Quelle: Jahrbuch des Inst. für Marxist. Studien und Forschungen 05/1982
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DAS INSTITUT FÜR MARXISMUS-LENINISMUS BEIM ZK DER KPDSU
M. Sotow
1. Die Aufgaben des Instituts - 2. Geschichte und Organisation
des Instituts - 3. Fonds, Archive, Bibliothek - 4. Marx-Engels-
und Lenin-Werke - 5. Forschungsrichtungen des Instituts - 6. In-
ternationale Beziehungen
Die Kommunistische Partei der Sowjetunion gründet ihre gesamte
revolutionär-umgestaltende Tätigkeit auf das feste Fundament der
marxistisch-leninistischen Theorie. "Das theoretische Erbe von
Marx, Engels und Lenin ist der größte Schatz unserer Partei, der
gesamten kommunistischen Weltbewegung", betont der Generalsekre-
tär des ZK der KPdSU und Vorsitzende des Präsidiums des Obersten
Sowjets der UdSSR, L.I. Breshnew. "Mit Recht kann man sagen, daß
die schöpferische Weiterentwicklung der wissenschaftlichen Theo-
rie des Marxismus-Leninismus und deren organische Verbindung mit
der revolutionären Praxis der Arbeiterklasse und aller Werktäti-
gen der ausgeprägteste, der bemerkenswerteste Wesenszug der ge-
samten historischen Tätigkeit unserer Partei ist." 1) Die gründ-
liche Aneignung der revolutionären Theorie, ihre schöpferische
Weiterentwicklung wurden von der KPdSU stets zu ihren vorrangi-
gen, ureigenen Aufgaben gerechnet.
Einen wesentlichen Beitrag zur Verwirklichung dieser Aufgabe lei-
stet das Institut für Marxismus-Leninismus beim ZK der KPdSU, die
höchste wissenschaftliche Forschungseinrichtung der Partei. Seine
ganze Tätigkeit verläuft unter unmittelbarer Leitung des Zentral-
komitees der KPdSU.
1. Die Aufgaben des Instituts
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Das ZK der KPdSU legt in seinen Dokumenten die Hauptrichtungen
der Tätigkeit des Instituts für Marxismus-Leninismus und seiner
ihm angeschlossenen Institute fest. Von großer Bedeutung für die
Tätigkeit des Instituts in den letzten Jahren war der Beschluß
des ZK der KPdSU "Über die Aufgaben, den Aufbau und den Stellen-
plan des Instituts für Marxismus-Leninismus beim ZK der KPdSU"
(1968), dessen Verwirklichung eine neue Etappe in seiner Ge-
schichte eingeleitet hat. Die Aufgaben des Instituts, die in die-
sem Dokument festgelegt sind, hat das ZK in seinen darauffolgen-
den Beschlüssen ergänzt und konkretisiert. Diese Aufgaben ergeben
sich aus neuen Erfordernissen des Lebens, der wachsenden Rolle
der Partei und der marxistisch-leninistischen Theorie beim Aufbau
des Kommunismus. Bei der Erfüllung seiner Aufgaben stützt sich
das Institut auf das theoretische Erbe von Marx, Engels und Le-
nin, auf das Statut und Programm der KPdSU, auf Beschlüsse der
Parteitage und Plenartagungen des ZK sowie die Ausarbeitungen
führender Funktionäre der Kommunistischen Partei.
Das Hauptziel des Instituts ist die umfassende Erforschung des
Marxismus-Leninismus in der Einheit all seiner Bestandteile sowie
der revolutionären Praxis, der Theorie und der Geschichte der
KPdSU. Dieses Ziel steht in untrennbarem Zusammenhang mit den
Aufgaben des kommunistischen Aufbaus, des revolutionären Weltpro-
zesses insgesamt. Das Institut sieht seine Aufgaben in der weite-
ren Erforschung der Geschichte und der Entwicklung der Theorie
des Marxismus-Leninismus als einer einheitlichen internationalen
Lehre, dem konzentrierten Ausdruck der welthistorischen und revo-
lutionären Erfahrungen und des revolutionären Denkens aller Völ-
ker. Diese lebendige und sich entwickelnde Lehre ist für Millio-
nen Menschen Anleitung zum Kampf für eine revolutionäre Umgestal-
tung der Welt, dient den Kommunisten als Grundlage ihres Han-
delns.
Für große Verdienste bei der wissenschaftlichen Erforschung, Her-
ausgabe und Verbreitung des Ideenguts von Marx, Engels, Lenin und
anläßlich seines 50. Gründungstages wurde das Institut für Mar-
xismus-Leninismus beim ZK der KPdSU im Jahre 1971 mit dem Lenin-
Orden ausgezeichnet.
