Quelle: Jahrbuch des Inst. für Marxist. Studien und Forschungen 04/1981
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AUS DEN TAGEBÜCHERN DES JOHANN WILHELM JAKOB BLANK -
EINES JUGENDFREUNDES VON FRIEDRICH ENGELS
Michael Knieriem
Weder Kriminalisten noch Historiker können auf Dauer auf den be-
rühmten "Zufall" verzichten; dabei mag es völlig unerheblich
scheinen, ob diese Zufälle später als "glückliche Hand" oder eben
doch als das Ergebnis akribischer Forschung interpretiert werden.
Wie dem auch immer sei: Bei der Zusammenstellung der Texte für
das zweite Heft der "Nachrichten aus dem Engels-Haus" 1) stellte
sich der Zufall, zumindest in dieser gewünschten Richtung, nicht
ein, und deshalb soll an dieser Stelle eine Ergänzung geboten
werden. Sie vermittelt zwar keine elementar neuen Erkenntnisse zu
dem bisher bekannten Engels-Bild, sie vermag jedoch einige bio-
graphische Daten zu präzisieren und ein genaues Wissen um den En-
gelsschen Freundeskreis zu liefern helfen.
Schon vor Ausbruch des Ersten Weltkrieges hatte der Fabrikant
Emil Engels in Engelskirchen - wohl auf Anregung von Gustav Mayer
- versucht, durch einen öffentlichen Aufruf in einer Heimatzeit-
schrift an alle noch erreichbaren Briefe und Hinterlassenschaften
aus dem Freundeskreis des jungen Friedrich Engels heranzukommen
2). Soweit uns bisher bekannt ist, blieb diese Anzeige letztlich
ohne jede greifbare Resonanz 3).
Der nun schon mehrfach zitierte "Zufall" stellte sich erst ein,
als Herr Jürgen Blank aus Überlingen/Bodensee, ein Urenkel des
Tagebuchschreibers, uns auf die Existenz der beiden kleinen Tage-
bücher hinwies. Für seine Liebenswürdigkeit, uns diese Hefte nach
Wuppertal auszuleihen, und die Genehmigung, hieraus zu zitieren,
sei Herrn Blank an dieser Stelle noch einmal herzlich gedankt.
Johann Wilhelm Jakob Blank wurde am 28. August 1821 als Sohn des
Kaufmanns Wilhelm Blank und seiner Ehefrau Marie Wilhelmine, geb.
Hauptmann, auf der Vikarie in Elberfeld geboren 4). Nach dem Be-
such der Barmer Stadtschule von Herbst 1828 bis Herbst 1832 wech-
selte er auf das Gymnasium seiner Vaterstadt Elberfeld über 5).
Hier bestand er, kaum 17 1/2 Jahre alt, im August 1838 das Abitu-
rienten-Examen angeblich "summa cum laude". Blank war also nicht
nur auf dem Elberfelder Gymnasium, sondern auch schon vorher auf
der Barmer Stadtschule ein unmittelbarer Mitschüler von Friedrich
Engels gewesen 6). Entgegen seinen eigenen Vorstellungen mußte er
statt des akademischen Berufes den eines Kaufmanns ausüben. Blank
war übrigens der erste Abiturient des Elberfelder Gymnasiums, der
nicht studierte 7). Die Parallele zur äußeren Entwicklung des
jungen Engels mag sich hier förmlich aufdrängen. Karl Emil Blank
(1817-1893), der spätere Schwager Friedrich Engels', war übrigens
- obwohl fast gleichaltrig - aufgrund einer merkwürdigen Genera-
tionsverschiebung ein Großonkel des Tagebuchschreibers.
