber behauptet, ein Prinzip des kapitalistischen Umgangs mit dem Lohn ist, ihn zu differenzieren und zwar immer möglichst nach unten. Bessere Löhne werden für Tätigkeiten gezahlt, die die Geschäfte voranbringen und zwar auf der anderen Seite der Arbeit, wo die Arbeit eingeteilt, verwaltet wird, wo überhaupt das Ge- schäftswesen, der Überbau, das Kalkulieren, der Markt, das Manag- ment usw. besorgt wird. Das System heißt, die dauernde Abhängig- keit der lohnarbeitenden Klasse von den Geschäftsverläufen, von den Maßstab der Kalkulation beim Privateigentum. Diese Unterwer- fung mag manchmal in Konjunkturen erträglich ausfallen, dann fällt sie wieder um. Für alle gleichermaßen passiert das, daß es erträglich ist, nie. Das ist eine logische Unmöglichkeit in die- sem System. Es ist ja schließlich die dauernde Belegung, Befrach- tung der lebendigen Arbeit, die sich veräußert auf dem Markt, weil sie sonst an das Geld für die Lebensmittel nicht rankommt, mit einem Anspruch, den diese immer nur dann erfüllt wenn sie besser an dieser Stelle als an anderen - das nennt man Konkurrenz- ausgenutzt wird. Also ist der Wettlauf der Konkurrenten in der Geschäftswelt um ihre Geschäfte also immer zu auch ein Wettlauf, dessen eigentümliches Mittel in der Steigerung von Leistung und der Senkung der Löhne im eigenen Betrieb hat. Diese Ding heißt: Lohnstückkost. Es gibt ihn als Maßstab des Geschäftemachens. Das ist alles etwas was auf der Arbeiterklasse ihren Niederschlag findet. Doppelt: das Geld reicht nie, außer man teilt es sich ein. Man mag sagen, soviel wie ein Arbeiter verdient, und das bemißt sich nach den Geschäftsgang - manchmal kriegt er gar keine Anstellung und muß schauen, daß er in der Sozialversicherung oder in der Solidarität seiner Klasse hängen bleibt - das was er verdient muß er sich einteilen und er hat zwar Zugang zu allen Genüssen aber eben nur in dem Maße, wie sein Geldbeutel reicht. Es ist bei ihn allemal Beschränkung in Vergleich zu dem Reichtum, den er und seine Klasse hervorbringt. Auf der anderen Seite: es ist eine Beschränkung seiner Gesundheit, seiner Arbeitsfähigkeit. Es nennt sich schicht Ausbeutung. es kommt auf das Verhältnis zwischen seiner Arbeit, die er für sich macht, in Geld beziffert, sein Lohn an und das Verhältnis, daß seine Arbeit dadurch stiftet, daß ein Überschuß, ein Neuwert zugunsten des Privateigentums, bei dem er angestellt ist, herauskommt. Das Verhältnis ist eine Rate, die Mehrwertrate. Wenn die immerzu als gesteigerte und nur dann das Mittel des Betriebes ist, dann ist es auch nie das Mittel des Arbeiters. Nach der anderen Seite, außerhalb der reinen Geldfrage - beim Einkaufen und sparen - auf der Seiten der Gesundheit hin: Arbeit ist Beanspruchung seiner Leistungsfähigkeit, seiner Kraft, ohne Rücksicht auf seiner Gesundheit. Es geht eben nur darum, ihn möglichst betriebsnützlich mit allen technologischen Mittel einzusetzen, möglichst viel seiner wertbildenden Potenzen zu binden. Das heißt: die Arbeiterklasse sieht auch dementsprechend alt aus. Das ist eine Notwendigkeit. Das allerschönste ist, daß über die Konkurrenz, wenn alle so kal- kulieren, immer mehr Neuwert aus meinen Betrieb rausholen, immer mehr Überschüsse bilanzieren, und das immer auf Kosten der Kon- kurrenten, dann findet auf der einer Seite immerzu Akkumulation von Geld als