Quelle: Jahrbuch des Inst. für Marxist. Studien und Forschungen 07/1984


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GIBT ES EINEN NEUEN TYP BETRIEBLICHER KADER

Johannes Henrich von Heiseler 1. Entwicklung der Fragestellung - 2. Zur Instrumentalismus-Dis- kussion - 3. Die Prägung betrieblicher Kader: Macht- und Autori- tätskonflikte - 4. Das Verhältnis zur Gewerkschaft. Politische Erwartungen - 5. Gesellschaftsbild und Utopie. Die These, daß die Arbeit ihre zentrale Rolle in unserer Gesell- schaft objektiv verloren habe und daß sie nun auch für die sub- jektive Lebenserfahrung, für die Bildung von Bedürfnissen und Mo- tiven endgültig ihren prägenden Einfluß eingebüßt habe, ist aus sehr unterschiedlicher Sicht in der letzten Zeit vertreten wor- den. Elisabeth Noelle-Neumann hat aus konservativer Sicht mehrfach und beharrlich behauptet, 1) die Arbeit erhalte nur noch eine Rand- stellung im Bewußtsein des allergrößten Teiles der Bevölkerung, noch am ehesten sei eine gewisse Gegenbewegung bei den Frauen wahrnehmbar, aber insgesamt müsse man nun von einem auch subjek- tiven Bedeutungsverlust von Arbeit und Beruf sprechen. Von einer völlig anderen Position her, von einer Position, die sich selbst in einer gewissen Kontinuität mit der "Kritischen Theorie" sieht, hat Claus Offe sehr ähnliche Gedanken geäußert. 2) Auch seiner Meinung nach rutschen die Arbeit und der Beruf objektiv an den Rand der gesellschaftlichen Tatbestände, und dem entspräche, daß die subjektive Bedeutung nun auch verlorengehe. Im Unterschied zu Noelle-Neumann, die damit eine Welt untergehen sieht, scheint Offe allerdings eine lichte Zukunft zu ahnen. Nun ist es für die marxistische Gesellschaftstheorie nicht son- derlich schwer zu zeigen, daß ebenso, wie Arbeit überhaupt für menschliche Gesellschaften aller Formationen ein zentraler Tatbe- stand sein muß, für die kapitalistische Gesellschaft kapitalisti- sche Lohnarbeit den Kern der Struktur bildet: Die Struktur von Gesellschaften der kapitalistischen Formation in ihrer Gänze wird im Kern bestimmt durch die Beziehung von Lohnarbeit und Kapital, Ausbeutung des Lohnarbeiters, Aneignung unbezahlter Arbeit durch das Kapital, Kommando des Kapitals über fremde Arbeit, politische Herrschaft der Kapitalinteressen, systematisch und in Gestalt seiner konkurrierenden Repräsentanten. An diesem Kern, und dies ist kein neues Argument, weil es kein neuer Sachverhalt ist, än- dert die Höhe der Zahlung für den Lohnarbeiter ebensowenig wie die Größe des Anteils der Anbieter von Arbeitskraft, die diese nicht effektiv verkaufen können. 3) Unbestreitbar ist aber eine Reihe von Veränderungen, die diese Grundtatsachen nicht berühren, es jedoch problematisch erscheinen lassen, die Beziehung zwischen den objektiven Grundtatbeständen und der subjektiven Verarbeitung durch die Lohnarbeiter als ein für allemal in einer stabilen Weise gegeben anzunehmen. 1. Entwicklung der Fragestellung -------------------------------- Unser konkretes Interesse zielt nun auf die Frage, welche Erfah- rungen es sind, die bei betrieblichen und gewerkschaftlichen Ak- tivisten den Anstoß für die Herausbildung einer aktiven Rolle in Betrieb und Gewerkschaft gebildet haben, wie diese Erfahrungen typischerweise verarbeitet wurden, wie sich die Ausbildung von gewerkschaftlichem und politischem Engagement vollzog. Wir haben, um konkrete Anhaltspunkte für die Beantwortung dieser Frage zu gewinnen, eine kleine Anzahl mit einem Leitfaden struk- turierter Befragungen unter solchen betrieblichen Kadern gemacht. Insgesamt liegen 22 Protokolle vor, eine Zahl, die eine quantita- tive Auswertung noch nicht ermöglicht. Eine quantitative Auswer- tung verbietet sich auch, da es sich weder um eine kleine Voller- hebung noch um eine Auswahl, die in den Bereichen einer Zufalls- auswahl gleichkäme, handelt. Befragt wurden Mitglieder des Be- triebsrats und der Vertrauensleuteleitung in zwei westdeutschen Großbetrieben. Im einen Fall handelt es sich um ein zentrales Werk eines bekannten Automobilkonzerns, im anderen Fall um die Lufthansabelegschaft eines der größten westdeutschen Flughäfen. Wie gesagt ist die Auswahl keine kontrollierte Zufallsauswahl. Um brauchbare Daten zu gewinnen, wurde darauf geachtet, möglichst von allen im Betriebsrat und im Vertrauenskörper zahlenmäßig häu- fig vorhandenen politischen bzw. gewerkschaftspolitischen Strö- mungen sowie möglichst von allen verschiedenen Arbeitsbereichen (bei Lufthansa etwa: von der Flugbegleitung bis zur Werft) Ver- treter in der Auswahl zu haben. Versuchen wir, den Typus des betrieblichen Kaders zu kennzeich- nen, wie er für die Großbetriebe der Bundesrepublik bis in die sechziger und siebziger Jahre bestimmend war: Die betrieblichen Kader entstammten meist Familien, die schon in der elterlichen Generation zur Arbeiterklasse gehörten. Innerhalb der Arbeiter- klasse gehörten sie meist zu Familien qualifizierter Arbeiter. Die Erfahrung des Konflikts mit dem Kapital auf betrieblicher Ebene, vor allem um die Höhe des Arbeitslohns, ist die Grunder- fahrung, die den ersten Anstoß für die betriebliche und gewerk- schaftliche Aktivität bildet. Auf der Grundlage von Erfahrungen des Konflikts mit dem Kapital auf der Ebene des Betriebs werden dann Erkenntnisse und Haltungen in einem von mit Interessenver- tretung verbundenen Lagebewußtsein zusammengefaßt, das durchaus schon ein bestimmtes Bild der Gesellschaft enthält, durchaus in einem solchen Sinn schon politisch ist, das aber, vergleicht man es mit sozialistischem Bewußtsein als politischem Klassenbewußt- sein der Arbeiterklasse, noch die Vorstufe darstellt, die Lenin mit "trade-unionistischem" Bewußtsein gekennzeichnet hat. Dabei lassen sich schon hier deutlich zwei Stufen unterscheiden: Die Ebene der Erkenntnis der Konfliktzone zwischen Lohnarbeit und Kapital im Betrieb und in den entgegengesetzten ökonomischen In- teressen einerseits und als zweite Ebene diejenige, die sich auf die politischen Fronten, die Sphäre von Staat und Politik be- zieht. Die Erkenntnisse und Vorstellungen der zweiten Ebene wer- den in der Regel erst aufgebaut, wenn die