Quelle: Jahrbuch des Inst. für Marxist. Studien und Forschungen 12/1987
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BRUNO BAUER ALS GEGENSTAND DER MARX-FORSCHUNG
Werner Goldschmidt
1. Bruno Bauer als "spekulativer Theologe" - 2. Bruno Bauer als
Philosoph des "Selbstbewußtseins" - 3. Bruno Bauer als "reiner
(kritischer) Kritiker" - 4. Das Verhältnis Marx-Bauer im Kontext
der Entwicklung des wissenschaftlichen Sozialismus (Thesen)
Bruno Bauers wissenschaftliche Entwicklung ist selbst für Spezia-
listen nicht einfach nachzuvollziehen. 1) Dennoch lassen sich für
das hier zu betrachtende Jahrzehnt von 1835 bis 1845 relativ
deutlich drei Phasen unterscheiden:
1. die Phase der "spekulativen Theologie" (1835-1839),
2. die Phase der "Philosophie des Selbstbewußtseins" (1839-1843),
3. die Phase der "reinen Kritik" (1843-1845).
1. Bruno Bauer als "spekulativer Theologe"
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In der Regel geht die Literatur davon aus, daß Bauer seine wis-
senschaftliche Laufbahn auf Seiten der Hegelschen Rechten mit ei-
ner Kritik an Strauß (1835/36) und mit der Begründung einer
"Zeitschrift für spekulative Theologie" (1836 ff.) zur Verteidi-
gung gegen dessen Evangelienkritik begonnen habe. 2) Das Problem
des Zeitpunktes seines Übergangs zur Hegeischen Linken ist indes-
sen ungeklärt. Im allgemeinen wird Bauers Streitschrift gegen den
ultra-orthodoxen Theologen Hengstenberg (erschienen im Frühjahr
1839) als Indiz für diesen Übergang genommen. 3)
Dagegen wird von der neueren theologischen Bauer-Forschung 4) die
These vertreten, daß Bauers Angriff auf Hengstenberg immer noch
vom Boden der "spekulativen Theologie" aus vorgetragen worden sei
- dafür spricht auch beispielsweise, daß Ruge noch im Oktober
1839 Bauer der "Reaktion in der Philosophie" zugerechnet hatte.
5) Bauer selbst gibt an, der Wandel seiner Anschauungen habe sich
zu Beginn seines Aufenthaltes in Bonn, d.h. im Herbst 1839,
vollzogen. 6)
In jedem Fall werfen alle diese Datierungen für die Marx-For-
schung das Problem auf, daß Marx' Freundschaft 7) mit Bauer of-
fenbar noch relativ weit in die Phase der Bauerschen Hegel-Ortho-
doxie zurückreicht und der "Doktorklub", in dem Bauer bekanntlich
eine hervorragende Rolle spielte, zumindest in den Jahren 1836-
1839, keinesfalls eindeutig als Hort des radikalen (linken) Jung-
hegelianismus angesehen werden kann, wie dies die entsprechende
Marx-Literatur geradezu unisono behauptet. 8) Auch kann daraus
keineswegs etwa die These abgeleitet werden, Bauer habe seine An-
schauungen unter dem Einfluß von Marx gewechselt, da Marx in dem
genannten Zeitraum weiterhin in Berlin sich aufhielt.
Wichtiger als einzelne theoretische Anstöße dürften jedoch auf
Bauer die unmittelbaren persönlichen Folgen seines Angriffs auf
Hengstenberg gewirkt haben. 9) Hengstenberg war als bedeutender
Vertreter der protestantischen Amtshierarchie einflußreich genug
gewesen, Bauers Hoffnung auf einen theologischen Lehrstuhl an der
Berliner Universität zunichte zu machen - von daher auch Bauers
Abgang nach Bonn. Dorthin fühlte er sich freilich - nicht zu Un-
recht - eher abgeschoben als vor den Angriffen der kirchlichen
Reaktion bewahrt. Dies alles könnte die möglicherweise schon län-
ger vorhandenen Zweifel an der vollkommenen inhaltlichen Überein-
stimmung zwischen der in den Evangelien historisch überlieferten
Form des Christentums und der Hegelschen Philosophie bestärkt und
ihn schließlich zu einer gegenteiligen Auffassung gebracht haben.
Dafür spricht jedenfalls die zeitgleiche Bearbeitung der Vor-
lesungs-Texte für die Herausgabe der Hegelschen Religionsphi-
losophie (im Rahmen der Herausgeberschaft seines Lehrers Marhei-
neke) mit der Arbeit am Problem der Offenbarung im Kontext des
Alten Testamentes und schließlich des Johannes-Evangeliums. 10)
Dabei hatte Bauer sich eine spezifische "Methode der spekulativen
Kritik" erarbeitet, 11) mit der er die geschichtliche Offenbarung
des Absoluten in den heiligen Schriften an dem jeweiligen Ent-
wicklungsstand der menschlichen Selbstbewußtwerdung nach dem Vor-
bild der Hegelschen "Phänomenologie" messen konnte. Anders als
Strauß interpretierte Bauer diesen Vorgang jedoch nicht als eine
mehr oder minder unbewußte Mythenschöpfung durch die jeweiligen
"Volksgeister", sondern als bewußte, schriftstellerische Leistun-
gen der Evangelisten, die die religiöse "Wahrheit" - die Idee der
Realität des "absoluten" oder "unendlichen" Selbstbewußtseins in
der Person Jesu - in eine für das historische (Massen)Bewußtsein
zugängliche Form zu bringen hatten. Woraus sich freilich die Kon-
sequenz ergab, daß die Evangelien, und mit ihnen letzten Endes
jede Form der bloß religiösen Offenbarung, durch die historische
Entwicklung des menschlichen Selbstbewußtseins notwendigerweise
obsolet werden mußten. Damit war die Begründung der Einheit von
(religions) philosophischer Idee und biblischer Offenbarung, an
der Bauer ursprünglich gearbeitet hatte, endgültig gescheitert
und für Bauer widerlegt.
Nach Mehlhausen "entwickelte Bruno Bauer in den Jahren nach 1840
seine atheistische These von dem dialektischen Werden der Gottes-
vorstellung allein aus der Produktionskraft des endlichen Gei-
stes, an der er bis an sein Lebensende festhielt." 12) Ohne dies
ausdrücklich zu sagen, bestätigt Mehlhausen damit die These von
Marx aus der "Heiligen Familie", wonach Bauer selbst als radika-
ler Atheist stets noch Theologe, wenngleich kritischer Theologe,
geblieben sei.
