Quelle: Jahrbuch des Inst. für Marxist. Studien und Forschungen 11/1986


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UMBAU DER INDUSTRIEGESELLSCHAFT - EIN REALISTISCHES KONZEPT DER GESELLSCHAFTSVERÄNDERUNG DER GRÜNEN *)

Hubert Kleinert 1. Konturen eines linken Alternativkonzepts - 2. Interventionsan- sätze ökologischer Strukturreformen - 3. Soziale Umbaumaßnahmen - 4. Demokratisierung -5. Ein reformpolitischer Weg Über die Krisenphänomene, die die gegenwärtige Entwicklungsphase des Kapitalismus in internationalem Maßstab hervorgebracht hat, ist in der linken und grünen Diskussion recht schnell Einigkeit zu erzielen. Allzu offensichtlich treten mit Massenerwerbslosig- keit, neuer sozialer Armut und wachsender Zerstörung von Natur und Umwelt die Schattenseiten eines Wirtschaftssystems zum Vor- schein, das die private Kapitalverwertung als Triebfeder und Mit- telpunkt der Ökonomie hat. Minderwertige oder vergiftete Nah- rungsmittel, gesundheitsschädliches Trinkwasser, schadstoffbela- stete Atemluft, das Absterben ganzer Ökosysteme - all dies weist unübersehbar auf die Folgen einer Produktionsweise hin, die auf ökologische Notwendigkeiten allenfalls am Rande Rücksicht nimmt. Die vielgerühmte internationale Wettbewerbsfähigkeit der BRD-Öko- nomie ist begleitet von einer Verfestigung der Massenerwerbslo- sigkeit und der Ausgrenzung ganzer Gruppen der Gesellschaft. Un- ter dem Leitmotiv "Gesundung der Staatsfinanzen" ist in den letz- ten Jahren ein Sozialabbau durchgesetzt worden, der das bei weitem übertrifft, was schon in der Spätphase der Sozialliberalen eingeleitet worden war. Die Umverteilung von unten nach oben wurde dramatisch verschärft, die Schere in der Einkommensvertei- lung hat sich in den letzten Jahren weiter geöffnet. Gleichzeitig hält die Diskriminierung von Frauen als Manövriermasse für den Arbeitsmarkt an. Wo sie überhaupt eine Beschäftigung finden, müs- sen sie in aller Regel untergeordnete und schlechter bezahlte Po- sitionen übernehmen. Die Analyse dieser Phänomene wird nicht sonderlich strittig sein. Selbst eine tiefer angesetzte Krisenanalyse, die die Frage nach dem Charakter der gegenwärtigen Krise thematisiert, muß so kon- trovers nicht diskutiert werden. Allzu deutlich hat sich längst herauskristallisiert, daß es sich nicht um eine zyklische Akkumu- lationskrise handelt, sondern um tiefgreifende strukturelle Wand- lungen der gesamten kapitalistischen Ökonomie. Die Schrumpfung des industriellen Sektors, eine sprunghafte Entwicklung der Tech- nologie, die ökologische Krise, die deutlich gemacht haben, daß die Unschuld der Produktivkräfte vorbei und es eben nicht nur eine Frage der Anwendung ist, welche Rolle sie im gesellschaftli- chen Entwicklungsprozeß spielen - zumindest aus meiner Sicht sind diese Tendenzen derart unübersehbar, daß darüber in der linken Diskussion kein großer Streit geführt werden muß. Und wir alle kennen zumindest die ersten Ergebnisse der neokonservativen und neoliberalen Politikmuster: Die Akkumulationsbedingungen des Ka- pitals sind erheblich verbessert worden, der Aufschwung ist ge- kommen, doch die versprochene Senkung der Massenerwerbslosigkeit ist ausgeblieben; in der BRD nicht anders als in anderen westli- chen Ländern unter der Hegemonie der Konservativen. 1. Konturen eines linken Alternativkonzepts ------------------------------------------- Schwieriger wird es dort, wo es um die Alternativen der Linken heute geht. W a s s i n d d i e K o n t u r e n e i n e s l i n k e n A l t e r n a t i v k o n z e p t s j e n s e i t s d e r b l o ß e n U t o p i e u n d d e r s o z i a l i- s t i s c h e n W u n s c h v o r s t e l l u n g? Angesichts der Renaissance des Marktgedankens in der Linken, angesichts der offensichtlichen ökonomischen Probleme der realsozialistischen Länder, angesichts des Scheiterns selbst der zaghaften Reformpolitik der französischen Linksregierung nach 1981, keine ganz leichte Frage. Gibt es noch einen anderen reformistischen Weg jenseits der Glotzschen Partnerschaft mit dem Kapital? Was sind überhaupt die Spielräume für einen nationalen Sonderweg der BRD? Die GRÜNEN sind seit ihrer Entstehung theoretisch und praktisch Ausdruck einer Kritik am industrialistischen Fortschrittsmodell. Dies