Quelle: Jahrbuch des Inst. für Marxist. Studien und Forschungen 03/1980

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NEUE ÖKONOMISCHE KRISENTENDENZEN IM KAPITALISMUS

Ein Literaturbericht -------------------- Jörg Goldberg 1. Die veränderten Bedingungen der Profitproduktion - 2. Krisen als Verteilungsproblem - 3. Die Rolle von Monopolen im Akkumula- tionsprozeß - 4. Der Weltmarkt als Krisenfaktor - 5. Überindu- strialisierung und Strukturkrise - 6. Staatliche Wirtschaftspoli- tik und Wirtschaftskrisen - 7. "Lange Wellen" und technischer Fortschritt. Spätestens seit der Krise 1974/75 ist für alle entwickelten kapi- talistischen Länder eine Verlangsamung des globalen Wirtschafts- wachstums zu konstatieren. Die zyklischen Krisen scheinen tiefer zu werden, konjunkturelle Belebungen verlaufen schwächer und zö- gernder. Begleitet wird die Veränderung der ökonomischen Grund- prozesse durch Dauerarbeitslosigkeit und Inflation. Sind diese Tendenzen in den 70er Jahren für alle kapitalistischen Länder typisch gewesen, so ist für die Bundesrepublik darüber hinaus die Tatsache bemerkenswert, daß diese in den 50er und 60er Jahren ein fast ununterbrochenes wirtschaftliches Wachstum ver- zeichnen konnte, somit in den ersten beiden Jahrzehnten ihrer Existenz eine gewisse Sonderrolle spielte. Für die 70er Jahre ist ein weitgehender Verlust dieser Ausnahmeposition zu registrieren. Im folgenden Literaturbericht sollen einige Veröffentlichungen der jüngsten Zeit aus der BRD *), die sich diesen Problemen wid- men, kritisch analysiert werden. Es handelt sich um Autoren bzw. Autorengruppen mit unterschiedlichen politischen Standorten und um Arbeiten mit unterschiedlichen konkreten Intentionen, mit un- terschiedlicher empirisch-analytischer Reichweite und mit unter- schiedlicher theoretischer Fundierung. Gemeinsam ist ihnen, daß sie dem kapitalistischen System weitgehend kritisch gegenüberste- hen und z.T. mit marxistischen Ansätzen und mit marxistischem An- spruch arbeiten. Mit Ausnahme der Arbeit des den Gewerkschaften nahestehenden und inzwischen zum Mitglied des Sachverständigen- rates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung avancierten Ökonomen W. Glastetter, stammen alle hier vorgestell- ten Titel aus den letzten beiden Jahren, sind also 1978 und 1979 erschienen. Abgesehen von einigen Beiträgen aus einem Sammelband zur Geschichte der BRD, sind in dieser Literaturübersicht die Ar- beiten marxistischer Ökonomen der BRD, die die Positionen der Mo- nopol- und SMK-Theorie vertreten, nicht berücksichtigt. Die ent- sprechenden Analysen und theoretischen Argumentationen sind meist schon früher erschienen und / oder wurden in den vergangenen Aus- gaben der Jahrbücher schon dargestellt. 1) Es wird bei der Besprechung der Arbeiten nach Themenschwerpunkten vorgegangen, nicht nach Autoren oder Büchern. Dies schien dem Re- zensenten deshalb nützlich, weil so gleichzeitig ein Überblick über inhaltliche Erklärungsansätze mitgeliefert wird. Wenn im folgenden nur die Aspekte berührt werden, die eine Trend- verlangsamung des kapitalistischen Wirtschaftswachstums betref- fen, so ist dies nicht zu trennen von der Diskussion über die Ur- sachen zyklischer Wirtschaftskrisen: da die Wirtschaftsentwick- lung im Kapitalismus immer eine zyklische Verlaufsform besitzt, äußert sich die Vertiefung bzw. die Verlängerung zyklischer Kri- sen, die Abschwächung von Aufschwungsphasen auch in einer Verän- derung langfristiger Wachstumstendenzen. Eine Vergrößerung der Krisenhaftigkeit im zyklischen Verlauf ist also identisch mit ei- ner Wachstumsverlangsamung bzw. mit Tendenzen der Stagnation. Da sich die Literaturübersicht auf die Darstellung und Kritik der wichtigsten "Stagnationserklärungen" in den vorliegenden Arbeiten konzentriert, müssen andere, durchaus interessante Aspekte der Veröffentlichungen unerwähnt bleiben. 1. Die veränderten Bedingungen der Profitproduktion --------------------------------------------------- Unter kapitalistischen Produktionsbedingungen steht die Verwer- tung des Einzelkapitals im Mittelpunkt der wirtschaftlichen Ent- wicklung, nicht die Produktion von Gebrauchswerten, sondern die Produktion von Profit ist das Ziel. Das wirtschaftliche Wachstum im Kapitalismus ist in der einen oder anderen Form letztendlich immer eine Funktion der Produktionsbedingungen des Profits. Unter Abstraktion von allen konkreten Erscheinungsformen der kapitali- stischen Produktionsweise in ihrer historischen Bestimmtheit wer- den diese aber von wenigen Faktoren bestimmt: von der organischen Zusammensetzung des Kapitals (stofflich: vom Verhältnis zwischen Produktionsmitteln und lebendiger Arbeit) und von der Mehr- wertrate, dem Verhältnis von (unbezahlter) Mehrarbeit und notwen- diger (bezahlter) Arbeit. Es liegt daher nahe, eine Untersuchung ökonomischer Erscheinungen im Kapitalismus zunächst auf der Ebene dieser Faktoren anzuset- zen. Dabei besteht bei einigen Autoren die Neigung - auf der Grundlage der Marxschen Theorie vom tendenziellen Fall der Pro- fitrate - Veränderungen im ökonomischen Erscheinungsbild unmit- telbar aus Veränderungen der genannten Bedingungen der Profitpro- duktion abzuleiten. Dies steht vor allem bei Altvater / Hoffmann im Mittelpunkt. Dabei soll das Problem, wie diese abstrakten Ka- tegorien empirisch gefüllt werden, hier nicht mehr behandelt wer- den. 2) Zentrale Aussage dieser Position ist: "Je höher die Kapi- talrentabilität und je höher die Profiterwartungen auf die Neuan- lage von Kapital (Akkumulation), desto höher werden also die Ak- kumulationsquote und -rate und desto höher also auch die Wachs- tumsrate des Sozialprodukts sein." (97) Schon an dieser Stelle wird allerdings die Problematik einer Po- sition deutlich, die konkret-historische Entwicklungsprozesse im Kapitalismus unvermittelt aus Veränderungen in der organischen Zusammensetzung des Kapitals und der Mehrwertrate abzuleiten sucht. Denn entscheidend ist ja demnach das Verhältnis zwischen aktueller und erwarteter Profitrate, wobei - dies muß betont wer- den - immer der Standpunkt des Einzelkapitals maßgeblich ist. Die Profiterwartungen der Einzelkapitale hängen aber von einer Viel- zahl von Faktoren ab, die nicht unmittelbar mit der jeweiligen Wertzusammensetzung des Kapitals und der Mehrwertrate begründet werden können: Profiterwartungen der Einzelkapitale und tatsäch- liche Verwertungsbedingungen können auseinanderfallen und fallen in der historischen Tendenz notwendig auseinander. So ist der He- bel der Einzelkapitale, den diese zur Verbesserung ihrer Verwer- tungsbedingungen ansetzen, die Rationalisierung, der Ersatz von lebendiger Arbeit durch Produktionsmittel, tatsächlich ein Moment für die Verschlechterung der Produktionsbedingungen von Profit. Es ist schon deshalb eine unzulässige Vereinfachung des eigenen Ansatzes, wenn Altvater / Hoffmann die Verlangsamung des Akkumu- lationstempos und des Wirtschaftswachstums der Bundesrepublik zentral aus der seit Mitte der 50er Jahre tendenziell sinkenden Kapitalrentabilität (als Indikator der Profitrate) ableiten. Die "Kapitalrentabilität" hängt konkret-historisch zudem nicht nur von Kapitalzusammensetzung und Mehrwertrate ab, sondern von einer Vielzahl von Faktoren, bei denen z.B. der Auslastungsgrad der Ka- pazitäten, aber auch (wie Altvater / Hoffmann selbst erwähnen) Übertragunsprozesse von Profit durch den internationalen Handel eine Rolle spielen. Die "politisch unmittelbar relevante Fragestellung", ob die sin- kende Kapitalrentabilität in erster Linie eine Folge der verän- derten Kapitalzusammensetzung oder eines Anstiegs der Lohnquote ist (90), ist daher auch eine unzulässige Vereinfachung des Pro- blems. Sie schließt andere Erklärungen, z.B. den Wegfall von Ex- traprofiten bei der Rohstoffbeschaffung, immanente Tendenzen zu wachsender Verschwendung von Produktivkräften usw. praktisch aus. Die gestellte Frage wird von Altvater / Hoffmann auch nicht ab- schließend entschieden. Es wird hervorgehoben, daß der Zwang zur Umwälzung der Produktionsmethoden bis in die 60er Jahre noch zu einem Anstieg der Mehrwertrate geführt hatte. Gleichzeitig aber wurden durch diese Umwälzungen auch Schranken für eine Senkung der Lohnquote und eine weitere Steigerung der Mehrwertrate ge- setzt: "So werden die Voraussetzungen der hohen Mehrwerte nach und nach zersetzt." (102) In den 70er Jahren kommt es dann zunächst zu einem so starken Anstieg der Lohnquote, daß auch die