erste Ebene erreicht ist. Man kann meist deutlich abgegrenzte Phasen der Entwicklung unterscheiden. Eine der allerersten Grunderfahrungen ist die, daß die Konkurrenz der Lohnarbeiter untereinander überwunden werden muß durch gemeinsames interessenorientiertes, solidarisches Han- deln. Die Gewerkschaft als die organisatorische Form, in der die Tendenz zur Solidarität und die Überwindung der Konkurrenz ihren Ausdruck findet, wird zum unbezweifelbaren und selbstverständli- chen Bezugsrahmen des eigenen Handelns. Auf der Ebene parteipoli- tischer Zuneigungen und Anstöße kann man bemerken, daß meist in der Elterngeneration, im Elternhaus oder unter den Verwandten und Bekannten mindestens ein organisierter Sozialdemokrat vorhanden ist; in einer wesentlich geringeren Anzahl von Fällen ist ein Kommunist da, der Anstöße vermittelt. Es stellt sich die Frage, ob dieser historische Typ des betrieb- lichen Kaders nach wie vor der entscheidende und bedeutsame Typus ist, auf den sich vor allem auch eine an den Interessen der Ar- beiterklasse orientierte gewerkschaftspolitische und allgemeinpo- litische Praxis zu beziehen hat, oder ob die Veränderungen der Arbeit im Großbetrieb auch diesen Typus modifizieren oder erset- zen. So haben Joachim Bergmann und Walther Müller-Jentsch innerhalb der konfliktorientierten Kader einen Typus des "Klassenkämpfers" von dem Typus des "Lohnkämpfers" unterschieden, ohne allerdings etwas über die Entwicklungsrichtung zu sagen. 4) Witich Roßmann hat darauf hingewiesen, daß seit Ende der sechziger Jahre ein neuer Typ von Gewerkschaftern feststellbar sei, der langsam domi- nierend werde, und legt in diesem Zusammenhang Gewicht auf die Einflüsse des Bildungswesens, der Massenmedien und der Verände- rung der Lage am Arbeitsplatz. 5) In den Thesen des IMSF "Karl Marx und das revolutionäre Subjekt in der Welt von heute" vom März 1983 heißt es: "Insgesamt kann man feststellen, daß neue Strukturen, Bedürfnisse und Konflikte auch einen veränderten Ty- pus des gewerkschaftlichen Aktivisten geprägt haben, der unter anderem durch ein hohes Maß an selbständigem Handeln und große Ansprüche an innergewerkschaftliche Demokratie charakterisiert ist und der oft ein Scharnier zu den neuen sozialen Bewegungen bildet." 6) 2. Zur Instrumentalismus-Diskussion ----------------------------------- Eine wichtige Bedeutung hat in diesem Zusammenhang auch die Dis- kussion um die These des "instrumentellen" Verhältnisses zur Ar- beit. Sie wurde Ende der sechziger Jahre in die soziologische Diskussion durch John H. Goldthorpe und andere eingeführt. 7) In ihrem Kern besagt sie, daß die Angehörigen der Arbeiterklasse ihr Verhältnis zu Arbeit und Beruf nicht mehr durch die Inhalte der Arbeitstätigkeit bestimmen, sondern indem sie sie lediglich als Mittel bewerten, die ihnen erlauben, außerhalb von Arbeit und Be- ruf liegende Ziele zu verfolgen. Es seien dementsprechend nicht die konkreten Gegebenheiten der Arbeitssituation, die das Ver- hältnis des Arbeiters zu seiner Arbeit bestimmten; vielmehr komme seine allgemeine gesellschaftliche Stellung in der Haltung zum Ausdruck, die die eigene Arbeit als Mittel der Reproduktion fasse und der die Arbeitsinhalte daher äußerlich bleiben. Die Instrumentalismus-These hat einen richtigen Kern. Für den Lohnarbeiter ist in der Tat der Verkauf der eigenen Arbeitskraft notwendiges Mittel, um zu leben und die eigene Reproduktion zu sichern. Auf dieser Ebene ist die Gleichgültigkeit gegen den Ar- beitsinhalt, das instrumentelle Verhältnis zur Arbeit durch das Kapitalverhältnis selbst gegeben. Nimmt man diesen Kern der Instrumentalismus-These, so steckt darin gleichwohl eine Vereinseitigung. Im Kapitalismus bilden Ar- beitsprozeß und Verwertungs- (bzw. Wertbildungs-)Prozeß eine wi- dersprüchliche Einheit. Ein widersprüchliches Verhältnis des Lohnarbeiters zu seiner Arbeit ist daher objektiv vorgegeben. Ei- nerseits hat der Lohnarbeiter aufgrund seiner gesellschaftlichen Lage, bevor er noch die Stätte seiner Tätigkeit betritt, ein not- wendig instrumentelles Verhältnis zu seiner Arbeit. Andererseits wird die konkrete Bewertung der eigenen Arbeit um so mehr auch von dem Charakter der Arbeit selbst bestimmt, je komplexer dieser Arbeitsprozeß selbst ist. In ihrer gegen den Goldthorpe-Lockwoodschen Ansatz gerichteten Studie "Industriearbeit und Arbeiterbewußtsein" gelingt es Horst Kern und Michael Schumann, die Einseitigkeit der englischen Stu- die durch eine theoretisch ebenbürtige Einseitigkeit zu ersetzen: Nicht die soziale Situation insgesamt, sondern die spezifischen Gegebenheiten der Arbeit seien es, die das soziale Bewußtsein und Verhalten prägen. 8) Die akribische empirische Arbeit, die in dieser Untersuchung geleistet wurde, soll damit nicht abgetan werden. Der Ansatz zwingt ja geradezu, sehr sorgfältige empiri- sche Arbeit zu leisten, bei der selbstverständlich viele Belege für eine Beziehung zwischen den Arbeitsgegebenheiten und dem Be- wußtsein und Verhalten der Arbeiter gefunden werden. Theoretisch avancierter ist zweifellos der Ansatz von Werner Kudera, Werner Mangold, Konrad Ruff, Rudi Schmidt, Theodor Wentzke. 9) Kudera u.a. sprechen von einem "gebrochenen Instrumentalismus", womit das widersprüchliche Verhältnis von Arbeits- und Verwertungspro- zeß, von konkreter und abstrakter Arbeit in der kapitalistischen Produktion zumindest deutlich als widersprüchliches Verhältnis genannt wird. 10) Von Christiane Bierbaum u.a. ist die These vertreten worden, daß die Beziehung auf den Arbeitsinhalt für den Lohnarbeiter im Kapi- talismus typischerweise illusionäre Vorstellungen transportiere, während es die Gleichgültigkeit gegen den konkreten Inhalt der Arbeit sei, die die Grundlage für die Wahrnehmung des Charakters des Verwertungsprozesses ausmache, der auch den eigenen Arbeits- prozeß präge. 