Quelle: Jahrbuch des Inst. für Marxist. Studien und Forschungen 11/1986


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NEUE TECHNIK, PRODUKTIONSSTRUKTUREN UND ANPASSUNGSREAKTIONEN DES SMK

Ulrich Dolata 1. Veränderungen in der technologischen Basis der industriellen Produktion: Stand und Entwicklungstrends - 1.1 Die neuen Techno- logien und ihre Einsatzmöglichkeiten im Produktionsbereich - 1.2 Rationalisierung in der Produktion - 2. Zur ökonomischen Regulie- rung des technologischen Umbruchs - 2.1 Technologischer Umbruch und veränderte Reproduktionsbedingungen - 2.2 Umprofilierung der Konzernstrukturen - 2.3 Monopolisierung und Regulierung des Wis- senschaftsprozesses -2.4 Bruchstellen des Umbruchs. Es spricht einiges dafür, daß die achtziger Jahre zum Jahrzehnt des Durchbruchs der neuen Rationalisierungstechnologien auch in den Kernbereichen der industriellen Produktion werden. Der Ein- satz von Prozeßrechnern, computergesteuerten Werkzeugmaschinen oder Industrierobotern nimmt zu; der Auf- bzw. Ausbau komplexer Informationsverarbeitungs-, Kommunikations- und Produktionssyste- me auf Basis der Computertechnologie macht beachtliche Fort- schritte. Die Automatisierungsinvestitionen in der Industrie, deren Gewicht sich im Gefolge der Krise 1974/75 erhöht hatte, haben in den achtziger Jahren weiter an Bedeutung gewonnen. Sie zielen nicht nur auf die beschleunigte Nutzung der angehäuften Rationalisierungspotentiale in den Schlüsselzweigen der materiel- len Produktion, sondern dringen sukzessiv in solche Bereiche vor, die bislang als schwer automatisierbar galten (wie z. B. Montage). Sie erfassen vor- und nachgelagerte Bereiche wie die Produktionsplanung, die Beschaffung, die Lagerhaltung und den Absatz. Der Beschleunigung der Rationalisierungsbewegung ent- spricht ihre "Verdichtung": Neben die Rationalisierung und Automatisierung einzelner Glieder in der Produktion tritt ihre schrittweise Einbindung in produktionstechnologische und - organisatorische Gesamtkonzepte, die auf die Vernetzung vor- handener Rationalisierungsschwerpunkte und ihre optimale Inte- gration in den Gesamtzusammenhang unternehmerischer Produktions- und Investitionsstrategien hinzielen. Die hiermit verbundenen bzw. absehbaren Umstrukturierungen und Neuausrüstungen sind als mehr oder minder bruchlose Umsetzung technologischer Neuerungen in die Produktion längst nicht mehr angemessen zu erfassen. Von einer "neuen Etappe der wissenschaft- lich-technischen Revolution", 1) einer "neuen Stufe der Produk- tivkraftentwicklung" 2) und einer "grundlegend gewandelten Ratio- nalisierungssituation" 3) ist daher allenthalben die Rede - von einem einschneidenden technologischen Umbruch im Produktionsbe- reich also, dessen Entfaltung ganz zweifellos noch am Anfang steht. In seiner Perspektive deuten sich nachhaltige Veränderun- gen im System der Produktivkräfte und der gesellschaftlichen Ar- beit an, die - so ist zu vermuten - auch das regulierende Zusam- menspiel der staatsmonopolistischen Produktionsverhältnisse und Konkurrenzbeziehungen nicht unberührt lassen. Die Untersuchung dieses Zusammenhangs von wissenschaftlich-tech- nischem Fortschritt, Umwälzungen in der technologischen Basis der Produktion und Veränderungen in den Produktionsverhältnissen und Regulierungsmechanismen des staatsmonopolistischen Kapitalismus steht im Mittelpunkt der weiteren Ausführungen. Sie versuchen eine Abschätzung des Standes und der Perspektiven dieses Um- bruchsprozesses und gehen der Frage nach den Möglichkeiten und Grenzen seiner sozialökonomischen Bewältigung im heutigen Kapita- lismus nach. Sie fügen sich damit in die aktuellen Diskussionen um die Perspektiven und die Zukunft dieser Produktionsweise ein. 4) 1. Veränderungen in der technologischen Basis der industriellen --------------------------------------------------------------- Produktion: Stand und Entwicklungstrends ---------------------------------------- 1.1 Die neuen Technologien und ihre Einsatzmöglichkeiten -------------------------------------------------------- im Produktionsbereich --------------------- Die These eines technologischen Umbruchs stützt sich zunächst auf die aktuellen und perspektivischen M ö g l i c h k e i t e n e i n e r u m f a s s e n d e n R e s t r u k t u r i e r u n g u n d F l e x i b i l i s i e r u n g d e s i n d u s t r i- e l l e n P r o d u k t i o n s p r o z e s s e s, die aus der rasanten Entwicklung der Mikroelektronik und Computertechnologie selbst resultieren. Lange Zeit war die Übertragung der Werkzeugführung, des handwerk- lichen Geschicks und der Muskelkraft vom Menschen auf Maschinen- systeme trotz aller technologischen Neuerungen die vorherrschende Form der Mechanisierung und Automation des Produktionsprozesses. Ein hoher Automationsgrad korrelierte in aller Regel mit einem starren Produktionsverfahren und einer hohen Kapitalintensität. Die Automatisierungsbemühungen konzentrierten sich folgerichtig auf die standardisierte Produktion von Massenerzeugnissen, erfaß- ten also nur Ausschnitte der materiellen Produktion und konnten in vor-bzw. nachgelagerten Bereichen wie der Konstruktion, der Produktionsplanung und -vorbereitung, der Lagerhaltung oder der Fertigung (Montage) kaum Fuß fassen. Diese Rationalisierungssituation änderte sich mit den Fortschrit- ten in der Mikroelektronik und Computertechnik grundlegend. Sie bilden die technologische Grundlage für die Übertragung geistig- intellektueller, informationsverarbeitender und logischer Funk- tionen der menschlichen Arbeitskraft auf technische Systeme und eröffnen dadurch der Steuerung und Organisation der Produktion und aller mit ihr verbundenen Bereiche z.T. völlig neue Möglich- keiten. 5) "In dem Maße, in dem die technischen Systeme tatsäch- lich durch leistungsfähige Rechnersteuerungen an Intelligenz und durch komplexe Sensoren an Wahrnehmungsfähigkeit gewinnen, er- reicht der säkulare Prozeß der Autonomisierung der Maschinerie eine neue Stufe: Technik kann in nicht standardisierte Prozesse vordringen - Prozesse, die wegen der geforderten Vielfalt und Va- riabilität bisher als Reservat menschlicher Arbeitskraft galten. Und in dem Maße, in dem die Kapazität, um nicht zu sagen Kompe- tenz der Maschinen nicht mehr nur innerhalb einzelner Maschinen- stationen, also inselartig, kultiviert wird, sondern neue Verket- tungstechniken im Zusammenwirken mit den umfassenderen Steue- rungsmöglichkeiten den Brückenschlag zwischen solchen autonomi- sierten Inseln zulassen, tun sich hochflexible Gesamtsysteme von großer Reichweite auf." 6) Die Konstruktion und Produktion intel- ligenter materieller Systeme ermöglicht damit zum einen die F l e x i b i l i s i e r u n g vieler Produktionsabläufe - Au- tomatisierung geht nun nicht mehr einher mit produktionstechni- scher und ökonomischer Starrheit, sondern dringt jetzt in die Produktion kleiner und mittlerer Serien mit schnell wechselnden Typen ein. Die informationstechnologische Durchdringung der Fa- brik eröffnet zweitens nicht nur der V e r k e t t u n g, zen- tralen Steuerung und Überwachung des Maschinensystems, sondern auch der V e r n e t z u n g u n d I n t e g r a t i o n al- ler Konstruktions-, Planungs-, Arbeitsvorbereitungs-, Produkti- ons- und Fertigungsvorgänge neue Perspektiven. Zusammen mit der schnellen Miniaturisierung, Verbilligung und Leistungssteigerung mikroelektronischer Bauelemente ergeben sich beachtliche