Quelle: Jahrbuch des Inst. für Marxist. Studien und Forschungen 13/1987
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WISSENSCHAFTLICH-TECHNISCHE REVOLUTION UND
DEFORMIERTE PRODUKTIVKRAFTENTWICKLUNG
André Leisewitz
1. Zur Konzeption der "wissenschaftlich-technischen Revolution" -
2. Neuer Produktivkrafttyp - neuer Rationalisierungstyp? - 3. De-
formationen der Produktivkraftentwicklung - 4. Kontrolle der Pro-
duktivkraftentwicklung - ein soziales und technisches Problem
1. Zur Konzeption der "wissenschaftlich-technischen Revolution"
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In der marxistischen Diskussion wird der Begriff der "wissen-
schaftlich-technischen Revolution" zur Charakterisierung der
industriellen Produktivkraftentwicklung der Gegenwart verwandt.
Seine Verbreitung und inhaltliche Bestimmung sind wesentlich mit
den Arbeiten J.D. Bernais verbunden, der als einer der ersten
marxistischen Wissenschaftler seit den dreißiger Jahren syste-
matisch den vielschichtigen Zusammenhang zwischen Wissenschafts-,
Technik- und Produktivkraftentwicklung in verschiedenen Gesell-
schaftsformationen erforschte. 1) Der Begriff knüpft direkt an
die Marxschen Formulierungen über die permanente Revolutionierung
der Produktivkräfte durch das Kapital an: "Die moderne Industrie
betrachtet und behandelt die vorhandne Form eines Produkti-
onsprozesses nie als definitiv. Ihre technische Basis ist daher
revolutionär, während die aller früheren Produktionsweisen we-
sentlich konservativ war. Durch Maschinerie, chemische Prozesse
und andre Methoden wälzt sie beständig mit der technischen Grund-
lage der Produktion die Funktionen der Arbeiter und die gesell-
schaftlichen Kombinationen des Arbeitsprozesses um." 2)
Besonders in den Vorarbeiten zum "Kapital" hatte Marx sich aus-
führlich der h i s t o r i s c h e n D i m e n s i o n der ka-
pitalistischen Produktivkraftentwicklung und der besonderen Be-
deutung zugewandt, die dabei "die allgemeine wissenschaftliche
Arbeit, (die) technologische Anwendung der Naturwissenschaften",
"die Verwandlung des Produktionsprozesses aus dem einfachen Ar-
beitsprozeß in einen wissenschaftlichen Prozeß, der die Naturge-
walten seinem Dienst unterwirft", gewinnt. 3) Hier wurde auch der
Begriff von der "Wissenschaft als Produktivkraft" geprägt. 4) Für
die spätere Ausarbeitung der Konzeption der "wissenschaftlich-
technischen Revolution" war nicht zuletzt die scharfe Akzentuie-
rung von Bedeutung, mit der Marx die zu seinen Lebzeiten sich
erst andeutende Tendenz hervorhob, daß wissenschaftliche (Natur-)
Forschung zur unabdingbaren Voraussetzung und nicht mehr nur Be-
gleit- oder Folgeerscheinung von Schüben der Produktivkraft- und
Technikentwicklung wird 5) - eine Tendenz, die inzwischen ihre
eindrucksvolle Bestätigung gefunden hat und die gerade das Inter-
esse von Bernal und anderen auf sich zog.
Die Konzeption der wissenschaftlich-technischen Revolution hat
ihre Wurzeln also in der Marxschen Analyse der kapitalistischen
Industrialisierung und Produktivkraftentwicklung. Der Begriff
wird jedoch im einzelnen durchaus unterschiedlich interpretiert.
Lange Zeit dominierte ein mehr deskriptiver, gelegentlich auch
inflatorischer Gebrauch. Inzwischen zeichnen sich die Konturen
der innermarxistischen Diskussion um eine schärfere Fassung deut-
licher ab. 6) Bekanntlich wird im gesellschaftlich-produktiven
Stoffwechsel die Natur vom Menschen nicht direkt, sondern mittel-
bar, über die Vermittlung durch Arbeitsmittel, angeeignet. Für
die Ausweitung dieses Stoffwechsels, also die umfassendere Nut-
zung der natürlichen Umwelt als Quelle von Stoff und Energie und
die Ausdehnung der produktiv dienstbar gemachten Naturprozesse,
ist die Entwicklung dieser Aneignungsmittel und damit die Über-
tragung von Funktionen leiblicher Organe des Menschen auf techni-
sche Mittel der entscheidende und notwendige Schlüsselprozeß.
Dieser Vorgang vollzieht sich mit der Entwicklung der Arbeitsin-
strumente permanent, er kennt jedoch qualitative Einschnitte und
Sprünge. Sie stehen im Mittelpunkt tiefgreifender Produktiv-
kraftumwälzungen. Es ist daher auch keine formale Analogie, wenn
das Wesen der wissenschaftlich-technischen Revolution im Sinne
einer solch einschneidenden Umwälzung nicht primär in der Verfüg-
barmachung qualitativ neuer technologischer Verfahren gesehen
wird, sondern - ebenso wie im Falle der von Marx studierten indu-
striellen Revolution - m i t B l i c k a u f d e n A r-
b e i t s p r o z e ß: in der Übertragung jetzt geistig-in-
tellektueller (Steuerungs- und Verarbeitungs-)Funktionen des Men-
schen auf technische Mittel. Die mathematisch-naturwissenschaft-
lichen Grundlagen für die Entwicklung solcher "Denkzeuge" wurden
vor ziemlich genau einem halben Jahrhundert geschaffen; 7) die
technologische Möglichkeit eines solchen Umbruchs deutete sich
seit den fünfziger Jahren (oftmals vorschnell konstatiert) an,
und der Umbruch beginnt sich nun seit Ende der siebziger Jahre
mit großem Tempo in faktisch allen Bereichen der gesellschaftli-
chen Arbeit durchzusetzen. 8) "Informatisierung" und "Elektroni-
sierung" sind die technischen Formen dieses Umbruchs, dessen
"allgemeiner Agent" 9) heute der Prozessor als universell
verwendbarer, logischer Zentralbaustein der mit der Informations-
und Kommunikationstechnik auf Computerbasis verbundenen Rechen-
technik ist.
Wenn hierin heute der entscheidende Inhalt der wissenschaftlich-
technischen Revolution und das einen qualitativen Sprung bestim-
mende Moment gesehen wird, so wäre doch eine ausschließlich ar-
beitsprozeßlich-technologische Sicht oder Reduzierung auf einen
technischen Umbruch eine unzulässige Verengung. Der Begriff der
wissenschaftlich-technischen Revolution bekommt für die Arbeiter-
bewegung überhaupt erst einen Sinn, wenn er mit Blick auf die Ge-
samtheit der Produktivkraftentwicklung, auf die Umwälzung der
"Funktionen der Arbeiter" und der "gesellschaftlichen Kombinatio-
nen des Arbeitsprozesses", mit Blick auf den gesellschaftlichen
Reproduktionsprozeß und seine neuen Widersprüche gesehen wird.
Nur so kann er auch für die Diskussion um eine antikapitali-
stisch-antimonopolistische Strategie und Alternativenkonzeption
der Arbeiterbewegung nutzbar gemacht werden.
Dies schließt die Notwendigkeit ein, die M e n s c h - U m-
w e l t - B e z i e h u n g e n als Teil der gesellschaftlichen
Produktivkraftentwicklung in die Betrachtung einzubeziehen. In
der Vergangenheit dominierte die Konzentration auf die Entfaltung
gesellschaftlicher Produktivkraft im Bereich der S t o f f-
u n d E n e r g i e v e r a r b e i t u n g s t e c h n o l o-
g i e n als Kernbereich der Produktion. Dies ist auch der
Kernbereich kapitalistischer Industrialisierung und Vergesell-
schaftung der Arbeit, der die Dynamik gesellschaftlicher Ent-
wicklung und Umbrüche bestimmt. Aber gerade die Dynamik in diesem
Sektor ging einher mit der systematischen (und, wie noch zu
diskutieren ist, formationsspezifischen) Unterentwicklung der
Produktivkräfte im Bereich der Ressourcenbewirtschaftung und
Naturquellenreproduktion.
Es handelt sich hierbei jedoch nicht einfach um zwei voneinander
getrennte "Abteilungen" der Produktivkraftentwicklung; vielmehr
schließt eine bestimmte Form der Entwicklung von Verarbeitungs-
technologien zwangsläufig Raubbau an Naturressourcen und Schädi-
gung der für die menschliche Existenz unabdingbaren Umweltbedin-
gungen ein. 10) Erst mit der Dynamik kapitalistischer Industria-
lisierung und der heute erreichten Dimension von Natureingriffen
hat sich diese auch technologisch fixierte Mensch-Umwelt-Bezie-
hung zu einem globalen Problem ersten Ranges entwickelt. 11)
Hierin äußert sich eine spezifische Deformation der Produktiv-
kraftentwicklung. Sie verbietet es, die technologische Entwick-
lung sozusagen als einen "neutralen" Prozeß zu betrachten und
verweist auf die Notwendigkeit, die Konzeption der wissenschaft-
lich-technischen Revolution stärker im Kontext formationsspezifi-
scher Produktivkraft- und Technikentwicklung zu diskutieren.
Die folgenden Bemerkungen beziehen sich auf einige Probleme, die
im Zusammenhang mit dem gegenwärtigen Produktivkraftumbruch dis-
kutiert werden. Dabei wird versucht, diese Probleme -
"Produktivkrafttyp" und "neuer Rationalisierungstyp", Deformatio-
nen der Produktivkraftentwicklung und Probleme ihrer technischen
und gesellschaftlichen Beherrschbarkeit - mit Bezug auf die mar-
xistische Produktivkrafttheorie zu diskutieren. Dies schließt die
Herausarbeitung von Anforderungen an eine Alternativkonzeption
der Arbeiterbewegung zur herrschenden Technik- und Produktiv-
kraftentwicklung des Kapitals ein. Viele der dabei angedeuteten
Fragestellungen werden im Rahmen von einzelnen Beiträgen dieses
Jahrbuchs detaillierter und faktenbezogener behandelt. Auf diese
Beiträge ist daher in erster Linie zu verweisen.
2. Neuer Produktivkrafttyp - neuer Rationalisierungstyp?
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Bei dem Versuch, die B e s o n d e r h e i t e n d e r g e-
g e n w ä r t i g e n P r o d u k t i v k r a f t e n t w i c k-
l u n g genauer zu erfassen, soll in diesem Abschnitt noch
einmal auf die entsprechenden Analysen gesellschaftlicher Produk-
tivkraftentwicklung bei Marx zurückgegriffen werden. Ausgangs-
punkt ist die Feststellung, daß der Mensch als Naturwesen in
seiner Produktion nicht anders verfahren kann als die Natur
selbst, "d. h. nur die Formen der Stoffe ändern", und daß dies
durch die über die Produktionsmittel bewirkte Aneignung von
Naturprozessen ("Naturkräften") geschieht. 12) Die Form dieser
Aneignung von Naturkräften und deren Charakter verändern sich
aber. Damit bilden sich - in Verbindung mit den großen geschicht-
lichen Produktivkraftrevolutionen - auch u n t e r s c h i e d-
l i c h e T y p e n v o n g e s e l l s c h a f t l i c h e r
P r o d u k t i v k r a f t heraus. 13)
2.1 Geschichtliche Typen gesellschaftlicher Produktivkraft
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1. In den nach der neolithischen oder agrarischen Revolution der
Produktivkräfte auf landwirtschaftlicher Produktion beruhenden
Gesellschaften zielt die an den Boden als wichtigstes Produkti-
onsmittel gebundene Arbeit darauf ab, g a n z h e i t l i c h e,
"komplexe", nach biologischen Gesetzmäßigkeiten ablaufende Natur-
prozesse (Wachstumsprozesse) zu nutzen. Ihr innerer Ablauf bleibt
unverstanden, aber sie können über die Regulation ihrer Randbe-
dingungen empirisch in zunehmendem Maße und zumindest temporär
beherrscht werden. Arbeit (Kultivierung, Bodenbearbeitung, Tier-
hütung, Ernte usf.) bezieht sich in erster Linie auf die Gestal-
tung dieser Ausgangs- und Rahmenbedingungen der ansonsten "von
selbst" ablaufenden Naturprozesse sowie auf die "Extraktion" von
Naturprodukten. 14) Die genutzten Naturkräfte bedürfen, wie Marx
dies für einen anderen, aber doch verwandten Fall charakteri-
siert, "menschlicher Nachhilfe", vollziehen sich selbst aber ohne
seine "Beihilfe". 15) Gemeint ist, daß der Produzent mit seiner
Leiblichkeit nicht in den unmittelbaren "technischen" (stoff-
wandelnden) Prozeß einbezogen ist. Eben deshalb wird die
"Mitarbeit der Naturkräfte" im Falle der Agrarproduktion von Marx
auch als "Automat" bezeichnet. 16) Dieser Begriff findet später
im Zusammenhang mit dem entwickelten Maschinensystem wieder Ver-
wendung.
