Quelle: Kurze Argumente gegen den Zeitgeist
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DER HITLERFASCHISMUS UND SEINE RASSENLEHRE
Hitlers Auffassungen zum Judentum gelten heute allgemein als er-
schreckend und abstoßend: Daß er dieser "Rasse" zugeschrieben
hat, dem Tier näher zu stehen als dem Gattungswesen Mensch; daß
er den Juden andererseits nicht die "Harmlosigkeit" eines Tieres
zusprechen wollte, sondern in ihnen einen dem Volkskörper
f e i n d l i c h e n, weil parasitären W i l l e n entdeckt
hat, wertet heutzutage beinahe jeder als Hinweis auf ein verab-
scheuungswürdiges Vorhaben gegenüber dem jüdischen Volk. Dasselbe
Erschrecken ist allerdings gegenüber den Anschauungen Hitlers
über die Herrenrasse des Ariers nicht üblich. Hier wird besten-
falls Überheblichkeit, ungerechtfertigte Bevorzugung dieser Sorte
Mensch moniert, also beklagt, daß Hitler alle offenbar als vor-
züglich geltenden Merkmale den Blonden und Blauäugigen
r e s e r v i e r t haben wollte.
Dabei ist Hitlers Hohes Lied auf den Arier die Konstruktion einer
totalen Dienernatur, die von den anspruchsvollen Pflichten kün-
det, die Hitler für den "Herrenmenschen" vorgesehen hatte:
"Der Arier ist nicht in seinen geistigen Eigenschaften an sich am
größten, sondern in dem Ausmaß der Bereitwilligkeit, alle Fähig-
keiten in den Dienst der Gemeinschaft zu stellen. Der Selbster-
haltungstrieb hat bei ihm die edelste Form erreicht, indem er das
eigene Ich dem Leben der Gesamtheit willig unterordnet und, wenn
die Stunde es erfordert, auch zum Opfer bringt... In der Hingabe
des eigenen Lebens für die Existenz der Gemeinschaft liegt die
Krönung allen Opfersinns." (Mein Kampf, S. 326 f)
Daß Selbstaufgabe des "Artgenossen" die "höchste Form" der
Selbsterhaltung der Art sei, erschien Hitler keineswegs als Wi-
derspruch. Zwar kommt hier jeder Artgenosse zweimal vor, einmal
als der erhaltenswerte Repräsentant der Art, das andere mal als
das Opfer, das der Art gebracht wird, aber Hitlers Dialektik von
Art und Artgenosse war ja nie anders gedacht, denn als B i l d
für das dem Staat dienstbare Volk hie und einen Staat, der die
Dienste einfordert, da. Allerdings hat es das Bild in sich: Das
vom Nationalisten Hitler beanspruchte Recht Deutschlands auf
W e l t h e r r s c h a f t, welches er durch die Niederlage im
1. Weltkrieg und die anschließende Außenpolitik in den Schmutz
gezogen sah, erscheint hier als P f l i c h t der Nation gegen-
über der Natur der Rasse, die sie regiert. Danach hat die Natur
den deutschen Staat zu dem beauftragt, was Hitler kriegerisch in
Angriff nehmen wollte: Die arische Art hat sich zum Herren der
Welt emporgeschwungen, so daß die geplante militärische Durchset-
zung gegen alle konkurrierenden Gewalten schon allein zur Beendi-
gung eines widernatürlichen Zustandes erforderlich ist. Das für
den Dienst an diesem nationalen Programm vorgesehene Volk wird
dank dieser Rassenlehre nicht etwa dem staatlichen Interesse
geopfert; vielmehr ist des Deutschen Interesse dank der Eigenar-
ten "der Art" gar kein anderes, als sich im Opfer zu erfüllen. So
ist im Namen einer g e m e i n s c h a f t l i c h e n
P f l i c h t gegenüber der arischen Rasse für Staat und Volk
ein recht gegensätzlicher Auftrag der Natur ergangen: Während der
Staat dem "Überlebensinteresse der Art" durch weltweite
D u r c h s e t z u n g seiner Interessen gerecht werden sollte,
stand für die Untertanen dieses Staates im Namen desselben
"Überlebenswillens der Rasse" die totale A u f g a b e jedes
Eigeninteresses an. Und genau so unwiderlegbar wie das
"natürliche" Recht der Nation auf Weltherrschaft dachte Hitler
das Recht der Nation auf die dafür nötige Dienstbereitschaft des
Volkes: Den Dienstcharakter der Bürger hielt Hitler eben für
"genetisch bedingt".
