Quelle: Archiv MG - USA INNENPOLITIK - Vom American Dream
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POWER MIT BLACK
"Die ganzen Civil-Rights-Typen wollten letztlich nur eins: ir-
gendeinen gottverdammten Nigger als Präsidenstschaftskandiatten
der demokratischen Partei." (Malcolm X, The Autobiography)
Reverend Jesse Jackson ist der Kandidat mit der besten Presse,
von dem alle Konkurrenten mit feierlicher Stimme verkünden: "Es
ist gut, daß Jesse kandidiert." Dabei versetzt er seine Kund-
schaft aus Schwarzen und fortschrittlichen weißen Linksintellek-
tuellen in Verzückung mit Forderungen wie einer einseitigen Ver-
schrottung von MX- und Trident-II-Raketen, der Ablehnung jeder
Hilfe für die Contras in Nicaragua und dem Verlangen nach einer
massiven Anhebung der Steuersätze für Spitzenverdiener zugunsten
eines "60-Mrd. Dollar-Programms" für Arbeitslose und Wohlfahrts-
empfänger. Mit ihm haben alle potentiellen schwarzen Wähler und
das Protestpotential aus Kriegsdienst-, AKW- und Tierversuchsgeg-
nern eine "realistische" politische Perspektive gefunden: Sie
können sich positiv und konstruktiv für die personelle Ausgestal-
tung des "tickets" der Demokratischen Partei im November einset-
zen. Dabei weiß jeder, inklusive Mr. Jackson, daß dieser Kandidat
sich dadurch auszeichnet, daß er garantiert nicht Präsident-
schaftskandidat werden wird: Jackson ist nämlich s c h w a r z,
also Angehöriger einer "minority".
Die wird seit dem "civil-rights-amendment" der Johnson-Admini-
stration in den USA gesetzlich geschützt vor r e c h t-
l i c h e r "Diskriminierung". Seitdem darf keinem Neger mehr
das Wahlrecht verweigert werden, und er darf mit jedem Bus
fahren, wenn er eine gültige Fahrkarte hat. In den letzten 20
Jahren sind die arbeitslosen, hungrigen, ausgemusterten Neger in
den Ghettos der Millionenstädte zwar nicht weniger, sondern ent-
schieden mehr geworden, aber ihr Elend verwaltet jetzt z.B. in
Los Angeles, Chicago und Atlanta ein echt schwarzer Bürgermei-
ster. Seitdem gab es keine "riots" mehr bis auf eine kleine Haus-
besetzung in Philadelphia die der schwarze Bürgermeister so bru-
tal zusammenschießen ließ, daß seine weißen Stadtverordneten
einen Untersuchungsausschuß zugunsten der malträtierten "soul
brothers" durchsetzten. Jackson verkörpert das Ideal der
R a s s e n i n t e g r a t i o n, d.h. der Überführung aller
sozialen " Sprengsätze", die die amerikanische B e n u t z u n g
des Rassenunterschieds zur optimalen Ausbeutung und Verwaltung
schwarzen Menschenmaterials mit sich bringt, in p o l i t i-
s c h e M i t b e s t i m m u n g s m o d e l l e. Ohne diesen
"Nigger" keine Mehrheit auf der demokratischen "convention",
kalkulieren die "liberalen" R a s s i s t e n und freuen sich,
daß sie mit dem Champion der "rainbow coalition" für den
demokratischen Präsidentschaftskandidaten jede Menge Negerstimmen
im November kriegen können, die nie zum Wählen gehen würden, wenn
sie nicht von "Brother Jesse" bei den Vorwahlen gekeilt worden
wären. Deshalb kriegt Jackson kein böses Wort zu hören, wenn er
Parolen in die Welt setzt, mit denen jeder weiße Bewerber als
"Extremist" und "Commie" unten durch wäre. Die scharfen Sprüche
sind lediglich Verzierung seines eigentlichen Programms, und das
heißt schwarz. Den Schwarzen verspricht es nichts, außer ein
Stück M a c h t b e t e i l i g u n g f ü r e i n e n N e-
g e r.
Weil sie darauf abfahren, ist Jesse Jackson zur Zeit bei den Ame-
rikanern der populärste Nigger seit Uncle Tom.
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