Die spezifische Form der Theologiekritik, wie Bauer sie in den
folgenden Jahren, von 1839 bis 1843, ausarbeitete, wird in der
Literatur als "Philosophie des Selbstbewußtseins" und als eigen-
tümliches Produkt Bauers bezeichnet, obwohl sie, wenngleich in
unterschiedlichen Ausprägungen, von anderen Junghegelianern, so
etwa von Marx, in dieser Zeit auch vertreten wurde. 13)
2. Bruno Bauer als Philosoph des "Selbstbewußtseins"
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In dieser Phase, in der Bauer sich rasch zum "extremsten Vertre-
ter" und "geistigen Oberhaupt" der Berliner Linkshegelianer ent-
wickelte, sind auch weiterhin theologische Studien 14) Bauers
Hauptarbeitsgebiet. In ihnen entwickelt er jedoch allmählich je-
nen philosophischen Ansatz, der ihn zu seiner radikalen Religi-
onskritik in den Werken "Die Posaune", "Hegels Lehre von der Re-
ligion und Kunst" und schließlich dem "Entdeckten Christentum"
bringt. 15)
Die wichtigste Weiterentwicklung der Bauerschen Position gegen-
über der vorangegangenen Phase besteht darin, daß er nun seine
Konzeption des "Selbstbewußtseins" aus dem Gebiet der Religions-
philosophie auf das der Geschichtsphilosophie überträgt. I. Pep-
perle faßt diesen Übergang wie folgt zusammen: "'Die Weltge-
schichte', schreibt Bauer in der Posaune, 'hat keinen anderen
Sinn als den des Werdens und der Entwicklung des Selbstbewußts-
eins'. Die Geschichte gliedert sich dabei in zwei große Epochen.
Die eine Epoche ist die der Entfremdung und der Selbstentzweiung:
Das menschliche Bewußtsein erkennt sich in der Welt nicht wieder,
betrachtet seine Produkte als fremde Mächte und wird zum Knecht
seiner eigenen Schöpfung. Die andere Epoche ist die der Aufhebung
der Entfremdung: Der Mensch erkennt die fremden Mächte und objek-
tiven Gegebenheiten der Geschichte (Staat, Verfassung, Moral, Re-
ligion usw.) als seine Produktionen, befreit sich von allen Be-
schränkungen und Bindungen und gelangt dergestalt zur freien
Selbstbestimmung. Den Wendepunkt zur neuen Epoche sieht Bauer in
der Gegenwart." 16)
Ich gehe hier nun noch knapp auf Bauers Darlegungen im
"Entdeckten Christentum" ein, da dieses radikalste Produkt der
Bauerschen Religionskritik bisher wenig beachtet wurde und schwer
zugänglich ist - und nicht zuletzt, weil Marx diesen Text in der
"Heiligen Familie" als die "äußerste Grenzfeste" von Bauers Theo-
logie resp. Philosophie bezeichnet hat (vgl. MEW 2, 144, 148).
"Äußerste Grenzfeste" schon deshalb, weil Bauer hier den Versuch
machte, den philosophischen Materialismus des 18. Jahrhunderts
(insbesondere D'Holbachs "System der Natur") in seine Philosophie
des Selbstbewußtseins zu integrieren. 17)
In der marxistischen Literatur wird Bauers Philosophie des
Selbstbewußtseins in der Regel mit der auf Marx zurückgehenden
Formel "Bauer (führt) den Hegel auf Fichteschem Standpunkt" durch
(MEW 2, 147), als Rückfall auf den subjektiven Idealismus Fichtes
interpretiert und damit zumeist abgetan. 18) Dabei wird freilich
übersehen, daß Marx selbst Bauer nur unterstellt, er habe Hegel
einseitig interpretiert, indem er das Subjekt oder das Selbstbe-
wußtsein unter Vernachlässigung der Substanz, d.h. "in der Tren-
nung von der Natur", als wahrhafte causa sui behandelt habe. Die
Bauersche (Selbst)kreationstheorie, wie sie im "Entdeckten Chri-
stentum" entwickelt werde, finde man sogar "fast wörtlich" in He-
gels "Phänomenologie" (a.a.O., 149).
Tatsächlich hatte Bauer im "Entdeckten Christentum", unter Rück-
besinnung auf die "Phänomenologie", die "freie" und "unendliche"
schöpferische Tätigkeit als das Wesen des menschlichen Selbstbe-
wußtseins darzulegen versucht. Er hat damit, ähnlich wie Hegel,
das Wesen der menschlichen Arbeit und damit den historisch sich
entwickelnden Akt der menschlichen Selbstschöpfung, wenngleich
ebenso spekulativ verzerrt wie jener, immerhin geahnt. Marx'
Einwand gegen Bauer, er habe in seinem Kampf gegen die "Substanz"
nicht die "metaphysische Illusion, sondern deren weltlichen Kern
- die Natur. .." als eine vom Denken unterschiedene Form des
Seins geleugnet (a.a.O., 150), trifft den spekulativen Idealismus
Bauers, wie jeden anderen Idealismus, in seinem Nerv. Aber damit
ist das Verdienst des Hegel(Bauer)schen Idealismus - auch
gegenüber dem von diesem kritisierten Materialismus eines
D'Holbach (oder des zeitgenössischen Feuerbach), nämlich die
"tätige Seite" entwickelt zu haben (vgl. Marx' Feuerbach-These
1), unberücksichtigt geblieben. 19) Natürlich kennt Bauer "die
wirklich sinnliche Tätigkeit als solche" ebensowenig wie Hegel
(oder Fichte). Ihre Bedeutung als "gegenständliche", "praktisch-
kritische" und "revolutionäre" Tätigkeit erkennt auch Marx erst
in seiner gleichzeitigen dialektisch-materialistischen Kritik am
spekulativen Idealismus (Hegel, Bauer) einerseits und am bloß an-
schauenden Materialismus (D'Holbach, Feuerbach) andererseits, d.
h. in der Zeit etwa zwischen 1844 und 1846. Allein an diesem Maß-
stab gemessen erscheint Bauers Position schließlich unhaltbar.
Berücksichtigt man freilich die konkreten politischen Verhält-
nisse in Deutschland Anfang der 1840er Jahre, so hatte Bauers
"einseitige" Hegel-Interpretation die zunächst durchaus progres-
sive Wirkung, allen zeitgenössischen Versuchen der preußischen
Reaktion einer "substantialistischen" Legitimierung der bestehen-
den Herrschaftsverhältnisse in Kirche und Staat ("christlicher
Staat", "Gottesgnadentum" usw.) theoretisch den Boden zu entzie-
hen; und in diesem Sinne hatten die Herrschenden selbst Bauers
Wirkung in den Jahren 1839-1843 eingeschätzt und ihn entsprechend
behandelt.
