Quelle: Jahrbuch des Inst. für Marxist. Studien und Forschungen 09/1985


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ÖKONOMISCHE STRUKTUREN IM WANDEL

Basistrends und Entwicklungsvarianten ------------------------------------- Jörg Huffschmid 1. Befund: Massenarbeitslosigkeit im Aufschwung - 2. Hinter- gründe: Basistrends ökonomischer Anpassung - 2.1. Der Grundpro- zeß: Historische Tendenz zur Überakkumulation - 2.2 Anpassung durch Monopolisierung - 2.3 Anpassung durch internationale Expan- sion - 2.4 Anpassung durch neue Technologien - 2.5 Anpassung durch staatliche Regulierung - 3. Perspektiven: Varianten der Entwicklung - 3.1 Variante 1: der antietatistisch-aggressive Weg - 3.2 Variante 2: der etatistisch-reformistische Weg - 3.3 Vari- ante 3: der antimonopolistische Weg 1. Befund: Massenarbeitslosigkeit im Aufschwung ----------------------------------------------- Veränderungen in Strukturen und in wesentlichen Zusammenhängen der wirtschaftlichen Entwicklung schlagen sich auch im Verlaufs- muster der zyklischen Krisen nieder. In der BRD zeigen sie sich seit fast 10 Jahren besonders in anomalen Erscheinungen der kon- junkturellen E r h o l u n g: - Das W a c h s t u m des Sozialproduktes und der Industriepro- duktion war schon im Aufschwung 1976-1979 deutlich schwächer als in allen früheren Erholungsphasen; es blieb in der jüngsten kon- junkturellen Belebung ab 1983 noch einmal weit hinter den Werten in der zweiten Hälfte der 70er Jahre zurück. 1) - Die Konkurse haben in den letzten beiden zyklischen Besserungs- phasen nicht - wie in früheren Zyklen - ab-, sondern weiter zuge- nommen. Sie lagen 1984 mit 16 760 Fällen um 5,6 Prozent höher als im Krisenjahr 1982. 2) - Vor allem aber entwickelte sich die Arbeitslosigkeit nicht "konjunkturgerecht": Sie ging von 1975-1979 um nur knapp 20% (von 1,074 Mio. auf 0,876 Mio.) zurück, während sie von 1973-1975 auf ungefähr das Vierfache (von 273000 auf 1,074 Mio.) gestiegen war. 1980 lag die Zahl der registrierten Arbeitslosen fast sechsmal so hoch wie auf dem Höhepunkt des Aufschwungs nach der Krise 1966/67 und gut dreimal so hoch wie vor der Krise 1974/75. 3) 1983 ist sie trotz konjunktureller Besserung sogar um 23% gestiegen, im vergangenen Jahr hat sie trotz Beschleunigung des Wachstums er- neut zugenommen. 4) Sie wird am Beginn des nächsten zyklischen Abschwungs erheblich höher liegen als zu Beginn des Aufschwungs. Diese drei Erscheinungen hängen zusammen: Wenn die Erholung schwach bleibt, das Wachstum der Produktion nicht über das der Produktivität hinausgeht, kann auch die Zahl der Arbeitslosen nicht abnehmen. Die Triebkräfte des Aufschwungs stoßen bald ins Leere, denn die kaufkräftige Nachfrage bleibt aus, die sie stabi- lisieren und weiterführen könnte. Die Verbesserung der Gewinnlage breitet sich nicht über die gesamte Wirtschaft aus, schwache Un- ternehmen werden von ihr nicht erfaßt, die Zahl der Zusammenbrü- che steigt weiter. Beides bremst das Wachstum; der Aufschwung bleibt schwach und anfällig, ehe er in einen neuen Abschwung übergeht. Der s p o n t a n e Mechanismus der Überwindung von Entwick- lungsblockierungen durch die "Selbstreinigungskräfte" der zykli- schen Krise funktioniert immer weniger, seine Defekte nehmen zu. Ebenso mangelhaft funktioniert die p o l i t i s c h e Regulie- rung der ökonomischen Entwicklung: Weder haben die zaghaften Ver- suche ökonomischer Gegensteuerung nach keynesianischen Konzepten - vor allem das Zukunftsinvestitionsprogramm von 1977 bis 1980 - vermocht, die zyklische konjunkturelle Erholung in ein halbwegs stabiles Wachstum zu überführen, noch hat die Wende zu einer Po- litik des rigorosen Sozialabbaus, der forcierten Umverteilung und der Verbesserung der politisch-ökonomischen Rahmenbedingungen für das private Kapital den auf Stagnation programmierten Trend umge- dreht. Welche Wandlungen in den ökonomischen Grundstrukturen si- gnalisiert das neue Verlaufsmuster des Zyklus? Die grundlegende Steuerungsgröße der kapitalistischen Ökonomie hat sich offen- sichtlich nicht verändert: Sowohl die Unternehmer als auch die staatlichen Apparate orientieren ihre Strategien auf die Auswei- tung und Stabilisierung des privaten Profits. Verändert hat sich aber - so die These - die Dichte und Festigkeit des Zusammenhan- ges zwischen Kapitalverwertung und gesellschaftlicher Reproduk- tion. Zwar ist dieser Zusammenhang nie eine bewußte Richtgröße einzelkapitalistischer Verwertungsstrategien gewesen, und sie ist auch nicht Zielgröße staatlicher Wirtschaftspolitik: Das Grundge- setz der kapitalistischen Produktionsweise ist die höchstmögliche Produktion von Mehrwert und Aneignung von Profit. Insofern rich- ten sich privatkapitalistische und staatliche Strategien der Ka- pitalverwertung nie direkt auf die Herstellung nützlicher Güter, die Bereitstellung ausreichender Einkommen und die Sicherung von Beschäftigung und sozialer Versorgung der Lohnabhängigen. Fak- tisch kann Kapitalverwertung jedoch nur gelingen, wenn ein Be- dürfnis nach den produzierten Waren besteht und wenn kaufkräftige Nachfrage vorhanden ist. Kapitalverwertung erfordert die Erfül- lung stofflicher Voraussetzungen und kreislaufmäßiger Zusammen- hänge, die mit zunehmender Entwicklung des gesellschaftlichen Le- bensniveaus und der Produktivkräfte komplizierter werden. Inso- fern reflektiert die Behauptung, daß "die Gewinne von gestern die Investitionen von heute und die Arbeitsplätze von morgen" sind, nicht in erster Linie eine offensichtlich widerlegte Propagan- dalüge, sondern grundlegende Zusammenhänge jeder kapitalistisch verfaßten Wirtschaft, die allerdings in der Gegenwart deformiert auftreten und an bestimmten Stellen weitgehend gelockert sind. Die Höhe der Akkumulation (und davon abgeleitet die der Produk- tion) richtet sich nach der Höhe des als Profit angeeigneten Mehrwerts; und die Höhe der Beschäftigung ist eine - wenn auch wegen der steigenden organischen Zusammensetzung des Kapitals ab- nehmende - Funktion der Akkumulation. 