Quelle: Jahrbuch des Inst. für Marxist. Studien und Forschungen 01/1978

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DER AUFBAUPLAN DES "KAPITAL", DIE KONKURRENZFORMEN UND DIE KRITIKER DER MONOPOLTHEORIE 1)

Winfried Schwarz I. Die dialektische Lösung des Widerspruchs in der Werttheorie - II. Rosdolskys Fehlinterpretation der Marxschen Planänderung - III. Konkurrenzform, und Monopoltheorie - IV. Das "Kapital im allgemeinen - als Einlösung der "allgemeinen Formel des Kapitals" - V. Das - "Kapital im allgemeinen" unter der Dominanz eines neuen Strukturprinzips Die Vorarbeiten von Karl Marx zum "Kapital" scheinen auf den er- sten Blick nur von theoriegeschichtlichem Interesse zu sein. Ins- besondere die in den letzten Jahren geführte Diskussion, ob das "Kapital im allgemeinen", also jene Kategorie, auf deren Entfal- tung sich die "Grundrisse" von 1857/58 ausdrücklich beschränken, in der Folge um die Konkurrenz und andere Bestimmungen erweitert worden ist oder nicht, mag den Eindruck erweckt haben, als han- dele es sich dabei um eine reine Schrulle von anderweitig unbe- schäftigten "Marxologen". Dennoch ist die Klärung gerade dieser Frage von aktueller methodologischer Bedeutung, nicht zuletzt weil in gegenwärtigen politisch-theoretischen Kontroversen , wie z.B. über den Krisen- oder Monopolbegriff, sich immer wieder Po- sitionen finden, die sich durch eine entsprechende Interpretation der Struktur und des Aufbauplans des "Kapital" methodologisch ab- zusichern versuchen. So wird z. B. mit einem die Konkurrenz um- fassenden "Kapital im allgemeinen" gegen die Leninsche Imperia- lismustheorie argumentiert. 2) Indem nämlich die freie, eine gleich große Durchschnittsprofitrate erzeugende Konkurrenz im "Kapital" dargestellt werde, das "Kapital" jedoch ausschließlich solche Bestimmungen, und zwar auf der gleichen logischen Ebene, enthalte, die für die gesamte Epoche des Kapitalismus allgemein gültig sind (Kapital im allgemeinen), sei es falsch, innerhalb des Kapitalismus eine bestimmte Entwicklungsetappe zu behaupten, die nicht von der freien Form der Konkurrenz, sondern von monopo- listisch dauerhaft deformierter Konkurrenz geprägt sei. Soweit der zusammengefaßte Gedankengang der Kritiker der Monopoltheorie, mit dem wir uns im folgenden auseinandersetzen wollen. Dabei werden wir die Gelegenheit nutzen, unsere eigene Auffassung von der Entwicklung des Marxschen Aufbauplans für das "Kapital" vor- zutragen, eine Auffassung, die sich übrigens mit neueren Resulta- ten der Marx-Engels-Forschung in der DDR und der Sowjetunion weitgehend deckt. 3) I. Die dialektische Lösung des Widerspruchs in der Werttheorie -------------------------------------------------------------- Das "Kapital", in der Gesamtheit seiner 3 Bücher betrachtet, ent- hält sowohl die inneren Bewegungsgesetze der kapitalistischen Produktion als auch deren widersprüchliche Durchsetzungsweise an der Oberfläche der Erscheinung. Die durchgeführte Vermittlung zwischen den verschiedenen Ebenen des Wertgesetzes ist gerade eine spezifische wissenschaftliche Leistung von Marx, die ihn ge- genüber den bürgerlichen Klassikern auszeichnet. Das zeigt sich besonders bei der Frage der Konkurrenz. Der Widerspruch in der Wertbewegung besteht bekanntlich darin, daß in der Konkurrenz die Waren nicht zu ihrem Wert, sondern zu einem Kostpreis plus einem von der Größe des Kapitals und nicht von der wirklich in ihnen vergegenständlichten Mehrarbeit abhän- gigen Durchschnittsprofit - dem Produktionspreis - verkauft wer- den. Die Ökonomen vor Marx, die auf der Arbeitswerttheotie be- standen, gerieten immer wieder in Widerspruch zur Realität, da sie die unterschiedlichen Geltungsebenen des Wertgesetzes nicht auseinanderhalten konnten. Die Lösung des Widerspruchs in der Werttheorie war überhaupt nur möglich durch vorläufige Abstrak- tion von der Konkurrenzbewegung der Kapitale, um die innere Grundlage der kapitalistischen Produktion, die Wertbestimmung durch die Arbeit, rein herausarbeiten zu können. Erst auf dieser Grundlage kann nach der Einbeziehung der Konkurrenzverhältnisse die Verkehrtheit und Mystifikation der Erscheinungsformen an der Oberfläche, nämlich die scheinbare Wertbestimmung durch das Kapi- tal unabhängig von der Arbeit begriffen werden. Dieser Leistung von Marx liegt seine besondere wissenschaftliche bzw. dialektische Methode zugrunde, die im Kern darin besteht, die konkreten, verselbständigten Gestaltungen der Produktionsver- hältnisse nicht einfach als gegebene zu analysieren, sondern auf ihren Ursprung zu hinterfragen, um das Konkrete aus der inneren Einheit seines allgemeinen Gesetzes genetisch zu entwickeln. 4) Die Darstellungsweise des "Kapital" folgt diesem Prinzip, vom Ab- strakten zum Konkreten zu schreiten. Die Reihenfolge seiner öko- nomischen Kategorien bildet insgesamt einen Prozeß der stufenwei- sen Verkomplizierung, in dessen Verlauf die Verkehrung und Mysti- fikation der inneren Bewegungsgesetze des Kapitals an der Ober- fläche der Produktionsverhältnisse nachvollzogen werden. Wenngleich die Ebene der Konkurrenz nur eine bestimmte Stufe un- ter anderen in diesem gesamten Darstellungsprozeß ist, so kommt ihr doch eine besondere Bedeutung zu, weil die Verwandlung des Profits im Durchschnittsprofit nicht nur eine qualitativ formelle Verschleierung des Kapitalverhältnisses bildet, sondern real und quantitativ die Kapitalverwertung von der wirklichen Ausbeutung der menschlichen Arbeit losscheidet. Fürs erste mag dieser Hin- weis auf die herausragende Rolle der Konkurrenz im Marxschen "Kapital" genügen. Wir werden noch auf weitere Momente zu spre- chen kommen, die ihr zusätzliche Bedeutung verleihen. Diese Überlegungen setzen am vollendeten Werk von Marx an, an den überlieferten 3 Bänden des "Kapital". Es ist jedoch klar, daß die Vorarbeiten zum "Kapital" wichtig werden müssen, wenn man die Marxsche Methode, insbesondere seine Darstellungsweise der ökono- mischen Kategorien, untersuchen will. Denn dort ist die dialekti- sche Form der Darstellung noch nicht vollendet, vielmehr besteht ein großer Teil der wissenschaftlichen Arbeit von Marx in den drei "Kapital"-Manuskripten von 1857 bis 1865 darin, den inneren Gang der Kategorienentwicklung überhaupt erst zu erforschen. II. Rosdolskys Fehlinterpretation der Marxschen Planänderung ------------------------------------------------------------ Zwei Arbeiten haben gegen Ende der sechziger Jahre die Aufmerk- samkeit der sich in der BRD und West-Berlin in neuem Maßstab ent- wickelnden Beschäftigung mit der ökonomischen Theorie von Marx auf die Vorarbeiten und früheren Aufbaupläne des "Kapital" ge- lenkt. Witali S. Wygodskis "Die Geschichte einer großen Entdec- kung", welche den Entstehungsprozeß der Theorie in ihren wichtig- sten Punkten - Wert- und Geldtheorie, Mehrwerttheorie und Theorie vom Durchschnittsprofit und Produktionspreis - nachvollzieht 5) und Roman Rosdolskys "Zur Entstehungsgeschichte des Marxschen 'Kapital'" 6), die einen sehr ausführlichen Kommentar zu den "Grundrissen" bildet, jenem ursprünglichen "Kapital"-Manuskript von 1857/58. Beide Autoren zeigen, daß im Zentrum des ersten Darstellungsver- suchs von Marx die Kategorie des "Kapital im allgemeinen" steht bzw. daß der Rohentwurf nichts anderes ist als die Entfaltung des "allgemeinen Begriffs des Kapitals". Beide sind sich aber auch über die inhaltliche Veränderung, sprich Erweiterung des "Kapital im allgemeinen" im "Kapital" ge- genüber den "Grundrissen" einig. Diese Auffassung von der späte- ren Ausweitung des "Kapital im allgemeinen", die in modifizier- ter. Form auch von V. Bader u.a. oder vom Projekt Klassenanalyse vertreten wird, halten wir für falsch. Der Aufbauplan für das erste von 6 Büchern über das ökonomische System, das "Buch vom Kapital", sah innerhalb dieses Buchs zuerst die Erörterung des "Kapital im allgemeinen " vor, das sich selbst wieder in drei Unterabschnitte teilte: "Produktionsprozeß des Ka- pitals, Zirkulationsprozeß des Kapitals, Einheit von beiden oder Kapital und Profit, Zins". Sodann sollte die "Aktion der vielen Kapitalien aufeinander" betrachtet werden - im Abschnitt von der Konkurrenz. Als dritter war der Abschnitt über das Kreditwesen vorgesehen, als vierter der zum Aktienkapital. Auf das Buch vom Kapital sollten 5 weitere Bücher folgen, so daß sich folgender Aufbauplan für das Gesamtwerk ergibt. 1. Kapital 2. Grundeigentum 3. Lohnarbeit 4. Staat 5. Internationaler Handel 6. Weltmarkt. 