Mehrwertrate zurückgeht. Diese Entwicklung wird von Altvater / Hoffmann vor allem als Folge des zunehmenden Umfangs unprodukti- ver Arbeit gesehen. Aus dieser Darstellung ergibt sich die Frage, ob es dem Kapita- lismus durch den seit 1975/76 andauernden Prozeß der Umverteilung zugunsten der Gewinne und die damit verbundene Senkung der Lohn- quote gelingen kann, die Kapitalrentabilität wieder zu erhöhen und die Stagnationstendenz zu überwinden. Altvater / Hoffmann scheinen dies zu verneinen, da sie eine Krisenlösung - durch quantitative Verschiebungen der Lohn-Profit-Relation" weder in die eine noch in die andere Richtung für wirksam halten. (399) Diese Auskunft muß aber unbefriedigend erscheinen, da vorher doch die Kategorie der "Kapitalrentabilität" im Mittelpunkt der Ana- lyse stand und diese nach der Darstellung der Autoren durchaus durch "quantitative Verschiebungen der Lohn-Profit-Relation" er- heblich beeinflußt wurde. Von einem ähnlichen Ausgangspunkt ausgehend - der Untersuchung der Produktionsbedingungen des Profits - kommen die SOST zu etwas anderen Schlußfolgerungen. Sie konstatieren in der Tendenz eine steigende Kapitalzusammensetzung und eine steigende Mehrwertrate. In den 70er Jahren kommt es zu einem Umbruch: während bis dahin eine beschleunigte Akkumulation dafür gesorgt hatte, daß trotz sinkender Profitrate die Masse des produzierten Mehrwerts noch steigt, bricht "mit dem sechsten industriellen Zyklus in der BRD die einzig mögliche Bewegungsform der antagonistischen Produkti- onsgesetze des Kapitals tendenziell auf". (52) Immerhin ist den Autoren bewußt: "Warum dieses Aufbrechen der Be- wegung gerade jetzt passiert, kann nicht allein aus der fallenden Profitrate erklärt werden ."(53) Zwar hatten auch Altvater / Hoffmann neben den genannten Faktoren andere Momente aufgezählt - Weltmarkt, Inflation, Monopole - sie hatten diese aber mit ihrem zentralen Ansatz, der Entwicklung der Kapitalrentabilität, nicht vermittelt. Der notwendige Schritt von der Untersuchung der allgemeinen Pro- duktionsbedingungen des Profits auf der Abstraktionsebene des er- sten Bandes des - Kapital" in Richtung auf deren konkrete Er- scheinungsformen wird im Buch der SOST immerhin in einem Punkt getan: sie untersuchen die Verteilungsverhältnisse des Profits zwischen industriellem und Geldkapital und kommen zu dem Schluß, "daß innerhalb des betrachteten Zeitraums sich eine Veränderung im Verhältnis oder der Kräftekonstellation zwischen industriellen und kommerziellen Kapitalisten auf der einen Seite, Geldkapitali- sten oder Kapitalverleiher auf der anderen Seite in der Bundesre- publik vollzieht ".(85/86) Nun bleibt unklar, ob diese Entwick- lung als Ursache oder als Folge der verlangsamten Akkumulation des produktiven Kapitals gesehen wird: drückt das zunehmende Ge- wicht der Geldkapitalisten, deren wachsender Anspruch an den Ge- samtprofit die Verwertung des produktiven Kapitals oder ist der steigende Anteil des zinstragenden Kapitals einfach Ausdruck der fehlenden Anlagemöglichkeiten im produktiven Kapital? Es finden sich hier Ansätze zur Vermittlung ihrer These eines zu- nehmenden Gewichts des Geldkapitals mit weiter unten dargestell- ten Monopolerklärungen - eine Behauptung, die von den Autoren der SOST sicher vehement zurückgewiesen würde. Allerdings erweist sich ihre Abgrenzung von der Theorie des staatsmonopolistischen Kapitalismus, um die sich diese Autorengruppe explizit bemüht, als immer weniger glaubwürdig, müssen sie in der Praxis doch die gleichen Strukturveränderungen des Kapitalismus konstatieren, von denen auch die SMK-Theorie ausgeht. So mutet es etwas krampfhaft an, wenn einerseits die wachsende Rolle des Geldkapitals als Fak- tor der Wachstumsverlangsamung angeführt und andererseits die Be- deutung des Finanzkapitals für den Verlauf des kapitalistischen Reproduktionsprozesses als bestenfalls am Rande interessant be- zeichnet wird. Begründet wird dies mit dem Hinweis, das Bank- und Versicherungs- kapital, die Vermittlungsinstanz des Geldkapitals, könne nur we- niger als fünf Prozent des Gesamtprofits auf sich ziehen. Wie die Autoren aber selbst wissen, geht es bei der Kategorie des Finanz- kapitals nicht bloß um eine "Suprematie der Banken etc." (92), sondern um die Verschmelzung von Industrie- und Bankkapital. Die Gewinne der Banken spielen daher keineswegs die zentrale Rolle und können infolgedessen auch nicht als Indikator für das gesamt- wirtschaftliche Gewicht des Finanzkapitals betrachtet werden. Wenn die SOST konstatieren: "Das größere und überproportionell wachsende Volumen der gesamten Vermögenseinkommen landet in den Taschen der bloßen Kapitaleigentümer" (92), so ist hinzuzufügen, daß zu diesen "bloßen" Kapitaleigentümern eben auch Teile des In- dustriekapitals gehören, nämlich vor allem die Monopole, die sich - wie Analysen zeigen - in immer stärkerem Maße als Geldkapitali- sten betätigen. 3) Ähnlich krampfhaft erscheinen die Bemühungen um eine Abgrenzung von der "Monopoltheorie " auch bei Altvater·/ Hoffmann. Diese se- hen zwar einerseits die große Bedeutung der Konzentration und Zentralisation des Kapitals für den Reproduktionsprozeß und räu- men ein, daß die großen Kapitale sich insgesamt Vorteile ver- schaffen können. Es wird die Monopolisierung als wichtiges Moment der Strukturveränderungen des Kapitalismus erkannt, allerdings nicht als bestimmendes Moment einer Entwicklungsphase des Kapita- lismus begriffen. Die Begründung für diese Haltung klingt aller- dings wenig überzeugend: "In den Grenzen des Monopolprofits je- denfalls wird entgegen den Annahmen der Monopoltheorie deutlich, daß auch die Monopole den Bedingungen der Kapitalreproduktion, wie sie durch das Wertgesetz reguliert werden, unterworfen blei- ben." (154) Ganz abgesehen davon, daß es durchaus empirische Be- lege für die von Altvater / Hoffmann bestrittene dauerhafte Über- durchschnittlichkeit monopolistischer Profitraten gibt 4), wird kein marxistischer "Monopoltheoretiker" behaupten, Monopole stün- den außerhalb der Bedingungen der Kapitalreproduktion. Indem Alt- vater / Hoffmann, aber auch die SOST der SMK-Theorie unterstel- len, sie ginge von einer Unabhängigkeit der Monopole von den Be- wegungsgesetzen der kapitalistischen Produktionweise aus, wird ein 'Pappkamerad' aufgebaut, den abzuschießen dann wenig Mühe macht. Die genannten Autoren beschreiben in vielen Punkten richtig die Wirkungen von Konzentration und Zentralisation und der Herausbil- dung des Finanzkapitals, scheuen sich aber, diese Veränderungen auf den Begriff zu bringen. 2. Krisen als Verteilungsproblem -------------------------------- Krisen und Stagnationstendenzen werden in den oben dargestellten Positionen im Kern aus veränderten Produktionsbedingungen des Profits abgeleitet, wobei teilweise übersehen wird, daß die für das Einzelkapital empirisch sichtbare Profitrate nicht nur von der gesellschaftlich-durchschnittlichen Zusammensetzung des Kapi- tals und der Mehrwertrate abhängt, sondern konkret-historisch von einer Vielzahl von Faktoren. Dabei spielt das Verhältnis von Pro- duktion und Realisierung eine wichtige Rolle. Eine Untersuchung der Produktionsbedingungen des Profits reicht für eine Analyse also nicht aus, es ist der Zusammenhang von Profitproduktion und Profitrealisierung zu untersuchen. Dieser Realisierungsaspekt steht bei Zinn im Mittelpunkt, der die Auswirkungen von Ungleichgewichten auf dem Markt auf die Verwer- tung des Kapitals als Hauptursache von Profitproblemen sieht. Dabei geht Zinn explizit davon aus, daß die in der Theorie des tendenziellen Falls der Profitrate im Mittelpunkt stehende Ten- denz zur wachsenden organischen Zusammensetzung von Kapital nur zeitweilig existiert: "Denn der technische Fortschritt verbilligt auch die Produktionsmittelproduktion, so daß auch das bereits in- vestierte Kapital mit dem aus Abschreibungen finanzierten Erneue- rungsprozeß im Wert sinkt." (35) Dies wird allerdings von Marx nicht bestritten: es ist dies eine dem Fall der Profitrate entge- genwirkende, ihn aber nicht außer Kraft setzende Tendenz. Die Steigerung der Produktivkraft der Arbeit verbilligt die Produkti- onsmittel ähnlich wie die Konsumtionsmittel. Entscheidend ist aber, daß die Methoden zur Erhöhung der Produktivkraft nach Marx' Ansicht in der Tendenz mit einer vergrößerten Anwendung von ge- ronnener im Verhältnis zur lebendigen Arbeit verbunden ist, d.h. die Verbilligung der Produktionsmittel wird in ihren Auswirkungen auf die Kapitalzusammensetzung durch eine vergrößerte Anwendung überkompensiert. Die Probleme des Kapitalismus liegen nach Zinns Ansicht auf einem anderen Gebiet: <?