2. Demgegenüber wird beim handgeführten Werkzeuggebrauch der Pro-
duzent zur "Beihilfe" in den technischen Prozeß eingegliedert. Er
hat sowohl energetische wie Steuerungsfunktionen auszuführen. Da-
mit bildet sich ein im Vergleich zur Nutzung "natürlicher Automa-
ten" anderer geschichtlicher Typ von Produktivkraft heraus, der
zeitlich parallel auftritt und auf der Nutzung von
i s o l i e r t e n Naturkräften und Wirkprinzipien beruht. Die-
ser Produktivkrafttyp bleibt weitgehend an die engen Schranken
physischen Vermögens des individuellen Produzenten gebunden. Er
vervollkommnet sich durch weitere Arbeitsteilung und Kombination
der Einzelarbeit. Dies ist (zumindest im Kern und unabhängig von
früheren Formen des Maschinengebrauchs) der Typ von Produktiv-
kraft, der mit der kapitalistischen Industrialisierung umgewälzt
und aufgehoben wird.
Die entscheidende Rolle fällt dabei der Werkzeugmaschine zu. Die
Übertragung der Werkzeugführung auf die Maschine markiert jedoch
nur den ersten (wenn auch entscheidenden) Schritt der Umwälzung,
denn in der Maschine "erscheint das handwerksmäßige Instrument
wieder, aber in zyklopischem Umfang". 17) Das bedeutet, daß es im
ersten Gang der Produktivkraftumwälzung noch bei der "I s o-
l i e r u n g d e r S o n d e r p r o z e s s e" bleibt. 18)
Auf diesem Prinzip beruht auch die Herausbildung der "modernen
Wissenschaft der Technologie", die alle Formen gesellschaftlicher
Produktionsprozesse "in bewußt planmäßige und je nach dem
bezweckten Nutzeffekt systematisch besonderte Anwendungen der
Naturwissenschaft" auflöst. 19)
3. Mit dieser technologischen Aufsplitterung des Produktionspro-
zesses in seine Einzelvorgänge und mit deren technischer Fixie-
rung im Rahmen der Maschinenanwendung wird jedoch eine Gegenbewe-
gung ausgelöst. 20) Im entwickelten Fabriksystem tritt an die
Stelle ihrer Isolierung "die Kontinuität der Sonderprozesse". 21)
Der Ausbau des Maschinensystems zielt auf einen möglichst
k o n t i n u i e r l i c h e n Fluß der Arbeitsgegenstände, auf
die t e c h n i s c h v e r m i t t e l t e K o m b i n a-
t i o n der einzelnen Produktionsprozesse. Dies erfolgt zuerst
in Form ihrer Addition und Hintereinanderschaltung. Zugleich wird
der Gesamtprozeß von der energetischen Seite her durch eine
zentrale Antriebskraft mit ihrem Netzwerk des Transmissions-
apparates vereinheitlicht. Das Stichwort, das dem heutigen Leser
einfällt, heißt "Vernetzung", allerdings auf mechanischer Grund-
lage. Später findet der Motor als "allgemeiner Agent der großen
Industrie" mit der Elektrifizierung seine wirkungsvollere, de-
zentrale Form. Als Perspektive erscheint jetzt das "automatische
System der Maschinerie", 22) wobei der Begriff des Automaten hier
in klassischem Sinne energetisch gemeint ist. Automatische
Steuerung und Regelung gehören noch nicht, wie heute, zum
Begriffsinhalt.
Die neue Produktivkraft beruht sozial auf der Schaffung der Lohn-
arbeit, technisch auf der Loslösung der Arbeitsmittel von den
Grenzen physischer Kraft und Geschicklichkeit des Menschen. Damit
ist der Weg eröffnet, Naturkräfte in neuer Dimension und auf ver-
wissenschaftlichter Grundlage anzuwenden. Beides sind einander
entsprechende und sich wechselseitig bedingende Umwälzungen.
Zugleich deutet sich mit der "Kontinuität der Sonderprozesse" der
Übergang zu einer Stufe an, bei der k o m p l e x e N a t u r-
p r o z e s s e und nicht mehr nur einzelne Wirkprinzipien im
Rahmen von zu Anlagen weiterentwickelten Produktionsmitteln ange-
wandt werden können. Dies hat - wie bei den frühen "natürlichen
Automaten", nun aber auf anderer, verwissenschaftlichter Grund-
lage - zur Folge, daß die Arbeitstätigkeit wieder aus dem
unmittelbar technischen Prozeß herausgelöst wird. "Die Arbeit
erscheint nicht mehr so sehr als in den Produktionsprozeß
eingeschlossen, als sich der Mensch vielmehr als Wächter und Re-
gulator zum Produktionsprozeß selbst verhält." "Er tritt neben
den Produktionsprozeß, statt sein Hauptagent zu sein." Diese
Stufe der Produktivkraftentwicklung könnte auch als Anwendung
"industrieller Naturprozesse" 23) bezeichnet werden.
2.2 Herausbildung "industrieller Naturprozesse"
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Die Entwicklung zu solchen "industriellen Naturprozessen" bildet
einen wichtigen Leitfaden für das Verständnis der Umbrüche in
Technik und Arbeit, die mit der permanenten Produktivkraftrevolu-
tionierung seit der industriellen Revolution verbunden sind. Das
gilt gerade für die aktuelle Umbruchperiode, bei deren Interpre-
tation ein Rückblick auf die wichtigsten großen Entwicklungsli-
nien der Vergangenheit nützlich ist. Auch hier soll nur der indu-
strielle Sektor als dynamikbestimmender Kernbereich der Wirt-
schaft betrachtet werden. 24)
In einer Reihe von Industriezweigen, die seit Ende des 19. Jahr-
hunderts zu breiter Massenproduktion übergehen und in denen
stoffverformend-montierende Produktions- und Fertigungsprozesse
vorherrschen, ist dieser Übergang mit einschneidenden technologi-
schen und arbeitsorganisatorischen Veränderungen verbunden. Die
Werkzeugmaschine, die ursprünglich als Universalmaschine entwic-
kelt wurde, wandelt sich im Rahmen des arbeitsteiligen Maschinen-
systems zur Sonder-(Spezial-)Maschine. Die mit dem elektrischen
Maschinenantrieb gestiegene innerbetriebliche Flexibilität führt
zu neuen Formen der Maschinenverkettung: Anordnung der Maschinen
nach dem technologischen Prozeßablauf der Erzeugnisfertigung und
Verkettung durch technische Hilfseinrichtungen. Dies gilt auch
für die handarbeitsintensiven Fertigungsabschnitte, insbesondere
die Montage, mit Verbreitung des Fließbandprinzips und der Taylo-
risierung der Arbeit (in den USA seit den achtziger Jahren des
19. Jahrhunderts, in Europa in den zwanziger Jahren sich durch-
setzend). H i e r e r r e i c h t d i e A u f t e i l u n g
i n S o n d e r p r o z e s s e i h r e n H ö h e p u n k t,
aber nur auf der Grundlage ihrer verketteten, Kontinuität des
Produktionsflusses garantierenden Form. Erhöhung der Durchlaufge-
schwindigkeit und taktgebundene Steigerung der Arbeitsintensität
sind wesentliche Ziele. Diese Technologie wird typisch für auf
Massenproduktion beruhende Industriezweige wie die Automobilindu-
strie, die hier Schrittmacher mit zugleich weitreichender Aus-
strahlung auf andere Zweige ist, die Elektro- und Feinmechanische
Industrie u.a.
Dies ist auch die ökonomisch-technologische Voraussetzung für die
umfassende Durchsetzung der im kapitalistischen Produktionsprozeß
immer wirksamen Tendenz zur Reduzierung komplizierter auf einfa-
che Arbeit. Die technische Entwicklung der Werkzeugmaschine und
das mit steigendem Maschinenwert gleichfalls steigende Interesse
des Kapitalisten an intensiver Maschinenauslastung, an Reduzie-
rung von Stillstandszeiten durch Fähigkeit des Arbeitspersonals
zu Reparatur und Maschinenwartung usw. hatten zur Herausbildung
von Maschinenfacharbeit geführt. Dort, wo der Übergang zur Mas-
senfertigung auf Maschinenbasis sich vollziehen kann, wird diese
Facharbeit weitgehend zersetzt und dominiert die Ausbeutung ange-
lernter "Massenarbeiter". Jedoch bilden sich zugleich kleinere
Segmente neuer, "sekundärer" Facharbeit im Bereich der Instand-
haltung und in anderen, vor- und nebengelagerten Betriebsabtei-
lungen heraus. 25)
Eine andere Entwicklung vollzieht sich in den (zahlenmäßig der
Beschäftigung nach schmäleren) industriellen Sektoren, in denen
kein Übergang zur Massenfertigung möglich ist, sondern sog.
"klein- und mittelserige" Fertigung (wie im Maschinenbau als
hierfür typischem Zweig) vorherrscht. H i e r w i r d d i e
F a c h a r b e i t a l s d o m i n i e r e n d e r A r-
b e i t s t y p u s n i c h t a u f g e l ö s t. Gerade die
Durchsetzung der in hohem Maße auf Sondermaschinen beruhenden
Technologie mechanisierter Massenfertigung und -produktion in an-
deren Zweigen ist die Basis, auf der sich hier der Typus qualifi-
zierter Facharbeit als stabil erweisen kann. Die ökonomisch-tech-
nischen Determinanten sprechen gegen eine Taylorisierung der Ar-
beit.
Eine dritte Entwicklungslinie realisiert sich in den auf Prozeß-
technologien beruhenden Zweigen stoffumwandelnder Massenproduk-
tion (Chemieindustrie, Stahlindustrie u.a.). Die Produktionsmit-
tel haben hier bereits früh den Charakter von Anlagen. Der Über-
gang vom sog. "Chargen-" zum kontinuierlichen Anlagenbetrieb
vollzieht sich in wichtigen Abschnitten der Massenproduktion in
den zwanziger und dreißiger Jahren. Er ist mit einer Mechanisie-
rung der Produktionshilfsarbeiten verbunden, der schweren und
körperlich stark belastenden Tätigkeiten, die in diesen Zweigen
die Lohnarbeit von Anfang an dominierten. Ähnlich wie sich die
Theorie der Fertigungstechnik der klein- und besonders der groß-
serigen mechanischen Fertigung seit den zwanziger Jahren als wis-
senschaftliche Analyse der dort genutzten Verfahren herausbildet,
entwickelt sich eine chemische Verfahrenstechnik, in der chemi-
schen Industrie in erster Linie für den Bereich der Massenproduk-
tion von Grundstoffen. 26) Sie schafft die Voraussetzung für eine
Rationalisierung im Bereich der Apparatetechnik und, seit den
vierziger Jahren, die Einführung e r s t e r F o r m e n d e r
P r o z e ß s t e u e r u n g. 27)
Dies ist ein Novum bei der Herausbildung "industrieller Naturpro-
zesse". Die Verfahrenstechnologie hatte die chemischen Produkti-
onsprozesse in einzelne "Grundoperationen" zerlegt, die für sich
und in ihrer Koppelung nun einer h a l b a u t o m a t i-
s c h e n R e g e l u n g zugänglich gemacht werden konnten.
