Quelle: Jahrbuch des Inst. für Marxist. Studien und Forschungen 11/1986


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MARKT, PLAN, VERGESELLSCHAFTUNG. ZUM STAND DER WISSENSCHAFTLICHEN DEBATTE ÜBER DAS GLOBALE ENERGIEPROBLEM

Hermann Bömer 1. Eine prokapitalistische Offensive - 1.1 Gute Ziele und schlechte Strategie: Meyer-Abich/Schefold - 1.2 Lübbes Credo - 1.3 Knizas Mißbrauch des Arguments von der Lage der Entwicklungs- länder - 2. Neue Überlegungen zu " Vergesellschaftungsplanung" - 3. Argumente für eine international vergesellschaftete Energiepo- litik 1. Eine prokapitalistische Offensive, ------------------------------------- die man nicht unterschätzen sollte ---------------------------------- 1.1 Gute Ziele und schlechte Strategie: Meyer-Abich/Schefold ------------------------------------------------------------ Der Abschlußbericht des großen Forschungsprojektes "Sozialver- träglichkeit von Energiesystemen" unter der Leitung von M. Meyer- Abich und B. Schefold 1) liegt inzwischen vor. Die positiven Ergebnisse dieser Arbeit sind bereits vielfach re- feriert worden: 2) die Bundesrepublik Deutschland steht bezüglich der Energieversorgung vor einer echten "Verzweigungssituation", d.h. einer Entscheidungsmöglichkeit, zwischen verschiedenen E n e r g i e p f a d e n wählen zu können. Die Wahl spitzt sich aktuell zu auf die Alternative Kernenergie- nutzung mit oder ohne Brüter und Wiederaufarbeitung von abge- brannten Brennelementen. Die Struktur dieser teilweise gegensätz- lichen Energiepfade wurde bereits im Bericht der Enquete-Kommis- sion des Deutschen Bundestages "Zukünftige Kernenergie-Politik" von 1980 3) sichtbar gemacht und ist nach wie vor eine sehr gute und wissenschaftlich fundierte Grundlage für die Diskussion über die Entscheidungsmöglichkeiten heutiger Energiepolitik in der Bundesrepublik. Tabelle 1: Ergebnisse der Berechnungen für die vier Pfade *) PFAD 1 PFAD 2 PFAD 3 PFAD 4 Charakterisierung Wirtschaftswachstum - vor 2000 3,3% 2,0% 2,0% 2,0% - nach 2000 1,4% 1,1% 1,1% 1,1% Strukturwandel in der mittel mittel stark stark Wirtschaft Wachstum der Grundstoff- industrie wie BSP/2 wie BSP/2 Null Null Energieeinsparungen Trend stark sehr stark extrem 1978 2000 2030 2000 2030 2000 2030 2000 2030 Nachfrageseite Pimärenergie- bedarf 390 600 800 445 550 375 360 345 310 Energiebedarf 260 365 446 298 317 265 250 245 210 Strombedarf ** 36 92 124 47 57 39 42 36 37 Nichtenergetischer Verbrauch 32 50 67 43 52 34 34 34 34 Angebotsseite Stein- und Braun- kohle 105 175 210 145 160 145 160 130 145 Erdöl und Erd- gas 265 250 250 190 130 190 130 165 65 Kernenergie in GWe 10 77 165 40 120 0 0 0 0 - davon Brut- reaktoren - - 84 - 54 - - - - Regenerative Energiequellen 8 40 50 40 50 40 70 50 100 Sonstiges Kohleverstromung 65 80 80 29 22 76 77 52 33 Synthetisches Erdgas aus Kohle - 18 50 18 56 - - - - Stromanteil in % - an der Raumwärme 3 14 17 5 7 3 2 2 0 - an der Prozeßwärme 7 19 17 8 8 8 8 7 6 Natururan- bedarf, in 1000 t kumuliert bis 2030 bis 2030 - ohne Wieder- aufarbeitung 650 425 - mit Brut- reaktoren 390 255 _____ *) Wenn nicht anders angegeben, beziehen sich alle Werte auf Mil- lionen t SKE. **) Der Strombedarf bezieht sich auf den Endenergiebedarf an Strom, nicht auf die Bruttostromerzeugung. Er ist hier in Millio- nen t SKE angegeben, 1 Million t SKE Strombedarf entspricht 8,13 TWh. (aus: Deutscher Bundestag, a.a.O., S. 38) Den jeweiligen Energiepfaden sind handfeste ökonomische und poli- tische Interessengruppen zuzuordnen. So setzt sich z.B. Knizia, Vorstandsvorsitzender der Vereinigten Elektrizitätswerke AG (VEW) Dortmund, vehement für die Strategie des Pfades 1 ein, 4) während Meyer-Abich, der als Repräsentant der "ökosozialen Marktwirt- schaftler" in bzw. im Umfeld der SPD gilt, Befürworter des Pfades 3 - zumindest bis zum Datum der Katastrophe von Tschernobyl -, die befristete Weiternutzung von Leichtwasserreaktoren in der BRD vorsieht und einen Ausstieg aus der Kernenergie zum Jahr 2000 für sinnvoll und möglich hält. Pfad 4 dagegen wird von den Grünen repräsentiert, wobei es heute noch radikalere Effizienzszenarien gibt. 5) Zweifellos hat die wissenschaftliche Bearbeitung der Probleme der Energiepolitik große Fortschritte erzielt, nicht zuletzt im kategorialen Be- reich, in dem der Begriff E n e r g i e d i e n s t l e i- s t u n g (ED) als Zweck der gesellschaftlichen Veranstaltung Energiewirtschaft eine zentrale Stellung einnimmt (vgl. Abb. 1, S. 317). Man kann heute durchaus davon sprechen, daß sich eine neue wissenschaftliche Disziplin entwickelt hat, die "technische Ökonomie" und die "Analyse effizienter Energienutzung", 6) die allerdings, soweit ihre Vertreter noch nicht zur Rezeption der Politischen Ökonomie vorgedrungen sind, noch mit vielerlei Illusionen über die Fähigkeiten der Marktwirtschaft behaftet sind. 7) Diese Disziplin definiert das Energieproblem wie folgt: "Wie läßt sich für j e d e g e w ü n s c h t e E n e r g i e- d i e n s t l e i s t u n g d i e e r f o r d e r l i c h e E n e r g i e m e n g e und -a r t m i t H i l f e w e l- c h e r E n e r g i e q u e l l e a m k o s t e n - g ü n- g s t i g s t e n b e r e i t s t e l l e n?", 8) w o b e i d e r B e g r i f f K o s t e n die betriebs- und volkswirt- schaftlichen Kosten umfaßt. Es muß also zunächst die thermo- dynamische Struktur des Endenergiebedarfs bestimmt werden, um dann die jeweils kostengünstigste Energiequelle zuordnen zu können. Z.B. ist es völlig unsinnig, die gewünschte Raumtempe- ratur von 20°C für Wohnungen mit teurem Strom aus Kernkraftwerken zu erzeugen, wenn dies statt dessen mit passiver Solarenergie, z. B. erstklassiger Wärmedämmung, oder mit Abwärme aus Anlagen mit Kraft-Wärme-Koppelung viel kostengünstiger zu erreichen ist. Die Vernachlässigung der Rezeption dieses relevanten kategorialen Fortschritts ist ein Hauptgrund dafür, daß es solange gedauert hat, bis in den energiepolitischen Programmaussagen der marxisti- schen Kräfte den Energiesparstrategien der ihnen gebührende s y s t e m a t i s c h e Stellenwert zugewiesen worden ist, so z.B. erst 1983 in den "Energiepolitischen Vorstellungen der DKP". 9) Die Gruppe um Meyer-Abich und die zu Recht berühmte Autorengruppe der Öko-Institut-Studie von 1980 10) haben wesentlichen Anteil daran, daß wir heute über eine theoretische, technische, ökonomi- sche und ideologische Alternative zum angebotsorientierten Kon- zept der Monopole der Energiewirtschaft verfügen. Und dennoch weist die Studie der Gruppe um Meyer-Abich wesentliche Schwächen auf, die es zu kritisieren gilt: es wird e r s t e n s systema- tisch die Weltenergieproblematik ausgeblendet, übrigens ganz in der Tradition der sogenannten sozialgesteuerten Innovationspoli- tik des Peter Glotz. 11) Abbildung 1: Von der Primärenergie bis zu den Energiedienstleistungen PRIMÄRENERGIE Fossile Brennstroffe Steinkohle, Braunkohle, Primärenergieträger Erdöl, Erdgas, Ölschiefer, alle Energieträger Teersande natürlich vorkommen Kernbrennstoffe Uran, Thorium Regenerative Energiequellen Wasserkraft, Sonne, Wind, Erdwärme, Biomasse SEKUNDÄRENERGIE Umwandlungs- Kohleprodukte und Transport- Sekunderenergieträger Koks, Briketts,... verluste sind alle Energieträger Mineralölprodukte die als Ergebnis eines Benzin, Heizöl,... Umwandlungsprozesses (z.B. in Raffinerien Gasprodukte oder Kraftwerken) aus Stadtgas, Raffineriegas,... Primärenergieträgern entstehen. Sonstige Strom, Fernwärme Endenergie ist die Energie, die vom End- ENERGIE Nicht- verbraucher eingesetzt Sekundärenergien energetischer wird. Dazu gehört in Kohle-, Mineralöl- und Verbrauch sowie Regel die meiste Gasprodukte, Strom, Fern- Transportver- Sekundärenergie, doch wärme luste auch direkt nutzbare Primärenergieträger, Primärenergien wie z.B. Erdgas und Anthrazitkohle, Erdgas, Anthrazitkohle. direkte und indirekte Sonnenenergie In der Regel entstehen Nichtenergetischer auch beim Endnutzer von Energie Verluste, NUTZENERGIE die tatsächlich ge- Wärme Umwandlungs- nutzte Energie liegt Licht verluste zur Zeit in der Bun- Kraft desrepublik Deutsch- Nutzelektrizität land bei rund ein Drittel der