Nach Absolvierung der Lehre im elterlichen Geschäft, der Elber-
felder Türkischrot-Garnfärberei Johann Wilhelm Jakob Hauptmann,
reiste er im Juni 1839 nach Le Havre, arbeitete zeitweise auch in
Paris und später sogar in England, um seine kaufmännischen Kennt-
nisse zu vervollkommnen. Es war bisher nicht genau zu klären,
wann Johann Wilhelm Jakob Blank bei der Londoner Firma "Berles,
Romcke & Co." tätig war; wahrscheinlich aber schon seit dem Jahre
1842. Es kann aber als sicher gelten, daß er seit Herbst 1843 im
Hause "de Jersey & Co." in Manchester beschäftigt war 8). Obwohl
wir Genaueres darüber bisher nicht wissen, ist in der 1910 er-
schienenen Familiengeschichte Blank zu lesen:
"In Manchester verkehrte er viel mit dem später oft genannten
Friedrich Engels. Unter dessen Einfluß bildete sich wohl auch
sein reges Interesse für Politik heraus. Die bekannten Kämpfe
Ende der 40er Jahre fanden in ihm einen energischen Streiter ge-
gen die herrschende Reaktion. Da die Hoffnungen dieser Bestrebun-
gen sich aber zunächst nicht verwirklichten, so gab er sich spä-
ter nach dieser Zeit als 'politisch tot' aus. Erst in den 60er
Jahren finden wir ihn wieder als einen begeisterten Bismarck-An-
hänger..." 9) Offensichtlich wußte die Familientradition noch Nä-
heres. Es kann keinen Zweifel an der Richtigkeit dieser Aussage
geben, die ja in einer Zeit gemacht wurde, als es nicht als
"schick" gelten konnte, auf solche Bezüge hinzuweisen 10).
Der einschlägigen Forschung war die Person Blanks als eines Ju-
gendfreundes von Engels längst bekannt. Engels erwähnt ihn mehr-
fach in seinen Briefen an die Brüder Friedrich Christian Ludwig
und Wilhelm Heinrich Graeber. Das erste Mal am 18. September
1838, als Engels den "Guilelmus" (i.e. Johann Wilhelm Jakob
Blank) bittet, sein Heft mit Versen zurückzuschicken 11). Darüber
hinaus hatte Blank am 6. Mai 1839 Engels' Replik auf Runkels Be-
sprechung vom 12. April 1839 in der "Elberfelder Zeitung" an die
dortige Redaktion besorgt 12).
Bei den beiden kleinen Tagebüchern handelt es sich eigentlich um
zwei nicht paginierte Notizbüchlein im Format von ca. 13,5 x 8,4
cm mit mehr oder minder hastig hingeworfenen Anmerkungen als Ge-
dächtnisstütze seiner Eindrücke. Den Bleistifteintragungen ist
deutlich anzusehen, daß sie während der Fahrt in der Kutsche oder
Eisenbahn niedergeschrieben wurden. Das erste Heft beginnt im
Juli 1839 und reicht im wesentlichen bis zum Ende des Jahres
1841. Das zweite Heft, in dem Blank vor allem seine Englandreise
festgehalten hat, umfaßt den Zeitraum vom 3. Juli bis zum 19. Au-
gust 1843.
Einen besonderen Wert stellen Blanks Korrespondenzverzeichnisse
dar; sie ermöglichen zunächst ein Datengerüst derjenigen Briefe,
die Blank an die Mitglieder seines Freundeskreises richtete, aber
auch derjenigen Schreiben, die Blank von diesem erhielt. Diese
Verzeichnisse sind nicht immer jahrgangsmäßig datiert; die hier
gebotene zeitliche Einordnung sowie die Angaben über die jeweili-
gen Aufenthaltsorte von Absendern und Empfängern wurden vom Ver-
fasser erschlossen und zugefügt. Die zweite Gruppe umfaßt Blanks
eigentliche Reisebeschreibungen, wobei natürlich die Datierungen,
soweit sie im Zusammenhang mit Friedrich Engels stehen, von be-
sonderem Interesse sind.
Schließlich sind noch die Aufzeichnungen über die von Blank gele-
senen bzw. zu beschaffenden Bücher zu erwähnen. So nennt er z.B.