11) Interessant ist die Fragestellung: Welche Seite des Widerspruchs - die eigene Tätigkeit als an sich gleichgülti- ges Mittel der Reproduktion oder die eigene Tätigkeit als inhalt- lich bestimmte Arbeit - ist es, die den Ansatzpunkt für die Er- kenntnis der Grundzüge der kapitalistischen Gesellschaft bietet? Die Antwort muß allerdings komplexer sein als die von Bierbaum u.a. Die Frage, inwieweit der konkrete Inhalt der Arbeit Bezugs- punkt für das Denken der Arbeiter und Angestellten ist, hängt sowohl ab von dem Maße, in dem bestimmte Grundbedürfnisse befrie- digt sind, wie von dem konkreten Inhalt der Arbeitstätigkeit selbst. Die Dispositionsmöglichkeiten, der Grad an Repetitivität, das Maß, in dem das Arbeitstempo vorgegeben ist, der Grad an selbständiger Informationsverarbeitung durch den Lohnarbeiter usw. bestimmen das Maß, in dem sich eine - stets relative, stets instrumentell gebrochene - Identifikation mit dem Arbeitsinhalt entwickeln kann. Die Entwicklung der Arbeit, wie sie gegenwärtig vor sich geht, bringt auch solche Sektoren hervor, in denen größere Anforderun- gen an Kenntnissen und Bildung, selbständigere Dispositionen, au- tonomere Verarbeitung von Informationen verlangt wird. So haben etwa Aufgaben wie Herstellung, Verarbeitung und Weitergabe von Informationen - Aufgaben, die traditionell von herrschaftsaus- übenden Teilen des Gesamtarbeiters, also Vertretern der Betriebs- hierarchie, besetzt waren - auch an vielen anderen Arbeitsplätzen zugenommen. Zugleich entsteht auf dieser Grundlage immer wieder die Gegentendenz, erweiterte Dispositionsmöglichkeiten ebenso wieder einzuschränken und aufzuheben, wie die noch traditionell bestehenden Dispositionsmöglichkeiten klassischer Facharbeiter- gruppen durch moderne Rationalisierungsund Arbeitszerlegungsmaß- nahmen eingeschränkt und beseitigt werden. Aus der Erfahrung die- ser Gegentendenz ergibt sich die skeptische Haltung gerade der traditionellen Facharbeitergruppen gegenüber technischen und or- ganisatorischen Veränderungen ihrer Arbeitstätigkeit, hinter denen sie, auch wenn sie als Humanisierungskonzepte angeboten werden, sehr wohl den Rationalisierungszugriff des Kapitals er- kennen. 12) In unterschiedlichen Sektoren entstehen in bezug auf das Verhält- nis zur eigenen Tätigkeit verschiedene Lohnarbeitertypen unter- schiedlicher Prägung. Die Problematik dieser Polarisierung ist nicht völlig neu. Der Gegensatz zwischen handwerklich ausgebilde- ten Facharbeitern und angelernten Handlangern tritt ins Leben mit der im großen Maßstab eingesetzten kapitalistischen Maschinerie. Dieser Gegensatz schließt verschiedene Bezugsmöglichkeiten zur eigenen Arbeitstätigkeit ein. Das Problem tritt also nicht erst zu dem Zeitpunkt auf, zu dem große Teile der Angestellten und Be- amten bedeutende und wachsende Teile der Arbeiterklasse ausma- chen. Aber es erhält eine neue Prägung durch die neuen Arbeitsty- pen moderner Produktion, die neuartigen und gestiegenen Bildungs- voraussetzungen, die (erneut) breitere Rekrutierung von Lohnar- beitern aus anderen Klassen und Schichten. In der Geschichte der Arbeiterbewegung hat sich gezeigt, daß sich die Entwicklung von kritischem, konsistentem, antikapitalisti- schem Bewußtsein sowohl auf der Grundlage einer stärker instru- mentellen Orientierung wie auf der Grundlage eines stärker die Produzentenrolle betonenden Bewußtseins entfalten kann. Die revo- lutionäre Sozialdemokratie gewann in den Jahrzehnten ihres histo- rischen Aufstiegs ihre Kraft in besonderer Weise aus den Gruppen, die infolge ihrer Tätigkeit und ihrer Qualifikation eine inhalt- liche Beziehung zu ihrer eigenen Arbeit auch als konkrete Arbeit entwickeln konnten. Aus dieser Beziehung konnte ein spezifisches Selbstbewußtsein erwachsen, dem ein starkes Prestige innerhalb der anderen proletarischen Gruppen und Schichten entsprang: Die anderen proletarischen Sektoren orientierten sich in besonderem Maße gerade an jenen Schichten, die auf der Grundlage der Ver- mittlung von Arbeitsidentifikation, Selbstbewußtsein und daraus erwachsenden sozialen Ansprüchen besonders empfänglich für die Aufnahme der Ideen der revolutionären Sozialdemokratie waren. In einer anderen historischen Etappe gewann dagegen die junge kommu- nistische Bewegung ihre Kraft vornehmlich aus solchen Gruppen der Arbeiterklasse, denen die Gleichgültigkeit ihrer konkreten Arbeit im Kapitalismus für das Profitsystem besonders deutlich werden mußte. 3. Die Prägung betrieblicher Kader: ----------------------------------- Macht- und Autoritätskonflikte ------------------------------ Als Untersuchung der Schnittstelle von Massenbewußtsein und Orga- nisationsentwicklung ist die Betrachtung der Entwicklungstypen betrieblicher Funktionäre auch von Bedeutung für die politische Praxis der Arbeiterbewegung. 13) Denn ein neuer Typ betrieblicher Kader, was Motivation, Entwicklungsweg, Bewußtsein und Handlungs- formen angeht, schließt auch einen neuen Typ der konkreten Ge- setze der Klassenbewegung mit ein. Auf der Grundlage allgemeiner Gesetzmäßigkeiten des Klassenkampfes entwickelt jede Epoche im gegebenen nationalen Milieu ihre Eigengesetzlichkeit, was der Vergleich mit den Entwicklungsjahrzehnten der revolutionären So- zialdemokratie und den Formierungsjahren der jungen kommunisti- schen Bewegung verdeutlicht. Es stellt sich die Frage, inwieweit sich nicht nur bestimmte äußere Bedingungen in der Bundesrepublik seit den sechziger Jahren verändert haben; dabei wollen wir uns auf die Frage des dominierenden Typs betrieblicher Kader konzen- trieren, ohne zu vergessen, daß allgemeinere Veränderungen sowohl bei den Voraussetzungen wie bei den Wirkungen und Ergebnissen der untersuchten Veränderungen beteiligt sind. Bei unserer Befragung wurde unter anderem danach gefragt, welches die Themen waren, die den Anstoß für die betriebliche und gewerk- schaftliche Arbeit des Befragten bildeten. Auch wenn man voraus- setzt, daß sich möglicherweise durch die Retrospektive einiges verschiebt, geben die Antworten wichtige Hinweise. Aus einer lan- gen Liste von 15 vorgegebenen Themen, die der Befragte erweitern konnte (und häufig auch erweiterte), hoben sich einige Themen heraus, die besonders häufig genannt wurden. Es waren dies Lohn- und Einkommensfragen (12 Nennungen), kritische Auseinandersetzung mit gewerkschaftlicher oder Betriebsratsarbeit (13 Nennungen) Ar- beitsbedingungen und Pausenregelungen (15 