Quelle: Archiv MG - WESTEN KOMMUNISMUS - Kommunismus tot?
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KOMMUNISMUS TOT? (II)
Wegen der russischen Perestroika, wegen der nationalen Wende in
Ungarn und Polen, schließlich wegen der DDR zelebrieren Linke
hierzulande einen ideologischen Kassensturz. Die "Reaktion" hat
mit dem Begreifen des realsozialistischen Wandels und mit seinen
Wirkungen auf die famosen Kräfteverhältnisse in der Welt nichts
zu tun. Vielmehr handelt es sich um eine ziemlich verlogene Ver-
anstaltung von Leuten, die so tun, als hätten die "Ereignisse" im
Ostblock sie belehrt. Aus der Kapitulation einiger Honeckers ver-
fertigen sie den Beweis, mit dem sie sich umstandslos in den re-
gierungsamtlichen Antikommunismus einreihen. Die Nöte, das Schei-
tern und die Reformen der Realsozialisten sind der unumstößliche
Beleg für eine einzusehende Notwendigkeit, quasi für eine theore-
tische Auskunft: Der Kommunismus ist tot. Die Umkehrung des Reims
vertreten diese Brüder und Schwestern sehr heftig und innig: Der
Kapitalismus lebt!
Fast möchte man sie fragen, diese Linken, ob sie eigentlich für
den realen Sozialismus genausoviel übrig hätten, wenn er ebenso
erfolgreich wie "freedom and democracy" wäre. Die Frage ist aber
überflüssig, weil der Opportunismus nicht auf Urteil und Schluß
beruht, sondern eine Methode ist. Und mit der haben Leute, die
vor 20 Jahren die Parole "Revolution" gut fanden, die in ihrer
Phase des M-L-Schwachsinns das Proletariat verehrten, schon immer
aus Erfahrungen gelernt, daß sich die Balken bogen.
Diejenigen, die die Kurve zu grün-alternativer Politik gekratzt
haben, sind von ihren kommunistischen Umtrieben ja nur deshalb
abgekommen, weil sie gemerkt haben, daß der Kapitalismus und
seine Bewohner einfach nicht den Charakter einer
E r f o l g s b e d i n g u n g haben. Weil sie genau danach
suchten, sind sie auf den Krampf mit "Umwelt und Frieden" verfal-
len. Denn für so etwas gibt es im Kapitalismus ein offenes Ohr,
und zwar bei allen, die im Kapitalismus ihr Auskommen regeln
möchten, ja p o l i t i s c h a n i h m m i t w i r k e n
wollen. Auf die schlichte Überlegung, daß der kapitalistische Um-
gang mit dem Produktions- und Lebensmittel Natur, daß der demo-
kratische Militarismus nur die N o t w e n d i g k e i t be-
weist, daß diesem System der Garaus gemacht gehört, sind sie
nicht gekommen. Weil sie ihre kommunistischen Ambitionen noch nie
mit Notwendigkeiten begründet hatten, vielmehr mit dem Zuspruch
von einigen Tausend Moralisten, die damals linkes Zeug zur er-
folgversprechenden Mode geraten ließen.
Diejenigen, die die Kurve in die alternative Wissenschaft und Pu-
blizistik gekratzt haben, sind in sehr offener Weise der Methode
treu geblieben, mit der sie sich einmal für die linke Bewegung
engagiert hatten. Sie sind zu Diagnostikern dessen geworden, wo-
für sie den bürgerlichen Laden schon immer hielten eben der
B e d i n g u n g e n. Anfangs noch für die Bedingung seiner Ab-
schaffung und Abdankung, so daß ziemlich viel Unsinn "in prakti-
scher Absicht" über Arbeiterbewußtsein, Krise der Währungen und
des Sozialstaats in die Regale kam. Später prüften sie den Kapi-
talismus auf sein Haltbarkeitsdatum durch, weil für sie die Frage
seines F u n k t i o n i e r e n s die Antwort gestalten sollte
auf das Rätsel, ob man eventuell der Phase beiwohnt, in der er
seine "Probleme" nicht mehr lösen kann. Die Probleme, die er der
Arbeiterklasse und den umweltgeschädigten Keuchhustern bereitet,
waren da schon nicht mehr so wichtig. Schulden und Frieden, die
Wälder und das Ausbildungswesen, die "Beschäftigung" und die En-
ergie etc. ließen sich zu gelehrten Warnungen vor Katastrophen
modellieren. Und die S o r g e u m d i e E r h a l t u n g
bestimmte die Tagesordnung der intellektuellen Elite, die ihren
methodisch kontrollierten Schmarrn für die zeitgemäße Kritik am
Kapitalismus hielt.