5) Nicht die prinzipielle Existenz, sondern die Dichte dieses Zusam- menhanges ist jedoch für die aktuelle Analyse und die Einschät- zung der Entwicklungsperspektive des Kapitalismus in der BRD ent- scheidend. Schematisch gesprochen: In früheren Phasen kapitali- stischer Entwicklung blieb die Erzielung von Profit eng an Pro- duktion und Verkauf von Konsumgütern und Produktionsmitteln ge- bunden, Stagnation oder Rückgang der Nachfrage führten zu Krisen der Produktion, der Akkumulation und des Profits. Verbesserungen der Akkumulations- und Profitbedingungen zogen das Wachstum von Produktion und Beschäftigung nach sich (wenn auch oft verzögert und in immer geringerem Maße). Heute ist dieser Zusammenhang loc- kerer und mittelbarer geworden: Es gibt einen neuen Typ von Ge- winnverwendung 6) - als Finanzinvestition - und von Realakkumula- tion 7) - Rationalisierungsinvestition ohne Beschäftigungsef- fekte. Weder führen daher steigende Profite zwangsläufig zu ent- sprechend mehr Realinvestitionen, noch sind mehr Investitionen zwangsläufig mit mehr Beschäftigung verbunden. Es ist möglich, mehr Profit mit weniger Akkumulation zu erzielen und mehr Akkumu- lation mit weniger Beschäftigung durchzuführen. Die Bindungen zwischen Kapitalverwertung und gesellschaftlicher Reproduktion sind lockerer geworden, und daraus ergibt sich eine Abnahme der K o h ä r e n z der ökonomischen Entwicklung: Indem Profiter- zielung weniger streng an bestimmte stoffliche Bedingungen und kreislaufmäßige Proportionen gebunden ist, bleiben diese in grö- ßerem Maße zufällig und für andere Bestimmungsgründe offener als früher. Dieser Zerfall der materiellen Kohärenz ökonomischer Reproduktion ist ein Hauptzug der Wirtschaft aller kapitalistischen Gesell- schaften der Gegenwart. Er ist Resultat der historischen Entwick- lung des Kapitalismus und seiner Widersprüche: Deren überzykli- sche Entfaltung führt zu längerfristigen Blockierungen; diese ru- fen überzyklische Anpassungsreaktionen hervor, die die Struktur des Kapitalismus verändern und neue strategische Optionen eröff- nen. Die ökonomischen Strukturen und die Entwicklungsperspektive des Kapitalismus in der BRD von heute sind durch die Überlagerung mehrerer solche Anpassungsreaktionen, die selbst den Charakter von Basistrends erhalten, geprägt. Sie sollen kurz im Hinblick auf ihre Wirkungen für die Lockerung des Zusammenhangs zwischen Kapitalverwertung und materieller gesellschaftlicher Reproduktion skizziert werden. Anschließend werden dann verschiedene Perspek- tiven der Entwicklung und Gestaltung der materiellen ökonomischen Reproduktion diskutiert. 2. Hintergründe: Basistrends ökonomischer Anpassung --------------------------------------------------- 2.1 Der Grundprozeß: Historische Tendenz zur Überakkumulation ------------------------------------------------------------- Kapitalistische Reproduktion bedeutet in der Hauptsache Produk- tion und Akkumulation von Mehrwert auf der Grundlage des Privat- eigentums an Produktionsmitteln und unter dem Druck einzelwirt- schaftlicher Konkurrenz. Die Entdeckung neuer Wege und die Ent- wicklung neuer Methoden zur Produktion von Mehrwert und der Zwang, einen möglichst großen Teil dieses Mehrwerts wieder zu ak- kumulieren, führen zu Überakkumulation, die den Kern kapitalisti- scher Widersprüche ausmacht: Der zu verwertende Kapitalstock wächst schneller als der produzierbare Mehrwert bzw. die anzueig- nende Profitmasse. Mehrwert wird produziert, aber nicht mehr als Profit realisiert: Überproduktion. Oder er wird gar nicht mehr produziert, weil absehbar ist, daß er nicht als Profit realisiert werden kann: Überinvestition bzw. Überkapazität. Die periodische Krise ist der Mechanismus der Selbstreinigung. Überproduzierte Waren sowie überakkumuliertes Kapital werden vernichtet oder ent- wertet, die krisenauslösenden Faktoren also beseitigt. Auch dies geschieht in der Konkurrenz; jedes Kapital versucht, dem anderen den Verlust zuzuschieben und selbst ungeschoren davonzukommen. In der Anarchie der Konkurrenz schießt die Selbstreinigung über das Ziel der Anpassung an stimmige Proportionen hinaus. Diese Überre- aktion ist Ausgangspunkt für den nächsten Aufschwung usw. usf. Im zyklischen Auf und Ab entwickeln sich die stofflichen Haupt- tendenzen und überzyklischen Widersprüche des Kapitals: Die Ent- faltung der Produktivkräfte und der Größenordnungen der Produk- tion sind historisch nicht reversible Prozesse; ebensowenig um- kehrbar sind Konzentration und Zentralisation des Kapitals als die Formen, in denen Produktivkraftentwicklung auf kapitalisti- sche Weise organisiert wird. Wachsende Größenordnungen der Pro- duktion und zunehmende Komplexität des gesellschaftlichen Repro- duktionsprozesses erfordern aber auch zunehmende Effizienz im Re- gulierungspotential. Die einfache Marktsteuerung reicht dazu im- mer weniger aus; und die Korrektur ökonomischer Fehlentwicklungen durch die zyklische Reinigungskrise verliert an Leistungskraft. Die Grundtendenz der historischen Entwicklung des Kapitalismus läuft daher auf chronische und historisch a n s t e i g e n d e Überakkumulation hinaus. 8) Gegenüber dieser Grundtendenz hat das Kapital im Laufe der letz- ten 100 Jahre Anpassungsmechanismen und Gegenstrategien entwic- kelt. Sie haben die historische Entwicklung des Kapitalismus und seine heutigen Strukturen wesentlich geprägt. 9) 2.2 Anpassung durch Monopolisierung ----------------------------------- Die grundlegende Anpassung des Kapitals an die überzyklischen Probleme der Kapitalverwertung besteht in den Strukturveränderun- gen im Laufe historischer Konzentrations- und Zentralisationspro- zesse. 10) Die Herausbildung systematischer Strukturdifferenzie- rungen im Gesamtkapital konnte von den begünstigten Großunterneh- men dazu genutzt werden, sich aufgrund des bloßen ökonomischen Gewichts und der damit gegebenen Möglichkeit zur Mobilisierung außerökonomischer Macht einen bevorzugten Zugriff auf die Phasen und Bereiche der kapitalistischen Reproduktion - Beschaffung von Geld, Produktionsmitteln und Arbeitskräften, Umfang und Technolo- gie der Produktion, Absatz der Waren - zu verschaffen. Die damit verbundenen Verwertungsvorteile des Großkapitals haben seine gün- stigere Position im Vergleich zu anderen Kapitalen weiter verfe- stigt, ausgebaut und zu einer stabilen strategischen Größe werden lassen. Das Monopolkapital wurde zum dominanten Sektor der Ökono- mie und ist es bis heute. Durch den Einsatz seiner ökonomischen und außerökonomischen Hebel und Machtmittel ist es zum einen in der Lage, materielle Ressour- cen in allen Bereichen der Gesellschaft in seinem Interesse, d. h. für seinen Profit zu mobilisieren, einen Tribut von der ge- samten Gesellschaft zu erheben und so der in der langfristigen Überakkumulation liegenden Stagnationstendenz entgegenzutreten. Die Verschmelzung von Industrie- und Bankmonopolen zum Finanzka- pital sowie die Ausweitung der Finanzsektoren in der Wirtschaft eröffnen ihnen zum anderen in verstärktem Maße die Möglichkeit, sich zu verwerten, ohne in den produktiven Bereich investiert zu haben. Finanzinvestitionen werden zu einer attraktiven Alterna- tive zu Realinvestitionen, insbesondere dann, wenn deren Rendite eben wegen der chronischen Überakkumulation unter Druck steht. 