Nennungen) sowie Ar- beitszeitprobleme (ebenfalls 15 Nennungen) und schließlich, am häufigsten, Fragen der Macht- und Autoritätsverhältnisse (Mitbe- stimmung u. a.) (16 Nennungen). Bei den Macht- und Autoritätskonflikten handelt es sich um Kon- flikte unterschiedlicher Formen und Ebenen: Es kann um die Frage der Einführung betrieblicher Informationssysteme ebenso gehen wie um Fragen einer nicht als menschenwürdig empfundenen Behandlung der Arbeiter am Band ("wie eine Nummer"); häufig kommen gesamtge- sellschaftliche Machtverhältnisse mit in den Blick. Allgemein sind es Bedürfnisse der sozialen Existenz, deren Nichterfüllung von diesen Befragten auch bei monetärer "Kompensation" nicht mehr widerspruchslos geschluckt wird. Nun weicht dies ab von dem Bild der traditionellen Motivation be- trieblicher Kader in der Bundesrepublik. Die bewegende Kraft er- gab sich bei dem wichtigsten Typus vor allem aus der Erfahrung des Konflikts um den Arbeitslohn, wogegen andere Motivationen und Anstöße eine untergeordnete Rolle spielten. Wir hatten gesagt, daß im typischen Fall die Entwicklung des Bewußtseins der be- trieblichen Kader deutlich stufenförmig verlief: Eine erste Ebene war die betriebliche Ebene, auf der sich zunächst der Gegensatz von Lohnarbeit und Kapital darstellte. In einer zweiten Stufe wurden dann die schon vorhandenen Erkenntnisse oder Vorstellungen auf die Ebene von Politik und Staat übertragen. Nun müssen wir bemerken, daß nicht nur eine bemerkenswerte Anzahl eindeutig von keinem stufenförmigen Prozeß in dieser Weise sprach, sondern daß sich darüber hinaus diejenigen, deren Entwicklungsweg sich nicht in dieser Weise stufenförmig vollzogen hatte, hinsichtlich der Erstmotivation von den anderen zum Teil unterschieden. Eine Frage lautete: "Der Weg zur betrieblichen und gewerkschaft- lichen Arbeit und die Entwicklung allgemeinen politischen Inter- esses sind ja nicht dasselbe. Was lag in deinem Fall vorher, die allgemeine Politisierung oder die betriebliche und gewerkschaft- liche Arbeit?" Zehn der Befragten antworteten, die Hinwendung zur betrieblichen und gewerkschaftlichen Arbeit sei in ihrem Fall vor der allgemeinen Politisierung erfolgt. Alle zehn erklärten auf Nachfrage, daß es sich um deutlich abgegrenzte Phasen gehandelt habe. Zwölf erklärten, bei ihnen habe die gewerkschaftliche und betriebliche Arbeit nicht am Anfang gestanden: Sechs sprachen da- von, daß bei ihnen die allgemeine Politisierung zuerst erfolgte, die sechs übrigen sprachen von einem zeitlich und inhaltlich zu- sammenhängenden Gesamtprozeß. Wir können davon ausgehen, daß es neben dem bisherigen Typ der Entwicklung gewerkschaftlichen Be- wußtseins auch einen weiteren Entwicklungstyp gibt, dessen Ent- wicklung durch die primäre oder gleichzeitige Verarbeitung von Vorstellungen und Erkenntnissen aus der Sphäre von Staat und Po- litik gekennzeichnet wird. Für diesen anderen Typ ist wahrscheinlich die Motivation durch Lohn- und Einkommensfragen von relativ nicht so großer Bedeutung wie für den klassischen Typus (vier von zwölf gegenüber acht von zehn Nennungen). Man kann weiter auf dieser Grundlage vorläufig annehmen, daß für diesen neuen Typus die Motivation durch Fragen der Macht- und Autoritätsverhältnisse häufiger den Initialanstoß ausmacht als bei dem traditionellen Typ. Diese Annahme wird durch die vorhergehenden allgemeinen Überlegungen gestützt. Die Motiva- tion zur eigenen gewerkschaftlichen und betrieblichen Arbeit da- durch erhalten zu haben, daß man sich mit der vorhandenen gewerk- schaftlichen oder Betriebsratspraxis kritisch auseinandersetzte, gaben beide Gruppen gleich häufig an. Fragt man nun nach den Motiven für die allgemeine Politisierung, so erhält man andere Antworten. Zunächst: Beide Typen, derjenige, dessen Entwicklung phasenweise von der betrieblichen Arbeit aus- gehend und in einer zweiten Phase sich allgemein politisierend verläuft, und der andere Typus, für den eine solche phasenweise Entwicklung nicht zutrifft, unterscheiden sich nicht in merkli- cher Weise, was die angegebenen Anstöße der allgemeinen Politi- sierung betrifft. Am häufigsten genannt wird die kritische Aus- einandersetzung mit der gewerkschaftlichen oder Betriebsratspra- xis (fünfzehn Nennungen), es folgen Fragen des Gesellschaftssy- stems (vierzehn Nennungen), der Macht-und Autoritätsverhältnisse (ebenfalls vierzehn Nennungen), Probleme im Zusammenhang mit Krieg und Frieden und mit Rüstungsproduktion (dreizehn Nennungen) und Probleme der Arbeitszeit (elf Nennungen). (Es ist vielleicht anzumerken, daß in den Vorgaben auch Umweltfragen, das Problem der Arbeitslosigkeit und Fragen im Zusammenhang mit der Technik auftauchten, daß aber eine Reihe von Befragten gerade zu den ge- nannten Problemen sagte, "damals", also zum Zeitpunkt, in dem sie gewerkschaftlich und betrieblich aktiv geworden seien bzw. zu dem sie sich allgemein politisiert hätten, habe das für sie noch keine Rolle gespielt.) Wenn wir von der Annahme ausgehen, daß Fragen der Macht- und Au- toritätsverhältnisse am ehesten aufgeworfen werden, wenn einer- seits aus dem konkreten Inhalt des Arbeitsprozesses selbst An- sprüche auf ein höheres Maß an Autonomie und Kontrolle auch über den Arbeitsprozeß hinaus im gesamten Produktionsprozeß erwachsen, andererseits der kapitalistische Verwertungsprozeß hier Struktu- ren vorgibt, die immer wieder zur Kollision mit diesen Ansprüchen führen, dann kann man daraus eine wichtige Schlußfolgerung zie- hen: In der betrieblichen und gewerkschaftlichen Arbeit kommt es heute darauf an, den Zusammenhang zwischen diesem Typ von erfahr- baren Widersprüchen und dem Grundwiderspruch unseres Gesell- schaftssystems deutlich zu machen. Diese Aufgabe der Vermittlung stellte sich selbstverständlich auch schon bei dem früher vorherrschenden Typus, der vornehmlich von dem Widerspruch im Bereich des Konflikts um den Arbeitslohn, um die Höhe der Zahlung ausging. Aber bei dem neu hinzugekommenen zweiten Typus stellt sich diese Aufgabe in anderer und verschärf- ter Weise. Denn wenn hier die Beziehung auf die Sphäre von Staat und Politik spontan nicht erst in einer