Die verdienten Früchte ihrer Fortentwicklung des Bedingungssozia-
lismus aber können die Liebhaber von wirklichen wie erfundenen
Tendenzen, mit denen sie sich - ausgerechnet als linke und kriti-
sche Menschen - im Einklang befinden wollen, erst heute einfah-
ren. Wenn wg. Gorbatschow und Honecker der Tod des Kommunismus
bewiesen ist, wenn die mit dem Osthandel und mit leeren Regalen
eröffnete Frage nach der Konvertibilität unechten Geldes zeigt,
wie u n m ö g l i c h Planwirtschaft sein soll, dann ist der
Opportunismus keine Haltung mehr. Er besitzt den Status einer
"empirisch" bestätigten Theorie. Wenn Denker, die auf ihre alter-
nativen Qualitäten erpicht sind, auf die Urformel des Bedingungs-
sozialismus zurückkommen und selbige als Quintessenz des Marxis-
mus ausgeben; wenn sie sich in die Pose des kluggewordenen gläu-
bigen Marxisten von gestern werfen, um die T h e s e v o m
U n t e r g a n g d e s K a p i t a l i s m u s (von Marx wg.
Fall der Profitrate, Fäulnis der Produktivkräfte prophezeit!)
f ü r w i d e r l e g t z u e r k l ä r e n, dann ist die
Laube fertig. Dann bekommt man schon fast wieder Lust auf ein
kaltes Bier in Gesellschaft von Leonid oder Erich.
Was da "linke" Kronzeugen für den toten Kommunismus von sich ge-
ben, kommt garantiert nicht aus einem Mißverständnis der
Marx'schen Erklärung des "tendenziellen Falls der Profitrate".
Noch nicht einmal dann, wenn das einschlägige Zeug in "Kapital
III" verkehrt wäre, ginge aus einem G e s e t z d e r kapita-
listischen Produktionsweise ein G e s e t z i h r e s
U n t e r g a n g s hervor! Vielmehr melden sich da Leute zu
Wort, die ihr brutales Verständnis einer eventuellen Berechtigung
des Kommunismus darlegen: Wenn der Kapitalismus sein Haltbar-
keitsdatum überschreiten würde, wenn in ihm ein Mechanismus ein-
gebaut wäre, der ihn zum Aufhören verurteilt, wenn eine ge-
schichtliche, verläßliche Notwendigkeit existierte, die ihn zum
Kommunismus werden läßt - ja dann könnte man sich dem nur an-
schließen und zusehen, wie er seinem Leiden erliegt! Nach dieser
Weltanschauung, die durchaus - wie jeder Unsinn über reichlich
Tradition verfügt, sind Kommunisten nicht Leute, die klassenkämp-
fen gegen das Kapital und die es garantierende Gewalt. Vielmehr
Geschichtskenner, die, statt "gegen den Strom" zu schwimmen, Par-
tei ergreifen für einen ohnehin unausweichlichen Lauf der Dinge.
Sind sie aber nicht. Sie halten die Verwendung solchen Mists für
die staatsideologische Kiste in den Ostblockstaaten - "Wir sind
nur die Vollstrecker des fälligen Gangs der Geschichte; nach dem
Kapitalismus, der 'vergeht' 'kommt' der Sozialismus." - für kon-
terrevolutionären Krampf. Sie bemerken also auch an der Kampagne
"Kommunismus tot!" die Qualität einer gigantischen Retourkutsche
gegen eine nicht minder gigantische Dummheit. Eine Dummheit, die
den Kommunismus nur gutheißt, wenn er sich unabhängig von eigenem
Zutun ergibt - eine aufgeblasene Doktrin des Opportunismus also.
Leider ist die Kampagne nicht nur das. Denn die Widerlegung des
einen Opportunismus, die da stattfindet, ist schließlich das Be-
kenntnis und die Aufforderung zum anderen, "realistischen"!