11) 2.3 Anpassung durch internationale Expansion -------------------------------------------- Ein wesentliches Grundmuster kapitalistischer Reaktion auf über- zyklische Verwertungsschwierigkeiten ist die äußere Expansion. Seit der Herausbildung des Imperialismus ist sie untrennbar - wenn auch mit wechselnder Intensität - mit der Entwicklung des Kapitalismus verbunden. Internationalisierung der Zirkulation - internationaler Waren-, Geld- und Kapitalverkehr - und Interna- tionalisierung der Produktion sind dabei zum einen Ausdruck eines Prozesses "echter" (wenn auch kapitalistisch verzerrter) interna- tionaler Arbeitsteilung und insofern Bestandteil von Vergesell- schaftungsprozessen in internationalen Dimensionen. 12) Sie sind aber zum anderen auch Ausdruck ökonomischer Konkurrenz und Expan- sionsstrategien, die nur in geringem Maße, teilweise gar nicht mit Spezialisierung und Vergesellschaftung einhergehen. 13) Auch hier findet eine Entkoppelung statt: Während internationale Ex- pansion als kapitalistische Form von Arbeitsteilung und Verge- sellschaftung - insbesondere zwischen Ländern unterschiedlichen Entwicklungsniveaus und unterschiedlicher Ausstattung und Produk- tionsstruktur - früher wesentlich mit der Entwicklung der landes- spezifischen Ressourcen und Produktivkräfte, also mit der Entfal- tung der materiellen ökonomischen Reproduktion verbunden war, wird dieser Zusammenhang mehr und mehr aufgelöst: Die Zunahme des i n t r a i n d u s t r i e l l e n Handels sowie die Konzentra- tion des Kapitalexportes kapitalistischer Metropolen auf andere kapitalistische Metropolen deuten in diese Richtung 14) (wenn auch andere stoffliche Bestimmungsgründe wie etwa das Vorhanden- sein entsprechender Infrastrukturen und entwickelter Märkte nicht unterschätzt werden dürfen). In dem Maße, wie die internationale Expansion aufhört, neue "Netto-Quellen" für die Produktion von Mehrwert und für die An- eignung von Profit zu erschließen, wird sie zum Nullsummenspiel für die Gesamtheit der beteiligten Wirtschaften. Sie kann und wird den dominierenden Konzernen - wie im nationalen Rahmen auch - international Vorteile und Extraprofite bringen; gleichzeitig durchkreuzt dies den reproduktiven Zusammenhang einer historisch im Rahmen eines Nationalstaates entwickelten National-Ökonomie. 2.4 Anpassung durch neue Technologien ------------------------------------- Produktivkraftentwicklung in umfassenden Dimensionen war von An- fang an ein bestimmender Grundzug kapitalistischer Wirtschaft. Forcierte Produktivkraftentwicklung hat sich historisch als ge- eignetes Mittel erwiesen, länger anhaltende Stagnations- und Kri- sentendenzen zeitweise zu überwinden. Allerdings haben sie in dem Maße, wie dies gelang - und wie die Akkumulation durch die Über- windung der Krise gefördert wurde -, jeweils auch den Grundstein für die nächste Krise gelegt. Gegenwärtig konzentriert sich die Einführung neuer Technologien in den Reproduktionsprozeß auf die Anwendung der Mikroelektronik, auf automatische Steuerung in den verschiedensten Variationen. Hierdurch wird - wie bei früheren Rationalisierungswellen etwa Mitte der 20er Jahre auch - in erheblichem Maße Arbeitskraft und in einigen Bereichen auch Kapital eingespart. Auf der anderen Seite hat das Kapital die neuen Technologien nicht in bemerkens- wertem Maße zur Erschließung neuer Bedarfsfelder nutzen können, auf die sich ein großer Strom privater oder öffentlicher Nach- frage richten würde. Neue Technologien werden vor allem zur Ver- fahrensinnovation, nicht zur Produktinnovation eingesetzt. 15) Ihr Arbeitseinspareffekt wird also nicht durch einen positiven Realnachfrageeffekt kompensiert. Daher ändert sich auch der Akku- mulationstyp: 16) An die Stelle der Erweiterungsinvestitionen treten vor allem Ersatzinvestitionen mit Rationalisierungswirkun- gen. Die hierbei entstehenden Stückkostensenkungen werden wegen der monopolistischen Positionen nicht in entsprechenden Preissen- kungen weitergegeben, sondern in steigende Stückgewinne verwan- delt. Rationalisierungsstrategien können so die Gewinnlage im re- levanten monopolistischen Sektor auch dann verbessern, wenn die Gesamtbeschäftigung und die Gesamtnachfrage zurückgehen. Der Ein- satz neuer Technologien erweist sich hier als Hebel zur Entkoppe- lung von Verwertung und gesellschaftlicher Reproduktion. 2.5 Anpassung durch staatliche Regulierung ------------------------------------------ Die Zunahme staatlicher Wirtschaftspolitik, die seit spätestens den 50er Jahren zum integralen Bestandteil des ökonomischen Sy- stems im heutigen Kapitalismus geworden ist, stellt eine Reaktion des Kapitals auf Stagnationstendenzen dar: Steigende Dimensionen des zu mobilisierenden Kapitals, zunehmender Umfang, wachsende Komplexität und "Vernetzung" wissenschaftlich-technischer Ent- wicklungsprozesse, neue Anforderungen an kapitalistische Koopera- tion usw. überfordern die finanziellen Ressourcen und die Organi- sationsfähigkeit einzelner Unternehmen. Die Bereitstellung mate- rieller und personeller Grundlagen und Infrastrukturen für die kapitalistische Verwertung nimmt einen wachsenden Anteil der ins- gesamt verfügbaren Ressourcen in Anspruch. Der nur kollektiv zu organisierende Unterbau der Kapitalverwertung gewinnt an Gewicht gegenüber dem Kern der privaten Kapitalverwertung. Auch die staatliche ökonomische Regulierung trägt durch ihre vor- dringliche Ausrichtung aktuell zur Entkoppelung von monopolisti- scher Profiterzielung und gesellschaftlicher Reproduktion bei: In der Stahlindustrie werden beispielsweise profitsteigernde Subven- tionen für die ersatzlose Vernichtung der materiellen ökonomi- schen Lebensgrundlagen von Zehntausenden von Menschen gezahlt. Ähnliche