Quelle: Archiv MG - WESTEN OEKONOMIE GRUNDEIGENTUM - Vom sozialen Wohnungsbau

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STEIGENDE MIETEN - STAATLICH GESCHÜTZT

Manchem erbosten Mieter fällt angesichts der Mietpreise ein, daß hier doch der Staat gefälligst eingreifen müsse. Fürs billige Wohnen ist der aber garantiert die falsche Adresse. Die Erpres- sungen des Grundeigentümers, der Leute nur gegen gute Bezahlung wohnen läßt, sind ohne den Staat gar nicht denkbar. Der garan- tiert den Schutz des Privateigentums und damit den Grundeigentü- mern, daß ihre Interessen rechtens sind. So sichert er die ge- schäftstüchtige Nutzung von Grund und Boden - und die Auswirkun- gen dieses Geschäfts auf die Mieter sind ihm bestens bekannt. Deswegen kümmert er sich sogar um die Miethöhen - "zum Schutz der Mieter". Z. B. möchte jetzt Bauministerin Hasselfeld "nur" 15% Mietsteigerung innerhalb von je drei Jahren erlauben. Sicher, wenn man davon ausgeht, daß Wohnungseigentümer aus der Existenz- not der Leute noch höhere Mieten herausquetschen könnten, wenn man dann noch übersieht, daß der Staat ihnen bisher 30% Erhöhung innerhalb von drei Jahren zubilligt, dann kann man glatt die staatliche Erlaubnis für Wohnungseigentümer, während dreier Jahre die Mieten um 15% steigern zu dürfen, als Dienstleistung für die Mieter betrachten. Für den politischen Gesetzgeber ist jedenfalls klar: ohne hohe Rendite kann es kein Wohnungsangebot geben. Da ist es kein Wunder, daß nicht wenige Politiker dafür plädie- ren, die Preise lieber gleich "dem freien Markt" zu überlassen, um die "Wohnungsfrage" bestmöglich zu lösen. Dann steigern die Vermieter mit den Mieten ihren Gewinn, die Baukonzerne bauen fleißig, und die Erhöhung des Wohnungsangebotes sorgt dann ir- gendwann schon ganz von selber dafür, daß die Mietpreise fallen. Wunderbar. Bloß, günstiges Wohnen kommt so oder so einfach nie raus. Wenn gebaut wird, um gute Geschäfte zu machen, gibt es eben viele teure Wohnungen. Erst mal gibt es auf dem Wohnungsmarkt nämlich eine Sicherheit: Die Nachfrager können kaum "nein danke" sagen, weil sie einfach irgendwo wohnen müssen. Drum passen die sich auch den dauernd steigenden Mietforderungen extrem gut an, solange es der Lohn nur irgendwie erlaubt. Auf die Idee, 15-30prozentige Lohnzuschläge fürs Wohnen zu ver- langen, kommen sie nämlich nicht, und das ist auf jeden Fall ein Fehler. zurück