Quelle: Archiv MG - USA INNENPOLITIK - Vom American Dream


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       Marxistische Schulzeitung Bremen, 01.02.1982
       
       Wochenschau
       

RONALD REAGAN

beging das einjährige Amtsjubiläum, und die Presse schrieb erste kritische Würdigungen seines bisherigen Wirkens. Verwiesen wurde noch einmal auf die Einmaligkeit seines Vorhabens, für den Gegen- wert von 1,5 Billionen Dollar ein Kriegspotential zur Verfügung zu haben, welches für "eine Nuklearschlacht und mindestens zwei konventionelle Kriege gleichzeitig auf dem Globus" ausreicht. Probleme gäbe es für Reagan noch bei dem "wirtschaftlichen Auf- schwung" seines Landes, trotzdem wolle er so weitermachen wie bisher und auf die "Privatinitiative" setzen. Erwartungsgemäß sei deshalb z.B. die "Arbeitslosigkeit bei den Schwarzen" drastisch erhöht worden, auf deren Gefühle er auch sonst, etwa durch die einseitige Förderung von "weißen Privatschulen", keine große Rücksicht nehme. Trotzdem verstehe sich Reagan als Anwalt des un- teren Volkes - um Weihnachten herum hat er an 16,5 Mill. "offiziell arme Familien des Landes pro Kopf 1,3 Pfd. Schmelzkäse aus überquellenden Regierungsbeständen" verteilen lassen. Insge- samt also eine erfolgreiche Zwischenbilanz, zieht man die etli- chen "Enttäuschungen" ab, die Reagan auf außenpolitischem Gebiet habe hinnehmen müssen. Zur Beunruhigung besteht trotzdem kein Anlaß. Trotz aller gegen ihn gerichteten "Verschwörungen in der Welt" sei er - "wie durch ein Wunder" - "voller Selbstvertrauen" und ein "netter Kerl" geblieben. Dies ist schon eine Leistung, wenn man bedenkt, wie schnell es gemeinhin geht, daß die Routine des Amtes den anfäng- lichen Idealismus eines Präsidenten bald eingeholt hat. Anderer- seits könne sich auch ein Reagan der Zähmung durch sein Amt nicht entziehen: "Allmählich ist er sanfter geworden". Ein selten net- ter Mensch, der durch sein schweres Amt noch gewonnen hat. Bleibt nur die Hoffnung, der Präsident möge nicht gänzlich erschlaffen. Ohne ihn wäre die Weit ärmer. zurück