Kampfgeist, Durchhaltevermögen, Idealismus, Härte gegen sich
selbst verlangte Hitler von der deutschen Jugend als ebenso na-
türliche Mitgift, wie er sich diese nur blond und blauäugig vor-
stellen konnte. So von der Natur dazu bestimmt, den
"Überlebenskampf der Arten" für Deutschland zu entscheiden,
stellte Hitler sich allerdings die heiße Frage, warum denn dieses
Volk im 1. Weltkrieg so schmählich "versagt" hatte und überhaupt
manchem Gewerbe nachging, das der Kampfkraft der Nation nicht
eben zuträglich war. Dieser Widerspruch - eine von der Natur her
zur Weltherrschaft berechtigte Rasse spielt dennoch eine höchst
untergeordnete Rolle in der Welt - führte Hitler auf die Suche
nach destruktiven Elementen, nach Parasiten im Volkskörper: Da er
der geliebten Nation die Schmach nicht nachsagen konnte, ein Volk
zu regieren, das zum Sieg nicht fähig ist, "entschloß" er sich,
die Ursache dieser "nationalen Schmach" im zerstörerischen Werk
von "volksfremden Elementen zu sehen". Die Existenz solcher Ele-
mente war damit beschlossene Sache. Es galt nur noch, sie ausfin-
dig zu machen. Auf die neben den Kommunisten zum Hauptfeind er-
klärten J u d e n ist Hitler streng nach seiner bisher vorge-
stellten Logik verfallen: Wenn ein Herrenmensch sich dadurch aus-
zeichnet, daß er seinen Staat zu weltweiter Herrschaft befähigt,
dann gelten als Untermensehen diejenigen, die es als V o l k
noch nicht einmal zur I n s t a l l i e r u n g einer solchen
S t a a t s g e w a l t gebracht haben. Ein "Volk ohne Staat" -
diesen nach dem 2. Weltkrieg mit einigen Schlächtereien eingelö-
sten zionistisehen Anspruch auf ein Staatswesen Israel - hat Hit-
ler in der Geschichte des Zionismus entdeckt und es genau konträr
zur intendierten Botschaft ihrer Verfasser gedeutet: Hier lebt
ein Volk im Volke, das es nicht zu einem eigenen Staat gebracht
hat, folglich mit einer durch und durch verdorbenen Natur ausge-
stattet sein muß, die jeden Ansatz zum Aufbau eines eigenen
Staatswesens wieder zerstört. In Hitlers Worten:
"Den gewaltigsten Gegensatz zum Arier bildet der Jude. ... Der
Aufopferungswille im jüdischen Volke geht über den nackten
Selbsterhaltungstrieb des einzelnen nicht hinaus... (Den Juden)
leitet nichts als nackter Egoismus des einzelnen. Daher ist auch
der jüdische Staat... vollständig territorial unbegrenzt. Denn
eine bestimmte räumliche Fassung eines Staatsgebildes setzt immer
eine idealistische Gesinnung der Staatsrasse voraus, besonders
aber eine richtige Auffassung des Begriffes Arbeit. In dem Maße,
indem es an dieser Einstellung mangelt, versagt auch jeder Ver-
such zur Bildung, ja sogar zur Erhaltung eines räumlich begrenz-
ten Staates. ...
(Der Jude) ist immer nur Parasit im Körper anderer Völker... Wo
er auftritt, stirbt das Wirtsvolk nach kürzerer Zeit oder länge-
rer Zeit ab." (Mein Kampf, S. 329-334)
(Übrigens: Wenn heutzutage Demokraten die Juden vor solchen
"Verunglimpfungen" in Schutz nehmen wollen, dann spricht das oft
wenig für sie. In solch einer Verteidigungsrede, die nach dem
Motto verläuft, die Juden seien gar nicht so, werden alle Maß-
stäbe der Verurteilung geteilt, die auch ein Hitler angelegt hat.