eingesetz- ENERGIELEISTUNGEN ten Primärenergiemenge Warme Räume Prozeßwärme Ungenutzte Bewegung Energie Information... _____ (aus: Deutscher Bundestag, a.a.O., S. 17) Z w e i t e n s wird die an sich begrüßenswerte Prüfung der S o z i a l v e r t r ä g l i c h k e i t der energiepolitischen Strategien umgebogen in einer Überprüfung der Verträglichkeit mit den angeblichen Prinzipien der sozialen Marktwirtschaft. Die Mög- lichkeiten und Entwicklungsprobleme des Sozialismus bezüglich der Umweltbeherrschung werden auf einer halben Seite (S. 160) abge- fertigt. Es wird keine Notiz genommen von der breiten Diskussion über Umweltprobleme und über den notwendigen Wechsel des Repro- duktionstyps im Sozialismus, wie sie etwa auf dem 27. Parteitag der KPdSU und bei dessen Vorbereitung stattgefunden hat. Ein d r i t t e r Mangel der Arbeit besteht darin, daß keine explizite Auseinandersetzung mit den Vertretern des Pfades 4 ge- führt wird, die ihrerseits teilweise inzwischen k e i n e dog- matische a priori-Festlegung auf die 'öko-soziale Marktwirt- schaft' mehr vornehmen. Die Autoren greifen das von den Ordoliberalen entwickelte Konzept der W i r t s c h a f t s s t i l e als Hauptunterscheidungs- merkmal von ökonomischen Strategien auf. Dementsprechend unter- scheiden sie - sinnvollerweise - zwischen dem harten (Pfade 1 u. 2) und dem weichen Weg (Pfade 3 u. 4) der Energiepolitik, messen aber dem Wirtschaftssystem (Plan- und Marktwirtschaft) unver- ständlicherweise nur eine untergeordnete Bedeutung zu, weil es - was bislang nicht zu bestreiten ist - auch im Sozialismus harte Strategien gebe. Dem von den Vertretern der Rechten erhobenen Vorwurf, die Sonnen- Spar-Strategie erfordere einen "energiepolitischen Dirigismus" 12) versuchen sie mit Argumenten entgegenzutreten, die die Markt- konformität der S-Strategie unterstreichen. Da das S-Szenario an der Nachfrage nach Energiedienstleistungen ansetze und die "Steuerung der Entwicklung der Versorgungssysteme der energiepo- litischen Beeinflussung der Energieanwendung nachgeordnet (wäre)," 13) sei beim S-Szenario der Bedarf an Staatsinterventio- nismus letztlich geringer als beim Kernenergieszenario, da der Ausbau der Kernenergie einschließlich der Brütertechnologie "die Vermutung nahelegt, daß nicht nur aus sicherheitspolitischen, sondern schon aus ökonomischen Gründen eine Verstaatlichung des gesamten Systems erforderlich würde". 14) Das S-Szenario laufe dagegen aus immanenten Gründen (Nutzung der Abwärme und der rege- nerativen Energiequellen) eher auf eine dezentrale Kommunalisie- rung (Rekom-munalisierung) hinaus. Die Fronten kehren sich nun um. Sozialdemokraten reklamieren für sich "Ökosoziale M a r k t w i r t s c h a f t", während sie den für den Ausbau der Kernenergie tatsächlich erforderlichen S t a a t s i n t e r v e n t i o n i s m u s den Rechten zum Vorwurf machen. Woran liegt der rationelle Kern dieses Rollentau- sches? In der Tat führt eine Überzentralisierung der Stromproduk- tion und eine fehlende horizontale Integration im Energiesektor zu einem überproportionalen gesellschaftlichen Arbeitsaufwand, der durch die Tendenzen der Überakkumulation von Kapital auch in diesem Sektor zusätzlich gesteigert wird. 15) Eine vom Primat der rationellen Energieversorgung geforderte De- zentralisierung der Produktion von ED verlange deshalb die Ent- flechtung der großen EVUs. Der Trick besteht nun darin, der De- zentralisierung durch Kommunalisierung Marktkonformität zu unter- stellen, obwohl doch - und dies muß man offen aussprechen, um die politischen Widerstände der Monopole der Energiewirtschaft gegen dieses an sich vernünftige Konzept brechen zu können - die Kommu- nalisierung der Energiewirtschaft einen wichtigen Schritt zur Überwindung der Profitwirtschaft darstellt, ja geradezu gefordert wird, die Energiewirtschaft zu einer sozialen Aufgabe zu erklären und dem Kapitalverwertungsinteresse zu entziehen. Diese Position wird im Gegensatz zur Meyer-Abich-Gruppe vom Autorenkollektiv der Öko-Instituts-Studie ebenso wie von der Memo-Gruppe (Memorandum '85) in aller Deutlichkeit vertreten. Meyer-Abich/Schefold benutzen folglich eine primitive Sozialis- mus-Vorstellung (alles muß physisch zentral geplant werden!) als Hebel, um ihr Konzept als marktwirtschaftskonform erscheinen zu lassen. Dabei rücken sie jedoch unvermeidlich den Hauptgegner ihres vernünftigen Konzeptes aus dem Blickfeld bzw. verniedlichen ihn als "ablehnende Haltung, die solchen Vorschlägen von seiten der Elektrizitätswirtschaft und insbesondere von den großen Ver- bundgesellschaften entgegengebracht wird" 16) und propagieren in idealistischer Manier einen neuen (sanften) Wirtschaftsstil, der sich gleichsam qua Vernünftigkeit durchsetzen könne. Meines Erachtens ist es kein Zufall, daß der Bundesfinanzminister die VE-BA vollständig privatisieren will, deren Tochter PREAG im- merhin ein großer Atomstromproduzent ist. Auch der nicht unbedeu- tende Einfluß der Kommunalvertreter in den Aufsichtsgremien der großen EVU's wie RWE und VEW gerät immer mehr von rechts in die Schußlinie. Schließlich ist bei diesen Unternehmen die notwendige - wenn auch nicht hinreichende - Bedingung des öffentlichen Ei- gentums - bereits (teil)erfüllt, während der Umstellung der Ge- schäftsprinzipien weg von der Profit- und Umsatzmaximierung hin zur Sozial-und Umweltorientierung bislang erfolgreich widerstan- den wurde, diese aber immer stärker von progressiven Kräften in den Kommunen gefordert wird. 1.2 Hermann Lübbes Credo für die Marktwirtschaft ------------------------------------------------ In einem Grundsatzartikel 17) führt der Starphilosoph der Konser- vativen fünf Argumente an, um nachzuweisen, daß es "Umweltschutz nicht ohne Marktwirtschaft" - so sein Titel - gibt. a) Auch Lübbe unterstellt inzwischen überholte Kommunismuskonzep- tionen, die von einer praktisch unbegrenzten Fülle von materiel- len Gebrauchswerten und Dienstleistungen als Voraussetzung für den Ersatz des L e i s t u n g s p r i n z i p s als V e r- t e i l u n g s r e g e l durch das Prinzip der B e d ü r f- n i s r e g u l i e r u n g ausgehen. Dies führe zwangsläufig zum "P r o d u k t i o n s- u n d P r o d u k t i v i t ä t s- p a t h o s". Im Gegensatz hierzu ist heute in der marxistisch- leninistischen wissenschaftlichen Literatur weitgehend unbestrit- ten, daß die kommunistische Produktions- und Lebensweise sich nicht über die "elementaren ökologischen Restriktionen" 18) hin- wegsetzen kann und eine Öko-Ethik 19) zur allgemeinen Verhaltens- norm werden muß, die eine radikale Abkehr vom ressourcenver- schwenderischen 'american way of live' sowie neue Anforderungen an den Produktivitätsbegriff erfordert. Allerdings kann man noch nicht behaupten, daß die Implementierung des Planungs- und Leitungssystems in den Ländern des realen Sozialismus sowie das Massenbewußtsein voll diesen Erfordernissen entspricht. Die Durchsetzung des intensiven Reproduktionstyps und die Überwindung der Überfluß-Fiktion bezüglich der Naturpotentiale speziell in der UdSSR ist zentrale Aufgabe der Wirtschaftsstrategie der nächsten Dekade. b) Gewaltenteilung verstärke die Chancen der Ökologiebewegung. Dies ergebe sich daraus, daß einerseits das "wirtschaftliche Han- deln in liberalen politischen Systemen in wesentlichen Hinsichten aus dem politischen Prozeß ausgegrenzt (bleibe)" und andererseits gerade deshalb Bürgerinitiativen bezüglich des Umweltschutzes "ohne Rücksicht auf andere Zwecke, die nicht sie, sondern andere zu verantworten haben, agieren können". Richtig ist natürlich, daß dort, wo es keine Gewaltenteilung und c) keine bürgerliche Pressefreiheit' gibt, eine notwendige Neu- oder Umorientierung der Wirtschafts- und Umweltstrategie nur aus der Fähigkeit der Organe der nach den Prinzipien des demokrati- schen Zentralismus funktionierenden sozialistischen Demokratie erwachsen kann, selbstkritisch und offen den jeweiligen Entwick- lungsstand einzuschätzen und die Mechanismen der sozialsitischen Demokratie immer besser zu entwickeln. Lübbe geht jedoch seiner- seits elegant über das Problem hinweg, daß es einen gewaltigen