2. Geschichte und Organisation des Instituts
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Im Januar 1921 hat das ZK der KPR(B) auf Lenins Initiative den
Beschluß gefaßt, ein Marx-Engels-institut zu gründen. Zu dessen
Aufgaben sollten das Studium und die Förderung des Studiums des
Marxismus und der Geschichte der internationalen kommunistischen
Bewegung sowie die wissenschaftliche Propaganda des Marxismus un-
ter breiten Massen der Werktätigen gehören. Im Jahre 1923 wurde
das Lenin-Institut gegründet, dessen offizielle Eröffnung im Mai
1924 stattfand. Das Lenin-Institut wurde zur Basis für das Stu-
dium und die Verbreitung des Leninismus unter den breiten Massen
der Kommunisten und Parteilosen. Im Jahre 1928 wurde das Lenin-
Institut mit der Kommission für Sammlung und Studium der Materia-
lien über die Geschichte der Oktoberrevolution und der Geschichte
der KPR (Istpart) zusammengelegt, die ihre Tätigkeit bereits 1920
aufgenommen hatte.
Zur gründlicheren Erforschung des Marxismus-Leninismus als einer
einheitlichen internationalen Lehre wurden das Marx-Engels-Insti-
tut und das Lenin-Institut im November 1931 zu einer einheitli-
chen wissenschaftlichen Forschungseinrichtung der Partei in unse-
rem Lande, dem Marx-Engels-Lenin-Institut beim ZK der KPdSU(B),
zusammengelegt. Zu seinen Aufgaben gehörten die wissenschaftliche
Vorbereitung und Herausgabe der Werke von Marx, Engels und Lenin;
das Studium und die Förderung des Studiums des Lebens und Wirkens
von Karl Marx, Friedrich Engels und Lenin und deren Lehre; Samm-
lung, Erforschung und Herausgabe der Dokumente zur Geschichte der
KPdSU(B), wissenschaftliche Erforschung der Geschichte der Par-
tei, Ausarbeitung der Fragen des Parteiaufbaus, der kommunisti-
schen Jugendbewegung; Sammlung, Studium und wissenschaftliche
Herausgabe der Dokumente zur Geschichte der Komintern. Seit 1956
heißt diese Einrichtung Institut für Marxismus-Leninismus beim ZK
der KPdSU.
Das Institut gliedert sich heute folgendermaßen: Abteilung für
die Werke von Marx, Engels und Lenin (mit Untergliederung in die
Sektoren Marx-Engels-Werke, Lenin-Werke, Geschichte des Marxis-
mus-Leninismus); Abteilung für die Geschichte der KPdSU (mit ei-
ner unter ihrer Leitung stehenden wissenschaftlich-methodischen
Einrichtung, die Parteiveteranen bei der Vorbereitung und Heraus-
gabe ihrer Erinnerungen helfen soll); Abteilung für Parteiaufbau;
Abteilung für wissenschaftlichen Kommunismus; Abteilung für die
Geschichte der internationalen kommunistischen Bewegung; Abtei-
lung für angeschlossene Institute und zur Koordinierung der wis-
senschaftlichen Forschungsarbeit; Zentrales Parteiarchiv und Bi-
bliothek. Bestandteil des Instituts ist auch das Marx-Engels-Mu-
seum. Durch das Institut erfolgt die wissenschaftlich-methodische
Leitung des Zentralen Lenin-Museums; dem Institut sind als
"Filialen" Institute für die Geschichte der Partei in Moskau, Le-
ningrad und in 14 Unionsrepubliken angeschlossen. Organ des In-
stituts ist die Zeitschrift "Fragen der Geschichte der KPdSU".
3. Fonds, Archive, Bibliothek
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Lenin, der sich um den literarischen Nachlaß der Begründer des
Marxismus sehr sorgte, stellte 1921 das Marx-Engels-Institut vor
die Aufgabe, ihre veröffentlichten Arbeiten, Originale, Manu-
skripte, Briefe und andere Dokumente zusammenzutragen und ent-
sprechende Kataloge zusammenzustellen. 2)
In Erfüllung von Lenins Vermächtnis leistete das Institut einen
unschätzbaren Beitrag zum Ideenreichtum des Marxismus-Leninismus,
indem es einen von der Bedeutung und vom Umfang her einmaligen
Fonds von Dokumenten zusammentrug sowie gesammelte Werke von
Marx, Engels und Lenin herausbrachte. Diese Arbeit wird fortge-
setzt.