Im Gegensatz zum Kommunismus scheitert der Kapitalismus nämlich
nicht - er blüht und gedeiht, daß die Schwarte kracht. Saustabil
ist er, bewährt sich Tag für Tag; ja er zieht sogar die Bewunde-
rung seiner ehemaligen Feinde auf sich. E r g e h t! - Und dies
s e i n F u n k t i o n i e r e n ist - nachdem dies einmal das
Kriterium aller anständigen Menschen ist, vom Soziologen über den
Kanzler, den ZK-Sekretär der KPdSU bis zum vagabundierenden Zoni
- die gültige Widerlegung jedes Zweifels an ihm und seiner einsa-
men Klasse. Weil er geht, braucht es auch seine Beseitigung nicht
- an ihn hat man sich zu halten.
Die Notwendigkeit des Kommunismus
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ergibt sich nicht daraus, daß der Kapitalismus schlecht oder gar
nicht funktioniert. Eher schon daraus, was los ist, weil und so-
lange er funktioniert. Es sind die Notwendigkeiten dieses Sy-
stems, die Kommunisten abschaffen wollen, nicht seine
"Schattenseiten" oder "Versäumnisse". Auf die beliebte Frage, wie
sie dann die allseits bekannten " Probleme" lösen wollen, welche
Regierende wie Regierte immer so merkwürdig gleichartig heimsu-
chen, antworten sie: "Gar nicht. Es geht darum, diese, 'Probleme'
erst gar nicht zu schaffen; dann braucht auch niemand betrübt
daran zu verzweifeln, daß ihre 'Bewältigung' so schwer, wenn
nicht unmöglich ist."
Insofern lehnen Kommunisten auch die süße Rechtfertigung ihrer
historischen Mission ab, die so geht: Im Kapitalismus kommen so
viele schöne Sachen auf, die aber in ihm nicht so recht hinhauen
- beliebte Posten sind da Freiheit und Gleichheit, Humanismus,
wahre freie Liebe, Emanzipation der Arbeiter, Frauen, Gleichge-
schlechtlichen usw. - und "erst im Sozialismus" gehen. Sie halten
solche geschichtsphilosophischen Einfälle nur für eine ideali-
stisch-dumme Fassung der auf Entwaffnung berechneten Frage: "Und
wie wollt ihr das Problem der Sozialkassen, des Scheidungsrechts,
der Umwelt, der Sollstärke der Bundeswehr und des wirtschaftli-
chen Wachstums lösen?" Das fehlte noch, daß der Kommunismus die
Fortsetzung des Kapitalismus mit anderen Mitteln zu sein hätte,
um sich dann mangels solcher Mittel an der Erblast des Kapitalis-
mus zu blamieren! Vor denen, die als Politiker, Philosophen,
Pfaffen und Banker ein Sorgerecht anmelden und die "Menschen "
darauf v e r p f l i c h t e n, sich im Sinne des "Machbaren"
zur Verfügung zu halten...
Die Notwendigkeit des Kommunismus kommt ein bißchen anders zu-
stande. Sie entspringt einerseits der Besichtigung derselben Miß-
stände, die im gewöhnlichen bürgerlichen Leben einen umfassenden
Katalog von Klagen hervorbringen, der täglich größer wird. Ande-
rerseits weigern sich Kommunisten aber, jeden Fall eines verletz-
ten Interesses sei es an Geld, Gesundheit oder Frieden zum
"Problem" zu erklären, für dessen dann meist unmögliche Bewälti-
gung genau diejenigen zuständig sein sollen, deren Interessen die
gesellschaftlich gültigen sind. Gedacht ist an jene lieben Mit-
menschen, die über Geld und politische Gewalt verfügen. Wenn die
zahlreichen Ärgernisse, Unarten und Opfer des bürgerlichen Lebens
eine Notwendigkeit des "Systems" sind, dann ist dessen Beseiti-
gung angesagt - in diesem Schluß liegt die ganze Notwendigkeit
des Kommunismus.
