Quelle: Jahrbuch des Inst. für Marxist. Studien und Forschungen 11/1986
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ENDOGENE ENTWICKLUNGSKONZEPTE ZWISCHEN FORTSCHRITTLICHER
PERSPEKTIVE UND KLEINBÜRGERLICHER SACKGASSE.
EINIGE KRITISCH-SYSTEMATISCHE ANMERKUNGEN *)
Wilma R. Albrecht
1. Das Konzept der "endogenen Entwicklung" - 2. Herkunft des Kon-
zepts "endogener Entwicklung" - 3. Theoretische und ideologische
Implikationen des Konzepts "endogener Entwicklung" -3.1. Ge-
schichtsphilosophische und gesellschafts-theoretische Implikatio-
nen - 3.2. Wirtschaftstheoretische Implikationen - 3.2. Sozial-
psychologische Implikationen - 4. Beispiele "endogener" Entwick-
lungsmaßnahmen und -projekte - 5. Folgerungen aus der Kritik des
"endogenen Entwicklungskonzepts"
1. Das Konzept der "endogenen Entwicklung" **)
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Mit dem Übergang zu den 80er Jahren haben in den entwickelten ka-
pitalistischen Industriestaaten Westeuropas Konzepte zur territo-
rialen Entwicklungsplanung Aufschwung genommen, die unter ver-
schiedenen Begriffen, wie Self-Reliance, endogene, autozentrierte
oder eigenständige Entwicklung, selektive Eigenständigkeit, Ent-
wicklung von unten, auftreten und die sowohl normativ ihr Ziel
als auch pragmatisch Elemente einer Strategie bestimmen, die sich
aus der e i n f a c h e n N e g a t i o n b i s h e r
p r a k t i z i e r t e r E n t w i c k l u n g s- u n d R e-
g i o n a l p o l i t i k ableiten.
Allgemein läßt sich das Konzept folgendermaßen kennzeichnen: "Es
geht um die Forderung nach einem von eigenen Werten bestimmten
politischen, sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Entwick-
lungsweg, der eine schwache Außenabhängigkeit und eine starke
Selbststeuerungsfähigkeit aufweist." 1) Diese Forderung soll mit
Hilfe mehr oder weniger akzentuierter Grundsätze umgesetzt wer-
den: Stärkung endogener politisch-administrativer Entscheidungs-
befugnisse, Förderung regionaler Identität, Vorrang für die Mobi-
lisierung endogener regionaler Ressourcen, sektorale und funktio-
nelle Diversifikation, Förderung mehrschichtigen Technologieaus-
baus, endogener rationaler Innovation und territorialer Selbstre-
gulierungs- und Anpassungsmechanismen sowie Angleichung der Aus-
tausch- und Akkumulationsbedingungen peripherer entwicklungs-
schwacher Gebiete an die Kernräume. 2)
2. Herkunft des Konzepts "endogener Entwicklung"
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Das Konzept der "endogenen Entwicklung" nährt sich aus der Dis-
kussion um entwicklungspolitische Strategien der oder für Staaten
und Regionen der Welt, die sich in einem vor- oder unterentwic-
kelten industriellen Stadium befinden und deren Bevölkerung von
bedrückender existentiell-materieller Not betroffen ist. Es
stützt sich dabei ideologisch offensichtlich auf J. Galtungs
"alternative Entwicklungsstrategie" der "Self-Reliance", 3) die
selbst wiederum verschiedene Ansätze in sich verschmilzt, nämlich
"die aus dem buddistischen Denken des Ostens und dem existentia-
listischen Denken des Westens gewonnenen Einsichten in die Seele
des Menschen, das anarchistische Gedankengut über die Bedeutung
lokaler Autonomie, das liberale Denken über Freiheit und die äu-
ßeren Lebensbedingungen der Menschen im allgemeinen sowie in der
Gesellschaft, die marxistische Betrachtungsweise der sozialen
Strukturen und die antiimperialistische Theorie und Praxis der
letzten Jahre." 4)
Im Zusammenhang mit den r e a l e n weltpolitischen und -wirt-
schaftlichen Ereignissen und Tatbeständen, die konzeptionell
anti- und rezipiert werden, kommen folgende Erfahrungen zum Tra-
gen:
a) die trotz oder wegen der Entwicklungspolitik eingetretene wei-
tere Vertiefung der Spaltung zwischen reichen und armen Ländern
in der Welt und die erdrückende Schuldenlast der sog.
"Entwicklungsländer";
b) die Erfolge der verschiedenen antikolonialen und antiimperia-
listischen Befreiungsbewegungen und die Rezeption ihrer Strate-
gien und Ideologien, speziell der maoistische Entwicklungsweg und
der islamisch-kultursoziale Wertetraditionalismus;
c) die Bedeutung der Agrarbevölkerung und der Stellenwert des
Landes in der antiimperialistischen Revolutionstheorie;
d) das politisch international koordinierte Auftreten der sog.
"Entwicklungsländer" mit gemeinsamen Forderungen;
e) die Reaktionen von Industrieländern auf das veränderte inter-
nationale Kräfteverhältnis und die Ausarbeitung neuer Methoden
und Strategien, bestehende Verflechtungen aufrechtzuerhalten und
auszubauen;
f) die Stagnations- und Krisenerscheinungen in den hochentwickel-
ten Industrieländern und
g) die Aufnahme und Weiterentwicklung theoretischer Kritik an
herrschenden entwicklungs- und regionalpolitischen Strategien.