Die entscheidende praktische Schwäche der Bauerschen Position,
wie sie dann in den folgenden beiden Jahren immer deutlicher
wurde, zeichnet sich freilich schon am Ende des "Entdeckten Chri-
stentums" ab. Dort heißt es, die französische Revolution habe
darin gefehlt, daß sie gegen Religion und Kirche mit derselben
polizeilichen Gewalt vorgegangen sei, welche diese früher gegen
ihre Gegner gebraucht habe. Deshalb wären die Franzosen selbst
noch nicht wahrhaft frei gewesen. "Jetzt aber ist es anders: das
Selbstbewußtsein ist zur Gewißheit seiner Freiheit gelangt und
wird im entscheidenden Augenblick auch den Unfreien die Freiheit
lassen, unfrei zu sein. Es wird ihnen die Freiheit nicht aufzwin-
gen. Es wird mit der Freiheit die Welt überwinden. Die Geschichte
wird nach der Krisis nicht mehr religiös, nicht mehr christlich
sein; aber gegen diejenigen, die am Saume der zivilisierten Welt
stehen bleiben und ihre Götter beibehalten wollen, wird sie die
Milde der Verachtung ausüben." 20)
Als die von Bauer für 1842 erwartete religiös-politische "Krisis"
auch 1843 nicht eintrat, die bürgerliche Öffentlichkeit sich
vielmehr immer weniger an Bauers Streitigkeiten mit Amtskirche
und Staat interessiert zeigte, strafte Bauer sie nun seinerseits
zunächst mit Gleichgültigkeit gegenüber ihrem angeblich mangeln-
den "Selbstbewußtsein" und mit der "Milde der Verachtung" gegen-
über der "Masse". Bauers Haltung verwandelte sich aber in relativ
kurzer Zeit in erklärte Feindschaft gegenüber dieser "Masse". Die
Kritik an der angeblichen Trägheit und Wissenschaftsfeindlichkeit
der "Masse", ist der eigentliche Inhalt der dritten Phase (1843-
1845) in Bauers theoretischer Entwicklung. 21)
3. Bruno Bauer als "reiner (kritischer) Kritiker"
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Bauer hatte sich seit Beginn seiner wissenschaftlich-politischen
Laufbahn dagegen verwahrt, einer bestimmten "Partei" zugerechnet
zu werden (vgl. Fn 2). Seine theologische wie seine (kirchen)
politische Kritik hat er stets von einem "wissenschaftlichen" und
d.h. für ihn von einem allgemeinen, überparteilichen Standpunkt
aus formulieren wollen. Von seiner Streitschrift gegen Hengsten-
berg (1839) an über die Polemik gegen den "christlichen Staat"
(1841) bis hin zu seiner Selbstverteidigung in "Die gute Sache
der Freiheit..." 22) ist es stets der Standpunkt wissenschaft-
licher Allgemeinheit, d.i. der Wahrheit, den er gegenüber den
verschiedenen parteiischen Egoismen kirchlicher, staatlicher oder
universitärer Obrigkeiten geltend zu machen sucht. Ihre
eigentliche, weltverändernde Rolle kann die Kritik nach Bauer nur
spielen, wenn sie als "reine Kritik" auftritt, weder einen
Parteistandpunkt vertritt noch sich auf irgendeinen Kompromiß mit
dem herrschenden "juste-milieu" einläßt. Die Kritik Bauers ver-
steht sich als "rein", "wissenschaftlich", "radikal", "rück-
sichtslos", "unendlich", ja schließlich auch als "selbst-
kritisch", und nur als solche sei sie wirklich kritisch.
Diese Position hat Bruno Bauer gemeinsam mit seinem Bruder Edgar
und einigen anderen Gesinnungsgenossen aus dem Kreis der ehemali-
gen "Freien" am klarsten in der von ihm 1843/44 herausgegebenen
Monatsschrift "Allgemeine Literaturzeitung" ausgedrückt. Er
konnte sich dabei auf umfangreiche Untersuchungen über die Auf-
klärung sowie auf verschiedene Studien zur Geschichte der franzö-
sischen Revolution stützen, die er ebenfalls gemeinsam mit Edgar
Bauer u.a. getrieben und veröffentlicht hatte. 23) Das allgemeine
Resultat dieser z.T. sehr weitschweifigen Studien bestand in der
durch Bauers persönliche pessimistische Deutung der Ergebnisse
des Jahres 1842 beförderten Feststellung, daß die Aufklärung des
18. Jahrhunderts und die französische Revolution gescheitert
seien, und zwar vorwiegend am "Phlegma" der Massen, die sich zwar
kurze Zeit für die Idee der politischen Freiheit enthusiasmieren
ließen, diese Idee aber nur oberflächlich begriffen hätten, so-
weit sie nämlich lediglich ihren kläglichen materiellen Interes-
sen entsprach. Diese "Masse" gelte es daher zuallerst zu kriti-
sieren, "denn was man heben will, muß man bekämpfen." 24) Unmit-
telbar gegen Marx' Proklamation des Bündnisses von Philosophie
und Proletariat 25) gerichtet ist schließlich Bauers Kritik der
"Masse in ihrer Bestimmtheit als Proletariat". 26)
Marx hat gegen Bauers Deutung des geschichtlichen Prozesses seit
der Französischen Revolution und gegenüber der "Kritik des Prole-
tariats", die vor allem von Edgar Bauer noch verschärft worden
war, in der "Heiligen Familie" (MEW 2, 82 ff. und 37 f.) schla-
gende Argumente vorgebracht. Er hat darüber hinaus nachzuweisen
versucht, daß Bauers elitäre Deutung des Verhältnisses von
"Geist" ("Kritik") und "Masse" nichts anderes ist als die
"kritisch karikierte Vollendung der Hegelschen Geschichtsauffas-
sung, welche wieder nichts anderes ist als der spekulative Aus-
druck des christlich - germanischen Dogmas vom Gegensatze des
Geistes und der Materie, Gottes und der Welt." (MEW 2, 89).
Bauer hat sich später beklagt, Engels und Marx hätten "die Kri-
tik" in ihrer Entwicklung nicht verstanden, sie hätten sich auf
die Kritik der Literaturzeitung von 1844 beschränkt und sie sprä-
chen "von dieser Kritik als von aller Kritik und darum von dieser
wie von der Kritik überhaupt - falsch. Denn während sich die Li-
teraturzeitung nur die Aufgabe gestellt hatte, den Liberalismus
und Radicalismus des Jahres 1842 und deren Nachklänge in ihrer
Halbheit und Phrasenhaftigkeit darzulegen ... stempelt sie Engels
und Marx zur ganzen, zur einzigen und alleinigen Kritik, schnei-
den damit der Kritik jeden Fortschritt ab ..." 27) Tatsächlich
aber hatte der Fortschritt der Bauerschen Kritik, die Selbstkri-
tik der Kritik darin bestanden, daß Bauer schließlich den Sinn
jeden wirklichen politischen Handelns zu negieren begann, um sich
dann, ungestört von jeder Praxis, der reinen theoretischen Be-
schäftigung und der Kritik dieser Praxis hingeben zu können. 28)
H.M. Saß hat das damit eingeläutete Ende der Bauerschen Kritik
wie folgt zusammengefaßt: "Bruno Bauers Feldzüge der reinen Kri-
tik, die 1838 begonnen hatten, erreichten ihren Höhepunkt und die
strategisch von der Kritik, wie sie meinte, vorbereitete letzte
Zuspitzung der Fronten im Jahre 1844; - bald danach ist der Feld-
zug beendet, nicht etwa weil eine der beiden Seiten die andere
besiegt hätte, sondern weil die Kritik kampflos das Feld räumt,
sie ist plötzlich weg - verpufft... Bruno Bauer widmet sich in
Rixdorf bei Berlin seinem Kartoffelacker und ausgedehnten histo-
rischen und tagespolitischen Untersuchungen, deren Quantität und
Qualität unter dem Druck der Notwendigkeit stehen, durch Schrift-
stellerei den Lebensunterhalt zu verdienen. Als Redakteur und
entscheidener Mitarbeiter des Wagnerschen Staats- und Gesell-
schaftslexikons erarbeitet er den Konservativen Preußens in den
sechziger Jahren das ideologische Parteienvokabular und ist einer
der wichtigsten Mitarbeiter der konservativen 'Kreuzzeitung'. Der
Organisation der manipulierten öffentlichen Meinung, die Anlaß
für Bauers Strategie der reinen Kritik war, stellt sich auch sein
Bruder Edgar nach 1844 zur Verfügung. Edgar redigiert seit 1870
in Hannover die 'Kirchlichen Blätter'." 29)
Für die Marx-Forschung ergibt sich angesichts dieses Bauerschen
Endes, das in der "Historischen Nachrede" der "Heiligen Familie"
im Grunde schon vorhergesehen wurde (vgl. MEW 2, 223), die Frage,
warum Marx und Engels Ende 1844 gerade in Bauer den gefährlich-
sten Feind ihrer damaligen Position zu finden glaubten, zumal,
wie sie es selbst formulierten, die "krtitische Kritik ... durch-
gehend unter der schon erreichten Höhe der deutschen theoreti-
schen Entwicklung" stand. (MEW 2, 7). Hinzu kommt, daß Bauers
Einfluß sowohl im Kreis der bürgerlichen Liberalen als auch bei
den sich formierenden Sozialisten und Kommunisten im Jahre 1844
nahezu auf den Nullpunkt gesunken war. 30)
Eine Antwort auf diese Frage läßt sich offenbar nur durch eine
genauere Untersuchung des Verhältnisses von Marx und Bauer im
Kontext des sich herausbildenden wissenschaftlichen Sozialismus
geben. Dies ist hier aus räumlichen Gründen nicht möglich. 31)
Ich versuche eine solche Antwort wenigstens in Thesenform anzu-
deuten.
