Quelle: Jahrbuch des Inst. für Marxist. Studien und Forschungen 07/1984


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ZUR WISSENSCHAFTSENTWICKLUNG IN DER ARBEITSGEMEINSCHAFT SOZIALPOLITISCHER ARBEITSKREISE

Herbert Wiedermann 1. Gründung, Selbstverständnis, Zielsetzung - 2. Organisation, Handlungsfelder, Veröffentlichungen - 3. Hauptarbeitsgebiete der AG SPAK - 3.1 Alternative Ökonomie - 3.2 Armut und Sozialstaat 1. Gründung, Selbstverständnis, Zielsetzung ------------------------------------------- Die Arbeitsgemeinschaft sozialpolitischer Arbeitskreise (AG SPAK) versteht sich als ein bundesweiter Zusammenschluß sozialpolitisch arbeitender Basisgruppen und Einzelpersonen. Ihr gemeinsamer Nen- ner: Das Interesse an sozialen Fragen und sozialpolitisches Enga- gement in einem breiten Spektrum der sozialen Arbeit (Behinder- ten-, Obdachlosen-, Stadtteilarbeit u.a.). 1) Einen ersten Anstoß zur Bildung studentischer Arbeitsgruppen für die freiwillige Sozialarbeit gaben insbesondere die kirchlichen Studentengemeinden mit ihren überkonfessionellen Diakonie-Cari- tas-Kreisen. Mitte der 60er Jahre begannen sich diese überwiegend mit gesellschaftlichen Randgruppen arbeitenden Arbeitskreise ideologisch und organisatorisch von den kirchlichen Institutionen zu lösen. 2) Eines der bestimmenden Motive für die Gründung der AG SPAK 1970 ergab sich dabei aus den konkreten Anforderungen in den sozialen Projekten, die Erfahrungsaustausch, Diskussion und Reflexion der Theorie und Praxis mit ähnlich arbeitenden Gruppen notwendig machten. So ist es auch heute noch Hauptziel und -zweck der AG SPAK, die Kommunikation unter den sozialpolitisch arbei- tenden Basisgruppen herzustellen. Die Entwicklung der AG SPAK kann nur verstanden werden vor dem Hintergrund der zunehmenden Verwissenschaftlichung der Sozialar- beit zu Beginn der siebziger Jahre. Wenn neben Überresten religiöser Konzeptionen besonders psycho- analytische Theorien in der bundesdeutschen Sozialarbeit bis Mitte der sechziger Jahre theoretisch vorherrschten, so gewannen danach im Zuge der Verwissenschaftlichung der sozialarbeiteri- schen Ausbildung an den Fachhochschulen für Sozialarbeit struktu- rell-funktionalistische Erklärungsmuster sozialer Probleme an Be- deutung, die selbst oft noch mit Elementen der Psychoanalyse durchdrungen waren. Diese Theorien konnten sich in der Sozialar- beit jedoch kaum durchsetzen, da es ihnen nicht gelingt, die Be- ziehung zwischen primären sozialen Problemen, wirtschaftlicher Entwicklung, Klassenkämpfen und den Erfahrungen der Betroffenen adäquat zu erklären. Neben dieser Richtung begannen besonders So- zialwissenschaftler, die sich mit "abweichendem Verhalten" be- schäftigen, wie zuerst in den USA und in Großbritannien später auch in der BRD, ein repressives Bild der Sozialarbeit zu zeich- nen und den Sozialarbeiter ausschließlich als Agenten der sozia- len Kontrolle zu stigmatisieren. Wertvoll war die sozialwissen- schaftliche Kritik individueller Erklärungs- und Lösungsversuche in der Sozialarbeit, doch einem "linken" Sozialarbeiter, der seine politischen Auffassungen und Ansprüche in die Praxis umset- zen wollte, hatten die Sozialwissenschaften wenig zu bieten. In diese "Theorielücke" stieß die AG SPAK, und sie erreichte mit ih- ren zunächst auf Erfahrungsaustausch beruhenden Tagungen und Kon- gressen einen erheblichen Einfluß unter den sich als fortschritt- lich verstehenden Sozialarbeitern. Die große Ausstrahlungskraft der AG SPAK in der sozialen Arbeit erweist sich auch als Anzie- hungspunkt für Betroffenengruppen, wie der aus dem "Krüppeltribunal" hervorgegangene Arbeitsbereich Behinderte ein- drucksvoll belegt. Politisch wirkt die AG SPAK bis weit in das grün-alternative Spektrum (Bundesverband Bürgerinitiativen Um- weltschutz, Netzwerk Selbsthilfe, Bund Deutscher Pfadfinder, So- zialistisches Büro u.a.). Aber auch die alten Verbindungen zur Arbeitsgemeinschaft katholischer Studentengemeinden und der evan- gelischen Studentengemeinde bestehen fort. Trotz der Breitenwirkung in der sozialen Arbeit schätzt die AG SPAK ihre politische Außenwirkung realistisch ein. Die AG SPAK sei nicht ein so mächtiger Faktor, daß sie ihre wissenschaftli- chen Erkenntnisse auch praktisch umsetzen könnte. Aber: "Wir wer- den jedenfalls nicht abseits stehen, wenn es darum geht, sozial- politische Fehlentwicklungen zu verhindern und auch neue Wege zu gehen." 