Quelle: Jahrbuch des Inst. für Marxist. Studien und Forschungen 04/1981
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INTERNATIONALES INSTITUT FÜR SOZIALGESCHICHTE AMSTERDAM - IISG
Dieter Läpple
1. Zur Geschichte des IISG - 2. Rechtlicher Status und organisa-
torische Struktur - 3. Arbeitsaufgaben und Forschungsabteilungen
- 4. Periodika und Publikationsreihen des IISG - 5. Die neue
Adresse des IISG.
Das Internationale Institut für Sozialgeschichte (IISG) in Am-
sterdam ist eines der bedeutendsten Dokumentationszentren zur Ge-
schichte der internationalen Arbeiterbewegung.
Die wichtigste Sammlung des Institutes ist dabei zweifellos der
nahezu vollständige schriftliche Nachlaß von Karl Marx und Fried-
rich Engels mit tausenden Seiten ihrer Originalmanuskripte, sowie
dem größten Teil der Originale ihrer Korrespondenz, die durch Ko-
pien der Originalkorrespondenz aus anderen Instituten zu einer
weitgehend vollständigen Sammlung der bekannten Briefe von und an
Marx und Engels angereichert ist. 1)
Außerdem verfügt das Institut - um nur einige der vielfältigen
Nachlässe, Archive und Sammlungen zu nennen - über die Nachlässe
von August Bebel, Karl Kautsky, Eduard Bernstein, Moses Hess,
Charles Rappoport, die Archive des Generalrats der Ersten Inter-
nationale (1864-1872), der 'Sozialistischen Arbeiterinternatio-
nale' (SAI - die 1923 gegründete Nachfolgerin der II. Internatio-
nale), des Zentralrats der Deutschen Sozialistischen Republik
(19.12.1918-8.4.1919), die sog. Kashnor-Sammlung mit 10.000 Ti-
teln, darunter einer Vielzahl seltener englischer Broschüren aus
der Periode von 1600-1870, die bedeutende Sammlung von Lucien
Descarves über die Pariser Kommune und die Sammlung des Österrei-
chischen Historikers und Anarchisten Max Nettlau, mit 40.000 Ti-
teln eine der größten und wertvollsten Privatsammlungen anarchi-
stischer und sozialistischer Dokumente und Literatur. 2)
1. Zur Geschichte des IISG 3)
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Das IISG wurde 1935 gegründet, zu einem Zeitpunkt also, zu dem
sich in verschiedenen europäischen Ländern faschistische Bewegun-
gen ausbreiteten und in Deutschland und Italien bereits faschi-
stische Diktaturen errichtet waren, die sich mit aller Konsequenz
auf eine politische und militärische Expansion vorbereiteten. Die
Entstehung und der Aufbau des Instituts sind somit aufs engste
verbunden mit dem Aufstieg des Faschismus und der Errichtung des
faschistischen Terrorsystems gegen Kommunisten. Sozialisten, Ju-
den, Demokraten und alle antifaschistischen Kräfte. Bereits die
Bücherverbrennungen von 1933 deuteten an, daß die faschistische
Diktatur nicht nur die physische Vernichtung ihrer Gegner an-
strebte, sondern auch die Liquidierung deren historischen Bewußt-
seins, insbesondere die Liquidierung der gesammelten kollektiven
Kampferfahrungen, der niedergeschriebenen Geschichte und der
Ideen und Theorien der verschiedenen Strömungen der Arbeiterbewe-
gung. Die "Zerschlagung des Marxismus", sowohl als politische Be-
wegung als auch als geschriebenes Wort, wurde zur zentralen
Kampfparole des faschistischen Terrors.
In dieser Situation begann ab 1934 der Amsterdamer Wirtschaftshi-
storiker und Sozialdemokrat Prof. Posthumus (1880-1960), einer
der Gründer des IISG, Bücher, Zeitschriften, Dokumente, Flug-
schriften etc. von bedrohten und verfolgten Organisationen und
Personen über die Grenze nach den Niederlanden zu bringen.
