Quelle: Archiv MG - WISSENSCHAFT PSYCHOLOGIE - Vom Wahn und Sinn
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Ratio ratisbonensis
Prof. Vukovich proudly presents:
DR. VUKO AND MR. VICH
Wenn Psychologie-Professor VUKOVICH vor seine Hörer tritt, können
die - wendet man dessen Theorie auf den Erfinder selbst an - nie
genau wissen, welche der "Teilpersonen" VUKOVICHs gerade aus der
professoralen Personalunion zu ihnen spricht. Denn:
"Man muß davon ausgehen, daß es unterschiedliche Teilpersonen im
Innern (des Menschen/RHZ) gibt."
Darüber, ob nun der VUKO oder der VICH es war, der zu dieser
profunden Erkenntnis allwaltender menschlicher Zwie- bis X-Fal-
tigkeit gelangt ist, liegen bedauerlicherweise keine gesicherten
Erkenntnisse aus dem Munde des gespaltenen Professorenwesens vor.
Wohl aber folgendes "Beispiel" für "den Menschen" als Hauptver-
sammlung divergierender "Teilpersonen":
"Ein KZ-Wärter beispielsveise ist einerseits liebender Familien-
vater, andererseits eben KZ-Wärter. Da muß man doch in einer er-
sten Annäherung (?!) davon ausgehen, daß es sich um unterschied-
liche Teilpersonen handelt."
Bloß, diese Frage an die Herren VUKO und VICH gleichermaßen ge-
richtet: Was soll denn überhaupt das Widersprüchliche an einem
braven (deutschen) Staatsbürger sein, der an von Staats wegen zu
staatsfeindlichem, ergo artfremden Unwesen verurteiltem Men-
schenmateriai genau dasselbe Urteil vollstreckt wie an der eige-
nen Brut, die sich dank staatlicher Tauglichkeits-TÜV-Plakette
die ganze Liebe ihres nationalbewußten Zuchtbullen verdient?!
Vom I n h a l t des an KZ-Häftlingen wie eigenem Nachwuchs
praktizierten Rassismus muß VUKOVICH entschlossen abstrahieren,
um zu seiner Konstruktion einander widersprechender "Teilper-
sonen" in - ach! - einer Brust zu gelangen. Einerseits. Anderer-
seits muß er Judenhaß und Kinderliebe mit einem n e u e n, ganz
und gar abstrakt-psychologischen Inhalt versehen, um den
behaupteten Zwiespalt in der KZ-Wärter-Seele plausibel zu machen.
Die respektiven Betätigungen treuer faschistischer Staatsbürger
wollen allererst ü b e r s e t z t sein in Betätigungsweisen
zweier ganz grundloser prinzipieller H a l t u n g e n - hie
Menschen h a ß, dort Menschen l i e b e o.ä. -, um die Produkte
psychologischer Übersetzungskunst sodann für ganz und gar
unvereinbar zu befinden. So gesehen, könnte der Homunculus aus
VUKOVICHs Gedankenwerkstatt freilich genausogut die Rollen seines
Teilpersonenarsenals vertauschen und die eigenen Kinder vergasen
(Teilperson I: Menschenhasser), sich um die KZ-Insassen hingegen
rührend bekümmern (Teilperson II: Menschenfreund)...! So absurd
will VUKOVICH sein "Beispiel" natürlich nicht verstanden wissen,
soll es als "Beispiel" mitten aus dem prallen Menschenleben doch
gerade p l a u s i b e l machen, daß "der Mensch" von Haus aus
im Pluralis unterwegs ist!...
Einen Appell an den Verstand einer "Teilperson" VUKOVICHs gegen
den Unsinn, den sein alter ego verzapft, ersparen wir uns. Nach
reiflicher Überlegung sind wir uns nämlich sicher, daß sämtliche
"Teilpersonen" des Professors wie ein Mann hinter dem Mann ste-
hen, der als VUKOVICH jeden Donnerstag ans Katheder tritt...
What a feeling...
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Denken schadet offenbar nur beim Begreifen der Psychologie.
K r i t i k an den vom ihm präsentierten psychologischen Metho-
den jedenfalls mag Prof. VUKOVICH gar nicht leiden, weswegen er
kritische Einwände entweder ignoriert oder gleich verbietet.
Selbstverständlich nur im Interesse der S a c h e, der Psycho-
logie eben, zu der angehende Psychologen den Weg offenbar unmög-
lich über den Kopf finden können. Da, so der Professor, ist viel-
mehr der Bauch gefragt - in dem hat man es entweder, das Feeling
für die Psychologie oder nicht:
"Die Psychologie (hier: die Gesprächstherapie) dürfen Sie sich
nicht erklären wollen, die müssen Sie gefühlsmäßig erfassen. Sie
müssen den Zugang über's Gefühl suchen, sonst kommen Sie da nicht
rein."
Fragt sich bloß, warum man partout in eine Wissenschaft
'reinkommen' wollen, einen 'Zugang zu ihr suchen' soll, die sich
explizit als Gebäude von Glaubenssätzen einführt, denen man mit
seinem "Gefühl" entweder anhängt oder nicht!
What a feeling... (2)
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Einen anderen Körperteil als den von Prof. VUKOVICH vorgeschlage-
nen Bauch befaßt dessen Kollege LUKESCH, ebenfalls Psychologe,
eigener Auskunft zufolge mit kritischen Einwänden gegen seine
"Einführung in die Psychologie". Ein Diskussionsverbot in seiner
Vorlesung wußte LUKESCH unlängst folgendermaßen argumentativ zu
untermauern:
"Ich weiß doch, was Sie sagen wollen (deswegen lasse ich es Sie
nicht sagen!), das steht ja in Ihrer Zeitung (gemeint - ist die
RHZ/RHZ) Die benütze ich übrigens immer für ein hinterlistiges
(?!) Geschäft am Morgen."
Ja, wo die List des Profs im Hintern sitzt, da kann man wohl
nichts machen...
N.B.: H i r n rissig werden wir LUKESCHs Argumente also fürder-
hin nicht mehr finden - inzwischen hat uns der Professor ja eines
Besseren belehrt...
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