>sen unproblematisch sein, denn entsprechend der hohen Konsumquote könnte eine niedrige Investitionsquote wirtschaftspolitisch festgelegt werden. Da aber die kapita- listische denen Produktionskapazitäten müssen im Gleichgewichts- zustand durch die vorhandene Nachfrage ausgelastet werden, wobei die Investitionsnachfrage sowohl über den Umfang der Gesamt- nachfrage als auch über den Umfang der Produktionskapazitäten entscheidet. Unter kapitalistischen Bedingungen profitabhängiger Investitionen impliziert das "Kapazitätsgleichgewicht" zusätzlich ein bestimmtes "Verteilungsgleichgewicht". Dabei kommt es zu einem "Lohn-Profit-Dilemma". (38) Eine hohe Lohnquote gewähr- leistet zwar eine günstige Auslastung der Kapazitäten, ist aber notwendig mit einer niedrigen Profitquote verbunden. Dies würde unter nicht-kapitalistischen Produktionsverhältnissen unproblema- tisch sein, denn entsprechend der hohen Konsumquote könnte eine niedrige Investitionsquote wirtschaftspolitisch festgelegt werden. Da aber die kapitalistische Investitionsfunktion gewinn- abhängig ist, führt eine niedrige Profitquote zum Abbruch der Investitionstätigkeit und so wiederum zur Verletzung des Kapazitätsgleichgewichts. Umgekehrt aber ist auch eine hohe Profitquote kein Gleichgewichtsgarant, da diese mit einer niedrigen Lohn- und Konsumquote verbunden ist. Die durch die hohen Profite hervorgerufenen Investitionen können nicht ausge- lastet werden, es kommt zu einem auslastungsbedingten Profit- verfall. Zinn möchte zeigen, "daß bei plausiblen Annahmen zur Konsum- und Investitionsentwicklung einerseits und den Renta- bilitätsanforderungen andererseits kein lösbares Gleichgewichts- modell konstruierbar ist." (74) Dies übersieht allerdings, daß die zyklische Krise, die Zinn nach Ansicht des Rezensenten hier in wesentlichen Punkten zutreffend erklärt, selbst das Instrument zur Herstellung des notwendigen - Gleichgewichts" ist. Die Krise vernichtet Kapital und damit auch - relativ zur Gesamtnachfrage - Produktionskapazitäten und stellt eine hohe Profitquote wieder her, gewährleistet also zeitweilig das notwendige Kapazitäts- und Verteilungsgleichgewicht als Aus- gangspunkt eines neuen Aufschwungs. Zu klären wäre, warum die Krisen gegenwärtig diese Gleichgewichtsfunktion nicht mehr zurei- chend ausfüllen, so daß es auch im Aufschwung zu Massenarbeitslo- sigkeit und unausgelasteten Kapazitäten kommt. Zur Erklärung dieser Erscheinung bezieht Huffschmid die Produkti- onsbedingungen des Profits ein, die von Zinn vernachlässigt wer- den. Auch bei Huffschmid wird "der Grund der zyklischen Krise" darin gesehen, - daß die Unternehmen unter dem Zwang zur Akkumu- lation einen Produktionsmittelbestand schaffen, dessen volle Aus- lastung eine Produktmenge hervorbringen würde, die wegen der zu- rückgebliebenen Konsumnachfrage nicht mehr profitabel zu verkau- fen ist". (52) Gleichzeitig wird aber darauf verwiesen, daß eine Folge der Akkumulation ein Anwachsen des Kapitalstocks ist, der zu seiner Verwertung immer höherer Profite bedarf. Unter der An- nahme steigender Kapitalintensität muß der Anteil des der Verwer- tung dienenden Teils des gesellschaftlichen Neuprodukts, d.h. die Profitquote zunehmen, soll eine auch nur gleichbleibende Pro- fitrate erreicht werden. Die Konsumquote muß also sinken, was gleichzeitig die Auslastungsprobleme verschärft. Eine solche Ent- wicklung würde in der Tendenz dazu führen, daß die die Gleichge- wichtsbedingungen zeitweilig wiederherstellenden Krisen tiefer werden müßten. Da Krisen aber nicht nur einen positiven Reini- gungseffekt haben, sondern auch destruktive Wirkungen entfalten, würde sich daraus auch in der Tendenz eine Zunahme der wirt- schaftlichen Schwierigkeiten des Kapitalismus ergeben. Da Zinn eine generelle Tendenz zur Zunahme der organischen Zusam- mensetzung des Kapitals nicht für wahrscheinlich hält, begründet er die auch von ihm gesehene Tendenz zu zunehmender Labilität der Gleichgewichtsbedingungen im Kapitalismus allein aus Widersprü- chen der Profitrealisierung. Der "Niedergang des Profits" ist vor allem Folge eines gestörten "Kapazitätsgleichgewichts". Dabei geht er davon aus, daß die In- vestitionstätigkeit einerseits zeitweilig die Nachfragelücke schließt, andererseits infolge des damit verbundenen Kapazitäts- erweiterungseffekts aber neue Ungleichgewichte schafft. Die Tiefe der Disproportionen hängt also wesentlich mit dem Verhältnis zwi- schen Nachfrageeffekt und Kapizitätserweiterungseffekt der Inve- stitionen zusammen: Da der technische Fortschritt nach Ansicht von Zinn die Effektivität der Investitionen erhöht, vergrößert er auch die Ungleichgewichte: "Je größer der marginale Kapitalkoef- fizient, d. h. je kleiner die marginale Kapitalproduktivität, de- sto höher die geplante Investition. Betrachtet man nur diesen Zu- sammenhang, so wäre in einer Situation mit unzureichender Inve- stitionstätigkeit die kapitalistische Wirtschaft um so stärker von Kontraktion und Krisen bedroht, je effizienter die modernste Produktionstechnik, die sich im marginalen Kapitalkoeffizienten darstellt." (44) Unter diesem Gesichtspunkt wäre ein Rationalisierungsschub bei einer insgesamt ungünstigen Konstellation der Märkte der Grund dafür, daß die die Krise verursachende Disproportion zwischen Produktion und Konsum auch dann nicht überwunden werden kann, wenn die Profitquote ansteigt: die vom Unternehmer geplante Kapa- zitätszunahme erfordert relativ geringere Investitionsmittel, so daß die zusätzliche Investitionsnachfrage nicht ausreicht, um zu einer auch nur vorübergehenden vollen Auslastung der existieren- den Kapazitäten zu führen. Oder umgekehrt: Eine die Disproportion zwischen Konsum und Produktion zeitweilig überbrückende Investi- tionsnachfrage würde zu einem beschleunigten Kapazitätszuwachs führen und eine erneute Lücke zwischen Kapazitäten und Gesamt- nachfrage öffnen. "Überspitzt läßt sich sagen, daß Unterbeschäf- tigung und Krise um so wahrscheinlicher werden, je stärker die technische Kapitalproduktivität steigt..." (49) Als 'Lösung' dieses Dilemmas auf kapitalistischer Grundlage sieht Zinn eine Tendenz zum "Industriefeudalismus". Auf die eine oder andere Art muß dafür gesorgt werden, daß die zur Verwertung des eingesetzten Kapitals 'notwendigen' Profite, die wegen des feh- lenden "Kapazitätsgleichgewichts" nicht investiert werden, trotz- dem nachfragewirksam werden. Zinn sieht infolgedessen die Ten- denz, immer größere Teile des gesellschaftlichen Neuprodukts in Form von Luxuskonsum, von unproduktiven Ausgaben zu verwenden. Allerdings hält er eine "industriefeudalistische Lösung" für po- litisch nicht durchsetzbar, da sie ja auf eine Senkung der Lohn- quote bei wachsender gesellschaftlicher Verschwendung auf der Seite der Kapitaleigner hinausläuft. Eine solche Entwicklung würde zwar ein gewisses ökonomisches Gleichgewicht im Kapitalis- mus gewährleisten, wäre allerdings mit einer zunehmenden Ver- schwendung von Wachstumspotenzen verbunden. Interessant ist immerhin, daß die Zunahme unproduktiver Bereiche von allen Autoren als kennzeichnend für die Entwicklung der 70er Jahre gesehen wird: Altvater / Hoffmann begreifen die Zunahme un- produktiver Arbeit als Ursache einer hohen Lohnquote, SOST spricht vom zunehmenden Gewicht des Geldkapitals, Huffschmid weist auf monopolistische - unproduktive - Profitverwendungsstra- tegien hin. "Industriefeudalismus" als Ursache von Wachstumsver- langsamung setzt allerdings eine veränderte Struktur des Kapita- lismus voraus. Zinn: "Das industriefeudalistische Szenario ist natürlich historisch schief. Denn Industriefeudalismus im eigent- lichen Sinne hieße ja, daß die Kapitaleigner auf die Akkumulation verzichteten, ihre Einkommen nicht mehrwertschaffend einsetzten, sondern - wie im vorindustriellen Feudalismus - als Quelle ihres üppigen Konsums begriffen." (81) Dies setzt eine Situation vor- aus, in der eine beschleunigte Akkumulation von Kapital von Ein- zelkapitalisten nicht mehr als Instrument zur Erhöhung des Pro- fits angesehen werden kann. 3. Die Rolle von Monopolen im Akkumulationsprozeß ------------------------------------------------- Der Prozeß der Konzentration und Zentralisation des Kapitals als unternehmerische Gegenstrategie gegen Profitratenverfall und