Quelle: Archiv MG - NAHOST ALLGEMEIN - Schalom aleikum
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Wochenschau
KEINE SCHLAGZEILEN
machten letzte Woche die folgenden Meldungen über das weltweite
Wirken des Imperialismus (sprich: "die Interessen des Westens im
Sinne der Erhaltung unserer Freiheit") in den Spalten der Presse:
Israeli schauten dem Gemetzel zu - berichtet die "Süddeutsche
Zeitung" vom 2. November aber erste Resultate der "unabhängigen
Kommission", die von der israelischen Regierung zur Untersuchung
des Palästinenserpogrorns in Westbeirut eingesetzt worden ist.
Die Art der (Nicht-)Kommentierung dieser neuesten "Enthüllungen"
verrät, daß die "Empörung" nie dem Morden galt, sondern der
"ungeklärten" Schuldzuweisung. Jetzt, wo die Regierung Israels
selbst die "Klärung" betreibt, ist dies ein solches
"Zugeständnis" der Herren Begin und Scharon, daß der angeblichen
"Überraschung im Jerusalemer Untersuchungsausschuß" jede Spitze
abgebrochen ist. "Zweifel habe es im israelischen Offizierskorps
vorwiegend darüber gegeben, ob die Falangisten in der Lage seien,
ihre Aufgabe zu erfüllen." D i e s e Zweifel haben die Falangi-
sten mit über 2.000 Leichen widerlegt, so daß der Ausschuß jetzt
nur noch die Aufgabe hat, Zweifel am israelischen Offizierskorps
auszuräumen. Erstes Ergebnis hierzu: "Es sei darauf geachtet wor-
den, daß kein israelischer Soldat an der Seite der Falangisten
eingesetzt wurde." Das wird sich sicher beweisen lassen.
Washingtons Hilfe für Honduras ist 'keine Bedrohung Nicaraguas' -
versicherte eine AP-Meldung am 2. November. Die 3 Militärflug-
plätze, die von den USA in Honduras gebaut werden, dienen natür-
lich nicht als Etappe eines möglichen - und immer wieder ange-
drohten Eingreifens im sandinistisch regierten Nachbarland, son-
dern eindeutig der "Stärkung der honduranischen Demokratie", wo-
hingegen jeder cubanische Arzt in Nicaragua ein Fuß Moskaus in
Mittelamerika ist.
Schlagzeilen
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und nicht zu knapp macht jedoch der "Austrag türkischer
Innenpolitik" auf dem Boden der BRD, wie letzte Woche die
Besetzung des türkischen Konsulats durch Dev-Sol-Mitglieder in
Köln - als Angelegenheit für die P o l i z e i und sonst
nichts. Dabei waren die Besetzer auf dem Territorium des NATO-
Partners und Türkei-Helfers BRD nicht einmal an der falschen
Adresse. Sie haben jedoch ihre eigene Parole "Keine NATO-
Demokratie in der Türkei" nicht ernst genommen, indem sie auf die
Idee verfielen, ausgerechnet die Bonner Demokraten auf die
Eigenheiten der geplanten neuen türkischen Verfassung hinweisen
zu müssen. Darüber werden hierzulande keine Illusionen
verbreitet, was allerdings das Verhältnis zur Junta nicht trabt.
Die Weigerung der Polizei, einen Text der Besetzer im Fernsehen
verlesen zu lassen, entspringt auch nicht der Angst der
Verantwortlichen, das könnte die westdeutsche Bevölkerung
agitieren: Die Verhältnisse in der Türkei sind dem hiesigen Volk
genauso scheißegal wie seiner Herrschaft, solange "unser"
Verhältnis zur Türkei stimmt und nicht zu viele Türken die BRD
"überfremden".
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