Die Verwebung von Versatzstücken aus diesen Erfahrungen und Er-
kenntnissen nach Plausibilitätskriterien und die Übertragung mit-
tels Analogiebeziehungen von Oberflächenerscheinungen (Stadt-
Land) auf die entwickelten Industrieländer und ihre territorialen
Entwicklungs- und Ordnungsprobleme kennzeichnen die regionalpoli-
tische "Alternativ"-Strategie der "endogenen" Entwicklung.
3. Theoretische und ideologische Implikationen des Konzepts
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"endogener Entwicklung"
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Die Orientierung an antiimperialistischen Strategien, die dem so-
zialen Fortschritt zum Durchbruch verhelfen sollen, und eine
zweifellos humanistisch-moralische Grundposition der Vertreter
des Konzepts der "endogenen Entwicklung" in bezug auf die Lösung
der Probleme der "Dritten Welt" lassen vordergründig das Konzept
der endogenen Regionalwirkung selbst fortschrittlich erscheinen.
Bei näherer Untersuchung erweist es sich jedoch als t h e o-
r e t i s c h e k l e k t i s c h, h a n d l u n g s b e z o-
g e n p r a g m a t i s c h , i n t e r e s s e n o r i e n-
t i e r t k l e i n b ü r g e r l i c h , i d e o l o g i s c h
r e a k t i o n ä r und f u n k t i o n a l s y s t e m s t a-
b i l i s i e r e n d. Die Berechtigung des Vorwurfs der fehlen-
den theoretischen Fundierung wird von seinen Vertretern durchaus
akzeptiert.
So betont J. Galtung, "daß Self-Reliance ein Konzept auf der Su-
che nach einer Theorie" 5) sei, und E. Brugger sieht das "theo-
retische Gerüst" der endogenen Entwicklung "erst wenig ent-
wickelt" 6) Die damit einhergehende begriffliche Unbestimmtheit
gilt jedoch nicht als Mangel, sondern wird von J. Galtung für die
"Self-Reliance" ausdrücklich als "Vorteil" bewertet, da es "jedem
einzelnen selbst überlassen" sei, den Begriff "genauer zu defi-
nieren". 7)
Dieser begriffliche Voluntarismus ermöglicht jedoch erst, völlig
unterschiedliche herkömmliche Theorie- und Ideologieversatzstücke
unter dem Konzept der "endogenen Entwicklung" zu vereinen.
3.1 Geschichtsphilosophische und gesellschaftstheoretische
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Implikationen
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Sowohl in der Analyse und Kritik bestehender "Industriegesell-
schaften" als auch im Aspekthaften, das ein eigenes Gesell-
schaftsmodell durchschimmern läßt, finden sich bei Vertretern der
"endogenen Entwicklung" Deutungsmuster, die in den Gesell-
schaftswissenschaften der Jahrhundertwende im Zusammenhang mit
dem Übergang des Kapitalismus in sein imperialistisches Stadium
entwickelt wurden und seitdem als relativ eigenständige ideo-
logische Unterströmung die Geschichte der sozialwissenschaft-
lichen Theoriebildung der kapitalistischen Länder begleiten. Sie
sind gekennzeichnet durch eine h i s t o r i s c h - k u l-
t u r m o r p h o l o g i s c h e, b i o l o g i s t i s c h e
und z i v i l i s a t i o n s k r i t i s c h e S i c h t-
w e i s e sowie der L ö s u n g gesellschaftlicher Phänomene
und Probleme von deren ö k o n o m i s c h e r G r u n d-
l a g e. 8) So bezieht sich W e a v e r ausdrücklich auf
S c h o p e n h a u e r s subjektiv-idealistische und voluntari-
stische Weltsicht, um regionale Entwicklungsfragen zu einer
hauptsächlich "ethical/political question" 9) zu erklären, und
B a u m h ö f e r beruft sich auf T o y n b e e s Kulturzy-
klentheorem, um die "endogene Entwicklung" als Strategie für den
"Weg in die nachindustrielle Gesellschaft", die gekennzeichnet
wird als "Gesellschaft kleiner Einheiten", 10) zu rechtfertigen.