Diese seit den vierziger Jahren eingeführte sog. pneumatische
statt manueller Regelung unterscheidet sich jedoch von einer
(rechnergestützten) automatisierten Prozeßführung dadurch, daß
die Regler nur "Sollwerte" einstellen können, daß sie aber nicht
zu einer Integration und Verrechnung von Informationen aus dem
Gesamtverlauf des Prozesses und zu seiner Optimierung geeignet
sind. Dies bleibt nach wie vor die Funktion menschlicher
Steuertätigkeit - Meßwartenarbeit. Diese "Halbautomatisierung"
ist ebensowenig geeignet, Prozesse an- und abzufahren oder Stör-
fälle (Prozeßzusammenbrüche) aufzufangen. Es handelt sich also um
eine technische Unterstützung der Anlagensteuerung für den
Normalbetrieb. Die in den sechziger Jahren erstmals eingeführte
Rechnersteuerung von Prozeßanlagen erwies sich wegen der
seinerzeit vorherrschenden zentralen Rechnerkonfiguration als zu
störanfällig, inflexibel und unökonomisch. Daher befindet sich
die Prozeßführung zumindest im Bereich der Chemieindustrie heute
noch auf dem Stand der Halbautomatisierung. Dabei hat sich hier
eine sehr scharfe und rigide Arbeitsteilung durchgesetzt.
Traditionellerweise ist der Chemiearbeiter als "Anlagenfahrer" im
Gegensatz zum Maschinenfacharbeiter etwa der Metallindustrie "nie
Herr des Arbeitsprozesses", 28) da die eigentliche Anlagenführung
stets Aufgabe des (wissenschaftlich qualifizierten) Betriebs-
leiters bleibt.
Je nach ökonomischen Bedingungen und technologischen Verfahren
haben sich in den industriellen Kernsektoren also "industrielle
Naturprozesse" bis zu einem bestimmten Grad ausformen können.
Fließprinzip, Maschinenverkettung und kontinuierliche Stoffum-
wandlungsverfahren sind die Hauptprinzipien. Der Unterschied im
Niveau ist bei gegebener Massenproduktion verfahrensabhängig. In
den auf chemischen Verfahren beruhenden Zweigen erleichtert die
Selbstreaktivität der Prozesse aufgrund der physikalisch-chemi-
schen Eigenschaften der Stoffe bei bestimmten Rahmenbedingungen
(Temperatur, Mengenverhältnisse, Katalysatoren) die Prozeßkonti-
nuität. In der Masse gesellschaftlicher Produktion herrschen aber
mechanische Verfahren vor. Hier muß, was in der chemischen Pro-
duktion aufgrund der Stoffeigenschaften weitgehend automatisch
abläuft (räumliche Annäherung der in Reaktion zu bringenden
Stoffe, wechselseitige Stoffverformung und -wandlung etc. unter
Energiezufuhr und -freisetzung), jeweils gesteuert und unter Auf-
wendung gezielter, diskreter Energiemengen herbeigeführt werden.
Der Steuerungsaufwand und Regelungsbedarf ist also sehr viel grö-
ßer. Das produzierende Naturwesen Mensch bleibt in seiner konkre-
ten Tätigkeit an die verschiedenen Verfahren der Natur oder
"Bewegungsformen der Materie" gebunden.
2.3 Produktivkraftsprung: Universelle Integrationstechnologie
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Das mit der industriellen Revolution entstandene kapitalistische
Maschinen- und Fabriksystem hatte sofort seine inneren Widersprü-
che produziert, die zur technologischen Weiterentwicklung in ei-
ner bestimmten Richtung drängten. Diese Widersprüche zeigten sich
auf den verschiedensten Ebenen - zwischen zentralem Antriebssy-
stem und Einzelmaschinenbetrieb; in der Gliederung der Fabrik
entgegen dem technologischen Fertigungsablauf; mit dem Eigenwil-
len der in den technischen Prozeß integrierten lebendigen Arbeit,
der nur durch die Dreieinigkeit von ökonomischem Zwang, Fabrikge-
setzen und technischer Unterordnung durch Arbeitszerlegung und
Maschinentakt zu brechen war.
Bei der Herausbildung der "industriellen Naturprozesse" hat sich
auf der technologischen Seite ein neuer Widerspruch in den Mit-
telpunkt geschoben, der Widerspruch zwischen den in zunehmendem
Maße beherrschten, manuell oder instrumentell regel- und steuer-
baren Einzelprozessen und dem technischen Produktionsprozeß ins-
gesamt. 29) Die Herstellung von Kontinuität, die Erhöhung von
Durchlauf- und Durchsatzgeschwindigkeiten erfordern ein größeres
Maß an I n t e g r a t i o n des Gesamtablaufs. Diese Integra-
tion wird auch heute gewährleistet - dies ist auf der Stufe von
Einzel- und Gesamtprozessen eine der wesentlichen Funktionen le-
bendiger Arbeit. Das einzige bisher natur- und sozialgeschicht-
lich entwickelte, den verschiedenen Bewegungsformen der Materie
bezüglich der Informationsaufnahme und -Integration "gewachsene"
Organ ist aber das leibliche Organ des Menschen, sein Gehirn. Und
da es bisher kaum eine Möglichkeit gab, abgesehen von den primi-
tivsten "Sollregelungen", entsprechende Steuerungs- und Integra-
tionsaufgaben, wie sie etwa bei so wenig anspruchsvollen Tätig-
keiten wie der Fließbandmontage in hohem Grade auftreten, auf
technische Mittel zu übertragen, bleibt der produzierende Mensch
technisch auch in entsprechend ermüdende, monotone, hoch bela-
stende und im Grunde wenig menschenwürdige Produktionsvollzüge
integriert - mit allen Restriktionen, die dies für "die Entwick-
lung der vollen Produktivkräfte der Einzelnen" 30) bedeutet.
Der Vorzug des leiblichen Organs Gehirn für die Informationsver-
arbeitungsprozesse kann, technisch betrachtet, auf dasselbe
Stichwort gebracht werden, wie dies für das andere bedeutende
menschliche Arbeitsorgan, die Hand, gilt: U n i v e r s a l i-
t ä t 31). Der Hauptinhalt des aktuellen Produktivkraftumbruchs
besteht offenkundig darin, daß mit den neuen, dezentralisierbaren
Informationsverarbeitungstechnologien nicht nur einfach eine
schnellere, nicht ermüdbare, präzisere (zugleich: nicht-intel-
ligente), sondern in erster Linie eine universelle Technologie
der Informationsverarbeitung entsteht, die - über die bekannten
Elemente der Hard- und Software vergegenständlicht - A r-
b e i t s i n s t r u m e n t menschlicher Tätigkeit werden
kann. 32)
Die Universalität der neuen Arbeitsmittel beruht auf der D i-
g i t a l i s i e r u n g der Informationen. Sie erhalten damit
eine von der stofflichen Spezifik der jeweiligen Vorgänge
unabhängige Form, in der sie allgemeiner programmgesteuerter In-
tegration und Verarbeitung zugänglich sind. Informationen aus
verschiedenen Prozessen können damit verknüpft werden. Universa-
lität ergibt sich ebenso aus der Möglichkeit der Dezentralisie-
rung wie der inner- und überbetrieblichen Vernetzung. All das ist
Voraussetzung für den "Zugriff auf industrielle Gesamtprozesse,
gestattet eine genauere Abstimmung der zu koordinierenden Ein-
zelabläufe, der Stoff-, Energie- und Informationsflüsse, ermög-
licht mehr Flexibilität, steigert also die "Kontinuität der Son-
derprozesse" und ermöglicht einen weiteren Schritt in Richtung
auf ihre Integration zu "industriellen Naturprozessen", für die
das Heraustreten des Produzenten aus dem unmittelbaren techni-
schen Vorgang charakteristisch ist.
Zu unterstreichen bleibt: Es handelt sich um neue Arbeitsmittel,
die bestimmte Formen menschlicher Tätigkeit ersetzen, aber In-
strumente menschlichen Handelns sind. Sie gestatten einerseits,
Komplexität zu reduzieren und damit steuerbar zu machen, sind
aber andererseits selbst höchst komplexe, insofern schwer be-
herrschbare und störanfällige Instrumente. 33) Sie werden unter
kapitalistischen Klassen- und Eigentumsverhältnissen a l s
P r o d u k t i v k r ä f t e d e s K a p i t a l s entwic-
kelt, sind insofern keine "neutrale" Technik, sondern Mittel der
Intensivierung und Ökonomisierung der Kapitalreproduktion, was
die Gestaltung ihrer betrieblichen Einsatz- und Anwendungsformen
wesentlich beeinflußt. Ihre Universalität hebt ihre Bindung an
das einzelkapitalistische Verwertungsinteresse nicht auf, ihre
Anwendung bewegt sich vielmehr innerhalb des Widerspruchs von
einzelkapitalistischer Rationalität und Planung und gesamtgesell-
schaftlicher Konkurrenz. Sie sind Instrumente kapitalistischer,
auf Intensivierung von Lohnarbeit gerichteter Rationalisierung
und nicht Mittel bewußter, geplanter Entfaltung von Persönlich-
keit und Produktivkräften der Individuen.
2.4 Neuer Rationalisierungstyp und "Zukunft der Fabrik"
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Das sind die sozialen Merkmale, die den heute zu konstatierenden
"neuen Rationalisierungstyp" 34) auszeichnen; er bildet die tech-
nisch-arbeitsorganisatorische Umsetzung des in der Logik der Her-
ausbildung "industrieller Naturprozesse" liegenden Schritts zur
Integration von Einzelprozessen der Produktion mit dem Gesamtpro-
zeß. Er zielt, wie andernorts mehrfach dargelegt, auf eine Ökono-
misierung aller Kapitalbestandteile, auf die Durchsetzung eines
intensiven Reproduktionstyps unter den Bedingungen der neuen
Technik. 35)
Die in der ingenieurtechnischen Literatur formulierten Vorstel-
lungen zur Zukunft der Fabrik verdienen es, trotz aller technik-
fixierten Übertreibung ernst genommen zu werden. Sie lassen sich
weniger auf den Nenner einer "menschenleeren Fabrik", sondern
eher auf den eines datentechnisch durchdrungenen, flexiblen Pro-
duktions- und Ausbeutungsmechanismus bringen. "Die Fabrik der Zu-
kunft entsteht aus einer neuen Generation von Produktionstechno-
logien unter Einfluß rechnergestützter Informationssysteme und
rechnergeführter Fertigungsprozesse. Ihre Einführung wird die Ab-
laufbedingungen der traditionellen Stückfertigung und Montage
grundlegend verändern und voraussichtlich auch das Organisations-
gefüge und die Wettbewerbsstrategien ganzer Unternehmen umgestal-
ten. Die Fabrik der Zukunft ist rechnerintegriert und flexibel
automatisiert. Sie ist frei von geschriebener Informationsüber-
mittlung, verfügt über einen kontinuierlichen Fertigungsablauf
und ist energietechnisch, materialtechnisch und informationstech-
nisch verknüpft." 36)
Die Technikfixiertheit und Borniertheit dieser Konzeption besteht
darin, daß sie die Rolle der lebendigen Arbeit im Rahmen eines
solchen Produktionsmechanismus als aktives, den Produktionsprozeß
tragendes Element nicht reflektiert und ebensowenig die Grenzen
und Probleme der Übertragung von Steuerungsfunktionen auf Rechner
problematisiert. 37) Solche mathematisch-technischen, organisato-
rischen, ökonomischen Schranken zeigen sich heute in der betrieb-
lichen Praxis allerorten; die entsprechende "Fachpresse" ist voll
davon. CAD, CAM, CIM und ähnliche computerunterstützte Technolo-
gien setzen sich, auch als Detaillösungen, nur schleppend und in
immer noch engen Grenzen durch. Es herrscht eine Vielfalt inkom-
patibler Systeme vor, eine "babylonische Sprachverwirrung" im
Softwarebereich; je umfangreicher die Programme, je größer die zu
bewältigenden Datenmengen, desto komplexer und störanfälliger
werden die Systeme, desto mehr Redundanz ist aus Sicherheitsgrün-
den erforderlich, desto mehr Rechenaufwand und desto unrentabler
auch das Gesamtsystem. Auch unter Ingenieuren und Mathematikern
gibt es eine Diskussion über die Grenzen mathematisch-technischer
Realisierbarkeit und den betriebsökonomischen Sinn "vollautomati-
sierter" Systeme - usw.