Heine, Borne, Wolfgang Menzel, Hegel, von Raumer, Venedey, Rosen-
kranz, Herwegh u.a. Aus diesen mehr zufällig überlieferten Noti-
zen wird deutlich, daß Blank durchaus am politisch-literarischen
Tagesgeschehen Anteil nahm. Allerdings ist hier einschränkend zu
berücksichtigen, daß die Mehrzahl der Eintragungen auf seine mu-
sikalischen Interessen hinweist: Opern- und Konzertbesuche, No-
ten, Kompositionslehren und einmal sogar die Kosten für die Miete
eines Klaviers. Zuletzt soll noch angeführt werden, daß auf der
letzten Seite des zweiten Tagebuches der Name "Everbeck" (!) ver-
zeichnet ist. Über diesem Namen ist "Heilgers" notiert. Mit
Friedrich Wilhelm Heilgers aus Duisburg teilte Blank zunächst die
Wohnung in London, wahrscheinlich hatte er den Arzt Ewerbeck in
London kennengelernt, der im Juni 1843 dort eingetroffen war 13).
Ebenso wird hier der Name "Weitling" vermerkt, ohne daß ein wei-
terer Zusammenhang sichtbar wird. So mag zunächst Blanks Korre-
spondenzverzeichnis folgen. Briefe, die er mit seinen Eltern,
Verwandten und anderen wechselte, die nachweislich weder zum
Kreis der Schüler des Elberfelder Gymnasiums und der Barmer
Stadtschule gehörten, noch einen Bezug zu Engels' Bekannten aus-
weisen, werden hier nicht aufgeführt. Die Auslassungen sind als
solche kenntlich gemacht.
Vermuteter
Vermuteter Aufenthalts-
Geschrieben Aufenthaltsort Post erhalten ort der
Blank in: an: am: der Empfänger: von: am: Absender:
Le Havre W. Graeber Berlin W. Graeber [?]
14) 24.9.39
Le Havre F. Graeber Berlin - - -
15) 16.7.39
Le Havre G. Wurm 16) Berlin - - -
Le Havre P. Jonghaus Berlin - - -
17) [...]
Le Havre R. Roth Bremen R. Roth Bremen
18) 18.8.39 3.10.39
Le Havre E. Neviandt England E. Neviandt England
19) 24.8.39 6.10.39
Le Havre F. Engels Bremen [?] F. Engels Bremen
26.8.39 10.10.39
[...]
Le Havre F. Engels Bremen F. Engels Bremen
15.9.39 3.10.39
Le Havre F. Engels Bremen F. Engels Bremen
11.10.39 1.11.39
Le Havre R. Roth Bremen R. Roth Bremen
15.10.39 14.12.39
[...]
Le Havre E. Neviandt England E. Neviandt England
29.10.39 14.10.39
[...]
Le Havre W. Graeber Berlin - - -
[...]
Le Havre F. Engels Bremen F. Engels Bremen
19.11.39 11.12.39
[...]
Le Havre E. Neviandt England E. Neviandt England
22.11.39 14.12.39
[...]
Le Havre F. Engels Bremen - - [?]
19.12.39
Le Havre F. Engels Bremen F. Engels Bremen
17.1.40 8.3.40
Le Havre R. Roth Bremen - - -
29.1.40
[...]
Le Havre E. Neviandt England E. Neviandt England
10.2.40 22.2.40
[...]
Le Havre E. Neviandt England - - -
28.3.40
[...]
Le Havre W.+F. Graeber Barmen oder W.+F. Graeber Berlin
9.9.40 Berlin 11.7.40
[...]
Le Havre F. Engels Barmen/Münster F. Engels Bremen
10.6.40 20) 10.7.40
[...]
Le Havre R. Roth Bremen R. Roth Bremen
31.8.40 8.1.41
Le Havre F. Engels Bremen - - -
7.9.40
[?] F. Engels Bremen F. Engels Bremen
24.11.40 8.1.41
E. Neviandt England - - -
10.1.41
[...]