3) 2. Organisation, Handlungsfelder, Veröffentlichungen ---------------------------------------------------- Die 1970 gegründete AG SPAK gliedert sich organisatorisch in drei Bereiche: Projektbereiche, die sich an den Arbeitsschwerpunkten der Sozialarbeit orientieren; Arbeitsbereiche, die eher der Theo- riearbeit dienen; regionale Zusammenschlüsse. Jeder einzelne Ar- beits- und Projektbereich ist "autonom", veranstaltet eigene Ta- gungen und verfügt z. T. über eigene Informationskanäle. Lei- tungsebenen bilden der Vertretertag und die Treffen der Entschei- dungskollektive, die sich aus den Delegierten der Projekte, Ar- beitsbereiche und regionalen Zusammenschlüsse zusammensetzen. Die inhaltliche Integration wird im wesentlichen über das Entschei- dungskollektiv erreicht, das auch über die Herausgabe von Publi- kationen bestimmt. 4) D i e A r b e i t s b e r e i c h e: - A l t e r n a t i v e P ä d a g o g i k. Vor dem Hintergrund des Versagens der herkömmlichen Bildung wächst die Zahl der selbstorganisierten Bildungsprojekte. Der Arbeitsbereich Alterna- tive Pädagogik dient dem praktischen Erfahrungsaustausch und der Reflexion, wobei aus der "Pädagogik der Befreiung" des boliviani- schen Priesters und Pädagogen Paulo Freire wichtige Anregungen entnommen wurden. Freire nutzte die Alphabetisierung der Erwach- senen zur gleichzeitigen Vermittlung fortschrittlicher Bildungs- inhalte. Die publizistischen Schwerpunkte des Arbeitsbereichs liegen in den Fragen, die die Volkserziehung in Lateinamerika aufwirft 5) sowie in der Diskussion der unterschiedlichen Modelle der Alternativschulen (Tvind, Waldorf u.a.) und der Alterna- tivpädagogik (Makarenko, Montessori u.a.). 6) - P r o v i n z a r b e i t. Ein großes Problem der Sozialar- beit auf dem Lande liegt in der relativen Isolation von ähnlich arbeitenden Gruppen und anderen demokratischen Bewegungen. Um die Isolation zu durchbrechen und hervorgehend aus der Weiterentwick- lung der Jugendzentrumsbewegung, konstituierte sich bei dem Stadt-Land-Dialog 1980 in West-Berlin der Arbeitsbereich Provinz- arbeit. Seine Arbeitsschwerpunkte liegen neben dem Erfahrungsaus- tausch in der Unterstützung der bundesweiten Vernetzung und der Förderung und Initiierung von Modellprojekten. 7) - K o o r d i n i e r u n g s s t e l l e f ü r J u g e n d- w o h n g e m e i n s c h a f t e n (K O S T). Ausgehend von einer Kritik der öffentlichen Erziehung entwickelten zu Beginn der 70er Jahre Sozialarbeiter und betroffene Jugendliche Alter- nativen zur Heimerziehung in der Form von Jugendwohngemein- schaften. 8) Die Jugendwohngemeinschaften hatten von Anfang an zahlreiche finanzielle, rechtliche und pädagogische Hindernisse zu überwinden. Um hier Hilfestellung zu leisten, wurde 1976 KOST gegründet. Die Koordinierungsstelle nimmt Beratungsfunktionen bei Rechts- und Finanzierungsfragen sowie bei pädagogischen Problemen wahr. - A l t e r n a t i v e Ö k o n o m i e. Angesichts von heute über zweieinhalb Millionen offiziell registrierten Arbeitslosen hat die Suche nach Alternativen, die auch die materielle Repro- duktion absichern, zu einem sprunghaften Anwachsen der Zahl von Projekten der "alternativen Ökonomie" geführt. Seit 1978 denkt auch die AG SPAK in einem überregionalen Theoriearbeitskreis über "alternative Ökonomie" nach. Die Teilnehmer arbeiten in traditio- nellen Arbeitsbereichen und in selbstverwalteten Projekten. Ge- meinsam ist ihnen die Vorstellung von einer dezentral aufgebauten alternativen Ökonomie. 9) Kontrovers wird diskutiert, welchen Stellenwert die Alternativkonzepte im Rahmen einer Gesamtstrate- gie zur Veränderung der Gesellschaft haben. Die Themenschwer- punkte des Arbeitskreises liegen in der Diskussion der Genossen- schaftsbewegung, der Produktionsweise (männlich/weiblich), von Modellbetrieben und der Vernetzung. Zu den wichtigsten Publika- tionen des Arbeitsbereiches gehören die von Rolf Schwendter her- ausgegebenen Bände zur alternativen Ökonomie. 10) - B e h i n d e r t e. Im Jahr der Behinderten wiesen aktive Behinderte im Bundesgebiet mit dem "Krüppeltribunal" auf ihre Diskriminierung und Aussonderung aus dem gesellschaftlichen Leben hin. Diese Behinderteninitiative schloß sich 1983 der AG SPAK an. Den Schwerpunkt ihrer Arbeit bildet die Abwehr von Rotstiftmaß- nahmen im Behindertenbereich, da die massiven Einschränkungen die gesellschaftliche Isolierung der Betroffenen zur Folge haben. Der Arbeitskreis verficht das Prinzip der "Selbstvertretung der Be- hinderten", weil sie aufgrund eigener Betroffenheit am besten in der Lage seien, neue Vorstellungen einer behindertengerechten Um- welt zu entwickeln. Der Arbeitskreis arbeitet eng mit der Katho- lischen Studentengemeinde zusammen. 