Überakkumulation wird von den meisten Autoren als Vorgang gese- hen, der die Instabilität des Kapitalismus vergrößert. Dies gilt auch für Altvater / Hoffmann, die das Monopol aber nicht als be- stimmende Kategorie des Reproduktionsprozesses akzeptieren. Eine zentrale Rolle bei der Erklärung der Entwicklung der 70er Jahre spielt es vor allem bei Huffschmid. Der Prozeß der Heraus- bildung von Monopolen als Strukturdifferenzierung im Gesamtkapi- tal ist für ihn ein wesentliches Moment der Entwicklung der Kapi- talismus. Der Begriff der Strukturdifferenzierung ist dabei wich- tig: Im Gegensatz zur Darstellung der "Monopoltheorie" bei Altva- ter / Hoffmann wird der Monopolisierungsprozeß nicht bloß als Bildung immer größerer und immer weniger Einzelkapitale begrif- fen, auch der nichtmonopolistische Sektor als notwendiges 'Milieu' reproduziert sich. Nach Ansicht von Huffschmid hat der Konzentrationsprozeß Ende der 60er und Anfang der 70er Jahre eine neue Qualität erreicht. Etwa seit 1966/67 ist die Fusion, der Zu- sammenschluß selbständiger Unternehmen, die typische Erscheinung. Die marktbeherrschenden Unternehmen haben generell bessere Zu- griffsmöglichkeiten auf die Bedingungen der Kapitalverwertung. In der Tendenz gelingt es den Monopolen, sich einen größeren Teil des Gesamtprofits anzueignen als es ihrer relativen Kapitalgröße entspricht, die Akkumulationsfähigkeit des nichtmonopolistischen Kapitals wird dadurch gemindert. Dieser überdurchschnittlich beim Monopolkapital konzentrierte Profit wird jedoch nicht entsprechend in Form von Realkapital ak- kumuliert, würde doch eine den günstigen Verwertungsbedingungen entsprechende Erweiterung der Produktionskapazitäten die Preis- setzungsmacht der Monopole untergraben. Es wird also dort ein zu- nehmender Profitteil in Form von Geldkapital bzw. von Kapitalex- port angelegt und dem inländischen Nachfragekreislauf entzogen. "In dem Maße, wie Profite in überdurchschnittlichem Umfang bei den Monopolen zentralisiert und in unterdurchschnittlichem Umfang in reale Nachfrage transformiert werden, wird die zyklische Nach- frageschwäche dauerhaft verstärkt." (64) Selbst eine Verbesserung der Verwertungsbedingungen, wie sie in und durch die Krise herge- stellt zu werden pflegt - dies gilt für die letzten Jahre seit 1976 in vollem Umfang - wird also nicht zu einer entsprechenden Belebung der Akkumulation führen. Es wurde bereits oben vermerkt, daß fast alle Autoren die Konzen- tration und Zentralisation des Kapitals als krisenverschärfend ansehen, auch dann, wenn sie die "Monopoltheorie" explizit ableh- nen. Dies vollzieht sich vor allem über eine Erklärung der Infla- tion. Altvater / Hoffmann konstatieren als besonderes Merkmal seit Mitte der 60erjahre die Tatsache, daß die Preise auch in zy- klischen Krisen nicht mehr sinken. Der zyklische Preisrückgang aber ist wichtig zur Stabilisierung der realen Nachfrage in der Krise und zur Auslastung der Kapazitäten, schafft also mit die Bedingungen für einen neuen Aufschwung. Die Hemmung dieses Mecha- nismus muß also Krisen vertiefen und verlängern. Altvater sieht - die Möglichkeit der Inflation durch die Konstruktion des Geldsy- stems gegeben - die Ursache dieser fehlenden Preisflexibilität nach unten im zunehmenden Fixkostenanteil: bei Produktionsrück- gang gehen die Stückkosten nicht mehr entsprechend zurück. Nun können die Folgen einer solchen Veränderung der Kapitalstruk- tur in Richtung auf einen höheren Fixkostenanteil unterschiedlich sein: Bei Funktionsfähigkeit der 'freien Konkurrenz' würden die Preise trotzdem zurückgehen, die Verluste hätten die Einzelkapi- tale zur tragen. Oder aber die Kapitale gehen zu einem abgestimm- ten Preisverhalten über, d.h. sie wenden monopolistische Preis- strategien an. Da sich Altvater / Hoffmann mit dieser Inflations- erklärung in große Nähe zur SMK-Theorie begeben, versuchen sie sich durch folgenden Satz abzugrenzen: "Es muß hier aber hervor- gehoben werden, daß der Zwang zur Preiserhöhung gerade in der Krise aus der Kapitalstruktur, wie sie sich im Verlauf der Akku- mulation herausgebildet hat, folgt und daß die Macht des Mono- pols, d.h. umgekehrt formuliert: die eingeschränkte Konkurrenz eine Bedingung (und nicht die Ursache) dafür ist, daß diesem Zwang Rechnung getragen werden kann. Darüber hinaus ergeben sich aber handfeste Grenzen für die Preiserhöhungsspielräume der Mono- pole." (194) Real bleibt allerdings als Kritik an der "Monopoltheorie" auch hier nur noch recht wenig übrig: ist es doch gerade ihr Bemühen, die Herausbildung der Monopole als gesetzmäßige Folge des kapita- listischen Akkumulationsprozesses herauszuarbeiten, wobei der steigende Anteil des fixen Kapitals ein wichtiges Moment ist. Und die Feststellung, daß es "Grenzen" für monopolistische Preiserhö- hungen gibt, ist - auch wenn diese als "handfest" bezeichnet wer- den - nur eine Banalität, die niemand bestreitet. Ähnliche Inflationserklärungen finden sich auch bei Zinn und bei Müller / Rödel. Zinn führt als Begründung auch die hohe Fixko- stenbelastung an, betont aber: "Jedoch läßt sich ein solches Preisverhalten nur dann realisieren, wenn keine idealtypische Preiskonkurrenz besteht, d.h. anomale Preisreaktionen setzen mehr oder weniger monopolisierte Märkte voraus." (18) Als Widerspruch kann dabei auffallen, daß Zinn die Inflation als relativ neue Er- scheinung zwar mit der hohen Fixkostenbelastung erklärt, anderer- seits aber eine Tendenz zur steigenden organischen Zusammenset- zung des Kapitals nicht sieht. Auch bei Müller / Rödel, die eben- falls die Marxsche Grundannahme eines mit dem technischen Fort- schritt verbundenen Ersatzes von lebendiger Arbeit durch Produk- tionsmittel für "unbewiesen" (29) halten, wird andererseits die Inflation mit der hohen Fixkostenbelastung in Verbindung ge- bracht. Im Begründungszusammenhang von Zinn sind inflationistische Umver- teilungsstrategien Momente zur Vergrößerung des Kapazitätsun- gleichgewichts, sie mindern die zur Auslastung der Kapazitäten notwendige Konsumnachfrage. Auch Müller / Rödel gehen davon aus, - daß das System der Güterpreise in kurzfristiger Sicht weitge- hend unabhängig von Marktungleichgewichten bestimmt ist und somit seine Marktregulierungsfunktion kaum noch existiert". (53) Die Profitansprüche der Unternehmer können in der Regel durch einen Profitaufschlag auf die Kosten realisiert werden. Dies vergrößert die Instabilität des gesamten Systems, die durch einzelwirt- schaftliche Reaktionen gekennzeichnet ist, die das gesamtwirt- schaftliche Gleichgewicht immer weiter zerstören: Bei rückläufi- ger Nachfrage werden die Preise nicht entsprechend gesenkt, die Kapazitätsauslastung sinkt weiter und ruft auf dem Umweg über verringerte Investitionen einen weiteren Nachfragerückgang her- vor. 4. Der Weltmarkt als Krisenfaktor --------------------------------- Die veränderte Weltmarktsituation als Moment der Wachstumsver- langsamung gilt den meisten Autoren vor allem als wichtiger Grund für den Verlust der relativen Sonderposition der Bundesrepublik. Der Beitrag von Boris beschäftigt sich ausschließlich mit der Weltmarkteinbindung der Bundesrepublik, ein Aspekt, der in ökono- mischen Analysen oft unterrepräsentiert war. (156) Die günstige Weltmarktposition hatte die Bundesrepublik in den 50er und 60er Jahren vor tiefen Krisen bewahrt, die Veränderungen auf dem Welt- markt sind daher als ursächlich für die zunehmenden Schwierigkei- ten der BRD zu betrachten: "Letztlich muß ein dauerhafter Han- delsbilanzüberschuß als 'Appropriation fremder Kaufkraft' (W. Hofmann) angesehen werden, der sich unter anderem aus besonders günstigen Ausbeutungsbedingungen im eigenen Land erklärt: er stellt gleichzeitig eine Form der Loslösung der Produktion von der (nationalen) Konsumtionskraft dar ..." (173/174) Begünstigt durch niedrige Lohnkosten, günstige "Terms of Trade" und eine der raschen Weltmarktexpansion entsprechende vorteilhafte Export- struktur (Investitionsgüter) konnte die Bundesrepublik die mit der vergleichsweise niedrigen inländischen Konsumnachfrage ver- bundenen Disproportionen auf den Absatzmärkten umgehen, Konjunk- tureinbrüche abmildern und Belebungen beschleunigen. Dies war insbesondere in der Weltwirtschaftskrise 1974/75 nicht mehr der Fall, wobei sich Grenzen der Außenhandelsexpansion aber schon nach 1966/67 abzuzeichnen begannen. Dabei muß die "Tatsache, daß die Krise von 1974-76 mehr oder minder synchron alle entwickelten