Die kulturpessimistische Betrachtung der Auflösung überkommener
Strukturen und Werte durch die ins monopolistische und imperiali-
stische Stadium übergehende kapitalistische Gesellschaft ver-
führte zu einer dichotomen - einerseits subjektiv-voluntaristi-
schen andererseits oberflächlich-morphologischen - Betrachtungs-
weise: so bei Tönnies in der Unterscheidung Gemeinschaft-Gesell-
schaft 11) oder bei Durkheim in mechanische Solidarität segmen-
tierter (primitiver) Gesellschaften - organische Solidarität kom-
plexer Gesellschaften. 12) Mit anderen Kulturkritikern und -pes-
simisten ihrer - aber auch unserer - Zeit verbindet sie die rück-
gewandte Sehnsucht nach Wiederherstellung alter, vermeintlich
"harmonisch" geglaubter Zustände. Neuauflagen und Weiterentwick-
lungen von Versatzstücken dieser frühen imperialistischen Gesell-
schaftswissenschaft prägen auch das Konzept der nach- oder post-
industriellen Gesellschaft - sei es in seiner technokratischen
Variante (D. Bell) mit der technisch-bürokratischen Intelligenz
als Träger sozialen Wandels, seiner konsumgesellschaftlichen Va-
riante, in der die großen Konsumentengruppen Frauen, Jugendliche,
Minderheiten "die Vorhut gesellschaftlichen Wandels" bilden oder
in seiner ökologischen Variante, in der Natur (Evolution) Wandel
und Fortschritt in sich trägt 13) -, das wiederum dem Konzept der
"endogenen Entwicklung" unterlegt wird. Damit werden Fluchtwege
aus der theoretischen Analyse und praktischen Kritik bestehender
Gesellschafts- und Herrschaftsstrukturen, speziell hier in ihrer
räumlichen Ausprägung, eröffnet, ohne die Gebärde des modischen
Kritikers und Intellektuellen ablegen zu müssen. 14)
3.2 Wirtschaftstheoretische Implikationen
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Wenngleich die Vertreter des Konzepts der "endogenen Entwicklung"
dieses als eher "nicht-ökonomisch" kennzeichnen, 15) so beinhal-
tet es doch wirtschaftstheoretische Prinzipien. Das Hauptaugen-
merk konzentriert sich dabei auf die A u s t a u s c h b e-
z i e h u n g e n, speziell Handel und Arbeitsteilung.
So meint Galtung, "daß weder der Privatbesitz an Prokuktionsmit-
teln noch eine Produktion zur Gewinnmaximierung die wesentlichen
Merkmale des Kapitalismus sind, sondern vielmehr eine u n e i n-
g e s c h r ä n k t e M o b i l i t ä t d e r P r o d u k-
t i o n s f a k t o r e n u n d P r o d u k t e sowie e i n e
a u f E x p a n s i o n a n g e l e g t e P r o d u k t i o n.
Solange Rohstoffe, 'Roharbeit' (unqualifizierte Arbeit) und Roh-
kapital zu ihrer produktiven Nutzung erst an einen bestimmten Ort
gebracht werden müssen, ... wird es immer ein Zentrum geben, in
das Ressourcen transportiert und eine Peripherie, aus der sie
geschöpft werden". 16) Zum Ausdruck kommt hier das altbekannte
Konzept des u n g l e i c h e n T a u s c h e s, das den
Warenaustausch zum Mittelpunkt macht und dabei übersieht, "daß
die asymetrische Struktur des Handels eigentlich nur die
Konsequenz einer bestimmten Struktur des Kapitalakkumula-
tionsprozesses darstellt". 17) Anstatt den Ursachen, konkreten
Bewegungsformen und damit einhergehenden differenzierten territo-
rialen Mustern des asymetrischen Handels nachzuspüren, verharren
die Vertreter des "endogenen Konzepts" auf der allgemeinen
Oberflächenbetrachtung und entwickeln über die einfache Negation
der bestehenden Austauschstruktur ihr Alternativkonzept. 18) Als
H a u p t m a ß n a h m e n der "endogenen Regionalentwicklung"
entwickelter Industrieländer gelten "die breite Mobilisierung
r e g i o n a l e r R e s s o u r c e n" 19) sowie Bildung,
Ausbau und Stärkung i n n e r r e g i o n a l e r W i r t-
s c h a f t s k r e i s l ä u f e.
Hinsichtlich der r e g i o n a l e n R e s s o u r c e n wird
zunächst einmal pauschal unterstellt, daß diese brachlägen und
frei verfügbar zu nutzen seien. Beide Voraussetzungen treffen je-
doch nicht zu: Einerseits sind auch die Ressourcen in peripheren
und zurückgebliebenen Regionen großteils in den bestehenden Kapi-
talverwertungsprozeß einbezogen, das gilt sowohl für die Boden-
schätze, die Landwirtschaft, das Gewerbe als auch die Arbeits-
kräfte. Andererseits sind die nicht oder nicht mehr in den Kapi-
talverwertungsprozeß einbezogenen Ressourcen nicht frei verfüg-
bar, sondern fest in die Eigentums Ordnung eingebunden, so land-
wirtschaftliche Brachflächen, stillgelegte Betriebe, leerstehende
oder verfallene Gebäude, Verkehrsnetze etc.; lediglich ein Teil
der Arbeitskraft, die der lohnabhängigen Arbeitslosen, der noch
nicht lohnabhängigen Jugendlichen, Frauen etc., ist disponibel.