Das Zentrale Parteiarchiv verfügt heute über einen in der ganzen
Welt einmaligen Fonds von Dokumenten der Begründer des wissen-
schaftlichen Kommunismus. Es besitzt über 8000 Manuskripte von
Marx und Engels, ein Drittel davon sind Originale. In seinen Be-
ständen gibt es auch 6500 Briefe an Marx und Engels und viele an-
dere Dokumente über die Geschichte des Befreiungskampfes der Ar-
beiterklasse.
Aus Lenins handschriftlichem Nachlaß besitzt das Archiv über
34 000 Manuskripte, Briefe und Dokumente, dazu 396 Fotos von ihm,
874 Meter Film, auf dem Lenin festgehalten wurde, 14 Grammophon-
schallplatten mit seinen Reden. Im Archiv sind Fonds und Sammlun-
gen zusammengetragen, die den Inhalt von Lenins Dokumenten ergän-
zen und näheren Aufschluß über sie geben sowie Angaben biographi-
schen Charakters enthalten. Eine wichtige Sammlung stellen die
Briefe an Lenin dar; sie zeugen von seinen umfangreichen Kontak-
ten zu örtlichen Parteiorganisationen, zu Funktionären der inter-
nationalen kommunistischen und Arbeiterbewegung. Im Archiv werden
Dokumente der Familie Uljanow und von N.K. Krupskaja aufbewahrt.
Von großer Bedeutung sind die Fonds der zentralen Einrichtungen
und Organisationen der Partei sowie persönliche Fonds. Der Ge-
samtumfang dieser Materialien übersteigt heute zwei Millionen Ar-
chivakten.
Die Bibliothek des Instituts verfügt über eine einmalige Sammlung
von Werken Marx', Engels' und Lenins, die zu deren Lebzeiten her-
ausgegeben wurden, über eine umfangreiche Sammlung der soziali-
stischen und der Arbeiterpresse, unschätzbare Materialien zur Ge-
schichte der revolutionären Bewegung in Rußland und anderen Län-
dern, zur Geschichte der KPdSU, seltene Ausgaben von Werken, die
revolutionäres Gedankengut enthalten. Die Bibliothek zählt in ih-
ren Beständen an die zwei Millionen Bände, Zeitschriften und Zei-
tungen in vielen Sprachen der Welt.
Dieser umfangreiche dokumentarische und bibliothekarische Fonds
wurde zur Ausgangsbasis für die Herausgabe des literarischen
Nachlasses von Marx, Engels, Lenin.
4. Marx-Engels- und Lenin-Werke
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Das Institut für Marxismus-Leninismus beim ZK der KPdSU hat zwei
Ausgaben von Marx' und Engels' Werken sowie fünf Ausgaben von
Lenins Werken zum Druck vorbereitet und herausgebracht, Ausgaben,
die weitestgehende Verbreitung und internationale Anerkennung ge-
funden haben.
Die erste Ausgabe von Werken von Marx und Engels wurde in den
Jahren 1928-1940 vorbereitet. Insgesamt sind 28 Bände (33 Bücher)
erschienen. Der wissenschaftliche Wert dieser Ausgabe bestand
darin, daß hier zum erstenmal über 450 Werke und 779 Briefe von
Marx und Engels und alles in allem 1247 Werke und 3298 Briefe
veröffentlicht wurden.
Die zweite Ausgabe von Marx' und Engels' Werken in russischer
Sprache, die 1981 vollendet wurde, besteht aus 39 Grundbänden und
11 zusätzlichen Bänden (insgesamt 54 Bücher). Von ihrem Bestand,
ihrem Umfang und dem Charakter des wissenschaftlichen Nachschla-
geapparates her sucht die zweite Ausgabe ihresgleichen. Zum er-
stenmal liegt der große theoretische Reichtum, der in den Werken
von Marx und Engels enthalten ist, so vollständig vor. Die 50
Bände der zweiten Ausgabe schließen über 2000 Werke und mehr als
4000 Briefe der Begründer des Marxismus ein. Einen beträchtlichen
Teil des neuaufgenommenen Materials stellen die bis dahin unbe-
kannten bzw. als verschollen geltenden Schriften, Dokumente und
Briefe von Marx und Engels dar, die in den letzten Jahrzehnten
durch Bemühungen sowjetischer und ausländischer Wissenschaftler
ausfindig gemacht wurden.