Entkoppelungstendenzen staatlicher Profitstrategie von ökonomischer Reproduktion enthält die vorgesehene Beteiligung der Bundesregierung am Forschungsprogramm zur Militarisierung des Weltraums. Staatliche Regulierung bezieht sich aber zu einem Teil auch auf Bereiche, in denen über den unmittelbaren Monopolbereich hinaus- gehende Voraussetzungen und Grundlagen geschaffen und entwickelt werden, die erforderlich sind, um die Verwertungsbedürfnisse auch des Monopolkapitals zu befriedigen. Viele staatliche Tätigkeiten weisen bei aller Ausrichtung auf privates Profitinteresse einen gewissen "spin-off- oder "spill-over"-Effekt auf: Die getroffenen Maßnahmen sind zwar in erster Linie gut für das Monopolkapital, aber sie sind nicht ausschließlich für das Monopolkapital gut, sondern gewährleisten auch eine gewisse Breite und Kohärenz ge- sellschaftlicher Reproduktion. Dies und der allgemeine politische Anspruch, mit dem jede staatliche Tätigkeit auftritt, bieten be- sondere Ansatzpunkte für politische Ansprüche und Eingriffe der Arbeiterbewegung, die auf eine Wiederherstellung einer breiteren Reproduktionsgrundlage hinzielen. Diese politischen Implikationen staatlicher Regulierung, auf die das Monopolkapital nicht ver- zichten kann, sind von seinem Standpunkt eine zweischneidige An- gelegenheit. Darum wechseln etatistische Phasen relativ weitrei- chender ökonomischer Regulierung durch den Staat mit antietati- stischen Phasen, in denen der Staat auf die Herstellung und Ge- währleistung optimaler politischer Rahmenbedingungen reduziert werden soll. 3. Perspektiven: Varianten der Entwicklung ------------------------------------------ 3.1 Variante 1: der antietatistisch-aggressive Weg -------------------------------------------------- Die erste Variante ökonomischer und politischer Anpassung an neue Probleme, die hier der antietatistisch-aggressive Weg genannt wird, 17) ist die intensivierte Fortsetzung der Politik der Wende, die seit Mitte der 70er Jahre begonnen und seit Beginn der 80er Jahre beschleunigt wurde und die mit dem Regierungswechsel im Herbst 1982 in voller Breite zum Durchbruch gekommen ist. Der Hauptinhalt ökonomischer Regulierungsversuche durch private und staatliche Strategien erschöpft sich bei diesem Entwicklungstyp weitgehend in dem anachronistischen Muster rigoroser Umverteilung auf dem Wege klassenpolitischer Konfrontation, in erster Linie gegenüber den Gewerkschaften, aber auch gegen andere nichtmonopo- listische Schichten der Gesellschaft. Durch Einkommens- und Sozi- alabbau soll der ökonomische, durch die Einschränkung sozialer Schutz- und demokratischer Mitbestimmungsrechte der politische Spielraum für die Erschließung neuer Quellen der Mehrwertproduk- tion geschaffen und für die Aneignung von Profit erobert werden. Massenarbeitslosigkeit ist in dieser Strategie nicht nur Resultat ökonomischer Prozesse, sondern gleichzeitig politisches Instru- ment zur Schwächung aller sozialen Gegenbewegungen, also Durch- setzungshebel für die Strategie selber. 18) Die antietatistisch-aggressive Entwicklungsvariante verzichtet weitgehend auf umfassende S t r u k t u r- u n d e n t- w i c k l u n g s p o l i t i s c h e K o n z e p t i o n e n, durch die bestimmte gesamtwirtschaftliche Proportionen gewähr- leistet werden. Sie konzentriert sich auf die Schaffung günstiger ökonomischer und politischer R a h m e n b e d i n g u n g e n für das Kapital und geht davon aus, daß sich vor diesem Hintergrund die "Kräfte der Wirtschaft" optimal entfalten und die besten ökonomischen Ergebnisse und Proportionen herstellen. Faktisch läuft diese Enthaltsamkeit politischer Regulierung auf die Auslieferung der Wirtschaft - und des Staates - an die je- weils stärksten Monopole und Monopolgruppen hinaus. Sie profitie- ren nicht nur am stärksten von den günstigen Rahmenbedingungen; sie sind auch in der Lage, ihre jeweils partikulären Einzelinter- essen über Einflußnahme auf und partielle Verflechtungen mit dem Staat als Allgemeininteresse auszugeben und in nationale Entwick- lungsprogramme umzusetzen. Für die Entwicklung der K a p i t a l s t r u k t u r e n setzt die antietatistische Entwicklungsvariante eine Welle neuer Kon- zentrations- und Zentralisationsprozesse in Gang. Dabei zeichnen sich neue Strukturen ab. Während von Mitte der 60er bis Mitte der 70er Jahre vertikale Großfusionen (vom Typ Thyssen-Rheinstahl oder Mannesmann-Demag) das Zentralisationsgeschehen stark präg- ten, 19) standen die folgenden 10 Jahre mehr im Zeichen der Ar- rondierung der Macht einiger Großkonzerne, die sich massenhaft kleinere Konkurrenten angliederten (so vor allem im Brennstoff- und im Einzelhandel). 20) Die kommenden Jahre könnten demgegen- über durch die Formierung von neuen Großkonzernen auf horizonta- ler Ebene gekennzeichnet sein: Die Schaffung von ein oder zwei Unternehmen im Bereich des Schiffbaus wie der Stahlerzeugung steht ebenso auf der Tagesordnung wie die stärkere Zentralisation der Rüstungsindustrie um MBB und den neuen "Technologiekonzern" Daimler-Benz. Trotz der gesamtwirtschaftlichen Enthaltsamkeit staatlicher Regu- lierungskonzeption spielt der Staat als Subventionszahler und als regionalpolitischer Organisator eine wichtige Rolle. Die wesent- liche Funktion, die er im staatsmonopolistischen Kapitalismus nicht nur als Garant der Klassenverhältnisse, sondern auch als ökonomische Regulierungsinstanz ausübt, setzt sich auf diese Weise auch in der antietatistischen Entwicklungsvariante durch: Zwar macht der Staat keine gesamtwirtschaftliche Stahlpolitik, aber er zahlt für die Fusion der privaten Konzerne. Die Rüstungs- industrie wird nicht von der Bundesregierung durchstrukturiert, obgleich sie fast ausschließlich von der Bundesregierung bedient wird; aber die bayerische - und neuerdings auch die baden-würt- tembergische - Landesregierung sind auf diesem Gebiet als Finan- cier, stiller Teilhaber, Verhandlungspartner und politische Druckinstanz außerordentlich aktiv, 21) mit der Folge, daß regio- nale Disparitäten wie das "Nord-Süd-Gefälle" vertieft werden. Teile des Staatsapparates verflechten sich mit Teilen des Mono- polkapitals, die ihre spezifischen stofflichen Interessen als na- tionale oder regionale Entwicklungsprogramme ausgeben und durch- setzen können. Die P r o d u k t i v k r a f t e n t w i c k l u n g erfolgt in