unterscheidet die GRÜNEN von allen Varianten der "klassischen" Linken, die "nur" die Macht- und Verteilungsfragen im Produktionsprozeß im Auge hatten, weniger die stoffliche Struktur der Produktion selbst - von einigen kulturkritischen Sonderwegen des Marxismus einmal abgesehen. Dieser Unterschied wird sich auch in der politischen Alternative kenntlich machen, die hier zur Debatte steht. Die Veränderung der stofflichen Seite der Produktion, die Harmo- nisierung des Produktionsprozesses mit ökologischen Notwendigkei- ten, dies ist zunächst der zentrale Ausgangspunkt für unsere Überlegungen. Es geht um einen Prozeß des grundlegenden ökologi- schen Strukturwandels, der in wichtigen Bereichen des industriel- len Sektors Veränderungen in der Struktur der Produktion ermög- licht. Abbau, Neubau und Umbau ganzer Branchen steht an und ent- sprechend die Ausschöpfung aller politisch probanten Mittel, sol- che Prozesse einleiten zu können. Damit aber ist eine Aufgabe formuliert, die sich die klassische Linke kaum gestellt hat. Und wenn doch, dann ist sie stets mit großem Zukunftsoptimismus ange- gangen worden - nicht die Produktivkräfte waren das Problem, stets nur ihre Anwendung. 1) Und auch reformistische Politik war immer nur auf Grundlage hoher Wachstumsraten vorstellbar - ein Problem, das die linken Sozialdemokraten schon nach 1974 arg be- schäftigt hat. Auf diesem Hintergrund der Thematisierung der stofflichen Seite der Produktion stellt sich dann die Frage der Verteilung von Ar- beit und Gütern, die Frage der Kontrolle der Arbeitsbedingungen und der Entfaltung am Arbeitsplatz - all die Kernfragen nach Ei- gentums- und Machtverhältnissen, nach Markt und Plan, nach Räten und Privateigentum, die seit Jahrzehnten die Debatten der Linken beherrschen. Aber auch an dieser Stelle muß eine weitere Priori- tät ergänzt werden: Gerechte Verteilung von Arbeit und Einkommen heißt auch gerechte Verteilung zwischen den Geschlechtern. Auch die bundesdeutsche Linke ist in den vergangenen Jahren von theoretischen und politischen Verunsicherungen und Neuansätzen ergriffen worden. Die Kritik an den bürokratischen Erscheinungs- formen des klassischen Sozialstaatsprojekts hat durchaus Anhänger gefunden, marktwirtschaftliche Überlegungen und Lösungsansätze haben in der Linken einen vor zehn Jahren nie vermuteten Auf- schwung genommen; das Schlagwort vom "Anti-Etatismus" macht die Runde. Schon ist es wieder einige Jahre her, als die Rede war von der "Krise des Marxismus". Angesichts derartiger Verunsicherung und dem Suchen nach strategischen Neuansätzen ist die Frage, wie denn die inhaltlichen Konturen der Alternativen aussehen könnten, um so bedeutsamer. Verträumte Ausstiegsillusionen werden die ökologische Krise sowe- nig lösen wie die soziale Frage. Ebensowenig freilich kann ein bißchen ökologische Kosmetik und soziale Abfederung eine sinn- volle Perspektive eröffnen. Wir brauchen einen fundamentalen Wan- del, wir brauchen den Umbau dieser Industriegesellschaft. Ein Umbau, der um Eingriffe in vorhandene industrielle Strukturen sowenig herumkommen wird wie um den Konflikt mit mächtigen Frak- tionen des Kapitals. Ein Umbau, der die Veränderung von Bewußt- sein und Konsumverhalten ebenso einschließt wie er sie verbindet mit dem Ausschöpfen staatlicher Handlungsspielräume. Die Stärkung von Bürgerrechten, der Ausbau von Vetopositionen der von staatli- chen Entscheidungen Betroffenen, wird dabei zentrales Mittel ei- ner Strategie der ökologischen Investitionsumlenkung sein müssen. 2. Interventionsansätze ökologischer Strukturreformen ----------------------------------------------------- Wenn davon auszugehen ist, daß schon die dringend notwendige Sa- nierung von Naturgrundlagen ohne Eingriffe in vorhandene Indu- striestrukturen nicht möglich sein wird, dann stellt sich natür- lich die Frage nach den entsprechenden politischen Hebeln und In- strumenten. Im Rahmen einer politischen Strategie der ökologi- schen Strukturreformen bieten sich im wesentlichen vier Interven- tionsansätze an: Die staatliche Gesetzgebung, der Einfluß der staatlichen Nachfragetätigkeit auf die Ökonomie, ein System öko- logisch begründeter finanzieller Belastungen und Entlastungen, also ökologische