7) Bekanntlich bleiben die "Grundrisse" in der Reichweite der Dar- stellung auf den ersten Abschnitt des Buchs vom Kapital, nämlich das "Kapital im allgemeinen", beschränkt. Die gelegentlichen Be- merkungen über die Konkurrenz tragen dort sämtlich Verwei- sungscharakter und werden in der Systematik dem nachfolgenden Ab- schnitt zugeteilt. In gleicher Weise hat Marx noch in seinem zweiten "Kapital"-Manuskript von 1861/63, das er mit "Capital im Allgemeinen" überschrieb 8), jedenfalls soweit es die bisher ver- öffentlichten Hefte betrifft, das "Kapital im allgemeinen" von der Konkurrenz geschieden. Doch im 18. von insgesamt 23 Heften kommt es laut Rosdolsky zu einem "radikalen Bruch mit dem alten Einteilungsschema des Buches vom Kapital". Mit dem im Januar 1863 niedergeschriebenen neuen Planentwurf werde "die Absicht einer gesonderten Darstellung der Konkurrenz, des Kreditwesens und des Aktienkapitals fallen gelassen, dafür aber der vom 'Kapital im allgemeinen' handelnde erste Abschnitt des I. Buches fortschrei- tend erweitert". 9) Das dritte Kapitel des "Kapital im allgemeinen", der Abschnitt über Profit und Zins, werde zum dritten Buch des "Kapital" ausge- weitet, worin der "wesentliche Teil" von Konkurrenz, Kredit und Aktienkapital untergebracht würden. Der Rahmen des "Kapital im allgemeinen" werde dadurch erweitert, der der Konkurrenz "hingegen eingeengt". Bereits in der Form des Planentwurfs vom Januar 1863 komme diese begriffliche Veränderung zum Ausdruck. Denn dort fänden sich in einem und demselben "Abschnitt III" sowohl die "Verwandlung des Mehrwerts in Profit" - der ursprüng- liche Schlußteil des "Kapital im allgemeinen" - als auch Verhält- nisse der Konkurrenz, nämlich die "Verwandlung des Profits im Durchschnittsprofit". 10) Diese formale Einheit von "Kapital im allgemeinen" und "Konkurrenz" ist für Rosdolsky ein Hauptindiz dafür, daß die Un- terscheidung zwischen beiden, die für den "Rohentwurf" konstitu- tiv war und für die "Theorien über den Mehrwert" bis Dezember 1862 noch galt, im Januar 1863 aufgegeben worden ist, und zwar endgültig, da das "Kapital" in dieser Hinsicht der neuen Gliede- rung folgt. Der dritte Band des "Kapital" sei der dritte Ab- schnitt des "Kapital im allgemeinen", und die Tatsache, daß in ihm Fragen der Konkurrenz - einschließlich des Handelskapitals, des Kreditwesens und des Grundeigentums - Platz gefunden haben, sei der eindeutige Ausdruck einer begrifflichen Ausweitung des allgemeinen Kapitalbegriffs, welcher korrespondierend eine Einen- gung des ursprünglichen Abschnitts der Konkurrenz entspreche. Wir wollen nun keineswegs die Gegenbehauptung aufstellen, daß Marx den ursprünglichen Abschnitt von der Konkurrenz unverändert gelassen hat. Die Herstellung der allgemeinen Profitrate ist tatsächlich aus ihm heraus- und in die "allgemeine Untersuchung des Kapitals" hereingenommen worden. Insofern ist der Abschnitt wirklich eingeengt worden "wenn er, was gar nicht sicher ist, letztlich überhaupt noch als selbständiger Abschnitt im unmittel- baren Anschluß an die drei Bücher des "Kapital" aufrechterhalten werden sollte. Genauso falsch wäre es, den Abschnitt über den Durchschnittsprofit im dritten Buch als den ganzen, z. Zt. der "Grundrisse" bereits in dieser Weise geplanten Konkurrenzab- schnitt zu betrachten, um somit jegliche Planänderung abzustrei- ten. Dennoch sind die unleugbaren Änderungen am Abschnitt von der Konkurrenz kein Beweis auch für Veränderungen des vorausgehenden "Kapital im allgemeinen". Die Hereinnahme von ursprünglich dem Abschnitt von der Konkurrenz zugedachten Bestimmungen des Kapitals in die "allgemeine Untersu- chung" heißt unserer Meinung nach nichts anderes, als daß die "allgemeine Untersuchung" eben über das "Kapital im allgemeinen" hinausgeht und mehr ist als dieses. Am "Kapital im allgemeinen" im ursprünglichen Sinne wollen wir in der Tat festhalten, zwar nicht als Strukturprinzip der gesamten Darstellung, aber als Teil des "Kapital". Wenn wir auf der Kontinuität "Kapital im allgemeinen" im ur- sprünglichen begrifflichen Sinn bestehen, so müssen wir anderer- seits auch die neue Gesamtgliederung erklären. Dies werden wir im Schlußteil dieses Aufsatzes tun. Doch zunächst zu den Konsequenzen der Aufbauplan-Interpretation für die Mono- poltheorie. III. Konkurrenzform und Monopoltheorie -------------------------------------- So unterschiedlichen Kritikern der Theorie vom Monopolkapitalis- mus wie etwa dem Projekt Klassenanalyse, E. Altvater, M. Wirth, Ch. Neusüß, R. Ebbighausen oder D. Jordan 11) ist gemeinsam, daß sie sowohl das Monopol als bestimmendes ökonomisches Struktur- merkmal des gegenwärtigen Kapitalismus bestreiten als auch - da- mit zusammenhängend - den Begriff der historischen Niedergangs- phase des Kapitalismus ablehnen. Monopole werden in dieser mit marxistischem Anspruch auftretenden Kritik nicht als historisch neue Qualität des Kapitalverhältnisses, sondern als zufällige Störungen der tendenziell freien Konkurrenz aufgefaßt, der freien Konkurrenz, welche die dem heute voll entwickelten Kapitalismus adäquate Durchsetzungsform der inneren Gesetze des Kapitals sei. Sicherlich - um dies nur anzumerken - liegt eine gewisse Ironie darin, daß ausgerechnet aus dieser Richtung, für die keine ein- zige Kategorie des Marxschen "Kapital" der historischen Verände- rung innerhalb des Kapitalismus zugänglich erscheint, der Vorwurf des Dogmatismus gegenüber den Leninisten erhoben wird, die sich doch gerade um eine Weiterentwicklung der Marxschen Theorie im Sinne der Theoretischen Verarbeitung neuer kapitalistischer Phä- nomene auf dem Boden des "Kapital" bemühen. Tatsächlich behandelt Marx im zweiten Abschnitt des dritten Ban- des des "Kapital" die Konkurrenz als freie und uneingeschränkte, die in der Tendenz einen Ausgleich der Profitraten auf ein allge- meines Niveau herbeiführt. Der innere Drang nach maximaler Ver- wertung, der bereits in der allgemeinen Formel des Kapitals G-W- G' von Marx analysiert wird, treibt jedes einzelne der vielen Ka- pitale in den Konkurrenzkampf mit anderen seinesgleichen um die national beschränkte Mehrwertmasse. Jedes Kapital versucht, in die Anlagesphäre mit der höchsten Profitrate einzudringen - und eben diese ständige Bewegung führt im Resultat zur Ausgleichung der individuellen Profitraten, verwandelt die Werte in Produkti- onspreise. Damit der Ausgleich gelingt, wird die freie Übertragbarkeit der Kapitale von einer Branche in die andere unterstellt sowie ein Kräftegleichgewicht der Konkurrenten. "Die durchschnittliche Pro- fitrate tritt ein mit dem Gleichgewicht der Kräfte der konkurrie- renden Kapitale untereinander." 12) Abstrahiert wird in der Dar- stellung von allen Beeinträchtigungen der freien Kapitalbewegung, um das Gesetz rein betrachten zu können. Marx: "In der Theorie wird vorausgesetzt, daß die Gesetze der kapitalistischen Produk- tionsweise sich rein entwickeln. In der Wirklichkeit besteht im- mer nur Annäherung." 13) Dennoch handelt es sich nicht um ein fiktives Modell. Die freie Konkurrenz nur als äußere Voraussetzung zu behandeln, um die Ge- setze des Kapitals als Theoretiker studieren zu können, dies kreidet Marx in den "Grundrissen" gerade Ricardo an. 14) An jener Stelle fährt Marx fort: "Aber diese Annäherung ist um so größer, je mehr die kapitalistische Produktionsweise entwickelt und je mehr ihre Verunreinigung und Verquickung mit Resten früherer ökonomischer Zustände beseitigt ist." 15) Oder an anderer Stelle: "Diese Ausgleichung gelingt dem Kapital mehr oder minder, je hö- her die kapitalistische Entwicklung in einer gegebenen nationalen Gesellschaft ist." 16) Die freie Konkurrenz ist demnach keine rein logische Abstraktion, sondern eine reale Tendenz. - Die freie Konkurrenz ist die reelle Entwicklung des Kapitals. ... Der wechselseitige Zwang, den in ihr die Kapitalien aufeinander, auf die Arbeit etc. auswirken, (...) ist die freie, zugleich reale Entwicklung des Reichtums als Kapital." 