kapitalistischen Länder erfaßte, als besonders wichtig für ihre Dauer und Tiefe angesehen werden". (189) Boris geht allerdings nicht auf die Frage ein, ob es sich dabei um einen historischen Zufall handelt oder ob die Tendenz zur Syn- chronisierung der Konjunkturen vorherrschend ist. 5) Dies würde Rückschlüsse auch auf längerfristige Wachstumsperspektiven des Kapitalismus zulassen. Neben diesem Aspekt nennt Boris aber mehrere andere Faktoren, die die außenwirtschaftliche Position der BRD in den 70er Jahren ver- schlechtert haben und die weiterwirken. So hat der Zusammenbruch des Systems von Bretton Woods und die damit verbundene Höherbe- wertung der DM der Ausweitung des Exportüberschusses Grenzen ge- setzt. Hinzu kommt - allerdings bisher erst in Ansätzen - die Folge des seit 1966/67 verstärkten Kapitalexports: Tendenziell werden dadurch Absatzmärke im Ausland durch ausländische Direkin- vestitionen ersetzt. Auch die veränderte Entwicklungsstrategie, die den Entwicklungsländern eine "Partialindustrialisierung" zu- gesteht (182), wird als den Export begrenzender Faktor genannt, wobei Auswirkungen allerdings erst für die Zukunft zu erwarten sind. Die "Ölkrise" und die Erhöhung der Rohölpreise wird eben- falls als "verstärkender Umstand " (189) der Krise genannt, wobei Boris dies allerdings nicht näher darstellt. Im Kontext betrach- tet wird die - Ölkrise" wohl vor allem als Moment der Synchroni- sierung der Konjunkturen gesehen. Während Boris - ohne daß hier auf krisentheoretische Aspekte ex- plizit eingegangen wird - den Nachfrageeffekt des Exports in den Mittelpunkt stellt, gehen Altvater / Hoffmann auf den Export als Instrument zur Erzielung von Extraprofiten ein, d. h. auf die Auswirkungen für die Produktion bzw. die Aneignung des Profits. Während die USA auf dem Weltmarkt Extraprofite erwirtschafteten, weil sie einen Produktivitätsvorsprung besaßen, gelang dies der Bundesrepublik infolge ihres niedrigen Reallohnniveaus. Erst mit der Angleichung des Produktivitätsniveaus und der Lohnkosten ver- schwanden die wechselseitigen Vorteile und damit auch die Ex- traprofite. Der Übergang zu flexiblen Wechselkursen verringerte den Preisvorteil der Bundesrepublik weiter. Ähnlich sehen die SOST die Funktion des Außenhandels: "Ein ge- wichtiger Grund der Akkumulationskraft des BRD-Kapitals war aber in der Vergangenheit die überproportionale Expansion des Exports - nicht nur dem Volumen nach, sondern hinsichtlich der unzweifel- haften Aneignung von Mehrwertbestandteilen anderer Nationen, die sich aus der überlegenen Stellung der Konkurrenz ergab." (65) Die Synchronisierung der Konjunkturzyklen hat diese Ausweichmöglich- keit verringert, wobei die SOST das Vordringen Japans auf den Weltmärkten als ein den Spielraum des BRD-Kapitals zusätzlich verringerndes Element betrachten. Eine gewisse Schwäche in der Darstellung der Rolle des Außenhan- dels sowohl bei Altvater / Hoffmann als auch bei den SOST ist die Tatsache, daß der Einflußfaktor - Extraprofite" zwar erwähnt wird, in der Analyse der Verwertungsbedingungen des Kapitals aber nicht mehr auftaucht. Welche Bedeutung die Aneignung fremder Mehrwertbestandteile über den Außenhandel für die Verwertungsbe- dingungen des BRD-Kapitals besitzt, bleibt so völlig unklar, em- pirisch verschwindet dieses Moment in der Darstellung von organi- scher Zusammensetzung des Kapitals und Mehrwertrate. 5. Überindustrialisierung und Strukturkrise ------------------------------------------- Der Export spielt auch bei Glastetter eine große Rolle, aller- dings ausschließlich als Absatzfaktor, Glastetters Arbeit ver- steht sich allerdings mehr als systematische Beschreibung der Wirtschaftsentwicklung der BRD denn als Analyse, wobei einige spezifische Ursachenaussagen nicht zu übersehen sind. Die Krise in der Bundesrepublik wird von Glastetter vor allem als "Strukturkrise" gesehen, als verpaßte oder verspätete Anpassung der Produktionsstruktur an die neuen Bedingungen. - Sicher ist aber dies: Die Bundesrepublik hat zu einem Zeitpunkt noch auf die Stabilität von Rahmenbedingungen gesetzt, als diese abzubröckeln begannen. Als sie sich ins Gegenteil verkehrten, war die bislang schwerste Nachkriegsrezession in der Wurzel angelegt; man war strukturpolitisch nicht vorbereitet." (48) Glastetter sieht dies zwar nicht als einzige Krisenursache, geht aber von der wachsen- den Bedeutung von Strukturproblemen aus. Das wichtigste Strukturproblem besteht seiner Ansicht nach in der überproportionalen Entwicklung des produzierenden (sekundären) Sektors. Bei der Herausbildung dieser Probleme spielt die zuneh- mende Außenhandelsverflechtung eine wichtige Rolle: "Im Zuge der Exportbegünstigung wurden in der Binnenwirtschaft Kapazitäten ge- schaffen, die nur noch über den Export auszulasten sind." (209) Hinzu kommt die einseitige Struktur des Außenhandels, die Konzen- tration auf Investitionsgüter einerseits und die entwickelten ka- pitalistischen Industrieländer andererseits: "Dies hat zur nahe- liegenden Konsequenz, daß die Bundesrepublik zunehmend 'auf Ge- deih und Verderb' an die wirtschaftlichen Entwicklungsprozesse in eben diesen Industrieländern angebunden ist." (222/228) Die Welt- wirtschaftskrise hat also die Krise in der Bundesrepublik nicht verursacht, sondern hat nur die falsche Struktur offengelegt, die durch die günstige Exportsituation der BRD lange Zeit überdeckt worden war. Zwei Momente stellt Glastetter hier heraus: Der "Ölschock" von 1973 belastete die Zahlungsbilanzen der kapitalistischen Indu- strieländer und zwang sie zu einer Politik der Nachfragedrosse- lung. Außerdem führte die "Weltwährungskrise" zu einer Aufwertung der DM und machte lange gehegte Preisvorteile im Außenhandel zu- nichte. Als ungeklärtes Problem stellt sich bei der Lektüre von Glastetter die Frage, inwieweit die veränderten "Rahmenbedin- gungen" selbst Folge veränderter Bedingungen des Akkumulations- prozesses sind. In seiner Darstellung scheint es sich nur um die Folge von besonderen Ereignissen ("Ölschock" usw.) zu handeln. Stellt Glastetter die Strukturproblematik hier als spezifisches Problem der Bundesrepublik und auch als Ergebnis einer falschen Wirtschaftspolitik dar, so weist Zinn auf ein generell größer werdendes Strukturungleichgewicht hin. Die Proportionierung der volkswirtschaftlichen Abteilungen ergibt sich immer nur als Folge der gegenwärtigen Nachfrage. Da aber seiner Ansicht nach die "Ausreifungszeit von (Groß-)Investitionen" (106) zunimmt, wächst die Gefahr von strukturellen Fehlentwicklungen. Der Marktmechnis- mus muß also auch aus diesem technologischen Grund versagen. Es sei hier daraufhingewiesen, daß die Annahme einer generell zu- nehmenden Ausreifungszeit der Investitionen in einem gewissen Wi- derspruch zu Zinns Annahme eines langfristig fallenden Kapitalko- effizienten steht, der auch bei steigender Lohnquote eine gleich- bleibende Kapitalrentabilität garantiert. Selbst wenn der Kapi- talkoeffizient bezogen auf den übertragenen Teil des fixen Kapi- tals nicht ansteigt oder sogar zurückgeht, würde doch mit der Zu- nahme der "Ausreifungszeit" der Investitionen der Kapitalvorschuß wachsen, die Kapitalumschlagszeit länger werden und so eine Ten- denz zur Senkung der Kapitalrentabilität mit sich bringen. 