Sonderabgaben, sowie die Ausweitung von Bürger- und Betroffenenrechten als Mittel einer indirekten Steuerung von Investitionstätigkeit. So umstritten jeder einzelne Weg im Lichte jeweils spezifischer historischer Erfahrungen sein mag, zum Ver- such einer Kombination dieser unterschiedlichen Mittel und Wege gibt es m. E. keine Alternative. Eine solche Strategie wird sich also marktwirtschaftlicher und "nichtmarktwirtschaftlicher" Mit- tel gleichermaßen zu bedienen haben. Gesetzliche Maßnahmen bis hin zu Produktions- und Vertriebsverbo- ten sind in bestimmten Bereichen der chemischen Industrie unum- gänglich, wenn die chemische Zeitbombe wirklich entschärft werden soll. Verbote und Gebote allein sind freilich ein unzureichendes Mittel zur Ingangsetzung des gewünschten ökologischen Struktur- wandels. Umweltverträglichkeitsprüfungen und Technikfolgenab- schätzung für neue Produkte, über deren institutionelle Umsetzung noch detaillierter nachzudenken wäre, sind als Chance zur Ein- flußnahme auf die Technologieentwicklung unumgänglich. Die Vorstellung einer ökologisch verträglicheren Ökonomie allein auf dem Wege des Einsatzes staatlicher Machtmittel ist jedoch reichlich naiv und stellt die tatsächlichen Kräfteverhältnisse im Kapitalismus geradezu auf den Kopf. Denn sie setzte eine Chance zur vollständigen Regulierung des ökonomischen Prozesses durch den politischen Hebel der Gesetzgebung voraus, und das ist voll- ständig undenkbar, solange die Grundstrukturen dieser Gesell- schaft kapitalistischen Charakter haben. Ökologischer Struktur- wandel wird deshalb auch nur dann möglich werden, wenn zu geän- derten gesetzlichen Rahmenbedingungen (Grenzwerte, Produktions- verbote usw.) auch ökologisch begründete finanzielle Entlastungen und Belastungen treten. Das bedeutet in einem gewissen Umfange nicht nur den Konflikt mit dem Kapital, es setzt auch auf die Be- reitschaft wenigstens von Teilen der privaten Industrie, zu öko- logischen Produktionsumstellungen zu kommen, in anderen Branchen zu investieren usw. Wir haben deshalb als GRÜNE im Umbauprogram- mentwurf verschiedene Sonderabgaben benannt, die unmittelbar an der Quelle der ökologischen Zerstörung greifen könnten. Wir haben u. a. eine Verdreifachung der Abwasserabgabe vorgeschlagen, eine Grundchemikalienabgabe, eine Schadstoffabgabe für die Kraftwerks- betreiber und industriellen Luftverschmutzer, eine Verpackungsab- gabe, eine Lkw-Verkehrsabgabe usw. Umgekehrt müssen zur Einfüh- rung umweltverträglicher Technologien auch finanzielle Anreize geboten werden. Als Produzent von Waren und Dienstleistungen sowie als Auftragge- ber für die Privatwirtschft hat der Staat einen unmittelbaren Einfluß auf die Produktion und die Angebotsstruktur der Volks- wirtschaft. Allein über die Ausgestaltung der Staatshaushalte kann eine beträchtliche Steuerungs- und Umlenkungswirkung erzielt werden. Und wenn der Staat bei der Einführung umweltverträglicher Technologie und Produktion eine Vorreiterrolle übernimmt und etwa durch gezielte Forschungspolitik zur Ökologisierung der Ökonomie beiträgt, kann auch dies ein wichtiges Mittel sein für eine ökologische Strukturpolitik. Allein der Stopp der gigantischsten ökologischen Verschwendungsprojekte, die aus öffentlichen Mitteln gefördert oder finanziert werden, würde eine enorme Finanzmasse frei werden lassen, die entsprechend sinnvoll eingesetzt werden könnte. Schließlich bleibt das Mittel des Ausbaus von Informations- und Einspruchsrechten. Ein Verbandsklagerecht für Umweltverbände, ein umfassendes Einsichtsrecht in betriebliche und behördliche Um- weltakten für jede einzelne Person und Organisation - auch dies hätte einen indirekten Lenkungseffekt. 