17) Aber sie ist nicht nur eine Realität, sondern gleichzeitig eine historisch hervorgebrachte. In seiner Ge- schichte befreit sich das Kapital von feudalistischen Beschrän- kungen und entwickelt sich zur freien Konkurrenz hin. Die freie Konkurrenz ist somit selber historisches Produkt der Entwicklung des Kapitalismus. Sie ist deshalb nach Marx - und dies gilt es erst einmal festzuhalten - ihrer Natur nach nicht nur eine logi- sche, sondern auch eine historische Kategorie. Im "Kapital" behandelt Marx die freie Form der Konkurrenz zugege- benermaßen nicht in erster Linie deshalb, weil sie damals gerade die gegebene oder vorherrschende historische Form - etwa im kapi- talistisch hochentwickelten England - gewesen ist, sondern aus- schlaggebend für diese Darstellungsweise ist ihre logische Dimen- sion. In der Theorie wird die freie Form der Konkurrenz betrach- tet, weil sie am meisten dem Begriff des Kapitals entspricht. "Die freie Konkurrenz ist aber die adäquate Form des produktiven Prozesses des Kapitals. Je weiter sie entwickelt ist, um so rei- ner treten die Formen seiner Bewegung hervor." 18) Was heißt dies? Oder warum ist die freie Form der Konkurrenz überhaupt die adäquate Form des Kapitals? Zu verstehen ist die Marxsche Formulierung nur, wenn man sich die begriffliche Unterscheidung zwischen "immanenten Gesetzen der ka- pitalistischen Produktion" und "äußerer Bewegung der Kapitale" 19) bewußtmacht. Gewissermaßen die Instanz, welche die inneren Gesetze des Kapitals in die äußere Realität umsetzt, ist die Kon- kurrenz. Dies soll heißen, daß sich die innere Natur des Kapitals in Abhängigkeit von der Wucht durchsetzt, mit der die vielen Ka- pitale aufeinanderprallen. Bei - etwa feudalistisch - einge- schränkter Konkurrenz verwirklichen sich die Gesetze des Kapitals nicht vollständig - äußern sich nur als "Tendenzen". 20) Vollständig real können sie nur bei freier, unbeschränkter Kon- kurrenz werden, weil nur dann der wechselseitige Druck der ein- zelnen Kapitale aufeinander maximal ist. Das heißt, nur dann gilt das Gesetz der gleichen Profitrate, nur bei freiem Kräftespiel ist jedes einzelne Kapital "bei Strafe des Untergangs" (Marx) durch andere Kapitale gezwungen, seiner inneren Verwertungsnatur vollständig zu gehorchen - sprich: sämtliche Möglichkeiten der Kapitalverwertung optimal auszunutzen. Auf diese Weise muß dem einzelnen Kapital noch die Einhaltung seiner eigenen Gesetze als von fremdem Kapital verursacht erscheinen. Die inneren Gesetze des Kapitals verwandeln sich in Zwangsgesetze der Konkurrenz: "Die Konkurrenz herrscht jedem individuellen Kapitalisten die im- manenten Gesetze der kapitalistischen Produktion als äußere Zwangsgesetze auf." 21) Oder: "Durch sie wird als äußerliche Notwendigkeit für das ein- zelne Kapital gesetzt, was der Natur des Kapitals entspricht." 22) Indem in der Konkurrenz jedes einzelne Kapital nur unter dem Druck anderer Kapitale handelt, realisieren alle Kapitale zusam- mengenommen doch nichts Fremdes, sondern nur ihre eigenen imma- nenten Gesetze. Und obwohl die Konkurrenz lediglich den eigenen inneren Gesetzen zum Ausdruck verhilft, ist sie doch erst deren Verwirklichungsinstanz. Wenn aber die Konkurrenz die inneren Gesetze des Kapitals "realisiert" oder "exequiert" 23) - "was in der Natur des Kapi- tals liegt, wird nur reell herausgesetzt" 24) -, dann ist sie of- fensichtlich nur die D u r c h s e t z u n g s f o r m eines ihr vorgegebenen Inhalts. Oder, wie es in den "Grundrissen" heißt, "die Konkurrenz erklärt daher nicht diese Gesetze, sondern läßt sie sehen, produziert sie aber nicht". 25) Daraus folgt für die Theorie, daß die immanenten Gesetze des Kapitals unabhängig von der Konkurrenz betrachtet bzw. v o r ihr dargestellt werden müssen, da sie "auch vor der Konkurrenz und ohne Rücksicht auf die Konkurrenz begreiflich" 26) sind. Gleichzeitig heißt dies, wie Braunsdorf/Löffler zu Recht gegen ein Zusammenwerfen der Kon- kurrenz mit dem "Kapital im allgemeinen" auf die gleiche analyti- sche Ebene eingewandt haben, daß die Konkurrenz als Durchset- zungsform eben dadurch bereits auf einer anderen, nämlich niedri- geren Abstraktionsebene liegt als die ihr in der Darstellung vor- ausgehenden Kategorien des Kapitals. 27) Diese Differenzierung der Abstraktionsebenen zwischen "Kapital im allgemeinen" und "Konkurrenz" kann übrigens als erstes denen ent- gegengehalten werden, die den im "Kapital" behandelten Konkur- renzausgleich der Profitraten auf die prinzipiell gleiche Dar- stellungsstufe wie die vorausgehenden Formbestimmungen verlegen wollen, um aus der Durchschnittsprofitrate ein für den gesamten Kapitalismus allgemein notwendiges Gesetz im unmittelbar quanti- tativen Sinne zu machen, von der gleichen Allgemeingültigkeit wie etwa die Produktion von Mehrwert. Was mit der Aufdeckung des unterschiedlichen Abstraktionsniveaus gewonnen ist, ist dies, daß die Konkurrenz in ihrer im "Kapital" dargestellten freien Form zwar am meisten der inneren Natur des Kapitals entsprechen mag, daß aber, und darauf kommt es an, umge- kehrt mit der inneren Natur des Kapitals noch keineswegs die freie Form der Konkurrenz gegeben ist. Die freie Konkurrenz ist einerseits eine spezifische historische Form der Aktion der Kapitale aufeinander, und zwar eine solche, auf die sich der historisch erstarkende Kapitalismus hin entwic- kelt. Andererseits ist die freie Konkurrenz, weil sie die imma- nenten Gesetze des Kapitals vollständig realisiert, die dem Kapi- talverhältnis begrifflich oder logisch am meisten entsprechende Bewegungsform. Letzterer Umstand ist dafür ausschlaggebend, daß in der allgemeinen Analyse der kapitalistischen Produktion, wie sie in den 3 Büchern des "Kapital" durchgeführt wird und die über die immanenten Gesetze des Kapitals oder über das ursprüngliche "Kapital im allgemeinen" hinausgeht, die Konkurrenz in ihrer freien Form behandelt wird. In der freien Konkurrenz bewegt sich das Kapital seinem Begriff gemäß. Aus der logischen Übereinstimmung der freien Konkurrenz mit der inneren Natur des Kapitals ergibt sich ihre Darstellungsweise im "Kapital". Diese logische Übereinstimmung bildet auch die Grund- lage oder den realen Ansatzpunkt für die dogmatische und unhisto- rische Verabsolutierung der freien Konkurrenz bei den Kritikern der Monopoltheorie. Aus der begrifflichen Adäquanz folgt aber keineswegs die historische Unmöglichkeit einer Formveränderung der Konkurrenz innerhalb des Kapitalismus. Legitim ist höchstens der Schluß, daß andere Formen der Konkurrenz, etwa die monopoli- stische, dem Kapitalbegriff weniger adäquat sind, weil sie als eingeschränkte Konkurrenz die immanenten Gesetze des Kapitals nicht vollständig realisieren können, zu Verzerrungen in der Durchsetzungsweise der Gesetze führen. Geändert hätten sich dann nicht die immanenten Gesetze des Kapitals, geändert hätte sich deren Durchsetzungsform, was allerdings bedeutet, daß sich das Kapital nicht mehr vollständig seinem Begriff gemäß bewegt. Die historische Unmöglichkeit des Monopolkapitalismus kann mir jener Darstellungsweise der Konkurrenz im dritten Band des "Kapital" aber nicht begründet werden. Dieser Irrtum entspringt aus einer einseitig logischen Interpretation des Marxschen Hauptwerkes und führt zu einem völligen Unverständnis der historischen Entwick- lungsdynamik der kapitalistischen Produktionsweise. Zwar darf der engere Zusammenhang zwischen inneren Gesetzen des Kapitals und der Konkurrenz nicht zerrissen werden. Solange es viele Kapitalien gibt, gibt es ihre Wechselwirkung aufeinander - eine Wechselwirkung, die den gesellschaftlichen Zusammenhang der durch das Privateigentum voneinander getrennten individuellen Ka- pitale erst herstellt. Dies ist ein allgemeines Gesetz für die kapitalistische Produktionsweise überhaupt, denn "Kapital exi- stiert und kann nur existieren als viele Kapitalien". 28) Jedes einzelne der vielen Kapitale hat die gleiche innere Natur, nämlich den Drang nach unendlicher Verwertung des Wertvorschusses - unabhängig von den Fähigkeiten, ihn zu realisieren; und daraus entspringt der Kampf der Einzelkapitale um den größten Anteil am gesellschaftlichen Mehrwert als notwendiges Gesetz. Der Konkur- renzkampf geht so weit, daß gegenwärtig noch das größte Monopol- kapital seinen aus bevorzugter Position im Reproduktionsprozeß entstehenden Extraprofit ständig gegen nationale und internatio- nale Konkurrenten verteidigen muß, ja daß es ihn und seine indi- viduelle Monopolstellung sogar verlieren kann. Was indessen nicht gegen die Monopoltheorie spricht, die keineswegs die Dauerhaftig- keit des einzelnen Monopols, sondern der monopolistischen Struk- tur als solcher für die Spät- bzw. Niedergangsphase des Kapita- lismus behauptet. 