Quelle: Archiv MG - NAHOST ALLGEMEIN - Schalom aleikum

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       Wochenschau
       
       In Israel
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       macht die  Öffentlichkeit auf  "Empörung" darüber, daß zwei Palä-
       stinenser nach ihrer Gefangennahme "mit einem stumpfen Gegenstand
       erschlagen" worden  sind, statt  ordnungsgemäß   v o r h e r  er-
       schossen,   wie    die   beiden    anderen    Mitglieder    eines
       u n b e w a f f n e t e n         Busentführungskommandos.    Das
       "erschüttert" ein  "tapferes Volk", dessen Flugzeuge "in Überein-
       klang mit  den Grundregeln  und Normen des Staates Israel" Napalm
       auf Flüchtlingslager werfen, dessen Armee über 50.000 Palästinen-
       ser interniert  hält, in  den besetzten Gebieten arabische Häuser
       sprengt und  die Bewohner  vertreibt und dessen Regierung von der
       Existenz eines palästinensischen Volkes nur insofern etwas wissen
       will, als  Israel seine planmäßige Vernichtung als Staatsprogramm
       betreibt. Und  die Auftraggeber des Völkermorals im Libanon gegen
       Angehörige ihrer  "Sicherheitskräfte" wegen    M o r d e s    ein
       "D i s z i p l i n a r v e r f a h r e n"  angekündigt.
       Wenn ihnen  eine "Pflichtverletzung"  nachgewiesen  werden  kann,
       dürften sie glatt degradiert werden. Wenn nicht doch noch der Um-
       stand mildernd  für sie spricht, daß "vor der Erstürmung des Bus-
       ses keine  Anweisungen gegeben  worden sind,  wie mit Terroristen
       verfahren werden solle, die lebend gefangen würden". (Frankfurter
       Allgemeine Zeitung)  Eitle solche  Panne ist  in den  offiziellen
       Dienstanweisungen Israels  für den   K r i e g   g e g e n  d i e
       P a l ä s t i n e n s e r  anscheinend nicht vorgesehen.
       
       Der persische Golf
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       gehört selbstverständlich   u n s.   Schließlich wird das Öl, das
       d o r t   aus dem  Boden kommt,   i m   W e s t e n  zu Reichtum.
       Wenn dort  zwei Staaten, die  u n s,  wie sie jetzt sind, ohnehin
       nicht so recht passen, seit Jahren Krieg gegeneinander führen, so
       ist   u n s   das gerade  recht. Wenn sie dabei aber  u n s e r e
       Tanker abschießen  und den  Zufluß  u n s e r e s  Öls möglicher-
       weise geringfügig  behindern könnten, dann ist es sonnenklar, daß
       wir über  diesen Krieg  die Kontrolle behalten müssen. Selbstver-
       ständlich nicht,  um ihn  zu beenden. Durch Waffenlieferungen aus
       dem Westen  an beide Seiten wird er schließlich am Dampfen gehal-
       ten, und  die Schwankungen der Kriegslage schaffen jede Menge Ge-
       legenheit für  die USA,  sich als Schutzmacht da unten breitzuma-
       chen. Meldungen von der laufenden Verstärkung der 7. US-Flotte im
       Golf und  von Raketenlieferungen  an Saudi-Arabien kommen so ohne
       die Schlagzeile aus "Die NATO steigt in den Golfkrieg ein - Welt-
       friede in  Gefahr". Ganz  im Gegenteil "warnt" NATO-Sekretär Luns
       vor "einem Einsatz von NATO-Truppen im Persischen Golf" und weist
       "auf die  von den  USA gebildete schnelle Einsatztruppe" hin. Die
       reicht allemal.
       
       Wahlen in Ägypten
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       beweisen, daß  Präsident Mubarak  nicht nur  strategisch, sondern
       auch moralisch unser Mann am Nil ist. Da hat es der "zur vorsich-
       tigen Demokratisierung  entschlossene" Machthaber  in Kairo  doch
       wirklich "gewagt", an einige ausgewählte Exemplare seiner Ägypter
       Wahlkarten auszuteilen,  damit sie ihn im Amt bestätigen und die-
       ses in  Gestalt einer Opposition, die sicherheitshalber sein Bru-
       der anführt,  verzieren. Natürlich:  "Mit deutschen Vorstellungen
       von Ordnung  und Organisation  hatten Stimmabgaben und Wahllokale
       freilich nichts  zu tun."  Darauf wurde  das hiesige  Publikum im
       ARD-"Weltspiegel" vom 27. Mai durch die höfliche Reporterfrage an
       Dorfchefs eingestimmt, die da lautete: "Wen lassen Sie ihre Leute
       wählen?" Daß  es "trotz  einer Atmosphäre  frei von Mißtrauen und
       Furcht" doch  zu einigen  Morden  an  Oppositionskandidaten  kam,
       schreibt die  FAZ der  Neigung "der Oberägypter" (das ist selbst-
       verständlich geographisch  gemeint!) zu,  sich "schnell zu Gewalt
       hinreißen" zu  lassen. Dem  W a h l e r g e b n i s  galt das in-
       ternationale Interesse nur am Rande. "Hier konnte keine entschei-
       dende Änderung der Machtverhältnisse erwartet werden." Von Bedeu-
       tung soll vor allem sein, daß sich Mubarak von "jenem Teil seiner
       Umgebung lösen konnte, die die Macht autoritär genießen will." Er
       genießt sich  lieber allein  als ägyptischer  Demokrat, und seine
       Freunde in der Freien Welt genießen mit ihm.
       

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