[?] F. Engels Bremen F. Engels Bremen
30.1.41 26.2.41
[...]
[?] R. Roth Bremen - - -
1.2.41
[...]
[?] R. Roth Süddeutschland/ - - -
12.3.41 Schweiz 21)
[?] R. Roth Süddeutschland/
29.3.41 Schweiz - - -
[?] R. Roth Süddeutschland/ - - -
14.4.41 Schweiz
[...]
[?] F. Engels Barmen - - -
14.4.41
[...]
[?] R. Roth Schweiz/ - - -
8.5.41 Frankreich
Elberfeld F. Engels Italien/Schweiz - - -
3.7.41
Leipzig [?]F. Engels Berlin - - -
15.12.41
Immerhin wird hier deutlich, wie eng sich die Beziehung zwischen
den ehemaligen Schulkameraden Blank und Engels gestaltete. In ei-
nem Zeitraum von knapp zweieinhalb Jahren schrieb Blank an Engels
insgesamt dreizehnmal und umgekehrt Engels an Blank mindestens
achtmal. Hierbei ist noch zu berücksichtigen, daß beide sich im
Frühjahr 1841 in Italien getroffen hatten und wohl ab Spätsommer
in Barmen bzw. in Elberfeld lebten und ab Herbst bis zum Jahres-
wechsel 1841/42 beide in Berlin weilten und es so einer Korre-
spondenz nicht bedurfte.
Keiner der Briefe ist überliefert. Aus den gelegentlichen Erwäh-
nungen von Engels bezüglich seiner Korrespondenzen mit Dritten
läßt sich allerdings ein Brief aus dem Blankschen Korrespondenz-
verzeichnis eindeutig belegen: Aus dem Schreiben Engels' an
Friedrich Ludwig Christian Graeber vom 25. Oktober 1839: "... so-
wie nach einem Brief an W. Blank, der lange warten mußte..." 22)
Nach Blanks Verzeichnis erhielt er einen Brief von Engels' Hand
am 1. November 1839; er hatte also eigentlich keine drei Wochen
der Antwort Engels' zu harren brauchen.
Als Engels in seinem Brief an seine Schwester Marie am 8. März
1841 schreibt: "Ich weiß nicht ob Du schon gehört hast daß ich
Ende April mit dem Vater wahrscheinlich nach Italien gehen
werde..." und: "Wenn ich wirklich dies Frühjahr nach Mailand
komme, so treffe ich dort mit Roth und dem Elberfelder Wilhelm
Blank zusammen und wir richten dort ein fideles Leben ein bei
türkischem Tabak und Lagrime di Cristo. Die Italiener sollen noch
ein halbes Jahr nachher von den drei lustigen Deutschen schwat-
zen, so berühmt wollen wir uns machen" 23), so war diesem Ereig-
nis eine eifrige Korrespondenz wegen der Terminierung zwischen
Roth, Blank und Engels vorausgegangen. Johann Samuel Richard Roth
reiste aus der Schweiz, Wilhelm Blank aus Frankreich und Fried-
rich Engels aus Barmen an 24).
Blank notierte minutiös seine Reiseroute, die hier nur gekürzt
wiedergegeben werden soll: 15. Mai Ankunft in Lyon - 27. Mai An-
kunft in Genua - 29. Mai Ankunft in Turin - 31. Mai Ankunft in
Mailand. Unter diesem Datum vermerkt Blank: "Ankunft dort um 10
Uhr par la porta Vercellina, eigenthümliche Straßen, Hotel Reich-
mann, Siesta, Porta Romana, Spaziergänge um die Stadt [ein Wort
unleserlich], caserna Francesco, la Scala - Engels."
Somit kann hier zum erstenmal der Beweis angetreten werden, daß
Friedrich Engels tatsächlich auch in Mailand gewesen war. Es war
also alles so eingetroffen, wie Engels es sich vorher auch in
seinen Briefen vorgestellt und ausgemalt hatte 25). Darüber hin-
aus gab es für Friedrich Engels' Vater genügend Anlaß, sich am
Seidenhandelsplatz Mailand aufzuhalten, besaß doch die alte Firma
Caspar Engels Söhne noch eine Konto-a-meta-Verbindung mit der
Mailänder Bank und Seidenhandlung Balabio, Besana & Compania 26).