4. Das Verhältnis Marx-Bauer im Kontext der Entwicklung
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des wissenschaftlichen Sozialismus
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1. Wie jede neue Theorie mußte auch der wissenschaftliche Sozia-
lismus, wie er von Marx und Engels begründet wurde, "zunächst an-
knüpfen an das vorgefundne Gedankenmaterial, so sehr auch seine
Wurzel in den materiellen ökonomischen Tatsachen lag." (Vgl. MEW
19, 189). Die allererste Phase der eigenständigen Marxschen Ge-
dankenentwicklung stand unter dem Eindruck der in den 1830er Jah-
ren in Deutschland alles beherrschenden Hegelschen Philosophie.
2. Marx hat sich diese Philosophie während seines Studiums in
Berlin in eigener Anstrengung und in lebhafter Diskussion im Rah-
men eines hegelianisierenden Philosophenklubs angeeignet. In
diesem "Doktorklub" lernte er den Privatdozenten und Herausgeber
der "Zeitschrift für spekulative Theologie" Bruno Bauer kennen,
der sich als Hegel-Kenner und anfangs jedenfalls noch konservati-
ver, später jedoch progressiver Interpret der Hegelschen Religi-
onsphilosophie einen Namen gemacht hatte.
3. Marx' Interessen lagen von allem Anfang an jedoch nicht so
sehr auf dem Gebiet der Religion als vor allem auf dem von Recht
und Politik; daneben trieb er eifrig Studien zur (Hegelschen) Lo-
gik - und er versuchte sich als Lyriker. Obwohl einer der Jüng-
sten im Kreis des "Doktorklubs", erwarb sich Marx sehr bald eine
anerkannte Stellung, und zwar sowohl wegen der logischen Schärfe
seiner Argumente als auch wegen seines ungewöhnlichen Arbeitsei-
fers und seines Ideenreichtums. Bruno Bauer, der anerkannte Kopf
des Kreises, fungierte Marx gegenüber zunächst wohl als Lehrer,
schließlich wurden sie Freunde.
4. Bauer beeinflußte Marx mit hoher Wahrscheinlichkeit bei der
Wahl des Gegenstandes seiner Dissertation. Marx' Studien zur Phi-
losophie des Epikur, aus der seine spätere Dissertation als ein
Spezialthema hervorging, bildeten einen Bestandteil des Entwick-
lungsprozesses der junghegelschen "Philosophie des Selbstbewußts-
eins", als deren Hauptrepräsentant (auf dem Gebiet der Religions-
kritik) Bruno Bauer galt. Trotz gewisser Nuancen bestand zwischen
der Marxschen und der Bauerschen philosophischen Grundposition
bis etwa 1841 kaum eine prinzipielle Differenz; beide waren in
ihrem Kreis vor allem als radikale Atheisten und politisch radi-
kale Liberale bekannt geworden.
5. Bauer war 1839 nach Bonn zur Übernahme einer theologischen
Professur versetzt worden. Dieser Plan scheiterte spätestens, als
nach 1840 mit dem Thronwechsel auf allen Gebieten der Kultur,
insbesondere aber auf dem der Theologie, Philosophie und Staats-
wissenschaft, eine reaktionäre "Wende" eintrat. Bauer wurde 1842
von der Universität entfernt, damit waren zugleich auch alle
Hoffnungen von Marx auf eine philosophische Professur hinfällig
geworden. Die Idee, aus der Universität Bonn eine Hochburg des
philosophischen Atheismus und des politischen Radikalismus zu ma-
chen, war gescheitert. Ebenso scheiterte ein Plan Bauers, gemein-
sam mit Marx und Feuerbach eine atheistische Zeitschrift zu grün-
den.
6. Der religionskritische und der politische Flügel der Junghege-
lianer hatten seit 1838 mit den von Arnold Ruge gegründeten
"Hallischen (später: Deutschen) Jahrbüchern" ein wissenschaftli-
ches Organ, in dem sie gegen orthodoxe Pietisten, rechte Hegelia-
ner, "positive" Philosophen und politische Reaktionäre gleicher-
maßen vorgingen. Als sich nach 1840 die Auseinandersetzungen ver-
schärften und Teile der besitzenden Bourgeoisie in wachsenden Wi-
derspruch zur reaktionären Politik des neuen Königs gerieten,
entstanden in verschiedenen Zentren Deutschlands oppositionelle
Bewegungen, die sich zu liberalen Zeitungsprojekten verdichteten,
1842 wurde in Köln die "Rheinische Zeitung" gegründet, die nach
einigen Wirren - aufgrund der relativen ökonomischen Schwäche und
der theoretischen Unsicherheit der Bourgeoisie - unter den Ein-
fluß der als liberal geltenden Junghegelianer (Bauer, Heß u.a)
geriet.
7. Die "Rheinische Zeitung" wurde bald zu einem der führenden Op-
positionsblätter und enthielt neben wirtschaftlichen und politi-
schen Nachrichten mehr und mehr über die aktuelle Tagespolitik
hinausweisende religionskritische und politisch-philosophische
Abhandlungen. Bruno Bauer war nach seiner Entlassung von Bonn
nach Berlin zurückgekehrt, wo er mit dem dortigen junghegeliani-
schen Kreis der "Freien", dem damals neben seinem Bruder Edgar
auch der junge Friedrich Engels angehörte, Kontakt aufnahm. Die
"Freien" hatten sich als Mitarbeiter der "Rheinischen Zeitung"
politisch radikalisiert und begannen, allmählich auch soziali-
stisch-kommunistisches Gedankengut, das sie durch Berichte aus
England und vor allem Frankreich aufgenommen hatten, in ihre Bei-
träge "einzuschmuggeln". Die "Rheinische Zeitung" geriet dadurch
in wachsende Konflikte mit der preußischen Zensur, die seit dem
Amtsantritt Friedrich Wilhelms IV. ständig verschärft worden war.