Posthumus war zu dieser Zeit Direktor der 'Economisch-Historische
Bibliothek' (EHB) in Amsterdam, in der vor allem Firmenarchive
und anderes wirtschaftshistorisches Quellenmaterial gesammelt
wurden. Die EHB hatte jedoch neben ihrer wirtschaftshistorischen
Bibliothek auch noch eine kleine Abteilung für Sozialgeschichte
und Sozialökonomie, in die zunächst die aus den bedrohten Ländern
kommenden Bücher und Archive eingebracht wurden.
Auf der Suche nach Geld für den Ankauf derartiger Archive stieß
Posthumus auf die 'Centrale Arbeidersverzekerings- en Deposito-
bank' ('Centrale'), eine von der niederländischen Sozialdemokra-
tie gegründete Bank, die in ihrer Satzung verankert hatte, daß
ein bestimmter Teil ihres Gewinns für die kulturellen Interessen
der Arbeiterklasse verwendet werden sollte. Posthumus trug der
'Centrale' seinen Plan vor, ein Internationales Insitut für Sozi-
algeschichte zu errichten, um damit einen zentralen und allgemein
zugänglichen Ort für Dokumente der internationalen Arbeiterbewe-
gung zu schaffen. Die 'Centrale' sagte Posthumus die finanzielle
Unterstützung bei der Realisierung dieses Planes zu. Sie stellte
nur die Bedingung, daß das neue Institut kein "Papierlagerhaus",
sondern ein "Institut für wissenschaftliche Forschung" 4) werde.
Jahrelang war somit die 'Centrale Arbeidersverzekerings- en Depo-
sitobank' der entscheidende finanzielle Träger des IISG, der
nicht nur den Ankauf von Bibliotheken, Sammlungen und Archiven
finanzierte, sondern auch den Umbau des von der Gemeinde Amster-
dam für das neue Institut zur Verfügung gestellten Gebäudes.
Mit der Errichtung des IISG ergab sich auch eine gewisse Arbeits-
teilung mit der bereits bestehenden 'Economisch-Historische Bi-
bliothek' (EHB). Das IISG wurde für soziale Fragen und Arbeiter-
bewegung zuständig, die EHB spezialisierte sich weiter auf ökono-
mische Fragen und Kapitalentwicklung. Die bereits bestehende Ab-
teilung für Sozialgeschichte der EHB wurde in das IISG einge-
bracht.
Die Jahre nach Gründung des Instituts bis 1940 waren geprägt
durch fieberhafte und teilweise gefährliche Ankaufs- und Ret-
tungsaktionen von Bibliotheken und Archiven in Deutschland,
Österreich, der Tschechoslowakei und einigen anderen europäischen
Ländern. Dabei schloß das Institut u.a. auch Verträge ab, mit
denen es sich verpflichtete, die Archive nach Überwindung des Fa-
schismus bzw. nach Ablauf des Krieges - gegen Erstattung der Un-
kosten - an ihre früheren Besitzer zurückzugeben. Besonders dra-
matisch verlief die Rettung eines Teils der Sammlung von Max
Nettlau, die dieser in dem durch deutsche Truppen besetzten Wien
zurückgelassen hatte, durch die langjährige Bibliothekarin des
Institutes Annie Adama van Scheltema-Kleefstra. 5)
Zur Erleichterung des Erwerbs von Dokumenten der Arbeiterbewegung
eröffnete das IISG 1936 eine Filiale in Paris, die bis 1940 von
Boris Nikolajewsky geleitet wurde. Nikolajewsky spielte auch eine
wichtige Rolle bei dem Erwerb des Parteiarchivs der Sozialdemo-
kratischen Partei Deutschlands, einer Sammlung, die auch den
schriftlichen Nachlaß von Marx und Engels enthielt, und die die
übrigen Erwerbungen des Instituts an Bedeutung und Umfang bei
weitem übertraf. Durch das Testament von Friedrich Engels ist
nach dessen Tode der größte Teil des schriftlichen Nachlasses von
Marx und Engels an Bebel und Bernstein gefallen und über diese in
das Parteiarchiv der SPD gekommen. 6)
Der Marx-Engels-Nachlaß war offenbar bereits vor dem Reichstags-
brand aus dem Archiv in Berlin entfernt worden, und es ist im
Laufe des Jahres 1933 gelungen, diesen Nachlaß und den größten
Teil des restlichen Parteiarchives ins Ausland zu bringen. Ab
1935 verhandelten Vertreter des Moskauer Marx-Engels-Lenin-Insti-
tuts mit dem Parteivorstand der SPD im Exil über einen möglichen
Ankauf des Marx-Engels-Nachlasses und später über eine zeitwei-
lige Überlassung dieses Nachlasses an das Moskauer Institut.