Den Rückweg über Como, den St. Gotthard-Pass, Basel, Mannheim und
Bonn trat Blank wohl allein an. In Bonn wurde er am 22. Juni 1841
von seiner Mutter und Großmutter abgeholt 27).
Wahrscheinlich weilte Blank von Oktober bis Dezember 1841 aus ge-
schäftlichen Gründen in Berlin. Hier wohnte er zunächst vom 22.
bis 24. September in einem nicht näher bezeichneten Gasthaus,
dann in der Dorotheenstr. 51, danach in der Behrenstraße 56. An-
fang Dezember schließlich notiert er: "Pass nach Leipzig." Dies
könnte bedeuten, daß Blank auch in Berlin Kontakt zu Engels hatte
28).
Die zweite große Reise, die nicht ausschließlich kaufmännischen
Zwecken diente, unternahm Blank im Sommer 1843 zusammen mit einem
der Teilhaber der Elberfelder Konfektionsstoff-Fabrik Rurmann &
Meckel, Friedrich Rurmann und dessen Sohn Heinrich nach England,
Schottland und Irland 29). Die wichtigsten Stationen dieser Reise
sind auch hier abgekürzt notiert: 11. Juli 1843 Abreise von Lon-
don - 12. Juli 1843 Ankunft in Manchester - 13. Juli 1843 Besuch
bei Pilling & Frerichs 30) - 14. Juli 1843 Engels und Söhne
Souchay 31) - 16. Juli 1843 Windermere Lake - 25. Juli 1843 Glas-
gow - 1. August 1843 Belfast - 3. August 1843 Dublin - 15. August
1843 London - 16. August 1843 Ostende - Engels - 17. August 1843
Brüssel - 19. August 1843 Ankunft Elberfeld.
Gemäß Blanks eigenen Eintragungen suchte er während dieser Reise
am 14. Juli 1843 Engels in Manchester auf und traf mit ihm erneut
fast vier Wochen später in Ostende zusammen 32). Auf dem letzten
Blatt dieses Tagebuches ist sogar vermerkt: "2 Southgate F. Eng.
St. Mary's." Hierbei handelt es sich um die offizielle Fir-
menadresse von "Ermen & Engels" in Manchester 33). Etwa seit
Herbst 1843 lebte Blank in Manchester und arbeitete hier auf dem
Kontor der Firma "de Jersey & Co." Spätestens hier wird ihn En-
gels mit der "Lage der arbeitenden Klasse in England" vertraut
gemacht haben, eben der Engels, "unter dessen Einfluß sich wohl
auch sein reges Interesse für Politik" später herausbildete 34).
_____
1) Vgl. Michael Knieriem, Über Friedrich Engels. Privates, Öf-
fentliches und Amtliches - Aussagen und Zeugnisse von Zeitgenos-
sen, in: Nachrichten aus dem Engels-Haus, H. 2, Wuppertal 1979
2) "Aufruf: Wer Jugendbriefe von Friedrich Engels oder seiner
Freunde F. und W. Graeber, Pater [!] Wurm, Jonghaus, Heuser, Plü-
macher, W. Blank besitzt, wird um eine Mitteilung gebeten. Emil
Engels, Engelskirchen", in: Monatsschrift des Bergischen Ge-
schichtsvereins 20. Jg., H. 7, Elberfeld 1913, S. 140
3) Laut einer im Jahre 1976 anläßlich eines Besuches des Verfas-
sers in Engelskirchen mündlich gegebenen Auskunft des inzwischen
verstorbenen Herrn Hermann Engels.