29) Andererseits darf der Zusammenhang zwischen inneren Gesetzen und Konkurrenz nicht mechanistisch mißverstanden werden. Aus der all- gemeinen Natur des Kapitals geht die Konkurrenz ihrerseits nur als a l l g e m e i n e s Bewegungsgesetz der vielen Kapitale hervor - aber keineswegs schon ihre spezifische Form. Aus den allgemeinen, immanenten Gesetzen des Kapitals läßt sich wohl die Wechselwirkung der individuellen Kapitale ableiten und ebenfalls die spezifisch historische Form der freien Konkurrenz als die dem Kapitalbegriff adäquate Gestalt begründen; die jeweils historisch reale Form der Konkurrenz oder der Durchsetzungsweise der imma- nenten Gesetze des Kapitals ist mit der allgemeinen Natur des Ka- pitals aber noch nicht gegeben. Die Form der Konkurrenz, ob freie oder verzerrte, hängt als wechselseitige Aktion der Kapitale auf- einander vielmehr ab von der Struktur des gesellschaftlichen Ge- samtkapitals, d.h. wieweit ein Kräftegleichgewicht innerhalb der Gesamtheit der vielen aufeinander agierenden individuellen Kapi- tale besteht oder nicht. Wenn wir die Formveränderung der Konkurrenz auf eine Strukturver- änderung im gesellschaftlichen Gesamtkapital zurückführen wollen, so haben wir damit zugegebenermaßen weder das eine noch das an- dere schon erklärt. Die Strukturveränderung, sprich die Heraus- bildung der monopolistisch bestimmten Struktur des Gesamtkapi- tals, darf ihrerseits nicht - zirkulär - wieder aus dem Konkur- renzkampf erklärt werden. Sie muß unabhängig von der Konkurrenz aus den immanenten Entwicklungsgesetzen der kapitalistischen Pro- duktion erklärt werden. Und gerade das hat Lenin durch die Anwen- dung der Marxschen Akkumulationstheorie in seiner Imperialismus- schrift getan. Die historische Gesamtentwicklung des Kapitalismus stellt sich bei Marx dar einerseits als fortwährendes Größenwachstum des ge- sellschaftlichen Gesamtkapitals und andererseits - Hand in Hand damit - als kontinuierliche Entfaltung des gesellschaftlichen Charakters des Produktionsprozesses. Der Akkumulationsprozeß der Kapitale entwickelt aktiv die spezifisch kapitalistische, verge- sellschaftete Produktionsweise, die ihrerseits ein stets wachsen- des Kapitalminimum als Voraussetzung unterstellt. Die freie Ent- faltung der gesellschaftlichen Produktivkräfte stieße indessen bald an die Grenzen der individuellen Akkumulationskraft der pri- vaten Einzelkapitale, wenn sich das Wachstum des gesellschaftli- chen Gesamtkapitals ausschließlich durch gleichmäßige Erweiterung der vielen individuellen Kapitale vollzöge. Anders gesagt: Die gegebene Struktur des Gesamtkapitals - die Zersplitterung in viele kleine Einzelkapitale - erlaubt die Produktivkraftentfal- tung nur bis zu einem gewissen Punkt, an dem sie in eine Fessel derselben umschlagen müßte. Doch sie ändert sich. Zu der Akkumu- lation des eigenen Mehrwerts oder der Konzentration im engeren Sinne tritt - insbesondere auf der Grundlage des entwickelten Kreditsystems - die Verwendung fremden Kapitals und die Zusammen- fassung bereits gebildeter Kapitale zu immer größeren Kapitalmas- sen. Diese Form der Kapitalakkumulation, die Zentralisation, wel- che über die entgegenwirkenden, dezentralisierenden Tendenzen do- miniert, geschieht sowohl durch Expropriation und Annexion schwä- cherer Kapitale als auch durch die Verschmelzung von Kapitalen durch Aktiengesellschaften. Die Aktiengesellschaften sind als assoziierte Formen von privatem Kapital einerseits die Reaktion auf die gewachsene Stufenleiter der gesellschaftlichen Produktion, andererseits die neue Gestalt der Eigentumsverhältnisse zur aktiven Weiterentwicklung der Pro- duktivkräfte. Der grundsätzliche Widerspruch zwischen dem gesell- schaftlichen Charakter der Produktivkräfte und dem privaten Cha- rakter der Produktionsverhältnisse wird dadurch nicht aufgehoben, aber vorübergehend gelöst. Marx charakterisiert die neue Eigen- tumsform im Rahmen der kapitalistischen Produktionsverhältnisse folgendermaßen: Das Aktienkapital erhält "direkt die Form von Ge- sellschaftskapital (Kapital assoziierter Individuen) im Gegensatz zum Privatkapital, und seine Unternehmungen treten auf als Ge- sellschaftsunternehmungen im Gegensatz zu Privatunternehmungen. Es ist die Aufhebung des Kapitals als Privateigentum innerhalb der Grenzen der kapitalistischen Produktionsweise selbst." 30) Und: "Aber die Verwandlung in die Form der Aktie bleibt selbst noch befangen in den kapitalistischen Schranken; statt daher den Gegensatz zwischen dem Charakter des Reichtums als gesellschaft- licher und als Privatreichtum zu überwinden, bildet sie ihn nur in neuer Gestalt aus." 31) Für Marxist das Aktienkapital "die äu- ßerste Form, wozu die Aufhebung geht, die aber zugleich das ulti- mate Setzen des Kapitals in seiner ihm adäquaten Form" ist. 32) Bekanntlich hat später Engels noch weitergehende Formen der Asso- ziation des Kapitals beschrieben, die kapitalistischen Trusts, die er als "die zweite und dritte Potenz der Aktiengesellschaft" 33) bezeichnete. Denn "auf einer gewissen Entwicklungsstufe ge- nügt auch diese (einfache; W.S.) Form nicht mehr". 34) Aktienge- sellschaft schließt sich mit Aktiengesellschaft zusammen, es ent- steht eine neue Qualität von Kapitalmacht. Die Strukturverschie- bung innerhalb des gesellschaftlichen Gesamtkapitals ist mit ei- ner qualitativen Kräfteverschiebung zugunsten jener großen Kapi- tale verbunden: "In den Trusts schlägt die freie Konkurrenz um ins Monopol." 35) Es soll an dieser Stelle keine Auseinanderset- zung um diese Bemerkungen von Engels, an denen Lenin unmittelbar anknüpfte, geführt werden; auch nicht um das Verhältnis beider zu Marx. Unabhängig davon gilt es doch festzuhalten, daß schon Marx eine historische Veränderung der Struktur des gesellschaftlichen Gesamtkapitals durch das Aktienkapital als Resultat des kapitali- stischen Akkumulationsprozesses analysiert hat und daß er diese Strukturveränderung als Ausdruck des sich historisch verschärfen- den Widerspruchs zwischen privatkapitalistischen Produktionsver- hältnissen und gesellschaftlichen Produktivkräften begriffen hat. Die an Marx und Engels orientierte Monopoltheorie geht also kei- neswegs durch die Behauptung einer historischen Strukturverände- rung des gesellschaftlichen Gesamtkapitals über die Marxsche Ana- lyse hinaus und auch nicht dadurch, daß sie die über die einfa- chen Aktiengesellschaften hinausgehenden Vergesellschaftungspro- zesse der Kapitale aus dem sogenannten Grundwiderspruch zwischen Produktivkräften und Produktionsverhältnissen erklärt, sondern dadurch, daß in ihrer Konzeption die Strukturveränderung des Ge- samtkapitals eine neue Qualität erreicht hat und zu einer ent- scheidenden Modifikation des Verhältnisses der Kapitale unterein- ander geführt hat: Die großen Kapitaleinheiten erlangen eine dau- erhaft dominierende Position im gesellschaftlichen Reproduktions- prozeß gegenüber den kleineren, verwandeln sich in Monopole. Ihre Bewegungsform untereinander und gegenüber den übrigen Kapitalen ist nicht mehr diejenige der freien Konkurrenz. Zwischen den Mo- nopolen ist die freie Aktion von Kapital auf Kapital in ihrer In- tensität gezügelt, und im Verhältnis zu den anderen Kapitalen wird die freie Wechselwirkung von Formen einseitiger ökonomischer Beherrschung überlagert. Auf dieser Grundlage ist die allgemeine Profitrate, der gleiche Profit auf gleich großes Kapital, nicht mehr die reale Tendenz des Konkurrenzkampfes, sondern dies, daß das Monopolkapital - auf Kosten der übrigen Kapitale - eine über das durchschnittliche Maß hinausgehende Verwertungsrate erzielt. Die Monopole stehen demnach nicht außerhalb des Wertgesetzes, sondern die Durchsetzungsform der immanenten Gesetze des Kapitals ist jetzt die monopolistisch modifizierte Konkurrenz. Dieser ge- lingt nicht mehr die vollständige oder reine Realisierung jener Gesetze. So wird nicht nur das Gesetz der gleichen Profitrate in seiner Geltung eingeschränkt, sondern die monopolistisch einge- schränkte Konkurrenz ist auch nicht mehr in der Lage, sämtliche Einzelkapitale zur absoluten Entwicklung der Produktivkräfte zu zwingen. Es entsteht die Tendenz zur Stagnation, wodurch das Ka- pitalverhältnis immer mehr seine historische Legitimation ein- büßt, die es aus seiner Rolle bezog, die optimale Entwicklungs- form der materiellen Produktivkräfte zu sein. Das Kapital bewegt sich nicht mehr vollständig seinem Begriff gemäß. Noch weniger ist dies im staatsmonopolistischen Kapitalismus der Fall, wo sich die immanenten Gesetze des Kapitals überhaupt nur noch mit Hilfe der außerökonomischen Instanz durchsetzen können. Aus diesen Gründen schließt der Übergang von durch individuelles Privateigentum geprägten kapitalistischen Produktionsverhältnis- sen in die höhere Vergesellschaftungsform des Aktienkapitals