Die Aktivierung der nicht genutzten Ressourcen erfordert den Vor-
schuß von Geldkapital (sei es nur, um Nutzungs- oder Eigentumsti-
tel zu erlangen) und/oder unbezahlter Arbeitskraft. Vorschuß von
Geldkapital heißt Unterwerfung unter finanzkapitalistische Bedin-
gungen, selbst wenn sie mit staatlichen Maßnahmen (Zinssubven-
tion, Bürgschaften etc.) abgeschwächt werden können, diktiert der
Finanzmarkt die Form der Warenproduktion (Produktionsmittel,
Produkte, Arbeitskraftentlohnung) und die Einbindung in das
Konkurrenzsystem. Der zweite Weg zielt auf eine erhöhte
Ausbeutung der Arbeitskraft über die Verlängerung des Ar-
beitstages, sei es der eigenen, fremder oder auf eine ständige
Subventionierung, etwa im Rahmen der Sozialpolitik; zumeist wer-
den beide Formen miteinander verbunden. Da die Vertreter der
"endogenen Entwicklung" in den entwickelten kapitalistischen Län-
dern nicht auf eine Substitutionswirtschaft, sondern eine Waren-
wirtschaft hinwirken wollen, gilt: "D i e W e r t e d e r
W a r e n s i n d d i r e k t p r o p o r t i o n a l d e r
a u f i h r e P r o d u k t i o n a n g e w a n d t e n A r-
b e i t s z e i t e n u n d u m g e k e h r t p r o p o r-
t i o n a l d e r P r o d u k t i v k r a f t d e r a n g e-
w a n d t e n A r b e i t." 20)
Wird das Konzept der "endogenen Entwicklung" über den Bereich
vereinzelter "Alternativ"-Projekte in einzelnen Regionen verall-
gemeinert als regionalpolitische Strategie, dann führt dies, ge-
wollt oder nicht, zur S e n k u n g d e s R e p r o d u k-
t i o n s n i v e a u s d e r A r b e i t s k r a f t u n d
d e s a l l g e m e i n e n L e b e n s n i v e a u s der
lohnabhängigen Bevölkerung in den entsprechenden Regionen.
Da im Konzept der "endogenen Entwicklung" keinerlei Aussagen zu
finden sind, die gegen die ökonomische und politisch vermittelte
Macht des Großkapitals gerichtet sind, muß man davon ausgehen,
daß beide miteinander vereinbar sind. Die Vereinbarung liegt
darin, daß angesichts des Tatbestandes, "daß der Kapitalismus au-
ßerstande ist, ein und dieselben Produktionsprozesse auf der frü-
heren Stufenleiter und unter veränderten Bedingungen zu wiederho-
len (wie dies in den vorkapitalistischen Regionen möglich war)",
21) der Staat unter Mitwirkung sozialer Zwischenschichten oder
die sozialen Zwischenschichten unter Mitwirkung des Staates dazu
aufgerufen sind, dem monopolistischen Verwertungsprozeß neue Ak-
kumulationssphären auf-und zu erschließen. 22)
Untersucht man das andere Ziel des Konzeptes "endogener Entwick-
lung", i n n e r r e g i o n a l e W i r t s c h a f t s-
k r e i s l ä u f e zu bilden, dann fällt zunächst die Form
dieses Kreislaufes auf, der dem einfachen Muster folgt:
Produktion von Konsummitteln - Handel (oft dem Produktionsbereich
als "eigene Vermarktung" zugeordnet) - Konsumtion. Dabei wird die
Abnehmerschaft als bekannt (oder über Marktanalysen erkennbar)
vorausgesetzt. Vom wichtigen Bereich der Produktionsgüter-
produktion wird abgesehen. Dies ist bedeutsam: Denn der
vorgestellte Wirtschaftskreislauf beschreibt damit lediglich die
einfache Reproduktion. Er i g n o r i e r t den e r w e i-
t e r t e n R e p r o d u k t i o n s p r o z e ß, das raschere
Wachstum des konstanten Kapitals, folglich auch den Kapital-
akkumulationsprozeß, die damit einhergehenden Krisen und
räumlichen Disparitäten; er ignoriert damit aber auch die Mög-
lichkeiten für die Entwicklung der gesellschaftlichen Produktiv-
kraft und den Ausbau des gesellschaftlichen Reichtums sowie den
Tatbestand, daß die Lösung dieser Widersprüche gesamtgesell-
schaftlich ausgerichtete Alternativen erfordert. Mit dem Rück-
griff auf den einfachen Reproduktionsprozeß werden überholte
volkswirtschaftliche Theorien (A. Smith, J.B. Say, S. de Sis-
mondi) wieder aufgewärmt 23) und gesellschaftlich vergangene Zei-
ten beschworen - die Warenwirtschaft der Kleinproduktion -, über
die selbst spätbürgerliche Nationalökonomie und staatsmonopoli-
stische Wirtschafts- und Regionalpolitik (Finanzausgleichs-
systeme, Infrastrukturpolitik, sektorale Sozialpolitik im Agrar-
und Montansektor etc.) hinweggegangen ist, um auf ökonomische
Realprozesse 24) adäquat einwirken zu können.
Die Vertreter der "endogenen Entwicklung" stellen der m o n o-
p o l i s t i s c h e n W a r e n w i r t s c h a f t als Al-
ternative die k l e i n b ü r g e r l i c h e W a r e n-
w i r t s c h a f t gegenüber. Diese Form von Alternativen ist
nicht neu und wurde wiederholt von den sozialistischen Klassikern
- Marx, Engels, Lenin - als kleinbürgerlicher ökonomischer Roman-
tizismus und kleinbürgerliche Volkstümelei kritisiert. 25)
Als Ideal gilt die Kleinproduktion, im Verhältnis zum Monopolka-
pital sind das die kleinen und mittleren Unternehmen des Hand-
werks und der Industrie. Auf ihre Erhaltung und Förderung ist
auch das regionalpolitisch zu entwickelnde Instrumentarium der
"endogenen Entwicklung" ausgerichtet, 26) das letztlich nur eine
neue Variante eines r e g i o n a l e n M i t t e l-
s t a n d s p r o g r a m m s vorstellt.
