Quelle: Archiv MG - USA AUSSENPOLITIK - 45 Jahre Weltherrschaft
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Wochenschau
DIE VERHANDLUNGSBEREITSCHAFT DER USA
ist über jeden Zweifel erhaben; da hat er schon recht der Mister
Eagleburger, der sich erst jüngst das ständige Mißtrauen gewisser
politischer Kreise Westeuropas in diesem Punkt nachdrücklich ver-
beten hat. Schließlich hat die Reagan-Regierung dafür sogar schon
einen eigenen Mann, den bereits sein Name fürs Unterhandeln mit
den Russen prädestiniert: den Mister Rostow. Und daß der sich
noch 9 Monate Bedenkzeit vorbehalten hat, ehe die "substanziellen
Verhandlungen" richtig losgehen, spricht tatsächlich nicht gegen
den Verhandlungswillen der USA, sondern gibt klare Auskunft über
den Z w e c k der geplanten Konferenzen. Sich mit den von der
anderen Seite gewünschten Gesprächen Zeit zu lassen, das ist ja
nicht bloß eine leere Demonstration der eigenen starken Position;
mit solchen Demonstrationen - und den gleichzeitig gefaßten und
verwirklichten Aufrüstungsbeschlüssen - wird ganz handfest eine
Verhandlungsposition der Stärke aufgebaut. Und das muß auch sein:
schließlich ist es mindestens eine "Null-Option" für SS 20-Rake-
ten, die der Westen von der Sowjetunion erreichen will;
"Wohlverhalten" in Polen, Afghanistan und sonst sowieso als
Dreingabe vorausgesetzt. Und nochmals: am Willen des Westens,
d a r ü b e r zu verhandeln, sobald "substanzielle Erfolge" er-
reichbar erscheinen, sollte man wirklich nicht zweifeln. Bloß: ob
d a r ü b e r die andere Seite mit sich verhandeln läßt?
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