Unterschied zwischen den Forderungen von Umweltschutzinitiativen und ihrer tatsächlichen Realisierung gibt. Beispielsweise wird schon lange gegen den Parasitismus des Automobilkapitals, der Pharmaindustrie und der Energiekonzerne usw. polemisiert und ge- kämpft. Und sicherlich wird der technische Umweltschutz hierdurch angepeitscht (Katalysatoren, Entschwefelungsanlagen usw.). Die erforderlichen gesamtgesellschaftlichen Lösungen (ÖPNV statt In- dividualverkehr, KWK usw.) bleiben jedoch hierbei aus, weil sie antimonopolistische Machtveränderungen verlangen. Im Gegensatz hierzu mag es leider im Sozialismus nicht selten Verzögerungen bei der Erkenntnis neuer Probleme geben. Sind diese jedoch über- wunden, wird das gesellschaftliche Eigentum an den Produktions- mitteln sowie die Planbarkeit der Wirtschaftsentwicklung zu einem mächtigen Hebel im Sinne der Realisierung der Hauptzielstellung. Schließlich stellt sich der Sozialismus das Ziel der umweltver- träglichen Reproduktion natürlich bei Aufrechterhaltung des Ziels der Vollbeschäftigung, der sozialen Sicherheit und einer gerech- ten Weltwirtschaftsordnung, von Zielen also, denen Lübbe nicht einen Satz widmet, weil sie nicht im Klasseninteresse seiner Auf- traggeber liegen. d) Wie Gärtner in Anlehnung an "Global 2000" 20) zum wiederholten Male nachgewiesen hat, wird die Ökologiefrage in ihrer globalen Dimension schließlich in den Entwicklungsländern entschieden, de- ren Umweltprobleme das Resultat der durch den Weltkapitalismus aufrechterhaltenen Unterentwicklung sind. Insofern nutzt die fol- gende Feststellung Lübbes wenig: "Je größer der wirtschaftliche Wohlstand, um so umweltbewußter wird die einschlägige Öffentlich- keit." Dieser Satz hat schließlich e r s t e n s auch für den Sozialismus Gültigkeit. Die neue Dimension des Umweltschutzpro- blems stellt sich jedoch heute z w e i t e n s so, daß bereits die Bereitstellung eines elementaren materiellen Versorgungsnive- aus in den Entwicklungsländern auf umweltschonenden Wegen reali- siert werden muß, der bisherige Weg (erst Wohlstand, dann Umwelt- schutz) also wegen seiner katastrophischen Auswirkungen nicht mehr gegangen werden darf. Der kapitalistische Entwicklungsweg, der den meisten Ländern der Dritten Welt heute aufgezwungen wird, kann mit seiner extremen Weltmarktorientierung aber gerade dies nicht garantieren. e) Schließlich bringt L ü b b e das beliebte Argument, daß man das Profitmotiv dem Umweltschutz dadurch dienlich machen müsse, daß durch Veränderungen des ordnungspolitischen Rahmens der Raub- bau an der Natur gestoppt werden könne, in dem die Externalisie- rung der Kosten durch Internalisierung ersetzt werden müsse. Unterscheidet man bezüglich der Typen der Umweltschutzpolitik zwischen dem G e m e i n l a s t p r i n z i p (die Schäden wer- den nachträtglich durch den Staat repariert, der Klassenkampf um den Staatshaushalt und die Steuern entscheidet über die Finanzie- rung), dem V e r u r s a c h e r p r i n z i p (Variante I: Der Schaden wird durch technischen Umweltschutz 'an der Quelle' ver- mieden, die Kosten werden durch Preiserhöhung auf die Verbraucher gewälzt; Variante II: Die Kosten werden aus den Profiten bezahlt) und dem V o r s o r g e p r i n z i p (umweltschädliche Produk- tionen und Waren werden schlicht v e r b o t e n; z.B. ener- giefressende Getränkedosen, Einwegverpackungen etc.), so kann in den hochentwickelten imperialistischen Ländern auf dem Wege des Gemeinlastprinzips und Verursacherprinzips (Variante I), also der Internationalisierung der Kosten des Umweltschutzes, beträchtli- ches geleistet werden. Der aus diesen Strategien resultierende technische Umweltschutz' auf der Basis modernster Technologien ist die starke Seite der aktuellen Umweltpolitik der imperiali- stischen Metropolen. Da dieser technische Umweltschutz' eine Funktion des Standes von Wissenschaft und Technik ist, haben die Metropolen des Kapitals auf diesem Feld i.d.R. noch einen Ent- wicklungsvorsprung vor den sozialistischen Ländern, und aus die- sem Grunde bietet sich gerade dieses Feld für eine Ausweitung der West-Ost-Kooperation an. Der Parasitismus des aus der Profitmaximierung resultierenden 'american way of live' aber läßt sich durch diese Strategien je- doch nicht durchbrechen. Es ist eben nur eine Karikatur auf die wirklichen Problemlösungen, wenn z. B. Mercedes-Benz in großen Anzeigen mit dem Titel "Unser Umweltschutzprogramm" in diversen Typennummern (500 SE/500 SEL/300 SE/300 SEL usw.) mit dem Zusatz "mit Katalysator" versieht und damit das strategische Konzept der Automobilindustrie, den technischen Umweltschutz, zur Lösung der Umweltprobleme anpreisen will. Der Sozialismus dagegen hat die Möglichkeit, das Vorsorgeprinzip durchzusetzen, insofern er ein anderes Lebensmodell anstrebt und es gegen die nach wie vor auf- grund der Macht der USA über die Informations-, Kultur- und Be- wußtseinsindustrie existierende Hegemonie des 'american way of live' d u r c h k ä m p f t. Die Umweltschutz- und Ökobewegung in den Metropolen hat sich dieses Ziel ebenfalls gesetzt. 1.3 Knizias Mißbrauch des Arguments von der Lage ------------------------------------------------ der Entwicklungsländer ---------------------- Ein für die energiepolitische Diskussion nicht unwichtiges Buch wurde von Knizia 1981 publiziert. 21) Es übt sicherlich eine sug- gestive Wirkung auf solche bürgerlichen Kreise aus, die nicht der Hardliner-Fraktion der Reagan-Administration zuzurechnen sind und die eine wichtige Rolle bei der Verteidigung der wirtschaftlichen und technologischen Ost-West-Kooperation spielen, ohne für einen einzigen Augenblick ihre aktive prokapitalistische und antisozia- listische Haltung zu leugnen. 22) Knizia verfolgt einen g l o b a l e n Ansatz. Er argumentiert, daß nur ein möglichst rascher Ausbau der Kernenergie (ein- schließlich der Brütertechnologie) sowie Abrüstung die Haupt- probleme der Zukunft der Menschheit werden lösen können: Das Wachstum der Weltbevölkerungsentwicklung müsse gestoppt werden, um die aus Unterentwicklung resultierende Zerstörung der ökologi- schen Grundlagen der menschlichen Existenz zu stoppen. Da die Er- fahrung gezeigt habe, daß die Wachstumsrate der Bevölkerung in Abhängigkeit vom Wohlstandsniveau (und damit vom Energiever- brauch) sinke, macht er einen heroischen Umkehrschluß in der klassischen Manier des technologischen Determinismus: Je schnel- ler das Primärenergieangebot steige, desto früher werde in den Ländern der Dritten Welt der Zeitpunkt sinkender Wachstumsraten der Bevölkerung erreicht, desto größer sei also die Chance, die aus der Unterentwicklung resultierende Gefahr der globalen ökolo- gischen Katastrophe zu vermeiden. In diesem Zusammenhang kriti- siert er scharf die USA, die die Linie der Brüterentwicklung und Wiederaufarbeitung abgebrochen habe und sich unverantwortlicher- weise auf den weiteren Import von Öl und Gas aus dem Nahen Osten und aus Mittelamerika stütze, obwohl diese Ressourcen (ich sehe dies persönlich genauso) eigentlich den Entwicklungsländern vor- behalten werden müßten. Wo liegt der Pferdefuß? Knizia unterstellt die Knappheit an Primärenergieträgern und ihre Kostenexplosion (1973/75 und 1979/81) als Hauptursache der Unter- entwicklung. Der Honorarprofessor der Universität Dortmund und Diplomingenieur hat keine Kenntnisse über die gesellschaftlichen Ursachen der Unterentwicklung, die Rolle des Neokolonialismus und der anachronistischen Eigentums- und Machtverhältnisse in den meisten Entwicklungsländern. Es knüpft an partiellen unumstößli- chen Tatsachen an und wendet sie technologiedeterministisch zum Zwecke einer extremen Kernenergiestrategie an. Zum Beispiel ist es natürlich nicht falsch zu behaupten, daß die Überwindung der Unterentwicklung zwangsläufig mit einem steigenden Verbrauch an kommerziellen Primärenergieträgern verbunden ist, selbst unter der Bedingung, daß tatsächlich alle Energieeinsparmöglichkeiten genutzt und das heute gewinnbare regenerative Energiepotential ausgeschöpft wird. Nach Angaben der Weltbank z. B. stieg der kom- merzielle Energieverbrauch Kubas pro Kopf (in kg