Quelle: Archiv MG - WESTEN NATO NACHRUESTUNG - Raketen im Namen des Volkes

       zurück

       

LEBENSQUALITÄT PERSHING

Der Bonner Staatsrechtler TOMUSCHAT hat herausgefunden, "daß die Nachrüstung gar keine gravierende Veränderung der Le- bensverhältnisse darstellt, da Atomwaffen in der Bundesrepublik schon jetzt vorhanden sind." (im Generalanzeiger 19.8.83) Daß die BRD bereits vor dem NATO-Beschluß ein riesiges Waffenla- ger war, s t i m m t - allerdings nur, weil deutsche P o l i t i k e r schon immer derart gewissenhaft ihre Aufgabe als Frontstaat gegen den Osten erledigt haben, daß sie ihrem Volk immer die schönsten Panzer, die besten Raketen und die strammsten Rekruten beschert haben. TOMUSCHAT nennt dies liebevoll "unsere Lebensverhältnisse" und befindet: w e i l die so sind, gibt es auch k e i n e n G r u n d, sich über neue Hämmer aufzuregen! Der Logik nach ein lupenreines Argument für die n ä c h s t e Waffengeneration: da Pershings "schon jetzt vorhanden sind", ist gegen die neuen XYZ-Bomber nichts einzuwenden, undsoweiterundso- fort. Dem Inhalt nach endlich mal eine eindeutige Klarstellung, wie man sie sonst nur aus ganz anderen Kreisen vermutet: Da der selbstverliehene westliche Friedensauftrag gewissermaßen unaus- weichlich Wehrpflicht Unterordnung unter staatlichen Schießbefehl an stets modernstem Kriegsgerät und ähnlich nette Lebensqualitä- ten nach sich zieht, dann kann man sich solcherlei "Sachzwänge" also auch nur e r s p a r e n, wenn der G r u n d weg ist, aus dem laufend neue alte "Lebensverhältnisse" f o l g e n. O h n e Bundeswehr keine Raketen! Das wollen Sie doch sagen, Herr TOMUSCHAT, oder haben Sie nur unfreiwillig unsere Reihe "Gründe für die Revolution" bereichert? Die "5. Kolonne", sozusa- gen? zurück