11) Entsprechend den Arbeitsschwerpunkten der Sozialarbeit kennt die AG SPAK fünf Projektbereiche. - J u g e n d z e n t r e n. Angefangen hat die Arbeit in die- sem Bereich 1975. Sie erfaßt nach Angaben der AG SPAK rd. 50 re- gionale Zusammenschlüsse von selbstorganisierten Gruppen, die sich gegenseitig unterstützen. Themen der Landes- und Bundestref- fen waren bisher: Selbstverwaltung, Alltag im Jugendzentrum und bundesweite Zusammenarbeit. 12) - K r i m i n a l p o l i t i k. Der Projektbereich begann mit karitativer Resozialisierungsarbeit. Seit 1980 kann eine deutli- che Verlagerung zu allgemeinpolitischen Fragestellungen beobach- tet werden. Unter dem Einfluß norwegischer Kriminalitätstheorien definiert der Projektbereich seine Position als "abolitioni- stisch". 13) Der KRAK geht davon aus, daß sogenannte Reformen in allen auf Zwang ausgerichteten Systemen nur eine legitimatorische Funktion haben; deshalb müsse die Forderung nach Abschaffung dieser Systeme im Vordergrund stehen. In einem neueren Buch des Projektbereiches über kriminalpolitische Konzeptionen wird die abolitionistische Position jedoch nicht mehr durchgehalten. 14) - P s y c h i s c h K r a n k e. Der Projektbereich versucht die herrschende, als unmenschlich verstandene Psychiatrie "auseinanderzunehmen". Gegründet von studentischen Laienhelfern, deckt er heute ein breites Arbeitsfeld ab: Bezugsgruppen in Lan- deskrankenhäusern, dezentrale stadtteilbezogene Einrichtungen (Patientenclubs, Teestuben, Beschwerdezentren und Gesundheitslä- den). Die Zielvorstellungen des Projektbereichs beschreiben Al- ternativen zur herrschenden Psychiatrie: Abschaffung der Groß- krankenhäuser zugunsten gemeindenaher Einrichtungen, weitestge- hender Ersatz der "professionellen Fremdverwaltung" durch thera- peutische Selbsthilfegruppen. Der Projektbereich verweist die ehemaligen Patienten nicht auf die Subkultur, sondern fordert ihre Organisierung im DGB. 15) - O b d a c h l o s e n a r b e i t. Dieser mit 12 Jahren älte- ste Projektbereich geht von der Position aus, daß Obdachlosigkeit im Zusammenhang mit allgemeiner Wohnungsnot, Arbeitslosigkeit, Sozialhilfe und damit der Armutsdiskussion in der BRD gesehen werden muß. Dementsprechend suchen die Initiativgruppen (Kinder-, Jugend- und Erwachsenenarbeit, Gemeinwesenarbeitsansätze) die Zu- sammenarbeit mit Arbeitslosenprojekten, Selbsthilfegruppen und Mieterinitiativen. Die "Vernetzung" scheint im Lande Hessen am weitesten vorangekommen zu sein, wo es gelang, durch die Gründung einer Landesarbeitsgemeinschaft "Soziale Brennpunkte" die Koope- ration im Bereich von Obdachlosenarbeit und Sozialhilfegruppen zu verbessern. Aus dem immer wieder aufbrechenden Widerspruch zwi- schen karitativer Verwaltung von Obdachlosigkeit oder Verwirkli- chung weitergehender politischer Ansprüche entwickelt der Pro- jektbereich Zielvorstellungen für die heutige Obdachlosenarbeit. 16) - S t a d t t e i l a r b e i t. Stadtsanierung, Wohnungsspeku- lation, Straßen- und andere Bauvorhaben sind für viele Menschen Anlaß, sich zu Mieterinitiativen und Stadtteilgruppen zusammenzu- schließen. Der Projektbereich Stadtteilarbeit hat sich im Juni 1983 mit dem AK Wohnen und Umwelt des Bundesverbandes Bürgeri- nitiativen Umweltschutz vereinigt. Die Themenschwerpunkte der Diskussion waren u. a.: bewohnerorientierte Stadt- und Dorfsanie- rung, Wohnumfeldsanierung und Verkehrsberuhigung, ökologisches und genossenschaftliches Bauen, Basisdemokratie, Bürgerbeteili- gung, Mieter-Mitbestimmung, neue Mieterbewegung, neue Eigentums- formen. 3. Hauptarbeitsgebiete der AG SPAK ---------------------------------- Die eigenständigen größeren wissenschaftlichen Arbeiten der AG SPAK konzentrieren sich im wesentlichen auf zwei Arbeitsgebiete: Alternative Ökonomie - Armuts- und Sozialstaatsdiskussion. Angesichts hoher Arbeitslosigkeit und umfangreicher Kürzungen im Sozialbereich liegen die Arbeitsschwerpunkte der AG SPAK im Zen- trum der gesellschaftlichen Auseinandersetzungen. Ideologisch finden wir in beiden Arbeitsgebieten unterschiedliche Positionen in bezug auf die Rolle der Arbeiterklasse als gesellschaftsverän- dernde Kraft. Rolf Schwendter (Alternative Ökonomie) überinter- pretiert die sozialstrukturellen Differenzierungsprozesse in der Arbeiterklasse und löst sie als sozialökonomisch einheitliche, antagonistische Gegenklasse auf in eine "Milchstraße" von Grup- pen, Agglomerationen, Klassenfraktionen etc. mit je unterschied- lichen Normen und Werthaltungen. 17) Demgegenüber sieht Norbert Preußer (Sozialstaatsdiskussion) in der Arbeiterklasse auch heute jene soziale Kraft, die allein dau- erhafte gesellschaftliche Veränderungen durchzusetzen vermag. 