4) Stadt Wuppertal, Archiv der standesamtlichen Akten, Elberfeld,
Geburtsregister 1821, Nr. 381
5) Vgl. "Protokollbuch der Lehrerkonferenzen der Barmer Stadt-
schule 1828-1846" sowie "Zeugnisbuch für Schüler, welche die An-
stalt verlassen haben oder sonstige Zeugnisse einzusenden veran-
laßt sind 1836-1870" = Elberfelder Gymnasium; beide Bände sind im
Besitz des Engels-Hauses
6) Engels besuchte von 1829 bis 1834 die Barmer Stadtschule, da-
nach bis September 1837 das Gymnasium in Elberfeld
7) Vgl. hierzu wie auch zum folgenden: Wilhelm Blank, Materialien
zur Geschichte der Familie Blank, Elberfeld 1910; sowie: Stati-
stik des Gymnasiums zu Elberfeld. Festschrift zur fünfzigjährigen
Gedenkfeier der am 24. Febr. 1824 erfolgten öffentlichen Anerken-
nung des Gymnasiums, Elberfeld 1874
8) Vgl. Wilhelm Blank, a.a.O. Der Firmenname ist mehrfach in
Blanks Tagebuch vermerkt.
9) Vgl. Wilhelm Blank, a.a.O. Bezüglich des Briefwechsels bzw.
der zahlreichen Erwähnungen Blanks sei hier nur allgemein auf den
Schriftwechsel Marx' und Engels' verwiesen, in: MEGA ² III, 1 +
2. Einige Bezüge zu Blanks politischen Aktivitäten während der
Elberfelder Revolution finden sich auch bei: Klaus Goebel/Manfred
Wichelhaus, Aufstand der Bürger, Revolution 1849 im westdeutschen
Industriezentrum, Wuppertal 1974. Allerdings wird Blank hier mit
seinem gleichnamigen Vater verwechselt. Eine Fotokopie der hand-
schriftlichen Vorlage für die Familiengeschichte liegt hier vor.
Während der Text Wort für Wort übernommen wurde, fehlt hier der
Satz: "Erst in den 60er Jahren finden wir ihn wieder als einen
begeisterten Bismarck-Anhänger..." Offenbar handelt es sich hier-
bei um einen später eingeschobenen Satz sozusagen als Exkulpation
des Vorstehenden.
10) Wie Herr Jürgen Blank, Überlingen, dem Verfasser im Juni 1980
mündlich mitteilte, sollen sich im Besitz seines Großvaters noch
Briefe von Engels' Hand befunden haben, die aber später verbrannt
worden sind.
11) Vgl. MEGA2 III, 1, S. 78-83, hier: S. 82
12) Es handelt sich um Engels' Artikel: "Briefe aus dem Wupper-
thal", in: Telegraph für Deutschland, hrsg. v. Karl Gutzkow,
März-April 1839, wiederabgedruckt in: MEW, Bd. 1, S. 413-432,
hier: S. 425 f.
13) Ewerbeck, August Hermann (1816-1860), Arzt und Schriftstel-
ler, leitete 1841-1846 die Volkshalle des Bundes der Gerechten in
Paris, später Mitglied des Bundes der Kommunisten. Ewerbeck traf
am 8. Juni 1843 in London ein. Vgl. Public Record Office, London,
H.O. 5, Bd. 31, Nr. 1456
14) Graeber, Wilhelm Heinrich (1820-1895), Mitschüler und Jugend-
freund von Friedrich Engels, Pfarrer, zuletzt Superintendent in
Essen.
15) Graeber, Friedrich Christian Ludwig (1822-1895), Mitschüler
und Jugendfreund von Friedrich Engels, Pfarrer, zuletzt Superin-
tendent in Issum.
16) Wurm, Gustav (1819-1888), Jugendfreund und Mitschüler von
Friedrich Engels, später Rektor in Mettmann.
17) Jonghaus, Peter (* Barmen 26. Dez. 1816 + Essen 8. Juni
1884), stud. theol. in Berlin und Bonn, später Pastor in Essen.