Nachdem diese Unterhandlungen 1936 erfolglos abgebrochen wurden,
schloß der Parteivorstand der SPD mit dem IISG einen vorläufigen
Vertrag, daß ihr Archiv - unter Eigentumsvorbehalt und unter Aus-
schluß des Marx-Engels-Nachlasses - dem Amsterdamer Insitut zur
unentgeldlichen Aufbewahrung überlassen werde.
Zwei Jahre später, 1938, kam der SPD-Parteivorstand im Exil of-
fensichtlich in finanzielle Schwierigkeiten und bot daraufhin
sein gesamtes Archiv - einschließlich des Marx-Engels-Nachlasses
- für 72.000 Gulden dem IISG zum vorbehaltlosen Kaufe an. Die
'Centrale' war bereit, diesen Betrag für das Institut zu bezah-
len, und der Kauf kam zustande. 7)
Ab 1938, nach den Erfahrungen der Münchner Konferenz, begann das
IISG, einen Teil seiner wichtigsten Dokumente, darunter auch den
Marx-Engels-Nachlaß, in England unterzubringen.
Im Mai 1940 fielen die deutschen Truppen in die Niederlande ein.
Das Institut wurde daraufhin geschlossen und von dem "Einsatzstab
Reichsleiter Rosenberg" besetzt. Im Oktober 1944 wurden die ge-
samten im IISG noch verbliebenen Bibliotheks- und Archivbestände
von den deutschen Truppen abtransportiert.
Nach der Befreiung im Mai 1945 wurde das Institut völlig leer
vorgefunden. Nun begann die Suche nach dem Material des IISG in
ganz Europa. Im Frühjahr 1946 wurden bei Hannover zwei Rheinkähne
entdeckt, die einen Teil der Bücher, Broschüren und Periodika so-
wie einige Archive des Instituts enthielten. Im Laufe der Jahre
1946 und 1947 kamen ungefähr 3500 Kisten Material in das Institut
zurück. 1956 wurden durch die polnische Regierung noch 270 Kisten
Archivmaterial zurückgeschickt, das die deutschen Truppen 1944
nach Polen gebracht hatten. Nach den Worten der früheren Biblio-
thekarin Annie Adama van Scheltema war es "ein wirkliches Wun-
der", daß das Material des IISG "ohne große Verluste wieder nach
Amsterdam zurückgebracht werden konnte". 8)
2. Rechtlicher Status und organisatorische Struktur
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Nach 1945 kam das Institut in eine schwierige finanzielle Situa-
tion. Der bisherige finanzielle Träger, die 'Centrale', hatte
durch den Krieg und die faschistische Besetzung der Niederlande
großen Schaden erlitten. Der Betrag von 60.000 Gulden, den das
Institut vor dem Kriege von der 'Centrale' bekam, wurde nun
zunächst je zu einem Drittel von der 'Centrale', der Gemeinde Am-
sterdam und der niederländischen Regierung gezahlt. Das Institut
konnte seinen Mitarbeitern in dieser Zeit nur eine minimale Be-
zahlung bieten, die noch nicht einmal eine Pensionsberechtigung
einschloß. Ab 1963 übernahm das Ministerium für Erziehung und
Wissenschaft den größten Teil der Finanzierung des Instituts. Der
jahrelange Kampf für eine finanzielle Absicherung und einen defi-
nitiven rechtlichen Status des IISG hat erst 1978 mit der Auf-
nahme des Instituts in die Königlich Niederländische Akademie der
Wissenschaften ein vorläufiges Ende gefunden. 9)
Das IISG, das bis 1978 eine Stiftung war, hat nun den rechtlichen
Status eines Instituts der Königlich Niederländischen Akademie
der Wissenschaften, wodurch die Mitarbeiter des IISG in den
Dienst dieser Akademie übernommen wurden. Die laufenden Kosten in
der Höhe von ungefähr 5 Millionen DM werden von dem Ministerium
für Erziehung und Wissenschaft getragen.