18) Gemeinsam ist beiden, daß ihr Weg zu einer grundlegenden Verände- rung der Gesellschaft im "Utopischen" verbleibt und eine wissen- schaftlich begründete Gesamtstrategie nicht versucht wird. 3.1 Alternative Ökonomie ------------------------ Mit dem sprunghaften Anwachsen der Zahl von Projekten der "alternativen Ökonomie" sind in den Diskussionen über mögliche und realistische Alternativen zugleich viele Fragen aufgeworfen worden: Kann es ökonomisch und politisch überlebensfähige "Inseln" im Kapitalismus geben? Kann man mit ihnen einen Beitrag zur Gesellschaftsveränderung leisten? Welche Auswirkungen hat die neue Art zu leben und zu arbeiten auf das Zusammenleben und die Gruppenprozesse in den Initiativen? Liegt die Zukunft der Alter- nativprojekte in der langfristigen und umfassenden Vernetzung oder verurteilt der Konkurrenzkampf auf dem Markt der alternati- ven und gesellschaftlichen Ökonomie zu einer isolationistischen Politik? Welcher historischen Erfahrungen haben sich alternative Projekte zu versichern, wenn vermeidbare Fehler in der heutigen Praxis nicht wiederholt werden sollen? Die AG SPAK versucht in dem von Rolf Schwendter herausgegebenen dreibändigen Werk "Zur Alternativen Ökonomie" zu den aufgeworfe- nen Fragen Stellung zu beziehen. 19) Die Bände 1 und 2 enthalten in einem ersten Teil Beiträge zur theoretischen Diskussion der alternativen Ökonomie, die in einem zweiten Teil um die Darstel- lung der Praxis alternativer Projekte ergänzt wird. Der 3. Band geht als Reader ausführlich auf die Geschichte der Selbsthilfe- projekte ein. Wegen ihrer großen Bedeutung für die Diskussion in der AG SPAK und darüber hinaus soll besonders auf die "Notate zur Kritik der alternativen Ökonomie" von Schwendter eingegangen werden. 20) Schwendter kritisiert den aus der APO stammenden Begriff Gegen- ökonomie. "Gegenökonomie" bezeichne zwar richtig die Notwendig- keit, auch eine ökonomische Basis zur Reproduktion "nonkonformer" Personengruppen zu schaffen; das Konzept bleibe jedoch fehler- haft, weil die Möglichkeiten ökonomischer Veränderungen unter den gegebenen Bedingungen überschätzt würden. Unter Rückgriff auf die historischen Erfahrungen des utopischen Sozialismus und der An- fänge der Arbeiterbewegung verweist er den Gedanken, mittels ei- gener Unternehmen den Privatkapitalismus niederkonkurrieren zu können, ins Reich der Illusion. 21) Der bescheidenere Begriff "Eigenökonomie" wird kommentiert als "die gute, alte gegenseitige Hilfe (bei Umzügen, Wohnungssuche, Einkauf), eine Ökonomie der Konsumtion, die sich ökonomisch zur kollektiven Robinsonade ent- wickeln kann". 22) Dagegen stellt Schwendter seine eigene Definition der alternati- ven Ökonomie : Sie sei "eine Reproduktionsbasis subkultureller Individuen, im günstigeren Fall mit dem Zweck, Gebrauchswerte für subkulturelle (politische, religiöse etc.) Arbeit zur Verfügung zu stellen." 23) Diese Definition ist bescheidener als der Be- griff "Gegenökonomie", geht aber über die Schaffung "eigener" Produktionsverhältnisse hinaus. Projekte der alternativen Ökono- mie sind für den Herausgeber "subkulturelle Einzelkapitale", die von der Einverleibung "subkultureller Lohnarbeit" der Projektmit- glieder leben. Das "unzweifelhaft progressive Moment" alternati- ver Projekte liege darin, daß die Projektmitglieder zugleich ihre eigenen Lohnarbeiter und Kapitalisten seien. 24) Die subkulturel- len Kapitale verfügten über nur wenig "konstantes Kapital" (Maschinen, Produktionsanlagen), der Anteil an "variablem Kapi- tal" (menschliches Arbeitsvermögen) sei sehr hoch. Um überhaupt akkumulieren zu können, müßten die subkulturellen Lohnarbei- ter/Kapitalisten die Kosten der Ware Arbeitskraft unter das all- gemeine Existenzminimum drücken. Selbstausbeutung sei ein struk- turelles Prinzip der alternativen Ökonomie. 25) Mit dem Hinweis, daß es auch noch verschiedene Möglichkeiten der Umverteilung von "Revenue" an die Subkulturen gäbe, wird indirekt eingeräumt, daß die alternativen Projekte in ökonomischer Abhängigkeit vom im formellen Sektor erarbeiteten Sozialprodukt leben müssen und auf sich allein gestellt kaum überleben könnten. 26) Schwendter kon- statiert, daß die subkulturellen Einzelkapitale untereinander und gemeinsam mit den gesamtgesellschaftlichen Einzelkapitalen kon- kurrieren müssen. 