und danach zum Monopol bis hin zum staatsmonopolistischen Kapitalis- mus trotz ständig wachsender Stufenleiter der Produktion und des Kapitals keine lineare Höherentwicklung der Produktionsweise ein. Die relative Übereinstimmung der grundsätzlich im Rahmen von Pri- vateigentum verbleibenden kapitalistischen Produktionsverhält- nisse mit dem wachsenden Vergesellschaftungsgrad der Arbeit durch die Herausbildung neuer Formen der Produktionsvethältnisse im Laufe des Akkumulationsprozesses gelingt vielmehr nur unter Preisgabe von wesentlichen Grundeigenschaften (Lenin) des reinen Funktionsmechanismus der ökonomischen Gesetze. Mit anderen Wor- ten: Wir leben gegenwärtig in der historischen Niedergangsphase des Kapitalismus und nicht in der Zeit seiner höchsten Entwick- lungsblüte. Zu Unrecht berufen sich daher die Kritiker der Mono- poltheorie in ihrem exegetischen Nachweisversuch der freien Kon- kurrenz auf den Marxschen Satz: Je höher die kapitalistische Ent- wicklung in einem Land, desto besser gelingt die Ausgleichung der Profitraten. Die Entwicklungshöhe der kapitalistischen Produktionsweise wird falsch eingeschätzt, wenn man nur entweder die quantitative abso- lute Ausweitung des Kapitalumfangs betrachtet oder - genauso ein- seitig - die wachsende Vergesellschaftung der Produktion, nicht aber beide Prozesse in ihrer Einheit analysiert. Die Stärke des Kapitals muß vielmehr stets auf die von ihm getragene gesell- schaftliche Produktion bezogen werden. Dabei hat das Wachstum der Kapitale nicht Schritt gehalten mit der Entfaltung der gesell- schaftlichen Produktivkräfte der Arbeit. Trotz der Herausbildung neuer Bewegungsformen hat sich der Widerspruch zwischen der grundsätzlich privat begrenzten Kapitalmacht und dem gesell- schaftlichen Charakter der Produktion historisch weiter ver- schärft. Anders gesagt: Trotz absoluter Größenausdehnung ist das Kapital relativ schwächer geworden. Dies ist der Sinn des berühm- ten Marx-Zitats: "Solange das Kapital schwach ist, sucht es selbst noch nach den Krücken vergangnen oder mit seinem Erschei- nen vergehender Produktionsweisen. Sobald es sich stark fühlt, wirft es die Krücken weg, und bewegt sich seinen eignen Gesetzen gemäß. Sobald es anfängt, sich selbst als Schranke der Entwick- lung zu fühlen und gewußt zu werden, nimmt es zu Formen Zuflucht, die, indem sie die Herrschaft des Kapitals zu vollenden scheinen, durch Züglung der freien Konkurrenz, zugleich die Ankündiger sei- ner Auflösung und der Auflösung der auf ihm beruhenden Produkti- onsweise sind." 36) Aus den "immanenten Gesetzen der kapitalistischen Produktion" (Marx), den Gesetzen des kapitalistischen Akkumulationsprozesses, muß und kann die Formveränderung der Konkurrenz in der geschicht- lichen Niedergangsphase der Produktionsweise erklärt werden. Marx hat im "Kapital" nicht nur die freie Form der Konkurrenz als dem Kapital begrifflich adäquate Bewegungsform der vielen Kapitalien dargestellt und ihre historische Realisierung mit der Entwick- lungshöhe der Produktionsweise korreliert, sondern er hat in der Akkumulationstheorie zugleich die historischen Entwicklungsge- setze des Kapitals analysiert, die zur Aufhebung des Kapitals in- nerhalb der Grenzen der kapitalistischen Produktionsweise und zur Aufhebung der freien Konkurrenz führen. Die Kritiker der Monopoltheorie bestreiten zwar nicht, daß die freie Konkurrenz auch eine historische Kategorie ist; aber Ge- schichte gibt es bei ihnen nur als permanente Höherentwicklung der kapitalistischen Produktionsweise. Der historische Abstieg und Auflösungsprozeß des Kapitalismus wird ausgeblendet. Darum kann bei ihnen die Konkurrenz nur als freie vorkommen. Allerdings sind sie nicht nur, um wenigstens verbal mit Marx übereinzustim- men, gezwungen, die Gegenwart in kapitalistische Hochblüte um- zuinterpretieren, sondern sie begehen auch einen schwerwiegenden methodologischen Fehler, wenn sie leugnen, daß das "Kapital" au- ßer den allgemein gültigen Bestimmungen der kapitalistischen Pro- duktionsweise auch ihre historischen Entwicklungsgesetze enthält. Damit zurück zur theoriegeschichtlichen Argumentationsweise... IV. Das "Kapital im allgemeinen" als Einlösung ---------------------------------------------- der "allgemeinen Formel des Kapitals" ------------------------------------- Alle Autoren, die Marx beim Vergleich zwischen fertigem "Kapital" und den "Grundrissen" eine Ausweitung des "Kapital im allgemei- nen" unterstellen, sind meines Erachtens zu leichtfertig im Um- gang mit der dialektischen Methode. Denn in der Tat ist das Pro- blem schwerwiegend genug: Wenn die dialektische Darstellungsweise den materialistischen Anspruch erhebt, die objektive Struktur ihres Gegenstands nur ideell nachzuzeichnen (was das auch immer heißt), dann darf es nicht gleichzeitig mehrere verschiedene, gleichermaßen "richtige" Gliederungen oder Aufbaupläne des Ge- samtwerks geben. Zugegebenermaßen machen es sich die Autoren unterschiedlich leicht mit der Erklärung der Ausweitung. Rosdolsky gibt noch gar keine, Bader u.a. sehen im industriellen Kapital einen abge- schlossenen Bereich und erklären auf diese Weise die Reichweite des "Kapital im allgemeinen" bis einschließlich zur Durch- schnittsprofitrate, und das Projekt Klassenanalyse versucht so- gar, die Marxschen Vorarbeiten im Zusammenhang zu untersuchen, um die stufenweise Überwindung der ursprünglich falschen Konzeption zu dokumentieren: Der neue Aufbauplan umfaßt laut Projekt Klassenanalyse aus- schließlich Bestimmungen des "Kapital im allgemeinen", allerdings nicht wie die "Grundrisse" nur das "Kapital im allgemeinen als Abstraktion", sondern darüber hinaus noch das "Kapital im allge- meinen" als "reelle Existenz". Mit letzterem ist nicht die "reale Bewegung der Kapitalien - Konkurrenz und Kredit" - gemeint, son- dern ein ihr vorgeordneter Bereich - entsprechend der Zwischen- stellung des zinstragenden Kapitals als der - reellen Existenz" des - Kapital im allgemeinen" zwischen dem "Kapital im allgemei- nen" und den "besonderen Kapitalien" in den "Grundrissen". 37) Die Marxsche "Unklarheit" hinsichtlich der reellen Existenz des "Kapitals im allgemeinen" , nämlich lediglich das zinstragende Kapital darunter zu verstehen, werde nun in den "Theorien" bis zum Kapitel "Revenue and its sources" (Heft 15) schrittweise überwunden. Spätestens dann habe Marx erkannt, daß zur reellen Existenz auch noch die Reproduktion des Gesamtkapitals 38), der Konkurrenzausgleich und der Fall der Profitrate gehören. 39) Nicht zu vergessen die spezifische Form der Verwertung des Grund- eigentums, also die Grundrente. 40) Und sogar die Hereinnahme der Akkumulation in Buch I müsse auf jene neuen Einsichten zurückge- hen. 41) Wir sehen: Es gelingt dem Projekt Klassenanalyse, mit einem ein- zigen - von Marx übrigens seit jener Bemerkung in den "Grundrissen" nicht mehr verwendeten - Begriff, die Existenz so vieler neuer Kategorien im Planentwurf von 1863 und im "Kapital" zu erklären, und zwar, ohne das "Kapital im allgemeinen" preisge- ben zu müssen. Denn das "Kapital" sei erstens das "Kapital im allgemeinen" als Abstraktion und zweitens als reelle Existenz. Diese Lösung, so bestechend elegant sie in ihrer Schlichtheit auch wirkt, ist jedoch inhaltlich und methodologisch nicht disku- tabel. Inhaltlich - weil so verschiedene ökonomische Kategorien wie Reproduktion des Gesamtkapitals, Konkurrenzausgleich, Zins und Grundrente sowie die Akkumulation nur mit blinder Gewalt un- ter einem einzigen, so spezifischen Begriff wie "reelle Existenz des Kapital im allgemeinen" zusammengepfercht werden können. Me- thodologisch - weil es mehr als Unbekümmertheit gegenüber den Prinzipien dialektischer Darstellungsweise ausdrückt, Marx ein derartiges Durcheinander in der Anordnung der Kategorien zu un- tersrellen, daß er die als zusammengehörig betrachteten Momente der reellen Existenz des "Kapital im allgemeinen" quer über alle drei Bücher des - Kapital" verteilt hätte - sowohl mitten hinein in das - Kapital im allgemeinen als Abstraktion" als auch dahin- ter. Als zweites Beispiel für die Interpretationsvielfalt seien die Autoren von "Krise und Kapitalismus bei Marx 42) erwähnt. Diese sind gegenüber Rodolsky zwar im Recht, daß "Kapital im allgemei- nen" und "allgemeine Untersuchung des Kapitals" begrifflich nicht zusammenfallen, und sehen auch richtig, daß der ursprüngliche Be- griff der Konkurrenz für die endgültige Darstellung zu "unspezifisch" 43) gewesen ist. Diese an sich richtigen