Möglich- keiten der Intensivierung der Produktion. Die Informationstechnologien werden damit zu einem universell einsetzbaren Rationalisierungsinstrument, das ausnahmslos alle Bereiche der Steuerung und Organisation der Produktion erfassen kann. Ihre E i n s a t z b e r e i c h e u n d A n w e n- d u n g s f e l d e r haben sich auch im Produktionsbereich in den letzten Jahren sprunghaft ausgeweitet: 7) - Im Vorfeld der unmittelbaren Produktion hat vor allem das c o m p u t e r g e s t ü t z t e K o n s t r u i e r e n (Com- puter aided design/CAD) schnell an Bedeutung gewonnen. CAD- Systeme haben mittlerweile Eingang in die Konstruktionsbereiche nahezu aller Industriezweige gefunden. Zugleich bilden sich heute erste Ansätze einer c o m p u t e r g e s t ü t z t e n P r o- d u k t i o n s p l a n u n g u n d -s t e u e r u n g (compu- ter aided planning/CAP) heraus. - Die stoffumwandelnde Produktion (z.B. Chemie, Stahl) ist das Haupteinsatzfeld von P r o z e ß r e c h n e r n, die Aufgaben der Überwachung, Steuerung und Optimierung von Prozeßabläufen übernehmen. - Die Automobilindustrie ist das mit Abstand wichtigste Einsatz- feld von I n d u s t r i e r o b o t e r n. Sie haben hohe Zu- wachsraten vor allem in der Fertigung und der Montage zu ver- zeichnen. - Hauptsächlich im Maschinenbau, aber auch in vielen anderen Branchen, in denen Werkstücke bearbeitet werden, befinden sich seit langem n u m e r i s c h g e s t e u e r t e W e r k- z e u g m a s c h i n e n im Einsatz. Die herkömmliche NC- Technik wird gegenwärtig durch die CNC-Technik (CNC = compute- rized numerical control), mit deren Hilfe Bearbeitungsprogramme direkt in die Maschinen eingegeben und dort auch nachträglich korrigiert bzw. optimiert werden können, abgelöst. Erst in gerin- ger Zahl in Betrieb sind dagegen f l e x i b l e F e r t i- g u n g s s y s t e m e, die aus mehreren durch Werkstück- transport- und Speichersysteme miteinander verkoppelten Werkzeug- maschinen bestehen und von einem übergeordneten Prozeßrechner gesteuert werden. - Die übergreifende Kontrolle und Überwachung der Produktion er- folgt heute schon häufig über computergestützte B e t r i e b s- d a t e n e r f a s s u n g s s y s t e m e. - Alle Bemühungen um Teiloptimierungen einzelner Fertigungsberei- che und Produktionsabschnitte werden in jüngster Zeit ergänzt durch erste Versuche, mit Hilfe der Informationstechnologien die gesamte logistische Kette vom Zulieferer über das Rohmaterialla- ger, die Produktion und Fertigung, das Fertigwarenlager und die Warenverteilung bis hin zum Abnehmer durchzuoptimieren. Entspre- chende Pilotprojekte im Bereich der P r o d u k t i o n s- l o g i s t i k 8) werden mittlerweile von über 100 Industrie- unternehmen in der BRD durchgeführt. 1.2 Rationalisierung in der Produktion -------------------------------------- In den letzten Jahren läßt sich ein deutlicher allgemeiner A n s t i e g d e r R a t i o n a l i s i e r u n g s i n v e- s t i t i o n e n in der Industrie feststellen. 9) Im Unter- schied zu den siebziger Jahren, in denen sich der Einsatz neuer Technologien noch sehr stark auf den Bereich der unmittelbaren Informationsverarbeitung (Büro und Verwaltung) konzentriert hatte, hat die Computertechnik nun auch die Kernbereiche der industriellen Produktion erfaßt. Im Vordergrund der Rationali- sierungsbemühungen stehen Prozeßinnovationen vor allem im Bereich der Fertigungs- und Verfahrenstechnik. Diese Schwerpunktsetzung äußert sich nicht nur in einer z.T. sprunghaften Verbreitung einzelner elektronischer und computergesteuerter Arbeitsmittel - der Bestand an Industrierobotern soll sich z.B. bis 1990 ver- fünffachen -, sondern auch in wachsenden Anstrengungen, komplexe- re Fertigungssysteme zu installieren und die Fertigungs- bzw. Prozeßüberwachung zu automatisieren. Daneben haben sich vor allem die Bemühungen in den Bereichen der Entwicklung und Konstruktion sowie der Arbeitsvorbereitung und -steuerung (Kapazitäts- und Terminplanung, Zeitermittlung, Erstellung von Arbeitsgrundlagen, Materialflußsteuerung u. a. auf Grundlage der EDV) deutlich verstärkt. Die seit nunmehr über einem Jahrzehnt anhaltende Krisen- und Sta- gnationsphase ist das ökonomische Milieu, in dem sich diese Ent- wicklung vollzieht, die scharfe (internationale) Konkurrenz um kaum noch expandierende Märkte ihre entscheidende Triebkraft. Die technologische und arbeitsorganisatorische M o d e r n i s i e- r u n g d e r i n d u s t r i e l l e n K e r n s e k t o- r e n wird unter diesen Bedingungen zu einem ganz entscheidenden Faktor im Kampf um Wettbewerbspositionen, Marktanteile und Extra- profite vor allem auf internationalem Terrain. Vor diesem Hintergrund ist es nicht verwunderlich, daß die Sen- kung der Lohnkosten keineswegs - wie zunächst vielleicht vermutet werden konnte - das dominierende A u t o m a t i s i e- r u n g s m o t i v d e r U n t e r n e h m e n ist. Sie spielt im Rationalisierungskalkül der Betriebe sicherlich auch eine wichtige Rolle, tritt jedoch hinter das Streben nach einer umfassenden Ö k o n o m i s i e r u n g u n d V e r- d i c h t u n g a l l e r P r o d u k t i o n s p r o z e s s e u n d F l e x i b i l i s i e r u n g d e r P r o d u k- t i o n s m ö g l i c h k e i t e n zurück. Rationalisierungs- investitionen in der Industrie zielen heute vor allem auf die Senkung der allgemeinen Produktionskosten durch die in- formationstechnologische Durchdringung bzw. Verzahnung möglichst vieler Arbeitsvorgänge (insbesondere in den Bereichen der Ferti- gung und Montage) sowie eine intensivere und rationellere Ausla- stung der Anlagen. Sie zielen darüber hinaus auf den Auf- und Ausbau eines Produktionsapparates, der verhältnismäßig leicht um- rüstbar ist und dementsprechend schnell und gezielt (etwa durch Veränderungen der Serien- und Losgrößen oder durch Typenwechsel) auf Marktprozesse und Absatzveränderungen reagieren kann. Com- putergesteuerte Arbeitsmittel schaffen die dazu notwendigen tech- nologischen Voraussetzungen. Dem tritt ein Rationalisierungsver- ständnis zur Seite, das sich längst nicht mehr über die Schaffung einzelner "Rationalisierungsinseln" oder Pilotprojekte definiert, sondern mittlerweile ihre Vernetzung und Integration in den be- trieblichen Gesamtzusammenhang als zentrale Aufgabenstellung der Zukunft begreift. "Die Rationalisierung greift über die Gestal- tung einzelner Größen des unmittelbaren Produktionsprozesses hin- aus und leistet die konsequente Integration verschiedener, früher kaum aufeinander bezogener Aktionsdimensionen. (...) Gerade die- ses durch ganzheitlichen Zugriff, systematischerer Planung und konsequenteren Vollzug gekennzeichnete Rationalisierungsverständ- nis und das Vorhandensein entsprechender Rationalisierungsinstru- mente macht die n e u e Qualität des heutigen Rationalisie- rungspotentials der Betriebe aus." 10) Der beachtliche Anstieg der Rationalisierungsinvestitionen, die beschleunigte Einführung von Computertechnik in die Produktion und die angesprochenen Veränderungen im Rationalisierungsver- ständnis vieler (großer) Unternehmen dürfen allerdings nicht dar- über hinwegtäuschen, daß sich der technologische Umbruch im Pro- duktionsbereich bei aller Dynamik weder einheitlich noch wider- spruchslos durchsetzt. Wirft man einen flüchtigen Blick auf die R a t i o n a l i s i e r u n g s p r o f i l e d e r b e- d e u t e n d s t e n I n d u s