27) Die Konkurrenz mit dem gesamtgesellschaft- lichen Einzelkapital könne nur solange erfolgreich sein, wie "Nischenproduktion" betrieben wird und der subkulturelle Konsu- ment die Produkte abnimmt. Dringe das gesamtgesellschaftliche Einzelkapital in die Marktlücke vor, zögen die alternativen Pro- jekte in der Regel den kürzeren. Inwieweit die gesamtgesell- schaftliche Konkurrenz auch die Konkurrenz und Abhängigkeit in den alternativen Projekten reproduziert, weil ihr Überleben von der Stellung im Kampf um den Markt abhängt, bleibt bei Schwendter unterbelichtet. Er sieht die Systemgrenzen der alternativen Öko- nomie darin, daß - sie keine Produktionsmittel in größerem Umfang herstelle, 28) - der Boden teurer werde, 29) - in Zeiten der Depression und Arbeitslosigkeit die Arbeitskräfte in die alternativen Projekte drängen, dann aber kaum Kapital zur Gründung der Projekte zur Verfügung steht; oder daß in Zeiten des Aufschwungs zwar genügend Kapital vorhanden sei, aber kaum jemand die Bereitschaft aufbrächte, in alternativen Projekten unter dem Existenzminimum zu arbeiten. Kurz: "Ist's Geld da, fehlen die Leut' und sind's Leut' da, fehlt's Geld." 30) Langfristig überle- ben könnten die Projekte nur, wenn eine größere Vernetzung er- reicht würde. Schwendter erwartet in den nächsten fünf bis sieben Jahren folgende größeren Vernetzungen: Anthroposophen, AAO, Frau- enbewegung und zwei bis vier Zusammenhänge der unabhängigen Lin- ken. 31) Der mit "Vernetzung" verharmlosend beschriebene Prozeß der Konzentration und Zentralisa-tion der Projekte wird zu einer neuen Machtfülle führen. Wie mit dieser Macht umzugehen ist und wie sie gebraucht werden soll, wird nicht thematisiert. Behindert werde die Vernetzung durch die Konkurrenz zwischen den subkulturellen Einzelkapitalen untereinander, die sich direkt in ideologischen Auseinandersetzungen ausdrücke. 32) Burckert 33) kritisiert mit Recht, daß die strenge Ableitung des Bewußtseins der Projektmitglieder aus ihrer alternativökonomischen Lage der Auseinandersetzung mit Alternativprojekten nicht gerecht wird. Wie anders ließen sich sonst die unterschiedlichen weltanschauli- chen Positionen in den Projekten erklären? Alternative Projekte sind entstanden durch die Unfähigkeit des Kapitalismus, die Ar- beit für alle Gesellschaftsmitglieder sicherzustellen, und aus der Suche der "Marginalisierten" nach individuellen Ausweichstra- tegien, solange gesamtgesellschaftliche Alternativen nicht er- kennbar sind. Daß sich Alternativprojekte unter ökonomischen Ge- sichtspunkten kaum rentieren, war oft am Anfang klar. Ideologisch steht für die meisten Projektmitglieder das Motiv des Ausstiegs aus der Fremdbestimmung und die Suche nach sinnvoller Arbeit im Vordergrund. Man muß die Alternativprojekte insofern als eine Form ideologischer wie materieller Reaktion auf die Krisenpro- zesse des Kapitalismus interpretieren, in denen sich die Suche nach Elementen einer neuen Gesellschaft ausdrückt. Wie stellt sich die AG SPAK die Bekämpfung des größten "sozialen Problems" unserer Zeit, der Arbeitslosigkeit, vor? Willy Bierter und Ernst von Weizsäcker schlagen in einem Aufsatz Strategien zur Überwindung der Arbeitslosigkeit vor. 34) Ausgehend von der These, daß Konjunkturförderung die Arbeitslosigkeit nicht mehr reduziere, entwickeln sie auf die Ebenen der arbeitsintensiven Technologie und der Verkürzung der Lebensarbeitszeit bezogene Konzeptionen. Sie kritisieren den Trend zur Großtechnologie und leiten daraus die Notwendigkeit einer angepaßten, arbeitsintensi- ven Technologie ab. Das Problem sind die hohen Arbeitskraftko- sten. Sie fordern deshalb eine direkte Subventionierung dieser Produktionssysteme "mit hoher Arbeitsbefriedigung, Umweltschonung und verminderten Infrastrukturkosten". Weiter erwarten sie, daß "Feierabendarbeitskräfte" oder Teilzeitarbeitskräfte, die beim Staat oder in der Industrie nur eine bescheidene Existenzsiche- rung haben, allein aufgrund der besseren Qualität der Arbeit in die Projekte einsteigen. Bei der gerechten Verteilung des Ar- beitsvolumens lehnen sie die generelle Einführung von Arbeits- zeitverkürzungen als ein zu unflexibles, den Bedürfnissen von Lohnarbeitern und Unternehmern nicht hinreichend Rechnung tragen- des Instrument ab. 35) Sie loben die "solidarische Auffassung" mancher Gewerkschaften, bei künftigen Tarifverhandlungen die Lohnzuwächse nicht zu maximieren, wenn Arbeitsplätze geschaffen oder abgesichert werden könnten. 36) Statt dessen halten sie die "flexible Teilzeitbeschäftigung" für einen entscheidenden Beitrag zur Lösung des Arbeitsplatzproblems. 