Quelle: Archiv MG - USA INNENPOLITIK - Vom American Dream


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       Veranstaltungstip
       
       Amerika wählt:
       

EINEN BOMBIGEN FÜHRER EINEN TODSICHEREN DOLLAR EINE MORDSNATION

Ist Reagan besser (erfolgreicher/kompetenter...) oder ist es Mon- dale? Diese Frage anläßlich der US-Wahl ist so ziemlich die ein- zige, die bundesdeutsche Gemüter auf allen Kanälen derzeit er- regt. Daß die Wiederwahl Reagans sowieso schon feststeht, tut dieser spannenden "Frage" logischerweise keinen Abbruch. Die einen b e w u n d e r n haltlos das, was einen "echten" amerikanischen Präsidenten ausmachen soll: "Von Reagans unbe- streitbarem Talent, der Nation wieder Selbstvertrauen einzuflößen und sie aufzurichten, hat vor allem auch die Wirtschaft profi- tiert... instinktsicherer kalifornischer Gesundbeter" (BUNTE. FAZ usw.). Allen Ernstes wird da behauptet, der ansteckende Optimis- mus, die überragende Moral dieses Mannes sei als er G r u n d allen ökonomischen und militärischen Fortschritts anzusehen, den die mächtigste Nation der Welt erzielt. Die anderen haben etwas auszusetzen an dieser Führer-Person - bloß was! "So droht denn die amerikanische Präsidentschaft zur TV-Serie zu verläppern, zum falschen Heldenlied in einer Zeit, die alles braucht bloß keinen Helden am Atomknopf im Weißen Haus". (SPIEGEL). Solche Herren halten das R e g i e r e n für eine so seriöse und gewichtige Sache, daß sie nicht "verläppern" soll! Vor lauter Bewunderung für das segensreiche Amt des US-Prä- sidenten und vor lauter Respekt vor dem schwierigen Beruf des Herrschens will ihnen nur die stilistische "Kritik" einfallen, ob denn der Kandidat für das Amt auch wirklich der p a s s e n d e ist - für den Atomknopf im Weißen Haus. So wollen die Meinungsbildner tutti quanti eines am allerwenig- sten wissen: Worin denn die Leistungen der US-Politik bestehen, was denn diesen gemütlichen Job am Atomknopf auszeichnet, den sie da in falschen oder richtigen Händen wähnen. In dieser Hinsicht wird die hier angekündigte Veranstaltung ein einziges Kontrastprogramm bieten: Amerika wählt einen bombigen Führer: Was haben der maßlose demo- kratische Führerkult und das Staatsprogramm der Führernation der Westlichen Welt miteinander zu tun? Woher kommt denn die Selbst- gerechtigkeit mit der das Führungspersonal die Freiheit seines ungehinderten Regierens feiert? Vielleicht ist die Frage: Reagan o d e r Mondale sowieso die falscheste, die man sich stellen kann! Amerika wählt einen todsicheren Dollar: Wie kommt er denn zu- stande, der ökonomische Erfolg des US-Kapitals, der nach seinem staatlichen Beförderer "Reagonomics" heißt und von dem dieser sagt, er sei "die gewaltige Maschine der Freiheit"? Wieso sind im Land der unbegrenzten Möglichkeiten die Wirklichkeiten so klar und eindeutig begrenzt? Warum bieten US-Staatsschulden die beste und die sicherste Kapitalanlage? Vielleicht ist die Frage, ob der Doller "ü b e r-bewertet" ist und die Zinsen "zu hoch" sind, da- bei sowieso die alleruninteressanteste! Amerika wählt eine Mordsnation: "Es darf Nicaragua nicht erlaubt werden, ein kommunistisches Refugium zu bleiben, das Terror und Waffen in die gesamte Region exportiert. Die Sicherheit und Frei- heit Zentralamerikas sind unentbehrlich für unsere eigene Sicher- heit und Freiheit" (Wahlplattform der Republikaner). Was ist denn der Grund für die Unduldsamkeit einer Nation, die es einfach nicht "erlauben" kann, daß ein Staat auf der Welt kein zuverläs- siger Freund der USA sein will? Was hat es mit der Berufung auf die Freiheit auf sich, mit der der Präsident das moralische Recht benennt, dem Interesse der US-Nation nachzukommen: Nicaragua zu erledigen? Warum gilt das nur als "Etappe" gemäß dem Motto: "peace is our profession"? Vielleicht ist die Frage, ob Amerika damit nicht Freiheit, Gerechtigkeit und das Völkerrecht verletze, die unangemessenste, die man sich vorstellen kann! Das also ist zu erwarten: Einige Auskünfte über den Boom von Geschalt, Gewalt und Moral im Reich "unserer amerikanischen Freunde" zurück