t r i e b r a n c h e n d e r B R D, 11) so zeigen sich doch z.T. gravierende Unterschiede in den Rationalisierungspotentialen, der Rationalisierungsgeschwin- digkeit und den spezifischen Durchsetzungsformen dieses Pro- zesses, der sich keineswegs durch eine schnelle, bruchlose Einführung des vorhandenen und einsetzbaren technologischen Potentials in die Produktion auszeichnet, sondern im Gegenteil als eine von Branche zu Branche differenzierte, widersprüchliche und häufig eher zögerliche Bewegung charakterisiert werden muß. Insgesamt zeigt sich, daß sich die ökonomische Umsetzung techno- logischer Innovationen in die Produktion unter dem maßgeblichen Einfluß branchenspezifischer Entwicklungsprofile vollzieht. Dies betrifft sowohl die spezifischen technologischen Möglichkeiten und Rationalisierungspotentiale der einzelnen Zweige als auch die teils eher privat-, teils eher staatsmonopolistisch charakteri- sierten Durchsetzungsformen, die dieser Modernisierungsprozeß an- nehmen kann. Er beschränkt sich allerdings keineswegs auf expan- sive Branchen, sondern wird auch in stagnierenden bzw. schrump- fenden Branchen vorangetrieben 12) - in einer Situation, die durch langanhaltende Stagnationserscheinungen, Überkapazitäten und Absatzprobleme gekennzeichnet ist, allerdings oft nur unter dem Druck scharfer Konkurrenzkämpfe. "Risiken, Unsicherheiten und Marktbegrenzungen hemmen die Anlage von Kapital, aber zugleich erzwingt der Kampf um die Märkte verstärkte Bemühungen zum Erhalt und Ausbau von Konkurrenzpositionen, das heißt, zur Modernisie- rung, Umstrukturierung und auch Erweiterung von Kapazitäten." 13) 2. Zur ökonomischen Regulierung des technologischen Umbruchs ------------------------------------------------------------ 2.1 Technologischer Umbruch und ------------------------------- veränderte Reproduktionsbedingungen ----------------------------------- Es gibt keine abstrakte, von der gesellschaftlichen und ökonomi- schen Bewegung losgelöste Produktivkraftentwicklung. Wissen- schaftlich-technische Neuerungen und technologische Umwälzungen vollziehen sich immer vor dem Hintergrund historisch gewachsener gesellschaftlicher Produktions- und Austauschbeziehungen, sind zwangsläufig eingebunden in ein konkret bestimmtes sozialökonomi- sches Milieu vergesellschafteter Produktion, das die allgemeinen Bedingungen, Möglichkeiten und Richtungen ihrer Entwicklung setzt. Sie bestimmen sich unter den gegebenen Produktionsverhält- nissen letztlich aus den Zwängen und Bedingungen, die der eigent- liche Zweck aller ökonomischen Äußerungen - die Anhäufung von Ge- winn - auch der Entwicklung des wissenschaftlich-technischen Fortschritts und der Einführung neuer Technik in die Produktion auferlegt. Der international agierende Konzern ist heute der zen- trale (ökonomische) Maßstab der Produktivkraftentwicklung im Ka- pitalismus, sein Verwertungsbedürfnis ihre entscheidende Trieb- kraft. Dies ist die eine - wichtige - Seite, die die gesellschaftlichen und ökonomischen Rahmenbedingungen des wissenschaftlich-techni- schen Fortschritts betont. Gleichzeitig wirkt die Einführung und Ausbreitung neuer Technologien zumal in einer so tiefgreifenden technologischen Umbruchsituation, wie wir sie in diesen Jahren mitverfolgen können, aktiv auf die konkreten Organisations- und Bewegungsformen des Kapitals und die ökonomischen Reproduktions- bedingungen des Gesamtsystems zurück. Sie setzt nicht nur neue Akzente im Prozeß der kapitalistischen Vergesellschaftung der Produktion, sondern verlangt zugleich nach solchen Umstrukturie- rungen und Veränderungen in den staatsmonopolistischen Produkti- onsverhältnissen, die ihre allgemeine Durchsetzung und profitable Anwendung überhaupt erst ermöglichen. 14) Die W i r k u n g e n d e r n e u e n T e c h n o l o g i e n a u f d e n ö k o n o m i s c h e n R e p r o d u k t i o n s- p r o z e ß d e s K a p i t a l s bestimmen sich m. E. aus dem Spannungsfeld zweier nur scheinbar gegenläufiger Tendenzen, die gleichwohl in vielen Diskussionsbeiträgen zum Thema alternativ und kontrovers stehen. 15) A u f d e r e i n e n S e i t e sind die neuen, auf der Mi- kroelektronik basierenden Technologien, Arbeitsmittel und Produk- tionsverfahren sowohl arbeits- als auch kapitalsparend. Sie set- zen per Saldo lebendige Arbeit frei, reduzieren den produktbezo- genen Material- und Energieverbrauch und lassen sich, solange sie nicht in Form neuartiger und komplexer Anlagensysteme eingeführt werden, häufig sogar in den vorhandenen Produktionsapparat - etwa durch Anbringung elektronischer Steuerungen an herkömmliche Ma- schinen - integrieren. Ihr Einsatz birgt nicht nur neue Möglich- keiten einer umfassenden Intensivierung und Flexibilisierung der Produktion, sondern verspricht zugleich in der Regel eine deutli- che Ausdehnung der Produktionskapazitäten bei v e r- g l e i c h s w e i s e geringen zusätzlichen Investitionsauf- wendungen. Die Effektivität der getätigten Investitionen nimmt mit der Einführung der Rationalisierungstechnologien z. T. sprunghaft zu: Für Kapazitätserweiterungen sind heute r e l a- t i v weniger Investitionen notwendig als früher. A n d e r e r s e i t s darf in dieser Rechnung der a b s o- l u t e Investitionsaufwand (einschließlich der Aufwendungen für die Forschung und Entwicklung), der moralische Verschleiß der bestehenden Anlagen und die Entwertung bzw. Vernichtung von Kapital im Zuge der Installation computergestützter Systeme vor allem in der Perspektive des Umbruchprozesses nicht unterschätzt werden. Es ist zu bedenken, daß wir erst am Anfang dieses Prozesses stehen. Umgesetzt werden bislang in erster Linie Teillösungen - Neuausrüstungen bestimmter Anlagenteile oder Umrü- stungen einzelner Maschinen etwa. Dies läßt sich in der Tat mit verhältnismäßig geringem Investitionsaufwand bewerkstelligen und erhöht zudem die Effektivität der Anlagen. Damit wird das tatsächliche Effektivitätspotential der neuen Technologien aller- dings längst nicht ausgeschöpft. Hierzu wären komplexe, große Teile des herkömmlichen Fabriksystems erfassende Rationalisie- rungsprogramme notwendig, die zu einem großdimensionierten Aufbau neuartiger Maschinen und Automatisierungssysteme führen würden. Eine solche nicht nur in Einzelprozesse eingreifende, umfassende Modernisierung und Restrukturierung des Produktionsapparates läßt sich m.E. trotz aller Kostensenkungen für mikroelektronische Bau- elemente, Computer u.ä. und trotz aller auch hier sicherlich noch möglichen Weiterverwendung und Umrüstung bestehender Anlagen auch heute nur denken als ein Prozeß, der beachtliche Kapitalvernich- tung auf der einen und hohe absolute Investitionsaufwendungen auf der anderen Seite erfordert. Daß die Einführung der neuen Technologien in die Produktion in der Regel kapitalsparend ist, schließt also keineswegs aus, daß sie im Zuge einer - wodurch auch immer ausgelösten - deutlichen Beschleunigung des Modernisierungstempos z u m T e i l doch recht hohe Kapitalneuanlagen erfordern und eine entsprechende In- vestitionsentwicklung nach sich ziehen kann. "Die Anforderungen an die Kapitalmobilisierung, die Akkumulationswirkungen, können auf den weiteren Stufen der 'Durchmodernisierung' der Produkti- ons- und Dienstleistungssphäre auf der Basis der Mikroelektronik in einigen Bereichen durchaus andere Dimensionen annehmen." 