2) In diesen Zusammenhang gehört auch das Umwelthaftungsrecht. Ein Umwelthaftungsrecht, das nach japanischem Vorbild das Kausalitäts- durch das Plausibili- tätsprinzip ersetzt und damit das finanzielle Risiko für die Ver- ursacher entsprechend vergrößert, hätte gewiß Rückwirkungen auf Investitionsentscheidungen. Eingriffe und Strukturwandlungen, Veränderungen in der stoffli- chen Gestalt des Produktionsprozesses sind vorrangig notwendig in der Energiewirtschaft, in der Chemieindustrie, natürlich bei der Rüstung, im Bereich Verkehr, beim Aufbau einer abfallwirtschaft- lichen Infrastruktur, bei Wohnungsbau und neuen Medien. Energiepolitik und Struktur der Energiewirtschaft müssen sich von Grund auf ändern. Dabei geht es nicht nur um den Ausstieg aus der Atomindustrie und damit das Schleifen einer besonders kräftigen Bastion des Kapitals - schwierig genug. Es geht um eine Rekommunalisierung der Energiepolitik, um den Aufbau einer ganz neuen Struktur, die optimale Einsparpotentiale mit einer umweltverträglichen Kohlenutzung, einer besseren Ausnutzung der vorhandenen Primärenergie und einer einsparorientierten Energiepreisgestaltung verbindet. In der Chemieindustrie geht es auch um den Abbau von bestimmten Kapazitäten. Das ist schwierig, und das Arbeitsplatzargument hat in Zeiten von 2,5 Millionen registrierter Erwerbsloser sicher be- sonderes Gewicht. Doch wer hier kurzsichtig mit dem Arbeitsplatz- argument die notwendigen Eingriffe abblocken will, der verkennt nicht nur das Ausmaß an realen Gefährdungen für Mensch und Natur, er verkennt auch die längerfristigen Auswirkungen dieser Risiken für die Menschen selbst. Niemand will das Autofahren verbieten. Doch die Kosten des Auto- verkehrs müssen an die Kosten angepaßt werden, die der Autover- kehr tatsächlich volkswirtschaftlich verursacht. Die Gelder für den Straßenbau müssen in den Ausbau der öffentlichen Verkehrsmit- tel fließen. Der Aufbau eines attraktiven öffentlichen Verkehrs- systems bietet zugleich ein wichtiges Feld für sinnvolle ökologi- sche Zukunftsinvestitionen. Hier bieten sich Chancen, die auch für die Konversion der Rüstungsindustrie genutzt werden können. Eine präventive ökologische Strukturpolitik geht vom Leitbild ei- ner differenzierten ökonomischen Entwicklung in den verschiedenen Sektoren der Ökonomie aus. Es geht darum, die zu Gebote stehenden Steuerungskapazitäten sowohl für einen Abbau vorhandener Produk- tionsaktivitäten dort, wo hohe soziale und ökologische Folgeko- sten zu erwarten sind, als auch für einen Aufbau neuer Produkti- onsaktivitäten dort, wo es um die Sanierung von Naturgrundlagen und den Aufbau von ökologisch verträglichen Produktionsverfahren geht, zu nutzen. Die Initiierung eines solchen ökologischen Strukturwandels produ- ziert Friktionen und volkswirtschaftliche Risiken; insbesondere seine außenwirtschaftliche Absicherung wird Probleme hervorrufen, die nicht bis ins Detail antizipierbar sind. Gleichwohl wäre der Saldo aus der Schaffung von Arbeitsplätzen und dem parallelen Ar- beitsplatzabbau insgesamt eher positiv zu prognostizieren - zu- mindest kurzfristig, d. h. solange ein entsprechender ökologi- scher Sanierungsbedarf besteht. 3. Soziale Umbaumaßnahmen ------------------------- Die Initiierung eines solchen Strukturwandels wird ohne Konflikte mit mächtigen Kapitalfraktionen nicht abgehen. Eine gesellschaft- liche Mehrheit - einschließlich der Gewinnung der Gewerkschaften für die Einleitung eines solchen Prozesses - ist deshalb eine Voraussetzung für sein Gelingen. Er setzt zugleich einen be- schleunigten Wandel von Konsumpräferenzen und Wertestrukturen voraus, die auch die Bereitschaft zum Verzicht auf die eine oder andere lieb gewordene Konsumgewohnheit einschließt. Ökologische Sonderabgaben werden auch private Haushalte mit zusätzlichen Ab- gaben belasten. Deshalb sind parallele soziale Umverteilungsmaß- nahmen unabdingbar, die die privaten Nachfragestrukturen kompen- sieren und zugleich die Akzeptanz einer solchen ökologischen Strukturpolitik verbessern. Gerade die Bezieher niedrigerer Ein- kommen dürfen durch ökologische Umbaumaßnahmen nur in geringerem Maße zusätzlich belastet werden, wie sie durch soziale Umbaumaß- nahmen entlastet werden. Soziale Umbaumaßnahmen in den kommenden Jahren müssen auf Kosten- einsparungen im Gesundheitssystem, eine Neuordnung der Familien- politik und ein wirkliches soziales Sicherungssystem zielen, das Armut von vornherein verhindert. Eine entsprechende Steuerpolitik muß gleichzeitig eine spürbare Entlastung für die unteren Einkom- men mit dem Schließen all der Schlupflöcher, die die Gewinnein- kommensbezieher steuersparend für sich auszunutzen verstehen, verbinden. Die Rücknahme des Kohlschen Steuerentlastungsgesetzes, die Quellenbesteuerung von Zinsgewinnen, die Anhebung