6. Staatliche Wirtschaftspolitik und Wirschaftskrisen ----------------------------------------------------- Die Bedeutung staatlicher Wirtschaftspolitik für den Verlauf der kapitalistischen Reproduktionsprozesse wird von den Autoren un- terschiedlich eingeschätzt. Eine bestimmende Rolle für die verän- derte ökonomische Situation der 70er Jahre wird ihr bei Glastet- ter und (implizit) bei Müller / Rödel zugemessen. Müller / Rödel bestimmen die Instabilität des kapitalistischen Reproduktionspro- zesses ähnlich wie Zinn, glauben jedoch, auf eine Werttheorie ganz verzichten zu können. Völlig unbelegt wird behauptet : - Auch unter marxistisch ge- schulten Wissenschaftlern beginnt sich inzwischen mehr und mehr die Einsicht durchzusetzen, daß die Marxsche Werttheorie kein In- strument zur Analyse ökonomischer Krisentendenzen im Kapitalismus ist." (28/29) Diese Behauptung muß auch deshalb befremden, weil die Autoren wenige Seiten vorher die Profitrate als eine der "zentralen Strukturvariablen" der ökonomischen Krisentheorie be- trachten. Die Instabilität des Kapitalismus wird im Kern damit begründet, daß die privaten, dezentralen Entscheidungen der Einzelkapitale notwendig jede gesamtwirtschaftliche Rationalität zerstören. Denn jedes existierende gesamtwirtschaftliche Ungleichgewicht, das wesentlich als Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage gekennzeichnet wird, wird durch die einzelwirtschaftlich rationa- len Entscheidungen der Kapitalisten immer weiter vergrößert. So führt eine bestehende Unterauslastung der existierenden Kapa- zitäten zu einer Einschränkung der Investitionstätigkeit, einem weiteren Rückgang der Nachfrage , einer weiter sinkenden Kapazi- tätsauslastung usw. Umgekehrt tendiert auch der Boom zu einer im- mer stärkeren Investitionstätigkeit und einer beschleunigten Ex- pansion. "Endogene" Umkehrpunkte solcher Ungleichgewichte sehen die Autoren im Grunde nicht bzw. nur beschränkt. "Die zentrale These dieser Theorie lautet ja, daß die sich am Auslastungsgrad orientierende Investitionsnachfrage die Gesamtnachfrage stärker bzw. schneller verändert als die Kapazität, die durch die Inve- stition gerade an die Gesamtnachfrage angepaßt werden sollte." (144) Diese Darstellung stellt jedoch eine so starke Vereinfachung dar, daß sie falsch wird. Denn eingehalten werden muß im Kapitalismus nicht nur ein globales Gleichgewicht zwischen Produktion und Nachfrage, sondern auch eine bestimmte Proportionalität innerhalb von Produktion und Nachfrage. Es ist offensichtlich, daß eine ex- pandierende Investitionstätigkeit im Aufschwung schon dann ihre Grenzen findet, wenn sie zu einer Störung der stofflich bestimm- ten Proportionalität zwischen den Abteilungen der gesellschaftli- chen Produktion führt . Eine Expansion der Investitionsnachfrage führt zwar zu einer Vergrößerung des Auslastungsgrads der Inve- stitionsgüterindustrie, keineswegs aber entsprechend auch bei der Konsumgüterindustrie . Eine Ausweitung der Gesamtnachfrage garan- tiert noch lange keine Tendenz zu unbeschränkter Expansion: Mit entscheidend ist die Struktur dieser Nachfrage. Ebenso werden die zeitlichen Verschiebungen übersehen: Nachfrage- und Kapazitätsef- fekt einer Investition fallen auch zeitlich auseinander. Schließlich ist auch die Behauptung, daß die Investitionsnach- frage die Gesamtnachfrage stärker verändert als die Kapazitäten, in dieser Allgemeinheit falsch: Dies wird deutlich, wenn man sich die extreme Situation einer auf 0 gesunkenen Investitionsnach- frage vorstellt. Ohne eine weitere Veränderung der Gesamtnach- frage gehen die Kapazitäten zurück. Diese Feststellung hat für die Ableitung eines unteren "endogenen" Wendepunktes in der Krise eine große Bedeutung: Der Rückgang der Investitionsnachfrage un- ter einen bestimmten Punkt verschlechtert zwar zunächst die Kapa- zitätsauslastung, reduziert jedoch mit Zeitverzögerung auch den Umfang der Kapazitäten und trägt so zu ihrer Anpassung an die langsamer als die Investitionsnachfrage sinkende Gesamtnachfrage bei. In der Darstellung von Müller / Rödel verfügt der Kapitalis- mus aber über keinerlei "endogene" Mechanismen zur Begrenzung von Ungleichgewichten: die Krise trägt nicht zur Bereinigung von Dis- proportionen bei, sondern trägt in sich die Tendenz zur Selbst- verstärkung. Begrenzungen der Ungleichgewichte ergeben sich nur indirekt aus dem mit der Verschärfung der Krisen verbundenen Legitimationsver- lust des Systems: Die mit der Aufgabe der Systemerhaltung be- traute Institution, der Staat, sieht sich zu Eingriffen genötigt, die sich für Müller / Rödel im Kern als antizyklische Nachfrage- steuerung darstellen. Für die Bundesrepublik stellen die Autoren fest: "Insgesamt zeigt sich also, daß die endogenen Instabilitä- ten des Akkumulationsprozesses in der BRD auch deshalb nicht in nach Umfang oder Dauer systemgefährdende Ungleichgewichte ausufern konnten, weil es bisher der offiziellen Wirtschaftspoli- tik - so sehr sie auch zeitweise Instabilitäten verstärkt haben mag - immer wieder gelungen ist, zusammen mit einer günstigen Lage des Außenhandels Boomsituationen bzw. Rezessionen abzufangen und umzukehren." (169) In dieser Darstellung muß der Wirtschaftspolitik eine entschei- dende Rolle bei der Vergrößerung der Krisenhaftigkeit des Kapita- lismus zukommen. Leider geht die Arbeit trotz ihres Titels auf diese Seite kaum ein. Erkennbar wird, daß die Autoren die Wirk- samkeit der staatlichen Wirtschaftspolitik durch die Pole Infla- tion und Rezession begrenzt sehen. Eine expansiv orientierte Wirtschaftspolitik begünstigt die Inflation, die wiederum die Geldverfassung und damit die Funktionsbedingungen des Akkumulati- onsprozesses untergräbt. Eine antiinflatorisch ausgerichtete Wirtschaftspolitik gefährdet die Arbeitsplätze und damit die Le- gitimationsbasis des Systems. Auf jeden Fall scheint die staatliche Wirtschaftspolitik aber im Kern nur politischen, keinen ökonomischen Beschränkungen zu un- terliegen, was auch deren Charakterisierung als "exogen" unter- streicht. Immerhin kann zwischen Inflation und Rezession demnach gewählt werden, was folgender Satz ausdrückt: "Vielleicht hätte sich die Wirtschaftspolitik in der BRD mit einer stärkeren Rezes- sion zu Beginn der siebziger Jahre das harte Ausmaß der folgenden Rezession ersparen können, wenn es ihr damit gelungen wäre, die Inflation frühzeitig abzustoppen." (181) Bedauerlich bei der vorliegenden Arbeit ist die Tatsache, daß sie an dem Punkt, an dem zur Erklärung "ökonomischer Krisentendenzen im gegenwärtigen Kapitalismus" übergegangen werden soll, die öko- nomische Analyse beendet und zu "Vermutungen" übergeht: "Jedenfalls ist die Vermutung nicht von der Hand zu weisen, daß die endogenen ökonomischen Krisentendenzen des kapitalistischen Akkumulationsprozesses auf Dauer immer wieder oder auch endgültig p o l i t i s c h e Lösungen erfordern und schließlich durchset- zen." (182) Der Ansatz der Autoren wäre dann interessant gewesen, wenn sie aus den "endogenen" ökonomischen Tendenzen im Kapitalis- mus die Bedingungen der staatlichen Wirtschaftspolitik abgeleitet und untersucht hätten, wie sich Spielraum und Wirkungsweise unter den Verhältnissen des "gegenwärtigen Kapitalismus" verändert ha- ben. So bleibt es der Phantasie des Lesers überlassen, ob die Au- toren aus der Gleichzeitigkeit von Inflation und Rezession, die zu einem wichtigen äußeren Merkmal des Kapitalismus geworden ist, eine zunehmende Begrenzung der Steuerungskapazität des kapitali- stischen Staates ableiten und daher eine "politische" - sprich System verändernde - Lösung am Horizont erscheinen sehen oder nicht. Weniger anspruchsvoll, dafür aber klarer ist die Darstellung der Rolle staatlicher Wirtschaftspolitik im Zusammenhang mit den ver- änderten Wachstumsbedingungen des Kapitalismus bei Glastetter. Obwohl er sich klarer Positionsnahmen enthält, mißt er doch der Wirtschaftspolitik erhebliche, wenn nicht entscheidende Bedeutung bei der Erklärung wirtschaftlicher Abläufe zu. "Es stellt sich nämlich die Frage - sie bewegt seit gut einem Jahrhundert mit der Formel 'Macht oder ökonomisches Gesetz' die nationalökonomische Forschung -, inwieweit die im folgenden zu präsentierenden Ent- wicklungsverläufe das Ergebnis von ökonomischen Sachzwängen sind, oder ob letztendlich die Entwicklung ökonomischen Machteinflüssen unterliegt, die den Ablaufprozeß in eine bestimmte und gewollte Richtung drängen." (11) Kritisch ist anzumerken, daß diese Gegen- überstellung den falschen Eindruck erweckt, als beruhten die "Marktgesetze" nicht auf bestimmten Machtverhältnissen, als äu- ßerten sich veränderte "Machtverhältnisse" nicht auch in Form von "Marktgesetzen". So läßt sich die Herausbildung von Monopolen nur als Ergebnis "ökonomischer Sachzwänge" begreifen. Dies verändert zwar die Wirkungsweise der "ökonomischen Gesetze", beseitigt sie aber nicht. So stellt sich im Zusammenhang mit der Tendenz zu Konzentration und Zentralisation des Kapitals nicht die Frage, "ob entscheidende Wirtschaftsgruppen noch den Markt-'Gesetzen' unterliegen" (12) - dies meint Glastetter", sondern wie sie die Funktionsweise der kapitalistischen - Sachzwänge" verändern. Glastetter nimmt an: "Insofern scheint die Vermutung zumindest gerechtfertigt, daß der im folgenden darzustellende ökonomische Entwicklungsprozeß keinesfalls mehr ausschließlich als Ausdruck ökonomischer Sachzwänge interpretiert werden kann." (13) Angedeu- tet wird die These vom "politischen Konjunkturzyklus", der eine Folge entweder von wirtschaftspolitischen Fehlern oder aber von gezielten Maßnahmen ist, durch den die Regierungen je nach poli- tischer Opportunität einen