16) Dies ist in erster Linie in solchen Bereichen, die unter einem starken, konkurrenzbedingten Modernisierungsdruck stehen, eine durchaus denkbare Entwicklungsperspektive, die sich heute viel- leicht am ehesten im Modernisierungskonzept und Investitionspro- gramm der Automobilindustrie konkretisiert. Vor dem Hintergrund der enormen Effektivitäts- und Kapazitätsef- fekte und der z. T. hohen absoluten Kapitalaufwendungen, die die Einführung der neuen Technologien mit sich bringt, ist die ö k o n o m i s c h e R e g u l i e r u n g d e s t e c h- n o l o g i s c h e n U m b r u c h s nur als überaus scharfer, ruinöser und konzentrationsfördernder Konkurrenzkampf um die Er- höhung von Marktanteilen auf tendenziell stagnierenden (Welt-) Märkten denkbar - eine internationale Regulierung, die sich zwangsläufig über große Disproportionen und tiefe (strukturelle) Krisen mit all ihren sozialen Auswirkungen vollzieht. E r s t e n s beschleunigt sich durch die Effektivierung und Intensivierung der Produktion die ohnehin wachsende und zyklisch kaum noch regulierbare A u s e i n a n d e r e n t w i c k- l u n g v o n P r o d u k t i o n u n d M a r k t. 17) Eine angemessene Verwertung des Effektivitätspotentials neuer Anlagen kann häufig nur über den Absatz wachsender Warenmassen erfolgen, der allerdings vor allem durch die sehr zurückhaltende Ent- wicklung der privaten Nachfrage deutlich eingeschränkt wird. Verschärfend kommt z w e i t e n s hinzu, daß die techno- logische Umrüstung und Modernisierung der Produktion anders als im Zuge der Einführung und Ausbreitung vergleichbarer wissen- schaftlich-technischer Innovationen (Elektrizität, Automobili- sierung) heute nicht mit dem Aufbau grundlegend neuer Produk- tionszweige und Absatzmärkte verbunden ist, sondern weitgehend i m R a h m e n d e r b e s t e h e n d e n B r a n c h e n- s t r u k t u r e n erfolgt. 18) Sie eröffnet damit weder grö- ßere 'Kapitalanlageventile' in neuen Zweigen noch größere 'Absatzventile' auf neuen Märkten. Die Effektivitätssteigerung neuer Anlagen trifft in der allgemei- nen Tendenz also auf eine eher gedrosselte Nachfrage- und Ab- satzentwicklung. "Den verbesserten Bedingungen der P r o f i t- p r o d u k t i o n stehen keine entsprechenden Möglichkeiten der P r o f i t r e a l i s i e r u n g gegenüber. Der im Kapi- talismus widersprüchlich, d.h. durch zyklische Krisen vermittelte Zusammenhang zwischen den beiden zusammengehörenden Seiten des Gesamtproduktionsprozesses, zwischen Produktion und Markt, bleibt dauerhaft, d. h. überzyklisch gestört." 19) Wenn unter diesen Bedingungen Kapital produktiv angelegt wird (und nicht etwa in der Form von zinstragendem Geldkapital auf den internationalen Finanzmärkten zirkuliert), dann "ergibt sich für das mono- polistische Einzelkapital u n m i t t e l b a r m i t d e r K a p i t a l a n l a g e das Problem, seinen Marktanteil auf Kosten der Konkurrenten zu vergrößern" 20) - eine Voraussetzung ihrer Verwertung, die die Konkurrenz um überdurchschnittlich gute Produktionsbedingungen, Kostensenkungen, Rationalisierungs- und Produktionsvorsprünge doch erheblich verschärfen muß. In dieser M o d e r n i s i e r u n g s k o n k u r r e n z können - lange bevor die unsichtbare Hand des Marktes zupackt - schon diejenigen Kapitale ins Straucheln geraten, die im Kampf um die Mo- nopolisierung entscheidender Forschungspotentiale und technologi- scher Entwicklungsvorsprünge ins Hintertreffen geraten. Verpaßte Chancen einer rechtzeitigen und vorausschauenden Umprofilierung der Konzernstrukturen etwa in die Richtung einer stärkeren Inte- gration wissenschaftlich-technischer Spitzenbereiche können ein Kapital ebenso zurückwerfen wie schlichte Finanzierungsprobleme größerer Umstrukturierungen und Neuausrüstungen. 2.2 Umprofilierung der Konzernstrukturen ---------------------------------------- Die vielleicht wichtigste p r i v a t m o n o p o l i s t i- s c h e Reaktion auf die veränderten Reproduktionsbedingungen und Konkurrenzverhälnisse besteht in einer bemerkenswerten U m o r i e n t i e r u n g i n d e r A u f k a u f- u n d B e t e i l i g u n g s p o l i t i k f ü h r e n d e r I n- d u s t r i e k o n z e r n e. Die Zeiten einer eher wahllosen, im wesentlichen als Kapitalanlage betriebenen Diversifizie- rungsstrategie und Konglomeratsbildung - das unter rein finan- ziellen Gesichtspunkten erfolgende Aufkaufen anderer Firmen mit unterschiedlichsten Produktionsprofilen - sind, so scheint es, in den letzten Jahren einer Politik gewichen, die stärker auf eine längerfristig konzipierte, an den Erfordernissen des ökonomischen Strukturwandels und des wissenschaftlich-technischen Fortschritts ausgerichtete Umprofilierung der Unternehmensstrukturen orien- tiert. Dies heißt e r s t e n s gezielte Diversifikation in er- gänzende Bereiche vor allem in solchen Unternehmen, die bislang ein sehr spezialisiertes Produktionsprofil aufweisen und dement- sprechend stark zweigspezifischen Konjunktur- und Absatzschwan- kungen ausgesetzt sind. Dies heißt z w e i t e n s Absicherung und Ausbau der eigentlichen Kernstrukturen des Unternehmens durch Beteiligung an anderen Firmen bzw. Übernahme von geschwächten Ri- valen. Dies heißt d r i t t e n s Eingrenzung zu breiter, stofflich in keiner Weise vermittelter Produktionsprofile, die sich als Hemmschuh einer zukunftsorientierten Expansion des Kon- zerns erwiesen haben. Dies heißt schließlich v i e r t e n s verstärktes Eindringen in Schlüsselzweige des wissenschaftlich- technischen Fortschritts, die als ausgesprochene Wachstumsberei- che nicht nur eine hohe Verwertung des eingesetzten Kapitals ver- sprechen, sondern zugleich im Rahmen der konzerninternen Arbeits- teilung auch wichtige stoffliche Ergänzungsfunktionen zur her- kömmlichen Produktionspalette übernehmen können. 21) Es scheinen sich so auf dem Wege der Zentralisation immer häufi- ger solche Konzernstrukturen herauszuschälen, die neben die alten Kernbereiche und Produktionsschwerpunkte des Unternehmens die In- tegration hochtechnologischer Produktionssparten anstreben und vorantreiben - eine Entwicklung, die vor einigen Jahren zunächst die Automobilindustrie der Vereinigten Staaten erfaßt hatte, mittlerweile jedoch sowohl auf andere Zweige als auch auf andere kapitalistische Industrieländer übergegriffen hat. Diese "neue Rationalität" monopolistischer Zentralisationsvorgänge und ihre deutliche Ausrichtung auf die sogenannten "High-Tech"-Bereiche reflektiert die gewachsene Bedeutung von Forschung, Entwicklung und technologischer Innovation im kapitalistischen Reproduktions- und Verwertungsprozeß in mehrfacher Hinsicht. Zunächst verspricht das Eindringen in Schlüsselbereiche der mo- dernen Technologien n e u e E x p a n s i o n s- u n d V e r- w e r t u n g s i m p u l s e und ist schon von daher für führende Industriekonzerne, deren traditionelle Produktionsbasis mit der Entwicklung und Herstellung neuer technologischer Systeme unmittelbar wenig zu tun hat, zu einer lukrativen Anlagesphäre ihrer z.T. ja ausgesprochen üppigen liquiden Mittel geworden. Gleichzeitig steckt hinter derartigen Transaktionen in wachsendem Maße aber auch der durch die internationale Konkurrenz gesetzte Z w a n g z u z u k u n f t s o r i e n t i e r t e n V e r- ä n d e r u n g e n u n d U m p r o f i l i e r u n g e n d e r b e s t e h e n d e n K o n z e r n s t r u k t u r e n u n d P r o d u k t i o n s s c h w e r p u n k t e, die sich oft zwar bis in die jüngste Vergangenheit hinein als profitabel erwiesen haben, im Zuge des technologischen Umbruchs in dieser unveränderten Form jedoch auf absehbare Zeit an Wettbewerbsfähig- keit einbüßen könnten. Träger dieser neueren Zentralisationsvor- gänge sind daher nicht selten solche Konzerne, "die hinsichtlich ihrer f i n a n z i e l l e n L i q u i d i t ä t aus der ka- pitalistischen Weltwirtschaftskrise 1980/82 und dem nachfolgenden konjunkturellen Aufschwung g e s t ä r k t herauskamen, die aber davon ausgehen, daß sie mit dem bisherigen Produktionsprofil ihre Spitzenposition in der nächsten Krise nicht halten oder zu- mindest nicht ausbauen können." 