der Vermö- gensteuer und die Streichung bestimmter Abschreibungsvergünsti- gungen sind hier wichtige Punkte. Auch das System des Ehegatten- splittings ist aufgrund seiner unsozialen Verteilungswirkung durch ein anderes System zu ersetzen. Der steuerliche Grundfrei- betrag ist bis auf jene Höhe anzuheben, die als soziale Grundab- sicherung ohnehin jedem zusteht. Die Kostenexplosion im Gesundheitswesen ist vor allem auf zwei Wegen zu stoppen: Die Beschneidung der Rekordprofite der Pharma- industrie und eine Neufestsetzung der ärztlichen Honorarsätze können eine spürbare Entlastung bringen. Was heute Familienpoli- tik heißt, soll sich künftig an der Förderung der Kinder orien- tieren und nicht an der Bevorzugung ganz bestimmter Lebensformen. Die materielle Benachteiligung kindererziehender Personen muß be- seitigt werden, weshalb großzügige Freistellungsregelungen und die Zahlung von Betreuungsgeldern für kindererziehende Personen eine ganz wichtige Rolle spielen. Die seit Beginn der achtziger Jahre eingetretenen Leistungskür- zungen im Sozialsystem müssen zurückgenommen werden. Die heutigen Sozialhilfesätze sind so anzuheben, daß eine bedarfsorientierte Grundsicherung für alle möglich wird, die etwa 1000 DM betragen müßte. Eine Grundrente von 1200 DM muß Altersarmut von vornherein verhindern helfen. Umbau der Industriegesellschaft und Bekämpfung der Massenerwerbs- losigkeit heißt aber auch Umverteilung von Arbeit. Insbesondere dann, wenn darunter auch die Umverteilung von Arbeit zwischen den Geschlechtern verstanden wird. Die Verbesserung der Zugangsmög- lichkeiten für Frauen zum Erwerbsleben ist eine zentrale Zielset- zung dieses Umbaus. Entsprechende Quotierungsregelungen, Frauen- förderpläne usw. sind dabei wichtige Instrumente. Beschäftigungsprogramme sind keine geeignete Antwort auf die Mas- senerwerbslosigkeit. Für das Problem der Massenerwerbslosigkeit müssen Antworten gefunden werden, die unabhängig sind von einer allgemeinen Wachstumsförderung. Dies gilt auch dann, wenn durch entsprechende ökologische Investitionsmaßnahmen kurz- und mittel- fristig positive Beschäftigungseffekte eintreten. Wichtigster He- bel zur Bekämpfung der Massenarbeitslosigkeit ist eine durchgrei- fende Verkürzung der Wochenarbeitszeit. Sie muß begleitet sein von einem Abbau der Überstunden, von der Einführung neuer Frei- stellungsrechte und Verfügungszeiten für die Arbeitnehmer sowie alternativer Formen von Teilzeitarbeit, die entsprechende soziale Absicherungen aufweisen müssen. Die Durchsetzung einer durchgrei- fenden Verkürzung der Wochenarbeitszeit ist in erster Linie eine Frage der Kampfkraft der Gewerkschaften. Freilich können die po- litischen Rahmenbedingungen für die Durchsetzung von Arbeitszeit- verkürzung auch auf parlamentarischem Wege verbessert werden: Nicht nur die Rücknahme des neuen § 116 AFG fällt hier ins Ge- wicht, ebenso das gesetzliche Verbot der Aussperrung. Arbeits- platzwechsel, die infolge ökologischer Strukturwandlungen ver- stärkt auftreten würden, müssen sozial abgesichert und durch staatliche Umschulungs- und Fortbildungsmaßnahmen unterstützt werden. 4. Demokratisierung ------------------- Die Frage der Demokratisierung der Ökonomie ist angesichts des heutigen Diskussionsstandes der Linken wohl die heikelste Frage im Rahmen einer Diskussion der politischen Alternativen. Daß der Sozialismus und der von ihm versprochene Königsweg einer demokra- tischen Kontrolle und Beteiligung der Produzenten gegenwärtig keine Tagesaufgabe ist, werden wohl alle anerkennen, die sich zur Linken rechnen. Was im Lichte der historischen Erfahrungen und der in- und ausländischen Debatte der Linken der Begriff des So- zialismus noch an sinnvoller ordnungspolitischer Grundorientie- rung herzugeben imstande ist, ist darüber hinaus selbst durchaus fragwürdig geworden. Daß der Markt als ökonomischer Regelungsmechanismus in der linken Diskussion seit einigen Jahren eine Renaissance erlebt, darauf hatte ich weiter oben schon hingewiesen. Darin spiegelt sich aus meiner Sicht die schlichte historische Erfahrung, daß zentral- staatliche Vergesellschaftungsformen eben nicht den Weg in die versprochene "freie Assoziation der Individuen" zu bereiten, ja daß sie nicht einmal eine