Quelle: Archiv MG - WESTEN NATO RUESTUNG - Rüsten für die Vorneverteidigung


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       Marxistische Schulzeitung Bremen, 26.11.1981
       
       Ein paar Tips:
       

WIE MAN PARTEIGÄNGER DER WESTLICHEN KRIEGSVORBEREITUNG WIDERLEGT

Während unserer Kampagne für eine Demonstration gegen den BRD-Im- perialismus und die NATO-Weltherrschaft anläßlich des Breshnew- Besuchs sind wir in Bürgerhäusern, Schulen und Kirchen ständig auf Politiker gestoßen, die mit den in Bonn beschlossenen Maßnah- men gegen den Ostblock parteipolitische Propaganda treiben. Was denn auch sonst - dafür werden sie schließlich bezahlt im Unter- schied zu marxistischen Flugblattverteilern. Ob nun ein CDU-Röper und SPD-Kröning im Schulzentrum Huchting, oder ein CDU-Metz und SPD-Walthemathe in Unser-Lieben-Frauen-Kirche, jeder war darauf bedacht, den von ihm geschürten staatsbürgerlichen Willen, der sogenannten "Kriegsgefahr" zu wehren, für seine Partei ausschla- gen zu lassen. Ihre Argumente sprechen für sich - in diesem Ge- stus jedenfalls treten die kleinen Mitherrscher vor Ort auf, weil sie sich in einem Punkt (meistens leider) sicher rein können, daß sich der kleine Zuhörer exakt aufführt als das, wozu er von der Politik gemacht wird - als Material der Nation. ABRÜSTUNG --------- ist die hehre Absicht, die westliche Politiker jeden Kalibers, also auch diese Lokalgrößen, ständig proklamieren. Die westliche Politik meint es mit diesem Anliegen in der Tat so bitter ernst, daß sie ihre Militärtechniker und -strategen Waffen und Kriegs- szenarien hat entwickeln lassen, mit denen auf einen (Erst) Schlag kräftig abgerüstet werden kann - im Osten. Und diesen Ent- waffnungsschlag bieten sie nun dem Osten auch als Verhandlungslö- sung an. übrigens auch den Friedensbewegten, die Abrüstung in Ost und West verlangen und dafür gegen Breshnew demonstrieren, um nicht einseitig zu sein. Wenn die Russen selber tun, was das kriegsstrategische Ziel der Pershing II und Cruise missiles ist, nämlich die "Verschrottung" der Sowjetwaffen, braucht der Westen für diese NULLLÖSUNG ---------- seine neuen Waffen nicht (einzusetzen). (Dem Junge-Union-Chef Wissmann m u ß man glauben, wenn er auf seiner Hetz-Demo in Bonn sagt, der Westen sei als erster bereit, seine neuen Waffen wegzuwerfen, wenn die russischen verschwinden. Es ist ja keine Frage, wohin die Dinger weggeworfen werden.) VORRÜSTUNG ---------- heißt sie sowjetische Bewaffnung deshalb, weil jeder Fortschritt der Waffenentwicklung, den der Westen seit dem II. Weltkrieg zu- standegebracht hat NACHRÜSTUNG ----------- ist. Die Russen haben es nämlich bisher geschafft, immer nach ei- niger Zeit bei dem mitzuziehen, was der Westen rund um sie herum an kriegsstrategischen Vorteilen installiert hat. Man muß den westlichen Politikern abnehmen, daß sie gegen dieses WETTRÜSTEN, diese ---------- RÜSTUNGSSPIRALE --------------- sind. Mitunter nennen sie das ganz radikal RÜSTUNGSWAHNSINN ---------------- und wollen damit nicht ihre Einweisung in eine geschlossene An- stalt beantragt, sondern zu Protokoll gegeben haben, daß ihnen dieses Hin und Her irgendwie lästig ist. Diesen "Wahnsinn" zu beenden, ist in der Tat beschlossenes Programm. So und so, totrü- sten und totverhandeln. Wenn diese westlichen Politiker die RÜSTUNGSAUSGABEN PRO -------------------- Minute, Kopf oder Sozialprodukt ihrem deutschen Publikum verrech- nen, dann wollen sie sich nie dafür anklagen, welch ungeheuren Reichtum sie von dem von ihnen beherrschten Volk als Kapital schaffen und ihm als Steuern abpressen (lassen), auf daß die BRD ihren NATO-Beitrag dazu liefert, den zum Feind erklärten Osten in die Knie zu zwingen. Da rühmt sich ein SPD-Linker wie Walthemathe sogar, als Parlamentarier noch keinem Verteidigungsetat zuge- stimmt zu haben und hebt beim "Sparprogramm" fleißig die Hand. Je nach Coleur steuern diese Parteipolitiker noch stets dasselbe A r g u m e n t a t i o n s z i e l an: Schaut her, Bürger, was euch der (von uns erklärte; das sagen sie nicht!) West-Ost-Gegen- satz kostet. Wenn dann bei den Rechnungen pro Kopf oder Sozial- produkt bei den Russen regelmäßig eine diese Politiker darauf, daß den in ihrem Ausbildungswesen herangezogenen nie der nahelie- gende Schluß einfällt, daß den Westen die Aufrüstung deshalb im Vergleich zum Osten r e l a t i v billig kommt, weil hierzu- lande insgesamt mehr Reichtum aus den fleißigen, sparsamen und braven Bürgern herausgeholt wird, der für die Nation, nicht für sie zur Verfügung steht. Dabei könnte jeder der angesprochenen Bürger den sich häufenden Zeitungsmeldungen über östliche Plandebakel entnehmen, daß genau so die westliche Kalkulation des TODRÜSTENS ---------- funktioniert. Solange, wie der Westen gesichert sieht, daß der Osten das mit sich machen läßt. Für die Erprobung dieser Erpreß- barkeit des Ostens veranstaltet er schließlich ABRÜSTUNGSVERHANDLUNGEN, ------------------------ denen jedermanns Hoffnungen zu gelten haben, obwohl sie besten- falls Befürchtungen verdienen. P.S. AUFRÜSTUNG ---------- ist ein Stichwort, das westliche Politiker möglichst vermeiden; für die Kriegsvorbereitungen des Westens ebenso wie für die öst- liche Rüstung. Für die westliche deswegen, weil "Aufrüstung" er- stens nach eigener Absicht und zweitens danach klingt, man müsse sich e r s t n o c h gegen einen Gegner wappnen, wo doch der Westen e n d g ü l t i g auf den Störenfried SU reagieren will. Für die östliche Rüstung schickt sich die Vorsilbe "Auf-" auch nicht, weil westlichen Politikern der Titel "Aufrüstung" für die drüben viel zu harmlos ist für das, was der Westen mit denen vor- hat. Wenn, dann heißt östliche Rüstung Vorrüstung und hat von je- dem Bürger so verstanden zu werden, daß er ganz persönlich einen Grund hat, für Überlegenheit und ihre Folgen zu sein. zurück