Gedanken werden jedoch falsch, wenn sie zur Rechtfertigung der Auffassung dienen sollen, daß das "Kapital im allgemeinen" im "Kapital" auch noch den Ausgleichsprozeß der Profitrate einschließe. Die erwar- tete Erklärung der Differenz zu den "Grundrissen" bleibt aus, es sei denn, man gibt sich mit der Erläuterung zufrieden, daß mit dem Konkurrenzausgleich das industrielle Kapital als "relativ in sich geschlossenes Teilsystem" 44) fertig entwickelt sei. Diese zwei Beispiele mögen genügen, die Interpretationswillkür im Umgang mit dem "Kapital im allgemeinen" zu veranschaulichen. Die größte Akribie in dieser Beschäftigung ist m. E. umsonst, wenn nicht das "Kapital im allgemeinen" inhaltlich analysiert und auf seine notwendige Funktion im Gesamtsystem der kategorialen Dar- stellung untersucht worden ist. Diese Lücke wollen wir zu schlie- ßen versuchen, indem wir die Frage stellen: Gibt es für Marx in den "Grundrissen" zwingende Gründe, das "Kapital im allgemeinen" mit dem einfachen Profit, also noch vor dem Durchschnittsprofit abzuschließen? Die Strukturanalyse der "Kapital"-Kategorien zeigt, daß sich aus der dialektischen Fortentwicklung des Wertgesetzes über die dritte Bestimmung des Geldes hinaus 45) sowohl in den "Grund- rissen" als auch im "Kapital" ein gemeinsamer Ausgangspunkt der Kapitalanalyse ergibt: Als erste Bestimmung des Kapitals er- scheint der Wert, der durch den Formenwechsel von Geld und Ware hindurch sich verwertet. Dies ist die "allgemeine Formel des Ka- pitals - G-W-G'" ("Kapital") oder die abstrakte Form des "allge- meinen Kapitalbegriffs" ("Grundrisse"). In diesem notwendigen Ausgangspunkt ist zugleich sowohl der weitere Gang der Analyse als auch die Grenze des allgemeinen Kapitalbegriffs klar ab- gesteckt. Was die Grenze betrifft, so liegt sie - allgemein gesagt - dort, wo die "allgemeine Formel" eingelöst ist, und dies kann wiederum nur diejenige Stelle der kategorialen Entwicklung sein, wo sämt- liche in jener Formel abstrakt enthaltenen Bestimmungen heraus- entwickelt sind, so daß weitergehende Konkretisierung nur mehr durch Einbeziehung zusätzlicher Momente noch möglich ist. Im nä- heren heißt dies, daß es darauf ankommt, die Verwertungs- oder Kapitaleigenschaft durch Entwicklung der sie bestimmenden Momente zunächst einmal so weit zu begründen, wie es der Rahmen jener allgemeinen Formel gestattet. Zuerst stellt sich das Kapital nur als Kreislaufprozeß dar, innerhalb dessen ein Wertüberschuß her- vorgebracht wird (G-W-G'). Aber die nähere Betrachtung der Wider- sprüche dieses Verwertungskreislaufs stößt auf dessen innere Kon- turen: Das Kapital ist sowohl wirklicher Produktionsprozeß von Mehrwert als auch gleichzeitig formenwechselnder Zirkulationspro- zeß. Dies sind in der Tat die beiden Prozesse, auf deren Grund- lage die Verwertungsbewegung G-W-G' vor sich geht und worauf die Entstehung des Kapitals beruht. Folglich hat sich in deren Ana- lyse die von der allgemeinen Verwertungsformel ausgehende dialek- tische Darstellung hineinzubegeben. Indem wir die beiden - abstrakt in G-W-G' enthaltenen - verwer- tungsbestimmenden Momente Produktionsprozeß und Zirkulationspro- zeß untersuchen, finden wir die bestimmte Verwertung, die das Ka- pital in seinem Verwertungskreislauf erzielt. Auf diese Weise stellen wir den Wertüberschuß fest, den das Kapital in seinem Ge- samtprozeß aus Produktion und Zirkulation hervorbringt, und jener ist durch seine Beziehung auf das gesamte in Produktion und Zir- kulation engagierte Kapital nicht mehr Mehrwert, sondern Profit. Allerdings ist dieser Profit als Frucht ausschließlich des Pro- duktions- und Zirkulationsprozesses vom Mehrwert nur nominell verschieden - oder e i n f a c h e r Profit. Einfacher Profit ist er deshalb, weil er außer dem Produktions- und Zirkulations- prozeß keine weitergehende Bestimmung repräsentiert. Zu seiner Formbestimmung sind lediglich jene beiden Prozesse unterstellt, die, wie wir wissen, schon abstrakt in der allgemeinen Verwer- tungsformel G-W-G' enthalten sind. Indem der einfache Profit aber ausschließlich aus Bewegungsprozessen des Kapitals hervorgeht, die von der allgemeinen Formel umschlossen werden, geht seine Darstellung folglich selber nicht über den Rahmen des allgemeinen Kapitalbegriffs hinaus. Gerade hier liegt der entscheidende Unterschied zwischen der ein- fachen Form des Kapital-Profit-Verhältnisses und den nachfolgend konkreteren Bestimmungen desselben. Da der Durchschnittsprofit - im "Kapital" die nächste Kategorie - schon mehr voraussetzt als bloß den eigenen Produktions- und Zirkulationsprozeß des Kapi- tals, fällt er bereits aus dem allgemeinen Kapitalbegriff heraus. In der Tat ist et - indem er Resultat der Konkurrenz ist - Folge der g e g e n s e i t i g e n Aktion der Kapitale aufeinander, die bereits als fertige Einheit von Produktions- und Zirkulati- onsprozeß auftreten. Die Konkurrenz wirkt zusätzlich auf dieje- nige Verwertung ein, soweit sie ausschließliches Ergebnis der ei- genen Produktions- und Zirkulationsbewegung ist - und deshalb ist der Durchschnittsprofit nicht wie der einfache Profit immanent aus der allgemeinen Formel des Kapitals ableitbar. Aus diesem Grunde betrachten wir den einfachen Profit als Schlußpunkt des allgemeinen Kapitalbegriffs oder des "Kapital im allgemeinen". Die Einlösung der allgemeinen Formel des Kapitals ist der Inhalt des "Kapital im allgemeinen", und der einfache Profit ist sein Schlußpunkt, weil weitergehende Konkretisierung nur mehr außer- halb der Reichweite der allgemeinen Formel möglich ist. An diesem Punkt sind in der Tat sämtliche in der allgemeinen Formel ab- strakt enthaltenen Prozesse auf ihren Einfluß auf die Verwertung des Kapitals untersucht und dargestellt. Es handelt sich also um einen Schlußpunkt, der schon notwendig mit seinem Ausgangspunkt, nämlich G-W-G', vorgegeben ist. Wenn allerdings die Grenzen des allgemeinen Kapitalbegriffs in der - allgemeinen Formel des Kapitals - G-W-G"' vorbestimmt sind, dann ergibt sich für den Vergleich zwischen der Darstellungsweise der "Grundrisse" und des "Kapital" nur ein einziger Schluß: Indem beide Male die Kapitalanalyse denselben Ausgangspunkt hat, näm- lich die allgemeine Formel des Kapitals, spricht alles dafür, daß ein "Kapital im allgemeinen" im Sinne der Einlösung jener ab- strakt behaupteten Verwertungsqualität des Werts sowohl in den "Grundrissen" als auch im "Kapital" wirksam ist. V. Das "Kapital im allgemeinen" unter der Dominanz -------------------------------------------------- eines neuen Strukturprinzips ---------------------------- Wenn wir die Wirksamkeit des ursprünglichen "Kapital im allgemei- nen" noch in allen drei Büchern des "Kapital" nachweisen wollen, dann können wir andererseits nicht die Augen davor verschließen, daß sich der auf die "Verwandlung des Mehrwerts in Profit" fol- gende Teil keineswegs nach der ursprünglichen Gliederung richtet, ja daß überhaupt die Unterscheidung zwischen "Kapital im allge- meinen" und "Konkurrenz" oder "Kredit" im "Kapital" nicht mehr das formelle Einteilungskriterium der Gesamtdarstellung abgibt. Zwar wird zunächst im zweiten Abschnitt des dritten Buches die Konkurrenz behandelt, soweit sie den Profit in Durchschnittspro- fit ausgleicht. Doch alles andere, was ursprünglich für den Kon- kurrenzabschnitt vorgesehen war - periodische Überproduktion, Krisen, Nachfrage und Zufuhr, disproportionale Produktion usw. -, wird ausgespart und in die "Spezialuntersuchung der Konkurrenz" verwiesen. Die systematische Darstellung nimmt völlig andere The- men in Angriff, und zwar sowohl im Planentwurf von 1863, der üb- rigens nur der Niederschlag der in den vorausgehenden drei Manu- skriptheften vorgenommenen Untersuchungen ist, als auch im drit- ten Band des "Kapital", der aus dem nächsten Manuskript von 1865 stammt. Es ist ein einheitliches Prinzip der Kategorienentwick- lung erkennbar - von der "Verwandlung des Mehrwerts in Profit" bis hin zu den "Revenuen und ihren Quellen". In der Überschrift "Kapital und Profit" ist es korrekt ausgedrückt, obwohl diese früher nur das e i n f a c h e Profitverhältnis bezeichnet hat- te; denn nunmehr handelt es sich in den Hauptetappen der Ent- wicklung des dritten Abschnitts tatsächlich um nichts anderes als um weitere Bestimmungen des Kapital-Profit-Verhältnisses. Durchschnittsprofit, Handelsgewinn, industrieller Profit und Zins sowie Grundrente sind in der Tat alles spezifische Formen des Profits ödet verschiedene Ausdrucksweisen des