1. Die Kampagne "Kommunismus tot!", welche die gesamte Öffent-
lichkeit in beiden deutschen Staaten beherrscht, ist zwar "nur"
eine Angelegenheit des nationalen Bewußtseins. Wenn sich aber
eine ganze Nation, die auswärts prinzipiell das "System" für al-
les verantwortlich macht und seine Beseitigung fordert, daheim
auf den Beschluß einigt, daß der Kapitalismus in Ordnung geht,
weil er funktioniert, hört sich der Spaß auf. Wenn d i e s e
Eigenart des Kapitalismus seinen Vorzug ausmachen soll, dann ist
die Prüfung, w i e er funktioniert und was er leistet,
w o r i n sein Erfolg besteht, weder erwünscht noch zulässig.
Das primitive Selbstlob, das sich maßgebliche wie unmaßgebliche
Figuren unseres Systems genehmigen, ist der Musterfall einer
t o t a l i t ä r e n I d e o l o g i e. Denn es wird ja nicht
mit wahren oder falschen Urteilen über den Kapitalismus, seinen
Nutzen und Nachteil, über bediente und zu kurz gekommene Interes-
sen gerechtet. Der Befund, daß "unser" Laden in Ordnung geht,
will ja ausdrücklich ohne die Frage nach seiner T a u g-
l i c h k e i t für irgendwen feststehen. Weil die Tauglichkeit
mit seinem Bestand zusammenfällt, ist K r i t i k - Pluralismus
hin, freie Meinung her - endgültig ein unzeitgemäßes Unrecht. Sie
wird nicht zurückgewiesen, sondern mit "Erfolg" für systemfremd
erklärt.
2. Von e i n e m Erfolg des Systems darf man dieser Tage den-
noch reden. Vom R e i c h t u m, der in ihm vorhanden ist und
in manchen Gemütern mit der Vorstellung einer Banane zusammen-
fällt. Warum das Vorhandensein von Reichtum, vor allem seine
Größe ein Verdienst des Systems sein soll, ist indes nicht einzu-
sehen. Was sich da in Betriebsbilanzen, Banken, Staatshaushalten
ansammelt, ist schließlich nicht Gegenstand des Bedürfnisses,
sondern Anspruch auf D i e n s t - auf denselben Dienst, aus dem
er herstammt, der Mammon. Wenn er auf n ü t z l i c h e r
A r m u t beruht, der kapitalistische Reichtum, dann gehört er
nicht gelobt, sondern bekämpft.
3. Die n ü t z l i c h e A r m u t kommt als L o h n-
a r b e i t daher. Sie ist in sämtlichen Belangen dem Bedarf und
den Konjunkturen des Geschäfts untergeordnet. Wann, wieviel und
ob überhaupt gearbeitet wird, ist eine Frage der Kalkulation -
womit nicht die des Arbeiters gemeint ist. Wieviel und ob
überhaupt was verdient wird, ebenfalls. Die Freiheit, sich Lohn,
Freizeit und Gesundheit einzuteilen, fällt entsprechend großartig
aus. Trost spendet der Reichtum, der sich anderswo anhäuft, die
Gewißheit, daß es anderen noch schlechter geht - und die Worte
maßgeblicher Herren, die meinen, die Bedienung ihrer Interessen
wäre nun mal ein "Sachzwang".
4. In der Einrichtung der Abteilung "Soziales" wird im Kapitalis-
mus höchstoffiziell die nützliche und unnütze Armut verwaltet,
mit der als Dauerangelegenheit gerechnet wird. Das nötige Geld
stammt aus vielen Lohnanteilen, eingetrieben wird es zwangsweise
und ausgegeben sparsam. Der reichlich vorhandene Reichtum ist für
etwas anderes vorgesehen, nämlich für seine Vermehrung.
5. Die systemgemäße Unterordnung unter das Geld, das Arbeit
kauft, bringt zwar nicht den Genuß des produzierten Reichtums mit
sich; der Anteil an diesem beschränkt sich auf den Erhalt der
Tauglichkeit für die Dienste, die gefragt sind. Dafür sind andere
Genüsse fällig. Der Erfolg, auf den es im einzig wahren System
ankommt, bedarf der staatlichen Aufsicht. Mit dem Gewaltmonopol
des Staates wird das Funktionieren des Systems streng rechtlich
geregelt, so daß jeder in seinem Stand das tut, was ihm erlaubt
ist, aber auch das läßt, was verboten wird. Wer von welcher poli-
tischen Partei die "Sachzwänge" des Wachstums und des Sozialen,
des Geldes und der Armut in zeitgemäße Gesetze gießt, darf der
S t a a t s b ü r g e r in Wahlen ankreuzen. Der Nutzen ist un-
ermeßlich: Die Staatsmaßnahmen sind unanfechtbar, weil auf demo-
kratischem Wege zustandegekommen. Die korrekte Ermächtigung
rechtfertigt jede Menge "unpopulärer" Entscheidungen. Über die
darf diskutiert werden.