angemessene ökonomische Versorgungslei- stung zu erbringen vermögen. Die immer wieder aufbrechende De- batte um Wirtschaftsreformen in den realsozialistischen Ländern, die stets um das Verhältnis von Markt und Plan sowie die Förde- rung von Eigeninitiative kreist, bietet hierfür den sichtbarsten praktischen Ansatzpunkt. Und auch die rätedemokratischen Versuche und Erfahrungen unterschiedlichster Provenienz bieten keine Ver- anlassung, hier unumwunden wenigstens im Modell den Königsweg ei- ner demokratischen Wirtschaftsverfassung zu erblicken. Da mögen dann reformistische Konzeptionen der Wirtschaftsdemokratie noch so sehr in der theoretischen Debatte in Verruf geraten: Im Lichte praktischer Erfahrungen sind sie als diskutable Alternative alle- mal geeigneter als die Vorstellung einer zentral gelenkten Plan- wirtschaft. Im Anschluß an Gorz ist in den letzten Jahren verschiedentlich versucht worden, das "Reich der Freiheit" in einem sukzessive sich ausweitenden Bereich jenseits des "formellen Sektors" aufzu- finden. So sehr dies taugen mag für den Versuch, jenseits der traditionellen Sektoren der Volkswirtschaft Platz zu schaffen für genossenschaftliche Experimente unterschiedlichsten Charakters : Die praktische Erfahrung weniger Jahre beweist auch hier, daß das Ideal vom "Reich der Freiheit" selbst noch in der Alternativöko- nomie allenfalls begrenzt durchhaltbar ist und gerade die ökono- misch einigermaßen erfolgreichen Projekte einen zwar genossen- schaftlichen Charakter behalten, aber gleichwohl mindestens eben- sosehr den Charakter mittelständischer Unternehmen erhalten ha- ben, die es schaffen, bestimmte Marktlücken auszunutzen oder neue Märkte zu erschließen. So wichtig die Stärkung dieses Sektors ist: Auch hier ist nicht das Vorbild für ordnungspolitische Grundsatzentscheidungen auf gesamtgesellschaftlicher Ebene zu erblicken. Wenn die Steuerungsleistung des Marktes auch innerhalb der linken Diskussion inzwischen für unverzichtbar erklärt wird, dann können gesamtgesellschaftliche Ordnungsvorstellungen sich nicht völlig jenseits solcher Regelungsmechanismen ansiedeln. Es kann dann al- lenfalls darum gehen, eine sinnvolle Verbindung planerischer mit Marktmechanismen ins Auge zu fassen und gleichzeitig Formen der institutionellen und nicht-institutionellen Einflußnahme auf be- trieblichen und überbetriebliche Entscheidungsprozesse hinzube- kommen. Das schließt Vergesellschaftung nicht aus: Ich halte bei- spielsweise die Forderung nach der Vergesellschaftung der Stahl- industrie für eine sinnvolle Forderung. Und auch die Forderung nach der Vergesellschaftung der Rüstungsindustrie macht einen Sinn. Aber einen Sinn macht dies weniger unter dem Gesichtspunkt einer "Demokratisierung der Wirtschaft", sondern schlicht unter ganz praktischen Aspekten: Eine Reduktion von Kapazitäten der Stahlindustrie ohne weiteren Abbau von Arbeitsplätzen scheint mir in privater Regie nicht vorstellbar zu sein. Und die Konversion der Rüstungsindustrie wird nach einer Vergesellschaftung der ent- sprechenden Unternehmen sehr viel einfacher zu bewerkstelligen sein. Auch dies ist allerdings eine Forderung, die jenseits des- sen angesiedelt ist, was kurz- und mittelfristig realistisch er- scheint. "Demokratisierung der Wirtschaft" bedeutet in diesem Sinne nicht die Abschaffung privatwirtschaftlicher Eigentumsformen. Sie be- deutet freilich den Versuch einer Begrenzung, Zähmung und in ei- nem gewissen Sinne auch der Brechung von Kapitalherrschaft. Dies allein auf korporatistischem Wege versuchen zu wollen, bedeutete die Verlängerung einer weiteren linken Lebenslüge. Der Lebenslüge nämlich, daß der gesellschaftliche Regelungsbedarf durch eine Vielzahl von Kommissionen und Räten sinnvoll und demokratisch ausgefüllt werden könnte. Ich halte die Vorstellung einer in per- manenter Dauerdiskussion über Produktionsweise und Produktions- ziele befindlichen Gesellschaft ohnehin weder für realistisch noch für attraktiv. Sie funktioniert auch nur idealiter in der rätedemokratischen Theorie. Dabei geht es mir weniger um die Angst vor mangelnder Effizienz und Dynamik von Entscheidungspro- zessen in korporatistischen Gremien. Gewichtiger ist der Einwand, daß Überforderung, Bürokratismus und