Quelle: Jahrbuch des Inst. für Marxist. Studien und Forschungen 12/1987

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DIE UNTERSUCHUNGSMETHODE DER ENTSTEHUNGS- UND ENTWICKLUNGSGESCHICHTE DER KAPITALISTISCHEN PRODUKTIONSWEISE IM "KAPITAL"

Wladimir Schkredow Größte wissenschaftliche Bedeutung hat im Rahmen des theoreti- schen Systems des "Kapitals" die Aufdeckung der s p e z i- f i s c h h i s t o r i s c h e n Natur aller ökonomischen Kategorien, wie sie für den Kapitalismus charakteristisch sind (angefangen von der Ware als der Elementarform des bürgerlichen Reichtums bis hin zur kapitalistischen Grundrente). Der hi- storisch-transitorische Charakter des Kapitalismus wird im Werk von Marx auch durch die Untersuchung der Entstehungs- und Ent- wicklungsgeschichte der kapitalistischen Produktionsweise nachge- wiesen. Nach einem ursprünglichen Plan beabsichtigte Marx außer dem theoretischen Werk über das System der bürgerlichen Ökonomie ein besonderes Buch zu schreiben - "die kurze h i s t o r i- s c h e S k i z z e der Entwicklung der ökonomischen Kategorien und Verhältnisse". 1) In solcher Form wurde diese Absicht jedoch nicht realisiert. Die ökonomische Geschichte der bürgerlichen Gesellschaft ist aber in jenen Bänden des "Kapitals" wiederge- geben, die der Theorie der kapitalistischen Produktionsweise gewidmet sind. Mit dem Namen Marx ist die durch die Anwendung der Methode der materialistischen Dialektik durchgeführte wissenschaftliche Revo- lution in der Erforschung der Entstehungs- und Entwicklungsge- schichte des Kapitalismus verknüpft. In der vorangegangenen poli- tischen Ökonomie hatte das Studium der Geschichte der Wirt- schaftsentwicklung überwiegend beschreibenden Charakter und deckte nicht die wirklichen historischen Gesetzmäßigkeiten auf, obwohl auch einzelne äußere Zusammenhänge zwischen zeitlich auf- einander folgenden Veränderungen in der Sphäre der gesellschaft- lichen Produktion und Zirkulation festgestellt wurden. Adam Smith beispielsweise unterschied zwischen "natürlichen" und "unnatür- lichen" Zuständen in der Entwicklung von Landwirtschaft, Industrie und Handel. 2) David Ricardo, absorbiert von der Ana- lyse der Produktion der zeitgenössischen Gesellschaft, unternahm überhaupt keine speziellen Untersuchungen der Wirtschaftsge- schichte. Marx ließ sich von dem Prinzip leiten: "Die Anatomie des Menschen ist ein Schlüssel zur Anatomie des Affen". "Die bürgerliche Ge- sellschaft ist die entwickeltste und mannigfaltigste historische Organisation der Production. Die Categorien, die ihre Verhält- nisse ausdrücken, das Verständniß ihrer Gliederung, gewähren da- her zugleich Einsicht in die Gliederung und die Productionsver- hältnisse alle der untergegangnen Gesellschaftsformen, mit deren Trümmern und Elementen sie sich aufgebaut... haben etc." 3) So wurde im Werk von Marx das allgemeine Prinzip des Studiums der früheren Geschichte der Entwicklung der Wirtschaft einschließlich der historischen Genesis des Kapitals realisiert. Die Methode der r e t r o s p e k t i v e n Untersuchung der Geschichte des Gegenstands bestimmt sich objektiv dadurch, daß nur in der entwickelten, reifen Form die spezifischen histori- schen Züge des jeweiligen Gegenstands vollständig hervortreten, deren Kenntnis die Möglichkeit eröffnet, seine historische Gene- sis zu erklären und den historischen Ausgangspunkt seiner Entste- hung zu entdecken. Wenn beispielsweise das Kapital theoretisch bestimmt wird als "angehäufte Arbeit", einfach als Gesamtheit von Dingen, die für den Produktionsprozeß erforderlich sind, so fin- det man es in allen Etappen der Geschichte. Nur dank der von Marx entwickelten Bestimmung der spezifischen historischen Natur