All dies sind jedoch Probleme, die zwar die Gestaltung der neuen
Informationsverarbeitungssysteme und die Funktionsteilung Mensch-
Technik nachhaltig betreffen, die aber den G r u n d t r e n d
i n R i c h t u n g a u f d a t e n t e c h n i s c h e
D u r c h d r i n g u n g u n d I n t e g r a t i o n d e r
B e t r i e b e keineswegs brechen. Dieser Grundtrend zeigt sich
gegenwärtig im Schub an Einführung datentechnischer Arbeitsmit-
tel, in rationalisierungsbedingten Veränderungen von Arbeitsbe-
dingungen und den entsprechenden gewerkschaftlichen Auseinander-
setzungen und organisationsinternen Diskussionen. 38)
Während technische Rationalisierung auf der Stufe der mechani-
schen Technologien im wesentlichen an einzelnen Arbeitsvollzügen
und Fertigungsprozessen ansetzte, besteht das Neue des "neuen Ra-
tionalisierungstyps" gerade in seinem Zugriff auf gesamtbetrieb-
liche Abläufe und in der daran orientierten Verknüpfung von In-
formationsflüssen der verschiedensten Produktions-, Logistik- und
Verwaltungsabläufe. Dem korrespondiert die überbetriebliche Da-
tenintegration und Vernetzung über die staatliche kommunikations-
technologische Infrastruktur. Der neue Rationalisierungstyp zielt
auf die "Flexibilitätspotentiale" von Technik und Anlagen sowie
auf arbeitsorganisatorisch an deren Abläufe und Auslastung ange-
paßte Arbeitskräfte. Dem universellen Zuschnitt seiner techni-
schen Grundlagen entspricht der für die unterschiedlichsten Bran-
chen und betrieblichen Abteilungen konstatierte "systemische" 39)
Charakter dieses Rationalisierungstyps.
Die Integrationsprozesse vollziehen sich jedoch nicht, wie in
früheren Konzeptionen der Rechnerintegration gedacht, in streng
zentralistischer und ausschließlich hierarchisch organisierter
Form. Es bilden sich vielmehr verschiedene Ebenen und unter-
schiedliche Regelkreise heraus. Auf der Ebene der Konzernführung
geht es um die Abstimmung der "großen Ströme" im Gesamtprodukti-
onsprozeß - Logistik, Verknüpfung zwischen den Fertigungslinien,
Abstimmung zwischen vor- und nachgelagerten Sektoren der Produk-
tion, Realisierung von Just-in-Time-Verfahren und Eintaktung der
Zulieferer, Koordination zwischen Verwaltung und Produktion usf.
Eine zweite Ebene ist die der Neukombination von Anlagenlauf und
Beschäftigung im Rahmen der Flexibilisierungsstrategien mit dem
Ziel der intensiveren Anlagenausnutzung. Drittens geht es um den
Aufbau "kleiner Regelkreise" zur Optimierung der Arbeitsabläufe
in Abteilungen, Einzelbetrieben etc. Das ist sozusagen der Unter-
bau der Flexibilisierungskonzeption und wichtigster Hebel der In-
tensivierung der Arbeit. Hier kommt voll die dezentrale Gestal-
tungsmöglichkeit der neuen Technik zum Tragen, die jetzt auch in
bisher technisch nicht durchdringbare Arbeitsabläufe - traditio-
nell Gestaltungs"reservate" qualifizierter Arbeiter wie etwa im
Maschinenbau 40) - Datentransparenz und damit Kontroll- und In-
tensivierungsmöglichkeiten bringt. Vom Betriebsmanagement wird
dies als "neuer Gestaltungsspielraum" der Betriebs- und Fabri-
kleiter begrüßt. 41) Hier sind auch die neuen Motivationsstrate-
gien als Konzeptionen einer Leistungssteigerung "mit den Beschäf-
tigten" einzuordnen. In diese Richtung zielen Team- und Arbeits-
gruppenkonzepte, Qualitätszirkel usw. 42) In ihnen reflektiert
sich zugleich die Notwendigkeit der Mobilisierung qualifizierter
Arbeit und Kenntnisse dort, wo die Anwendung der technisch kom-
plizierten Systeme so ausgelegt ist, daß sie von den Beschäftig-
ten kompetenten und raschen Eingriff in Programmablauf und Pro-
zeßsteuerung verlangt - und es zeigt sich hierin der vielerorten
beschriebene umfassendere Zugriff auf das Leistungsvermögen. We-
der das "Ende der Massenproduktion" noch das "Ende der Arbeits-
teilung" sind eigentliche Merkmale des neuen Rationalisierungs-
typs, wohl aber die Flexibilisierung von Technik, Arbeitsorgani-
sation und Beschäftigungsverhältnissen und die auf der wachsenden
Transparenz von Abläufen beruhende, übergreifende Intensivierung
der Arbeit.
3. Deformationen der Produktivkraftentwicklung
----------------------------------------------
3.1 "Industrielle Naturprozesse" und natürliche Kreisläufe
----------------------------------------------------------
Als spezifische Form der mit der kapitalistischen Industrialisie-
rung hervorgetriebenen Produktivkraftentfaltung war die Entwick-
lung "industrieller Naturprozesse" herausgestellt worden. Die als
"wissenschaftlich-technische Revolution" bezeichnete Produktiv-
kraftumwälzung der Gegenwart, mehr noch der Zukunft, stellt einen
Knotenpunkt in dieser Entwicklung dar.
Geht man nun vom "Stoffwechsel"-Begriff aus, den die Klassiker
des Marxismus durchgängig für das durch Arbeit zu realisierende
Wechselverhältnis Mensch-Natur verwenden 43) - dadurch auch im
Begriff die Naturverhaftetheit dieses Gesellschaftsprozesses zum
Ausdruck bringend -, so stellt sich sofort die Frage, ob die der
Gewährleistung dieses Stoffwechsels dienenden Produktionsprozesse
dieser Funktion wirklich angemessen sind. Die Menschen agieren,
wie eingangs betont, nur als Teil der Natur und sind an die Bewe-
gungsformen und Gesetzmäßigkeiten außermenschlicher Natur schon
mit ihrer evolutiv entstandenen Leiblichkeit gebunden. Mit einer
"zweiten", anthropogenen Natur mögen sie deren Grenzen zwar hin-
ausschieben und so lebenswidrigen Umständen begegnen; sie müssen
jedoch auch dabei ihre natürlichen Existenzbedingungen (hinsicht-
lich Temperatur, Nahrung, Strahlungsbelastung, Qualität der
Umweltmedien usw.) in engen Toleranzen einhalten, erhalten und
reproduzieren, wenn sie überleben wollen. Als Teil der Natur
müssen sie Natur erhalten, um als die eine Seite im widersprüch-
lichen Mensch-Natur-Verhältnis nicht mit der anderen unterzuge-
hen.
"Stoffwechsel" kann sich daher geschichtlich bei gegebenem Bevöl-
kerungszuwachs nur temporär als rein "extraktive" Naturnutzung im
Sinne des "Nicht-Säens" und "Nicht-Erntens" vollziehen, wie dies
für die vor-neolithischen Sammler gelten mochte, denen "die Natur
selbst das Vorrathshaus (war), worin der Mensch... fertige
Naturproducte zum Consum vorfindet". 44) Mit dem Übergang zur ak-
tiven, "umgestaltenden" Naturaneignung 45) - wie sie mit der neo-
lithisch-agrarischen Revolution einsetzte - war zugleich das Pro-
blem der Reproduktion ihrer wichtigsten Existenzgrundlage - des
Bodens und der Bodenfruchtbarkeit als Träger des vom Menschen ge-
nutzten primitiven "Automaten" - gegeben; über lange Zeit ein ge-
sellschaftlich kaum zu lösendes Problem, das sich aber angesichts
der Möglichkeit des lokalen oder regionalen Ausweichens auf an-
dere Naturquellen bei Erschöpfung der Bodenfruchtbarkeit nicht zu
einem überregionalen oder gar globalen Existenzproblem auswei-
tete. 46)
Bis zur Durchsetzung der kapitalistischen Produktionsweise blie-
ben - trotz der vielen "Wüsten", die die Zivilisation hinter sich
ließ - die zerstörerischen Einflüsse nichtreproduktiver Naturnut-
zung lokal und aufgrund ihrer quantitativ im Vergleich zu den na-
türlich Stoff- und Energiekreisläufen noch geringen Dimension von
den Selbstreinigungs- und Pufferungssystemen der Natur noch auf-
fangbar. Das regional konzentrierte Hochschnellen der anthropoge-
nen Eingriffe in die natürlichen Stoff- und Energiekreisläufe mit
der kapitalistischen Industrialisierung und dem - über Weltmarkt
und imperialistische Weltökonomie durchgesetzten - Zugriff auf
globale Ressourcen und Naturpotentiale setzte dagegen eine Ent-
wicklung in Gang, die die Dimension dieser Eingriffe inzwischen
annähernd in die Größenordnung einiger natürlicher Kreisläufe
selbst gesteigert hat 47) - was dem Problem der "Stoffwechsel-Ad-
äquatheit" der "industriellen Naturprozesse" nun eine ganz neue
Qualität verliehen hat: die Qualität eines "globalen Problems".
3.2 Technologische Fixierung des
--------------------------------
kapitalistischen Naturverhältnisses
-----------------------------------
Die "industriellen Naturprozesse", die sich mit der kapitalisti-
schen Industrialisierung herausgebildet haben und die heute glo-
bal, d.h. auch unter nichtkapitalistischen Produktionsverhältnis-
sen, das Bild der industriellen Produktionstechnologien prägen,
sind zwar insofern "Naturprozesse", als sie diese in einer zuneh-
mend komplexen Form nutzen; sie unterscheiden sich aber zugleich
von den natürlich vorzufindenden Naturprozessen i.d.R. dadurch,
daß sie nicht in die großen Naturkreisläufe eingepaßt sind. Sie
tragen vielmehr l i n e a r e n C h a r a k t e r. Während für
die Naturprozesse die Kombination von Auf- und Abbauvorgängen in
geschlossener, zyklischer Form über kürzere oder längere
Zeiträume charakteristisch ist, beginnen die "industriellen Na-
turprozesse" als Stoff- oder Energieentnahme und enden nach einem
"linearen" Verlauf mit dem Ausscheiden von Produktions- und Kon-
sumtionsabfällen, die nur in sehr bescheidenem Ausmaß wieder re-
zykliert, das heißt zu (sekundären) Rohstoffen der Produktion ge-
macht werden. Dies ist jedoch nicht einfach eine Frage des Tuns
oder Lassens; darüber, wie diese "linearen" Prozesse zyklisch ge-
staltet werden können, liegen jedenfalls für die Masse der Pro-
duktionsprozesse noch kaum Stoff- und Verfahrenskenntnisse sowie
technologische Erfahrungen vor. Die Größenordnung des Problems
ergibt sich daraus, daß hier geschichtlich Produktivkraftsysteme
in gewaltiger Dimension entstanden sind, die - ökonomisch vermit-
telt - ein bestimmtes, kapitalismusgeprägtes Naturverhältnis
technologisch fixiert haben.