Die Vollendung der zweiten Ausgabe ist ein wichtiges Ereignis im
ideologischen Leben der KPdSU, der ganzen kommunistischen Weltbe-
wegung. Auf der Grundlage ihrer 39 Grundbände kam eine Ausgabe in
ukrainischer Sprache heraus, sind Ausgaben von Werken von Marx
und Engels in allen sozialistischen Ländern Europas erschienen
oder geht die Arbeit an solchen Ausgaben ihrem Ende zu.
Gemeinsam mit fortschrittlichen Verlagen Großbritanniens und der
Vereinigten Staaten von Amerika bringen das Institut für Marxis-
mus-Leninismus und der Moskauer Verlag "Progreß" gesammelte Werke
von Karl Marx und Friedrich Engels in englischer Sprache heraus.
Diese Ausgabe wird in allen Ländern vertrieben, deren Bevölkerung
sich weitgehend der englischen Sprache bedient. Gesammelte Werke
von Marx und Engels auf der Grundlage dieser 50bändigen Ausgabe
werden auch in Italien, Frankreich und Japan verlegt.
Im Jahre 1975 wurde mit der Verwirklichung des großartigen Plans
begonnen, eine Gesamtausgabe der Werke von Marx und Engels (MEGA)
in der Originalsprache herauszubringen. Diese Arbeit wird vom In-
stitut für Marxismus-Leninismus beim ZK der KPdSU gemeinsam mit
dem Institut für Marxismus-Leninismus beim ZK der SED ausgeführt.
Die Ausgabe, die vermutlich 100 Bände zählen soll, wird den ge-
samten überlieferten literarischen und Brief-Nachlaß der Begrün-
der des Marxismus erfassen, darunter unvollendete Manuskripte,
Auszüge, Konspekte, Notizbücher, Vermerke und Unterstreichungen
in Büchern usw. Bis Ende 1981 sind 16 Bände (Bücher) dieser ein-
maligen Ausgabe herausgekommen.
Die MEGA ist eine wirklich internationale Ausgabe. Ihre Bände
werden in vielen Ländern vertrieben. Die in dieser Ausgabe veröf-
fentlichten Werke und Briefe bilden die Grundlage für deren wei-
tere Übersetzung in andere Sprachen, und der wissenschaftliche
Apparat der Ausgabe, der die neuesten Erkenntnisse der Wissen-
schaft berücksichtigt, wird sowohl bei der Forschungsarbeit als
auch bei der Vorbereitung neuer Publikationen von Werken der Be-
gründer des Marxismus benutzt. 3)
Außerordentliche Bedeutung mißt die KPdSU nach wie vor dem lite-
rarischen Nachlaß Lenins bei. Ohne das Neue, das Lenin beigetra-
gen hat, gibt es keinen Marxismus und kann es ihn auch nicht ge-
ben. Lenin, der sämtliche Bestandteile der marxistischen Lehre
bereicherte, leitete eine neue Etappe in deren Entwicklung ein.
Lenins Werke stellen einen Fundus von Erkenntnissen ohnegleichen
dar, sie sind eine große umgestaltende Kraft, eine erprobte Waffe
der Kommunisten der ganzen Welt.
Das Institut für Marxismus-Leninismus hat viel zur Herausgabe der
Werke von Lenin geleistet; erschienen sind fünf Ausgaben von Len-
ins Werken. Die erste Ausgabe, mit der bereits 1920 begonnen
wurde, bestand aus 20 Bänden (26 Büchern) und enthielt über 1500
Werke und Briefe. Von 1924 bis Anfang der 30er Jahre war die
wichtigste Aufgabe des Instituts, die zweite und die dritte Aus-
gabe von Lenins Werken in 30 Bänden 4) zum Druck vorzubereiten
und herauszugeben. Jede von ihnen enthielt 2780 Werke. Im Jahre
1950 wurde die vierte Ausgabe von Lenins Werken in 35 Bänden
vollendet (später wurde sie auf 45 Bände erweitert).
Ein neuer großer Schritt vorwärts in der wissenschaftlichen Edi-
tions- und Forschungsarbeit des Instituts war die Vorbereitung
und Herausgabe der fünften, der Gesamtausgabe der Werke Lenins.
In der Zeit von 1957 bis 1965 erschienen 55 Bände dieser Ausgabe,
die 9000 Werke und Dokumente enthielt, von denen mehr als die
Hälfte in den vorhergehenden Ausgaben fehlte. Über 1000 Arbeiten
und Briefe davon wurden zum erstenmal publiziert.