des Kapitals wurde ein wirklich wissenschaftlicher Weg zur Erkenntnis der Entstehungsgeschichte der kapitalistischen Produktionsweise gefunden. Das Prinzip der restrospektiven Darstellung der Geschichte des Kapitalismus zeigt sich sehr deutlich im "Kapital". Die Entdec- kung des Doppelcharakters des Produktionsprozesses des Kapitals ist für Marx Voraussetzung für die Untersuchung der historischen Gesetzmäßigkeiten der Entstehung und Entwicklung der einfachen Kooperation, der Manufaktur, der großen kapitalistischen Indu- strie. Die auf der Grundlage einer Analyse der Erzeugung von Mehrwert vorgenommene Bestimmung des Wesens der kapitalistischen Akkumulation im eigentlichen Sinne diente als Ausgangspunkt für die Untersuchung der ursprünglichen Akkumulation des Kapitals. 4) Nach der Aufdeckung des Wesens des Waren- und Handelskapitals wandte sich Marx der Geschichte des Kaufmannskapitals zu. Der Un- tersuchung der Geschichte des Wucherkapitals und der historischen Genesis der kapitalistischen Grundrente im dritten Band des "Kapitals" geht entsprechend die Analyse des zinstragenden Kapi- tals und der eigentlichen kapitalistischen Grundrente voraus. Diese Untersuchung der "Vorgeschichte" des Kapitals zeigte, auf welchen historischen Prozessen sich die Formierung der reifen ka- pitalistischen Produktionsweise vollzog, auf deren Studium das theoretische System des "Kapitals" basiert. Das zweite und wichtigere Moment der historischen Betrachtung des Gegenstands im "Kapital" liegt in der Bestimmung jener wesentli- chen Veränderungen, denen die Produktionsverhältnisse des Kapita- lismus und die ihnen entsprechenden ökonomischen Kategorien im Lauf der Zeit unterliegen. Diese Untersuchung wendet sich bereits nicht mehr der Vergangenheit zu, sondern der Zukunft, genauer: Sie konzentriert sich auf die Aufdeckung der objektiven ökonomi- schen Gesetzmäßigkeiten und der historischen Entwicklungstenden- zen der reifen kapitalistischen Produktionsweise. Aufgrund dieser Methode erhielt der historisch sich verändernde Gegenstand seinen theoretischen Ausdruck in der Form eines sich entwickelnden, dy- namischen Systems ökonomischer Kategorien. Auf der Grundlage einer Analyse der Ökonomie der reifen bürgerli- chen Gesellschaft ist im Werk von Marx die historische Tendenz der kapitalistischen Akkumulation aufgedeckt; die historischen Schranken der kapitalistischen Produktionsweise sind umrissen, die objektiv durch das Gesetz vom tendenziellen Fall der Pro- fitrate bestimmt sind; es wird auf die Tendenz zur Ersetzung der Kapitalisten als Leiter durch angestellte Manager hingewiesen usw. Somit wurde der historisch-transitorische Charakter des Ka- pitalismus und die Notwendigkeit seiner Ablösung durch eine neue, höhere Form der gesellschaftlichen Produktion nachgewiesen. Marx hat mithin das letztliche Ziel seines Werks realisiert - die Ent- deckung des ökonomischen Bewegungsgesetzes der bürgerlichen Ge- sellschaft. Notwendige Ergänzung dieser wissenschaftlichen Ent- deckung ist eine Analyse des Klassenkampfes als einer Lösungsform von Widersprüchen der kapitalistischen Produktionsweise. Mit die- ser Analyse sollten der dritte Band des "Kapitals" abgeschlossen werden und die Wirkungsweise der ökonomischen Prozesse und Ge- setze im engeren Sinne mit dem Klassenkampf als subjektivem Fak- tor des historischen Fortschritts vermittelt werden. Die Widerspiegelung der Entwicklungsgeschichte der kapitalisti- schen Produktionsweise erfolgt bekanntlich im "Kapital" nur bis zu einer bestimmten Etappe. Insgesamt entspricht das theoretische System des "Kapitals" jener historischen Periode, für die die ka- pitalistische Produktion in Form des Fabriksystems charakteri- stisch