6. Der Staat hängt mit seinen Finanzen und seiner Macht vom Er-
folg des Kapitals ab. Die arbeitende Menschheit auch. Der Erfolg
des Kapitals hängt davon ab, wieviel es beim Kaufen und Verkaufen
sowie beim Investieren außerhalb der eigenen Nation erreicht.
Deswegen ist jeder Lohnabhängige auch darauf angewiesen, daß
seine Nation auch internationales Gewicht gewinnt. So steht er
finanziell wie wehrdienstmäßig auch gerade dafür, daß die Währung
und die Truppe der Nation schlagkräftig werden und bleiben. Die
Konkurrenz der Nationen und ihre Konjunkturen sind also auch noch
seine Sache.
7. Insbesondere im Fall Ostblock. Dort haben sich ein paar Wahn-
sinnige den Versuch erlaubt, eine Verbesserung des kapitalisti-
schen Systems vorzunehmen und anders, viel sozialer, staatseige-
nes Geld produzieren zu lassen. Das stört die eigene Nation wie
das Kapital bei seinem auswärtigen Engagement. Damit der erfolgs-
gewohnte Kapitalismus nicht ewig darunter leidet, ist der Bürger
an der Aufweichung des Ostens auch noch beteiligt und hält sich
für die lebensgefährliche Phase des endgültigen Begräbnisses des
toten Kommunismus bereit. Über die Bereitstellung der nötigen
Waffen und Kosten informiert ihn seine Regierung.
8. Nicht nur erlaubt, sondern geboten ist die Bildung einer Mei-
nung über all diese Notwendigkeiten. Wissenschaft und Religion
werden gepflegt und gerecht zur Bildung der Elite wie der Massen
dosiert unter die Leute gebracht. Für die unangenehmen Seiten des
funktionierenden Systems gilt die Meinung sehr viel, daß da jede
Menge "Probleme" vorliegen, die aber in besten Händen sind. Die
angenehmen Seiten liegen darin, daß alles notwendig ist und sei-
nen Sinn hat. Der Bedarf des Kapitals nach Wachstum, der der Na-
tion an Macht kann sich zu Herzen genommen werden, Feindbild Iwan
eingeschlossen. Man weiß ja schließlich, auf wessen Erfolg man
angewiesen ist. Und die Kinder sollen es ja einmal besser haben.
9. Auch wenn gerade die Jugend derzeit am "Umweltproblem" ver-
zweifelt und sich da ein "Umweltbewußtsein" zulegt. Die von den
Notwendigkeiten des Geschäfts verzehrte Natur büßt ihre Qualitä-
ten als Lebensmittel zusehends ein, so daß man, statt die gelten-
den Grundrechnungsarten des funktionierenden Systems zu begrei-
fen, ein Herz für Baum und seltene Tierarten kriegt. Soweit das
Herz nicht für die eindeutig positiven Seiten der Nation drauf-
geht. Unser Boris.
10. Das ist es, das lebendige System, das den toten Kommunismus
aussticht. Die Gnade, an ihm mitwirken zu dürfen, ist ein Wert an
sich. Er heißt F r e i h e i t, duldet keinen Widerspruch und
fordert ganz viel Engagement. Daß es sich bei alledem um lauter
Notwendigkeiten handelt, sagen die Macher und Befürworter des Sy-
stems selbst. Daß es "nur" die Notwendigkeiten des Kapitals und
seiner Staatsgewalt sind, wissen die Kommunisten. Und wenn die
arbeitende Menschheit mit ihren Diensten dem ganzen Laden seine
Grundlage entzieht, ist Schluß damit. Dann wird nämlich geplant
und keinen "Sachzwängen " mehr gehorcht, die andere einrichten.
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