Das in weiten Bereichen nichtreproduktive und insofern raubbau-
hafte Verhältnis zur Natur hatte der Kapitalismus von vorkapita-
listischen Produktionsweisen übernommen. Die spezifische, nicht
gebrauchs-, sondern tauschwertorientierte und auf industrielle
Warenproduktion als Träger von Tauschwert gerichtete kapitalisti-
sche Produktionsweise treibt es nun in besonderer Form voran. Wo
die Übernutzung und unterbleibende Reproduktion von Naturquellen
sich als gravierendes Hemmnis zu erweisen beginnt, ist eine sol-
che Wirtschaftsform durchaus in der Lage, durch Aufbau entspre-
chender Industrien und Technologien Abhilfe zu schaffen. Dies ge-
schieht jedoch in der Hauptsache i n F o r m d e r n a c h-
t r ä g l i c h e n E n t - S o r g u n g (bei über 90 Prozent
der heutigen umwelttechnologischen Verfahren handelt es sich um
"additive" "End-of-pipe"-Technologien), 48) also ohne zyklische
Gestaltung des Produktionsprozesses und damit ohne prinzipielle
Lösung; und es geschieht in sozial parasitärer, weil vornehmlich
(über Subventionen, Kostenabwälzung etc.) aus Einkommen der Lohn-
abhängigen finanzierter Form.
Zur kapitalistischen Warenproduktion gehört das ständige, durch
die Konkurrenzverhältnisse aufgezwungene Bemühen, den Produkti-
onsprozeß im Sinne d e r E i n s p a r u n g nicht an aufge-
wandter, sondern an b e z a h l t e r A r b e i t zu ökonomi-
sieren. Die Maschinenanwendung ist hierbei ein entscheidendes
Mittel. 49) Ökonomisierung des konstanten Kapitals in allen sei-
nen Formen (Anlagen und Rohstoffe, Energie und Hilfsstoffe usf.)
sowie der lebendigen Arbeit unterliegen diesem Prinzip der Ko-
stenreduktion. Die Nutzung natürlicher Kreisläufe und Naturquel-
len als nicht zu reproduzierende "Gratisnaturkräfte" (zu unter-
scheiden von den für ihre Ausbeutung und Konsumtion aufzuwenden-
den Investitionen) ist ein Grundzug dieser Form der Ökonomisie-
rung. Seine produktionstechnologische Konsequenz besteht in der
Entwicklung einer Verarbeitungstechnologie zum Zwecke der
"Änderung der Form der Stoffe", die auf Steigerung der Produkti-
vität der Arbeit mit dem Ziel der Einsparung bezahlter Arbeit und
damit zugleich auf eine E r h ö h u n g d e s (auf e i n e
Verwendung begrenzten) S t o f f u m s a t z v e r m ö g e n s
der Arbeitskraft gerichtet ist, ohne das S t o f f a u s-
n u t z u n g s v e r m ö g e n in seiner ganzen Komplexität in
gleicher Weise zu stimulieren. 50) Einsparung von gesellschaft-
licher, zu bezahlender Arbeit, die für die Reproduktion der
Naturquellen aufzuwenden wäre, und Entwicklung einer Produk-
tionstechnologie, die primär auf Kostenreduktion durch Erhöhung
des Stoff- und Energieumsatzvermögens orientiert ist, sind die
Grundtendenzen, die sich in der Herausbildung der nichtzykli-
schen, linearen Produktionsstrukturen niedergeschlagen haben.
Übermäßige Nutzung und Vergeudung von Rohstoffen und Energieträ-
gern, Vergiftung von Naturkreisläufen, globale Schädigung von
Ökosystemen sind die damit programmierten Folgen. 51)
Die oft zitierte Marxsche Formulierung über die kapitalistische
Produktionsweise, daß sie "die Technik und Kombination des ge-
sellschaftlichen Produktionsprozesses (nur entwickelt), indem sie
zugleich die Springquellen alles Reichtums untergräbt: die Erde
und den Arbeiter", 52) bringt den genannten Zusammenhang defor-
mierter Produktivkraftentwicklung prägnant zum Ausdruck. Die
technische Fixierung dieses destruktiven Naturverhältnisses macht
die Ökologisierung der Produktivkräfte zu einem wesentlichen
Aspekt einer auf Erhaltung und Reproduktion der Naturquellen, auf
rationellen Umgang mit den Naturgrundlagen der Gesellschaft ori-
entierten nichtausbeuterischen Produktionsweise. Eine solche Öko-
logisierung im Sinne der Einpassung der "industriellen Naturpro-
zesse" in den Zusammenhang natürlicher Stoff- und Energiekreis-
läufe hat ihre radikale - auch technische - Umgestaltung in Rich-
tung auf zyklische Prozesse zur Voraussetzung. Ein entsprechendes
Konzept der Ökologisierung ist bei Marx im Zusammenhang mit sol-
chen Fragen wie Recycling ("Rückverwandlung der Exkremente der
Produktion... in neue Produktionselemente"), abfallarme Technolo-
gien usw. angedeutet. 53)
Geschichtlich ist auf die geschilderte Weise ein gewaltiges Sy-
stem linearer Produktionsabläufe entstanden, das mit den natürli-
chen Kreisläufen in disfunktionaler Weise verbunden ist. Dieses
System umzubauen und zu ökologisieren ist ein akutes und dringen-
des Problem. Seine Inangriffnahme bedarf einer völlig neuen Wis-
senschafts- und Technologieorientierung. Eine in diesem Sinne ra-
tionelle Regelung des Mensch-Natur-Stoffwechsels 54) findet unter
Bedingungen gesamtgesellschaftlicher Planung und einer gebrauchs-
wertorientierten, sozialistischen Produktionsweise schon heute in
vieler Hinsicht günstige Voraussetzungen; jedoch wird ein ent-
sprechender Umbau des gesamten Produktivkraftsystems von Autoren
sozialistischer Länder bei den gegebenen materiellen Vorausset-
zungen als ein langfristiger Prozeß angesehen. "Bei der Schaffung
und dem Ausbau der materiell-technischen Basis des Sozialismus
können zunächst nur die schlimmsten naturwidrigen Wirkungen die-
ses Produktivkraftsystems beschränkt werden... Dennoch kann der
Sozialismus nicht umhin, die Masse der umweltschädigenden Wirkun-
gen der modernen Produktivkräfte zunächst noch erweitert zu re-
produzieren, nicht nur, weil er im ökonomischen Wettbewerb mit
dem Kapitalismus steht, sondern vor allem, weil auch die kommuni-
stische Formation das ihr adäquate Produktivkraftsystem nur im
Verlauf eines längeren historischen Prozesses hervorzubringen
vermag." 55)
3.3 Gesamtgesellschaftliche Deformationen
-----------------------------------------
von Produktivkraftstrukturen
----------------------------
Mit der wissenschaftlich-technischen Revolution entwickelt sich
heute ein Techniktyp, der nicht nur als arbeitskraftsparend, son-
dern auch als k a p i t a l- u n d r e s s o u r c e n-
s p a r e n d bezeichnet wird. 56) Für ihn ist offenbar die
Umkehr des bisher vorherrschenden Trends charakteristisch, daß
mit der Übertragung von Funktionen lebendiger Arbeit auf
Maschinerie der Aufwand an vergegenständlichter Arbeit im
Verhältnis zur Menge der erzeugten Produkte relativ ansteigt.
Wachsende Produktivität der lebendigen Arbeit wurde so erkauft
mit abnehmender Produktivität der vergegenständlichten Arbeit.
Die neuen Technologien repräsentieren nun einen Techniktyp, bei
dem steigende Arbeitsproduktivität nicht mit einem Absinken der
sog. "Kapitalproduktivität" verbunden ist. Ein solcher Trend läßt
sich inzwischen für die Kernbereiche der Industrie der BRD nach-
weisen, in denen ein steigender Bedarf an Investitionsgütern
(besonders Rationalisierungstechnologien) mit einem relativ lang-
samer wachsenden Investitionsaufwand befriedigt werden kann. 57)
Hierin drückt sich der Übergang zu einem Typ intensiver Kapital-
reproduktion unter den Bedingungen der neuen Technik aus.
Dieser n e u e T e c h n i k t y p, der auf der Ebene einzel-
kapitalistisch angewandter Produktionsprozesse die relative Ein-
sparung von Energie und Ressourcen begünstigt und insofern eine
effektivere Nutzung von Naturpotentialen gestattet, entfaltet
sich jedoch auch heute nur auf der Basis der gegebenen Grund-
struktur linearer Produktionsabläufe und eines insgesamt im Ver-
gleich zur Effektivität von Naturprozessen ausgeprägt extensiven
Nutzungsgrades von Rohstoffen und Energie. 58) Wenn man die in
der Vergangenheit in der Wirtschaft der Bundesrepublik durchge-
setzten, durchaus beachtlichen Energieeinsparmaßnahmen betrach-
tet, 59) so sind auch hier das absolute Niveau des Energiever-
brauchs, das nach wie vor raubbauhafte Verhältnis zu den für eine
energetische Nutzung viel zu wertvollen Ressourcen, die gewaltige
Vergeudung von Energie durch mangelnde Abwärme-Nutzung und andere
vom gesamtgesellschaftlichen Standpunkt aus völlig unrationelle
Strukturen der Energiewirtschaft als ökologisch disfunktionale
Grundmerkmale erhalten geblieben. Mit der wissenschaftlich-tech-
nischen Revolution gegebene Möglichkeiten einer effektiveren Res-
sourcenbewirtschaftung, die auf der Ebene der Einzelkapitale und
Konzerne mit Intensität genutzt werden, stoßen unweigerlich auf
die Grenzen einer Wirtschaftsweise, der es nicht um die gesamtge-
sellschaftlich gesehen effektivste und sparsamste Erzeugung von
Gebrauchswerten und Dienstleistungen bei sorgsamem Umgang mit den
insgesamt zur Verfügung stehenden Ressourcen geht, sondern um
einzelwirtschaftlichen Gewinn.