zweiten Phase erfolgt, nachdem sich schon bestimmte Erfahrungen der betrieblich-gewerk- schaftlichen Ebene konsolidiert haben, heißt das, daß schon in bezug auf die Verarbeitung von Grunderfahrungen, wie der Erfah- rung von Macht- und Autoritätskonflikten, ideologische Einflüsse im Sinne des systematischen Hineintragens von Ideologie (und nicht nur im Sinne ihrer spontanen Reproduktion) früher und stär- ker eine Rolle spielen. Die gewachsene Bedeutung von Macht- und Autoritätskonflikten für einen bedeutsamen Teil neuer betrieblicher Kader ist letztlich nicht einfach auf Veränderungen in den Anforderungen des Arbeits- prozesses zurückzuführen, auch wenn diese und der Widerspruch zwischen den Anforderungen des Arbeitsprozesses und den Bedingun- gen des Verwertungsprozesses die Grundlage abgeben, auf der diese Widersprüche wahrgenommen werden. Zurückzuführen sind vielmehr diese Tendenzen letztlich auf den Vergesellschaftungsprozeß als objektiven Prozeß unter kapitalistischen Bedingungen. Seine Fol- gen sind die Ausdehnung und Entwicklung des Systems bürokratisch- kapitalistischer Kontrolle, die dadurch produzierte Gegenströmung ist die Forderung nach Einfluß, Mitbestimmung, Kontrolle durch die Lohnarbeiter. 14) Dieser Konflikt wird im staatsmonopolistischen Kapitalismus ste- tig reproduziert, ebenso wie der Lohnkonflikt stetig reproduziert wird. Die Tatsache, daß der Konflikt um Fragen der Macht- und Au- toritätsverhältnisse offenbar sofort den Bezug zur Sphäre von Staat und Politik einschließt, darf aber nicht dazu verführen an- zunehmen, daß die Ansprüche auf Autonomie oder Mitsprache prinzi- piell durch das Kapital nicht integrativ zu nutzen seien. Die Möglichkeit, auch diese Ansprüche ebenso wie viele andere inte- grativ nutzen zu können, ergibt sich für das Kapital aus der Tat- sache, daß sie in der Form, in der sie sich spontan entwickeln, noch nicht die Beziehung auf den Grundwiderspruch unserer Gesell- schaft einschließen. Aus der Bedeutung der Konflikte um Macht- und Autoritätsverhält- nisse für die Motivation betrieblicher Kader, aber genauso aus ihrer gewachsenen Bedeutung in der Breite bei Angehörigen der Ar- beiterklasse, besonders der jüngeren, insgesamt, aber auch und sogar noch stärker bei Angehörigen der Intelligenz und der lohnabhängigen Mittelschichten, 15) ergibt sich für die soziali- stische Arbeiterbewegung der Bundesrepublik, den Kern dieser Kon- flikte zu erfassen und mit den historischen Interessen der Arbei- terklasse zu vermitteln. Die Tatsache, daß im Zusammenhang mit diesen Konflikten sofort der Bezug zur Sphäre von Politik und Staat hergestellt wird, wirft die Frage nach der ideologischen Hegemonie gleichsam eine Stufe früher auf. Kehren wir noch einmal zurück zur Diskussion um die Instrumenta- lismusthese. Allgemein wird im Kapitalismus das Verhältnis der Lohnarbeiter zur Produktion durch die widersprüchliche Einheit von Arbeits- und Wertbildungsprozeß geprägt. Dem entspricht, daß sowohl die Erfahrung der Gleichgültigkeit der konkreten Arbeit für das Kapital und die daraus entspringende Betonung der Lohn- frage als Konfliktzone wie die Erfahrung der aus dem Inhalt der Arbeitstätigkeit erwachsenden Ansprüche und der daraus entsprin- genden Betonung der Macht- und Autoritätsverhältnisse als Kon- fliktzone prinzipiell gleichermaßen Ansatzpunkte für die Entwick- lung antikapitalistischen Bewußtseins bilden können. Vergleicht man aber verschiedene konkrete Zeitabschnitte, so zeigt sich, daß sich hier innerhalb der prinzipiell gegebenen Möglichkeiten die Akzente verschieben können. Für die Motivation zu aktiver be- trieblicher und gewerkschaftlicher Tätigkeit, bei der sich be- triebliche Kader herausbildeten, war in der Bundesrepublik für lange Zeit die Zone des Konflikts um die Lohnhöhe dominierend. Dies scheint sich in der letzten Zeit insoweit geändert zu haben, als nun daneben ein Typus betrieblicher Kader an Bedeutung ge- winnt, für den Konflikte im Bereich von Fragen der Macht- und Au- toritätsverhältnisse den Ausgangspunkt der Motivation bilden. 16) 4. Das Verhältnis zur Gewerkschaft. Politische Erwartungen ---------------------------------------------------------- Nun ist der Begriff "Instrumentalismus" auch verwandt worden, um die These auszudrücken, daß die Lohnarbeiter heute eine Beziehung zur gewerkschaftlichen Organisation haben, die sich durch ein kalkuliertes Verhältnis von Aufwand und Ertrag auszeichnet. Dazu ist zunächst zu sagen, daß die Wahrnehmung der gewerkschaftlichen Organisation als Werkzeug für die Interessen der Lohnarbeiter, nimmt man dies wörtlich, einen sehr hohen Grad von Bewußtheit voraussetzen würde. Gemeint ist wohl etwas Einfacheres: Ist die Bindung an die und die Beziehung auf die gewerkschaftliche Orga- nisation emotional tief verankert, oder kann sie leicht durch vorübergehende Erwägungen in Frage gestellt werden? Nun bedeuten Bindung an die gewerkschaftliche Organisation und Beziehung auf die gewerkschaftliche Organisation ja nicht Kritik- losigkeit. Im Gegenteil, schon 1975 ist daraufhingewiesen worden, daß gerade bei den engagiertesten jungen Gewerkschaftsmitgliedern die Kritik an dem konkreten Verhalten der Gewerkschaft besonders deutlich hervortrat. 17) Das schließt die Gefahr einer wachsenden Distanz ein. Die Bedeutung der Vorgabe "kritische Auseinanderset- zung mit der gewerkschaftlichen und Betriebsratspraxis" für die Motivation späterer betrieblicher Kader zeigt, daß der Befund von damals keineswegs eine vorübergehende oder beschränkte Erschei- nung darstellte. Sie zeigt andererseits, daß in dieser kritischen Haltung die starke emotionale Beziehung zur Gewerkschaft, die sich auf der tiefen Erfahrung begründet, daß die Konkurrenz der Lohnarbeiter untereinander durch organisiert solidarisches Ver- halten überwunden werden muß, nicht verlorengegangen ist. Dies zeigen noch eindrücklicher die Antworten auf die offene Frage: "Es geschieht ja immer wieder, daß es innerhalb der Ge- werkschaften Konflikte gibt... Wie weit sollte man dabei gehen?" Die Antworten enthielten durchgehend den Bezug auf die Notwendig- keit solidarischen Verhaltens, auf die Notwendigkeit gewerk- schaftlicher Einheit. Von vielen wurde das geradezu beschwörend vorgetragen. Die emotional verankerte Beziehung ist auch fest- stellbar in den Protokollen von Interviews mit Betriebsratsmit- gliedern, die auf anderen als der offiziellen gewerkschaftlichen Liste in den Betriebsrat gewählt wurden. Andererseits wird in vielen Protokollen ausdrücklich betont, daß das nicht die Annahme jedweder Wendung der Politik des Gewerkschaftsvorstands bedeuten kann. Michael Schumann hatte 1979 daraufhingewiesen, daß Entscheidungen der Gewerkschaftsgremien von den neuen betrieblichen Kadern nicht mehr in gewohnter Selbstverständlichkeit bejaht werden. 