Marx war im Oktober 1842 zum Redakteur der "Rheinischen Zeitung"
berufen worden und geriet daraufhin sehr bald in Gegensatz zu den
ultra-radikalen "Freien" einerseits und der Zensur andererseits.
Obwohl unter Marx' Leitung die Zeitung zu einem Vorbild des radi-
kal-demokratischen Journalismus im Vormärz wurde und ihre Auflage
erheblich steigern konnte, scheiterte das Projekt im März 1843
endgültig an der Zensur.
8. Marx waren während seiner Redaktionstätigkeit wachsende Zwei-
fel an der theoretischen Wahrheit wie der philosophischen Wirk-
samkeit des junghegelianischen Prinzips der philosophischen Kri-
tik, dem "Messen" der Wirklichkeit am Begriff, gekommen. Er be-
nutzte nun die Gelegenheit, um in die "Studierstube" zurückzukeh-
ren. Seine erste Arbeit war die Ausführung einer seit langem ge-
planten "Kritik des Hegelschen Staatsrechts", deren politischer
Kern die Kritik der konstitutionellen Monarchie bildete, deren
philosophischmethodischen Resultate Marx aber weit über die bloße
Kritik einer bestimmten Form des politischen Staates hinaus zur
Einsicht in die Notwendigkeit einer Kritik der Gesellschaft
brachten. Entscheidend für den qualitativen Fortschritt der wis-
senschaftlichen Einsichten von Marx in seiner Hegel-Kritik waren
zwei Momente gewesen: die materialistische Kritik Feuerbachs am
spekulativen Idealismus Hegels einerseits, (gesellschafts-)
politische Sachkenntnisse und gründliche historische Studien
andererseits.
9. Spätestens seit dem Konflikt mit den "Freien" hatte sich Marx'
Freundschaft mit Bruno Bauer erheblich abgekühlt. Durch Marx'
Übergang zur philosophischen Position Feuerbachs (1843) war er in
einen objektiven Gegensatz zu Bruno Bauers religionsphilo-
sophisch-atheistisch radikalisierter Hegel-Interpretation gera-
ten. Die Junghegelianer hatten Hegel bisher nur mehr oder minder
progressiv interpretiert, es kam Marx nun vielmehr darauf an, ihn
und mit ihm die gesamte idealistische philosophische Tradition zu
kritisieren und dadurch die Voraussetzung für eine wirklich posi-
tive ("reelle") Wissenschaft von Natur und Gesellschaft zu schaf-
fen.
10. In der Zwischenzeit hatten sich die politischen Repressions-
maßnahmen gegen jede Form der politischen und intellektuellen Op-
position in Deutschland weiter verschärft, so daß führende Ver-
treter dieser Opposition dazu übergegangen waren, ihre Publika-
tionen im Ausland (vor allem der Schweiz) herauszugeben. Nach dem
Verbot der "Rheinischen Zeitung" waren auch Ruges "Deutsche Jahr-
bücher" der Zensur zum Opfer gefallen. Daraufhin hatte Ruge ge-
meinsam mit Marx, Feuerbach und anderen den Plan für eine
deutschfranzösische Zeitschrift entwickelt, die in Paris erschei-
nen sollte. Marx war im Herbst 1843 nach Paris übergesiedelt, wo
er sehr bald Kontakt mit radikalen Kreisen der deutschen Emigra-
tion sowie mit verschiedenen französischen Arbeiterführern auf-
nahm.
11. Marx' erste Arbeit für die neuen, gemeinsam mit Ruge heraus-
gegebenen "Deutsch-Französischen-Jahrbücher" (1844) war eine Kri-
tik an Bruno Bauers religionsphilosophisch und politisch verkürz-
tem Verständnis des Problems der Judenemanzipation. Die Bauer-
Kritik war Marx' erste wissenschaftlich-politische Publikation,
die unter seinem Namen veröffentlicht worden war. Marx' zweiter
Beitrag setzte damit ein, daß er die Kritik der Religion in
Deutschland durch die Leistungen Feuerbachs für vollendet ansah
und dazu aufforderte, sich nunmehr der Kritik der Politik und da-
mit der Untersuchung der Voraussetzungen der nicht bloß politi-
schen, sondern der gesellschaftlichen ("menschlichen") Emanzipa-
tion zuzuwenden. Er schloß diesen Beitrag mit einem Aufruf zu ei-
nem Bündnis von Philosophie und Proletariat.
12. Bruno Bauer hatte sich inzwischen von der theologischen Wis-
senschaft im engeren Sinne durch ein radikal-atheistisches Pam-
phlet ("Das entdeckte Christentum") verabschiedet und sich als
freier Schriftsteller der Verfassung und Herausgabe größerer Bro-
schüren zur Geschichte der Aufklärung und der Französischen Revo-
lution u.a. Fragen zugewandt. Wobei Bauer die Rolle der Volksmas-
sen in der Geschichte immer kritischer darzustellen begann. Ge-
meinsam mit seinem Bruder Edgar verstieg er sich dann in der 1843
gegründeten Allgemeinen-Literatur-Zeitung gar zu der Position,
wonach die bloß ökonomisch interessierten "Massen" die eigentli-
chen Feinde des historisch-gesellschaftlichen Fortschritts gewe-
sen seien. Beide Bauers wandten sich in dieser Zeitung explizit
gegen die von Marx angeblich betriebene Verherrlichung der
"Massen", d.h. des Proletariats.
13. Als im Juni 1844 in Schlesien der Weberaufstand ausbrach, ge-
riet auch in Deutschland die soziale Lage der arbeitenden Bevöl-
kerung wenigstens vorübergehend in den Mittelpunkt des öffentli-
chen Interesses. Unter den eher philanthropisch gesinnten Opposi-
tionellen, die unter dem theoretischen Eindruck des Feuer-
bach'schen Humanismus standen, entwickelte sich allmählich die
Position des "wahren Sozialismus". Mit Appellen an das Mitgefühl
und das Mitleid der Wohlhabenden versuchten sie, die Not der ar-
men Klassen zu mildern und schließlich ein Modell der solidari-
schen Gesellschaft zu verwirklichen. Daneben blieben aus dem
Kreis der ehemaligen Junghegelianer aber Positionen bestehen, die
gegenüber der sozialen Dimension der Emanzipation im Verhältnis
zur politischen weiterhin auf dem unbedingten Vorrang der letzte-
ren bestanden, so etwa Ruge und Bauer. Beide sprachen - in ganz
unterschiedlichen Kontexten - den sozial-ökonomischen Bedürfnis-
sen der Massen einen bloß sekundären Rang zu, sie könnten unter
Umständen die Lösung der grundsätzlicheren Frage der politischen
Emanzipation behindern oder ihr gar entgegenstehen.