Lenins gesammelte Werke wurden in die meistgesprochenen Sprachen
der sowjetischen Unionsrepubliken übersetzt, in allen sozialisti-
schen Ländern sowie in Großbritannien, Argentinien, Griechenland,
Italien, Frankreich und Japan verlegt.
Eine wichtige Ergänzung der vielbändigen Ausgaben der Werke von
Marx, Engels und Lenin stellt die Veröffentlichung neuer, früher
nicht publizierter Dokumente der Begründer des Marxismus-Leninis-
mus in solchen Ausgaben wie "Archiv Marxa i Engelsa" ("Marx-En-
gels-Archiv") und "Leninsche Sammlungen" dar. Das Institut hat 16
Bände des "Archivs" und 39 Bände der "Leninschen Sammlungen" zum
Druck vorbereitet und herausgegeben.
Von großer Bedeutung für die Propagierung der marxistisch-lenini-
stischen Theorie sind die dreibändigen Ausgaben ausgewählter
Werke von Marx und Engels und ausgewählter Werke Lenins, die vom
Institut zum Druck vorbereitet wurden und weitgehende Verbreitung
gefunden haben. Für das Studium einiger aktueller Probleme des
Marxismus-Leninismus leisten thematische Sammelbände wichtige
Hilfe, darunter "Karl Marx und Friedrich Engels über die soziali-
stische Revolution" (russ.), - W.I. Lenin über die sozialistische
Revolution" (russ.) in zwei Bänden, "Karl Marx und Friedrich En-
gels über die wichtigsten Grundsätze des Parteiaufbaus" (russ.).
In den letzten Jahren gab das Institut eine Reihe von Monogra-
phien heraus, von denen vor allem die wissenschaftlichen Biogra-
phien von Karl Marx, Friedrich Engels und W.I. Lenin zu nennen
sind. Die Marx-Biographie wurde ebenso wie die Engels-Biographie
zweimal verlegt. Beide wurden in einige Sprachen der Völker der
Sowjetunion und viele Fremdsprachen übersetzt. Die Lenin-Biogra-
phie erlebte in russischer Sprache bereits sechs Auflagen. Über-
setzungen erschienen in den Sprachen der Völker der Sowjetunion,
aller sozialistischen Länder sowie in englischer, italienischer,
spanischer, französischer und anderen Sprachen.
Im Jahre 1982 erscheint der abschließende 12. Band der vielbändi-
gen Ausgabe - Wladimir Iljitsch Lenin. Biographische Chronik.
1870-1924" (russ.). Damit wird ein grundlegendes Werk vollendet,
an dem ein großes Kollektiv von Wissenschaftlern 10 Jahre gear-
beitet hat. Zum erstenmal wurden als dokumentarische Basis für
das Studium des Lebens und Wirkens von Lenin die Fakten zusammen-
getragen und systematisiert, die bei der vieljährigen Erforschung
von Archivmaterial, Presse, Erinnerungen und zahlreichen anderen
Quellen gefunden werden konnten, insgesamt rund 30 000 Einzelda-
ten. In dieser Ausgabe werden zum erstenmal vollständig oder
teilweise etwa 10000 dem Leser früher unbekannte Dokumente Lenins
veröffentlicht.
Zur Erweiterung der dokumentarischen Basis zum Studium des Lebens
und Wirkens von Marx, Engels und Lenin sowie der Geschichte der
internationalen Arbeiterbewegung gibt das Institut Sammlungen von
Dokumenten heraus. Besonders seien die Sammlungen hervorgehoben,
die die engen Beziehungen von Marx und Engels zur revolutionären
Bewegung in Rußland, ihr Interesse für dessen sozialpolitische
Entwicklung veranschaulichen - so "Marx, Engels und das revolu-
tionäre Rußland" (russ.), "Russische Zeitgenossen über Marx und
Engels" (russ.), "Briefwechsel der Familienangehörigen von Marx
mit russischen Politikern" (russ.). Dazu kommt das Quellenwerk
"Russische Bücher in den Bibliotheken von Marx und Engels"
(russ.), das mit ausführlichen Annotationen und Anmerkungen ver-
sehen ist.
Umfangreiche Arbeit leistet das Institut bei der Sammlung und
Veröffentlichung von Memoirenzeugnissen von Lenins Zeitgenossen.
Die größte Publikation dieser Art ist die fünfbändige Ausgabe
"Erinnerungen an W.I. Lenin" (russ.). Hier sind die Erinnerungen
von Lenins Verwandten, seiner Freunde und Mitstreiter, Teilnehmer
der russischen und internationalen revolutionären Bewegung, von
Staatsmännern und Militärs, Arbeitern und Bauern, Vertretern der
Intelligenz zusammengetragen.
