Quelle: Archiv MG - USA INNENPOLITIK - Vom American Dream
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Dortmunder Hochschulzeitung Nr. 37, 07.02.1984
Wochenschau
US-HAUSHALT FÜR 1985
mit einer knappen B i l l i o n D o l l a r, die der Präsident
in den nächsten 12 Monaten für sein Dauerprogramm "Make America
Great Again" ausgeben will. Weil immer noch nicht groß genug,
sind für "Verteidigung" 15% mehr vorgesehen (damit ist dieses
Budget seit 1981 um mehr als ein Drittel angewachsen), während
alle "unproduktiven Kosten", die der Staatsgewalt aus der Verwal-
tung ausgemusterten Menschenmaterials erwachsen, stagnieren bzw.
weiter zusammengestrichen werden. Die "Begründung" für die
"gewaltigen Anstrengungen" auf dem Rüstungssektor sind ebenfalls
seit 1981 stereotyp die gleichen: "In den vergangenen drei Jahren
sind die Kampfbereitschaft und die Mobilität der amerikanischen
Streitkräfte erheblich verbessert worden, doch bleibt wegen der
b e i s p i e l l o s e n R ü s t u n g M o s k a u s die so-
wjetische Bedrohung weiter bestehen. Erst 1 9 8 9 werden die
USA angemessen stark, aber keineswegs überlegen sein."
(Weinberger zur Erläuterung des Haushalts). Das ist allerdings
nur der S c h e i n eines Arguments, mit dem sich der politi-
sche B e s c h l u ß zum Totrüsten des Gegners vorträgt, weswe-
gen auch damit unverträgliche Fakten gar nicht erst in den Ver-
dacht geraten können, ein Argument d a g e g e n zu sein: "Die
Wachstumsrate bei den Rüstungsausgaben der Sowjetunion hat sich
nach Erkenntnissen einer N A T O - S t u d i e von 1976 bis
1982 deutlich verlangsamt... In dem Bericht wird indirekt einge-
räumt, daß Berechnungen der NATO über das Wachstum der sowjeti-
schen Rüstungsausgaben in den zurückliegenden Jahren übertrieben
waren... Ähnlich hatte vor einigen Wochen die CIA ihre Angaben
korrigiert." (Süddeutsche Zeitung vom 31. Januar). Aus dieser
nüchternen Widerlegung der NATO-Ideologie von der "beispiellosen
sowjetischen Vorrüstung" wird in der Kommentierung eine
E r f o l g s meldung: Die Russen k ö n n e n einfach nicht
Schritt halten wegen ihres "allgemeinen Rückgangs beim Produkti-
vitätszuwachs in der Wirtschaft und der technischen Kompliziert-
heit moderner Waffen."
Also ein Grund mehr für die westliche Aufrüstung und
D r o h u n g gegen die "Bedrohung" aus dem Osten: Wenn der
Feind "zu schwach" ist, um die NATO-Lüge über seine Gefährlich-
keit wahrzumachen, dann besteht berechtigte Hoffnung, daß die
"gewaltigen Rüstungsausgaben" sich einmal lohnen.
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