14. Diesem rein bürgerlichen Verständnis der sozialen Frage trat
Marx in dem in Paris erscheinenden "Vorwärts" mit Entschiedenheit
entgegen. Er verwies auf den grundsätzlichen Charakter der
"sozialen Frage" innerhalb der bürgerlichen Gesellschaft, die
durch einzelne sozial-politische bzw. sozial-reformatorische Maß-
nahmen prinzipiell nicht "gelöst" werden könne, vielmehr die Um-
wälzung der gesamten gesellschaftlichen Verhältnisse erforderlich
mache. Damit geriete freilich das Proletariat früher oder später,
in jedem Falle aber unvermeidlich, in einen Gegensatz zur Bour-
geoisie, sosehr es mit dieser in der gemeinsamen politischen Op-
position zum herrschenden Spätfeudalismus stände. In den sozialen
Konflikten der Gegenwart werde sich auch das deutsche Proletariat
allmählich seiner Selbständigkeit gegenüber allen anderen gesell-
schaftlichen Klassen bewußt. Es entwickele daher ein eigenes Sy-
stem gesellschaftlicher und politischer Forderungen und darauf
aufbauend, bzw. diese verallgemeinernd eine eigene Philosophie.
Marx' Position hatte sich in der zuletzt angesprochenen Frage der
theoretischen Selbständigkeit gegenüber seiner Position in den
"Deutsch-Französischen-Jahrbüchern" entschieden verändert. Dort
war noch von einem Bündnis von Proletariat und Philosophie die
Rede, was immerhin eine Trennung der beiden Momente - und sei es
nur als Trennung von Praxis und Theorie - bedeutete. Bauer hatte
die Trennung als Gegensatz von "Masse" und "Geist" ("Kritik") in-
terpretiert. Marx betont nun die Einheit beider und damit auch
die Einheit von Theorie und Praxis. Die Theoretiker des Proleta-
riats formulieren den Emanzipationsanspruch dieser Klasse nach
Marx nicht mehr von einem klassentranszendenten Standpunkt der
allgemein-menschlichen Emanzipation, sondern vom Standpunkt eines
seiner historischen Mission zur Überwindung aller gesellschaftli-
chen Unterdrückung allmählich bewußtwerdenden Proletariats.
15. Im Sommer 1844 vertieft Marx diese Einsichten in seinen
"ökonomisch-philosophischen Manuskripten". Er erkennt, daß der
Standpunkt der Hegel'schen Philosophie mit dem der bürgerlichen
politischen Ökonomie übereinstimmt: Der Begriff des "Geistes"
(näher: des "Selbstbewußtseins") drückt in ebenso einseitiger und
entfremdeter Form das Wesen der menschlichen Arbeit aus wie der
abstrakte Arbeitsbegriff der politischen Ökonomie. Während aber
in Hegels Philosophie trotz ihrer "spekulativen Erbsünde" an
vielen Punkten die Elemente einer wirklichen Charakteristik der
menschlichen Verhältnisse immer wieder durchbrechen, verdünnt
sich dieser Wirklichkeitsgehalt in der Bauerschen Vereinseitigung
Hegels bis zur vollständigen Negation. Die Tätigkeit des
"Selbstbewußtseins", die rationell gefaßt nach Marx nichts an-
deres ist als die Natur und Gesellschaft umgestaltende Praxis der
Menschen, löst sich bei Bauer schließlich auf in der von aller
Sinnlichkeit bzw. Gegenständlichkeit ("Substantialität") berei-
nigten und daher auch von aller Praxis befreiten "reinen Kritik".
Die Bauersche Verflüchtigung des wirklichen Menschen mit seinen
konkreten sinnlichen Bedürfnissen in der Kategorie des Selbstbe-
wußtseins oder der "Kritik" bezeichnet Marx nun (nach dem Vorbild
Feuerbach in dessen Hegel-Kritik) als letzten Zufluchtsort der
Theologie.
16. Der spekulative Idealismus überhaupt und seine historisch da-
mals aktuellste Form in Bauers Kritik-Konzept steht nach Marx
nicht nur in einem theoretischen Gegensatz zum humanistischen Ma-
terialismus Feuerbachs, sondern er steht tatsächlich in einem
praktischen Gegensatz zum konkreten gesellschaftlichen Emanzipa-
tionsanspruch des erwachenden Proletariats. Und wie der Gegensatz
zwischen Bourgeoisie und Proletariat in der sozialen Frage sich
unweigerlich zu einem Antagonismus zuspitzt, so auch in der Frage
der Theorie. Marx begreift seine Differenz zu Bauer im Laufe sei-
ner Studien zur politischen Ökonomie und zur Philosophie Hegels
immer stärker als nicht nur theoretische, sondern zugleich auch
als politische und soziale.
17. Die "Heilige Familie" ist die erste größere Schrift von Marx
(und Engels), in der ein neu erreichter Klassenstandpunkt erst-
mals im Gegensatz zu den fortschrittlichsten bürgerlichen Posi-
tionen ihrer Gegenwart in den verschiedensten Gegenstandsberei-
chen formuliert wurde. Nur von daher läßt sich - über alle bio-
graphisch-psychologischen Momente hinaus, die hier sicherlich
ebenfalls eine Rolle spielten - die ungewöhnliche Schärfe der Po-
lemik und Satire gegen Bauer erklären. Der Übergang auf einen an-
deren, entgegengesetzten Klassenstandpunkt kommt bei Marx (und
Engels) in dieser Phase in der Form einer bisweilen überscharfen
und keineswegs literarisch (wohl aber theoretisch) stets gelunge-
nen Form zum Ausdruck. Vor allem Engels hat den Widerspruch zwi-
schen der "souveränen Verachtung", mit der die Autoren der
"Heiligen Familie" Bruno Bauer und die "Allgemeine-Literaturzei-
tung" behandeln und den immerhin 22 Druckbögen, die sie (vor al-
lem Marx! - nämlich 21 davon) diesem Gegner "dedizieren" (vgl.
MEGA III, 1, 271), durchaus bemerkt. Wenige Monate nach dem Er-
scheinen der "Heiligen Familie" beschlossen beide, die endgültige
"Abrechnung mit ihrem ehemaligen philosphi-schen Gewissen" in ei-
ner umfassenderen und nicht mehr ausschließlich polemischen, son-
dern auch positiven Fassung ihrer neuen Welt- und Geschichtsauf-
fassung darzulegen. In der "Deutschen Ideologie" findet sich
daher auch eine letzte theoretische Auseinandersetzung mit Bruno
Bauer (und mit der Bauer weiter radikalisierenden Position
Stirners) und eine erste gründliche Entwicklung der Marx-
Engelsschen Position gegenüber Feuerbach.
