Quelle: Archiv MG - USA AUSSENPOLITIK - 45 Jahre Weltherrschaft
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Wochenschau
"AUF JEDEN FALL
wie geplant auf 1,5 Billionen Dollar erhöhen", will der Chef al-
ler Amerikaner den Verteidigungshaushalt.
Auf jeden Fall! - das ist doch einmal eine klare Auskunft dar-
über, wovon sich amerikanische Außenpolitik abhängig macht: von
nichts! Die Führer des freien Westens beschließen Tag ihr Tag,
wie sehr "sich die Zustände in Polen verschlimmert" haben, wie
sehr "die Russen Zurückhaltung vermissen lassen", inwiefern sie
"die einzige Grundlage für konstruktive Ost-West-Beziehungen"
vermissen.
Russen und Polen können höchst offiziell in "ihrem" Ostblock an-
stellen, was sie wollen einen Einfluß auf die Linie der NATO-
Staaten kriegen sie einfach nicht zustande. Das ist das ganze Ge-
heimnis der Redensart, es hänge von den Russen ab, was in Sachen
Verständigung und Frieden läuft.
Noch vor einem halben Jahr sollte die Bevölkerung vor den sowje-
tischen Waffen erschrecken, ihre eigenen Politiker für erpreßbar
halten und die "Nachrüstung" für unerläßlich für den Frieden
befinden. Heute, im Rahmen der konkreten Polenhilfe, verkündet
der Friedensmensch in Washington, "die Sowjetunion habe ihre
Wirtschaft bis an die Grenze belastet" und könne "die Aufrüstung
der USA nicht wettmachen". Das definiert er als den neuen Grund
für den Ausbau der strategischen Bewaffnung der USA - u n d als
"Chance für die Abrüstung". Angesichts dieser Klarstellungen über
den einzigen Inhalt westlicher Friedenssicherung - die Aufforde-
rung zur Kapitulation an den Feind graust niemandem mehr vor ei-
nem "Hollywood-Cowboy auf dem Präsidentenstuhl". Der Fortschritt
von der geheuchelten Angst vor einem Gegner zur Verachtung, zum
demonstrativen Beharren auf dessen Unterlegenheit, schafft Ver-
trauen.
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