semistaatliches Funktionär- stum absehbare Konsequenz sein würden. Solche Einwände kritisch aufnehmend und gleichwohl einen enormen Demokratisierungsbedarf im Rahmen ökonomischer Entscheidungspro- zesse bejahend, gilt es, jenen Mittelweg ausfindig zu machen, der einen realisierbaren gesellschaftlichen Einfluß auf Produktions- entscheidungen erlaubt, ohne zugleich im Bürokratismus zu versac- ken, der sich dann doch wieder im Widerspruch zur Basisbetroffen- heit organisiert. Mir scheinen deshalb fünf Hebel vordringlich, die eine realisti- sche Perspektive zur Beschneidung der Kapitalmacht und zur Demo- kratisierung der Wirtschaft eröffnen könnten, wobei ich hier den internationalen Gesichtspunkt und die multinationalen Organisati- onsformen des Kapitals notgedrungen aus dem Blick lasse: 1. Die Ausweitung betrieblicher Mitbestimmung. 2. Die Ausweitung überbetrieblicher Mitbestimmungsgremien. 3. Die Ausweitung individueller und kollektiver Veto- und Ein- spruchsmöglichkeiten gegenüber Produktions- und Investitionsent- scheidungen. 4. Die Installierung eines Systems der gesellschaftlichen Kon- trolle von Technikfolgen und Umweltverträglichkeit von Produkti- onsverfahren. 5. Der Aufbau eines genossenschaftlichen Sektors und die Verge- sellschaftung einzelner Sphären der Produktion. Für den Ausbau der betrieblichen Mitbestimmung ist die Änderung des Betriebsverfassungsgesetzes in Richtung einer Ausweitung der Rechte der Beschäftigten und des Betriebsrates elementare Voraus- setzung. Bei allen betrieblichen, sozialen und sonstigen Angele- genheiten muß der Betriebsrat mitbestimmungsberechtigt sein. Die Schweigepflicht des Betriebsrats muß eingegrenzt, die Meinungs- freiheit im Betrieb uneingeschränkt, ebenso die volle Mitbestim- mung bei personellen und sozialen Maßnahmen hergestellt sein. In den größeren Unternehmen muß die volle paritätische Mitbestimmung eingeführt werden. Die Mitbestimmung am Arbeitsplatz ist auszu- weiten. Neue Elemente regionaler Mitbestimmung unter Einschluß von Um- weltorganisationen und Verbraucherverbänden können zur Transpa- renz und Kontrolle von betrieblichen Investitionsentscheidungen beitragen, sie können auch zu ihrer Umlenkung führen. Die Ein- richtung von regionalen Wirtschafts-, Sozial- und Umwelträten mit Finanzhoheit über die einzurichtenden regionalen Entwicklungs- fonds ist zumindest ein diskutabler Vorschlag, der internationale Vorbilder hat. Solche Räte hätten die kommunalen und regionalen Parlamente nicht zu ersetzen. Sie könnten aber sehr wohl im Rah- men spezifizierter und eingegrenzter Kompetenzen durchaus als eine Art zweiter Kammer tätig werden. Ich hatte schon darauf hingewiesen, daß die Einrichtung von mehr oder weniger korporatistischen Steuerungsgremien mit Tendenz der Professionalisierung und damit Entfernung zu den immer wieder neu sich formierenden Basis- und Betroffeneninteressen gewiß nicht den Königsweg einer Demokratisierung der Wirtschaft darstellt. Indirekte Kontroll- und Regulationsmechanismen sind mindestens so wichtig. Gerade ihre Einrichtung und Stärkung würde den konservativen Theoretikern der "Unregierbarkeit" und der Kämpfer gegen die "Anspruchsinflation" wohl den kalten Schweiß auf die Stirne treiben: weitreichende Investitionsentscheidungen seien ja heute schon kaum noch durchsetzbar, so wird oft gemäkelt. Die Schaffung zusätzlicher Friktionen bei der Durchsetzung weitreichender und für Mensch und Umwelt folgenreicher Investiti- onsentscheidungen aber wäre ein gerade gewünschter Effekt. In diese Richtung zielten das Verbandsklagerecht, die Änderung des Umwelthaftungsrechts, ein umfassendes Akteneinsichtsrecht für jede natürliche und juristische Person. Über das effektivste und praktikabelste System mag man streiten: Aber die Einrichtung einer systematisierten und präventiv ange- legten Kontrolle von Technikfolgen und Umweltverträglichkeiten ist meines Erachtens unabdingbar. Über die Vergesellschaftung einzelner Sphären der Produktion wurde schon gesprochen. Auch die Frage der Banken und der Geldpo- litik wäre in diesem Zusammenhang noch zu thematisieren. Unstrit- tig jedenfalls bei den GRÜNEN ist darüber hinaus die Förderung von Belegschaftsinitiativen und von selbstverwalteten Betrieben. Sowohl aus