22) Sie müssen, wenn sie in der internationalen Modernisierungskonkurrenz bestehen wollen, in diesen profitträchtigen Zukunftsindustrien Fuß fassen und auch um den Preis harter Konkurrenz- und Verdrängungskämpfe selbst zu Trägern und Gestaltern des technologischen Umbruchs werden. Solche Transaktionen, die als Auf- bzw. Ausbau neuer profitabler Produktionssparten bereits für sich genommen sowohl das stoffli- che Profil als auch die Verwertungsbedingungen dieser Konzerne berühren, eröffnen daneben auch der Modernisierung der traditio- nellen Produktionsbasis neue Möglichkeiten. Die Konzerne gliedern sich über ihre Aufkaufpolitik ein beachtliches zusätzliches For- schungs- und Produktionspotential von hohem technologischem Ni- veau an und werden nun selbst zu Entwicklern und Herstellern von Automationsmitteln. 23) Der technologische Umbruch kann sich da- mit stärker als zuvor auch als konzernintern regulierter Moderni- sierungsprozeß vollziehen. "Der Zweck dieser Finanzgeschäfte be- steht einmal darin, selbst eine Macht in den dynamischen Indu- strien zu werden, zum anderen aber darin, ihre Hauptproduktion von der gesamten spitzentechnologischen und werkstoffmäßigen Seite her mit vergleichsweise geringen Entwicklungskosten auf ei- gene Füße zu stellen." 24) Eine derart sinnvolle K o m b i- n a t i o n d e s A u f t a u s n e u e r P r o d u k- t i o n s b e r e i c h e i n d e n Z u k u n f t s i n d u- s t r i e n m i t d e r M o d e r n i s i e r u n g u n d E f f e k t i v i e r u n g d e r P r o d u k t i o n i n d e n t r a d i t i o n e l l e n U n t e r n e h m e n s- s c h w e r p u n k t e n ist das zentrale strategische Ziel der aktuellen Zentralisationsbewegung. Ein weiteres Motiv kommt hinzu: Mit dem Einstieg in den High- Tech-Bereich eröffnen sich diesen Unternehmen häufig auch n e u e M ö g l i c h k e i t e n e i n e s E n g a g e- m e n t s i m R ü s t u n g s g e s c h ä f t. Sie bieten sich nun sowohl von ihren Forschungskapazitäten als auch von ihrem Produktionsprofil her als Teilnehmer an militärischen Forschungs- und Produktionsprogrammen an und wollen über profitable Staats- aufträge an der imperialistischen Konfrontations- und Hoch- rüstungspolitik mitverdienen. 25) Die Aussicht auf hohe Rü- stungsprofite wird so zu einer eigenständigen Triebkraft des technologischen Umbruchs, der sich, wie wir hier sehen, auf einem außerordentlich schmalen Grat zwischen Produktiv- und Destruktiv- kraftentwicklung vollzieht. "Der militärisch-industrielle Komplex (...) tritt in zunehmendem Maße als eigenständige mächtige Trieb- kraft der Aufrüstung neben die globalstrategischen Konzeptionen der USA, die selbstgewählte außen- und sicherheitspolitische Un- mündigkeit der Bundesregierung und neben die Verblendung des An- tikommunismus." 26) Im Zuge solcher Restrukturierungs- und Umprofilierungsvorgänge 27) kommt es nicht nur zu Veränderungen in den Produktions-, Or- ganisations- und Leitungsstrukturen der Industriekonzerne, son- dern darüber hinaus auch zu M a c h t v e r s c h i e- b u n g e n u n d n e u e n K o n s t e l l a t i o n e n i n d e n K o n k u r r e n z p o s i t i o n e n zwischen den Konzernen bzw. zwischen Industrie- und Bankkapital. Vor allem die Rolle und Bedeutung der Monopolbanken scheint mit dieser jüngsten Zentralisationswelle weiter zu wachsen. 28) Unter ihrer maßgeb- lichen Regie vollziehen sich nicht nur Unternehmenssanierungen wie z.B. im Fall AEG, sondern auch Fusionsvorgänge und Poten- tialumschichtungen wie z.B. im Fall Daimler-AEG. Die Mono- polbanken treten hier nicht nur bei der Mobilisierung und Umlenkung der dazu benötigten finanziellen Mittel in Erscheinung, sondern scheinen immer häufiger zu den eigentlichen Triebkräften und Organisatoren derartiger Umstrukturierungs- und Moderni- sierungsvorhaben zu werden. "So verstärken die Monopolbanken ihren direkten Einfluß auf die Gestaltung der heutigen Monopolisierung sowohl durch Kapitaltransaktionen bei der Verschmelzung großer industrieller Kapitale als auch durch den Aufkauf großer Teile des Aktienkapitals führender Industrie- monopole." 29) Sie entwickeln sich damit zu strategischen Zentren dieser finanzkapitalistischen Form des ökonomischen Regulierung des technologischen Umbruchs und sind zudem nicht selten die Hauptgewinner dieser so organisierten, am internationalen Geschäft ausgerichteten Modernisierungspolitik. 30) 2.3 Monopolisierung und Regulierung des Wissenschaftsprozesses -------------------------------------------------------------- Die zielgerichtete, effektive und profitable Erforschung und Ent- wicklung technologischer Neuerungen wird unter diesen Bedingungen ebenfalls zu einer zentralen Voraussetzung der internationalen Konkurrenzfähigkeit des privaten Monopolkapitals. Sie verlangt heute nach solchen Formen ihrer gesellschaftlichen Regulierung, die sich allein über den Konkurrenzmechanismus längst nicht mehr bestimmen lassen, sondern immer nachdrücklicher durch Elemente einer langfristig ausgerichteten, komplexen und abgestimmten Pla- nung und Organisation des Wissenschaftsprozesses gekennzeichnet sind. Dies e r s t e n s aus Gründen der stofflichen E f- f e k t i v i t ä t der Forschungs- und Entwicklungsarbeiten: "Die Forschung muß die Voraussetzungen schaffen, um Produkte mit spezifischen, vorher festgelegten Gebrauchseigenschaften, Werk- stoffe mit ganz bestimmten, auf den speziellen Verwendungszweck ausgerichteten Merkmalen zu produzieren. Die Möglichkeiten dazu schafft nur ein umfangreicher Apparat von Forschungseinrichtungen innerhalb eines systematischen Zusammenhangs von Forschung, Prototypen und technischen Neuerungen für die Produktion." 31) Dies z w e i t e n s aus Gründen der F i n a n z i e r u n g dermaßen komplexer Forschungsprojekte, die in vielen Fällen selbst die Möglichkeiten der großen Monopolunternehmen und der Einzelstaaten übersteigen. Dies schließlich d r i t t e n s aus Gründen einer profitablen V e r w e r t u n g aufwendiger und kostspieliger Forschungsvorhaben: "Mit dem Heranrücken der von den Konzernen betriebenen Forschung an die Grundlagenforschung wird eine profitable Verwertung der Forschungsergebnisse zunehmend nur noch in einem Komplex verschiedener Anwendungen und immer weniger in einer begrenzten Gruppe von Produkten möglich." 