18) Wi- tich Roßmann hatte daraus die Schlußfolgerung gezogen, daß durch Verlagerung der Formierung des Bewußtseins und der Handlungsdis- positionen aus dem Betrieb heraus das Verhältnis zur Gewerkschaft weniger emotionsbeladen sei. 19) Demgegenüber lassen die Interviews die Annahme zu, daß auch die- jenigen, die sich durch ihr betriebliches Verhalten so stark in Gegensatz zu den offiziellen Beschlüssen der gewerkschaftlichen Gremien setzen, daß sie den Ausschluß kalkuliert in Kauf nehmen, kein emotionsfreies Verhältnis zur Gewerkschaft haben. Eine emo- tionale innere Bindung wird vielmehr gerade an einer gewissen Bitterkeit deutlich, mit der über solche Konflikte berichtet wird. Klaus Pickshaus ist zuzustimmen, wenn er davon spricht, daß diese Beziehung nicht mehr als emotionaler Kitt verwandt werden kann, um strategische und gewerkschaftspolitische Divergenzen zu überdecken. 20) Die zweifellos weiter vorhandene emotionale Be- ziehung ist jedoch, auch wenn solche Abweichungen im praktischen Handeln nicht mehr tabuisiert sind, eine wichtige Bedingung, die in Rechnung zu stellen ist, wenn man Überlegungen anstellt, wie die gewerkschaftliche Einheit in solchen Fällen wiederhergestellt werden kann. Eine ähnliche Lage zeigt sich auf der Ebene von parteipolitischen Erwartungen und Neigungen. Was die Personen betrifft, durch die man Anstöße bekommen hat, so sind es nach wie vor vornehmlich Personen, die aus der sozialdemokratischen oder in geringerem Maße aus der kommunistischen Bewegung stammen, die den Initialan- stoß gegeben haben. Aber daneben zeigen sich inzwischen auch ei- nige neue Erscheinungen. So gibt es eine kleinere Gruppe unter den Befragten, die von sich sagt, daß sie Anstöße aus der Studen- tenbewegung erhalten hat. Überhaupt ist die Beziehung zu Hoch- schulen auch noch bei anderen Gelegenheiten der Befragung spür- bar. Es gibt unter den Befragten einige Personen mit Hochschul- bildung bzw. solche, die ein Fernstudium absolvieren. Der Bil- dungsgrad ist unter den Befragten insgesamt gegenüber dem Durch- schnitt der Arbeiter und Angestellten weit überhöht. Hauptschul- bildung, Mittelschulbildung und mindestens Abitur sind unter den Befragten etwa gleich häufig vertreten. Es ist anzunehmen, daß Einflüsse politischer Strömungen, die im akademischen Bereich eine Rolle spielen, auch infolge des relativ hohen durchschnitt- lichen Bildungsgrades der Befragten unter diesen häufiger spürbar sind. Alle wichtigen linken Strömungen, die in der Studentenbewegung eine Rolle spielen oder spielten, finden Fortsetzungen oder Ent- sprechungen oder verwandelte Fortwirkungen in den betrieblichen Kadern. Das gilt für die antiautoritäre Strömung, den MSB Sparta- kus ebenso wie für frühere maoistische, linkssozialdemokratische und linkssozialistische Gruppen. Dem überdurchschnittlichen Bildungsgrad der Befragten entspricht eine ungewöhnliche Zusammensetzung und ein ungewöhnliches Ausmaß der Freizeitaktivitäten. Freizeitaktivitäten nehmen bei allen einen wichtigen Platz ein - selbstverständlich klagen einige dar- über, infolge ihrer Funktionen keine oder zuwenig Zeit für ihre Freizeitinteressen zu haben. Die Aktivitäten sind höchst unter- schiedlich; viele sportliche Aktivitäten fallen darunter ebenso wie Kunstbetrachtung, Theaterbesuche, Musik und alle Arten von Lektüre. Was die Literatur betrifft, so fehlt Hölderlin ebensowe- nig wie Science-fiction oder wissenschaftliche industriesoziolo- gische Literatur. Hier wird sehr deutlich, wie Einflüsse aus Hochschulen und Universitäten in viel unvermittelterem Maße auf die betrieblichen Kader einwirken. Dies ist nichts völlig Neues: Vor allem über die gewerkschaftli- che Bildungsarbeit und die politische Bildungsarbeit anderer Or- ganisationen wurden solche Einflüsse vermittelt. Das Neue ist die gewachsene Stärke und die Unvermitteltheit der Beziehung zwischen Universitäten und betrieblichen Kadern. Das läßt sich bis zur Bildung betrieblicher Gruppen beobachten, die aus universitären Gruppierungen entstehen. Bezeichnend ist auch, daß auf die Frage, welche Aktionen man schon mitgemacht habe, gerade als erste An- stöße häufig Demonstrationen und Auseinandersetzungen in der Oberschule oder der Universität genannt werden. Was die Erwartungen an politische Kräfte angeht, so sind auch bei solchen Befragten, die vor allem entweder an die Sozialdemokraten oder an die Kommunisten Erwartungen haben, viele, die sich von einer Stärkung der Grünen oder der Alternativbewegung etwas für die positive Veränderung erhoffen. Das heißt: Selbst bei denen, die ihrer Herkunft nach durchaus ähnlich durch Sozialdemokraten beeinflußt wurden, zeigt sich, daß diese ursprüngliche Prägung heute anders verarbeitet wird als in der früheren Generation be- trieblicher Kader. Die Selbstverständlichkeit des Bezugs auf die Sozialdemokratie als die wichtigste politische Organisation, in der Arbeiter und Angestellte vertreten sind, scheint bei einer wichtigen Gruppe betrieblicher Kader heute nicht mehr gegeben. Im Verhältnis zur Sozialdemokratie ist tatsächlich bei einer Gruppe innerhalb der betrieblichen Kader das eingetreten, was in bezug auf die Gewerkschaften nicht ganz glücklich als "Instrumenta- lismus" bezeichnet worden ist. 5. Gesellschaftsbild und Utopie ------------------------------- Mit Hilfe einer Reihe von Feststellungen, denen man zustimmen oder die man ablehnen konnte, wurde versucht, die Vorstellungen der Befragten über die