Ein weiteres theoretisches Versatzstück, das besonders im Konzept
der Self-Reliance auftritt, aber auch von Vertretern der "endo-
genen Entwicklung" vereinzelt aufgegriffen wird, ist die B e-
d ü r f n i s o r i e n t i e r t h e i t der Produktion. 27) So
kennzeichnet B a u m h ö f e r die neu zu entwickelnden Pro-
dukte als "in Marktnischen angesiedelt, 'bedienen' notwendige
Bedürfnisse, haben ein regionales Produktionsimage; die Roh-
stoffe, Vorprodukte etc. stammen aus der Region; entstehen vor
allem durch individuelle bzw. kooperative, dezentrale Fertigung
und haben kleine Auflagen; sind arbeitsintensiv (...); sind un-
weltfreundlich und sollen - vor allem direkt vermarktet werden."
28) Das Paradoxon einerseits für den Markt, wenn auch nur eine
Marktnische, andererseits für die Befriedigung "notwendige(r) Be-
dürfnisse" zu produzieren, läßt sich nur durch den Verweis auf
das Bedürfnistheorem der s u b j e k t i v e n W e r t-
l e h r e d e r G r e n z n u t z e n t h e o r i e (H.H. Gos-
sen, C. Menger) aufheben.
Zusammenfassend läßt sich feststellen, daß die ökonomischen Vor-
stellungen des Konzepts der "endogenen Entwicklung" fest in der
bürgerlichen Ökonomie verankert sind. Hieraus ist auch erklär-
lich, daß die herrschende Regionalwissenschaft das "endogene"
Entwicklungskonzept akzeptieren kann, in das Konzept der ausge-
glichenen Funktionsräume aufnimmt 29) oder in bestehende Methoden
(Potentialfaktoransatz) 30) integriert, wohlwissend, daß mit die-
sem Konzept allein bestehende regionale Disparitäten nicht abge-
baut werden. 31)
3.3. Sozialpsychologische Implikationen
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Offensichtlicher als auf wirtschaftstheoretische Ansätze wird im
Konzept der "endogenen Entwicklung" auf psychologische Ansätze
Bezug genommen. So meint J. Galtung, "daß die Doktrin der Self-
Reliance nicht im Bereich der Ökonomie, sondern im Bereich der
politischen Psychologie angesiedelt ist". 32) Ausgangspunkt der
Überlegungen ist, daß sich in politischen, ökonomischen und räum-
lichen Benachteiligungen strukturelle Gewalt ausdrückt und daß
die Duldung dieser Gewalt durch die Verinnerlichung eines Werte-
und Normensystems gewährleistet wird wie Gehorsam, Passivität,
Resignation, Unterordnung, Autoritätshörigkeit, Leistungsorien-
tiertheit, Eigennutz und Mißtrauen. 33) Primär geht es jedoch
nicht darum, die Ursachen dieser strukturellen Gewalt zu ergrün-
den, um ihnen entgegenzuwirken, dagegen zu mobilisieren und Mög-
lichkeiten ihrer Überwindung zu finden, sondern die gesellschaft-
lichen Mechanismen der Verinnerlichung des Werte- und Normensy-
stems zu unterlaufen: "Daher muß es in logisch-analytischer Sicht
die erste Aufgabe sein, dieses System zu durchbrechen. Das kann
weder durch von außen gestartete Angriffe auf einzelne Instanzen,
Systeme, Rollenträger und Symbolfiguren geschehen (.. .)· Der an-
dere, brauchbarere Weg aus dem System geschlossener Sozialisation
führt über eine gezielte, aktionsorientierte Bildungsarbeit." 34)
Nachdem das g e s e l l s c h a f t l i c h e P r o b l e m
p s y c h o l o g i s i e r t ist, kann die S c h u l d-
z u w e i s u n g i n d i v i d u a l i s i e r t und die
P r o b l e m l ö s u n g p ä d a g o g i s i e r t werden. Es
bedarf nun keiner politischen Strategie und Organisation der
Betroffenen, sondern nur noch der An- und Einstellung von
Sozialarbeitern, Pädagogen, Innovationsanimateuren, Regionsbera-
tern etc. 35)
Bezeichnenderweise erfolgt hier ein Bruch in der Argumentation
der "regionalen Eigenständigkeit" und der regionalen Selbstbe-
stimmung der Bevölkerung - das "endogene Entwicklungspotential"
verkörpert sich in haupt- und nebenberuflichen Regionalbetreuern,
den Ideologen des Konzepts selbst. Das ist i d e o l o g i-
s c h e K l e i n b ü r g e r e i. 36)
4. Beispiele "endogener" Entwicklungsmaßnahmen und -projekte
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Die ideologiekritische Einschätzung des Konzepts der "endogenen
Entwicklung als kleinbürgerlich bis reaktionär wird durch die
Projektvorschläge sowie die tatsächlich in Angriff genommenen
oder schon durchgeführten regionalpolitischen Maßnahmen voll ge-
stützt.