Öleinheiten) von 604 kg (1965) auf 1042 kg (1983), und Kuba hat sich bekanntlich entschlossen, ein Kernkraftwerk bei Cienfuegos zu bauen, um den wegen der Industrialisierung schnell wachsenden Stromverbrauch befriedigen und gleichzeitig den Öleinsatz für die Stromerzeugung reduzieren zu können, Öl, das bekanntlich um die halbe Welt transportiert werden muß. Ein ausreichendes Angebot von Primärenergieträgern ist folglich e r s t e n s zwar eine notwendige, keineswegs jedoch eine hin- reichende Bedingung zur Überwindung der Unterentwicklung. Und z w e i t e n s gilt heute als ökologischer Imperativ, daß die notwendige Entwicklung alle denkbaren Möglichkeiten eines sparsa- men und - wo möglich - auf regenerative Energiequellen gestützten Wachstums ausschöpfen muß. So wird z.B. in Kuba aus der Biomasse Zuckerrohr auch Papier, Energie usw. gewonnen, wird zugleich durch nationale Aufforstungsprogramme sowohl eine ökologische Stabilisierung herbeigeführt, als auch der notwendige Holzimport (!) allmählich substituiert. Allerdings verlangt die maximale Ausnutzung der regenerativen Energiequellen ein hohes Qualifika- tionsniveau der Arbeitskräfte, ein eigenes Potential an Ingenieu- ren aller Art, an Naturwissenschftlern, Ökonomen, Ökologen und Planern. Kuba ist nun wiederum ein hervorragendes Beispiel für eine gelungene Politik der Bildungsrevolution und -expansion und verfügt heute über zahlreiche qualifizierte wissenschaftlich aus- gebildete Kader. Es ist allerdings zu berücksichtigen, daß gerade die Heranbildung der für einen hochwertigen Umweltschutz erfor- derlichen Ingenieurkader eine längere Zeit in Anspruch nimmt als etwa die Heranbildung von Lehrern, Ärzten usw., 23) so daß die Entwicklungsländer, die sich befreien, auch in dieser Hinsicht noch Jahrzehnte unter den Folgen des Kolonialismus und Neokolo- nialismus zu leiden haben. Da Entwicklung heute jedoch nicht mehr unter den Bedingungen der Vernachlässigung des Umweltschutzes erfolgen darf, ist über neue Formen des (angepaßten) Technologietransfers nachzudenken, die einerseits den fortgeschrittensten Stand umweltfreundlicher, den jeweiligen Länderbedingungen angepaßter Technologien und Pla- nungsverfahren repräsentieren, andererseits die Abhängigkeit von den höherentwickelten Ländern nicht erneut reproduzieren. Dies verlangt, daß den Entwicklungsländern beim Aufbau eines eigenen Forschungs-, Entwicklungs- und Ausbildungspotentials maximal ge- holfen werden muß. 2. Neue Überlegungen zum Begriff und Inhalt ------------------------------------------- "Vergesellschaftung-Planung" ---------------------------- Die bisherige energiepolitische Debatte hat gezeigt, daß eine vernünftige, an sozialen und ökologischen Kriterien orientierte Energiepolitik ein großes Spektrum an differenzierten Maßnahmen umfassen muß: - neue Technologien bzw. einen neuen Technologiemix; - Sparmaßnahmen technischer und sozialer Art (z.B. Tempo 100). Die Enquete-Kommission des Deutschen Bundestages 24) hat allein 62 Empfehlungen zur Förderung der Energieeinsparungen und zur verstärkten Nutzung erneuerbarer Energiequellen vorgeschlagen, die mehrheitlich aus Profitgründen nicht realisiert werden; - neue Tarifstrukturen, z.B. die Reform der Vergütungspreise für Einspeisungen von industriellen Stromerzeugern in das öffentliche Netz; - spezifische Netzkonzeptionen für den Stromverbrauch; - eine spezifische Fahrweise der unterschiedlichen Kraftwerksty- pen; - einen komplexen Umbau der Städte, d. h. die jeweilige zusammen- hängende Optimierung von Siedlungs-, Verkehrs- und Energiesyste- men; - die Umstrukturierung des Forschungs- und Entwicklungspotentials der BRD; - eine Neuorganisation und Verbesserung der Finanzausstattung der Kommunen; - die Attraktivitätssteigerungen ressourcensparender Komponenten der Lebensweise einschließlich der Durchsetzung einer neuen Öko- Ethik usw. Kurz: eine alternative Energiepolitik verlangt ihre Integration in einen a l t e r n a t i v e n R e p r o d u k t i o n s- t y p d e r G e s a m t w i r t s c h a f t sowie den Kampf für ein neues Denken und Handeln auch bezüglich der L e b e n s- w e i s e. 25) Die Spezifik des Gebrauchtwertes "Energiedienstleistung" verlangt nun, um die effizientesten Angebotsbedingungen herzustellen (Kraft-Wärme-Kopplung), verbrauchsnahe Wärme- und damit auch Stromproduktion. Verbrauchsnahe KWK-Anlagen setzen übrigens eine hervorragende Verkehrsinfrastruktur voraus, die die zusätzlichen Kohletransporte via Binnenschifffahrtsnetz und Bahn aufnehmen kann, eine Bedingung, die in der BRD gegeben ist, jedoch nicht unterschiedslos für jedes Land und jede Entfernung zu unterstel- len ist. Die maximale Nutzung der verschiedenen Formen der Son- nenenergie (Biomasse, Kollektoren, Wind, Wasserkraft und Erd- wärme) verlangt 'Fläche', die ebenfalls verbrauchsnah zu nutzen ist. Dies ist der rationelle Kern der Rekommunalisierungsstrate- gie sowie der dezentralen, den jeweiligen regionalen Bedingungen angepaßten Strukturen der Energiedienstleistungsbereitstellung. Daß die profitorientierte Bereitstellung des Gebrauchswertes Pri- märenergieträger sowie deren niedriges Preisniveau auf der Basis der Expansion der Erdölkonzerne bis zur zweiten Erdölpreisrevolu- tion 1979/81 in der BRD und anderen Industrieländern, vor allem in den USA zu enormen Verschwendungsstrukturen geführt hat, wurde vielfach überzeugend nachgewiesen. Hennicke u.a. widerlegen nun die These, daß eine einfache Entflechtung der heutigen überregio- nal tätigen Energieversorgungsunternehmen via Rehabilitation des Konkurrenzmechanismus diese verbrauchsnahen Strukturen quasi au- tomatisch herstellen könnte und bezeichnen dieses "zu Ende ge- dachte neoliberale Modell", das auch vielen Überlegungen des Ver- treters der "technischen Ökonomie" zugrunde liegt, 26) als Illu- sion, weil die Gewinnorientierung bei der Produktion von Energie- Dienstleistungen aufgrund des dem Kapitalismus immanenten Zwangs zur Konzentration und Zentralisation von Kapital zur R e k o n- z e n t r a t i o n der entflochtenen Unternehmen führen würde. Die Stahlindustrie - sie weist wegen ihrer hohen Kapital- intensität viele Parallelen zur Energiewirtschaft auf - hat dies nach den Entflechtungsmaßnahmen, die von den Westalliierten als Alternative zur Verstaatlichung / Vergesellschaftung den Kriegs- verbrecherkonzernen wie Thyssen, Krupp usw. nach dem 2. Weltkrieg aufgezwungen worden waren, praktisch historisch bewiesen. Bereits 1960 waren durch Rekonzentrationsmaßnahmen, die dem Charakter der monopolistischen Konkurrenz entspringen, die Konzernstrukturen der Vorkriegszeit im großen und ganzen wiederhergestellt! Auch die inzwischen häufig angeführten Beispiele aus den USA wie das der Pacific Gas und Elektric Company, die als Querverbundun- ternehmen inzwischen ED vermarkten, statt Energieträger zu ver- kaufen und sich nicht um die Effektivität der Nutzung der Ener- gieträger zu kümmern, 27) sprechen nicht für eine marktwirt- schaftliche Lösungsstrategie. Diese Beispiele erfolgen e r- s t e n s auf einem ungeheuer hohen Niveau der Energiever- schwendung, z w e i t e n s bei einem anderen Energierecht, das sicherlich flexiblere Reaktionen auf das Überkapazitätsproblem der Stromwirtschaft zuläßt und erzwingt als das bundesdeutsche Energierecht, und d r i t t e n s angesichts der Tatsache, daß das Finanzrisiko von Großinvestitionen in Kernkraftwerke ange- sichts der trüben Entwicklungsaussichten der US-amerikanischen Wirtschaft und des erneuten Preisverfalls für fossile Energieträ- ger zu groß geworden ist, so daß ein Ausbaustop für Großkraft- werke und statt dessen eine Expansion dieser Gesellschaften in bankwirtschaftliche und sonstige Dienstleistungssektoren (z.B. Energiesparberatungen für Haushalts- und Industriekunden) höhere Gewinne verspricht. Dies wirkt zwar partiell der Energiever- schwendung entgegen, ersetzt jedoch keineswegs eine gesamtwirt- schaftliche Steuerung, die z.B. 1986 vor der Aufgabe steht, den Absturz der Erdölpreise nicht zu einer Ursache für eine erneute Energieverschwendungswelle werden zu lassen. Die Kernforderung alternativer Energiepolitk muß sich deshalb an der progressiven Lösung des G r u n d w i d e r s p r u c h s der Bewegung die- ser Branche orientieren, den Hennikke u.a. wie folgt definiert: "Diese Branche ist wie keine andere charakterisiert durch den Wi- derspruch zwischen einem außerordentlich hohen Vergesellschaf- tungsgrad und einer privatwirtschaftlich ausgerichteten Ge- schäftspolitik auch ihrer formell öffentlichen Unternehmen. Die bundesweite Standort-, Investitions- und Absatzplanung der großen Energiekonzerne (insbesondere des Strom-Verbunds), das wachsende Ausmaß der Leitungsgebundenheit (zunehmend auch auf dem Wär- memarkt) und die dadurch bewirkte Durchdringung fast sämtlicher Arbeits-, Lebens- und Umweltbereiche durch das Energiesystem kon- fligieren in wachsendem Maße mit dem der demokratischen Kontrolle weitgehend entzogenen privatwirtschaftlichen Rentabilitätskalkül der Energiekonzerne". 