Gesellschaft sowohl in drei Ausprägungen auf einer Skala zu erfassen, die von linken bis zu rechten Posi- tionen reichte, wie auf einer Skala, die das Maß messen soll, in dem die Vorstellungen über die Gesellschaft zusammenhängend oder widersprüchlich sind. 21) Das Ergebnis, daß das Gesellschaftsbild der Befragten durch- schnittlich weit links von dem Gesellschaftsbild von Lohnarbei- tern überhaupt, auch Kerngruppen der Arbeiterklasse, liegt, kann nicht sehr überraschen; die Tatsache weit überdurchschnittlicher Aktivität und die Erfahrungen, die mit dieser Aktivität verbunden sind, wirken hier in der gleichen Richtung. Schon aufschlußrei- cher ist die Feststellung, das unter den Befragten sich über- durchschnittlich viele mit einem eher zusammenhängenden Gesell- schaftsbild befanden. Dies kann als Beleg für die These angesehen werden, daß Konflikterfahrungen - bei den Befragten in ungewöhn- lich starkem Maße vorhanden - dazu beitragen, daß Widersprüche im Gesellschaftsbild überwunden werden. Bedeutsam erscheint insbesondere, daß es wahrscheinlich inhaltli- che Zusammenhänge zwischen bestimmten Ausgangsmotivationen und der Herausbildung eines eher konsistenten Gesellschaftsbildes gibt. Von den Befragten, die angaben, Fragen der Macht- und Auto- ritätsverhältnisse hätten als Anstoß für die betriebliche und ge- werkschaftliche Tätigkeit eine Rolle gespielt, wiesen zwölf ein eher zusammenhängendes Gesellschaftsbild auf, gegenüber vier mit einem mittleren oder eher widersprüchlichen Gesellschaftsbild. Von denjenigen, die Fragen der Macht- und Autoritätsverhältnisse nicht nannten, wiesen dagegen zwei ein eher zusammenhängendes auf gegenüber vier mit einem mittleren oder eher widersprüchlichen Gesellschaftsbild. Von den Befragten, die die kritische Auseinandersetzung mit ge- werkschaftlicher und Betriebsratsarbeit als einen Anstoß ihrer eigenen betrieblichen und gewerkschaftlichen Aktivität nannten, wiesen zehn ein eher zusammenhängendes gegenüber nur dreien mit einem mittleren oder eher widersprüchlichen Gesellschaftsbild auf; von denjenigen, die diesen Ausgangspunkt nicht nannten, besaßen entsprechend der erwähnten Zuordnung vier ein eher zusammenhängendes und fünf ein mittleres oder eher widersprüch- liches Gesellschaftsbild. Wenn oben davor gewarnt wurde, die neuen Zugänge unkritisch überzubewerten, so muß man angesichts dieser Verteilungen, die selbstverständlich der Überprüfung durch eine größere Zufallsauswahl bedürfen, doch darauf hinweisen, daß die neuen Zugänge mehr Ansatzpunkte für die Entwicklung von zusammenhängendem antikapitalistischen Bewußtsein enthalten; zugleich muß man betonen, daß man weniger denn je davon ausgehen kann, daß sich ein solches Bewußtsein von selbst entwickelt. Einen wichtigen Hinweis enthalten schließlich die Antworten auf die offene Frage "Wie sieht eine bessere Gesellschaft aus?" Die über den Tag hinausweisenden Vorstellungen, die hier geäußert wurden, lassen sich in zwei große Gruppen zusammenfassen, die einander überschneiden und ergänzen. Da sind einmal Betonungen von Gleichheit und Gerechtigkeit, einem offenbar tiefverwurzelten egalitären Anspruch; da sind zum anderen Betonungen des Anspruchs auf Mitsprache und Kontrolle. (Eine zahlenmäßig kleine Ausnahme bilden personalisierende Formulierungen wie "weniger Neid" u.ä.) An diesen beiden Erwartungen werden auch die sozialistischen Län- der gemessen, wobei tatsächlich bei vielen Befragten nicht die Realität des Sozialismus, sondern das, was in der hiesigen Öf- fentlichkeit als sozialistische Realität ausgegeben wird, mit diesem Anspruch verglichen wird. 22) Solche Bedürfnisse "utopischer" Art sind ernst zu nehmen, weil sie sich aus den Erfahrungen mit den Widersprüchen des Kapitalis- mus, aus den Erfahrungen des eigenen Lebens heraus entwickeln und weil sie grundlegende Zielrichtungen angeben. Die Richtung der Träume und die Richtung des Handelns hängen miteinander zusammen. Dabei ist es selbstverständlich oft so, daß das, was den Handeln- den hier am realen Sozialismus richtig erscheint (oder erscheinen könnte, würden sie es kennen), nicht unbedingt mit dem identisch ist, was unter der Perspektive der dort Agierenden Hauptpunkt der gegenwärtigen Sozialismusentwicklung ist. 23) Solcherlei Widersprüche zu nutzen ist selbstverständlich das Ziel antikommunistischer Strategie. Aber solcherlei Widersprüche sind nicht in sich schon gegen den Sozialismus gerichtet; im Gegen- teil, gerade sie als Widersprüche, die sich aus der veränderten historischen Perspektive ergeben, darzustellen, leistet einen Beitrag zur Orientierung auf die sozialistischen Länder als Be- zugspunkt eigener Möglichkeiten. Denn die Ansprüche auf Gleich- heit und Kontrolle sind, und das ist zu zeigen, zu verwirklichen unter den Bedingungen einer sozialistischen Gesellschaft in der Bundesrepublik, aber auch nur unter diesen Bedingungen. _____ 1) Elisabeth Noelle-Neumann: Werden wir alle Proletarier? Zürich 1978/Osnabrück 1979; Institut für Demoskopie Allensbach (Hrsg.): Eine Generation später, Allensbach 1981; Elisabeth Noelle-Neu- mann: Selbstbeherrschung - kein Thema, in: Elisabeth Noelle-Neu- mann und Edgar Fiel (Hrsg.): Allensbacher Jahrbuch der Demoskopie 1978-1983, Band VIII, München 1983, S. XV. 2) Claus Offe in: Jochen Matthes: Krise der Arbeitsgesellschaft? Frankfurt am Main. New York 1983. 3) Vgl. Karl Marx: Das Kapital, I. Band, MEW Bd. 23, S. 646. 4) Joachim Bergmann, Walther Müller-Jentsch: Gewerkschaften in der Bundesrepublik, Band 2, Frankfurt 1977, S. 194. 5) Witich Roßmann: Arbeiterklasse, soziale Bedürfnisse und ge- werkschaftliche Politik, in: Marxistische Studien. Jahrbuch des IMSF 5, Frankfurt/M. 1982, S. 67. Schon 1978 hat Frank Deppe auf das Hervortreten einer "neuen Generation" von Gewerkschaftskadern verwiesen. S. Frank Deppe: Zu einigen Problemen der Bestimmung des gegenwärtigen gewerkschaftlichen und politischen Bewußtseins der Arbeiterklasse der BRD, in: ebd., Bd. 1, S. 292 ff. 6) Sonderdruck der Marxistischen Blätter 2/1983, S. 27. 