32) Die V e r g e s e l l s c h a f t u n g s i m p u l s e, die dem gesamten Wissenschaftsprozeß aus diesen Anforderungen erwach- sen, erscheinen in ihrer staatsmonopolistisch deformierten Aus- prägung als widersprüchliche und anachronistische Einheit von neuen Formen der monopolistischen Konkurrenz um die Verfügung von Forschungskapazitäten oder die Erringung von Technologievorsprün- gen und ihrer partiellen Abschwächung durch neue, sich rasch aus- breitende Formen der Kooperation und Zusammenarbeit in gemeinsa- men Projekten. Es sind dies teils privat-, immer häufiger jedoch staatsmonopolistisch regulierte Prozesse, die heute schnell in internationale Dimensionen hineinwachsen. E r s t e n s verstärkt sich unter diesen Bedingungen der umfas- senden Verwissenschaftlichung und Internationalisierung der Pro- duktion d e r Z u g r i f f d e r f ü h r e n d e n K o n- z e r n e a u f d a s s t a a t l i c h e W i s s e n- s c h a f t s p o t e n t i a l u n d den gesamten staatlichen Mechanismus der Wissenschaftslenkung. 33) Das weltmarkt- orientierte Produktions- und Verwertungsprofil der Monopole prägt heute die allgemeinen Grundlagen und Rahmenbedingungen der Forschungs- und Technologiepolitik des Staates: Sie soll über um- fangreiche Förderungs- und Unterstützungsmaßnahmen in den zentra- len Bereichen der weltmarktgängigen Hochtechnologien den innova- tivsten und exportorientierten Konzernen Wettbewerbsvorteile ge- genüber der internationalen Konkurrenz sichern. An diesem Ziel orientiert sich heute ein ganzer Komplex staatsmonopolistischer Regulierungsmaßnahmen im Bereich der Wissenschaftsentwicklung: - Im staatlichen Forschungssektor selbst wird neben Grundlagen- forschung vor allem die Forschung im Bereich der Mikroelektronik und der Informations- und Datenverarbeitungstechnologien als Grundlage universeller Verfahrensinnovationen und Rationalisie- rungsstrategien in der Produktion vorangetrieben. - Zur Lösung strategisch bedeutsamer Aufgaben gewinnen gemeinsam von Staat und Monopolen ausgearbeitete und durchgeführte For- schungs- und Entwicklungsprogramme an Bedeutung. - Daneben werden große Anstrengungen unternommen, um das Zusam- menspiel von privater Forschung, staatlichen Großforschungsein- richtungen und Hochschulen zu intensivieren - vor allem, um die Grundlagen- und Vorlaufforschung enger an die Erfordernisse ihrer industriellen Verwertung zu koppeln und den Technologietransfer zwischen staatlicher Forschung und Industrie zu beschleunigen. - Schließlich wird der Staat auch bei der Planung, Konzipierung und Durchführung forschungs- und kapitalintensiver Großprojekte (z. B. im Bereich der Kernenergie, Rüstung, Telekommunikation), die die Möglichkeiten einer finanzkapitalistischen Regulierung übersteigen, in wachsendem Maße in die Pflicht genommen. Er ist in solchen Fällen nicht nur an ihrer forschungs- und entwick- lungsmäßigen Vorbereitung, sondern auch an ihrer Finanzierung und Durchführung beteiligt und garantiert nicht selten vorab die Ver- wertung des stofflichen Outputs. Mit dem Auf- und Ausbau dieser Verflechtungs- und Regulierungsme- chanismen zwischen Staat und Monopolen im Forschungsbereich wird die monopolistische Konkurrenz stärker als bisher auf die staat- liche Ebene erweitert: Die Prioritätensetzungen in der For- schungs- und Technologiepolitik des Staates sind in aller Regel nicht einer gesamtwirtschaftlichen Rationalität geschuldet, son- dern Ergebnis z. T. heftiger Auseinandersetzungen zwischen den (wenigen) einflußnehmenden Konzernen der internationalen Spitzen- klasse. Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang z w e i t e n s die rasch zunehmende Anzahl und Qualität i n t e r n a t i o- n a l e r F o r s c h u n g s k o o p e r a t i o n e n vor allem in solchen technologiesensiblen Bereichen wie der Luft- und Raumfahrt, der Elektronik, der Informations- und Kommunikations- techniken, dem Fahrzeug- und Maschinenbau oder der Chemie- industrie. 34) In vielen Fällen übersteigen hier nicht nur die Forschungs- und Entwicklungskosten neuer Produkte und Verfahren, sondern auch die dazu erforderlichen Potentiale an Forschern und Geräten die Möglichkeiten einzelner Konzerne und zwingen sie in Formen der kooperativen Auswertung und Ausnutzung internationaler Wissenspotentiale. Entsprechende zeitweise Zusammenschlüsse gibt es heute nicht nur in der Form internationaler konzerninterner Kooperationsvereinbarungen, sondern immer öfter auch als (finanzkapitalistisch organisierte) Kooperationsbündnisse zwi- schen großen internationalen Monopolen oder in der Form interna- tionaler staatsmonopolistischer Komplex- und Einzelprogramme, an denen staatliche und zwischenstaatliche Institutionen, private Monopole und Banken beteiligt sind. Besonders in Westeuropa, hier vor allem im Bereich der Europäi- schen Gemeinschaft (EG) hat die Bedeutung solcher international ausgerichteter Forschungs- und Kooperationsformen in den letzten Jahren stark zugenommen. 35) Die EG-Länder haben sich nicht nur auf ein langfristig ausgeleg- tes "Rahmenprogramm der wissenschaftlichen und technischen Tätig- keit der Gemeinschaft" vereinheitlichen können, sondern auch eine Reihe größerer Einzelprogramme z. B. im Bereich der Informations- technologien (ESPRIT), im Bereich der Telekommunikation (RACE), im Bereich der industriellen Grundlagentechnologie (BRITE) oder im Bereich der Koordination von Hochschul- und industrieller For- schung (COMETT) in Zusammenarbeit mit führenden Monopolen ausge- arbeitet, finanziert und koordiniert. Zusammen mit den im Sommer 1986 gestarteten ersten EUREKA-Projekten hat sich im Rahmen der EG heute ein recht engmaschiges Netz von Kooperationen und inter- nationalen Zusammenschlüssen im Bereich der Technologieentwick- lung herausgebildet - eine weitere Form der kapitalistischen Ver- gesellschaftung des Wissenschaftsprozesses, die sich allerdings häufig nur über scharfe Rivalitätskämpfe zwischen den beteiligten Regierungen und Konzernen um Aufträge und Produktionsanteile so- wie unter dem Druck der starken US-amerikanischen und japanischen Konkurrenz Bahn bricht. D r i t t e n s schließlich beschleunigt der technologische Um- bruch auch die K o n z e n t r a t i o n v o n W i s s e n- s c h a f t s p o t e n t i a l b e i d e n f ü h r e n d e n K o n z e r n e n selbst. Unbeschadet von dem Zwang zur par- tiellen Zusammenarbeit mit anderen Unternehmen streben die Industriekonzerne im Rahmen ihrer Modernisierungsstrategie solche Unternehmensprofile an, die aufwendige Forschungsaufgaben weit- gehend eigenständig bewältigen und ihre Ergebnisse im Rahmen der eigenen Produktionsstrukturen umfassend anwenden und verwerten können. Diese privatmonopolistische Anpassungsstrategie schlägt sich heute vor allem in der oben beschriebenen Angliederung forschungs- und technologieintensiven Unternehmen aus den Bereichen der Hochtechnologien nieder. Sie bedeutet für die Groß- konzerne in der Regel nicht nur einen verhältnismäßig billigen Einkauf wissenschaftlich-technischer Spitzenerzeugnisse und eine beachtliche Erweiterung der konzerneigenen Forschungskapazitäten, sondern eröffnet auch einer profitablen Verwertung komplexer und aufwendiger Forschungsarbeiten neue Perspektiven. 