Kapital-Profit-Ver- hältnisses. Dabei sind sie nicht bloß voneinander verschiedene Formen derselben Einheit, sondern solche, die alle in einem be- stimmten Entwicklungsverhältnis zueinander stehen. So haben wir bereits den Durchschnittsprofit als - der Konkurrenz geschuldete - unmittelbare Weiterentwicklung des einfachen Profits kennenge- lernt. Modifiziert - bzw. vermindert - wird dieser Durchschnitts- profit seinerseits durch die Hereinkunft des Kaufmannskapitals 46), welches für seine Funktion im Gesamtreproduktionsprozeß der Kapitale den üblichen Anteil am Profit verlangt, diesen aber, weil nicht selber an der Profitproduktion beteiligt, den produktiven Kapitalen entziehen muß. Auf diesem neuen Niveau spä- het sich der Durchschnittsprofit wiederum zum einen in den Unter- nehmergewinn und zum anderen - nach Maßgabe des allgemeinen Zins- satzes - in den Zins. 47) Der Zins ist der Anteil am Profit, den das Leihkapital beansprucht, welches von seinem Eigner an die Produktiven als Ware verkauft wird, um nach gewisser Frist ver- mehrt zu ihm zurückzukehren. Die Vermittlung von Produktions- und Zirkulationsprozeß bei der Wertvermehrung, die im Kapital-Profit- Verhältnis noch als "Erinnerung" und bei der allgemeinen Pro- fitrate "schon sehr verdunkelt" 48) wird, ist im zinstragenden Kapital vollständig verschwunden. Schließlich wirkt auch die Grundrente begrenzend auf den Profit des Kapitals ein, indem durch sie der in der kapitalistisch be- triebenen Landwirtschaft etc. gewonnene Surplus-Profit dem Aus- gleichsprozeß der Profitraten vorenthalten wird. Mit dem Grundei- gentum will sich Marx im "Kapital" daher nur beschäftigen, "soweit ein Teil des vom Kapital erzeugten Mehrwerts dem Grundei- gentümer anheimfällt", 49) Auch wenn im Plan von 1863 die Grund- rente erst als Illustration konzipiert und die Reihenfolge zwi- schen zinstragendem und merkantilem Kapital noch keineswegs ein- deutig ist, so beweist doch das anschließend vorgesehene "Revenue and its sources", welches die durchgeführte Ableitung sowohl der Zins- als auch der Grundrentenform des Profits unterstellt, daß die dialektische Entwicklung der allgemeinen Profitformen schon damals das Leitmotiv des dritten Abschnitts bilden sollte. Halten wir fest: Der dritte Abschnitt - Kapital und Profit" steht dem Titel entsprechend im Zeichen der dialektischen Entwicklung der Formen des Profits bzw. der dialektischen Fortentwicklung des Kapital-Profit-Verhältnisses. Sein inneres Band ist im wesentli- chen das Entwicklungsverhältnis der verschiedenen Profitformen zueinander. Indem der Ausgangspunkt der Ableitung, das einfache Profitverhältnis, seinerseits als Resultat der Fortentwicklung ödet als die konkrete Einlösung der in der allgemeinen Formel des Kapitals G-W-G' ausgedrückten Verwertungseigenschaft zu begreifen ist, handelt es sich im dritten Abschnitt nur um die Fortsetzung der in den beiden ersten Abschnitten vorgenommenen kategorialen Entwicklung, und zwar so weit, bis im zinstragenden Kapital G-G' die "allgemeine Formel des Kapitals auf ein sinnloses Resümee zu- sammengezogen" ist. 50) Nachdem im ersten Buch der Produktionsprozeß und im zweiten der Zirkulationsprozeß des Kapitals dargestellt worden sind, kann es im nächsten Buch nur um das fertige Kapital gehen, das Einheit von Produktions- und Zirkulationsprozeß ist. Dem Titel "Kapital und Profit" entspricht daher auch der Titel "Gesamtprozeß der ka- pitalistischen Produktion". Denn als Gesamtprozeß von Produktion und Zirkulation ist das Kapital profitproduzierendes, wie der Profit überhaupt der bestimmte Wertüberschuß des als Einheit von Produktion und Zirkulation auftretenden Kapitals ist. Der e i n f a c h e Profit wiederum ist der Wertüberschuß des Kapi- tals, der sich lediglich dessen eigener Produktions- und Zirkula- tionsbewegung verdankt, der ausschließlich der Eigenbewegung des Kapitals selbst entspringt - noch unabhängig von den Beziehungen mit anderen Kapitalen. Er ist daher zugleich der Schlußpunkt des "Kapital im allgemeinen", des rein als solches, nämlich ohne Rücksicht auf die Aktion der Kapitale aufeinander betrachteten Kapitals. G-W-G' ist realisiert, wenngleich noch auf sehr hohem Abstraktionsgrad. Nur diesen einfachen Profit hatte früher die Überschrift des dritten Kapitels gemeint, desjenigen Kapitels, in dessen Anschluß zur Konkurrenz der Kapitalien übergegangen werden sollte. Damals wie jetzt hatte Marx keineswegs die Absicht, bei der Be- trachtung des einfachen Kapital-Profit-Verhältnisses stehenzu- bleiben. Die dialektische Entwicklungsmethode des Aufsteigens vom Abstrakten zum Konkreten, die in der schrittweisen Konkretisie- rung des Kapitalbegriffs besteht, verlangt nachgerade die nähere und konkretere Bestimmung des Kapitals über die Grenzen des "Kapital im allgemeinen" hinaus. Weitergehende Bestimmung des Ka- pitals kann aber, da das Profitverhältnis die zuletzt erreichte Konkretisierungsstufe des Kapitalbegriffs darstellt, nur heißen: weitergehende Bestimmung von Kapital und Profit. Daß dazu zur Konkurrenz übergegangen werden mußte, war Marx damals schon klar gewesen - und dies, daß sich an das - Kapital im allgemeinen" oder an das einfache Profitverhältnis damals wie jetzt die "Konkurrenz" anschließt, wenn auch jetzt vermindert auf die Her- stellung der Durchschnittsprofitrate, macht in der Tat die Konti- nuität sämtlicher Aufbaupläne für das "Buch vom Kapital" aus. Die Geltung der Unterscheidung zwischen "Kapital im allgemeinen" und "Konkurrenz" in sämtlichen Darstellungsvarianten bzw. ökonomi- schen Manuskripten erhebt diese von vornherein über den Rang ei- nes bloßen Arbeitsmodells des Forschungsprozesses hinaus. Die Be- trachtung von Konkurrenzbeziehungen im Anschluß an das einfache Profitverhältnis ist auch nach der Konkretisierung des Aufbaupla- nes für den auf das "Kapital im allgemeinen" folgenden Bereich immer noch notwendig, da alle nachfolgenden Kategorien die von der Konkurrenz bewirkte allgemeine Profitrate voraussetzen bzw. ihrerseits weitere Modifikationen derselben hervorrufen. Auf der anderen Seite steht ebenso fest, daß der alte Aufbauplan mit seinem weiten und unstrukturierten Konkurrenzbegriff noch we- nig zu tun hat mit den einzelnen Entwicklungsstufen der katego- rialen Darstellung im Anschluß an den einfachen Profit, wie sie der Planentwurf von 1863 enthält. Damals war sich Marx tatsäch- lich noch nicht über die Notwendigkeit jener Schritte im klaren gewesen, weder darüber, daß er die Konkurrenz zunächst nur so weit einbeziehen konnte, wie zur Weiterbestimmung des Profits er- forderlich, noch daß er sich überhaupt im weiteren nur auf die Fortentwicklung des Kapital-Profit-Verhältnisses, auf die "allgemeinen Formen des Kapitals" im Unterschied zu seiner "realen Bewegung" 51), beschränken würde. Aufgrund seiner Konzentration auf das "Kapital im allgemeinen" war es für ihn noch nicht relevant, daß die stufenweise Konkreti- sierung des Kapitalbegriffs nicht anders als in der letztlich re- alisierten Weise vorgenommen werden kann. Aber über die Notwen- digkeit jener kategorialen Weiterentwicklung des Kapital-Profit- Verhältnisses zuungunsten einer sofortigen Betrachtung der realen Konkurrenz- und Kreditbewegung mußte Marx spätestens dann Klar- heit erlangen, als er zu konkreten Gedanken über die Fortsetzung der Darstellung jenseits des "Kapital im allgemeinen" gezwungen wurde. Also nicht erst bei der Niederschrift des neuen Planent- wurfs im Januar 1863 und wahrscheinlich auch nicht erst im Dezem- ber 1862 während der Arbeit am Text des "Dritten Kapitels. Kapi- tal und Profit". Möglicherweise hatte er schon in den "Theorien " die Darstellungsweise präzisiert - wofür einige Bemerkungen in "Revenue and its sources" über den Profit und die allgemeine Pro- fitrate sprechen 52) -, so daß er jenes Kapitel bereits mit der neuen Konzeption im Kopf anfangen konnte. Vielleicht kann die Veröffentlichung des "Dritten Kapitels" aus dem zweiten ökonomi- schen Manuskript diese Frage klären. Unser Hauptinteresse gilt indessen einer anderen Frage, nämlich derjenigen, ob das neue Strukturprinzip der Darstellung das frühere grundsätzlich aus- schließt oder ob es ein gewisses Koexistenzverhältnis zwischen ihnen gibt. Um aus der Tautologie, daß das "Kapital im allgemeinen" mit dem einfachen Profit endet, weil es mit dem einfachen Profit enden muß, herauszukommen, haben wir jene Kategorie inhaltlich festzu- legen versucht, und zwar als Einlösung der allgemeinen Formel des Kapitals. Darüber hinaus