Kapital in privater Hand statt. Werden immer neue Geschäfte gemacht. Auf der anderen Seite geht die Kalkulation an einem Punkt nicht mehr: dann läßt sich die Steigerung in Ver- gleich zum Konkurrenten nicht mehr herkriegen. Das nennt der Marx der Fall der Profitrate, der periodisch eintritt. Der tritt nicht immerzu und nicht als Zukunftsvision ein, sondern das ist der normale Gang der Konjunktur, des auf und ab in der Wirtschaft, der einen ganzen Zweig der Konjunkturforschung hervorgebracht hat, und es gibt sehr viele Hilfsmittel, sogenannte entgegenwir- kende Ursachen, die auch zum bürgerlichen Geschäft gehören, die diesen Fall hinausschieben, aufhalten und immer wieder eine wei- ter Akkumulation gestatten. Eins davon ist der auswärtige Handel, das ist expandierendes Geschäft in fremde Ländereien. (Hier darf einem die DDR schon einfallen) Geld, Ware und Kapital : das ist das was viel hervorbringt. Marx war nicht voll des Lobes, aber das wollte er dem Kapitalismus nicht absprechen. Es findet eine enorme Reichtumsproduktion statt. Aber in welcher Art. Wie heißt der Reichtum: er heißt Geld. Sein Pendant heißt Reichtum in allen stofflichen Formen und da ist jede Form gut genug. Weil es um Ware, Geld und Kapital geht, dann ist diese Produktionsweise nie und nimmer mit irgendeinem moralischen Bedarf zu konfrontieren. Sie hat dergleichen endgültig hinter sich gelassen. Nicht daß die Moral und der christliche Glaube nicht in volle Blüte herrschen würde, nur dem ökonomischen System ist der Überbau, die Sinnsu- che, die Suche nach Gerechtigkeit, nach Maßstäbe eines anständi- gen Umgangs miteinander fremd, es hat mit der Sache die stattfin- den, mit dem eigentümlichen Zweck des Produzieren und Konsumieren nichts zu tun. Moralische Ansprüche, z.B. vom Gebrauchswert einer Ware an die Ökonomie, an ihre Subjekte, an die Fabrikbesitzer oder an einem Staatsmann, der das System mit seiner Staatsgewalt überwacht und am funktionieren hält, der nach außen gegenüber an- dern Staaten vertritt, sind vollkommen fehl am Platz. Umgekehrt, jeder Artikel, wenn er ein Geschäftsartikel ist, wenn sich ein G Geschäft mit ihm machen läßt gleich gut. Es ist in diesem System eben unwichtig, ob man Kaugummi oder Waffen produziert. Womit sich ein Geschäft machen läßt, das ist es. Im Fall der Waffen ist es sogar so, daß jedes Kind eingesehen haben will und schon da- mals eingesehen haben wollte, daß ein Staat Gewaltmittel braucht um sich durchzusetzen, gegen andere. Also ist es ein Gebrauchs- wert, der auf Nachfrage stößt, aus der Staatskasse. dann gibt es Geschäftsleute, die sagen, ich spezialisiere mich darauf und es ist sogar ein sicheres Geschäft. Also, Ausschluß, gebrauchswert- orientierte Moralität aus dem funktionieren der Wirtschaft ist nichts. Umgekehrt, was ganz anders schafft das System: es macht sein Prinzip - Geld ist das Recht auf Reichtum in anderer Form, das ist der Reichtum und dann ist es, wem ihn gehört in Form des Privateigentums, der Anspruch darauf etwas zu verdienen, etwas zu kriegen und zu kaufen. Es geht soweit, daß Geld, wenn es einmal nicht in genügenden Maße für ein Geschäft vorhanden ist, durch sein Fehlen nicht an der Unterbindung des Geschäfts schuld sein kann. Das ist die Notwendigkeit des Schuldensmachens, des Bor- gens, Verleihens und Kreditieren. Das ist der Grund