erster Linie nicht unter dem Druck der Anforderungen zur Sta- bilisierung des Gesamtsystems, sondern unter dem Druck einzelner mächtiger Monopolunternehmen, die allerdings mit dem Anspruch na- tionaler Interessenwahrung auftreten. Dies schlägt sich in zwei nur auf den ersten Blick widersprüchlichen Entwicklungslinien der Forschungsund Wissenschaftspolitik nieder: 22) Zum einen wird sie mehr auf die "indirekte Methode", d.h. die steuerliche oder zu- schußförmige Förderung jedweder Forschung umgestellt; was auf- grund der spezifischen Größen- und Machtstrukturen den Monopolen besonders zugute kommt. Andererseits werden nach wie vor spezifi- sche staatliche Forschungsschwerpunkte und -programme organi- siert, die auf die Interessen einzelner Monopole und Monopolgrup- pen ausgerichtet sind. Die Beteiligung der BRD am amerikanischen Forschungsprogramm für die Militarisierung des Weltraums ist hierfür exemplarisch: Die Folgen für die wissenschaftliche und technologische Entwicklung der BRD werden in der Breite negativ sein; 23) wenigen großen Rüstungs- und Elektronikkonzernen werden hierdurch jedoch auf viele Jahre Superprofite verschafft. Eine Erosion und Paralyse der wissenschaftlichen und technologischen Basis in der BRD wird die Folge sein. Hinsichtlich der s o z i a l e n S t r u k t u r ist die Her- ausbildung eines spätkapitalistischen Feudalismus die Perspektive des antietatistischen Entwicklungsweges: Die neue Armut 24) - heute schon Massenerscheinung in der BRD - wird sich weiter aus- breiten, die Zahl der Obdachlosen, Bettler und Sozialhilfeempfän- ger weiter steigen. Millionen Menschen werden als aus dem Be- schäftigungs- und Sozialsystem Ausgegrenzte gezwungen sein, in neuen, anachronistischen, ungeschützten, unterbezahlten und un- würdigen Arbeitsverhältnissen - als Würstchenverkäufer, Brötchen- austräger, Schuhputzer o.ä. - sich irgendwie am Leben zu erhal- ten. Stadtküchen, stinkende Straßen und verfallende Stadtviertel, heute schon Alltagserscheinung in den USA, werden auch in der Bundesrepublik zunehmen. Auf der anderen Seite ballt sich priva- ter Reichtum und Luxus in neuen, offen zur Schau getragenen Di- mensionen. Hier liegt aber auch ein zentrales ökonomisches Problem für die antietatistisch-aggressive Entwicklungsvariante: Einkommensverlu- ste und Armut als Massenerscheinung stellen auch Beschränkung von Massenkaufkraft und damit von Realisierungs- und Verwertungsmög- lichkeiten für das Kapital dar. Die Herstellung günstiger ökono- mischer und politischer Rahmenbedingungen bezieht sich fast aus- schließlich auf die Kostenseite der Mehrwertproduktion, nicht auf deren Realisierung. Diese kann nur durch eine stärkere Expansion an ausländischen Märkten - sowie Kapitalanlagefeldern - gewähr- leistet werden, selbstredend nicht für die Gesamtwirtschaft, son- dern für die zentralen transnational operierenden Monopole. Ein wesentliches Feld ökonomischer Regulierung ist neben der Schaf- fung günstiger allgemeiner Bedingungen im Inland die Schaffung ebenso günstiger Rahmenbedingungen für die Verwertung bundesdeut- scher Monopole im Ausland. Maßnahmen zur Stärkung der internatio- nalen Wettbewerbsfähigkeit, die Erschließung von Einflußzonen durch Kredit- und Entwicklungshilfepolitik ebenso wie verstärktes militärpolitisches Engagement zur Sicherung der "vitalen Interes- sen des freien Westens" gehören zum genuinen Instrumentarium der antietatistischen Variante der Regulierung. Es ist offensichtlich, daß dieser Weg internationaler Expansion zur harten Konfrontation führt: Gegenüber imperialistischen Kon- kurrenten, gegenüber Ländern der dritten Welt und gegenüber den sozialistischen Ländern, die einer globalen imperialistischen In- terventionspolitik im Wege stehen. Der Aggressivität des antieta- tistischen Weges nach innen entspricht also seine Aggressivität nach außen. 3.2 Variante 2: Der etatistisch-reformistische Weg -------------------------------------------------- Welches ist der Inhalt eines Strategiewechsels, zu dem die Bour- geoisie sich unter dem Druck der selbstzerstörerischen Wirkungen des antietatistischen Entwicklungsweges und des zunehmenden Wi- derstandes hiergegen veranlaßt sehen kann? Der neue Entwicklungs- weg würde sich nicht auf die Schaffung optimaler ökonomischer und politischer Rahmenbedingungen durch bloße Umverteilung für den privatmonopolistischen Zugriff beschränken, sondern aktiv die Ge- staltung ökonomischer Proportionen und Strukturen angehen. Er würde sich auch nicht auf das klassenpolitische Instrument der Konfrontation und Disziplinierung beschränken, sondern auch Inte- grationsversuche durch materielle Zugeständnisse einbeziehen. Ziel der Neuorientierung wäre es, das System des Monopolkapita- lismus in der BRD durch eigenständige staatliche Wirtschaftspoli- tik längerfristig zu stabilisieren und auf kräftigere Grundlagen zu stellen - ohne die Eigentumsgrundlage der Gesellschaft und da- mit letztlich auch die führende Rolle des privaten Profits bei ihrer Regulierung in Frage zu stellen. Zu den wesentlichen Elementen einer neuen etatistischen Wirt- schaftspolitik würde zunächst ein umfangreiches ö f f e n t- l i c h e s A u s g a b e n p r o g r a m m zur Ankurbelung des Wirtschaftswachstums gehören. Je nach politischen Kräfteverhält- nissen kann ein solches Programm ausschließlich auf die Profit- interessen der stärksten Monopole ausgerichtet sein - wie es etwa bei der Verkabelung der Bundesrepublik oder umfangreichen Rü- stungsprogrammen der Fall ist - oder auch Forderungen der Umwelt- bewegung aufgreifen: Der beschleunigte Bau von Blockheizkraft- werken, umfangreiche Baumaßnahmen zur Wärmedämmung oder zum Lärmschutz, Investitionen zur Verbesserung des öffentlichen Personennahverkehrs usw. Etatistische Regulierung wird aber über bloße Ausdehnung der Nachfrage hinaus auch die Grundlage der Produktion durch eine be- wußte I n d u s t r i e p o l i t i k und gesamtwirtschaftliche Entwicklungsprogrammierung stärken und ausbauen. Dabei handelt es sich in erster Linie um die Wiederherstellung einer intakten In- frastruktur und eines breiteren technologischen und wissenschaft- lichen Fundaments für den gesamten ökonomischen Reproduktionspro- zeß - als Nährboden für monopolistische Expansion. Es wird wie- derum von den politischen Kräfteverhältnissen abhängen, welcher Druck hinter