Deformationen gesellschaftlicher Produktivkraftstrukturen zeigen
sich nicht nur in der formationsspezifischen Ausprägung des
Mensch-Natur-Verhältnisses und der Gestaltung des gesellschaftli-
chen Naturstoffwechsels. Die Profitorientierung kapitalistischer
Produktionsweise, Konkurrenz, ständige Störung der Proportionali-
tätserfordernisse wirtschaftlicher Entwicklung und der Ausbau des
Macht- und Herrschaftsapparates erlegen der Gesellschaft einen
hohen Tribut in Form der Vergeudung von nicht genutztem Arbeits-
vermögen einerseits und von verausgabter (lebendiger und verge-
genständlichter) Arbeit andererseits auf. M a ß s t a b i s t
h i e r d i e M ö g l i c h k e i t e i n e r r a t i o-
n e l l e n, a u f d i e g e b r a u c h s w e r t m ä ß i g e
B e f r i e d i g u n g d e r g e s e l l s c h a f t l i-
c h e n B e d ü r f n i s s e g e r i c h t e t e n N u t-
z u n g d e r g e g e b e n e n p r o d u k t i v e n P o-
t e n z e n d e r G e s e l l s c h a f t. Eine möglichst ra-
tionelle Bewirtschaftung dieser Ressourcen schließt neben ihrer
optimalen Ausnutzung zugleich den pfleglichen und reproduktiven
Umgang mit ihnen ein. Dies gilt für das Arbeitsvermögen der
Gesellschaft ebenso wie für das vorhandene Anlagevermögen, die
Naturressourcen usf. Daß die Realität kapitalistischer Wirtschaft
und Vergesellschaftung dem Hohn spricht, ist seit ihrer
Herausbildung offenkundig. 60)
Die Verschwendung gesellschaftlicher Produktionsmittel und Res-
sourcen äußert sich nicht nur in "quantitativen Effekten" wie der
Überproduktion von Produktionsmitteln, der Brachlegung von Ar-
beitskräften durch "Freisetzung" und Massenarbeitslosigkeit und
der Vernichtung überschüssiger Produkte und Produktionspoten-
tiale. Sie findet ihren Ausdruck auch in durchaus "funktionie-
renden", materiell fixierten Produktivkraftstrukturen. Für solche
Systeme wie - um nur einige Beispiele zu nennen - Transport und
Verkehr, Energieerzeugung und -nutzung, Agrarproduktion, Terri-
torialstrukturen usf. läßt sich zeigen, daß die von ihnen zu
erbringenden Funktionen gesellschaftlicher Produktion und
Dienstleistung bei Abstreifung ihrer Kapitalform mit sehr viel
geringerem Aufwand an Ressourcen, an vergegenständlichter und
lebendiger Arbeit erbracht werden können. 61) Jedoch setzt auch
dies nicht einfach eine andere Wirtschafts- und Gesell-
schaftspolitik voraus, sondern erfordert zugleich einen tiefgrei-
fenden materiellen Umbau.
Es ist daran zu erinnern, daß solche Deformationen gesellschaft-
licher Produktivkraftentwicklung bereits von Lenin in seiner Im-
perialismus-Analyse thematisiert wurden. Lenin hatte dort vor al-
lem den Widerspruch von außerordentlich rascher technischer Ent-
wicklung und den von ihm als "Stagnation und Fäulnistendenz" be-
zeichneten Deformationen und Disproportionen, Krisenprozessen und
Vergeudungen gesellschaftlichen Reichtums herausgearbeitet. 62)
Technologische Produktivkraftrevolutionierung geht einher mit dem
Aufbau materieller Strukturen in - dem imperialistischen Stadium
kapitalistischer Entwicklung entsprechend - globaler Dimension.
(Lenin demonstriert diesen Zusammenhang am internationalen Eisen-
bahnnetz). Methodisch ist dieser Gesichtspunkt mit Blick auf die
heutigen Formen weltmarktorientierter Wirtschafts- und Struktur-
politik und die daraus resultierenden Deformationen nationaler
Produktivkraftpotentiale wichtig; und er verweist uns nachhaltig
auf die ungeheure Zerstörung subjektiver Entwicklungsmöglichkei-
ten und buchstäblich Lebenschancen der Massen in den Ländern der
Dritten Welt. 63)
Es braucht hier nicht besonders hervorgehoben zu werden, daß der
Aufbau des Macht- und Herrschaftsapparates und die Militarisie-
rung der Wirtschaft durch den Entzug von finanziellen und materi-
ellen Ressourcen sowie von Wissenschafts- und Forschungspoten-
tialen eine besonders ausgeprägte und die für die Zukunft der
Menschheit bedrohlichste Variante deformierter Produktivkraftent-
wicklung, ihrer Verkehrung in Destruktivkraft im wörtlichen
Sinne, darstellt. Zudem sind hier die indirekten Auswirkungen der
Militarisierung auf die Gesamtentwicklung der Produktivkräfte
nicht zu unterschätzen: die besondere Dynamik, die militärische
Aufträge der Entwicklung in einzelnen Bereichen verleihen, ihre
spezifischen, sich auch in der Technik niederschlagenden Anforde-
rungen usw. Gerade die für die wissenschaftlich-technische Revo-
lution so entscheidenden Bereiche der Elektronik und luK-Techno-
logien sind hierfür ein Paradebeispiel (von der Entstehung der
Elektronik bis zu superschnellen Rechnern, Programmiersprachen
und Softwaregestaltung, militärtechnischen Bedürfnissen angepaß-
ten Chips usf.). 64) Hier wird von Experten die Auffassung ver-
treten, daß die Konversion derartiger militarisierter Strukturen
wegen der zunehmenden Spezialisierung der Militärtechnik im Ver-
gleich zur Vergangenheit eher schwerer denn leichter wird und auf
jeden Fall viel umfassendere, gesamtgesellschaftliche Alternativ-
konzeptionen wissenschaftlicher, technischer und wirtschafts-
struktureller Natur verlangt. 65)
Die Entwicklung der Produktivkräfte der gesellschaftlichen Arbeit
bezeichnete Marx als "die historische Aufgabe und Berechtigung
des Kapitals. Eben damit schafft es unbewußt die materiellen Be-
dingungen einer höhern Produktionsform." 66) Es ist der Wider-
spruch zwischen dem "beschränkten Zweck, der Verwertung des vor-
handnen Kapitals" und dem "Mittel - unbedingte Entwicklung der
gesellschaftlichen Produktivkräfte", 67) der Deformationen und
destruktive Tendenzen bewirkt. Die K r i t e r i e n s o l-
c h e r B e u r t e i l u n g ergeben sich nicht aus irgend-
einem abstrakten Plan oder einer inneren Logik "harmonischer"
Wissenschafts-, Technik- und Produktivkraftentwicklung; sie sind
allein dem eigentlichen geschichtlichen Ziel menschlicher Verge-
sellschaftung abzugewinnen: "Kraftentwicklung, die sich als
Selbstzweck gilt", und die zur Voraussetzung hat, daß die Men-
schen "ihren Stoffwechsel mit der Natur rationell regeln, unter
ihre gemeinschaftliche Kontrolle bringen...; ihn mit dem gering-
sten Kraftaufwand und unter den, ihrer menschlichen Natur würdig-
sten und adäquatesten Bedingungen vollziehn." 68) Eben dieses
Ziel muß auch Maßstab aktueller Politik sein.
4. Kontrolle der Produktivkraftentwicklung -
--------------------------------------------
ein soziales und technisches Problem
------------------------------------
Die rationelle Gestaltung des Mensch-Natur-Stoffwechsels, seine
gemeinschaftliche "Kontrolle" schließt daher neben der sozialen
Dimension der Entfaltung von Gegenmacht gegen die Grundtendenzen
kapitalistischer Vergesellschaftung eine stoffliche Dimension
ein. Der Begriff der "Kontrolle" erhält insofern auch eine tech-
nisch-technologische Bedeutung. Alternativen der Produktiv-
kraftentwicklung, Alternativen der betrieblichen Gestaltung von
Technik und Arbeit gehören heute zunehmend zum Kanon der sozialen
und politischen Forderungen der Arbeiterbewegung.
Mit der wissenschaftlich-technischen Revolution gewinnt die tech-
nologische Dimension der Kontrolle der Produktivkraftentwicklung
außerordentlich an Bedeutung. Dies nicht nur wegen der bedrohli-
chen Steigerung des Gegensatzes von Forcierung der Stoffaneig-
nungs- und -umsatztechnologien einerseits und dem Zurückbleiben
auch der technischen Befähigung zur Naturquellenreproduktion oder
wegen der Möglichkeiten betrieblicher und gesellschaftlicher
Herrschaftsausübung durch die neuen IuK-Technologien usw. Die
wissenschaftlich-technische Revolution schafft auch ganz neue
Probleme der technischen Beherrschung von technologischen Prozes-
sen selbst, die mit der Anwendung der neuen Arbeitsmittel auf
elektronischer Basis und dem durch sie ermöglichten Zugriff auf
N a t u r p r o z e s s e h ö h e r e r K o m p l e x i t ä t
u n d D y n a m i k geschaffen werden. Die Auseinandersetzungen
entzünden sich hier besonders an solchen Fragen wie der Be-
herrschbarkeit der neuen gentechnologischen Verfahren, der Reak-
torsicherheit und Kernenergienutzung überhaupt, der Kontrollier-
barkeit komplexer Datenverarbeitungssysteme, den Möglichkeiten
und Grenzen von künstlicher Intelligenz, Expertensystemen usf.
Hierzu einige abschließende Bemerkungen.
Produktionstechnologie bestand in der Vergangenheit im wesentli-
chen in der Nutzung einer großen Zahl von praktisch beherrschten
Verfahren, deren technische Anwendung in hohem Maße
"experimentell" erprobt und weiterentwickelt wurde. Trotz des
großen Schubs an Verwissenschaftlichung der Produktionstechnolo-
gie beruht auch heute noch die übergroße Zahl der Produktionspro-
zesse auf vorwiegend empirischer Grundlage. 69) Aber auch bei
vollständiger t h e o r e t i s c h e r Beherrschung der einem
Verfahren zugrunde liegenden Naturgesetze und -prozesse wirft die
t e c h n i s c h e Beherrschung des Verfahrens weitergehende
Probleme auf, weil auch die Kenntnis aller Rand- und Ausgangsbe-
dingungen dann erforderlich ist, wenn der technische Prozeß in
seinem Verlauf "absolut" vorhersagbar sein soll.
Dies ist in totaler Vollständigkeit weder möglich noch notwendig.
Gerade das "Versuch-und-Irrtum"-Verfahren bei der Entwicklung von
Technologien und Anlagen war die ingenieurtechnische Form des Um-
gangs mit dieser Diskrepanz. Wie die Praxis zeigt, gestattete sie
durchaus die Beherrschung entsprechender Technologien (trotz -
wenn man das klassische Beispiel nimmt - der großen Zahl von
Dampfkesselexplosionen).
Diese Form der Entwicklung und Erprobung ist jedoch bei bestimm-
ten neuen Technologien und Großanlagen, die auf der Nutzung von
hochdynamischen und -komplexen Prozessen mit außerordentlichem
Risikopotential beruhen, nicht mehr zu verantworten. Und zwar
deswegen, weil die Dimension des hier gegebenen Risikos (der
"Folgewirkungen") in globaler Form an die Dimension der natürli-
chen Existenz- oder Lebensbedingungen der Menschen heranreicht,
70) die in engen Toleranzen konstant gehalten werden müssen. Dies
gilt z.B. für die Strahlenbelastung im Fall von Kernenergienut-
zung, und dies ist ebenso denkbar für den Fall unkontrollierter
und unkontrollierbarer Verbreitung genetisch manipulierter Mikro-
organismen. Die Entwicklung entsprechender Technologien - deren
Folgeprobleme man zumindest nicht kennt - macht also prinzipiell
andere Wege ihrer Erforschung, Erprobung und gesellschaftlich
kontrollierten Beurteilung notwendig - was angesichts der mögli-
chen Risikodimension die Entscheidungsmöglichkeit einschließen
muß, entsprechende Systeme nicht zu entwickeln bzw. nicht anzu-
wenden.
Ähnliche Probleme zeigen sich bei der technischen Auslegung auto-
matisierter Anlagen. Anwendung von Automationsmitteln auf elek-
tronischer Basis der Informationsverarbeitung erfolgt gerade mit
dem Ziel, die Grenzen der Handlungs- und Eingriffsmöglichkeiten
des Menschen bei der Steuerung technischer Prozesse (besonders
hinsichtlich der Komplexität von zu verarbeitenden Informationen
und der dafür erforderlichen hohen Geschwindigkeit) zu überwin-
den. Das macht jedoch die Modellierung der ablaufenden Prozesse
bei möglichst umfassender Berücksichtigung aller relevanten gege-
benen und denkbaren Randbedingungen notwendig. Die Leistungsfä-
higkeit von Automatisierungssystemen hängt erheblich davon ab,
"wie exakt die Bedingungen für das Treffen einer speziellen Ent-
scheidung vorherbestimmbar sind. Für viele technische Systeme ist
dies aber nur unvollständig möglich - u.a. weil der Aufwand, der
erforderlich ist, um zu den aktuellen Prozeßzuständen die erfor-
derlichen Steuerungen der Prozeßparameter zu bestimmen, exponen-
tiell mit der Komplexität der zu beherrschenden Systeme wächst."