war. Aber im Zusammenhang mit der Analyse des Kredits hat Marx eine komprimierte wissenschaftliche Charakteristik der Akti- engesellschaften als einer entwickelteren historischen Form der kapitalistischen Produktion gegeben, in deren Rahmen die Aufhe- bung des Kapitals als Privateigentum und die Verwandlung des Pro- fits in die Form von Dividenden und Zinsen stattfindet. Über die Aktiengesellschaften seiner Zeit schrieb er: "Es ist dies die Aufhebung der kapitalistischen Produktionsweise innerhalb der ka- pitalistischen Produktionsweise selbst, und daher ein sich selbst aufhebender Widerspruch, der prima facie als bloßer Übergangs- punkt zu einer neuen Produktionsform sich darstellt. Als solcher Widerspruch stellt er sich dann auch in der Erscheinung dar. Er stellt in gewissen Sphären das Monopol her und fordert daher die Staatseinmischung heraus." 5) Die spätere Geschichte hat diese wissenschaftliche Prognose von Marx vollauf bestätigt. Gemäß der im "Kapital" realisierten Untersuchungsmethode der Ent- wicklungsgeschichte des Kapitalismus kann eine Erklärung der heu- tigen ökonomischen Wirklichkeit der bürgerlichen Welt nicht darin bestehen, daß die theoretischen Aussagen von Marx unvermittelt mit den neuesten Fakten verknüpft werden. Eine solche Erklärung setzt notwendig eine Untersuchung aller jener wesentlichen Ände- rungen in der bürgerlichen Ökonomie voraus, die sich faktisch nach dem Tode von Marx vollzogen haben, somit eine Entwicklung, Modifizierung oder Überführung in das Gegenteil dieser oder jener ökonomischer Formen, die im theoretischen System des "Kapitals" zum Ausdruck gebracht worden sind. Mit anderen Worten: Die histo- rischen Veränderungen in der Struktur der kapitalistischen Pro- duktionsweise müssen eine entsprechende theoretische (logische) Widerspiegelung finden. Die Dialektik der politischen Ökonomie bringt, nach der Methode von Marx, die objektive historische Dia- lektik des Gegenstands selbst (in seiner reifen Form) zum Aus- druck. Dies ist in allgemeinsten Umrissen die Untersuchungsmethode der Entste-hungs- und Entwicklungsgeschichte des Kapitalismus im "Kapital" von Marx. 6) Die Vergangenheit, die historische Genesis des Kapitals wird von Marx retrospektiv betrachtet, ausgehend von den Resultaten der Untersuchung des ökonomisch reifen Systems der kapitalistischen Produktion. Was die Veränderungen in der historisch bereits entstandenen ka- pitalistischen Produktionsweise angeht, so erhalten sie in der Entwicklung des theoretischen Systems des "Kapitals" selbst ihren entsprechenden Ausdruck. Und in diesem Sinne stellt das "Logi- sche" die Widerspiegelung des "Historischen" dar, d.h. der Ent- wicklungsgeschichte des reifen Kapitalismus. In zahlreichen Publikationen sowohl in der UdSSR als auch in anderen Ländern wird die Frage des Verhältnisses zwischen dem "Historischen" und dem "Logischen" verfehlt interpretiert. Besonders breit ist die Ansicht vertreten, daß das "Logische" nichts anderes als das kor- rigierte, von störenden Zufälligkeiten befreite "Historische" sei, wobei dieses "Historische" als Entstehungsprozeß des Kapi- tals, als dessen V o r g e s c h i c h t e verstanden wird. Den Ausgangspunkt dieser Mißinterpretation bildete theoriege- schichtlich der Widerlegungsversuch der These vom angeblichen Wi- derspruch zwischen dem ersten und dritten Buch des "Kapitals", also zwischen den durch den Arbeitsaufwand bestimmten Werten und den davon abweichenden Produktionspreisen. Da die "Realität" des Austausches gemäß Werten (erster Band des "Kapital") bei dieser Diskussion damals in der Vergangenheit gesucht wurde, also in der vorkapitalistischen Warenproduktion, begann man auch, die theore- tische ("logische") Verwandlung der Werte in Produktionspreise im "Kapital" als Widerspiegelung der Geschichte der Umwandlung der "einfachen" Warenproduktion in die kapitalistische zu deuten. Demgemäß nahm die Rezeption des "Logischen" (des Aufsteigens vom Abstrakten zum Konkreten im theoretischen System) als der Wider- spiegelung des "Historischen" (im obengenannten Sinn) die Bedeu- tung eines fundamentalen Universalprinzips der Methode der poli- tischen Ökonomie an. Der Grundfehler dieser Interpretation besteht m. E. darin, daß der Gegenstand des "Logischen" (der Theorie des reifen Kapitalis- mus) in der Vergangenheit, die nicht mehr besteht, gesucht (und gefunden) wird. Dagegen besteht die Aufgabe darin, die Geltung der Arbeitswerttheorie (1. Abschnitt des 1. Bandes) unter den Be- dingungen des bereits ausgeformten, reifen Kapitalismus nachzu- weisen, nicht aber in vorbürgerlichen Verhältnissen: Welche Pro- zesse innerhalb der reifen bürgerlichen Gesellschaft (und nicht anderswo) bewirken die "Wert-Produktionspreis-Transformation"? Die bürgerliche klassische politische Ökonomie, Ricardo einge- schlossen, war nicht in der Lage, das theoretische Problem zu lö- sen, wie das Wertgesetz mit der empirischen Erscheinung des all- gemeinen Durchschnittsprofits in Einklang zu bringen sei. Dies führte zum Zerfall der Ricardo-Schule - und schließlich zur Ab- sage an die Arbeitswerttheorie. Unter dem Gesichtspunkt der Me- thode bestand die Unfähigkeit der klassischen politischen Ökono- mie, die allgemeine Profitrate auf der Grundlage der Wertbestim- mung der Waren durch die Menge der in ihnen verkörperten Arbeit zu erklären, darin, daß ihr der dialektische Zugang zur Analyse der ökonomischen Erscheinungen fremd war. Sie betrachtete die je- weiligen ökonomischen Formen (Ware, Geld, Kapital, Arbeitslohn, Profit usw.) als empirische Daten und versuchte, Wert und Durch- schnittsprofit unvermittelt in eins zu setzen. Demgegenüber werden im theoretischen System des "Kapitals" alle bürgerlichen ökonomischen Formen und die sie charakterisierenden Kategorien dialektisch betrachtet - im Prozeß ihrer Entstehung und Entwicklung. Beispielsweise werden das Geld und die Geldform des Werts nicht einfach als ein unabänderliches Faktum der bür- gerlichen Wirklichkeit dargestellt, sondern als Resultat des im Kapitalismus ständig stattfindenden Prozesses des Warenaus- tauschs. So wird mit der Analyse der Wertformen (§ 3 des 1. Kapi- tels des 1. Bandes) und des Austauschprozesses (2. Kapitel) die Notwendigkeit des Geldes unter den Verhältnissen der bürgerlichen Gesellschaft nachgewiesen. 7) Analog wird der Produktionspreis, der die Grundlage der Schwankung der Marktpreise unter den Bedin- gungen der historisch entwickelten bürgerlichen Ökonomie bildet, nicht unmittelbar mit der Wertbestimmung konfrontiert, wie sie im ersten Band des "Kapitals" gegeben wird. Marx zeigte, in welcher Weise und als Resultat welcher objektiven ökonomischen Prozesse sich die Umwandlung des Werts in den Pro- duktionspreis vollzieht. Grundlage dieser Entwicklung des Werts zum Produktionspreis sind die Prozesse der Verwandlung der Mehr- wertrate in die Profitrate und des Mehrwerts in den Profit und sodann in den allgemeinen Durchschnittsprofit. Diese Prozesse fanden ihre theoretische ("logische") Widerspiege- lung in allen Abschnitten der drei Bände des "Kapitals", die auf die Analyse der Produktion des Mehrwerts folgten, einschließlich der Verwandlung des Profits in Durchschnittsprofit. Gerade des- halb, weil sich der Mehrwert in Durchschnittsprofit verwandelte, entwickelte sich der Wert zum Produktionspreis. Daher spiegelt auch die "logische" Verwandlung der Werte in die Produktionspreise die objektiven Prozesse wider, die sich ständig unter den Bedingungen der reifen bürgerlichen Gesellschaft voll- ziehen (die Produktions- und Zirkulationsprozesse des Kapitals). Widergespiegelt wird, was Marx unter Geschichte, die "täglich vor unsern Augen" spielt, verstand. 