28) Die Lösung muß deshalb lauten, die En- ergieversorgung nach sozialen und ökologischen Kriterien als öf- fentliche, nicht gewinnorientierte gesellschafliche Aufgabe zu bestimmen. "Nicht die 'öffentliche' Energieversorgung gilt es zu privatisieren, sondern die seit Jahrzehnten institutionell erz- wungene faktische Privatisierung der Geschäftspolitik nur noch (formell) öffentlicher Unternehmen muß aufgedeckt und reformiert werden. Das Geschäft mit der Ware Energie, ob aus privatgewinno- rientierten oder öffentlich-fiskalischen Motiven, muß durch eine Neuorientierung der Energieversorgungsunternehmen auf Bedarfsdec- kung durch Energiedienstleistungen abgelöst werden." 29) Dies be- deutet, die Energiewirtschaft einer entsprechenden gebrauchswer- torientierten P l a n u n g auf kommunaler, regionaler und na- tionaler (und wie in Kap. III gezeigt wird, auch auf internatio- naler) Ebene zu unterwerfen. Da die Effektivität dieser Planung zu einem großen Teil von der Qualität der Berücksichtigung der jeweiligen regionalen und lokalen Besonderheiten abhängt, ist es natürlich notwendig, diese Planung entsprechend nah vor Ort zu entwickeln (daher die wachsende objektive Bedeutung der Stadt- und Stadtentwicklungsplanung und der demokratischen Kontrolle ih- rer Apparate), ähnlich z. B. der Linien- und Fahrplangestaltung von städtischen öffentlichen Verkehrsangeboten, die sinnvoller- weise auch nicht auf nationaler Ebene zu planen sind. Dennoch ist es auf nationaler Ebene erforderlich, Standardisie- rungsregeln zu erlassen (um etwa die Kosten z.B. für die Fahr- zeuge zu senken) und Investitionslenkung zu betreiben, z.B. den Automobilkonzernen Investitionsverbote bzw. -beschränkungen auf- zuerlegen, damit eine g r o ß f l ä c h i g e Verkehrsberuhi- gung durchgesetzt werden kann. Und selbstverständlich sind das Bundesbahnnetz sowie die entsprechenden Fahrpläne, um mit dieser Analogie fortzufahren, auf der nationalen Ebene zu planen und in- ternational zu koordinieren. Vergesellschaftung und Planung heißt also, ein abgestimmtes Ge- samtsystem von Maßnahmen, Gesetzen, Planwerken und -regeln auf allen Ebenen zu entwerfen, das eine neue Reproduktionslogik tatsächlich durchsetzt. 30) Dies bedeutet nicht, auf alle Steue- rungselemente des Markt-Preis-Mechanismus zu verzichten. Letzte- rer kann und wird seine Funktion als Effektivierungsmittel der erforderlichen qualitativen Strukturpolitik erhalten. Der Markt- Preis-Mechanismus erhält dann eine dienende Funktion, wird jedoch ausdrücklich nicht mehr als Selbstzweck akzeptiert. "Im Unter- schied zu einer Konzeption des 'mehr Markt um des Marktes willen' muß aber eine Strategie qualitativen Wachstums von gesamtgesell- schaftlichen Zielsetzungen ausgehen, die sich keineswegs in Ko- stengesichtspunkten erschöpfen, (sondern auch an Sozial- und Um- weltverträglichkeitskriterien - H.B.). Und von daher muß sich das Interesse auf die Entwicklung von Regulierungsformen richten, die diesen Zielen insgesamt gerecht werden können und nicht nur den üblichen Effizienzkriterien." 31) Die notwendige Vergesellschaftung und Planung der energiewirt- schaftlichen Strukturentwicklung erfolgt dabei zu einem wesentli- chen Teil durch die 'Vorverlagerung' in den Wissenschafts- und Entscheidungsapparat, der dieses Gesamtsystem von Maßnahmen zu entwerfen und in Politik umzusetzen hat, und der deshalb mög- lichst demokratisch organisiert sein muß, um die kollektive Weis- heit der Wissenschaft und der Bevölkerung für die Lösung der Pro- bleme nutzbar machen zu können, um also einen vernünftigen Struk- turplan entwerfen zu können. Damit wird die Organisationsform der Wissenschaft und der wissenschaftlichen Politikberatung selbst zu einer entscheidenden Bedingung für die Qualität der Planung. Dem Widerspruch zwischen den wachsenden Vergesellschaftungsanfor- derungen rationeller Energiedienstleistungsbereitstellung und privater (monopolistischer und staatsmonopolitistischer) Organi- sation und Entscheidung entspricht der zwischen den wachsenden Interdisziplinaritätsanforderungen an den Wissenschaftsapparat und seiner tatsächlichen Disziplinborniertheit. Grundbedingung für die Effektivität des Outputs dieses interdisziplinären Wis- senschafts- und Planungsapparates im Sinne der Erstellung ratio- neller Energieversorgungssysteme ist natürlich deren Orientierung auf diesen gesellschaftlichen Zweck, also der Klassenauftrag, für den sie wirksam werden. Da der Auf- und Umbau von Energieversor- gungssystemen langfristiger Natur ist (50-80 Jahre) muß heute darüber hinaus ein prinzipiell neuer Planungshorizont zugrundege- legt werden! Diese progressive Vergesellschaftungsstrategie ist der "defor- mierten Vergesellschaftung" 32) entgegenzusetzen, die der SMK im Energiesektor hervorgebracht hat, also im wesentlichen den großen Verbund-EVUs den multinationalen Konzernen der Energiewirtschaft, den Bankmonopolen sowie den jeweiligen nationalen Energierechts- regelungen, die diese deformierte Vergesellschaftung staatsmono- polistisch regulieren. Notwendige und sinnvolle Entflechtungs- und Dezentralisierungsmaßnahmen sind im Rahmen einer solchen progressiven Vergesellschaftung nicht als Rücknahme von Ver- gesellschaftung zu interpretieren, was natürlich illusionär wäre, sondern als Rücknahme von deformierten Vergesellschaftungs- elementen des SMK und ihren Ersatz durch eine prinzipiell höhere Stufe der Vergesellschaftung, nämlich durch g e s a m t- s t a a t l i c h e komplexe Strategien zur Durchsetzung einer sozial-und umweltverträglichen Emergieversorgungs- und Produk- tionsstruktur. Im folgenden Kapitel soll nun gezeigt werden, daß die globalen Probleme der Menschheitsentwicklung heute, speziell das Energie- problem, sogar eine internationale, sogar globale Regulierung und Planung verlangen. 3. Argumente für eine international ----------------------------------- vergesellschaftliche Energiepolitik ----------------------------------- Hennicke u.a. fordern im nationalen Rahmen, die Stromerzeugung, die Besorgung der fossilen Primärenergieträger und das heute überdimensionierte Verbundnetz organisatorisch zu trennen, um eine ungleichmäßige Aneignung der Differenzialrente und die aus ihr folgende ökonomische Differenzierung der (kommunalen) EVUs, die in Energiedienstleistungsunternehmen umzuwandeln sind, zu verhindern. Da aber nicht nur eine ungleiche geographische Ver- teilung der fossilen Energieträger, sondern auch der regenerative Energiegewinnungsmöglichkeiten existiert, muß es einen interre- gionalen (und auch internationalen) Kompensationsmechanismus ge- ben. Hennicke u.a. betonen für die Handhabung dieser Unterschiede im nationalen Rahmen die Möglichkeit, im Zuge einer Rekommunali- sierungsstrategie Planpreise zu bilden und "die existierenden Differenzialrenten in einen Ausgleichsfonds (einzuzahlen) und für Kompensationszahlungen, sei es in Form von verbilligten Frachtko- sten für Kohle oder zur direkten Subventionierung des Stromprei- ses (zu benutzen)". 