Gefordert wird v.a. die Ausrichtung der Regionalpolitik auf die
Förderung
- des biologisch-ökologischen Landbaus, die landwirtschaftliche
Umstellung auf veredelte Produkte,
- der Herstellung von kunsthandwerklichen Produkten, der Verar-
beitung von Schafwolle, der Herstellung von Web- und Strickwaren,
des Wohnungsinnenausbaus,
- der Energieeinsparung und der dezentralen Energiegewinnung
(Biogas, Wind- und Solarenergie),
- des kleinräumigen, naturnahen Fremdenverkehrs, getragen von
Land- und Gastwirten sowie (Kunst-)Handwerkern, 37)
- der Verarbeitung regionaler Rohstoffe (Holz, Kohle),
- des Abbaus hierarchischer Betriebs- und Unternehmensstrukturen,
z.B. über die Duz-Reform. 38)
Bei näherer Betrachtung handelt es sich um Forderungen, die mit-
tels der b e s t e h e n d e n s e k t o r a l e n u n d
r e g i o n a l e n F ö r d e r p o l i t i k schon abgedeckt
sind, z.B. im Rahmen der Landwirtschaftspolitik, des Energiespar-
gesetzes, der Dorfsanierungsprogramme, der Mittelstandsförderung
etc.
Auch die schon durchgeführten Maßnahmen 39) gehen nicht über
schon bekannte Ansätze (wie Bergbauern-Sonderprogramm, Regional-
studien) hinaus.
Umfassender sind dagegen die Maßnahmen "endogener Entwicklungspo-
litik", die im Rahmen der E G - R e g i o n a l p o l i t i k
und der Tätigkeit des E G - R e g i o n a l f o n d s durchge-
führt werden sollen oder werden 40) - bezeichnenderweise von den
Ideologen der "endogenen Entwicklung" kaum rezipiert.
So beteiligt sich der EG-Regionalfonds im Rahmen seiner
"spezifischen Gemeinschaftsmaßnahmen" 41) an Fördermaßnahmen für
kleine und mittlere Unternehmen (KMU) über eine Kostenbeteiligung
an der Erstellung sektoraler Marktanalysen, der Errichtung ge-
meinsam genutzter Dienstleistungseinrichtungen, an betriebswirt-
schaftlichen Beratungsgesellschaften, am Aufbau einer zwischenbe-
trieblichen kommunikativen Infrastruktur, an Informationstagungen
für Führungskräfte von KMU, an der Innovationsförderung mittels
Informationssammlung, Durchführungsstudien, speziell auch zur
Verwendung traditioneller Techniken, an der ländlichen Fremden-
verkehrsförderung, an der Erstellung und Nutzung alternativer En-
ergiesysteme (Windgeneratoren, biochemische Anlagen, Miniturbinen
zur Nutzung kleinerer Wasserfälle), an der ländlichen Verkehrser-
schließung und in alten Industriegebieten an Stadtsanierungsmaß-
nahmen und zur Aufbereitung alten, nicht mehr genutzten Indu-
striegeländes.
Die Mehrzahl dieser Maßnahmen sind ausgerichtet auf die ländlich-
peri-pheren Regionen Frankreichs, Italiens und Irlands sowie die
alten Industriegebiete Großbritanniens und Belgien-Luxemburgs.
Sie dienen ausdrücklich dazu, die im Verlaufe des EG-Integrati-
onsprozesses sich ständig steigernden regionalen Desintegrations-
erscheinungen zu verlangsamen oder abzumildern. 42)
5. Folgerungen aus der Kritik des
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"endogenen Entwicklungskonzeptes"
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Im Konzept der "endogenen Entwicklung" werden jedoch andererseits
- trotz aller vorgebrachten Kritik - Ansätze, die sich aus der
Entwicklung der Produktivkräfte ergeben, antizipiert und prakti-
sche Konsequenzen aus der Fehlentwicklung der räumlichen Wirt-
schaftsorganisation zu ziehen gesucht, die es weiterzuentwickeln
gilt. Dabei sollte die M ö g l i c h k e i t s d i m e n-
s i o n, die in den entwickelten P r o d u k t i o n s m i t-
t e l n, -f o r m e n und -t e c h n i k e n zur gesell-
schaftlichen Bedürfnisbefriedigung und der räumlichen Neuorga-
nisation steckt, stärker berücksichtigt, der R e s s o u r-
c e n b e g r i f f d i f f e r e n z i e r t e r g e f a ß t
und seine dynamischen und mobilen Elemente deutlicher heraus-
gearbeitet werden, der Bedeutung und (Neu-)Gestaltung des
r ä u m l i c h e n A r b e i t s t e i l u n g s p r o z e s-
s e s mehr Aufmerksamkeit zukommen und der V o r r a n g d e r
P r o d u k t i o n s s p h ä r e bei der Bestimmung des sozia-
len Veränderungspotentials deutlicher hervortreten. 43) Denkt man
diese Problembereiche konsequenter durch und weiter, wird man
eher zu Strategien, die das Moment f o r t s c h r e i t e n-
d e r V e r g e s e l l s c h a f t u n g in den Mittelpunkt
stellen, gelangen.
_____
*) Dies ist ein Extrakt aus einer größeren Studie und insofern
möglicherweise auch etwas holzschnittartig.
**) Es geht mir hier nicht um die Auseinandersetzung mit dem Kon-
zept, wie es als Entwicklungsstrategie für die Länder der sog.