die Planung und Projektion von im Sinne kapitalisti- scher Kohärenz günstigen Branchen-und Regionalstrukturen gesetzt werden kann: Die Skala reicht von der Präsentation unverbindli- cher "Orientierungsdaten" bis zu energischer Investi-tions- und Produktionslenkung und -kontrolle. Hinsichtlich der K a p i t a l- u n d B r a n c h e n- s t r u k t u r wird diese Politik extreme Zerrüttungen und Polarisierungen wie etwa die anarchische Auslöschung ganzer Branchen, die Stillegung großer Betriebe im Rahmen von Fusionen oder die Verelendung ganzer Regionen zu vermeiden suchen. Dazu können Krisenbranchen wie Stahl- und Schiffbau in öffentliches Eigentum übernommen, halb saniert oder jedenfalls einigermaßen geordnet, d. h. mit sozialer Abfederung und der Schaffung eines gewissen Maßes von Ersatzarbeitsplätzen, stillgelegt werden. Es werden besondere regionale Hilfs- und Sanierungsprogramme durchgeführt, ähnlich den "Gemeinschaftsaufgaben" von Bund und Ländern, die Ende der 60er Jahre als Institution eingerichtet worden sind. Am wenigsten ändern wird die etatistische Wirtschaftsregulierung vermutlich an der besonderen a u ß e n w i r t s c h a f t l i- c h e n S t o ß r i c h t u n g ökonomischer Entwicklung. Auch für eine reformistische Entwicklungskonzeption steht die interna- tionale Wettbewerbsfähigkeit ganz oben auf der Prioritätenskala, die binnenwirtschaftlich ausgerichteten Methoden ihrer Herstel- lung unterscheiden sich freilich. Wenn sozialdemokratische Forde- rungen auf eine international konzertierte Aktion und auf die Kooperation für eine gemeinsame Wachstumspolitik abstellen, dann ist das angesichts der realen ökonomischen und politischen Kräfte und Konkurrenzverhältnisse kaum mehr als folgenloses Wunschden- ken. Wenn aber die außenwirtschaftliche "Verflechtung" ein uner- schütterliches Tabu der Politik bleibt, landet diese letzten En- des doch wieder bei staatlicher Alimentierung aggressiver Welt- marktkonkurrenz. Dennoch: Eine Wende zu mehr eigenständiger staatlicher Wirt- schaftspolitik wäre ein deutlicher Fortschritt gegenüber der er- sten anarchistischen Entwicklungsvariante: Zum einen kann sie kurz- und mittelfristig ökonomische und soziale Erfolge im Kampf gegen die ökonomische Krise und ihre drückenden sozialen Wirkun- gen bringen: Die durch staatliche Politik bewirkte Ausdehnung der effektiven Gesamtnachfrage in einer Situation chronischer Überak- kumulation und Unterauslastung belebt über den normalen Regulie- rungshebel des Profits die Produktion und - wenn auch in geringe- rem Maße - auch die Beschäftigung. Die Verminderung von Arbeits- losigkeit, ein Anstieg der Einkommen und Sozialleistungen sind weitere Folgen. Positiv wirken auch die Versuche, die produktive Basis des Landes wieder in Ordnung zu bringen und damit die Grundlagen für stabilere ökonomische Reproduktionsprozesse zu le- gen. Zum anderen bietet eine Politik etatistischer Regulierung Ansatzpunkte und Möglichkeiten, politisch zu intervenieren und in und gegenüber staatlichen Organen Interessen der Arbeiter und an- derer antimonopolistischer Schichten stärker zum Ausdruck zu bringen. Aber die Grenzen dieser Entwicklungsvariante sind ebenfalls un- übersehbar, insbesondere nach den Erfahrungen mit reformistischer Politik in den 70er Jahren. Die wahrscheinlichen Erfolge neuer etatistisch-keynesianischer Steuerungsmaßnahmen werden an ihr Ende kommen, wenn die schlimmsten Schwächen der privatmonopoli- stischen Strategie überwunden sind und sich die Frage nach dem weiteren Entwicklungsweg stellt, und zwar als ökonomische u n d als politische Frage. Ökonomisch geht es um das Steuerungsprinzip der Produktion: Richten sich Art und Umfang der Produktion - bei staatlich durchgesetzter Verhinderung extremer Zerrüttung und Po- larisierung - letztlich doch nach der Rentabilität der dominie- renden privaten Monopole, oder gibt es in relevantem Maße poli- tisch diskutierte und in einem demokratischen Verfahren festge- legte Entwicklungsprioritäten und -strukturen, nach denen die staatliche Politik verfährt und an die privates Kapital sich zu halten hat - bei allen Fehlern und Schwächen, die mit derartigen demokratischen Planungen vor allen Dingen in ihrer Anfangsphase verbunden sind. Offensichtlich ist dies auch politisch die Macht- frage. Wessen Interessen werden durchgesetzt, die des Monopolka- pitals an Maximalprofiten (unter der Nebenbedingung der Wahrung gewisser Mindestproportionen und sozialer Integrationsmechanis- men) oder die der arbeitenden Menschen an sicheren Arbeitsplätzen und Einkommen? Die Frage wird sich - in der ökonomischen und in der politischen Dimension - relativ schnell stellen. Die ökonomische Belastung aus Überakkumulation wird rasch erneut zunehmen, wenn der Akkumu- lationsprozeß gesellschaftlich - und das heißt gegen die unmit- telbaren Interessen einzelner Monopole - kontrolliert wird. Die nationale staatliche Regulierung wird schnell durchkreuzt werden, wenn den internationalen Strategien inländischer und ausländi- scher Monopole keine wirksame Schranke gesetzt wird. Wirksame Maßnahmen gegenüber den Strategien der Monopole lassen sich aber nur durch ihre weitgehende politische Kontrolle und Entmachtung ergreifen. Mögliche ökonomische und soziale Anfangserfolge einer reformistischen Steuerung der Wirtschaft lassen sich nur stabili- sieren und dauerhaft weiterführen, wenn die Strategie etatisti- scher Systemstabilisierung sehr bald in die einer antimonopoli- stischen Systemveränderung überführt wird. 3.3 Variante 3: Der antimonopolistische Weg ------------------------------------------- Die antimonopolistische Weichenstellung setzt weitreichende Demo- kratisierungsprozesse und damit auch die Frage des Eigentums an Produktionsmitteln auf die Tagesordnung. Ihre ökonomischen Aus- gangs- und Ansatzpunkte unterscheiden sich allerdings zunächst nicht wesentlich von der etatistisch-reformistischen Alternative zum reaktionären Weg: Neben einer energischen Anhebung der Löhne, Gehälter und Sozialeinkommen fordert auch die antimonopolistische Konzeption ein umfassendes öffentliches Beschäftigungsprogramm. Seine Mittel sollen vor allem in Bereiche fließen, in denen aku- ter gesellschaftlicher Mangel besteht: Umweltschutz, öffentlicher Personennahverkehr, öffentliche Dienstleistungen, also in den kollektiven Konsum. Diese Forderungen