_____
1) "Trotz einer auf den ersten Blick gar nicht geringen Anzahl
von Abhandlungen, Aufsätzen und ausführlichen Erwähnungen steckt
die Bauer-Forschung strenggenommen immer noch in den allerersten
Anfängen" klagte 1963 Horst Stuke, in: ders.: Philosophie der
Tat. Studie zur "Verwirklichung der Philosophie" bei den Junghe-
gelianern, Stuttgart 1963. Von einer marxistischen Bauer-For-
schung konnte bis dahin überhaupt nicht die Rede sein. Ausführli-
chere Erwähnung fand sich lediglich in verschiedenen älteren Ar-
beiten von G. Lukacs (so etwa: Moses Hess und die Probleme der
idealistischen Dialektik, in: Archiv für die Geschichte des So-
zialismus und der Arbeiterbewegung, 12. Jg. (1926), S. 105 ff.
und A. Cornu: Moses Hess et le Gauche hégelienne, Paris 1934;
ders.: Karl Marx und Friedrich Engels. Leben und Werk, 3 Bde.,
Berlin 1954, 1962, 1968. Bis heute hat sich die Situation seit
Stukes Klage prinzipiell nicht geändert. Es ist charakteristisch,
daß die theoretisch, und d.h. die nicht vorwiegend biographisch
oder historisch orientierte Literatur zu Bauer in aller Regel
sich auf einen bestimmten Zeitabschnitt in der Entwicklung der
Bauerschen Theorie beschränkt. So etwa Mehlhausen (vgl. Fn. 2)
auf die Phase l (zu den "Phasen" vgl. Text im Anschluß), Stuke
und Pepperle auf die Phase 2, H.M. Saß: Bruno Bauer: Feldzüge der
reinen Kritik. Einleitung, Frankfurt 1968 auf die Phase 3. Zur
Biographie Bauers vgl. E. Barnikol: Bruno Bauer, Studien und Ma-
terialien. Aus dem Nachlaß, Assen 1972 und D. Hertz-Eichenrode:
Der Junghegelianer Bruno Bauer im Vormärz, Phil. Diss. Berlin
1959. Zum Verhältnis Bauer-Marx vgl. Z. Rosen: Bruno Bauer and
Karl Marx. The Influence of Bruno Bauer on Marx's Thought, The
Hague 1977.
2) D.F. Strauß: Das Leben Jesu, kritisch bearbeitet, 2 Bde.,
Tübingen 1835/36. B. Bauer: (Rez.) David Friedrich Strauß....,
Erster Band, in: Jahrbücher für wissenschaftliche Kritik, 1835
(Dez.) und ders. Zweiter Band. In: Jahrbücher... 1836 (Mai).
Zeitschrift für spekulative Theologie in Gemeinschaft mit einem
Verein von Gelehrten herausgegeben von Lic. Bruno Bauer, Privat-
Docenten an der Universität Berlin, 3 Bde. in 4 Heften, Berlin
1836-1838. Die Einordnung Bauers auf Seiten der Rechtshegelianer,
wie die Differenzierung der Hegelianer überhaupt am Modell der
politischen Parteien in der französischen Revolution, geht auf
Strauß zurück. Zur Hegelschen Linken rechnete Strauß damals nur
sich selbst. Vgl. D. F. Strauß: Streitschriften zur Verteidigung
meiner Schrift über das Leben Jesu, Tübingen 1837/38. Bauer hatte
sich schon 1836 dagegen verwahrt, irgendeiner Partei zugerechnet
zu werden. Vgl. Stuke, S. 126, Fn 4.
3) B. Bauer: Herr Dr. Hengstenberg. Kritische Briefe über den Ge-
gensatz des Gesetzes und des Evangeliums, Berlin 1839. Als
"Wendepunkt" sehen diese Schrift Stuke, Pepperle, Saß u.a.
4) Vgl. z.B. J. Mehlhausen: Dialektik, Selbstbewußtsein und Of-
fenbarung. Die Grundlagen der spekulativen Orthodoxie Bruno Bau-
ers in ihrem Zusammenhang mit der Geschichte der theologischen
Hegelschule, Phil. Diss. Bonn 1965. Hier: S. 315 ff.
5) Vgl. Ruge an Rosenkranz, zit. nach I. Pepperle, 1978, S. 67.
6) Vgl. Bruno und Edgar Bauer: Briefwechsel, Charlottenburg 1844,
S. 12.
7) Daß Marx Beziehungen zu Bauer zumindest bis 1842 freundschaft-
licher Natur war, geht aus den erhaltenen Briefen Bauers an Marx
aus der Zeit von Ende 1839 bis Anfang 1842 zweifelsfrei hervor.
Gegenüber Feuerbach hat Marx noch 1844 Bauer als "mein vieljähri-
ger - jetzt aber mir sehr entfremdeter Freund" bezeichnet. Vgl.
MEGA III, 1, 64.
8) Überhaupt ist der "Doktorklub" in der Literatur so gut wie
nicht erforscht. Wesentlich mehr ist indessen vom späteren Verein
der "Freien" (vgl. "Der Verein der 'Freien' in Berlin", Königs-
berger Zeitung vom 17. Juni 1842, abgedruckt, in: W. Mönke: Die
Heilige Familie. Zur ersten Gemeinschaftsarbeit von Marx und En-
gels, Glashütten 1972, S. 141 ff.) und seinem wichtigsten Ta-
gungslokal, den "Hippel'schen Weinstuben" sowie den dortigen Dis-
kussionen bekannt; nicht zuletzt durch die Berichte von Polizei-
spitzeln. Vgl. H. Mackay: Stirner, Berlin 1898, S. 57 ff.
9) Auch wenn die insgesamt eindrucksvolle Analyse Mehlhausens die
"psychologisierende Deutung des Positionswechsels Bruno Bauers"
(Mehlhausen, S. 349) im Prinzip widerlegt hat, dürfte die völlige
Vernachlässigung persönlicher Umstände das Kind mit dem Bade aus-
schütten - wie die Rolle solcher Umstände in der späteren Ent-
wicklung Bauers jedenfalls eindeutig belegt.
10) B. Bauer: Kritik der Geschichte der Offenbarung, 2 Bde., Ber-
lin 1838. Ders.: Kritik der evangelischen Geschichte des Johan-
nes, Bremen 1840.
11) Vgl. hierzu Mehlhausen, a.a.O., 298 ff. Hier insbesondere S.
301.
12) A.a.O., 352.
13) Vgl. hierzu H. Stuke: S. 123 ff., I. Pepperle, 1978, S. 67
ff.
14) Vgl. Bauer: Kritik der evangelischen Geschichte der Synopti-
ker, 3 Bände, Leipzig und Braunschweig 1841/1842.
15) Anonym (B. Bauer): Die Posaune des jüngsten Gerichts über He-
gel den Atheisten und Antichristen. Ein Ultimatum, Leipzig 1841,
wiederabgedruckt in: H. und I. Pepperle (Hg.): Die Hegelsche
Linke. Dokumente zu Philosophie und Politik im deutschen Vormärz,
Frankfurt 1986; Anonym (B. Bauer): Hegels Lehre von der Religion
und Kunst von dem Standpunkt des Glaubens aus beurteilt, Leipzig
1842, (Neudruck Aalen 1967). Beide Arbeiten hatte Bauer ursprüng-
lich gemeinsam mit Marx zu schreiben geplant. Bruno Bauer: Das
Entdeckte Christentum. Eine Erinnerung an das achtzehnte Jahrhun-
dert und ein Beitrag zur Krisis des neunzehnten, Zürich und Win-
terthur 1843. Neu herausgegeben von E. Barnikol: Das entdeckte
Christentum im Vormärz. Bruno Bauers Kampf gegen Religion und
Christentum und Erstausgabe seiner Kampfschrift, Jena 1927.