"Dritten Welt" Bedeutung erlangt hat. Vgl. hierzu kritisch Lemper
sowie zur Information: Lemper, A. Collective Seif Reliance. Eine
erfolgsversprechende Entwicklungsstrategie?, in: Mitteilungen der
Stiftung Deutsches Überseeinstitut, Hamburg 1976, H. 4, S. 61-88;
Stöhr, W.B./Taylor, F. (Hrsg.), Development from Above or Below?
The Dialectics of Regional Planning in Developing Countries, Chi-
chester, New York, Brisbane, Toronto 1981.
1) Dannecker, R., Entwicklungsarbeit und endogene Entwicklung,
in: Endogene Entwicklung: Wirklichkeit und Ideologie. Hrsg. v. P.
Heintz (+), Diessenhofen 1983, S. 87-111, zit. S. 89.
2) Stöhr, W., Alternative räumliche Entwicklungsstrategien endo-
gener "selektiver Eigenständigkeit", in: Österreichische Zeit-
schrift für Soziologie (ÖZS) 8 (1983) 3, S. 117-134, speziell S.
125-128.
3) Galtung, J., Self-Reliance. Beiträge zu einer alternativen
Entwicklungsstrategie. Hrsg. von A. Ferdowski. München 1983. Vgl.
den Bezug auf Galtung bei: Stöhr, W., Alternative ...., a.a.O.
(Anm. 2), S. 123 sowie Baumhöfer, A., Die Stärkung einer eigen-
ständigen Regionalentwicklung - eine regionale Entwicklungs-
chance, in: Neues Archiv für Niedersachsen 32 (1983) 4, S. 388-
400, bes. S. 390 f.
4) Galtung, J., Self-Reliance als Politik (1980), in: Galtung,
J.: Self-Reliance..., a.a.O. (Anm. 3), S. 105.
5) Galtung, J., Überlegungen zu einer neuen Weltwirtschaftsord-
nung. Die alte, neue und zukünftige Ordnung, in: Galtung, J.,
Self-Reliance..., a.a.O. (Anm. 3), S. 28.
6) Brugger, E.B., "Endogene Entwicklung": Ein Konzept zwischen
Ideologie und Wirklichkeit, in: Endogene Entwicklung..., a.a.O.
(Anm. 1), S. 65-85, zit. S. 66.
7) Galtung, J., Self-Reliance: Begriffe, Anwendungen und Prinzi-
pien, in: Galtung, J., Self-Reliance ..., a.a.O. (Anm. 3), S. 47.
8) Lukacs, G., Die deutsche Soziologie der imperialistischen Pe-
riode, in: Die Zerstörung der Vernunft. Berlin 1953, S. 506 ff.
9) Weaver, C., Development Theory and the Regional Question: A
Critique of Spatial Planning and its Detractors, in: Stöhr, W.,
Taylor, F., Development..., a.a.O. (Anm. 2), S. 73-105, zit. S.
93.
10) Baumhöfer, A., Die Stärkung..., a.a.O. (Anm. 5), S. 389f.
11) Tönnies, F., Gemeinschaft und Gesellschaft, Leipzig 1887.
12) Durkheim, E., La division du travail, Paris 1893.
13) Bell, D., The Corning of Postindustrial Society, New York
1973; Riessman, T., The Service Society and the Consumer Van-
guard, New York 1974.
14) Gerhardt, M., Postmoderne - Postindustrialismus auf dem Wege
in eine zeitlose Zukunft. Sendemanuskript der Südfunk-2-Reihe
"Zeit zum Zuhören", 13. 7. 1985, 20.30-22.00 Uhr, S. 74.
15) Brugger, E.A., "Endogene Entwicklung"..., a.a.O. (Anm. 6), S.
69; vgl. auch Weaver, C., Development..., a.a.O. (Anm. 9).
16) Galtung, J., Überlegungen..., a.a.O. (Anm. 5), S. 22.
17) Zang, G., Provinzialisierung einer Region, Frankfurt/M. 1978,
S. 43.
18) Baumhöfer, A., Stärkung der regionalen Eigenständigkeit durch
Aktivierung der eigenen Kräfte, orientiert am regionalen Bedarf,
in: Marxistische Studien 9, Frankfurt/M. 1985, S. 543-549, bes.
S. 543.
19) Stöhr, W., Alternative..., a.a.O. (Anm. 2), S. 7.
20) Marx, K., Lohn, Preis und Profit, in: Marx/Engels Werke, Bd.
16, Berlin 1964, S. 127.
21) Lenin, W. L, Die Entwicklung des Kapitalismus in Rußland, in:
Lenin, W. L, Werke, Bd. III, Berlin 1963, S. 611 f.
22) Vgl. hierzu u. a.: Sachs, W., Energiepolitische "Initiativen
von unten" in den USA. Global denken, lokal handeln, in: Informa-
tionen zur Raumordnung (1984) 1/2, S. 105-120, bes. S. 111;
Stöhr, W.B., Ansätze zu einer neuen Fundierung der Regionalpoli-
tik, in: Jahrbuch für Regionalwissenschaft 5 (1984), S. 7-28,
bes. S. 20-23.
23) Hofmann, W., Sozialökonomische Studientexte, Bd. 3: Theorie
der Wirtschaftsentwicklung. Berlin 1964, S. 48-62.