müssen wir aber jetzt begründen, warum trotz der Kontinuität des "Kapital im allgemeinen" seit Dezember 1862 ein anderes Gliederungs-Kriterium für das Buch vom Kapital ausschlaggebend geworden ist. Wenn der mit "Kapital im allgemei- nen" bezeichnete Kategorienbereich immer noch als solcher inner- halb der drei Bücher des "Kapitals" existiert und wirksam ist 53), dann müßte, da das "Kapital im allgemeinen" schon mit dem einfachen Profit abschließt, im "Kapital" tatsächlich eine ge- wisse Ü b e r s c h n e i d u n g zweier verschiedener Struk- turprinzipien vorliegen; des alten, das von der Unterscheidung zwischen dem dreigliedrigen "Kapital im allgemeinen" und der "Konkurrenz" ausging, mit dem neuen, welches im ganzen nur drei verschiedene Darstellungsebenen kennt. Der Konflikt zwischen bei- den ist jedoch offensichtlich eindeutig zugunsten des letzteren gelöst. Den Grund dafür sehen wir aber in Folgendem: Nachdem durch die konsequente Fortsetzung des Aufstiegs vom Ab- strakten zum Konkreten die Kategorienabfolge im Anschluß an das einfache Profitverhältnis nicht mehr von dem, dem "Kapital im allgemeinen" korrespondierenden, Begriff der Konkurrenz gedeckt wird, indem die Konkurrenz überhaupt "nur so weit, als die Be- trachtung der übrigen Themata erheischt" 54) betrachtet wird, hat die Unterscheidung zwischen - Kapital im allgemeinen" und "Konkurrenz" den Anspruch auf das Strukturprinzip für die gesamte Darstellung zweifellos eingebüßt. Obwohl die Änderungen lediglich den Bereich jenseits des "Kapital im allgemeinen" betreffen, tritt dadurch die Tatsache, daß das einfache Profitverhältnis noch Teil des "Kapital im allgemeinen" ist, neben dercharakteris- rischen Gemeinsamkeit des einfachen Profits mit den nachfolgen- den, nicht mehr zum "Kapital im allgemeinen" gehörigen Formbe- stimmungen in den Hintergrund. Das wesentlich Gemeinsame zwischen dem einfachen Profit und den auf ihn folgenden Kategorien, das in der Eigenschaft besteht, Entwicklungsform des Kapital-Profit-Ver- hältnisses zu sein, ist aber zumindest genauso verbindend wie seine im "Kapital im allgemeinen" begründete Gemeinsamkeit mit dem ersten und zweiten Buch. Alle auf das einfache Profitverhält- nis folgenden Kategorien sind nur Stufen seiner eigenen Wei- terentwicklung; alles sind Formbestimmungen des als Einheit von Produktions- und Zirkulationsprozeß gesetzten Kapitals. Es ist diese Gemeinsamkeit, die Marx dazu berechtigt, den einfa- chen Profit zusammen mit den nachfolgenden Formbestimmungen in einem einheitlichen Abschnitt, der nur die Entwicklungsformen des Profits betrachtet, unterzubringen, auch wenn die Grenze des "Kapital im allgemeinen" mitten durch ihn hindurchgeht. Die Tat- sache, daß das erste und zweite Buch samt dem ersten Abschnitt des dritten mit dem ursprünglichen "Kapital im allgemeinen" weit- gehend zusammenfallen, wird nicht mehr gliederungsrelevant. Auf diese Weise hat, wie Manfred Müller sagt, Marx die "Grundzüge des 'Konkurrenz'-Kapitels organisch mit dem Kapitel 'Das Kapital im allgemeinen'" verbunden 55), so daß das "Kapital" im Unterschied zu den "Grundrissen" nicht nur die immanenten Gesetze des Kapitals enthält, sondern auch deren Durchsetzungsweise an der Oberfläche der Erscheinung in allgemeinen Zügen thematisiert. Daß das "Kapital im allgemeinen" seit 1863 von einem neuen Struk- turprinzip dominierend überlagert wird, ohne daß der mit ihm ge- meinte Kategorienbereich als solcher aus der Gesamtdarstellung verschwunden wäre, ist der Grund dafür, daß Marx jenen Begriff seither nicht mehr verwendet. Das "Kapital im allgemeinen" ist in der Tat nicht mehr der Hauptstrukturgesichtspunkt der kategoria- len Entwicklung, obwohl es immer noch darin wirksam ist. Die im Planentwurf von 1863 zum Ausdruck kommende Planänderung selber, die einsetzen m u ß t e, sobald der Bereich jenseits des "Kapi- tal im allgemeinen" darstellungsrelevant wurde, hat nichts mit der Preisgabe des "Kapital im allgemeinen" zu tun, sondern nur mit seiner veränderten Gewichtung. Sie läßt sich in der Tat mit dem unterschiedlich weiten Vordringen des Darstellungsversuchs zum Konkreten hin erklären oder, wenn man so will, mit der unter- schiedlichen Reichweite des auf Darstellungsweise gerichteten Forschungsprozesses. _____ 1) Folgender Beitrag ist eine Kurzfassung wichtiger Gedankengänge aus einer breiteren Untersuchung des Autors über die Marxschen Vorarbeiten zum "Kapital", insbesondere über die Strukturge- schichte. Sie erscheint demnächst bei deb in Westberlin unter dem Titel "Vom Rohentwurf zum Kapital". 2) vgl. die Antikritik an den Kritikern der Monopoltheorie durch Braunsdorf/Löffler, Kapitalbegriff und Monopol, Westberlin (deb) 1976. 3) vgl. Manfred Müller, Auf dem Wege zum "Kapital", Westberlin (deb) 1979. Ders., Zu einigen sowjetischen Forschungsergebnissen über die Entstehungsgeschichte des "Kapital", in: Beiträge zur Geschichte der Marx/Engels-Forschung und -Edition in der So- wjetunion und der DDR, Berlin 1978, S. 114 ff. 4) vgl. Karl Marx, Friedrich Engels, Werke (MEW) Bd. 26. 2, S. 490 5) Witali S. Wygodski, Die Geschichte einer großen Entdeckung, Berlin 1967 (Moskau 1965). 6) Roman Rosdolsky, Zur Entstehungsgeschichte des Marxschen "Kapital", Frankfurt 1968. 7) vgl. Planskizze im Brief an Lasalle vom 22.2.1858. in: MEW Bd. 29, S. 551 und im Vorwort von "Zur Kritik der politischen Ökono- mie", in: MEW Bd. 13, S. 7. 8) Karl Marx, Friedrich Engels, Gesamtausgabe (MEGA) Bd. II, 3. l, Berlin 1976, S. 4. 9) Rosdolsky, a.a.O., S. 26. 10) vgl. Plan zum III. Teil oder III. Abschnitt des "Kapitals", MEW Bd. 26.1, S. 390. 11) vgl. Braunsdorf/Löffler, a.a.O. 12) Karl Marx, Das Kapital, Bd. 3, MEW Bd. 25, S. 872. 13) a.a.O., S. 184. 14) vgl. Karl Marx, Grundrisse zur Kritik der politischen Ökono- mie (Grundrisse), Berlin 1953, S. 544. 15) Das Kapital, Bd. 3, a.a.O., S. 184. 16) a.a.O., S. 206. 17) Grundrisse, S. 544. 18) a.a.O. 19) Karl Marx, Das Kapital. Bd. 1, MEW Bd. 23, S. 335. 20) Grundrisse, S. 543. 21) Das Kapital, Bd. 1, S. 618; vgl. auch S. 286. 22) Grundrisse, S. 544. 23) a.a.O., S. 683. 24) a.a.O., S. 545. 25) a.a.O., S. 450. 26) a.a.O., S. 637/8. 27) Braunsdorf/Löffler, a.a.O., S. 52. 28) Grundrisse, S. 317. 29) vgl. IMSF (Hrsg.), Das Monopol - ökonomischer Kern des heuti- gen Kapitalismus, Frankfurt 1976; darin insbesondere die Beiträge von J. Huffschmid, H. Jung und R. Katzenstein 30) Das Kapital, Bd. 3, S. 453. 31) a.a.O., S. 456. 32) Grundrisse, S. 550. 33) Das Kapital, Bd. 3, S. 453. 34) MEW Bd. 19, S. 220. 35) a.a.O. 36) Grundrisse, S. 544/5 37) a.a.O., S. 353. 38) Damit beschäftigt sich das PKA unter dem Namen "Projektgruppe Entwicklung des Marxschen Systems" schwerpunktmäßig in dem "Theorien"-Kommentar: Der 4. Band des "Kapital"?, Westberlin 1975. 39) Diese beiden Punkte stehen zusammen mit dem Zins im Zentrum des Artikels: Die Krise in der Theorie, in: Beiträge zum wissen- schaftlichen Sozialismus 4/76, S. 85 ff, insbes. S. 108-112. 40) a.a.O., S. 111. 41) vgl. Der 4. Band des "Kapital"?, a.a.O., S. 420-433. 42) V. Bader, T. Hagelstange u.a., Krise und Kapitalismus bei Marx, Frankfurt 1975, 2 Bände. 43) a.a.O., Band I, S. 106. 44) a.a.O., S. 108. 45) vgl. Helmut Reichelt, Zur logischen Struktur des Kapitalbe- griffs bei Karl Marx, Frankfurt/Wien 1970. 46) "Bisher nur gehandelt vom produktiven Kapital. Es tritt jetzt Modifikation ein durch das Kaufmannskapital." (Marx an Engels, v. 30.4.1868, in: MEW Bd. 32, S. 74). 47) Dies, daß die allgemeine Zinsrate von der allgemeinen Pro- fitrate eingegrenzt und - trotz relativer Eigenbewegung - in ge- wisser Weise von dieser bestimmt wird, ist übrigens der entschei- dende Grund dafür, die Zinsform erst im Anschluß an den Konkur- renzausgleich zu betrachten und nicht diesem vorauszusetzen, wie dies noch die "Grundrisse" vorgesehen hatten. 48) MEW Bd. 26. 3, S. 447. 49) Das Kapital, Bd. 3, S. 62. 50) MEW Bd. 26.3, S. 446. 51) a.a.O., S. 463. 52) a.a.O., S. 451. 53) Ob, warum und seit wann das erste und zweite Buch des "Kapital" über die notwendigen Mittelglieder zur Ableitung des Kapital-Profit-Verhältnisses oder das "Kapital im allgemeinen" hinausgehen - dieser Frage wird ausführlich in meiner Untersu- chung "Vom Rohentwurf zum Kapital" nachgegangen. Vgl. Anm. 1. Es betrifft hauptsächlich die Abschnitte Arbeitslohn, Akkumulation, Reproduktion des ges. Gesamtkapitals. 54) Marx an Kugelmann v. 6.3.1868, in: MEW Bd. 32, S. 539. 55) Manfred Müller, Auf dem Wege zum "Kapital", Manuskriptseite 158. zurück