2.4. Bruchstellen des Umbruchs 36) ---------------------------------- Der technologische Umbruch vollzieht sich heute ganz wesentlich als international regulierter Prozeß. Er verlangt nach neuen For- men der Vergesellschaftung auf allen Ebenen des ökonomischen Re- produktionsprozesses, setzt als Erforschung und Entwicklung, Pro- duktion und Anwendung von Spitzentechnologien immer zwingender Weltmarktzusammenhänge voraus und wirkt damit zugleich stimulie- rend auf die weitere Ausprägung internationaler Produktions- und Austauschbeziehungen zurück. Das Netz internationaler Forschungs- und Produktionszusammenhänge wird dichter, neue Formen der staat- lichen und zwischenstaatlichen Einflußnahme etwa im Bereich der Stimulierung und Koordinierung von komplexen Forschungs- und Ent- wicklungsprojekten bilden sich heraus. Die Richtung und das Tempo des technologischen Umbruchs und die sich damit vollziehende Neu- verteilung der gesellschaftlichen Arbeit in internationalen Maß- stäben wird jedoch auch unter den heutigen Bedingungen weitgehend von den Verwertungszwängen der international agierenden Konzerne bestimmt. Die internationale Modernisierungskonkurrenz bleibt al- len erzwungenen Kooperationsvereinbarungen, partiellen Zusammen- schlüssen, Marktaufteilungen und Vergesellschaftungsfortschritten zum Trotz sein entscheidendes sozialökonomisches Entwicklungsmi- lieu. Sie beherrscht die Investitionsmotive und dominiert die Aufkauf-, Beteiligungs- und Umprofilierungspolitik der interna- tionalen Konzerne. Sie bestimmt die Wirtschaftspolitik der impe- rialistischen Staaten und beeinflußt die Struktur und Abhängig- keitsverhältnisse innerhalb und zwischen den Gruppen des Finanz- kapitals. Sie stellt neue Anforderungen an die ökonomische Repro- duktion des Kapitals und wird zu einem wichtigen Impuls konkreter Veränderungen in den staatsmonopolistischen Produktionsverhält- nissen. 37) D i e i n t e r n a t i o n a l e M o d e r n i- s i e r u n g s k o n k u r r e n z w i r d s o z u m z e n- t r a l e n M e c h a n i s m u s d e r ö k o n o m i- s c h e n R e g u l i e r u n g d e s w i s s e n s c h a f t- l i c h - t e c h n i s c h e n F o r t s c h r i t t s i m h e u t i g e n K a p i t a l i s m u s; s i e ü b e r- s e t z t d i e n e u e n R e p r o d u k t i o n s e r f o r- d e r n i s s e d e s t e c h n o l o g i s c h e n U m- b r u c h s i n k o n k r e t e A n p a s s u n g s r e a k- t i o n e n d e r s t a a t s m o n o p o l i s t i s c h e n P r o d u k t i o n s v e r h ä l t n i s s e, w i e u n z u- r e i c h e n d u n d d e f o r m i e r t s i e a u c h i m m e r s e i n m ö g e n. Aus den Widersprüchen und Begrenzungen dieser privatmonopoli- stisch bestimmten Regulierung des wissenschaftlich-technischen Fortschritts können auch die neuen Formen einer staatlichen bzw. zwischenstaatlichen Regulierung nicht wirklich ausbrechen. Es mag auf den ersten Blick paradox erscheinen: Der Funktionszuwachs des Staates und der zunehmenden Anzahl internationaler Institutionen und Koordinierungsgremien korrespondiert heute mit einer Abnahme ihrer an gesamtwirtschaftlichen Reproduktionserfordernissen ori- entierten Regulierungskompetenz gegenüber den Interessen des Mo- nopolkapitals. Diese Interessen stehen als einzelkapitalistische Interessen zunächst nicht nur im Widerspruch zu den Interessen der Arbeiterklasse und aller nichtmonopolistischen Schichten, sondern auch im Widerspruch zueinander. Die monopolistische Kon- kurrenz wird in die staatliche Politik hineingetragen; diese wird selbst Gegenstand und in gewissem Maße Ausdruck divergierender Monopolinteressen. Der objektive Funktionszuwachs des Staates, z.B. im Bereich der Forschungs- und Technologiepolitik, wird in seiner praktischen Ausführung also nicht einfach durch den ge- stiegenen gesamtwirtschaftlichen und strukturellen Regulierungs- bedarf im Sinne einer staatlich durchzusetzenden proportionalen Reproduktionsstruktur, sondern ganz wesentlich durch die Verwer- tungs- und Expansionsinteressen der internationalen Monopole als der dominierenden Teile des gesellschaftlichen Gesamtkapitals be- stimmt. Staatliche Regulierung des technologischen Fortschritts wird unter diesen Bedingungen immer stärker auf eine Politik der Modernisierung der industriellen Kernsektoren zugeschnitten, die auf die Unterstützung der internationalen Expansion und Konkur- renzfähigkeit der "eigenen" Monopole zielt und gesamtwirtschaft- liche Interessen an einer funktionierenden Reproduktionsstruktur der Binnenwirtschaft in zunehmendem Maße vernachlässigt. Alle Vergesellschaftungsfortschritte schlagen so gleichzeitig in Mo- mente der Verstärkung der krisenhaften und disproportionalen Ent- wicklungsdynamik des Gesamtsystems um. _____ 1) P. Hess, Grenzen des Kapitals: Wissenschaftlich-technische Re- volution und Verwertung, in: Wirtschaftswissenschaft 9/1983, S. 1373. 2) Institut für Internationale Politik und Wirtschaft (IPW) (Hg.), Der staatsmonopolistische Kapitalismus der 80er Jahre - Neue Tendenzen und Widersprüche. Thesen, Berlin 1985, S. 10 ff. 3) H. Kern/M. Schumann, Das Ende der Arbeitsteilung? Rationali- sierung in der industriellen Produktion, München 1984, S. 15. 4) Vgl. dazu: IMSF (Hg.), Marxistische Studien. Jahrbuch 9, Frankfurt/M. 1985. Hier insbesondere den Artikel von H. Jung: Um- bruchperiode? Die BRD bis zum Jahr 2000, S. 11 ff. 5) Vgl. einführend U. Briefs, Informationstechnologien und Zu- kunft auf Arbeit. Ein politisches Handbuch zu Mikroelektronik und Computertechnik, Köln 1984, S. 28 ff. Zu den Trends der techni- schen Entwicklung vgl.: P. Fleissner, Zum Umbruch des Produktiv- kraftsystems, in: IMSF, Marxistische Studien 9, a.a.O., S. 164 ff. 6) Kern/Schumann, Ende der Arbeitsteilung?, a.a.O., S. 47. 7) Vgl. im folgenden L. Zimmermann (Hg.), Computereinsatz: Aus- wirkungen auf die Arbeit (Humane Arbeit, Bd. 3), Reinbek 1982, S. 77 ff.; R. Schneider, Computertechnologien in der Produktion. Zur Veränderung industrieller Arbeit durch Automatisierung, in: WSI- Mitteilungen 2/1983, S. 66 ff.; A. Leisewitz, Neue Technologien und Arbeiterklasse. Zur Entwicklung des Produktivkraftsystems in der Bundesrepublik, in: IMSF (Hg.), Marxistische Studien 6, Frankfurt/M. 1983, S. 91 ff.; ders., Flexibilisierung und Inten- sivierung der Produktionsanlagen durch neue Techniken - Das Bei- spiel der Industrieroboter, in: IMSF (Hg.), Umbruch im Produkti- onsbereich? (Beiträge des IMSF 7), Frankfurt/M. 1985, S. 47 ff. 8) Vgl. W. Olle, Neue Dimensionen der Produktionslogistik, in: WSI-Mitteilungen 4/1986, S. 312 ff. 9) Vgl. im folgenden: L. Scholz, Automatisierungsinvestitionen in der Industrie, in: ifo-schnelldienst 17-18/1982, S. 32 ff.; R. Schneider, Computertechnologien in der Produktion, a.a.O., S. 66 ff.; H. Schmalholz, Innovation: Zukunftssicherung der Unterneh- men, in: ifo-schnelldienst 19/1985, S. 18 ff.; ders., Innovation als Wachstumsmotor, in: ifo-schnelldienst 6/86, S. 5 ff.; D. Seitz, Rationalisierung und Beschäftigung in der Serienmontage, in: WSI-Mitteilungen 2/1986, S. 57 ff.; J. Goldberg/A. Leisewitz, Neue Aspekte im Ausbeutungsmechanismus des Kapitals, in: Marxi- stische Blätter 3/1986 S. 28 ff. 10) Kern/Schumann, Ende der Arbeitsteilung? a.a.O., S. 16. 11) Vgl. dazu übergreifend ebd., S. 40 ff.; IMSF (Hg.), Umbruch im Produktionsbereich, a.a.O., S. 65 ff.; vgl. ergänzend A. Lei- sewitz, Flexibilisierung und Kontrolle. Neue Technologien und Veränderungen der Betriebsstrukturen am Beispiel der Automobilin- dustrie, in: IMSF (Hg.), Marxistische Studien. Jahrbuch 7/1984, Frankfurt/M., S. 182 ff.; R. Bispinck, Montagetätigkeit im Wan- del. Arbeitsbedingungen zwischen Fließband und Computer, in: WSI- Mitteilungen 2/1983, S. 88 ff.; A. Zeh, Entwicklungstendenzen in der kapitalistischen Automobilindustrie - verschärfter Kampf um Konkurrenzpositionen, in: IPW-Berichte 5/1985, S. 57 ff.; ders., BRD-Elektroindustrie: Expansion und Labilität, in: IPW-Berichte 2/1982, S. 41 ff.; K. Benz-Overhage, Automatisierung der Ferti- gung im Maschinenbau und ihre Folgen für die Arbeitsgestaltung, in: WSI-Mitteilungen 2/1983, S. 79 ff.; A. Zeh, BRD-Chemieindu- strie im Anpassungsprozeß, in: IPW-Berichte 6/1983, S. 55 ff. 12) Vgl. Autorenkollektiv, Strukturwandel und Strukturkrisen im gegenwärtigen Kapitalismus, Berlin 1983, S. 70 ff. 13) R. Kowalski, Widersprüche der Kapitalakkumulation und Regu- lierungskrise, Berlin 1983, S. 47. 