für die Ban- ken. Und deren Geschäft ist Geld, genauer gesagt Schulden. Die Leute rennen zu den Sparkassen mit ihren Pfennige und sind am Schluß noch dankbar, daß sie es abgenommen kriegen und ein paar prozente Zinsen kriegen. Durch den Akt der Einlagen verschuldet sich die Bank bei ihnen und dann sammelt sie alles mögliche an Geld ein, verbucht ihre Schulden als Guthaben und verleiht sie an anderen, die sich Geld pumpen wollen. Und was kriegt sie dafür: Geld und zwar mehr als sie selbst ausgibt. das ist eine Instanz von deren Leistung, verteilen des Kredit an der passenden Stel- len, dort wo ein Geschäft geht oder nicht, von deren Leistung samt dem dazugehörigen Spekulieren auf Wertpapiere, auf anderen Formen des Kredits, auf das Verscheuern auf Antrag und Angebot hängt am Schluß die ganze Wirtschaft ab. So daß ein Börsenkrach alles zum erliegen bringt, sogar so banalen Sachen wie die Pro- duktion ausreichenden Lebensmittel der Leuten die geraden rum- stiefeln in einem Land. Eine große Krise hat der Marx gesagt- und schon merkt man, daß in diesen System und alles ist da, die Pro- duktionsfaktoren, die arbeitsfähigen Leuten, alles ist da. Aber die Produktion von Gebrauchswerte kommt zum erliegen, weil es sich nicht mehr lohnt, alles ist aufs Lohnen eingestellt. Als wichtigste Geschäftsgrundlage des ganzen Zeug hat er das Privat- eigentum gekennzeichnet, das Geld heißt, das ist kein gesell- schaftlicher Reichtum in gesellschaftlich verfügbarer Form, sondern in monopolisierte Gestalt. Geld ist immerzu meines. Genauso sind alle Gegenstände des Konsum, des Produzierens , Roh- stoffe sind immer der Besitz von jemanden. der Staat garantiert dieses Recht und die Pflicht der Respektierung des Privateigen- tums. Diese ausschließliche Art den gesellschaftlichen Reichtum zu benutzen, so daß man mit dem anderen zur Zusammenarbeit nur über den Weg eines Vertrags kommt, wo beiderseitiger Nutzen an- viesiert ist, wo aber immer auch ein Erpressungsverhältnis zur Grundlage hat. Diese Art wie kennzeichnet ist die rechtliche Form dieser Produktionsweise, damit auch das Produktions- und Lebens- mittel Natur in diesem System, wo immer kalkuliert wird mit Über- schuß, mit wieviel bringt es am Geld, in Privatbesitz wo nur der Staat ein gesellschaftliches Monopol auf Reichtum hat, aber eben nicht alles ist, weil er gerade das gesellschaftliche Monopol ge- gen alle ist, in einem solchen System muß auch die Natur zum Ei- gentum erklärt werden, muß zu einem Wert erklärt werden, obwohl sie nicht die Frucht einer Arbeit ist. Der Preis eines Naturstück ergibt sich dann daraus, wieviel jemand bereit ist dafür zu zah- len, wenn er es ausschließlich für sich als seinen Eigentum ver- wenden kann. Hat es, verwendet es nach Maßgabe des Geschäfts. Was rauskommt wissen die Ökologen am besten: untergräbt alle Spring- quellen des Reichtum, Erde und den Arbeitern. Jedem muß es be- kannt sein, daß wo dieses freiheitliche System neu eingeführt wird. Was ist da los. Die Monopolisierung der Naturbedingungen des Lebens für einen Privatgeschäft. Früher war Verfügung und Be- nutzung so ungefähr dassselbe. Der Staat hat es zur Benutzung zu- gewiesen. Jetzt kommt die neue Freiheit: jede Schraube, jeder Grund und Boden wird in Privateigentum verwandelt, wird sein Preis haben als Geschäftsmittel fungieren usw. zurück