erschöpfen sich nicht in ihrem ökonomisch-tech- nokratischen Aspekt. Sie müssen vielmehr mit intensiven Aufklä- rungs- und Mobilisierungskampagnen verbunden werden. Nur wenn die Bevölkerung wirtschafts- und sozialpolitische Alternativen als eigene Kampfkonzepte politisch begreift und trägt, ist es mög- lich, sie durchzusetzen und von da aus auch weiterzugehen. Das gleiche gilt auch für die Forderungen nach Arbeitszeitverkürzun- gen mit vollem Einkommensausgleich, die als Alternative zur kapi- talistischen Umsetzung neuer Technologien in Arbeitsplatzvernich- tung gesetzt werden. Die S t a b i l i s i e r u n g, A b s i c h e r u n g u n d F o r t s e t z u n g des antimonopolistischen Weges erfordert erstens eine qualitative Veränderung in den E i g e n t u m s- u n d V e r f ü g u n g s v e r h ä l t n i s s e n über we- sentliche Teile des gesellschaftlichen Produktions-, Distributi- ons- und Lenkungsapparates, also die Überführung der Grundstoff- industrie, der Energieerzeugung und -versorgung und des Geld-und Kreditapparates in öffentliches Eigentum. Sie erfordert zweitens den Aufbau demokratischer D i s k u s s i o n s- u n d W i l - e n s b i l d u n g s p r o z e s s e und -o r g a n e auf den verschiedenen Ebenen der ökonomischen Planung und Ent- scheidung. Drittens erfordert sie die Verbindung sozialökonomi- scher Planungsstrukturen mit parlamentarisch-politischen Ebenen. Die konkrete Neuordnung des ö k o n o m i s c h e n G e- s a m t p r o z e s s e s durch eine antimonopolistische Stra- tegie läßt sich von folgenden Gesichtspunkten leiten: - Auf mittlere Frist muß der ö f f e n t l i c h e K o n s u m bei der Befriedigung der materiellen Lebensbedürfnisse größeres Gewicht erhalten; sowohl gegenüber dem investiven Sektor als auch gegenüber dem - gleichwohl zunächst vor allem bei den unteren Einkommensempfängern zunehmenden - individuellen Verbrauch. - Es muß eine I n v e s t i t i o n s q u o t e realisiert wer- den, durch die die Kapazitäten für eine nur noch langsam wach- sende und in obigem Sinne umstrukturierte Produktion gewährlei- stet werden. In der Struktur der Investitionen werden Kapitaler- satz und Modernisierung im Vordergrund stehen. Dabei wird vermin- derter Kapitalbedarf wegen neuer Produktionsverfahren oft einher- gehen mit höherem Kapitalbedarf zur Sicherung der Umwelt und gün- stiger Arbeitsbedingungen. - Es ist ein vernünftiges und überschaubares Nebeneinander von zentralen und dezentralen Produktions- und Versorgungsstrukturen zu schaffen. Nicht jede Produktion, die vom Monopolkapital und dem Staat in riesenhafte Dimensionen gesteigert worden ist und daher riesige Territorien beliefern muß, wird dadurch schon ra- tioneller und billiger. Nicht alles, was groß ist und zentral ge- lenkt ist, ist damit zwangsläufig Ergebnis eines objektiv pro- gressiven Vergesellschaftungsprozesses. Viele Produktions- und Versorgungsstrukturen - etwa im Bereich der Energieversorgung oder der Ernährung - können dezentral und in kleinerem Maßstab organisiert werden. Andererseits besteht auch kein Anlaß zum uni- versellen Zurückweichen in kleine und sinnlich überschaubare For- men der Reproduktion; Kommunikations- und Transportwesen lassen sich nicht sinnvoll auf kleine Räume beschränken, Stahl, Kraft- werke und Automobile können nur in großdimensionierten Anlagen ökonomisch gebaut werden; die Produktion komplexer Anlagen wie die von Blockheizkraftwerken erfordert eine breitflächige und tiefgestaffelte Arbeitsteilung usw. - Die Politik der P r o d u k t i v k r a f t e n t w i c k- l u n g sollte - statt sich primär eindimensional auf möglichst billige Verfahren zur Herstellung vermarktbarer Produkte zu konzentrieren - ihr Augenmerk auf den Gesamtbereich und -zusammenhang menschlicher Bedürfnisse und Beziehungen im Rahmen der natürlichen Umwelt richten und von da aus Produkt- und Verfahrensforschung betreiben. Diese Umorientierung schließt von Anfang an die Aufnahme des Kriteriums sozialer Bedürfnisse, der Sozialverträglichkeit, der Umwelt- und Ressourcenschonung in die Bestimmungsgründe wissenschaftlicher Forschungsrichtungen ein. - Außenhandelsquote und Kapitalexport sollten zugunsten einer stärkeren Orientierung der realwirtschaftlichen Prozesse auf den Binnenmarkt gesenkt werden. Außenwirtschaftsbeziehungen sollten vor allem auf Beziehungen internationaler Arbeitsteilung zwischen gleichberechtigten Staaten (und insofern demokratischer, interna- tionaler Vergesellschaftung) statt auf internationale Verdrän- gungs-, Eroberungs- und Vernichtungsstrategien transnational ope- rierender Konzerne gestützt werden. (Dies ist erforderlich, so- lange man davon ausgehen kann, daß nicht alle oder doch die we- sentlichen Länder des SMK gleichzeitig den antimonopolistischen Weg beschreiten, sie sich also ungleichmäßig entwickeln.) Die stoffliche Neuordnung des ökonomischen Reproduktionsprozesses auf der einen und die politische Festigung des antimonopolisti- schen Weges auf der anderen Seite hängen eng miteinander zusam- men. Damit sowohl der eine wie der andere Prozeß in Gang kommen und an Gewicht gewinnen können, ist zunächst der Stopp der gegen- wärtig herrschenden reaktionären Strategievariante unumgänglich. Ihn herbeizuführen ist daher die konkrete Hauptaufgabe aller an- timonopolistischen Kräfte. Hier treffen sich die Kräfte des zwei- ten und dritten Entwicklungsweges, hier sind objektiv Bündnismög- lichkeiten und -notwendigkeiten angelegt. _____ 1) Vgl. Arbeitsgruppe Alternative Wirtschaftspolitik, Memorandum '85: Gegen die Unterwerfung der Arbeit und die Zerstörung der Um- welt - Mehr Arbeitsplätze, soziale Sicherheit und Umweltschutz, Köln 1985, 3. Kapitel. 2) Vgl. Wirtschaft und Statistik, Heft 3/1985, S. 210. 3) Vgl. Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirt- schaftlichen Entwicklung, Jahresgutachten 1984/85, Bundestags- Drucksache 10/2541, S. 262. 4) Vgl. Memorandum '85, a.a.O., 1. Kapitel. 