71) Auch hochautomatisierte Systeme erfordern insofern immer men-
schlichen Eingriff in den Prozeß - insbesondere dann, wenn "Stör-
fälle" auftreten, Prozesse zusammenbrechen oder "überschießen".
Dies aber sind Situationen besonders hoher Belastung mit großer
Wahrscheinlichkeit von Fehlreaktionen, zumal gerade auf den
"nicht vorhersehbaren Fall" reagiert werden muß. Der Mensch tritt
also als "Wächter und Regulator" einerseits aus dem technischen
Steuerungsprozeß heraus, muß aber in besonders komplizierter
Situation in ihn eingreifen. Das wirft die Frage nach einem in
der Natur gängigen, in technischen Systemen und der Mensch-
Maschine-Interaktion aber kaum realisierten Prinzip, der
"Fehlerfreundlichkeit", auf. Technische Systeme, die die fehler-
freie Bedienmannschaft verlangen, sollten besser nicht einge-
schaltet werden.
Der Prozessor als "allgemeiner Agent" faktisch universeller An-
wendung schneller, dezentraler, verknüpfbarer Informationsverar-
beitungstechnologie eröffnet den Zugang zum menschlichen Umgang
mit Prozessen großer Dynamik, Komplexität und Energie. Gerade die
Komplexität solcher Prozesse und die neue Dimension möglicher
Folgewirkungen sind zentrale Probleme für einen verantwortungs-
vollen, planvollen und an gesamtgesellschaftlichen (statt ver-
selbständigten Einzel-)Interessen ausgerichteten Umgang mit ih-
nen. Dies sind neue und ungelöste Probleme für die Wissenschaft
wie für die Arbeiterbewegung.
Das Schlüsselwort für rationelle Gestaltung und Kontrolle der
Produktivkraftentwicklung heißt heute D e m o k r a t i s i e-
r u n g. Die Sensibilität gegenüber den Problemen der modernen
Produktivkraft- und Technikentwicklung ist in den zurückliegenden
Jahren auch in der Arbeiterklasse außerordentlich gewachsen. Um-
weltprobleme, Informations- und Kommunikationstechnologien, Fra-
gen der Herrschaft und Kontrolle, Furcht vor Ausweitung techno-
kratischer Macht, Belastung durch technologische Intensivierung
der Arbeit sind heute wichtige Themen im Bewußtsein der
Lohnabhängigen, mit denen sie ihre eigenen Interessen und
Bedürfnisse nach Mitentscheidung und Mitbestimmung über ihre
Lebens- und Arbeitsbedingungen in Verbindung bringen. Dies sind
Ansatzpunkte, um den Alternativkonzeptionen der Arbeiterbewegung
für eine den Interessen der Lohnabhängigen entsprechende
Produktivkraft- und Technikentwicklung Rückhalt und Unterstützung
zu gewinnen.
_____
1) Vgl. J.D. Bernal, Die soziale Funktion der Wissenschaft
(London 1939), Köln 1986.
2) Karl Marx, Das Kapital, 1. Bd., in: MEW Bd. 23, S. 510 f.
3 Karl Marx, Grundrisse der Kritik der Politischen Ökonomie, Ber-
lin (DDR) 1953, S. 587, 588.
4) Ebd., S. 587. "Die Entwicklung des capital fixe zeigt an, bis
zu welchem Grade das allgemeine gesellschaftliche Wissen, know-
ledge, zur u n m i t t e l b a r e n P r o d u k t i v-
k r a f t geworden ist..." (Hervorhebung im Original), ebd., S.
594.
5) Ebd., S. 312 ff., 438 ff., 582 ff., 592 ff.
6) Vgl. u.a.: Mensch - Wissenschaft - Technik. Versuch einer mar-
xistischen Analyse der wissenschaftlich-technischen Revolution
(Moskau/Prag 1973), Berlin 1977; Yvette Lucas, La révolution
scientifique et technique. Un débat pour l'homme et la société,
Paris 1981; Harry Nick, Wissenschaftlich-technische Revolution -
historischer Platz, Entwicklungsetappen, soziales Wesen, Berlin
(DDR) 1983.
7) 1936 wurde die Arbeit von Alan Turing zu den logischen Prinzi-
pien von Rechenautomaten veröffentlicht. Vgl. dazu: Peter Brödner
u.a., Der programmierte Kopf. Eine Sozialgeschichte der Datenver-
arbeitung, West-Berlin 1981, bes. S. 40ff.; Dirk Hanson, Die Ge-
schichte der Mikroelektronik, München 1984, S. 56 ff.
8) Die Miniaturisierung der Großrechner begann 1970 mit der Ent-
wicklung von Mikroprozessoren, dem "Computer auf einem Chip", bei
Intel. Vgl. D. Hanson, a.a.O., S. 146ff. Ihre Verbreitung kam in
Verbindung mit technischen Verbesserungen seit Mitte der siebzi-
ger Jahre in Gang.
9) K. Marx, Das Kapital, 1. Bd., a.a.O., S. 398, mit Blick auf
den Motor in der industriellen Revolution. Die Parallele ziehen
Klaus Fuchs-Kittowski und Bodo Wenzlaff, Probleme der theoreti-
schen und praktischen Beherrschung moderner Informations- und
Kommunikationstechnologien, in: Deutsche Zeitschrift für Philoso-
phie (DZPh) H. 6/1987, S. 502ff.
10) Vgl. hierzu: Autorenkollektiv, Leitung: Hans Roos/Günter
Streibel, Umweltgestaltung und Ökonomie der Naturressourcen, Ber-
lin (DDR) 1979.
11) Dieser Zusammenhang wird bei Marx und Engels an vielen Stel-
len behandelt. Aber aufgrund des bei Beginn der kapitalistischen
Industrialisierung noch niedrigen Niveaus des Stoffwechselprozes-
ses Natur-Gesellschaft wird er nicht systematisch thematisiert.
Vgl. dazu: Horst Paucke, Karl Marx und Friedrich Engels zum Ver-
hältnis von wissenschaftlich-technischem Fortschritt und ratio-
neller Naturnutzung, Berlin (DDR) 1983 (Gesellschaftswiss. Infor-
mationen, H. 23). Eine der ersten Studien, die dies als Problem
der Konzeption der wissenschaftlich-technischen Revolution disku-
tierte, war G. Goudojnik, La revolution scientifique et technique
et l'ecologie, Moskau, russ. 1975, franz. 1980. In der BRD: Edgar
Gärtner, Arbeiterklasse und Ökologie, Frankfurt/M. 1979.
12) K. Marx, Das Kapital, 1. Bd., a.a.O., S. 57, 58.
13) Vgl. zum folgenden auch die in vieler Hinsicht anregende Dis-
sertation von Rainer Land, Zum Zusammenhang von innerer Logik und
sozialökonomischer Determination der Produktivkraftentwicklung in
der monopolistischen Bewegungsform des Kapitals, Humboldt-Univer-
sität Berlin (DDR) 1984.
14) Vgl. Handbuch Wirtschaftsgeschichte, 1. Bd., Berlin (DDR)
1981, Stichworte "Landwirtschaft", S. 309 ff., 363 ff., 442 ff.
sowie "Agrare Produktivkräfte", S. 478 ff.
15) K. Marx, Das Kapital, 1. Bd., a.a.O., S. 402.
16) K. Marx, Theorien über den Mehrwert, 1. T., in: MEW Bd. 26.1,
S. 19.
17) K. Marx, Das Kapital, 1. Bd., a.a.O., S. 406.
18) Ebd., S. 401.
19) Ebd., S. 510.
20) Vgl. Handbuch Wirtschaftsgeschichte, 2. Bd., a.a.O., Stich-
wort "Industrielle Produktivkräfte", S. 665 ff.
21) K. Marx, Das Kapital, 1. Bd., a.a.O., S. 401.
22) Ebd., S. 402.
23) K. Marx, Grundrisse der Kritik der Politischen Ökonomie,
a.a.O., S. 592, 593.
24) Vgl. zum folgenden u.a.: Allgemeine Geschichte der Technik
von 1870 bis etwa 1920 (Moskau 1982), Leipzig 1984; David S. Lan-
des, Der entfesselte Prometheus, Köln 1979; Handbuch Wirtschafts-
geschichte, 2. Bd., a.a.O., Stichworte "Energiewirtschaft", S.
644 ff., "Industrielle Produktivkräfte", S. 665 ff., "Transport-
und Nachrichtenwesen", S. 763 ff.; Otto Bauer, Rationalisierung -
Fehlrationalisierung (Kapitalismus und Sozialismus nach dem Welt-
krieg, 1. Bd.), Wien 1931, in: Werkausgabe, Bd. 3, Wien 1976, S.
719-914.
25) Vgl. Otfried Mickler, Facharbeit im Wandel. Rationalisierung
im industriellen Produktionsprozeß, Frankfurt/M., New York 1981;
zu den verschiedenen Arbeitstypen: Horst Kern/Michael Schumann,
Rationalisierung und Arbeiterverhalten, in: R. Jokisch (Hrsg.),
Techniksoziologie, Frankfurt/M. 1982, S. 368 ff.
26) Klaus Krug, Zur Herausbildung der Verfahrenstechnik, und:
Siegfried H. Richter, Zur Entwicklung der Fertigungstechnik als
Technikwissenschaft in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts,
beide in: W. Wendel (Hrsg.), Wissenschaft und Gesellschaft 1917-
1945, Berlin (DDR) 1984, S. 183 ff. und 199 ff.
27) Vgl. Horst Kern/Michael Schumann, Das Ende der Arbeitstei-
lung? Rationalisierung in der industriellen Produktion, München
1984, S. 235 ff.; Otfried Mickler, Eckhard Dittrich, Uwe Neumann,
Technik, Arbeitsorganisation und Arbeit, Frankfurt/M. 1976, S. 85
ff.
28) H. Kern/M. Schumann, Das Ende der Arbeitsteilung? a.a.O., S.
265.
29) Vgl. dazu: Horst Wolffgramm, Allgemeine Technologie. Ele-
mente, Strukturen und Gesetzmäßigkeiten technologischer Systeme,
Leipzig 1978, S. 179 ff.
30) K. Marx, Grundrisse der Kritik der Politischen Ökonomie,
a.a.O., S. 595.
31) Vgl. Friedrich Engels, Dialektik der Natur, in: MEW Bd. 20,
S. 322 f., 444 ff.
32) Wenn vom Ersatz menschlicher Funktionen oder Arbeitstätigkeit
gesprochen wird, verwischt sich gerade dieser entscheidende Un-
terschied zwischen Arbeitsmittel als Bedingung der Arbeit und Ar-
beitstätigkeit. Vgl. Hans Heinz Holz, Dialektik und Widerspiege-
lung, Köln 1983, S. 33 ff.
33) Dazu u.a. Peter Brödner, Fabrik 2000. Alternative Entwick-
lungspfade in die Zukunft der Fabrik, Westberlin 1985.
34) Eine Zusammenfassung geben Norbert Altmann u. a., Ein "neuer
Rationalisierungstyp" - neue Anforderungen an die Industriesozio-
logie, in: Soziale Welt, H. 2-3/1986, S. 191-207.