Mit dem neuen rechtlichen Status bekam das Institut auch eine
neue Organisationsstruktur. Dabei wurde versucht, eine Struktur
zu finden, die dem Institut eine weitgehende interne Autonomie
bei der Durchführung seiner wissenschaftlichen Arbeitsaufgaben
gewährleistet.
Die ursprüngliche S t i f t u n g I I S G bleibt unter der
neuen Struktur - mit einem wesentlichen Teil ihrer Kompetenzen -
weiterhin bestehen und ist nach wie vor Eigentümerin der Sammlun-
gen des IISG. An der Stelle des Stiftungsrats steht jetzt ein
V e r w a l t u n g s r a t aus neun Mitgliedern, wovon ein Mit-
glied von der Stiftung und eines von der 'Centrale' ernannt wird.
Die restlichen sieben Mitglieder werden von der Akademie der Wis-
senschaften (KNAW) ernannt; davon ein Mitglied auf Vorschlag der
Universität von Amsterdam und eines auf Vorschlag des
'Schwesterinstituts', des Niederländischen Archivs für Wirt-
schaftsgeschichte mit der 'Economisch-Historische Bibliothek'
(EHB).
Die laufenden Geschäfte des Instituts werden von einem
D i r e k t o r i u m wahrgenommen, das von dem Verwaltungsrat
ernannt wird. Die jährliche Vollversammlung der Mitarbeiter des
IISG wählt einen I n s t i t u t s r a t, der wiederum ver-
schiedene Arbeitskommissionen einsetzt und die Arbeit des Insti-
tuts koordiniert.
Die wissenschaftliche Arbeitsplanung erfolgt im wesentlichen
durch die m o n a t l i c h e V e r s a m m l u n g d e r
w i s s e n s c h a f t l i c h e n M i t a r b e i t e r des
IISG.
3. Arbeitsaufgaben und Forschungsabteilungen des IISG
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Die allgemeinen Arbeitsaufgaben des IISG, wie sie bereits in den
Statuten von 1936 festgelegt wurden, haben sich bis heute nicht
wesentlich verändert. Sie umfassen weiterhin:
1. Sammeln und Erwerben von Dokumenten, die bedeutsam sind für
die Sozialgeschichte; also vor allem alte und neue Bücher, Peri-
odika, Dokumentationen und Archive von Personen, die in verschie-
denen sozialen Bewegungen, insbesondere der Arbeiterbewegung ak-
tiv sind oder waren;
2. Ordnen und Katalogisieren des gesamten Materials, damit es für
Forschung zugänglich ist;
3. Beratung und Hilfeleistungen für externe Wissenschaftler bei
der Forschung mit Dokumenten und Quellenmaterial des Instituts;
4. Durchführung eigener Forschung auf dem Gebiet der Sozialge-
schichte, Publikation von Studien und Herausgabe von Dokumenten,
die für die Sozialgeschichte bedeutsam sind.
Ursprünglich war die Arbeit des IISG nach vier 'Regionen' unter-
teilt:
- Abteilung für Deutschland, Österreich und Schweiz;
- Abteilung für romanische Länder und Anarchismus;
- Abteilung für Osteuropa;
- Abteilung für Benelux-Länder, Großbritannien, USA u.a.