ökonomischen wie auch aus politischen Gründen ist dies ein vordringliches wirtschaftspolitisches Ziel. Im Genossen- schaftsgedanken realisiert sich ein wirtschaftsdemokratisches Po- tential, das auf unmittelbare Realisierung im Rahmen überschauba- rer Strukturen zielt. Dies ist in besonderer Weise zu fördern. Die angestrebten wirtschaftspolitischen Strukturentscheidungen und Strukturveränderungen zielen in der Hauptsache auf Branchen mit einem hohen Anteil von mittelständischer Industrie. Da sie zugleich auf Regionalisierung und Verlagerung von monetärer und administrativer Steuerungskompetenz auf Ländern und Gemeinden ab- zielen, ist dies auch ein Element der Dezentralisierung und der Schwächung der Gewichte gerade der großen Kapitale. In diesem Sinne wäre zumindest bereichsspezifisch die Realisierung der grü- nen Umbauvorstellung auch an den Konflikt gerade mit dem großen Kapital gebunden. 5. Ein reformpolitischer Weg ---------------------------- Von der Grundvorstellung geht es also im Konzept des Umbaus der Industriegesellschaft weder um die sozialistische Revolution noch um die Abschaffung des Kapitalismus im Sinne einer völligen Ab- schaffung der privaten Industrie und des privaten Eigentums an Produktionsmitteln. E s g e h t u m e i n e n k o n k r e- t e n r e f o r m p o l i t i s c h e n W e g, d e r d i e I n i t i i e r u n g e i n e s ö k o l o g i s c h e n S t r u k t u r w a n d e l s, d e r d i e s t o f f l i c h e S e i t e d e r P r o d u k t i o n i n w i c h t i g e n S e k t o r e n u m g e s t a l t e n w i l l, m i t d e r U m g e s t a l t u n g d e s S o z i a l s y s t e m s u n d d e r D e m o k r a t i s i e r u n g d e r W i r t- s c h a f t v e r b i n d e t. Seine Realisierung bedeutete gleichwohl, daß dem Kapitalismus die Zähne gezogen würden, daß die Macht privatwirtschaftlicher Interessen beschnitten, in einzelnen Sektoren gebrochen wäre. Es bedeutete auf der anderen Seite auch, daß bestimmte Branchen insbesondere im mittel- ständischen Bereich ihre Positionen verbessern könnten und insofern vielleicht sogar zum Mitspieler einer solchen Strategie werden könnten. Die politische Umsetzung einer solchen Strategie hängt von vielen Voraussetzungen ab: Von politischen Mehrheitsverhältnissen, von gesellschaftlichen Mehrheiten, vom Verhalten der Gewerkschaften, von der internationalen Einbindung der BRD und der Konkurrenzsi- tuation der BRD-Ökonomie. Sie hängt in starkem Maße auch am suk- zessiven Wandel von Konsumgewohnheiten und Bedürfnispräferenzen, was gewiß ein schwieriger Punkt ist, denn die Erziehungsdiktatur ist so wenig attraktiv wie realisierbar, und die Orientierung am postmaterialistischen Wertehorizont des durchschnittlichen Lehrerbewußtseins begründet noch keinen durchhaltbaren gesell- schaftlichen Konsens in diesen Fragen. Es mag durchaus sein, daß ein solches Konzept noch der weiteren Ausreifung bedarf. Es mag auch sein, daß es die nationalstaatlichen Handlungsspielräume und die Möglichkeiten gerade multinationaler Konzernstrategien unter- schätzt, hier gegenzusteuern. Gleichwohl sehe ich von den konzep- tionellen Grundannahmen her gegenwärtig gerade auf der Linken keine Alternative. Und was immer an europäischen und Weltmarktzu- sammenhängen einen solchen Weg behindern mag: Eine BRD-Ökonomie als Speerspitze und Vorreiter des ökologischen Strukturwandels in der Ökonomie - das hätte zumindest in Europa gewiß auch eine enorm politische Ausstrahlungskraft. _____ *) Der Aufsatz bezieht sich in den zentralen Grundüberlegungen auf den Programmentwurf "Umbau der Industriegesellschaft - Pro- gramm zur Überwindung von Erwerbslosigkeit, Armut und Umweltzer- störung", vorgelegt von einer Redaktionsgruppe der GRÜNEN unter Federführung von H. Kleinen, J. Müller, E. Stratmann und H. Ver- heyen, Bonn 1986. 1) Marx setzte die gesellschaftliche Aneignung des Produktionsap- parates voraus, ohne die Entfaltung der materiellen Produktiv- kräfte in Frage zu stellen - es ging um die gesellschaftliche Form der Produktivkraftentwicklung, nicht um deren Grenzen. 2) Es ist nicht nur ein notwendiger Schritt in Richtung Demokra- tisierung der Gesellschaft, es wäre zugleich auch Mittel zur In- itiierung des ökologischen Strukturwandels. zurück