35) Vgl. dazu u. a. verschiedene Beiträge in: Marxistische Stu-
dien. Jahrbuch des IMSF 7, 1984; 9, 1985; 11, 1986; Autorenkol-
lektiv unter Leitung von Reinhold Kowalski, Staatsmonopolistische
Intensivierung und Widersprüche der Reproduktion, IPW-Forschungs-
hefte 4/1986.
36) G. Spur, Aufschwung, Krisis und Zukunft der Fabrik, in: Pro-
duktionstechnisches Kolloquium West-Berlin 1983, Die Zukunft der
Fabrik, S. 11. Vgl. auch: H. Dieter Jorissen u. a., Die neue Fa-
brik. Chance und Risiko industrieller Automatisierung, Düsseldorf
1986.
37) Vgl. dazu Peter Brödner, Fabrik 2000, a.a.O.
38) Vgl. zuletzt: Hans-Böckler-Stiftung (Hrsg.), Gewerkschaften
vor den Herausforderungen der 90er Jahre, Düsseldorf o.J. (1987)
(Infas-Studie).
39) Der Begriff geht zurück auf Martin Baethge, Herbert Oberbeck,
Zukunft der Angestellten. Neue Technologien und berufliche Per-
spektiven in Büro und Verwaltung, Frankfurt/M., New York 1986.
40) Fred Manske, Ende oder Wandel des Taylorismus? Von der punk-
tuellen zur systemischen Kontrolle des Produktionsprozesses, in:
Soziale Welt, H. 2/1987, S. 166-180.
41) Vgl. "Fabrik der Zukunft", Sonderteil der VDI-Nachrichten v.
13.6.1986.
42) Vgl. dazu die Berichte von der "Analytik '87", in: Handels-
blatt v. 4. 3. 1987; VDI-Nachrichten v. 6. 3. 1987.
43) Die klassische Formulierung ist in Erinnerung zu rufen: "Die
Arbeit ist zunächst ein Prozeß zwischen Mensch und Natur, ein
Prozeß, worin der Mensch seinen Stoffwechsel mit der Natur durch
seine eigne Tat vermittelt, regelt und kontrolliert. Er tritt dem
Naturstoff selbst als eine Naturmacht gegenüber. Die seiner Leib-
lichkeit angehörigen Naturkräfte, Arme und Beine, Kopf und Hand,
setzt er in Bewegung, um sich den Naturstoff in einer für sein
eignes Leben brauchbaren Form anzueignen. " (K. Marx, Das Kapi-
tal, 1. Bd., a.a.O., S. 192.)
44) Karl Marx, Zur Kritik der Politischen Ökonomie (Manuskript
1861-1863), in: MEGA II. 3.1, S. 58.
45) G.S. Gudoznik entwickelte ein interessantes Konzept der Ge-
schichte der "gesellschaftlichen Produktionstechnologie" aus ei-
ner sorgfältigen Analyse der Marxschen Studien zur Geschichte der
Arbeit. Gudoznik weist darauf hin, daß die Marxschen Bezeichnun-
gen für die Formen der Arbeit - das "Vermitteln", "Regeln",
"Kontrollieren" - keineswegs Synonyma darstellen, sondern unter-
schiedliche und geschichtlich zu unterschiedlichen Zeiten auftre-
tende Formen der Arbeit, die ihrerseits geschichtliche Typen der
umgestaltenden gesellschaftlichen Produktionstechnologie begrün-
den. Vermitteln: das Herauslösen einzelner Stoffe und Elemente
und ihre Nutzung in anderem Zusammenhang (Tierzähmung, Erzgewin-
nung, Pflanzenkultur, Werkzeuggebrauch usw.). Regeln: Veränderun-
gen im Wechselverhältnis von Elementen und Naturprozessen
(Nutzung von Muskelkraft, Windenergie usw.). Kontrollieren:
Schaffung von Prozeßabläufen, die zu einem erwünschten Resultat
führen. Die umgestaltende gesellschaftliche Produktionstechnolo-
gie bringt er dabei in Zusammenhang mit dem Prinzip der Zerglie-
derung von Natursystemen und -kräften. Vgl. G. S. Gudoznik, Ge-
sellschaftliche Produktionstechnologie als wissenschaftliche Ka-
tegorie, in: Vestnik Moskowskaja Universiteta, Ser. Filosofija,
H. 6/1984, S. 10 ff. (Für Hinweis und Übersetzung danke ich Jan
Vogeler, Moskau.)
46) Siehe dazu: Karl Hermann Tjaden, Gesellschaftliche Produktiv-
kraft und ökonomische Gesellschaftsformation, in: Dialektik 9.
Ökologie - Naturaneignung und Naturtheorie (Red. E. Gärtner/A.
Leisewitz), Köln 1985, S. 60 ff.
47) Vgl. Horst Paucke/Adolf Bauer, Zum Verhältnis von Natur- und
Produktionskreisläufen, in: DZPh H. 8/1980, S. 905 ff.; P. Musio-
lek u.a., Zu Problemen von Gesellschaft und Umwelt in den vorka-
pitalistischen Produktionsweisen, in: Jahrbuch für Wirtschaftsge-
schichte 4/1983, S. 105 ff.; Wilfried Strenz u.a., Zu den Bezie-
hungen zwischen Gesellschaft und Umwelt von der Industriellen Re-
volution bis zum Übergang zum Imperialismus, in: ebd., 1/1984, S.
81 ff.
48) R.U. Sprenger, Der Umweltschutzmarkt wächst, in: umweltmaga-
zin 1/1986, S. 18 ff.
49) Vgl. K. Marx, Das Kapital, 1. Bd., a.a.O., S. 414 f.; ebenda,
Bd. 3, in: MEW Bd. 25, S. 272 f.
50) Dazu H. Roos/G. Streibel u.a., Umweltgestaltung und Ökonomie
der Naturressourcen, a.a.O., S. 20-87. Dieser Ansatz ist in der
Bundesrepublik insbesondere von K. H. Tjaden aufgenommen und im
Sinne einer auf Umgestaltung der Produktivkraftentwicklung bezo-
genen antikapitalistischen Politik weiterentwickelt worden. Vgl.
u.a. K.H. Tjaden, Was heißt: Die Produktivkräfte sprengen die
Produktionsverhältnisse?, in: Moderne Zeiten H. 5/1983, S. 46ff.;
Margarete Tjaden-Steinhauer, K. H. Tjaden, Vergeudung und Ver-
elendung, in: Das Argument 141, 1983, S. 725ff.; K. H. Tjaden,
Gesellschaftliche Produktivkraft und ökonomische Gesellschafts-
formation, a.a.O.
51) Vgl. Global 2000. Der Bericht an den Präsidenten, Frank-
furt/M. 1980; Umwelt - weltweit. Bericht des Umweltprogramms der
Vereinten Nationen (UNEP) 1972-1982, West-Berlin 1983; Edgar
Gärtner, Die ökologische Krise, in: Marxistische Studien. Jahr-
buch des IMSF 9, 1985, S. 197 ff.
52) K. Marx, Das Kapital, 1. Bd., a.a.O., S. 530.
53) K. Marx, Das Kapital, 3. Bd., a.a.O. S. 89. Vgl. auch ebd.,
S. 110 ff. zur Abfallwirtschaft.
54) Vgl. ebd., S. 828.
55) H. Paucke, A. Bauer, Zum Verhältnis von Natur- und Produkti-
onskreisläufen, a.a.O., S. 912.
56) Vgl. zusammenfassend: Emil Rechtziegler, Neue Technologien
und ihre Wirkungen auf die Reproduktion des fixen Kapitals, in:
IPW-Berichte, H. 5/1987, S. 22 ff.
57) Siehe dazu: Jörg Goldberg, Von Krise zu Krise. Die Wirtschaft
der Bundesrepublik im Umbruch, Köln 1987.
58) Vgl. H. Paucke/A. Bauer, Zum Verhältnis von Natur- und Pro-
duktionskreisläufen, a.a.O., S. 914.
59) Vgl. Staatsmonopolistische Intensivierung und Widersprüche
der Reproduktion, IPW-Forschungshefte, a.a.O., S. 51 ff.
60) "Während die kapitalistische Produktionsweise in jedem indi-
viduellen Geschäft Ökonomie erzwingt, erzeugt ihr anarchisches
System der Konkurrenz die maßloseste Verschwendung der gesell-
schaftlichen Produktionsmittel und Arbeitskräfte, neben einer Un-
zahl jetzt unentbehrlicher, aber an und für sich überflüssiger
Funktionen." (K. Marx, Das Kapital, 1. Bd., a.a.O., S. 552.)
61) Dies untersucht Winfried Schwarz, Die große Vergeudung, Köln
1987, mit Bezug auf die BRD.
62) W.I. Lenin, Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapi-
talismus, in: Lenin Werke, Bd. 22, S. 189 ff. Vgl. besonders S.
194 f., 212, 244 f., 266, 305 f.
63) Zur Dramatik dieser Probleme siehe Hermann Bömer, Die dro-
hende Katastrophe. Globale Probleme der Menschheit, Frankfurt/M.
1984; IMSF/ASK (Hrsg.), Die Dritte Welt in der Schuldenkrise -
Rolle der Bundesrepublik - Diskussion um Alternativen, Frank-
furt/M. 1986.
64) Aus der vielfältigen Literatur soll nur verwiesen werden auf
Bernhelm Booß/Jens Høyrup, Von Mathematik und Krieg, Marburg
1984. Es scheint, als ob sich die gesamte US-amerikanische Halb-
leiterindustrie jetzt um eine solche militarisierte Struktur
gruppieren könnte. Vgl. FAZ vom 9. 2. 1987 zu den Planungen der
"Semiconductor Industry Association" und des Pentagons.
65) Vgl. verschiedene Beiträge in Jörg Huffschmid/Eric Burhop
(Hrsg.), Von der Kriegs- zur Friedensproduktion, Köln 1980.
66) K. Marx, Das Kapital, 3. Bd., a.a.O., S. 269.
67) Ebd., S. 260.
68) Ebd., S. 828.
69) H. Wolffgramm, Allgemeine Technologie, a.a.O., S. 179.
70) Wolf Häfele, einer der zentralen Promotoren der Kernenergie-
industrie in der Bundesrepublik, hatte dies Anfang der siebziger
Jahre ohne Umschweife zum Ausdruck gebracht. Vgl. ders., Hypothe-
zität und die neuen Herausforderungen - Kernenergie als Wegberei-
ter, dt. in: Zeitschrift für die gesamte Versicherungswissen-
schaft, Bd. 64, 1975, S. 541 ff. Häfele verband dies natürlich
mit dem Hinweis darauf, daß auch die Schutzmaßnahmen bei kern-
technischen An-
lagen in gleichem Maße angepaßt seien. Wie man Joachim Radkau,
Aufstieg und Krise der deutschen Atomwirtschaft 1945-1975, Rein-
bek 1983, entnehmen kann, eine absolute Irreführung, denn eine
Sicherheitsforschung auf diesem Gebiet wurde in der Bundesrepu-
blik erst seit Anfang der siebziger Jahre betrieben. Konzepte der
"inhärenten Sicherheit" - eine durch die physikalischen Parameter
von kerntechnischen Anlagen mögliche Schadensbegrenzung - wurden
von Anfang an ausgeschaltet. Das Risiko wurde nach dem Entsor-
gungsverfahren behandelt - ein nachträglich durch zusätzliche
Einrichtungen zu beseitigendes Folgeprodukt. Vgl. ebd., S. 344
ff.
Zum Problem der neuen Dimension von Risiken vgl. Patrick Lagadec,
Das große Risiko. Technische Katastrophen und gesellschaftliche
Verantwortung, Nördlingen 1987.
71) Uwe Fiedler, Frank Baldeweg, Technische Diagnostik in komple-
xen Anlagen, in: Wissenschaft und fortschritt, H. 2/1987, S. 40.
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