Im Laufe der Zeit wurde eine Reorganisation und Erweiterung die-
ser Forschungsorganisation notwendig. Bemerkenswert ist vor allem
die Schaffung von Abteilungen, die sich mit asiatischen, afrika-
nischen und lateinamerikanischen Ländern befassen. Nach der Aus-
sage des früheren Direktors des IISG, Prof. de Jong Edz., ist das
Institut davon überzeugt, daß durch die Sammlung von Dokumenta-
tionen über diese Länder, in denen sich heute radikale Verände-
rungen vollziehen, ein wichtiger geschichtlicher Beitrag gelei-
stet wird. 10)
Heute arbeiten insgesamt 35 Wissenschaftler in den folgenden
F o r s c h u n g s a b t e i l u n g e n:
1. Abt. für Deutschland, Österreich und Schweiz;
2. Abt. für Benelux-Länder;
3. Abt. für Osteuropa;
4. Abt. für Anarchismus - Spanien, Portugal und Lateinamerika;
5. Abt. für Frankreich, Italien und Israel;
6. Abt. für Großbritannien, Irland, Nordamerika und Nordeuropa;
7. Abt. für Asien, Afrika und Australien;
8. Abt. für Internationale Organisationen und allgemeine Fragen;
dazu kommen noch die Abteilungen für spezielle Aufgabenbereiche:
9. Abt. für Ikonographie und visuelles Archiv;
10. Abt. 'International Review of Social History';
11. Abt. 'Archives Bakounine';
12. Publikationsabteilung.
Neben der Arbeit in diesen Forschungsabteilungen stellen natür-
lich die laufenden Arbeiten in der B i b l i o t h e k und den
A r c h i v e n einen zentralen Arbeitsschwerpunkt dar.
Das IISG hatte 1980 einen B i b l i o t h e k s b e s t a n d
von ungefähr 550.000 Büchern und Broschüren bei einem jährlichen
Zugang von rund 10.000 Titeln.
Die Z e i t s c h r i f t e n a b t e i l u n g hält laufend 45
Tageszeitungen aus 20 Ländern und rund 2300 Periodika aus mehr
als 60 Ländern.
Neben dieser umfangreichen Spezialbibliothek verfügt das IISG
über eines der größten A r c h i v e der Welt a u f d e m
G e b i e t d e r A r b e i t e r b e w e g u n g.
Zur Bewältigung dieser B i b l i o t h e k s- u n d A r-
c h i v a r b e i t e n (wie Akquisition, Klassifikation, Kata-
logisierung, Ausleihe, Binden und Restauration) hat das Institut
noch über 30 Mitarbeiter beschäftigt. Diese Bibliotheks- und
Archivarbeiten erfolgen in enger Zusammenarbeit mit den wis-
senschaftlichen Mitarbeitern der verschiedenen Forschungsabtei-
lungen, die einen wesentlichen Teil ihrer Arbeitszeit für diese
Aufgaben einsetzen.
Insgesamt verfügt das IISG über ungefähr 80 Mitarbeiter.
4. Periodika und Publikationsreihen 11) und laufende Arbeiten
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des IISG
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a) Periodika:
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Das IISG gibt seit 1956 die Zeitschrift 'International Review of
Social History' (Assen, Van Gorcum & Comp.) heraus. Die Redaktion
dieser Zeitschrift wird durch die Forschungsleiter der verschie-
denen Forschungsabteilungen des IISG gebildet.
Außerdem ist das Institut beteiligt bei der Herausgabe der Zeit-
schrift der niederländischen Vereinigung für Sozialgeschichte,
der 'Tijdschrift voor sociale geschiedenis' (Zeitschrift für So-
zialgeschichte, Den Haag, Martinus Nijhoff).
b) Publikationsreihen:
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Das IISG gibt in Zusammenarbeit mit verschiedenen Verlagen die
folgenden Publikationsreihen heraus:
I. Quellen und Untersuchungen zur Geschichte der deutschen und
österreichischen Arbeiterbewegung;
II. Quellen und Untersuchungen zur Geschichte der deutschen und
österreichischen Arbeiterbewegung - NEUE FOLGE;
III. Quellen zur Geschichte der Rätebewegung in Deutschland
1918/1919;
IV. Publications on Social History;
V. Sociaal-Historische Studien;
VI. Archives Bakounine;
VII. Russian Series;
VIII. Russian Series on Social History;
IX. Archive de Jules Humbert-Droz;
X. Studies in Social History;
XI. De Nederlandse Arbeidersbeweging;
XII. Quellen und Studien zur Sozialgeschichte.
Außerhalb ihrer Publikationsreihen gibt das IISG auch noch Ein-
zelveröffentlichungen heraus.