33) Eine ähnliche wissenschaftliche Herangehensweise erfordert die Beantwortung der Frage, wie die Energieversorgung für die Mensch- heit insgesamt in Zukunft organisiert werden kann und muß. Es ist sicher, daß der heutige Typ der Energieversorgung vorübergehender Natur ist und durch einen neuen Typ abgelöst werden muß. Siefer- leund Roos/Streibel 34) unterscheiden in der bisherigen Mensch- heitsgeschichte drei Energiesysteme: "das unmodellierte Solar- energiesystem von Jäger- und Sammlergesellschaften, das model- lierte Solarenergiesystem von Agrargesellschaften und das fossile Energiesystem der Industriegesellschaften." 35) Dazwischen fanden die neolithische Revolution (Übergang von den Jäger- und Sammler- gesellschaften zum Ackerbau) sowie die industrielle Revolution statt. Wind, Wasser und Holz waren die wichtigsten Energieträger der vorindustriellen Gesellschaften; Steinkohle, Braunkohle, Erdöl und Erdgas sind bis heute die wichtigsten Primärenergie- quellen der industriellen Gesellschaften des Kapitalismus und So- zialismus. Aus Vorrats- und Umweltgründen kann sich die Menschheit, die sich - global betrachtet - in ihrer Mehrheit nicht im Stadium der Industrialisierung befindet (1980 war für ca. 1,5 Mrd. Menschen nach wie vor Brennholz die wichtigste Energiequelle), die bisher betriebene extensiv erweiterte Reproduktion der energetischen Basis und damit auch den bisherigen Industrialisierungstyp nicht mehr leisten, wobei das Dilemma darin besteht, daß es noch keine globalen Steuerungs- mechanismen und Institutionen gibt, die den Übergang auf den neuen Reproduktionstyp planmäßig herbeiführen könnten. Im Gegenteil wird seit Jahren von den USA die UNO als wichtigste globale Institution demontiert. Die globale Vorratslage und Struktur des fossilen Primärenergieverbrauchs sowie die territorialen Ungleichgewichte werden aus den Tabellen 2 und 3 ersichtlich. Tabelle 2: Vorräte und Verbrauch von Kohle, Mineralöl und Erdgas in der Welt Energieträger Vorräte 1) Verbrauch Mrd. t SKE % Mrd. t SKE % Kohle 11 000 83 2,9 34 Mineralöl 1 900 14 3,5 42 Erdgas 400 3 2,0 24 Insgesamt 13 300 100 8,4 100 _____ 1984 1) geologische Vorräte Quelle: Weltenergiekonferenz Die Disproportionen zwischen Vorräten und Verbrauch sind eklatant und auf Dauer nicht haltbar. Zunächst ist deshalb das Erdöl und später das Erdgas zumindest in den derzeit hochentwickelten Län- dern aus der Stromerzeugung und dem Wärmemarkt zu verdrängen. Das wichtigste U m w e l t a r g u m e n t neben der Schwefel- dioxyd- und Stickoxydbelastung ist die CO2-Falle, die höchstwahr- scheinlich das Resultat der -menschheitsgeschichtlich gesehen - extrem schnellen Verbrauchszuwächse der fossilen Energieträger in Kombination mit der progressiven Vernichtung der Weltwaldbe- stände, die zugleich CO2-Absorber sind, ist. Abbildung 2 (vgl. S. 331) zeigt die Jahreswerte für die weltweiten Emissionen von CO2 von 1860 bis 1974 aus der Verbrennung fossiler Brennstoffe und in geringerem Ausmaße aus der Zementproduktion. Tabelle 3: Weltvorräte an Kohle, Erdöl und Erdgas Kohle Erdöl Erdgas Insgesamt Region Mrd. t SKE Westeuropa 91,3 5,9 6,8 104,0 Ostblock 219,7 30,4 47,5 297,6 Naher Osten und Nordafrika 9,5 91,7 36,5 137,7 Südafrika 51,9 0,0 0,0 51,9 Nordamerika 218,4 11,5 10,6 260,5 Mittel- und Südamerika 14,3 18,1 6,7 39,1 VR China 99,5 3,7 1,0 104,2 Ferner Osten 24,8 4,6 4,8 34,2 Australien 42,0 0,3 0,8 43,1 Welt 771,4 166,2 114,7 1052,3 73,3% 15,8% 10,9% 100,0% _____ 1983-1985 wirtschaftlich gewinnbare Vorräte bei jetzigem Stand der Technik Erdöl einschließlich Ölschiefer und Teersande Quellen: Weltenergiekonferenz: Oil and Gas Journal Abbildung 3 (vgl. S. 331) zeigt Projektionen der wahrscheinlichen CO2-Konzentrationen in Abhängigkeit von den angenommenen Wachs- tumsraten des fossilen Energieverbrauchs, wobei bereits Pfad 5 als kritisch gilt. Die klimatischen Folgen des Einwirkens der Menschheit auf den globalen Naturhaushalt verlangen folglich, ein weiteres Ansteigen des globalen fossilen Primärenergieverbrauchs zu verhindern. Deshalb ist auch der grenzenlose Umstieg auf Koh- lenutzung nicht zulässig. Wenn die Befürworter der Kernenergienutzung nicht das Vorrats-, sondern das CO2-Argument anführen (wie z.B. F.J. Strauß und die Bundesregierung in ihrer Kampagne für den Schnellen Brüter und die WAA in Wackersdorf im Sommer 1986), müssen sie sich aller- dings mit dem folgenden Widerspruch befassen: ihre eigenen Szena- rien weisen aus, daß trotz (einige Kritiker behaupten: gerade we- gen) des schnellen Ausbaus der Kernenergie der absolute Verbrauch fossiler Energieträger weiter enorm steigt und ihr Anteil, wie Tabelle 4 (vgl. S. 332) ausweist, von 93% (1975) auf lediglich 70% (2030) sinkt. Folglich ist das IIasa-Szenario nicht in der Lage, das CO2-Pro- blem zu entschärfen! Das erklärt sich einerseits daraus, daß die Kernenergie im wesentlichen nur zur Stromerzeugung (1984: 13,1% der Weltstromerzeugung) taugt. Prozeß- und Niedertemperaturwär- meerzeugung aus Kernkraftwerken werden zwar geplant, jedoch ver- mutlich (aus Sicherheitsgründen) keine wesentliche Rolle spielen. Bild ansehen Abbildung 2: Emissionen Weltweite Emissionen von CO2 von 1860 bis 1974 aus der Verbren- nung fossiler Brennstoffe und der Zementproduktion. (Quelle: Rotty, 1978) aus: J. Jäger, Das CO2-Problem-Argument für die Atomwirtschaft?, in: Energie für oder gegen die Menschen? ETHZ, Zürich, 1984. Bild ansehen Abbildung 3: Angenäherte Projektionen der CCh-Konzentrationen in der Atmosphäre als Funktion der Zu- oder Abnahme des Einsatzes fossiler Brennstoffe, 1975-2025. (aus: Lovins u.., a.a.O.., S. 62). Tabelle 4: II ASA-Szenarien: Globale Versorgung mit Primärenergie (TWa/a) Primärenergiequelle 1975 2000 2030 Hoch Niedrig Hoch Niedrig Erdöl 3.83\ 5.89\ 4.75 6.83\ 5.02 Erdgas 1.51 >93% 3.11 >82% 2.53 5.97 >70% 3.47 Kohle 2.26/ 4.94/ 3.92 11.98/ 6.45 Kernenergie (LWR) 0.12 1.70 1.27 3.21 1.89 Kernenergie (Brüter) 0 0.04 0.02 4.88 3.28 Übrige Quellen 0.5 1.15 1.09 2.76 2.28 Gesamt 8.21 16.84 13.59 35.65 22.39 _____ (aus: J. Jäger, a.a.O.) Andererseits besteht das Hauptproblem darin, daß die IIASA-Szena- rien, auf deren Basis auch Knizia seine Argumentation entwickelt, nach wie vor im wesentlichen angebotsorientiert konzipiert sind und somit dem E n e r g i e s p a r e n und der Erstellung ei- nes national und global höchstgradig rationellen Energiesystems wenig Bedeutung beimessen, wie die Tabelle 5 (vgl. S. 333) von Bach demonstriert. E/BSP ist die zentrale technische Effizienzkennziffer für den En- ergieeinsatz und gibt an, wieviel Prozent des Primärenergieein- satzes, der 1975 für eine Einheit des Bruttosozialprodukts benö- tigt wurde, im Jahre 2030 erforderlich ist, um die gleiche Lei- stung zu erbringen. Die Tabelle 5 weist aus, daß die zu erwartende Bevölkerungsent- wicklung für das Jahr 2030 gegenüber 1975 recht einheitlich auf ca. 8 Mrd. Menschen prognostiziert wird. Starke Unterschiede treten bereits bei den Annahmen für die Ent- wicklung des Welt-Bruttosozialprodukts auf, das sich bei Kahn verzehnfacht (!) und in den von mir besonders zu betrachtenden IIASA Niedrig- und Lovins- u.a. -Szenarien auf jeweils das 3,57fache ansteigt. Während man für das IIASA-Niedrig-Szenario nachweisen kann, daß es, wie oben gezeigt (Tabelle 4) nicht aus dem CO2-Dilemma her- ausführt, muß das radikale Effizienz-Szenario von Lovins u.a. doch überraschen. Denn es besagt, daß der Weltenergieverbrauch bis zum Jahre 2030 auf ca. 64% des Verbrauchs von 1975 (ca. 8,04 TWa/a) absinken kann. An der Erstellung dieser Studie im Auftrag des Bundesumweltamtes war jedoch neben W. Bach auch F. Krause beteiligt, der noch 1980 eine ganz andere und meines Erachtens viel realistischere Berech- nung vorgelegt hatte, 36) wie die Tabelle 6 (vgl. S. 334) in den Spalten 10 und 11 ausweist. Tabelle 5: Voraussichtliche Entwicklung einiger Faktoren, die den Energiebe- darf im Jahr 2030 beeinflussen (Basisjahr 1975 = 1,00) Szenario Region 1) Bevöl- BSP BSP/ E/ E 2) Gewich- E 4) kerung Kopf BSPf tung 3) Kahn u.a. W 2,325 10,00 4,31 0,480 4,80 1,000 4,800 Rotty und I 1,301 3,27 2,52 0,700 2,30 0,838 1,930 Marland 5) E 2,076 6,77 3,26 1,230 8,35 0,162 1,350 W 1,878 3,94 2,10 0,830 3,28 1,000 3,280 6) Häfele u.a., I 1,347 5,43 4,04 0,545 2,96 0,843 2,497 IIASA Hoch E 2,302 10,29 4,47 1,142 11,75 0,157 1,845 W 2,021 6,37 3,15 