24) Peschel, K., Über die Unmöglichkeit endogener regionaler Ent-
wicklung in hochindustrialisierten Volkswirtschaften, in: Jahr-
buch für Regionalwissenschaften 5 (1984), S. 29-47.
25) Marx/Engels, Manifest der kommunistischen Partei, in:
Marx/Engels Werke, Bd. 4, S. 485 am kleinbürgerlichen Sozialis-
mus; Marx, K., Lohn, Preis und Profit, in: Marx/Engels Werke, Bd.
16, S. 101-152, am Bürger Weston; Lenin, W. L, Zur Kritik der
ökonomischen Romantik, in: Lenin, Werke, Bd. II, S. 121-264 an
Sismondi und auch Lenin, W. L, Die Entwicklung des Kapitalismus
in Rußland, in: Lenin, Werke, Bd. III, Kap. IV-IX, S. 31-58.
26) Stöhr, W., Alternative ..., a.a.O. (Anm. 2), S. 7f; vgl.
hierzu auch die Diskussion um die Änderung der GA: Verbesserung
der regionalen Wirtschaftsstruktur, in: Regionalpolitik 2000 -
P r o b l e m e, Z i e l e, I n s t r u m e n t e. E r g e b-
n i s s e e i n e s S y m p o s i u m s, T r i e r 1 9 8 4,
s p e z i e l l d e n B e i t r a g v o n M ü l l e r -
K ä s t e r n s, B. u n d I r s c h, N., S. 60-72.
27) Galtung, J., Grundbedürfnisse, Menschenrechte und Entwick-
lungsstrategie, in: Galtung, J., Self-Reliance ..., a.a.O. (Anm.
3), S. 392.
28) Baumhöfer, A., Die Stärkung..., a.a.O. (Anm. 3), S. 392.
29) Hierzu kritisch: Sträter, D., Disparitätenförderung durch
großräumige Vorrangfunktion oder Disparitätenausgleich durch en-
dogene Entwicklungsstrategien?, in: Raumforschung und Raumordnung
42 (1984), 4/5, S. 238-246.
30) Strassert, G., "Regionales Entwicklungspotential". Ein Ver-
such der Enträtselung eines Schlagwortes, in: Raumforschung und
Raumordnung 42 (1984), 1, S. 19-26.
31) Empfehlungen des Beirats für Raumordnung vom 18.3.1983,
Selbstverantwortete regionale Entwicklung im Rahmen der Raumord-
nung, in: Endogene Entwicklungsstrategien? Informationen zur
Raumordnung (1984), 1/2.
32) Galtung, J., Self-Reliance: Begriffe ..., a.a.O. (Anm. 7), S.
49.
33) Galtung, J., Strukturelle Gewalt, Hamburg-Reinbek 1975.
34) Scheer, G., Eigenständige Regionalentwicklung: Ziele, Strate-
gien und Erfahrungen mit einem neuen Konzept der regionalen Ent-
wicklungsarbeit, in: ÖZS 8 (1983), 3, S. 135-144.
35) Baumhöfer, A., Stärkung ..., a.a.O. (Anm. 18), S. 547; Hahne,
U., Ökologische Regionalentwicklung, in: Informationen zur Raum-
entwicklung (1984), 1/2, S. 53-63.
36) Marx, K., Der achtzehnte Brumaire des Louis Bonaparte, in:
Marx/Engels Werke, Bd. 8, Berlin 1960, bes. S. 141f.
37) Baumhöfer, A., Stärkung ..., a.a.O. (Anm. 18).
38) Stöhr, W., Alternative ..., a.a.O. (Anm. 2), S. 128.
39) Sonderaktion des Bundeskanzleramtes zur Stärkung entwick-
lungsschwacher ländlicher Räume in Berggebieten Österreichs. Er-
fahrungsbericht, in: Raumplanung in Österreich 2 (1981), Sekt.
IV/6; Meier-Dallach, H. P./Nef, R./Hohermuth, S./Anliker, R.,
Zwischen Zentren und Hinterland-Probleme, Interessen und Identi-
täten im Querschnitt durch die Regionstypen der Schweiz, Diessen-
hofen 1982; Meier-Dallach, H. P./Hohermuth, S./Nef, R., Soziale
Strukturen und räumliches Bewußtsein, Diessenhofen 1985; Stöhr,
W. B., Ansätze . .., a. a. O. (Anm. 22).
40) Albrecht, W./Faber, P., Ziele, Instrumente und Ergebnisse der
EG-Regionalpolitik, in: Die Verwaltung 16 (1983) 3, S. 353-378.
41) Verordnung (EWG) 214/79 vom 6.2.1979, in: ABl. EG L 35 vom
9.2.1979, Abl. EG C 285 vom 15. 11. 1979, S. 3-27, Verordnung
(EWG) 214-219/84 vom 8. 1. 1984, in: ABl. EG L 27 vom 31.4.1984
42) Zum Scheitern als nationale Entwicklungsstrategie vgl. Axt,
H.-J., On the way to self-reliance. Pasok's Government Policy in
Greece, unveröffentlichtes Manuskript.
43) Vgl. hierzu den Ansatz "Mesotechnologie" bei Etzkowitz, H.,
Überdeterminierte Technologie: Die Delegitimierung einer alterna-
tiven Ideologie, in: Leviathan-Sonderheft 6/1985, S. 83-102.
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