37) Eine Problematisierung der Teilzeitarbeit erfolgt nicht. Die Autoren übersehen, daß es sich bei den heutigen Teilzeitarbeitsplätzen mehrheitlich um psy- chisch und physisch stark belastende Arbeitsplätze handelt, daß sie der Arbeitsintensivierung dienen, daß die erreichten Löhne und Gehälter durchweg am Ende der Verdiensthierarchie stehen und die Sozialleistungen (Rentenversicherung, Arbeitslosenversiche- rung u.a.) unzureichend sind. 38) Von der Gesamtheit und der Kombination von Konjunkturpolitik, freiwilliger Teilzeitarbeit, arbeitsintensiver, dezentralisierter Technologie und Organisation erwarten die Autoren das Entstehen einerseits einer Sekundärökonomie mit handwerklicher, moderner Kleintechnologie und hoher Arbeitsbefriedigung und andererseits einer Primärökonomie mit hochproduktiver Technik. Zur Durchset- zung dieser Strategie sei die politische Mobilisierung von Ar- beitslosen, Umweltschützern, Frauen, Jugendlichen, Studenten und "Politikern und politisch Interessierten aller Gruppen, die die Unbezahlbarkeit künftiger Soziallasten vor Augen haben", 39) not- wendig. Aber führt eine Strategie, die schwerpunktmäßig auf den Sektor der Sekundärökonomie setzt und Arbeitslose auf diesen Sek- tor orientiert, nicht de facto zu einer Kapitulation vor dem Pro- blem Massenarbeitslosigkeit, weil dort nur sehr wenige Ar- beitsplätze geschaffen werden können, die zudem ständig bedroht sind? Daß eine solche Politik ausgerechnet in einer "Einheitsfront" von Arbeitslosen bis Heiner Geißler verwirklicht werden soll, desorientiert nicht nur beim Kampf gegen die Rot- stiftpolitik der Rechtsregierung, sondern macht auch hilflos ge- genüber Vereinnahmungsversuchen von rechts! Kapitalistische Krise und Massenentlassungen verweisen auf Pro- duktionsverhältnisse ohne Zukunft. Die Suche nach Alternativen zur Sicherung der materiellen Reproduktion der aus dem kapitali- stischen Verwertungsprozeß Herausgefallenen und der dabei zum Ausdruck kommende Gedanke der Selbsthilfe verdienen Unterstüt- zung. Wertvoll sind die Hinweise auf das Was und Wie der Produk- tion, die Frage nach der Qualität der Arbeit. Insoweit können die Arbeiten der AG SPAK zur alternativen Ökonomie wichtige Erfahrun- gen vermitteln. Aber: Wie lassen sich diese Ansprüche für alle Gesellschaftsmitglieder verwirklichen? Wo liegt die demokratische gesamtwirtschaftliche Alternative? Ein politisch-strategisches Gesamtkonzept, das auf die Überwindung von Produktionsverhältnis- sen zielt, die sämtliche produktiven Tätigkeiten der Menschen, die Wissenschaft, Technik und Kultur den Interessen einer kleinen Minderheit kapitalistischer Eigentümer unterordnen, sucht man bei der AG SPAK vergebens. Die Auflösung der gesellschaftlichen Klas- sen und Schichten in ein Konglomerat von Subkulturen übersieht, daß alle Arbeiter, Angestellten und Arbeitslosen von den ökonomi- schen, sozialen und ökologischen Folgen des Profitsystems betrof- fen sind. Hier liegt die objektive Grundlage gemeinsamen Handelns und gemeinsamer Ziele. Einen Ansatzpunkt dazu bietet die gewerk- schaftliche Forderung nach der 35-Stunden-Woche bei vollem Lohn- ausgleich, die die Forderung nach sinnvoller Arbeit, nach einer am gesellschaftlichen Bedarf ausgerichteten Produktion mit dem Recht auf Arbeit verbindet. Hier liegen Elemente einer wirklich alternativen Ökonomie. Einigkeit besteht mit Marxisten in der Forderung nach sinnvoller, nicht fremdbestimmter Arbeit. Es ist jedoch radikaler nach den gesellschaftlichen Voraussetzungen sinnvoller Arbeit für alle zu fragen. 3.2 Armut und Sozialstaat ------------------------- Die krisenhafte gesellschaftliche Entwicklung in der Bundesrepu- blik hat jene Theoreme zu Makulatur werden lassen, die die rela- tiv krisenfreie Entwicklung der Nachkriegszeit in eine Entwick- lung zum Wohlfahrtsstaat uminterpretieren wollten. Die Armut in einem der reichsten Länder der Welt wächst. 40) Als historisch angelegter Versuch einer Analyse der gegenwärtigen Armut mit dem Ziel, Alternativen zu entwickeln, kann die von Norbert Preußer herausgegebene vierbändige Textsammlung "Armut und Sozialstaat" angesehen werden. 41) Der erste Band enthält eine Darstellung der Konzepte und Struktu- ren der Sozialpolitik seit 1945. Im Einleitungstext begründet der Herausgeber in Auseinandersetzung mit Einwendungen von rechts und links seine Sozialstaatskonzeption: Sozialpolitik müsse begriffen werden als Ergebnis sozialer Kämpfe, die geprägt sind vom Wider- spruch zwischen fortschreitender Vergesellschaftung und den Re- striktionen kapitalistischer Aneignungsverhältnisse. Preußer - selbst Sozialarbeiter und aktiver Gewerkschafter - entwirft auch Perspektiven einer fortschrittlichen Sozialpolitik, um der Aus- grenzung der Armutsbevölkerung aus den Lebensverhältnissen der Arbeiterklasse entgegenzuwirken. In den Verteilungskämpfen zwi- schen Kapital und Arbeiterklasse dürfe man sich nicht nur auf Lohn- und Tarifforderungeh konzentrieren, sondern müsse Qualität und Quantität staatlicher Sozialleistungen einbeziehen. Eine fortschrittliche Strategie der Arbeiterbewegung habe sich auf eine Zunahme staatlicher Sozialleistungen bei gleichzeitiger Zu- rückdrängung ihres "selektiven Charakters" zu richten. Organisa- torisch sei eine aktive Institutionalisierung der Sozialverwal- tung und eine basisnahe Verankerung der sozialen Dienste erfor- derlich. 