0,682 4,34 1,000 3,342 IIASA Niedrig I 1,347 3,07 2,28 0,654 2,01 0,843 1,694 E 2,302 5,66 2,46 1,164 6,58 0,157 1,033 W 2,021 3,57 1,77 0,763 2,73 1,000 2,727 Colombo und I 1,347 2,98 2,21 0,386 1,15 0,843 0,969 Bernardini E 2,302 7,95 3,46 0,785 6,24 0,157 0,980 W 2,021 3,94 1,95 0,495 1,95 1,000 1,949 Lovins u.a. I 1,347 3,07 2,28 0,171 0,53 0,843 0,443 E 2,302 5,66 2,46 0,204 1,15 0,157 0,181 W 2,021 3,57 1,77 0,178 0,63 1,000 0,636 _____ 1) I = Industrieländer (IIASA Regionen I-III); E = Entwicklungs- länder (IIASA Regionen IV-VII); W = Welt 2) Bezogen auf den Energieverbrauch von 1,00 im Jahr 1975 für eine Region 3) Anteil des Energieverbrauchs am Weltenergieverbrauch im Jahr 1975 4 Bezogen auf den Weltenergieverbrauch von 1,00 im Jahr 1975 (das Produkt der beiden vorherigen Kolumnen) 5) Bezieht sich auf 2025 6) Diese und andere scheinbare Inkonsistenzen, bei denen der Weltwert niedriger als der in den einzelnen Regionen ist, entste- hen durch die unterschiedlichen Wachstumsraten und die relativen Gewichtungen in den verschiedenen Regionen. Nach: A.N. Perry, Carbon dioxide production scenarios, in: W.C. Clark (Hrsg.), Carbon Dioxide Review, S. 337-371, Oxford/New York 1982. (aus: W. Bach, Globale Energiestudien: Kritischer Vergleich von Effizienz- und IIASA-Szenarien, in: Energie für oder gegen den Menschen?, Zürich 1984.) Zunächst ist bei Lovins u.a. 37) zu kritisieren, daß der Entwick- lungsabstand zwischen Industrie- und Entwicklungsländern bezüg- lich des Pro-Kopf-BSP gegenüber dem IIASA-Szenario für das Jahr 2030 nicht verringert wird, "wonach im Durchschnitt die reichen Länder pro Kopf 3,2mal so wohlhabend sind wie heute, aber immer noch 10mal so reich sind wie die armen Länder". Dieses so proje- zierte Welt-BSP 2030 wird nun mit dem t e c h n i s c h e n E n e r g i e e f f i z i e n z k o e f f i z i e n t e n (E/BSP), d.h. der zur Bereitstellung einer Bruttosozialproduk- teinheit erforderlichen Primärenergie multipliziert, der für die BRD berechnet worden ist und von 1975 bis 2000 auf 0,5, bis 2030 auf 0,26 und bis 2080 auf 0,18 sinkt, wobei es problematisch ist, diese BRD-Kennziffern zu generalisieren. Zugleich wurden be- stimmte Annahmen über die r e l a t i v e E n e r g i e- d i e n s t l e i s t u n g s i n t e n s i t ä t (ED/BSP) für die Industrie- und Entwicklungsländer gemacht, die zwar reflek- tieren, daß die Industriealisierung der Entwicklungsländer zu- nächst eine Steigerung dieser Intensität erzwingt, jedoch relativ niedrig bleibt, da ein Stopp der Urbanisierung in Großstädten, eine relativ dezentrale und autarke Entwicklung 38) sowie die Übernahme des jeweils fortgeschrittensten Standes der Technik unterstellt wird. Die Ergebnisse dieser Kalkulation sind in Tabelle 7 (vgl. S. 335) dargestellt. Tabelle 6: Weltbevölkerung und Weltenergieverbrauch unter verschiedenen An- nahmen Bevölkerung Primärenergie- 2030 IIASA bessere (Millionen) verbrauch wie Szenario Nutzung 1975 USA "niedriger Komfort heute Verbrauch" wie BRD *) heute *) 1975 2000 2030 kW/Kopf TW kW/Kopf TW kW/Kopf TW kW/Kopf TW 1. Nordamerika 236 284 315 11,27 2,66 11 3,47 15,71 4,95 2,5 0,79 2. Sowjetunion und Osteuropa 363 436 480 5,10 1,85 11 5,28 13,54 6,50 2,5 1,20 3. Westeuropa, Japan, Australien, Neuseeland, Südafrika u. Israel 561 680 767 4,03 2,26 10 7,67 6,90 5,29 2,0 1,53 4. Lateinamerika 319 575 797 1,06 0,34 6 4,78 3,05 2,43 1,7 1,35 5. Südasien, Südostasien Afrika (außer Nord- und Südafrika) 1422 2528 3550 0,23 0,33 6 21,30 0,77 2,73 1,7 6,04 6. Mittlerer Osten und Nordafrika 133 249 353 0,96 0,13 6 2,12 3,46 1,22 1,7 0,60 7. China und Zentralplanerische Staaten Asiens 912 1330 1714 0,51 0,47 8 13,71 1,44 2,47 2,0 3,43 Welt 3946 6082 7976 2,10 8,04 58,33 25,59 14,95 _____ *) unter Berücksichtigung klimatisch unterschiedlichen Raumwärme- bedarfs, aber ohne Klimatisierung. TW: Terawatt gleich ca. 1 Milliarde Tonnen Steinkohle, aus: Krause/Bossel/Müller-Reißmann, a.a.O., S. 168. Zugleich kalkulieren die Autoren ein sogenanntes Gedankenexperi- ment durch, das auf der Frage beruht, wieviel PE verbraucht wer- den würde, wenn die Menschheit im Jahre 2030 pro Kopf den Lebens- standard der BRD von 1973 verallgemeinert hätte, bei der für die BRD kalkulierten technischen Energieeffizienz für 2030 in Höhe von 0,26. (Zur Erinnerung: die Ziffer 0,26 bedeutet, daß gegen- über 1975 im Jahre 2030 das gleiche Sozialprodukt mit 26% des Primärenergiebedarfs von 1975 hergestellt werden kann.) Der PE- Verbrauch liegt dann bei weltweit 8 TW, also etwas über dem Ver- brauch von 1975. Der Unterschied zwischen dem Szenario von 1980 (Tabelle 6) und 1981/83 (Tabelle 7) besteht also im wesentlichen darin, daß 1980 noch eine relativ rasche (nämlich bis 2030 wirk- same) Angleichung des Wohlstandsniveaus zwischen Nord und Süd un- terstellt wird, während dieses Ziel dann aufgegeben wird, indem man ein anderes Entwicklungsmodell unterstellt, dessen Tragfähig- keit an dieser Stelle nicht diskutiert werden kann. Tabelle 7: Möglicher Weltprimärenergiebedarf (ohne nichtenergetischen Ver- brauch) bei effizienter Nutzung, starkem Wirtschaftswachstum und konstantem Anteil der Großstadtbevölkerung Region/ Index BIP Index Index Primärenergie- Ver- (1975 = 1,0) Energie- Technische bedarf (TW) a) brauch dienstlei- Energie- 1975 stungsin- effizienz tensität (1975 = 1,0) (1975 = 1,0) (TW) 2000 2030 2080 2000 2030 2080 2000 2030 2080 2000 2030 2080 I 2,50 1,78 2,52 2,52 0,8 0,65 0,5 0,5 0,26 0,18 1,78 1,06 0,57 II 1,81 2,61 5,08 5,08 0,8 0,65 0,5 0,5 0,26 0,18 1,89 1,55 0,83 III 2,04 1,85 2,73 2,73 0,8 0,65 0,5 0,5 0,26 0,18 1,51 0,94 0,50 I+II+III 6,35 2,01 3,21 3,21 0,8 0,65 0,5 0,5 0,26 0,18 5,18 3,55 1,90 EL 1,31 2,67 5,78 9,98 1,1 0,90 0,7 0,5 0,26 0,18 1,89 1,68 1,65 Welt 7,66 2,13 3,69 4,57 7,07 5,23 3,55 Index 1,00 0,92 0,68 0,46 _____ a) Wegen Rundungsungenauigkeiten ergeben die Daten nicht unbe- dingt die Summe der Spalten. Quelle: F. Krause, An Efficiency- and Development-Oriented Ap- proach to World Energy Prospects. International Project of Soft Energy Paths, San Francisco 1981. (aus: Lovins u. a., a.a.O., S. 163) Regionen: vgl. Tab. 6 Im weiteren werden nun Abschätzungen darüber vorgenommen, wie der so ermittelte technisch machbare niedrige PE-Bedarf mit regenera- tiven bzw. fossilen Energieträgern gedeckt werden kann. Mit der Methode der technischen Ökonomie werden wiederum die heute be- reits an einzelnen Beispielen und in zahlreichen Länderstudien errechneten Potentiale bestimmt, deren Ergebnisse unter Berück- sichtigung der Anpassung der Energieformen an die heterogene Qua- lität des Endverbrauchs hochgerechnet werden. Die Autoren betonen dabei laufend, daß sie relativ konservative Schätzungen vorneh- men. Sie gelangen zu dem Ergebnis, daß der größte Teil des PEV durch regenerative Energiequellen abgedeckt werden könne, daß man also sowohl auf Kernenergie verzichten als auch der CO2-Falle entgehen kann, weil die Verbrennung fossiler Energiequellen stark eingeschränkt werden könne. Die Autoren unterstellen eine rationale, dem jeweiligen Stand der Technik entsprechende Handlungsweise der Menschheit. Ihre Szena- rien sind normativer Art. Sie zeigen, was machbar wäre, wenn die Möglichkeiten tatsächlich genutzt würden. Dies ist von ungeheurer Bedeutung, weil über einen Planungshorizont von 50 bis 100 Jahren ein systematischer Prozeß des Wandels des Reproduktionstyps der Menschheit vorgezeichnet wird. Dabei ist es nicht wesentlich, daß man mit allen Hypothesen und Projektionen übereinstimmt. Insbe- sondere braucht man nicht das langsame Annäherungstempo zwischen Nord und Süd zu akzeptieren. Zugleich haben wir Marxisten einen schärferen Blick für die Dialektik von Zentralismus und dezentra- lisierter Regulierung. Deshalb betonen wir natürlich die Notwen- digkeit z. B. nationaler und internationaler Verbundsysteme für Strom, Gas und Öl. Nur darf uns die Betonung der Notwendigkeit auch materieller Infrastruktur großen Maßstabes nicht den Blick dafür versperren, welche enormen regionalen und lokalen Energier- essourcen mobilisierbar sind und letztlich auch mobilisiert wer- den müssen, um der CO2-Falle zu entgehen. Wesentlich ist also, daß von Lovins u.a. die R i c h t u n g aufgezeigt wird, die eingeschlagen werden muß, um dem CO2-Problem zu entgehen, ohne sich im noch größeren Umfang als bereits heute das Plutonium-Pro- blem einhandeln zu müssen. Dieser Argumentationslinie folgend heißt es deshalb in der Entschließung des DKP-Parteivorstandes zur Kernenergie vom 17. Juni 1986: "Weltweit müssen verstärkte Anstrengungen unternommen werden, um auf die Energieerzeugung durch Kernspaltung als historisch begrenzte Ü b e r g a n g s- l ö s u n g (Hervorhebung durch mich - H.B.) so schnell wie möglich verzichten zu können. Der Schlüssel dazu liegt vor allem in der Energieeinsparung und in der Entwicklung alternativer Energien." 