16) I. Pepperle, a.a.O., S. 70.
17) Vgl. E. Barnikol: a.a.O., S. 83 ff. Zum Materialismus, S. 157
ff.
18) Jedenfalls gilt dies für die ältere Literatur von Lukacs über
Cornu bis zu Oiserman u.a., nicht so eindeutig für I. Pepperle,
a.a.O.
19) L. Lambrecht hat im Rahmen einer Untersuchung zum junghege-
lianischen Politikbegriff die These vom "Rückfall" Bauers auf
Fichte'sche Positionen durch eingehende Analysen widerlegt. (Vgl.
ders.: Zur Fichterezeption im Vormärz. Unveröffentl. Manuskript).
Bauer hat diesen Mangel des Materialismus ebenfalls geahnt, wenn
er den französischen Materialisten (und Feuerbach?) vorhält: "Ihr
Fehler war überhaupt, daß sie den Menschen nur anthropologisch,
als bestimmtes, von der Natur bestimmtes Subjekt betrachteten und
- wenigstens innerhalb des Systems der Natur - seine höhere Be-
stimmung als Volksgeist und seine freie Selbstbestimmung in der
Geschichte, Kunst und Wissenschaft übersahen..." Barnikol,
a.a.O., S. 162.
20) A.a.O., S. 164. Hervorhebung W.G.
21) Die Untersuchung der weiteren Entwicklung Bauers fällt weit-
gehend außerhalb des speziellen Interesses der Marx-Forschung.
Aus dem Briefwechsel zwischen Marx und Engels ist bekannt, daß
beide sich - zumindest in den 1850er Jahren - noch sehr intensiv
um die Schriften von Bruno Bauer bemühten, wenngleich ihr Urteil
keineswegs positiver wird. Zur Beurteilung des Bruno Bauer'schen
(Spät)-Werks durch Engels vgl. ders.: Bruno Bauer und das Urchri-
stentum (MEW 19, 297 ff.); Das Buch der Offenbarung (MEW 21, 9
ff.); Zur Geschichte des Urchristentums (MEW 22, 446 ff.).
22) B. Bauer: Der christliche Staat und unsere Zeit, in: Halli-
sche Jahrbücher für deutsche Wissenschaft und Kunst, hg. v. T.
Echtermeyer u.A. Ruge, Leipzig 1841, Nr. 135-140. Wiederabge-
druckt in: B. Bauer: Feldzüge . .., hg. v. H.M. Saß. Vgl. Fn. 1.
B. Bauer: Die gute Sache der Freiheit und meine eigene Angelegen-
heit, Zürich und Winterthur 1842, wiederabgedruckt in: ebenda.
23) B. Bauer: Die Geschichte der Politik, Kultur und Aufklärung
des 18. Jahrhunderts, 4 Teile in 2 Bdn., Charlottenburg 1843/1844
(Neudruck Aalen 1965); darüber hinaus mehrere Hefte zu verschie-
denen Aspekten der französischen Revolution. Bauers Publikati-
onstätigkeit erreichte 1843/44 einen Höhepunkt. Dabei spielte es
gewiß eine Rolle, daß er nach seiner Entlassung aus dem Universi-
tätsdienst über keinerlei materielle Mittel verfügte und gezwun-
gen war, von dem Erlös seiner schriftstellerischen Tätigkeit zu
leben. Bauer gehört damit zu den ersten Vertretern des neuen Typs
eines freien, wissenschaftlichen Schriftstellers in Deutschland.
Es besteht kaum ein Zweifel daran, daß die Qualität von Bauers
Arbeiten unter dem Publikationszwang zu leiden begann. Der Ver-
dacht, daß seine 1844 vollzogene Wende zur Kritik der "Masse"
auch unter dem Eindruck der bestehenden Zensurverhältnisse ge-
standen habe, ist indessen kaum zu belegen. Vgl. hierzu E. Barni-
kol: Bruno Bauers Kampf gegen Religion und Christentum und die
Spaltung der vormärzlichen preußischen Opposition, in: Zeit-
schrift für Kirchengeschichte, XLVI. Band/Neue Folge IX, Jg.
1927, S. 2 ff. und ders.: 1972, S. 240 ff.
24) Vgl. B. Bauer: Was ist jetzt der Gegenstand der Kritik? All-
gemeine Literaturzeitung, Charlottenburg, Juni 1844. Abgedruckt
in: B. Bauer: Feldzüge ..., a.a.O., S. 212.
25) Vgl. K. Marx: Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie. Ein-
leitung, in: MEGA 1,2, 170 ff. Daß es sich dabei eher noch um
eine "Proklamation" als um eine wissenschaftlich begründete These
handelte, habe ich andernorts zu zeigen versucht. Vgl. W. Gold-
schmidt: Karl Marx als Kritiker. Von der Kritik der Philosophie
über die Kritik der Politik zur Kritik der politischen Ökonomie,
in: M. Hahn/H.J. Sandkühler: Karl Marx. Kritik und positive Wis-
senschaft, Köln 1986, S. 115.
26) Vgl. B. Bauer: Die Gattung und die Masse, in: B. Bauer: Feld-
züge..., a.a.O., S. 213 ff.
27) Vgl. B. Bauer: Charakteristik Ludwig Feuerbachs, in: Wigand's
Vierteljahrsschrift, Bd. 3, Leipzig 1845. Auszugsweise abgedruckt
in: W. Mönke: Die heilige Familie. Zur ersten Gemeinschaftsarbeit
von Karl Marx und Friedrich Engels, Glashütten 1972, Anhang, S.
258 ff. Hier: 259 f.
28) Vgl. B. Bauer: Was ist jetzt der Gegenstand der Kritik?
a.a.O., S. 200 ff.
29) H.M. Saß, a.a.O., S. 263 f. Was Saß hier allerdings vernach-
lässigt, ist die Tatsache, daß auch der ältere Bruno Bauer wis-
senschaftlich Verdienstvolles geleistet hat in der Untersuchung
des historischen Ursprungs des Christentums; daß Edgar Bauer nach
1844 zunächst einmal eine Haftstrafe verbüßen muß, wegen seiner
Schrift "Der Streit der Kritik mit Kirche und Staat" (1843), und
erst 1848 durch die Märzrevolution befreit wird.
30) Vgl. dazu etwa die Briefe von M. Heß (3. 7. 1844) und G. Jung
(31.7.1844) an Marx, in: MEGA III, 1, 434 ff.
31) Ich habe im Rahmen einer Untersuchung zur Entwicklung des Po-
litikbegriff bei Marx von 1840 bis 1848 eine längere Skizze die-
ses Verhältnisses entworfen. Der vorliegende Beitrag ist bis zu
dieser Stelle ein Auszug aus dieser Skizze.
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