18) Roth, Johann Samuel Richard (* Elberfeld 19. Jan. 1821 + Düs-
seldorf 1. Juni 1858), Teilhaber der Firma Friedrich Bockmühl &
Söhne in Düsseldorf, Abitur 1838, vor 1841 wahrscheinlich zur
Ausbildung bei seinem späteren Schwager André Terond in Genf, Ju-
gendfreund von Friedrich Engels.
19) Neviandt, Friedrich Eduard (* Mettmann 19. Juni 1819 + Elber-
feld 9. Januar 1888), Fabrikbesitzer und Kommerzienrat in Elber-
feld, absolvierte etwa 1835-1838 eine Lehre in der Duisburger
Baumwollwarenfabrik Davidis & Michaelis, weilte ab Sommer 1839
bis etwa 1841 zur weiteren Ausbildung in England und "hatte sich
in England konditionierend, freie Anschauungen erworben". Vgl.
Karl Steher, Erlebnisse eines Achtzigjährigen, Elberfeld 1903,
und: Walter Hermes, Hermann Heinrich Grafe und seine Zeit, Witten
1933
20) Vgl. Michael Knieriem, Friedrich Engels' Reise nach Münster
im Frühjahr 1840, in: IWK, 14. Jg., H. 4, Dezember 1978, S. 486-
490, hier: S. 490
21) Der Aufenthalt von Richard Roth in Süddeutschland und in der
Schweiz ergibt sich aus dem Brief Friedrich Engels' an seine
Schwester Marie in Mannheim, Bremen, 8.-11. März 1841, vgl. MEGA
², III 1, S. 217-219, hier: S. 217
22) Vgl. MEGA ² III, 1, S. 165-170, hier: S. 165
23) Vgl. MEGA ² III, 1, S. 217-219, hier: S. 217 f.
24) Das Itinerar Engels' stellt sich wie folgt dar: Abfahrt von
Barmen etwa 5. Mai 1841, Basel 8. Mai, Zürich 11. Mai, Chur 14.
Mai [?], Lecco 16. Mai [?], Ankunft Mailand vor oder spätestens
am 31. Mai 1841. Vgl. hierzu: Hans Feiger/Michael Knieriem,
Friedrich Engels als Bremer Korrespondent des "Stuttgarter Mor-
genblatts für gebildete Leser" und der Augsburger "Allgemeinen
Zeitung", hrsg. v. Karl-Marx-Haus Trier und dem Friedrich Engels-
Haus Wuppertal, in: Schriften aus dem Karl-Marx-Haus, H. 15, 1976
², S. 66 f. Vgl. auch Friedrich Engels' Artikel "Lombardische
Streifzüge", in: Athenäum für Wissenschaft, Kunst, Leben, Nr. 48
u. 49, Dezember 1841, wiederabgedruckt in: MEW, EB II, S. 150-
160. Trotz seiner Vorstellung, "ein fideles Leben" in Mailand zu
führen, scheint Engels sich längere Zeit in Lecco aufgehalten zu
haben. Am 9. Mai 1851 schreibt er an Marx in London: "Gestern wa-
ren zwei Kaufleute von Lecco hier, der eine ein alter Bekannter
von 1841" und "Lecco - dem einzigen Ort, wo ich populär bin".
Vgl. MEW, Bd. 27, S. 255
25) Vgl. die Briefe von Engels an seine Schwester Marie vom 8.
bis 11. März 1841, in: MEGA ² III, 1, a.a.O., sowie vom 5. April
1841, in: Mega ² III, 1, S. 220, und den Brief, geschrieben um
den 28. April 1841 (bisher datiert Anfang Mai 1841), vgl. MEGA ²
III, 1, S. 221-222. Gustav Mayer glaubte noch, daß die Reise nach
Mailand zusammen mit dem Vater nicht zustande gekommen sei. Vgl.