5. Forschungsrichtungen des Instituts
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Die Forschungsarbeit des Instituts auf dem Gebiet der Geschichte
und der Theorie des Marxismus-Leninismus, des Studiums des theo-
retischen Erbes von Marx, Engels und Lenin findet ihren Nieder-
schlag in Monographien und Sammlungen von Aufsätzen, die den ak-
tuellsten Problemen der Marx- und Lenin-Forschung gewidmet sind.
Gegenwärtig erscheint eine Reihe von Monographien, die sich mit
den wichtigsten programmatischen Werken Lenins auseinandersetzen.
Eine der Hauptaufgaben des Instituts ist die schöpferische wis-
senschaftliche Verallgemeinerung der revolutionär-umgestaltenden
Tätigkeit und der welthistorischen Erfahrungen der KPdSU und der
internationalen kommunistischen und Arbeiterbewegung, die Er-
forschung der theoretischen Probleme des entwickelten Sozialis-
mus, der Gesetzmäßigkeiten seines Hinüberwachsens in den Kommu-
nismus und der Wirkungsweise dieser Gesetzmäßigkeiten. Bei dieser
Arbeit stützt sich das Institut auf die Forschungsergebnisse der
wissenschaftlichen Parteigeschichte seit Gründung der Leninschen
Partei.
Im Laufe seiner über 60jährigen Tätigkeit gab das Institut mehr-
mals die Entschließungen und Beschlüsse der Parteitage und Konfe-
renzen der Kommunistischen Partei der Sowjetunion, der Plenarta-
gungen des ZK, deren Protokolle und stenographischen Berichte
heraus. Gegenwärtig erscheint die achte Ausgabe der Sammlung "Die
Kommunistische Partei der Sowjetunion im Spiegel der Entschlie-
ßungen und Beschlüsse der Parteitage, Konferenzen und Plenarta-
gungen des ZK" (russ.). Dreizehn Bände dieser Ausgabe, die die
Dokumente für die Zeit von 1898 bis Mitte 1980 enthalten, sind
bereits herausgekommen.
Das Institut hat Dokumente des ZK und anderer zentraler Einrich-
tungen der Partei, ihrer örtlichen Organisationen, ausgewählte
Werke vieler Funktionäre der Kommunistischen Partei und des So-
wjetstaates, darunter von N.A. Wosnessenski, F.E. Dzierzynski,
M.I. Kalinin, G.K. Ordshonikidse, S.G. Schaumjan publiziert. Von
großer Bedeutung ist die Veröffentlichung des Briefwechsels Lenin
mit dem ZK der SDAPR(B) und örtlichen Parteiorganisationen.
Das Institut hat reiche Erfahrungen bei der Vorbereitung und Her-
ausgabe grundlegender Arbeiten zur Entwicklung der Geschichtswis-
senschaft in der Sowjetunion. Dazu gehören "Geschichte des Bür-
gerkrieges in der UdSSR" (russ.), die sechsbändige "Geschichte
des Großen Vaterländischen Krieges der Sowjetunion. 1941"1945"
(russ.), die zwölfbändige "Geschichte des zweiten Weltkrieges"
(russ.), an der neben anderen wissenschaftlichen Einrichtungen
auch das Institut für Marxismus-Leninismus beim ZK der KPdSU ar-
beitet.
Das Institut schließt gegenwärtig die sechsbändige Ausgabe der
"Geschichte der Kommunistischen Partei der Sowjetunion" ab. Fünf
Bände (8 Bücher) zur Geschichte der KPdSU von ihrer Gründung bis
Ende der 50er Jahre sind bereits erschienen. Dieses vielbändige
Werk ist eine in diesem Umfang erstmalige, auf reichhaltigem do-
kumentarischem Material beruhende wissenschaftliche Darstellung
des heroischen Weges unserer Partei. Die vielbändige Ausgabe ver-
deutlicht, daß die Quelle der Kraft und Unbesiegbarkeit unserer
Partei in ihrer unerschütterlichen Treue zu den Grundsätzen des
Marxismus-Leninismus und des proletarischen Internationalismus,
in ihrer selbstlosen Arbeit im Interesse der Werktätigen, im un-
versöhnlichen Kampf gegen die Klassenfeinde und in der Unterstüt-
zung ihrer Politik durch die Volksmassen liegt. Dieses Werk gibt
eine wissenschaftliche Verallgemeinerung der welthistorischen Er-
fahrungen der KPdSU und ihrer revolutionär-umgestaltenden Tätig-
keit, es zeigt die Gesetzmäßigkeiten der Entwicklung der Partei
und der wachsenden Bedeutung ihrer führenden Rolle beim Aufbau
des Sozialismus und Kommunismus auf.