5) Vgl. Karl Marx, Das Kapital. Kritik der Politischen Ökonomie, Bd. 1, in: Karl Marx/Friedrich Engels, Werke, Bd. 23, Berlin/DDR 1968, 23. Kapitel, insbes. S. 640 ff. und 653 ff. 6) Vgl. dazu auch: Arbeitsgruppe Alternative Wirtschaftspolitik, Memorandum '84 - Gegen soziale Zerstörung durch Unternehmerherr- schaft - qualitatives Wachstum, 35-Stunden-Woche, Vergesellschaf- tung, Köln 1984, S. 297 ff. 7) Vgl. ebenda, S. 282 ff. 8) Vgl. dazu vor allem Paul Boccara, Studien über den staatsmono- polistischen Kapitalismus, seine Krise und seine Überwindung, Frankfurt/M. 1976, insbes. S. 30 ff. Die chronische Überakkumula- tion ist m.E. auch die Kernursache der "Regulierungskrise", die in letzter Zeit intensiv in der marxistischen Literatur disku- tiert wird. Vgl. vor allem: Reinhold Kowalski, Krise und neue Tendenzen in der gegenwärtigen staatsmonopolistischen Regulie- rung, Diss.-Manuskript 1982; ders., Widersprüche der Kapitalakku- mulation und Regulierungskrise, IPW-Forschungshefte 1/1983; Horst Heininger, Karl Marx und die Labilität des kapitalistischen Wirt- schaftssystems, in: IPW-Berichte 3/1983, S. 14 ff; Dieter Klein, Die Marxsche Auffassung zum Regulierungsmechanismus im Kapitalis- mus, in: ebenda, S. 22 ff.; ders., Krise der staatsmonopolisti- schen Regulierung und Tendenzen imperialistischer Anpassung, in: IPW-Berächte 5/1983, S. 8 ff. 9) Reinhold Kowalski, Krise..., a.a.O., S. 26 f.; Dieter Klein, Die Marxsche..., a.a.O., S. 29 f. 10) Vgl. IMSF (Hg.), Das Monopol - ökonomischer Kern des heutigen Kapitalismus. Theoretische und aktuelle Gesichtspunkte der marxi- stisch-leninistischen Monopoltheorie, Frankfurt/M. 1976. 11) Vgl. Jörg Huffschmid, Die Wirtschaftskrise in der BRD: Ten- denzen und Perspektiven, in: Marxistische Studien. Jahrbuch des IMSF 6, 1983, S. 249 f. 12) Vgl. Horst Heininger/Lutz Maier, Tendenzen und Widersprüche der Internationalisierung des staatsmonopolistischen Kapitalismus - politökonomische Probleme (Thesen), in: IPW-Berichte 2/1985, S. 1 ff. und 3/1985, S. 9 ff., hier insbes. die Thesen 2-5. 13) Vgl. Joachim Eisbach, Der Einfluß der Konkurrenz auf die in- ternationale Arbeitsteilung. Ein Beitrag zur praktischen Bedeu- tung des Theorems der komparativen Vorteile, Frankfurt/M. 1981, S. 52 ff., 129 ff.; Bernhard Roth, Weltökonomie oder Nationalöko- nomie? Tendenzen des Internationalisierungsprozesses seit Mitte des 19. Jahrhunderts, Marburg 1984, S. 206 ff.; ders. Weltmark- tabhängigkeit: Damoklesschwert über einer alternativen Wirt- schaftspolitik?, in: MEMO-Forum, Nr. 5, 1985, S. 16 ff. 14) Vgl. Joachim Eisbach, Die Zunahme des intra-industriellen Handelns als Folge internationaler Konkurrenz, in: WSI-Mitteilun- gen 5/1982, S. 289 ff. 15) Vgl. Memorandum '84, a.a.O., S. 284; Rudolf Hickel, Technolo- gische Arbeitslosigkeit - Gibt's die?, in: Memo-Forum, Nr. 5, 1985, S. 25 ff.; Jan Priewe, Technischer Fortschritt als Wachs- tumsbremse?, in: ebenda, S. 58 ff. 16) Jan Priewe, Technischer Fortschritt als Wachstumsbremse?, in: ebenda, S. 58 ff. 17) Es gibt bei der Vorstellung der Varianten Anlehnungen an Heinz Jung, Die privatmonopolistische Entwicklungsvariante des staatsmonopolistischen Kapitalismus der BRD: Voraussetzungen, In- halt, Perspektiven. Entwicklungstendenzen 1973 bis 1978, in: Mar- xistische Studien. Jahrbuch des IMSF 1, 1978, S. 9 ff. Terminolo- gisch weiche ich von Jungs Begriff "privatmonopolistische Entwicklungsvariante" vor allem deshalb ab, weil sie m.E. zu Mißverständnissen hinsichtlich der möglichen Alternative zu dieser Variante führen könnte: Die "staatsmonopolistische Entwicklungsvariante des SMK" wäre ein wenig hilfreicher Begriff. Vgl. Klaus Borchardt/Thomas Sauer, Zur Kritik der These der privatmonopolistischen Entwicklungsvariante des SMK in der BRD, sowie die Replik von Heinz Jung, Sind in der Nacht alle Katzen grau, oder: war Schiller tatsächlich dasselbe wie Erhard?, beides in: Marxistische Studien. Jahrbuch des IMSF 6, 1983, S. 393 ff. 406 ff. - Allerdings ist auch der Begriff "antietatistisch" Mißverständnissen ausgesetzt. Es handelt sich nicht um eine Konzeption, in der der Staat keine Rolle spielt oder spielen soll; er soll sich vielmehr politisch im wesentlichen auf die Funktion der Sicherung der Klassenherrschaft und ökonomisch im wesentlichen auf die Organisation von Umverteilung für das Monopolkapital beschränken. Das Gegenkonzept der etatistischen Variante sieht darüber hinaus wichtige Funktionen des Staates auch in der Herstellung und Regulierung bestimmter stofflicher und wertmäßiger Proportionen des Reproduktionsprozesses. 18) Vgl. zur ausführlichen Darstellung dieser Entwicklungsvari- ante die verschiedenen Memoranden der letzten Jahre, insbes. Memo '80 - Gegen konservative Formierung - Alternativen der Wirt- schaftspolitik, Köln 1980; Memorandum 1981 - Demokratische Wirt- schaftspolitik gegen Marktmacht und Sparmaßnahmen, Köln 1981; so- wie die Memoranden 1984 und 1985, a. a. O. 19) Vgl. Jörg Huffschmid, Monopolisierung in der Krise. Entwick- lung und Wirkungen von Konzentration und Zentralisation in der BRD, in: Jörg Huffschmid/Herbert Schui (Hg.), Gesellschaft im Konkurs? Handbuch zur Wirtschaftskrise 1973-1976 in der BRD, Köln 1976, S. 84 ff. 20) Von den 6 Unternehmen, die sich in der Zeit von 1973 bis 1982 am häufigsten an Fusionen beteiligt haben - auf diese 6 entfielen 720 von insgesamt 4 976 Zusammenschlüssen, das sind 15% - waren 5 Energiekonzerne (VEBA, BP, RWE, Shell, Ruhrkohle AG) und ein Han- delsunternehmen (Haniel). Vgl. den Bericht des Bundeskartellamtes über seine Tätigkeit in den Jahren 1981 und 1982 sowie über Lage und Entwicklung auf seinem Aufgabengebiet, Bundes-tags-Drucksache 10/243, S. 16 sowie 18 f. 21) Jüngstes Beispiel ist die Beteiligung der baden-württembergi- schen Landesregierung an den Verhandlungen über die Übernahme des Rüstungs- und Raumfahrtkonzerns Dornier durch die Daimler-Benz- AG. Damit soll offensichtlich das ökonomische Potential für den Einstieg in das amerikanische Programm zur Militarisierung des Weltraums geschaffen werden, ohne den die BRD nach Ansicht des baden-württembergischen Ministerpräsidenten Späth zur ökonomi- schen Zweitklassigkeit verdammt sei. Vgl. Lothar Späth, Wissen die Europäer, was sie riskieren?, in: Der Spiegel 11/1985 v. 11. 3. 1985, S. 128. 22) Vgl. Memorandum 1985, a.a.O., Kapitel 3,7. 23) Vgl. Joachim Eisbach, Mit SDI in die Zweitklassigkeit, PIW- Studien Nr. 2, Bremen 1985. 24) Vgl. Werner Balsen u.a., Die neue Armut. Ausgrenzung von Ar- beitslosen aus der Arbeitslosenunterstützung, Köln 1985; Memoran- dum 1985, Kapitel 1.2. 25) Vgl. Jörg Huffschmid, Soziale Folgen und wirtschaftspoliti- sche Hintergründe der Aufrüstung in der Bundesrepublik, Köln 1984, S. 23 ff. zurück