42) Die folgende Quellensammlung vereinigt grundlegende Texte zur Funktion und Struktur des Sozialstaates (u.a. Talos, Lenhardt/Offe) mit der exemplarischen Darstellung konservativer (u. a. Geißler, Glazef), liberaler (Schreiber, Crosland) und fortschrittlicher (Leibfried, Danckwerts) Konzepte der Sozialpo- litik. Der zweite Band trägt den Untertitel "Herkunft und Ent- wicklung des Systems der sozialen Sicherung bis 1870". Einer Ein- leitung des Herausgebers zur "Ideologiegeschichte der bürgerli- chen Armenpflege und Sozialpolitik in Deutschland" folgen sorg- fältig ausgewählte Quellentexte zur Armenpolitik dieser Zeit (u.a. von Malthus, Gotthelf, Prince-Smith). Der dritte Band be- handelt die Entwicklung des Systems der sozialen Sicherung von 1870-1945 und bietet die Quellentexte historisch gegliedert nach: - Armenpflege und Sozialpolitik in der Epoche des Deutschen Impe- rialismus (1871-1918); - Sozialpolitik in der Weimarer Republik (1919-1932); - Sozialpolitik des deutschen Faschismus (1933-1945). In der Form von historiographischen, ökonomisch-klassenanalyti- schen und ethnographischen Untersuchungen werden im vierten Band "Nachrichten aus der gefahrvollen Welt der unteren Klassen" aus den letzen 150 Jahren zusammengetragen. Mit dem vierbändigen Werk "Armut und Sozialstaat" ist eine sehr informative Quellensammlung zur Geschichte der Sozialpolitik ge- lungen. Die Berücksichtigung aktueller Prozesse scheint jedoch dringend geboten. Die zunehmende Vergesellschaftung vollzieht sich heute in starkem Maße auf dem Wege der Privatisierung sozi- aler Leistungen. Diese neue "Entwicklungsvariante" muß analysiert werden, weil sie die demokratische Bewegung vor neue strategische und taktische Aufgaben stellt. *** Die AG SPAK hat eine Vielzahl von beachtenswerten und realisti- schen Alternativvorstellungen in den Arbeits- und Projektberei- chen erarbeitet. Es gibt aber keine demokratische Forderung, keine Alternative, die sich kraft ihrer überzeugenden Logik und ihres vernünftigen Inhalts durchsetzen würde. Notwendig wäre die Integration der gewonnenen Erkenntnisse in eine gesamtgesell- schaftliche Alternativstrategie. Die Einsicht in die Bedeutung einer antimonopolistischen Gegenmacht wird jedoch dadurch ver- stellt, daß das systemoppositionelle Potential in verschiedene Subkulturen aufgelöst und die aus ihrer objektiven Stellung er- wachsende gesellschaftsverändernde Potenz der Arbeiterklasse nicht gesehen wird. Da sich gesamtgesellschaftliche demokratische Veränderungen derzeit nicht oder nur sehr begrenzt durchsetzen lassen, erfolgt bei der AG SPAK ein "Abtauchen" in die Verände- rung der engeren Umwelt (z.B. in alternativen Projekten). Ansätze zur Veränderung der sozialen Lage der Masse der Bevölkerung gera- ten aus dem Blickfeld. Damit ist der Anspruch, auch auf das ge- samtgesellschaftliche Kräfteverhältnis einzuwirken, wohl kaum wirklich einzulösen. Nachteilig macht sich schließlich das Fehlen einer Analyse der Rechtsregierung und ihrer Politik bemerkbar. Die Umverteilungspo- litik dieser Regierung im Reproduktionsbereich hat jedoch so ne- gative Folgen, daß die Zusammenarbeit mit anderen Linkskräften für die AG SPAK zu einer Überlebensfrage werden könnte. Ihre Al- ternatiworstellungen bieten hierzu eine Reihe von Ansatzpunkten. _____ 1) AG SPAK, Faltblatt, o.O. o.J. 2) Obdachlosenarbeit in der BRD. Trendlinien kommunaler Obdachlo- senpolitik, Projekterfahrungen, Handlungsanleitungen zur Zusam- menarbeit mit Obdachlosen, Materialien (M) 28, West-Berlin 1977, S. 198. 3) So die AG SPAK in einer Selbstdarstellung. 4) AG SPAK, Aufbau und Ziele. Faltblatt, o.O. o.J. 5) H. Schulze (Hrsg.), Volkserziehung in Lateinamerika. Von der Theorie Paulo Freires zur politischen Praxis der Unterdrückten, Materialien 33; Schimpf-Herken, Erziehung zur Befreiung? Paulo Freire und die Erwachsenenbildung in Lateinamerika, M 42, West- Berlin 1979; H. Schulze, Sozialarbeit in Lateinamerika. Solidari- sieren - nicht integrieren, M 53, West-Berlin 1983. 