Eine Reihe der vom Institut publizierten Monographien gilt dem
Studium der wichtigsten Probleme des sozialistischen Aufbaus in
der Sowjetunion, der Gesetzmäßigkeiten des Übergangs von der ka-
pitalistischen zur sozialistischen Produktionsweise; untersucht
wird der Kampf der Partei für die Kollektivierung der Landwirt-
schaft und deren Umgestaltung auf sozialistischer Grundlage, für
die Kulturrevolution, für die Lösung der Nationalitätenfrage, die
Wiederherstellung der von den Interventen, Weißgardisten und fa-
schistischen Okkupanten zerstörten Volkswirtschaft.
Eine der wichtigsten Richtungen in der Tätigkeit des Instituts
ist die Ausarbeitung der Theorie des wissenschaftlichen Kommunis-
mus. Im Mittelpunkt stehen hierbei die sozialpolitischen Probleme
des kommunistischen Aufbaus, Fragen der Gestaltung der kommuni-
stischen gesellschaftlichen Beziehungen und der Entwicklung der
sozialistischen Nationen. In den Arbeiten des Instituts werden
die theoretischen Konzeptionen vom Sowjetvolk als einer neuen hi-
storischen Menschengemeinschaft, vom Staat des gesamten Volkes
und der sozialistischen Lebensweise ausgearbeitet. Konkrete For-
schungen sind der Sozialpolitik der KPdSU in der entwickelten so-
zialistischen Gesellschaft, der Festigung des Bündnisses der Ar-
beiterklasse, der Bauernschaft und der Volksintelligenz gewidmet.
Bei der Erforschung der Probleme des wissenschaftlichen Kommunis-
mus ist ein komplexes Herangehen erforderlich. Dies gilt für sol-
che Monographien wie "Die marxistisch-leninistische Lehre vom So-
zialismus und die Gegenwart" (russ.), "Der entwickelte Sozialis-
mus" (russ.), "Die Sozialpolitik der KPdSU unter den Bedingungen
des entwickelten Sozialismus" (russ.), "Der Leninismus und die
Nationalitätenfrage unter den gegenwärtigen Bedingungen" (russ.)
und andere. Sie behandeln die Rolle der KPdSU bei der Ausarbei-
tung der Konzeption der entwickelten sozialistischen Gesell-
schaft, bei der Herausbildung der wissenschaftlichen Weltanschau-
ung des Sowjetvolkes, bei der Durchsetzung der kommunistischen
Ideale.
In den Forschungsarbeiten, die das Institut vorbereitet hat, ist
die Leninsche Lehre von der Partei, ihre allseitige Entwicklung
unter den gegenwärtigen Bedingungen, die Verstärkung der Rolle
der Kommunistischen Partei in allen Bereichen des Lebens und der
Tätigkeit des Sowjetvolkes aufschlußreich dargelegt. Von großer
Bedeutung für die Verdeutlichung der führenden Rolle der Kommuni-
stischen Partei in der gegenwärtigen Etappe und die Vervollkomm-
nung ihrer Erziehungsarbeit ist das vom Institut vorbereitete
Buch Leonid Iljitsch Breshnew. Kurzer biographischer Abriß" (3.
Auflage 1981, russ.), das die umfang- und erfolgreiche Tätigkeit
des Generalsekretärs des ZK der KPdSU und Vorsitzenden des Präsi-
diums des Obersten Sowjets der UdSSR behandelt.
Große Bedeutung mißt das Institut den Problemen der Geschichte
und der Theorie der internationalen kommunistischen Arbeiter- und
nationalen Befreiungsbewegung bei. Vorbereitet und herausgegeben
wurde das Buch "Die Kommunistische Internationale. Kurzer histo-
rischer Abriß" (russ.), in dem die Entwicklungsetappen der Komin-
tern und eine Reihe wichtiger Probleme des Werdegangs und der Er-
starkung der kommunistischen Weltbewegung behandelt werden. In
den Arbeiten des Instituts wird die Weiterentwicklung der Lenin-
schen politischen, strategischen und taktischen Grundlagen der
kommunistischen Bewegung analysiert. Mit seinem Studium der Dia-
lektik der gegenwärtigen internationalen Entwicklung und der Ver-
tiefung der allgemeinen Krise des Kapitalismus trägt das Institut
bei zur Ausarbeitung der Probleme der Theorie der revolutionären
Weltbewegung unter den Bedingungen, die sich in der Welt nach dem
zweiten Weltkrieg, der Entstehung des sozialistischen Weltsystems
und dem Zerfall des Kolonialsystems des Imperialismus herausge-
bildet haben. Dabei nimmt in den Arbeiten des Instituts in den
letzten Jahren die Untersuchung des dialektischen Zusammenhangs
von friedlicher Koexistenz, Klassenkampf und sozialem Fortschritt
in der gegenwärtigen Etappe einen wichtigen Platz ein.