expansiven oder restriktiven Kurs fah- ren. Glastetter neigt dazu, Fehlentwicklungen auf eine grundsätzlich falsche Konstruktion der staatlichen Wirtschaftspolitik zurückzu- führen, konkretisiert durch das Verständnis der Krise als "Strukturkrise". Diese These geht davon aus, "daß das konjunktur- politische Instrumentarium der Globalsteuerung angesichts struk- tureller Verwerfungen (ex post) bzw. strukturpolitischer Aufgaben (ex ante) überhaupt nicht mehr in der Lage sei, Fehlentwicklungen zu verhindern". (2) Die wirtschaftspolitische Globalsteuerung steht zwischen Inflation und Rezession, kann Fehlentwicklungen also nicht mehr vermeiden. Weil die Anpassungsfähigkeit des Mark- tes durch strukturelle Veränderungen im Lenkungsmechanismus des Systems gehemmt ist, muß eine global orientierte Wirtschaftspoli- tik, die nicht strukturell gezielt eingreift, notwendig Fehlent- wicklungen in die eine (Inflation) oder die andere (Arbeits- losigkeit) Richtung hervorrufen. Vor diesem Hintergrund erscheint die Krise 1974/75 - wie oben gezeigt - als Ergebnis aufgehäufter Strukturprobleme. Die global orientierte Wirtschaftspolitik hat dies nicht erkannt und so durch falsche und überzogene Maßnahmen die wirtschaftlichen Schwierigkeiten noch verstärkt. Gewisse Parallelen in der Darstellung der Probleme staatlicher Wirtschaftspolitik hierzu finden sich auch bei den SOST: Obwohl sie ansonsten bemüht sind, die Bedeutungslosigkeit des Staates für den gegenwärtigen Reproduktionsprozeß des Kapitalismus her- auszustreichen - immer im Kampf gegen die Theorie des staatsmono- polistischen Kapitalismus - bemessen sie hier der staatlichen Wirtschaftspolitik und deren Spielraum auf einmal wesentliche Be- deutung für den ökonomischen Verlauf zu: Die Grenzen ihrer Wirk- samkeit in der Gegenwart werden - ähnlich wie bei Glastetter - als Widerspruch zwischen dem Konsolidierungsbedarf und dem Steue- rungsbedarf der staatlichen Wirtschaftspolitik beschrieben. Die steigende Staatsverschuldung setzt der antizyklischen Haushalts- politik Grenzen. (130) Beiden Positionen (Glastetter und SOST) gemeinsam ist auch die Darstellung der aktuellen Wirtschaftspolitik als bloße Politik der Globalsteuerung. Demgegenüber konstatieren Deppe und Jung zu- mindest seit 1973: "Die Strategie der herrschenden Klasse orien- tiert sich bei allen diesen Fragen an einem Umstrukturierungs- und Modernisierungskonzept, nach dem die entwicklungs- und struk- turbestimmenden Industrie- und Wirtschaftszweige im Inland kon- zentriert bleiben und vor allem arbeitsintensive Industrieproduk- tionen mit geringem Qualifikationsniveau relativ schnell redu- ziert werden sollen. Dieses Konzept ist aber unter den gegenwär- tigen Bedingungen ohne tiefgreifende Krisenprozesse und monopoli- stische Konkurrenzkämpfe nicht zu realisieren." (478) So bemessen Deppe und Jung ähnlich wie die genannten anderen Autoren der staatlichen Wirtschaftspolitik eine krisenverschärfende Funktion zu. Anders als bei Glastetter und bei SOST wird dies aber nicht bloß als Folge einer Hilflosigkeit der staatlichen Instanzen be- schrieben, die zwischen Rezession und Inflation weitgehend hilf- los hin- und herschwanken, sondern als Ausdruck eines bewußten Umstrukturierungskonzepts, das eine Steigerung der internationa- len Konkurrenzfähigkeit des westdeutschen Kapitals im Auge hat. 7. "Lange Wellen" und technischer Fortschritt --------------------------------------------- Die offensichtlich überzyklische Veränderung der Wachstumsper- spektiven des Kapitalismus in den 70er Jahren hat auch einer Po- sition wieder Auftrieb gegeben, die die wirtschaftliche Entwick- lung des Kapitalismus als Folge längerer Perioden beschleunigten bzw. verlangsamten Wachstums sieht. Dies zeigt offensichtlich der empirische Augenschein. Wesentlich bei der Theorie der "langen Wellen" ist aber sowohl die Frage, ob diese Wellen zyklisch in regelmäßigen Zeitabständen verlaufen als auch, ob es systemati- sche Ursachen gibt, die einen solchen "langen" Phasenwechsel her- vorrufen. Vor allem der technische Fortschritt gilt dabei als verursachendes Moment "langer Wellen" der Konjunktur. Als neueres Beispiel für eine solche Erklärung soll hier ein Artikel von Kleinknecht angesprochen werden. Er geht davon aus, daß es "eine schubweise Durchsetzung von grundlegenden technischen Neuerungen ('Basisinnovationen')" (102) gibt. Dies ist eine der zentralen Aussagen der Theorie "langer Wellen", wobei die Schwierigkeit darin besteht, die Ursachen die- ser Schübe zu erklären. Ähnlich wie Schumpeter 6) greift Klein- knecht als Erklärung auf das "Verbummeln" von Innovationen durch die Einzelkapitalisten zurück: in Prosperitätsphasen haben die Unternehmer es nicht nötig, das mit der Einführung von Innovatio- nen verbundene Risiko einzugehen; auf der existierenden technolo- gischen Grundlage lassen sich höhere Profitraten erwirtschaften. Eine "lange Welle" oder - wie Kleinknecht vorzieht - eine "Periode beschleunigten Wachstums" (102) beginnt also mit dem Übergang zu neuen Produktionsmethoden, vor allem mit der Schöp- fung neuer Produkte. Dabei ist der Anlaß die Suche nach neuen Ka- pitalanlagesphären, die Kleinknecht vor allem als Produktinnova- tion sieht: "Bei der Mehrzahl der Basisinnovationen handelt es sich jedoch um Produktinnovationen; mit ihrer Durchsetzung werden neue Anlagesphären erschlossen, von denen vermutet werden kann, daß sie im Vergleich zum gesamtwirtschaftlichen Durchschnitt zunächst eine arbeitsintensivere Fertigung haben." (97) Kleinknecht geht davon aus, daß die Unternehmer dem Verfall der Profitrate durch den Übergang zu Produktionsmethoden mit einer niedrigeren organischen Zusammensetzung des Kapitals entgegenar- beiten: nimmt man nicht an, daß die Einzelkapitalisten sich die Darstellung des Gesetzes des tendenziellen Falls der Profitrate bei Marx so zu Herzen genommen haben, daß sie dementsprechend handeln, so stellt sich die Frage, wieso der Kampf der Einzelka- pitale gegen einen Fall der Profitrate ausgerechnet die Form ei- nes Übergangs zu arbeitsintensiveren Fertigungsmethoden nehmen muß. Kleinknecht versucht dieses Problem folgendermaßen zu lösen: die "erste Produktgeneration" wird normalerweise in kleinen Serien produziert, weil die Risiken, ob die neuen Produkte am Markt ein- schlagen, noch zu groß sind. Die Unternehmer scheuen deshalb die Fixierung von großen Kapitalmengen und beginnen mit einer risi- koärmeren, arbeitsintensiveren Produktion. Dies senkt die organi- sche Zusammensetzung des Kapitals und steigert die Profitrate. Mit der Einführung der neuen Produkte erfolgt ein progressives Produktionswachstum, Produktivitätsgewinne und Preissenkungen werden möglich. "Mit dem Trend zur Standardisierung der neuen Produktionen stieg jedoch die organische Zusammensetzung auch in diesen Industrien allmählich an." (99) Die Tendenz zum Fall der Profitrate, die durch den Übergang zu neuen, arbeitsintensiveren Produkten zunächst unterbrochen worden war, setzt sich wieder durch, verschlechtert langfristig, d.h. über die Zyklen der Kon- junktur hinweg, die Verwertungsbedingungen, das Wachstum verlang- samt sich. Das Kapital beginnt nach neuen, profitableren Anla- gesphären zu suchen, es kommt zu einem neuen Schub von "Basisinnovationen". Begründet wird dies empirisch mit der Behauptung, die "Basisinnovationen der 30er und 40er Jahre" in den Industriezwei- gen "Kunststoffverarbeitung, Mineralölwirtschaft, Luftfahrzeug- bau, Elektrotechnik, Chemie und Fahrzeugbau" (98) hätten in den 50er und 60er Jahren einen sinkenden Kapitalkoeffizienten, das heißt ein sinkendes Verhältnis von Bruttoanlagevermögen zu Netto- produktionsvolumen, aufgewiesen, wobei der Kapitalkoeffizient als "Indikator" der organischen Zusammensetzung begriffen wird. Ein etwas genauerer Blick auf die vorliegende Datenbasis wider- legt aber die Darstellung von Kleinknecht. In einer Tabelle zeigt er die Veränderung von Arbeitsproduktivität, Kapitalintensität (d.h. Verhältnis von Bruttoanlagevermögen zur Beschäftigtenzahl) und Kapitalkoeffizient in den genannten Branchen. Dies genügt j edoch nicht als Beleg für seine Hypothese, wichtig ist auch der absolute Stand dieser Koeffizienten. Der wichtigste "Wachstums- bereich", die chemische Industrie, weist zwar einen sinkenden Kapitalkoeffizienten auf, der Ausgangspunkt in den 50er Jahren war jedoch absolut weit überdurchschnittlich. Dies gilt auch für die Kapitalintensität: sie lag weit über