Gustav Mayer, Friedrich Engels. Eine Biographie, 2 Bde, Bd. 1,
Friedrich Engels in seiner Frühzeit, Den Haag 1934 (zusammen mit
Bd. 2 nachgedruckt: Köln 1971 und Frankfurt a.M./Berlin/Wien
1975, S. 63)
26) Vgl. Michael Knieriem, Die Entwicklung der Firma Caspar En-
gels Söhne, in: Nachrichten aus dem Engels-Haus, H. 1, Wuppertal
1978, S. 69 f. und 151
27) Zur Überprüfung wurden die Tagebucheintragungen Blanks mit
den Fremdenlisten der Bonner Zeitung verglichen. Vgl. Bonner Wo-
chenblatt, Nr. 76, vom 25. Juni 1841, "Angekommene Fremden: Den
23. Madame Hauptmann, Madame Blank aus Elberfeld und Herr Blank
aus Elberfeld."
28) Engels hatte am 1. Oktober 1841 sein Militärjahr als Einjäh-
rig-Freiwilliger bei der Garde-Artilleriebrigade in Berlin aufge-
nommen. Während der ersten sechs Wochen, also bis zum 15. Novem-
ber, waren auch die Freiwilligen gezwungen, die Kasernen nicht zu
verlassen, d.h. Friedrich Engels durfte erst seit diesem Zeit-
punkt ein Privatquartier beziehen. Er hat dann nachweislich in
Berlin, Dorotheenstr. 56, gewohnt. Es mag hierbei auffallen, daß
Blank schreibt, er habe in der Dorotheenstr. 51 und dann in der
Behrenstr. 56 gewohnt. Wenn Blank sich in der Hausnummer geirrt
hat, konnte er das Quartier für Engels besorgt haben, zumal ver-
schiedene ehemalige Schulkameraden Blanks und Engels' hier be-
reits ihre "Studentenbude" hatten. Vgl. hierzu: Manfred Kliem,
Friedrich Engels. Dokumente seines Lebens 1820-1895, Frankfurt
1977, S. 85 ff.
29) Die Firma Rurmann & Meckel wurde im Jahre 1813 in Elberfeld
gegründet. Friedrich Rurmann (* ca. 1785 + 1847) war Elberfelder
Stadtrat, dessen Sohn Heinrich wurde später ebenfalls Teilhaber
dieser Firma. Hier soll nicht unerwähnt bleiben, daß Blank am 11.
Juli 1846 Louise Meckel, Tochter des anderen Teilhabers Caspar
Wilhelm Meckel in Elberfeld heiratete.
30) Pilling & Frerichs. Der Name Pilling war nicht zu identifi-
zieren. Es gab 1843 zwei Firmen Frerichs, Johann A. und Johann H.
Beide Firmen wurden 1837 gegründet und hatten ihren Sitz in der
Firma de Jersey & Co. in Manchester. Vgl. John Scholes, List of
Foreign Merchants and Firms in Manchester 1734-1870, Manuskript
o.O., o.J.
31) Die Firma Carl Cornelius Souchay wurde 1806 durch diesen in
Manchester, London und Frankfurt begründet. Es kann sich hier
möglicherweise um dessen Söhne Johann Daniel Souchay (1798-1871),
Kaufmann und Teilhaber obiger Firma, sowie um Carl Isaac Souchay
(1799-1872), ebenfalls Kaufmann und ·v Teilhaber in Manchester,
gehandelt haben. Vgl. Deutsches Familienarchiv, hrsg. v. Gerhard
Geßner, Bd. 19, Neustadt/Aisch 1961, S. 274 f.
32) Engels hatte Manchester Anfang August 1843 verlassen. In
Ostende traf er mit Gervinus und Herwegh nach dem 10. August zu-
sammen. Vgl. Hans Feiger/Michael Knieriem, a.a.O., S. 69
33) Diese Anschrift wurde noch einmal durch Herrn Roy Whitfield,
Manchester, auf Anfrage des Verfassers bestätigt. Die Adresse von
"Ermen & Engels" lautete später: 7, Southgate, Deansgate.
34) Vgl. auch Anm. 9, Wilhelm Blank, a.a.O.
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