7) John H. Goldthorpe u.a.: The Affluent Worker, Cambridge 1968. Die marxistische Kritik der Instrumentalismus-These, wie sie von Lothar Peter (vgl. im vorliegenden Band) entwickelt wird, halte ich für richtig. Sie bedarf aber als marxistische Kritik der Er- gänzung durch zwei Aspekte. Einmal muß der rationelle Kern der Instrumentalismus-These herausgearbeitet werden: Die Wirkung der gesellschaftlichen Stellung der Lohnarbeiter auf ihr Verhältnis zu ihrer Arbeit. Zum anderen ist es notwendig, auf zeitliche Ver- schiebungen im mehr oder weniger stark ausgeprägten instrumentel- len Verhältnis zur Arbeit einzugehen. 8) So insbesondere auf S. 33 und 34 mit ihrer expliziten Ableh- nung der Positionen von Goldthorpe u.a., von A. Andrieux und J. Lignon (L'ouvrier d'aujourdhui, Paris 1960) und überhaupt dessen, was Schumann und Kern "dogmatische Anlehnung an Marx" nennen: den Verweis darauf, daß bei aller Differenziertheit im einzelnen die gemeinsame Klassenlage bei den Angehörigen der Arbeiterklasse ge- wisse gemeinsame Erfahrungen konstituiert und damit auch gewisse Grundzüge der Bewußtseinsentwicklung fundiert. "Falsch scheint es uns aber, sich ... bei der Analyse des Arbeiterbewußtseins aus- schließlich auf die Produktionsverhältnisse zu beziehen und die Einheitlichkeit der durch die ökonomische Struktur geprägten Klassenlage undifferenziert zu postulieren." (Horst Kern und Mi- chael Schumann: Industriearbeit und Arbeiterbewußtsein, Frankfurt 1970, ebenda.) Gegenüber den damals gängigen Thesen, gemeinsame Züge eines Bewußtseins der Lohnarbeiter gebe es ebensowenig mehr wie gemeinsame Elemente ihrer Lage, bedeuteten aber die Thesen von Andrieux und Lignon sowie von Goldthorpe u.a. einen großen Fortschritt. 9) Werner Kudera, Werner Mangold, Konrad Ruff, Rudi Schmidt, Theodor Wentzke: Gesellschaftliches und politisches Bewußtsein von Arbeitern, Frankfurt am Main 1979. 10) Allerdings ist die Erlanger Gruppe nur in der Lage, die Wi- dersprüche anzugeben, in deren Rahmen im weitesten Sinne sich die Entwicklung bewegen kann: Aktuelle Entwicklungstendenzen sind da- mit nicht anzugeben. Die neuere Studie von Michael Schumann, Ed- gar Einemann, Christa Siebel-Rebell, Klaus-Peter Wittemann: Ra- tionalisierung, Krise und Arbeiter, Bremen 1981, führt, wenn sie auch in der Einzelanalyse ihren gewohnten Standard aufrechter- hält, auf der theoretischen Ebene nicht über den Ansatz von Ku- dera u.a. hinaus. Immerhin kommen hier durch die Empirie gewisse zeitliche Verschiebungen in den Blick. 11) Christiane Bierbaum, Joachim Bischoff, David Eppenstein, Se- bastian Herkommer, Karlheinz Maldaner, Arnhild Martin: Ende der Illusionen? Frankfurt - Köln 1977. Umgekehrt Michael Schumann u.a., a.a.O., S. 421: "... dann läßt sich kaum die These auf- rechterhalten, daß die Orientierung an Arbeitsinhalten ein Indiz illusionärer partikularistischer Versöhnung mit den Bedingungen kapitalistisch organisierter betrieblicher Arbeit sei. Ein diffe- renziertes Interesse an den Inhalten der Arbeit . . . scheint vielmehr den Blick gerade zu öffnen auf jene Interessen, die der Arbeiter als Besitzer der Ware Arbeitskraft im Produktionsprozeß hat." 12) Vgl. hierzu insbesondere Schumann u.a., a.a.O. 13) Untersuchungen von betrieblichen Funktionären sind in der Bundesrepublik selten durchgeführt worden. Erinnert sei hier an den Band 2 der Beiträge des IMSF: Mitbestimmung als Kampfaufgabe, Köln 1971, S. 139 bis 302 (Studienausgabe Köln 1972, S. 99 bis 262), der die Vorstellungen betrieblicher Kader in drei Großbe- trieben auch in Beziehung zu den Vorstellungen der Belegschaften zu erfassen sucht. Weiter sind hier der schon zitierte 2. Band der Untersuchung von Bergmann und Müller- Jentsch sowie die er- wähnte Arbeit von Witich Roßmann zu nennen. 14) Hierzu: Mitbestimmung als Kampfaufgabe, Beiträge des IMSF 2, Köln 1971, S. 17-48. 15) Vgl. hierzu meinen Aufsatz "Wandel des Wertsystems?", in: Marxistische Studien. Jahrbuch des IMSF 5, Frankfurt/M. 1982. 16) Es bleibt zu untersuchen, und es ist eine dringende politi- sche Frage, wie dies bei den Angehörigen der Arbeiterklasse aus- sieht, die direkt oder indirekt von Arbeitslosigkeit betroffen oder bedroht sind. Es ist anzunehmen, daß hier - um in der akade- mischen Sprache zu bleiben - die "instrumentelle" Beziehung zur Produktion gegenüber der "intrinsischen" absolut vorherrscht. Wenn man diese Sphäre nicht einbezieht, kann man insgesamt gese- hen daher zu falschen Gewichtsverteilungen kommen. Die Verteilung der entscheidenden Motivation für die betrieblichen Kader deckt sich nicht mit der für die Arbeiterklasse insgesamt. 17) Harald Wiedenhofer: Untersuchungen der Einstellungen Harbur- ger Mitglieder der IG Chemie zur gewerkschaftlichen Interessen- vertretung, Diplomarbeit Hamburg 1975, S. 175 f. 18) Michael Schumann: Entwicklungen des Arbeiterbewußtseins, in: Gewerkschaftliche Monatshefte 3/1979, S. 157. 19) Witich Roßmann, a.a.O., S. 67. 20) Klaus Pickshaus: Politische Differenzierungen im Großbetrieb: Zur Herausbildung linksoppositioneller Betriebsratslisten, in: Marxistische Studien. Jahrbuch des IMSF 6, Frankfurt/M. 1983, S. 220 f. 21) Vgl. meinen Aufsatz in: Marxistische Studien. Jahrbuch des IMSF 2, Frankfurt/M. 1979, S. 341 ff. 22) Es wurde schon 1978 darauf aufmerksam gemacht, welche prakti- schen Konsequenzen der ideologischen Arbeit sich daraus ergeben. (Jugendliche im Großbetrieb, Frankfurt 1978, S. 183 ff., hier be- sonders 220 f.) 23) So ist z.B. für die hier Handelnden einer der Hauptanzie- hungspunkte des Sozialismus die ungeheuere Angleichung von Ein- künften und Lebensstandard bei den unterschiedlichsten sozialen Gruppen - vom Arbeiter in der Landwirtschaft bis zum Mitglied des Ministerrats. Daß für die politisch bewußt Handelnden im Sozia- lismus heute ein Hauptproblem darin besteht, auf dieser fundamen- tal egalitären Basis durch eine relative Differenzierung sowohl die ökonomische wie die soziale Entwicklung zu beschleunigen, darf nicht bedeuten, daß man diese wichtige Nebenfrage der Diffe- renzierung zum Hauptproblem macht, wenn es um die Darstellung des Sozialismus geht. Es ist weder objektiv die Hauptseite, noch kann es das für die hier tätigen Subjekte sein. zurück