14) Vgl. dazu R. Katzenstein. Technischer Fortschritt - Kapital- bewegung - Kapitalfixierung, Berlin/W. 1974, S. 74 ff. 15) Vgl. im folgenden: J. Goldberg, Strukturveränderungen, Wachs- tumsverlangsamung und Investitionen, in: IMSF-Beitrag 7, a.a.O., S. 1 ff.; ders., Technischer Wandel und Perspektiven der wirt- schaftlichen Entwicklung, in: Marxistische Blätter 3/1986, S. 39 ff.; K.-D. Hantelmann, Zur veränderten Rolle der Investitionen im Krisenzyklus, in: IPW-Berichte 1/1984, S. 19 ff.; P. Hess, Gren- zen des Kapitals, a.a.O., S. 1368; ders., Wissenschaftlich-tech- nische Revolution und Akkumulation des Kapitals, in: IPW-Berichte 2/1986, S. 13 ff.; K. Hübner/M. Stanger, Ein technologischer Aus- weg aus der Krise? Der Kapitalismus vor einem neuen Aufschwung?, in: Gewerkschaftliche Monatshefte 6/1986, S. 360 ff.; D. Klein, Wirkungsmechanismus der ökonomischen Gesetze und Tendenzen impe- rialistischer Anpassung in der Gegenwart, in: IMSF (Hg.), Große Krisen des Kapitalismus - lange Wellen der Konjunktur?, Frank- furt/M. 1985, S. 157 ff. 16) H.-J. Höhme in einer Diskussionsrunde "Zu den 'langen Wellen' ökonomischer Entwicklung im Kapitalismus", in: IPW-Berichte 10/1985, S. 9. 17) Vgl. J. Goldberg, Die Reproduktionsbedingungen des fixen Ka- pitals als Grundlage von Stagnationstendenzen, in: IMSF (Hg.), Marxistische Studien. Jahrbuch 2/1979, S. 37 ff; J. Welsch, Die "Produktions-Produktivitäts-Schere" - Argumente und Fakten für die Bundesrepublik Deutschland, in: WSI-Mitteilungen 6/1983, S. 347 ff. 18) Vgl. J. Goldberg, Perspektiven der Akkumulation von fixem Ka- pital. Ökonomische Tendenzen bis zum Jahr 2000, in: IMSF (Hg.), Marxistische Studien 9, a.a.O., S. 226 ff. 19) Goldberg, Technischer Wandel, a.a.O., S. 41. 20) Hess, Wissenschaftlilch-technische Revolution und Akkumula- tion des Kapitals, a.a.O., S. 18. 21) Vgl. R. Weiß, Monopolistischer Zentralisationsprozeß in der zyklischen Krise der kapitalistischen Weltwirtschaft 1980/83, in: IPW-Berichte 1/1985, S. 19 ff; F. Rudolph, Neue Profitstrategien und Organisationsstrukturen der Konzerne, in: IPW-Berichte 9/1985, S. 31 f.; H. Grünert/R. Weiß, Grundzüge des gegenwärtigen Monopolisierungsprozesses in der BRD, in: IPW-Berichte 11/1985, S. 19 ff. 22) C. Schirmeister, Daimler-AEG: Beginn einer neuen Monopolisie- rungswelle in der BRD?, in: IPW-Berichte 1/1986,8. 51. 23) So ist z.B. der Automobilkonzern VW der größte Hersteller von Industrierobotern in der BRD. Vgl. dazu Seitz, Rationalisierung in der Serienmontage, a.a.O., S. 58 f. 24) Hess, Wissenschaftlich-technische Revolution, a.a.O., S. 18. 25) Vgl. J. Huffschmid/W. Voß/N. Zdrowomyslaw, Die Profiteure der Aufrüstung. Struktur und jüngste Entwicklung der Rüstungsindu- strie in der Bundesrepublik, in: Blätter für deutsche und inter- nationale Politik 11/1985, S. 780 ff. 26) J. Huffschmid, Rüstungsriese Daimler-AEG, in: Blätter für deutsche und internationale Politik 11/1985, S. 1289. 27) Ein Paradefall der hier beschriebenen Neuausrichtung von Kon- zernprofilen ist die finanzkapitalistische Sanierung und Umstruk- turierung des AEG-Telefunken-Konzerns und seine spätere Übernahme durch Daimler-Benz. Mit dem Aufkauf von MTU, Dornier und AEG ist Daimler-Benz nicht nur zum größten Industriekonzern, sondern zugleich auch zum umsatzstärksten Rüstungskonzern der BRD gewor- den. Er verfügt nun neben seinem traditionellen Produktions- schwerpunkt - dem Bau von Personenkraftwagen - über enorme For- schungs- und Produktionspotentiale in Schlüsselbereichen der Ent- wicklung und Herstellung neuer technologischer Systeme und ist mit diesen Transaktionen tief in das kapitalistische "Zukunftsgeschäft" der Rüstungsproduktion eingedrungen. Er hat damit nicht nur seine internationale Konkurrenzposition gefe- stigt, sondern zugleich auch Bewegung in das Machtgefüge des westdeutschen Finanzkapitals gebracht. Vgl. dazu G. Kautsch, Zur jüngsten Entwicklung im AEG-Telefunken-Konzern, in: IMSF-Beitrag 7, a.a.O., S. 292 ff; A. Burger/C. Schmidt/R. Weiß, AEG-Konzern im Sog von Wirtschafts- und Strukturkrise, in: IPW-Berichte 11/1982, S. 43 ff; J. Huffschmid, Rüstung statt Konsum. Die Ope- ration AEG als Modell für die "Sanierung" der Bundesrepublik?, in: Blätter für deutsche und internationale Politik 9/1982, S. 1074 ff; ders., Rüstungsriese Daimler-AEG, a. a O., S. 1287 ff; Schirmeister, Daimler-AEG, a.a.O., S. 50ff; W. Helmer, Mischform mit Stern. Der Daimler-Benz-Konzern wird umgebaut, in: Frankfur- ter Allgemeine Zeitung vom 1.7.1986. 28) Vgl. C. Schmidt, BRD-Monopolbanken im System der staatsmono- polistischen Regulierung, in: IPW-Berichte 12/1982, S. 16 ff; A. Sörgel, Die eigentlichen Hausherren der Republik? Macht und Ein- fluß der Großbanken, in: Blätter für deutsche und internationale Politik 1/1986, S. 13 ff.; H. Pfeiffer, Das Netzwerk der Großban- ken. Personelle Verflechtungen mit Konzernen, Staat und ideologi- schen Apparaten, in: Blätter für deutsche und internationale Po- litik 2/1986, S. 16 ff. 29) G. Binus, Monopole in der staatsmonopolistischen Regulierung, in: IPW-Berichte 9/1981, S. 14. 30) Vgl. dazu: Das Riesen-Monopoly der Deutschen Bank, in: Der Spiegel 7/1985, S. 40 ff. 31) Autorenkollektiv, Strukturveränderungen und staatsmonopoli- stisches Finanzsystem, Berlin 1978, S. 35. 32) Schirmeister, Daimler-AEG, a.a.O., S. 51. 33) Vgl. im folgenden D. Hase, Technischer Fortschritt und Staat. Einige Anmerkungen zur staatlichen Forschungs- und Technologiepo- litik als Instrument des ökonomischen Krisenmanagements, in: M. Ernst-Pörksen (Hg.); Alternativen der Ökonomie - Ökonomie der Al- ternativen (Argument-Sonderband 104), Westberlin 1984, S. 87 ff.; Arbeitsgruppe Alternative Wirtschaftspolitik, Memorandum '86, Köln 1986, S. 188ff.; A. Bühl/M. Weber, Hochschule und Industrie in den achtziger Jahren, in: Forum Wissenschaft 1/1985, S. 30 ff.; R. Zeppernick, Mehr Staat oder mehr Markt? Die Forderungen nach einer neuen Industrie- und Forschungspolitik, in: HWWA-In- stitut für Wirtschaftsforschung (Hg.); Hamburger Jahrbuch für Wirtschafts- und Gesellschaftspolitik. 30. Jahr, Tübingen 1985, S. 69 ff. 34) Vgl. R. Gündel, Kooperationsbeziehungen und Internationali- sierungsprozeß des Monopolkapitals, in: IPW-Berichte 5/1986, S. 7ff.; M. Heyn/R. Weiß, Monopolkapitalistische Zentralisations- vorgänge. International bedeutendste Vorgänge 1984, in: IPW-Be- richte 12/1985, S. 54 f. 35) Vgl. Memorandum '86, a.a.O., S. 202 ff.; M. Villon, Eureka statt SDI?, in: Blätter für deutsche und internationale Politik 7/1985, S. 776 ff. 36) Vgl. dazu auch meine Überlegungen in: U. Dolata, Ökonomische Regulierung und Regulierungskrisen im Kapitalismus. Theoretische Grundlagen, Köln 1986, S. 96ff.; U. Dolata, Staatsmonopolistische Regulierung in der Krise, in: IMSF (Hg.), Große Krisen des Kapi- talismus, a. a. O., S. 97 ff. 37) Vgl. dazu ergänzend den Aufsatz von U. Dolata/A. Gott- schalk/J. Huffschmid, Staatsmonopolistische Komplexe als neue Or- ganisationsformen des Kapitals im staatsmonopolistischen Kapita- lismus (in diesem Jahrbuch). zurück