Geteilt wird, daß es einen Menschen adele, wenn ihm seine Inter-
essen nichts gelten; geteilt wird ebenfalls die freimütig bei
Hitler ausgeplauderte Doktrin, daß sich Ansprüche auf Wohlstand
beim Volk und Staatsinteressen ausschließen, ohne daß dies als
Votum gegen die Staatsinteressen aufgefaßt wird.) Hitler hat we-
gen genau dieser Auffassung Millionen Juden umgebracht. Er
glaubte in dieser Rasse jene Elemente ausgemacht zu haben, die
"verdienen, statt dienen" (Kohl) wollen und dadurch das
"Wirtsvolk" an seinem nationalen Recht hindern. Und ebenso konse-
quent wie er die Natur des Ariers für sein Staatsprogramm in An-
spruch genommen hat, hat er aus dem "Volk ohne Staat"-Trauma der
Juden den staatszersetzenden Egoismus als deren Natur enttarnt
und sich bei der Suche nach empirischen Belegen für diesen Ras-
sismus ganz und gar nicht kleinlich verhalten. Alle Opfer, die
jüdische Lohnarbeiter in der Fabrik erbracht haben, gingen eben-
sowenig als Ausweis einer staatsidealistischen Gesinnung durch
wie militärische oder ökonomische Großtaten, welche einige Juden
nur für Deutschland geleistet haben wollten. Für Hitler hatte
längst die erfundene Judennatur den Gegenbeweis erbracht, so daß
Leistungen von Juden jedweder Klasse für Deutschlands Größe als
raffinierte Tarnung entlarvt wurden. Weder beim Pro noch beim
Contra wollte sich Hitler vom Willen der Leute abhängig machen:
Am Arier hat er den Naturdrang zum nationalen Errettungskrieg ge-
waltsam durchgesetzt und auch nur die Auffassung derer abgefragt,
die ihm längst zugestimmt hatten. Am Juden hat er unabhängig von
deren Taten und Denken das Urteil praktisch vollstreckt, daß hier
Schmarotzer an ihrem staatszerstörerischen Werk sind. Dies Urteil
kam einer Kriegserklärung gleich und wurde wie ein Feldzug gegen
den Feind geführt - bis zu seiner Vernichtung, die eben nicht in
der Kapitulation eines staatlichen Souveräns, den es nicht gab,
sondern nur in der Ausrottung des Volks bestehen konnte.
Nach Maßstäben der demokratischen Organisation des politischen
und ökonomischen Lebens hat Hitler mit dieser rassistischen Tren-
nung von Juden und Ariern der Sortierung, wie sie die
K o n k u r r e n z leistet, ins Handwerk gepfuscht: Jüdische
Arbeiter durften ihre Eignung zum staatsdienlichen Glied des
deutschen Volkskörpers nicht durch ihre Leistung in der Arbeit
beweisen. Hitler hat sie als heimliche Parasiten ausgesondert.
Ebenso ist er bei den ökonomischen Größen verfahren. Alle natio-
nal unerwünschten Kapitaltransaktionen hat er zum Werk von Juden
erklärt und folglich nicht das Finanzkapital, sondern die Juden
enteignet.
Daß Hitler dabei selbst solche Juden ausgesondert und vernichtet
hat, die in der Konkurrenz der Arbeit wie des Kapitals zu den er-
folgreichsten Gliedem des deutschen Volks gehörten, wird ihm von
Demokraten heute angekreidet. Gerade dies gilt ihnen als ein
untrüglicher Beweis für "sinnlosen Rassenwahn", der sein Urteil
nicht einmal am Standpunkt des nationalen Erfolgs zu relativieren
gedenkt.
Auch ein solcher Einwand spricht nicht eben für diese Sorte von
Kritikern des Nationalsozialismus. Eher spricht es gegen deren
"Wahn", die Ergebnisse der Konkurrenz gäben doch die besten und
gerechtesten Auskünfte über die A n l a g e n eines Menschen.
Zunächst noch die Zusammenfassung:
Der Rassismus des Nationalsozialismus ist das ideologische In-
strument, mit dem Hitler den Anspruch Deutschlands auf eine der
deutschen Art zukommende Stellung in der Welt durchzusetzen ge-
dachte.
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