39) Die größte Schwäche der Propagandisten von Effizienzszenarien wie Lovins u.a. ist die Umsetzungskonzeption. 40) Die Autoren unter- stellen, daß unverzerrte Marktbedingungen dieser Strategie, die zugleich die kostengünstigste sei, am besten zum Durchbruch ver- helfen würden. Nun haben sie z. B. das Pech, die Kostenvergleiche der regenerativen Energiequellen mit dem Erdöl auf der Basis der 2. Ölpreisrevolution von 1979/81 durchgeführt zu haben, während wir 1986 einen radikalen Preissturz erleben, der die Substituti- onsprozesse marktmäßig zum Stillstand bringen würde. Die Verfas- ser kalkulieren also nicht ein, daß eine erfolgreiche Substituti- onsstrategie oder eine Weltwirtschaftskrise, die bei ihnen nicht vorkommt, gerade wiederum die Voraussetzung für eine Untergrabung dieses Prozesses ist, wenn nicht p l a n m ä ß i g g e g e n- r e g u l i e r t wird. Der Markt ist per Definition ein ex- post-Entscheidungssystem, er kann auf Knappheitsrelationen oder negative Folgen bestimmter Entscheidungen (z.B. CO2-Falle) erst dann preislich reagieren, wenn diese bereits eingetreten sind. Dann ist es aber (auch dies ex definitione) zu spät. Das Regulie- rungssystem des Marktes funktioniert nur über Krisen und Katastrophen, Fehlentscheidungen können nur n a c h t r ä g- l i c h korrigiert werden, d. h. wenn sie bereits gefallen sind. Bei der hier zur Debatte stehenden Thematik kommt es jedoch darauf an, solche Krisen als menschheitsbedro-hend zu v e r- h i n d e r n. Das Marktsystem kann hier also nicht mehr hil- freich sein. Zugleich stehen sie vor dem Problem, die sogenannten "Unvollkommenheiten des Marktes", d.h. die "deformierte Vergesellschaftung" 41) zu überwinden, ohne sich explizit zur Notwendigkeit einer progressiven Vergesellschaftung zu bekennen, wie dies bei Hennicke u.a. der Fall ist. Dabei unterstellt ihr globales Szenario gerade dieses: einen hochkomplexen Prozeß der Ausschöpfung des jeweils höchsten Standes der Produk- tivkraftentwicklung, den die Vertreter der "technischen Ökonomie" sehr gut kennen, angepaßt auf die jeweiligen Regionen und Länder; eine internationale Zusammenarbeit und Kooperation aller Völker, um diesen Prozeß durchzusetzen; die Setzung von energie- und ent- wicklungspolitischen Rahmendaten, die nicht der Markt, sondern nur ein g l o b a l e r P l a n zur Lösung der Menschheitspro- bleme garantieren kann, selbstverständlich mit Hilfe der Funktio- nalisierung der Markt-Preis-Beziehungen zwecks regional und sek- toral differenzierte Implementierung dieser Planung, d.h. der ma- ximalen Ausschöpfung der Ideen und Initiativen der Menschen, Re- gionen und Nationen im Rahmen dieser Gesamtstrategie. Es liegt auf der Hand, daß die politischen Voraussetzungen zur Realisierung dieser Strategie lauten: Frieden, Abrüstung, inter- nationale Zusammenarbeit, Überwindung der Macht der multinationa- len Konzerne und damit der deformierten Vergesellschaftung, Ori- entierung der sozialistischen Planwirtschaften und der Aufbau- strategie der Entwicklungsländer an dem ökologischen Imperativ. Obwohl Lovins u.a. also von der "freien Marktwirtschaft" träumen, entwickeln sie Lösungswege, die sich nur unter globalen nichtka- pitalistischen Bedingungen realisieren lassen. Die Durchsetzung der hierzu erforderlichen "Internationalisierung der Vernunft" 42) erfordert breite demokratische und antimonopolistische Bünd- nisse. _____ 1) K.M. Meyer-Abich/B. Schefold, Die Grenzen der Atomwirtschaft. Mit einer Einleitung von C.F. v. Weizsäcker, München 1986. 2) H. Sorge, Sonnenenergie als Hauptenergiequelle, in: Deutsche Volkszeitung/die tat, 20.6.1986. 3) Deutscher Bundestag, Bericht der Enquete-Kommission "Zukünf- tige Kernenergie-Politik" - Drucksache 8/4341 v. 27.6.1980. 4) K. Knizia, Energie, Ordnung, Menschlichkeit, Düsseldorf/Wien 1981. 5) F. Krause/H. Bossel/K.-F. Müller-Reißmann, Energie-Wende. Wachstum und Wohlstand ohne Erdöl und Uran. Ein Alternativbericht des Öko-Instituts/Freiburg, Frankfurt 1980; und A. B. Lovins/L.H. Lovins/F. Krause/W. Bach, Wirtschaftlichster Energieeinsatz: Lö- sung des CO2-Problems. Karlsruhe 1983 (Übersetzung aus dem Ameri- kanischen, Massachusetts 1981). 6) Lovins u. a., a.a.O., S. 19. 7) W. Bach, Ist das Festhalten an der Atomenergie noch zu verant- worten? Fragen und Fakten zur Atomwirtschaft, in: Blätter für deutsche und internationale Politik 6/1986, S. 675-693. 8) Lovins u.a., a.a.O., S. 171. 9) Deutsche Kommunistische Partei, Energiepolitische Vorstellun- gen der DKP, Düsseldorf 1983. 10) Vgl. Krause/Bossel/Müller-Reißmann, a.a.O. 11) P. Glotz, Die Arbeit der Zuspitzung. Über die Organisation einer regierungsfähigen Linken, Westberlin 1984. 12) Vgl. Knizia, a.a.O., S. 221. 13) Meyer-Abich/Schefold, a.a.O., S. 132. 14) Ebenda, S. 151. 15) P. Hennicke/J.P. Johnson/S. Kohler/D. Seifried, Die Energie- wende ist möglich. Für eine neue Energiepolitik der Kommunen, Frankfurt a.M. 1985. 16) Meyer-Abich/Schefold, a.a.O., S. 137. 17) H. Lübbe, Umweltschutz nicht ohne Marktwirtschaft. Ein Ver- gleich von Ideologien und politischen Systemen, in: FAZ v. 31.5.1986. 18) H. Roos/G. Streibel, Umweltgestaltung und Ökonomie der Natur- ressourcen. Berlin (DDR) 1979. 19) I. Bestushew-Lada, Die Welt im Jahr 2000. Eine sowjetische Prognose für unsere Zukunft, Freiburg i. Br. 1984. 20) E. Gärtner, Armutbedingte Umweltprobleme, in: Antiimperiali- stisches Informationsbulletin. Die Dritte Welt Zeitschrift, Nr. 7/Juli 1986. 21) Knizia, a.a.O. 22) Vgl. ebenda, S. 202. 23) G. Ch. Schachnasarow, Die Zukunft der Menschheit. Prozesse, Probleme, Prognosen, Leipzig, Jena, Berlin/DDR 1982. 24) Vgl. Deutscher Bundestag, a.a.O., S. 104-123. 25) H. Bömer, Die drohende Katastrophe. Globale Probleme der Menschheit, Frankfurt a.M. 1984. 26) Vgl. Lovins u.a., a.a.O. und Bach 1986, a.a.O. 27) Vgl. Hennicke u.a., a.a.O., S. 252 ff. 28) Ders., a.a.O., S. 20 f. 29) Ders., a.a.O., S. 16. 30) Vgl. Memorandum '85 (Arbeitsgruppe Alternative Wirtschaftspo- litik), Gegen die Unterwerfung der Arbeit und die Zerstörung der Umwelt - Mehr Arbeitsplätze, soziale Sicherheit und Umweltschutz, Köln 1985, S. 196 ff. 31) H. Meixner, Thesen zu einer Strategie qualitativen Wachstums am Beispiel des Energiebereichs. Ist der Markt doch besser als sein Ruf?, in: Memo-Forum-Zirkular der "Arbeitsgruppe Alternative Wirtschaftspolitik", Nr. 3, Juni 1984, S. 64-83, hier S. 83. 32) H. Jung, Deformierte Vergesellschaftung. Zur Soziologie des staatsmonopolistischen Kapitalismus, Frankfurt a.M. 1986. 33) Vgl. a.a.O., S. 286. 34) R.P. Sieferle, Der unterirdische Wald. Energiekrise und indu- strielle Revolution, München 1982, und Roos/Streibel, a.a.O. 35) Meyer-Abich/Schefold, a.a.O., S. 39. 36) Vgl. Krause/Bossel/Müller-Reißmann, a. a. O., S. 168. 37) Vgl. a. a. O., S. 33. 38) Vgl. U. Colombo/O. Bernardini, A Low energy growth 2030 scenario and the perspectives for Western Europe. Report prepared for the Commission of the European Communities Brüssel 1979. 39) Deutsche Kommunistische Partei, DKP und Kernkraft. (Entschließung des Parteivorstandes der DKP zur Kernenergie vom 17.2.1986), Düsseldorf. 40) Vgl. Bömer, H., Ausstieg aus der Atomwirtschaft als Einstieg in einen alternativen Entwicklungsprozeß, in: Blätter für deut- sche und internationale Politik 8/1986, S. 938-952. 41) Vgl. Jung, a.a.O. 42) Vgl. G. Ch. Schachnasarow, in: Marxistische Blätter 4/1986. zurück