Mit seiner vielseitigen Tätigkeit beteiligt sich das Institut für
Marxismus-Leninismus beim ZK der KPdSU aktiv am ideologischen
Kampf gegen den Imperialismus, gegen die Konzeptionen, die von
den Ideologen des Monopolkapitals entwickelt werden, sowie gegen
alle Varianten des Antikommunismus, Trotzkismus, Maoismus, des
rechten Opportunismus und linken Extremismus, der revisionisti-
schen Strömungen in der Arbeiterbewegung.
Das Institut behandelt die aktive, schöpferische und umfassende
Tätigkeit der KPdSU, die sich auf den Zusammenschluß der kommuni-
stischen Weltbewegung auf der Grundlage des Marxismus-Leninismus
und des proletarischen Internationalismus richtet, zum gemeinsa-
men Kampf für den Sieg der marxistisch-leninistischen Ideologie
beiträgt.
6. Internationale Beziehungen
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Das Institut für Marxismus-Leninismus beim ZK der KPdSU festigt
und erweitert seine schöpferischen Beziehungen mit wissenschaft-
lichen Forschungseinrichtungen der kommunistischen und Arbeiter-
parteien, es unterhält Kontakte mit einer Reihe anderer For-
schungszentren, Archive und Bibliotheken im Ausland. Die interna-
tionale Zusammenarbeit umfaßt einen weiten Kreis von Problemen:
Durchführung gemeinsamer bi- und multilateraler Forschungen, Her-
ausgabe von Werken der Klassiker der Marxismus-Leninismus, Veröf-
fentlichung von Dokumentensammlungen, Forschungsarbeiten, Abhal-
tung internationaler wissenschaftlicher Konferenzen und Kollo-
quien, Erfahrungsaustausch usw. Der Umfang dieser Zusammenarbeit
wächst; namhafte Funktionäre der internationalen kommunistischen
Bewegung beteiligen sich hierbei. Die internationale Zusammenar-
beit des Instituts ist ein wichtiger Beitrag zur Festigung der
internationalen Verbindungen der Bruderparteien, der Werktätigen
der ganzen Welt, zur Ausarbeitung theoretischer Probleme, zur
Verbreitung der Ideen des Marxismus-Leninismus; sie fördert die
Erhöhung des Niveaus der Gesellschaftswissenschaften, die auf den
methodologischen Grundsätzen der Lehre von Marx, Engels und Lenin
beruhen.
***
Der XXVI. Parteitag der KPdSU hat die große Bedeutung und schöp-
ferische Kraft des Marxismus-Leninismus als ideologisch-theoreti-
sche Grundlage der Tätigkeit der KPdSU bei der Lösung der ökono-
mischen und sozialpolitischen Probleme der Entwicklung der sowje-
tischen Gesellschaft und im Kampf für Frieden und sozialen Fort-
schritt unterstrichen. Der umfassenden Entwicklung und Verbrei-
tung des Marxismus-Leninismus ist die gesamte Arbeit des Insti-
tuts für Marxismus-Leninismus gewidmet. Sie ist untrennbar mit
den großen Aufgaben verbunden, die von der Kommunistischen Partei
und dem ganzen Sowjetvolk unter der Führung des Leninschen ZK der
KPdSU gelöst werden.
_____
1) L.I. Breshnew, Auf dem Wege Lenins, Berlin 1971, Bd. l, S.
375.
2) W.I. Lenin, Über Kultur und Kunst, Berlin 1960, S. 599.
3) Die Erfahrungen der gemeinsamen Arbeit an der MEGA finden ih-
ren Niederschlag im "Marx-Engelsjahrbuch", das in deutscher Spra-
che erscheint und gemeinsam vom IML beim ZK der KPdSU und IML
beim ZK der SED herausgegegeben wird. Bisher sind vier Ausgaben
des Jahrbuchs erschienen.
4) Die 2. und 3. Ausgabe waren von ihrem Bestand her identisch.
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