6) R. Knauer, E. Krohn, P. Höner, Lernen geht auch anders. Reader zu Alternativ-Schulen und Alternativpädagogik, M 39, West-Berlin 1979. 7) Vgl. A. Herrenknecht, D. Leeke (Hrsg.), Jahrbuch der Provinz- arbeit, o.O. o.J. 8) Vgl. KOST (Hrsg.), Einschätzungen, Berichte, Literatur zu Ju- gendwohngemeinschaften, AG SPAK Publikationen. Zu den Alternati- ven der Heimerziehung: P. Bosch, Fürsorgeerziehung. Heimterror und Gegenwehr, Frankfurt 1971. Autorenkollektiv (Ahlheim u. a.), Gefesselte Jugend, Fürsorgeerziehung im Kapitalismus, Frankfurt 1971. 9) Vgl. Seminarzeitung "Alternative Ökonomie" der AG SPAK, Tagung vom 16.-31. Juli 1983 in Altenmeile (hektographiert). 10) R. Schwendter (Hrsg.), Zur Alternativen Ökonomie, 3 Bde, West-Berlin 1975-1979 (M 19, 29, 35). 11) Vgl. Leisen/Trabert, Selbsterfahrung. Ein Weg für Nichtbehin- derte zum besseren Verständnis des Behinderten, AG SPAK Publika- tionen. 12) Vgl. "Wandzeitung". Rundbrief für Jugendzentren, und: "Selbsthilfematerialien" für Jugendzentren (u. a. mit Literatur von und für Jugendzentren, Recht). 13) Th. Malinesen, The Politics of Abolition. Scandinavian Stu- dies in Criminology (4), Oslo 1974. 14) J. Staiber, Kriminalpolitik und Strafvollzug, M 34, West-Ber- lin 1978. 15) Vgl. Arbeitskreis Demokratische Psychiatrie (Hrsg.), Gegen die Logik der Aussonderung. Psychisches Leiden und Behinderung zwischen Ausschluß und Befreiung, M 58; Zur Darstellung von An- tipsychiatrieprojekten: R. Schwendter (Hrsg.), Jahrbuch der Psychiatrie I, M 54; K.E. Brill, Alternativen zum Irrenhaus. Auf der Suche nach einer veränderten Praxis, M 45; R. Schwendter (Hrsg.), Reader zur Psychiatrie und Antipsychiatrie, Bd. l, M 32; Zur Kritik an der Schizophrenie-Theorie: A. Stauth, Von wegen schizophren, M 56. 16) Vgl. zur Funktion der Sozialarbeit und zur Darstellung "linker" Theorien zur Randgruppenarbeit: M. Kühn, M. Preis, Wi- derstand aus der Hinterwelt, M 40, West-Berlin 1979. Eine sozial- pädagogisch angelegte Studie über Handlungsansätze zur Verände- rung der Lebensverhältnisse "Deklassierter": Hess-Diebacker, De- klassierte Arbeiterfamilien, M 43, West-Berlin 1980. Grundlegend für die Theoriebildung der AG SPAK: Obdachlosigkeit in der BRD, a.a.O., sowie eine Studie, deren Wert im wesentlichen in der Ar- gumentation gegen die Theorie des abweichenden Verhaltens liegt: N. Preußer, Empirie einer Subkultur, M 20, o.O. o.J. 17) Grundlegend: R. Schwendter, Theorie der Subkultur, Frankfurt a.M. 1978, 2. Auflage. 18) Vgl. N. Preußer, Anmerkungen zur Sozialstaatsdiskussion, in: N. Preußer (Hrsg.), Armut und Sozialstaat, Bd. l, M 48, München 1983, (2. Aufl.) S. 5-11. 19) R. Schwendter (Hrsg.), Zur Alternativen Ökonomie, a.a.O. 20) Rolf Schwendter studierte an der Universität Wien Rechtswis- senschaften, Staatswissenschaft und Philosophie. 1971-1974 Assi- stent am Institut für Politische Wissenschaften an der Universi- tät Heidelberg. Seit 1975 Hochschullehrer für Devianzforschung an der Gesamthochschule Kassel. 21) R. Schwendter, Zur Alternativen Ökonomie, Bd. 1, a.a.O., S. 1. 22) R. Schwendter, Zur Alternativen Ökonomie. Eine Kurzfassung, o.O. o.J., S. 4. 23) Ebd., S. 4. 24) Ebd., S. 9. 25) Ebd., S. 5. 26) Ebd., S. 10. 27) Ebd., S. 11. 28) Ebd., S. 9. 29) Ebd., S. 10. 30) Ebd., S. 8. 31) Ders., Zur Alternativen Ökonomie, Bd. 2, a.a.O., S. 257. 32) R. Schwendter, Zur Alternativen Ökonomie. Eine Kurzfassung, a.a.O., S. 11. 33) H. Burckert, Nachrichten aus dem Land der Regenwürmer. Anmer- kungen zu einem Modewort, drei Luftschlössern und zwei Büchern der AG SPAK, in: R. Schwendter (Hrsg.), Zur Alternativen Ökono- mie, Bd. 3, a.a.O., S. 109. 34) W. Bierter, E. v. Weizsäcker, Strategien zur Überwindung der Arbeitslosigkeit, in: R. Schwendter, Zur Alternativen Ökonomie, Bd. 2, a.a.O., S. 26-42. 35) Ebd., S. 38. 36) Ebd. 37) Ebd. 38) Vgl. Memorandum '83: Qualitatives Wachstum, Arbeitszeitver- kürzung, Vergesellschaftung. Alternativen zu Unternehmerstaat und Krisenpolitik, Köln 1983, S. 268-284. 39) W. Bierter, E. v. Weizsäcker, a.a.O., S. 40. 40) Vgl. Memorandum '84: Gegen soziale Zerstörung durch Unterneh- merherrschaft - Qualitatives Wachstum, 35-Stunden-Woche, Verge- sellschaftung, Bremen 1984, S. 5-31. 41) N. Preußer (Hrsg.), Armut und Sozialstaat. Bd. 1: Konzepte und Strukturen seit 1945, 2. Aufl., M 48, München 1983; Bd. 2: Herkunft und Entwicklung des Systems der sozialen Sicherung bis 1870, M 49, München 1982; Bd. 3: Die Entwicklung des Systems der sozialen Sicherung 1870-1945, M 50, München 1982; Bd. 4: Nach- richten aus der gefahrvollen Welt der unteren Klassen, M 51, Mün- chen 1983. 42) Vgl. ebd., Bd. l, S. 5-22. zurück