8) Die theoretische ("logische") Widerspiegelung dieser "Geschichte" erfordert nicht die Untersuchung der historischen Genesis des Ka- pitalismus einschließlich der Geschichte der Umwandlung der "einfachen Warenproduktion" in die kapitalistische. In dem ei- gentlich theoretischen Teil des Systems des "Kapitals" ist die entfaltete Bestimmung des historisch entwickelten, reifen Kapita- lismus enthalten. Deshalb haben alle Kategorien dieses Systems, angefangen von der Ware bis hin zur Grundrente, einen nicht nur historischen, sondern einen s p e z i f i s c h historischen, nämlich bürgerlichen Charakter. Die objektive Begründung einer Methode, nach der die wissen- schaftliche Erkenntnis des reifen Gegenstands (des historisch be- reits formierten Kapitalismus) nicht das Studium seiner Entste- hungsgeschichte erfordert, besteht darin, daß das Kapital selbst alle Bedingungen seiner Existenz dialektisch reproduziert (Ware, Mehrwert, Beziehung zwischen Kapitalist und Lohnarbeiter usw.) und deshalb keinerlei äußere Voraussetzungen benötigt, die Resul- tat der Zersetzung historisch vorangehender Produktionsformen sind. Bei der Interpretation des "Kapitals" ist daher streng zwi- schen den eigenen, inneren Voraussetzungen des Kapitals und sei- nen äußeren, historischen Voraussetzungen zu unterscheiden. 9) Ebenso ist die innere objektive Dialektik des Gegenstands (des Produktions- und Zirkulationsprozesses des Kapitals), die in dem strengen Rahmen des theoretischen ("logischen") Systems des "Kapitals" zum Ausdruck gebracht ist, nicht mit der objektiven Dialektik der Geschichte dieses Gegenstands, seiner historischen Genesis, zu vermischen, die im "Kapital" vor allem in Form retro- spektiver Abhandlungen betrachtet wird. Nur wenn dieser prinzi- pielle Unterschied nicht außer acht gelassen wird, kann eine ad- äquate Vorstellung über das Verhältnis von "Logischem" und "Historischem" im theoretischen System des "Kapitals" entwickelt werden. Dieses System ist nur eine dialektische Widerspiegelung des Kapitalismus zu Zeiten von Marx. Was die im "Kapital" bei der Darlegung der ökonomischen Theorie selbst angeführten Hinweise auf historisch vergangene Epochen betrifft, so haben sie sekun- dären und illustrativen Charakter und erleichtern ein Verständnis der entsprechenden Prozesse der Gegenwart durch Analogie. Vom Standpunkt dieser dem Buchstaben und dialektischen Geist (der Methode) des "Kapitals" entsprechenden Schlußfolgerungen aus sind die gegenwärtig so verbreiteten Interpretationen der sogenannten "Einheit von Logischem und Historischem" kritisch zu bewerten. Übersetzung: Gert Meyer. _____ 1) MEW 29, S. 551. 2) Vgl. Adam Smith, An inquiry into the nature and causes of the wealth of nations, London 1843. (Book III, Ch. MV). 3) MEGA II, 1.1, S. 40. Grundrisse, S. 25/26. 4) In der französischen Ausgabe des l. Bandes des "Kapitals" be- handelt Marx die ursprüngliche Akkumulation sogar in einem beson- deren achten Abschnitt. 5) MEW 25, S. 454. 6) Vgl. ausführlicher: W. Schkredow, Die Methode der Untersuchung des Eigentums im "Kapital" von Karl Marx, Moskau 1973, Kapital 6 (russ.). 7) Dazu näher: W. Schkredow, Die Wertformanalyse im 1. Band des "Kapital", in: Umrisse zur Geschichte des "Kapital" von K. Marx, hrsg. v. IML-Moskau, Moskau 1983, S. 249-310 (russ.). 8) Vgl. MEGA II, 5, S. 102. MEW 23, S. 161. 9) Vgl. MEGA II, 1.2, S. 315-378, S. 400-415. Grundrisse, S. 305- 374, S. 396-413. zurück