5. Die neue Adresse des IISG
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Abschließend sei noch darauf verwiesen, daß das IISG augenblick-
lich in ein anderes Gebäude umzieht. Das bisherige Gebäude des
Instituts, Herengracht 266, in der Amsterdamer Innenstadt, ist
bereits seit langem zu klein, und vor allem sind durch das
schwere Gewicht der Bücher und Dokumentationen ernste Probleme
mit der Fundierung aufgetreten. Als Not- und Zwischenlösung wird
das IISG für die nächsten Jahre in einem Großhandelszentrum im
westlichen Hafengebiet, im Kabelweg 49-51, untergebracht. Die Ar-
beiten des IISG werden in dieser Interimsunterkunft uneinge-
schränkt weitergehen. Ebenso werden die Bibliothek und die Ar-
chive nach einer kurzen, durch den Umzug bedingten Unterbrechung
wieder zugänglich sein.
Das IISG, und mit ihm alle Freunde des 'Amsterdamer Instituts',
hoffen jedoch, daß es in absehbarer Zeit wieder ein geeignetes
und zentral gelegenes Dauerdomizil für seine Forschungs- und Do-
kumentationsarbeit bekommt.
_____
1) Mit dem angereicherten Marx-Engels-Nachlaß verfügt das IISG
über 1540 Briefe zwischen Marx und Engels und 9603 an sie gerich-
tete Briefe.
2) Für eine vollständige Übersicht der Archive, Nachlässe und
Sammlungen des IISG (Stand 1968) vgl.: Index of the Archives and
Collections in the International Institute of Social History, in:
International Institute of Social History Amsterdam - History and
Activities, hrsg. u. eingeleitet von Fr. de Jong Edz., Assen
1968.
3) Diese Ausführungen zur Geschichte des IISG stützen sich auf
die folgende Literatur:
J.M. Welker, Veertig jaar Internationaal Instituut voor Sociale
Geschiedenis 1935-1975, in: Tijdschrift voor Sociale Geschiede-
nis, (Amsterdam), Nr. 3, Dezember 1975, S. 373-384; Annie Adama
van Scheltema-Kleefstra. Erinnerungen der Bibliothekarin des In-
ternationalen Instituts für Sozialgeschichte (deutsche Überset-
zung), in: Mitteilungsblatt des Instituts zur Geschichte der Ar-
beiterbewegung - IGA, (Ruhr-Universität Bochum), Heft 4, 1979, S.
7-42;
Maria Hunink, De geschiedenis van een bibliotheek - Max Nettlau
en Amsterdam, in: Over Buonarroti, internationale avant-gardes,
Max Nettlau en het verzamelen van bocken, anarchistische mini-
sters, de algebra van de revolutie, schilders en schrijvers,
hrsg. von M. Hunink, J. Kloosterman, J. Rogier, Baarn 1979;
Paul Mayer, Die Geschichte des sozialdemokratischen Parteiarchivs
und das Schicksal des Marx-Engels-Nachlasses, in: Archiv für So-
zialgeschichte, Bd. VI-VII, Hannover 1966-1969, S. 1-198
4) A.J.C. Rüter, Historische Studies over mens en samenleving,
Assen 1967, S. 284 (zitiert nach J.M. Welcker, a.a.O., S. 374).
5) Vgl. dazu die Erinnerungen von A. Adama van Scheltema, a.a.O.,
S. 19 ff.
6) Die folgenden Ausführungen zum Parteiarchiv der SPD und zum
Marx-Engels-Nachlaß stützen sich im wesentlichen auf F. Mayer,
Die Geschichte des sozialdemokratischen Parteiarchives...,
a.a.O..
7) Vgl. dazu auch: W. Schwarz, Marx-Engels-Forschung in Frankfurt
1924-1929, in: 10 Jahre IMSF, Frankfurt 1978, S. 76 ff.
8) A. Adama van Scheltema-Kleefstra, Erinnerungen..., a.a.O., S.
36.
9) Zu dem neuen rechtlichen Status des IISG vgl.: International
Institute of Social History - Annual Report 1978.
10) Fr. de Jong Edz., a.a.O., S. 8.
11) Vgl. dazu: International Institute of Social History - Annual
Report 1978, S. 55-58.
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