dem Durchschnitt der gesamten Industrie. Zudem sinkt der Kapitalkoeffizient - sieht man von den Folgen der krisenhaften Unterauslastung zwischen 1973 und 1977 ab - bis jetzt und ist erst seit 1977 niedriger als im Durchschnitt der gesamten Industrie. Von einer im Anfang arbeitsintensiveren Produktionsform in der chemischen Industrie kann also keine Rede sein. Ähnlich verhält es sich mit der Mineralölverarbeitung, in der in den 50er Jahren ein hoher Kapitalkoeffizient vorherrschte, der bis heute rückläufig ist ("potentieller Kapitalkoeffizient"). Im Fahrzeugbau war der Kapitalkoeffizient anfangs tatsächlich un- terdurchschnittlich (die Kapitalintensität etwa durchschnitt- lich), er stieg aber schon in den 50er Jahren tendenziell an. Ähnliches gilt für den Luftfahrzeugbau und die Elektrotechnik, wobei der Anstieg bei letzterer sehr langsam ist, d.h. die Diffe- renz zwischen dem Kapitalkoeffizienten der Elektroindustrie und der Gesamtindustrie ist gewachsen. Insgesamt waren Kapitalkoeffi- zient und Kapitalintensität der "Wachstumsindustrien" in der "Phase des beschleunigten Wachstums" in den 50er und 60erJahren eher überdurchschnittlich, d.h. es ist absolut nicht einsichtig, wie durch den Übergang zu diesen Zweigen ein Entlastungseffekt auf die organische Zusammensetzung des Kapitals ausgeübt worden sein soll. Es ist gerade die Besonderheit der meisten von Kleinknecht ge- nannten "Wachstumsindustrien" , daß sie bis heute einen in der Tendenz abnehmenden oder zumindest nur stark unterdurchschnitt- lich zunehmenden Kapitalkoeffizienten aufweisen. Daher verlang- samt sich nach den Berechnungsergebnissen des DIW in den 70er Jahren der Anstieg des Kapitalkoeffizienten auch in der gesamten Industrie. 7) Nach dem Argumentationszusammenhang von Kleinknecbt - niedriger bzw. sinkender Kapitalkoeffizient beinhaltet Wachs- tumsimpulse - wäre gegenwärtig also eher eine Wachstumsbeschleu- nigung plausibler. Kleinknecbt kommt z.T. auch deshalb zu seinen falschen Ergebnissen, weil er nur den tatsächlichen Kapitalkoef- fizienten untersucht, der stark von Schwankungen in der Kapazi- tätsauslastung beeinflußt ist. Für seinen Argumentationszusammen- hang, der auf den technologischen Bedingungen der Produktion in den "Wachstumsindustrien" basiert, wäre ein von Auslastungs- schwankungen bereinigter "potentieller" Kapitalkoeffizient nütz- licher, wie er ebenfalls vom DIW berechnet wird. Geht man aber von der Kapitalintensität aus, d. h. vom Verhältnis zwischen Brutto-Anlagevermögen und Beschäftigtenzahlen, so wird noch deutlicher, daß der Ausgangspunkt von Kleinknecht falsch ist: die Chemie und die Mineralölverarbeitung sind und waren au- ßerordentlich kapitalintensiv, auch der Fahrzeugbau liegt noch leicht über dem Durchschnitt der gesamten Industrie, lediglich beim Luftfahrzeugbau, bei der Elektroindustrie und bei der Kunst- stoffverarbeitung ist eine unterdurchschnittliche Kapitalintensi- tät zu registrieren. Dabei haben sich diese Relationen - bei einer allgemeinen Tendenz zum Anstieg der Kapitalintensität - seit den 50er Jahren kaum verändert. Die Annahme, "Basisinnovationen" seien allgemein in der ersten Phase mit einer Senkung der organischen Zusammensetzung verbunden und initiierten dadurch eine "Phase beschleunigten Wachstums", während sie im weiteren Verlauf gerade dort wieder ansteigt und damit die Grundlage des Wachstums untergräbt, entbehrt also sowohl der Plausibilität als auch der empirischen Belegbarkeit: im Gegenteil ist der Übergang zu neuen Produkten und Produktions- methoden oft zunächst mit hohen Kapitalaufwendungen verbunden, die die organische Zusammensetzung des gesellschaftlichen Gesamt- kapitals zunächst erhöhen. Es kann an dieser Stelle nicht weiter auf die gesamte Diskussion über die Theorie der "langen Wellen" eingegangen werden. Aller- dings lassen es schon die ganz unterschiedlichen Auswirkungen technologischer Neuerungen auf Kapitalzusammensetzung und Pro- fitrate, auf Beschäftigung und Investitionsnachfrage problema- tisch erscheinen, einen spezifischen, historisch gleichbleibenden Zusammenhang zwischen technologischen "Schüben" und den Reaktio- nen des kapitalistischen Gesamtsystems darauf zu konstruieren. Wer z.B. einen unmittelbaren Zusammenhang zwischen Kapitalzusam- mensetzung, Profitrate in der Produktion und dem Wachstumstempo behauptet - und davon geht auch Kleinknecht aus - der muß zur Kenntnis nehmen, daß technologische Neuerungen im einzelnen durchaus verschiedene Auswirkungen auf Kapitalzusammensetzung, Mehrwertrate und Profitrate haben. Aus diesen Gründen scheint es dem Rezensenten wenig nützlich zu sein, über die Existenz systematischer Ursachen für die empirisch offensichtliche Existenz von Perioden rascheren und langsameren Wachstums in den Jahrhunderten der Entwicklung des Kapitalismus nachzudenken. Es ist notwendig, jeweils historisch-konkret die Ursachen für solche Phasenwechsel zu untersuchen. Dabei muß na- türlich auch die Rolle technologischer Veränderungen festgestellt werden. Nur wenn angenommen wird, daß technologische Veränderun- gen jeweils historisch gleichartig wirken und zudem "Schübe" an Innovationen in irgendeiner Form "zyklisch" erfolgen, d.h. in re- gelmäßigen, sich historisch nicht wesentlich verschiebenden Zeit- abständen, würden Prognoseaussagen möglich sein. Da dies aber, wie Kleinknecht ausführt, bei den meisten Vertretern der Theorie "langer Wellen" nicht der Fall ist und auch Kleinknecht selbst eine Verkürzung des bisher angeblich 50jährigen Rhythmus für mög- lich hält, ist nicht recht einsichtig, welchen Nutzen die Annahme "langer Wellen" der Konjunktur haben soll. _____ *) Es handelt sich um die folgenden Arbeiten, die im Text nur noch in Kurzform (Autor oder Autorengruppe und Seitenangabe) an- geführt werden: Altvater/Hoffmann/Semmler: Vom Wirtschaftswunder zur Wirtschafts- krise, Westberlin 1979 Dieter Boris, Geschichte und Struktur der Außenwirtschaftsbezie- hungen der Bundesrepublik, in: U. Albrecht, F. Deppe, J. Huff- schmid u.a., Beiträge zu einer Geschichte der Bundesrepublik Deutschland, Köln 1979 Frank Deppe/Heinz Jung, Entwicklung und Politik der herrschenden Klasse in der Bundesrepublik, in: ebd. Werner Glastetter, Die wirtschaftliche Entwicklung der Bundesre- publik Deutschland im Zeitraum 1950 bis 1975, Ber- lin/Heidelberg/NewYork 1977 Jörg Huffschmid, Marktwirtschaft in der Bundesrepublik. Ge- schichte, Probleme und Perspektiven, in: U. Albrecht, F. Deppe, J. Huffschmid u.a., a.a.O. Alfred Kleinknecht, Innovation, Akkumulation und Krise, in: Pro- bleme des Klassenkampfs, Heft 35/1979, S. 85 ff. Müller/Rödel/Sabel/Stille/Vogt, Ökonomische Krisentendenzen im gegenwärtigen Kapitalismus, Frankfurt/New York 1978 Sozialistische Studiengruppen (SOST), Bundesrepublik - Wirt- schaftskrise und Sozialistische Alternativen, Hamburg 1979 Karl Georg Zinn, Der Niedergang des Profits, Köln 1978 1) Zu verweisen ist hier besonders auf Analysen und Publikatio- nen, die von J. Huffschmid und H. Schui vorgelegt wurden (vgl. besonders: diess. - Hrg. -, Gesellschaft im Konkurs, Köln 1976). Im Rahmen des IMSF entstand: Wirtschaftskrise und Wirtschaftspo- litik, Beiträge des IMSF 4, Frankfurt/Main 1976. Vgl. ebenfalls die entsprechenden Beiträge in: Marxistische Studien. Jahrbuch des IMSF, 1/1978 und 2/1979. 2) Auf dieses Problem wurde eingegangen in: Marxistische Studien, Jahrbuch des IMSF, 1/1978 (J. Goldberg, Die Verwertungsbedingun- gen des Kapitals in der Bundesrepublik). 3) So steigt in der Tendenz der Anteil der Profite der Industrie- konzerne, der nicht aus der eigenen Produktion rührt. Vgl. Hans Tammer, Die Profite der BRD-Industriekonzerne im Jahre... in: IPW-Berichte, Berlin/DDR, jeweils Dezemberheft des laufenden Jahrgangs. 4) Eine gute Übersicht der dazu vorliegenden Literatur gibt das Memorandum '80 - Gegen konservative Formierung, Alternativen der Wirtschaftspolitik, Teil B, Monopolisierung - Entwicklung, Ursa- chen und Folgen. 5) Vgl. Ernst Lüdemann, Internationalisierung der kapitalisti- schen Wirtschaft und Krisenzyklus, IPW-Forschungsheft 1/1980, Berlin/DDR. 6) Bei Schumpeter kommt dem Unternehmer als Führerfigur entschei- dende Bedeutung zu: Joseph A. Schumpeter, Konjunkturzyklen, Göt- tingen 1961. 7) Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung, R. Krengel, E. Baumgart u.a., Produktionsvolumen und -potential, Produktionsfak- toren der Industrie im Gebiet der Bundesrepublik Deutschland, lfd. Folgen. zurück