Quelle: MEW 1 1839 - 1844


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       #378#
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       Karl Marx
       Zur Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie.
       Einleitung
       
       Für Deutschland  ist die  K r i t i k  d e r  R e l i g i o n  im
       wesentlichen beendigt,  und die  Kritik der Religion ist die Vor-
       aussetzung aller Kritik.
       Die   p r o f a n e   Existenz des  Irrtums  ist  kompromittiert,
       nachdem seine   h i m m l i s c h e   o r a t i o  p r o  a r i s
       e t  f o c i s  1*) widerlegt ist. Der Mensch, der in der phanta-
       stischen Wirklichkeit  des  Himmels,  wo  er  einen  Übermenschen
       suchte, nur  den   W i d e r s c h e i n   seiner selbst gefunden
       hat, wird  nicht mehr  geneigt sein, nur den  S c h e i n  seiner
       selbst, nur  den Unmenschen  zu finden,  wo er seine Wirklichkeit
       sucht und suchen muß.
       Das Fundament  der irreligiösen  Kritik  ist:  Der    M e n s c h
       m a c h t   d i e  R e l i g i o n,  die Religion macht nicht den
       Menschen. Und  zwar ist die Religion das Selbstbewußtsein und das
       Selbstgefühl des  Menschen, der  sich selbst  entweder noch nicht
       erworben  oder   schon  wieder   verloren  hat.   Aber      d e r
       M e n s c h,   das ist  kein abstraktes, außer der Welt hockendes
       Wesen. Der  Mensch, das  ist   d i e   W e l t    d e s    M e n-
       s c h e n,   Staat, Sozietät. Dieser Staat, diese Sozietät produ-
       zieren die  Religion,  ein    v e r k e h r t e s    W e l t b e-
       w u ß t s e i n,   weil sie  eine    v e r k e h r t e    W e l t
       sind. Die  Religion ist  die allgemeine  Theorie dieser Welt, ihr
       enzyklopädisches Kompendium,  ihre Logik  in populärer  Form, ihr
       spiritualistischer  Point-d'honneur,   ihr   Enthusiasmus,   ihre
       moralische Sanktion,  ihre feierliche  Ergänzung, ihr allgemeiner
       Trost- und  Rechtfertigungsgrund. Sie ist die  p h a n t a s t i-
       s c h e   V e r w i r k l i c h u n g   des menschlichen  Wesens,
       weil das   m e n s c h l i c h e   W e s e n   keine  wahre Wirk-
       lichkeit besitzt. Der Kampf gegen die Religion ist also mittelbar
       der Kampf  gegen jene  Welt, deren  geistiges Aroma  die Religion
       ist.
       Das   r e l i g i ö s e   Elend ist in einem der  A u s d r u c k
       des wirklichen  Elendes und in einem die  P r o t e s t a t i o n
       gegen das  wirkliche Elend.  Die Religion ist der Seufzer der be-
       drängten Kreatur,  das Gemüt  einer herzlosen  Welt, wie  sie der
       Geist geistloser  Zustände ist.  Sie ist das  O p i u m  des Vol-
       kes.
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       1*) Rede für Altar und Herd
       
       #379# Zur Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie. Einleitung
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       Die Aufhebung  der Religion  als des    i l l u s o r i s c h e n
       Glücks des  Volkes ist  die Forderung seines  w i r k l i c h e n
       Glücks. Die Forderung, die Illusionen über einen Zustand aufzuge-
       ben, ist  die    F o r d e r u n g,    e i n e n    Z u s t a n d
       a u f z u g e b e n,   d e r   d e r   I l l u s i o n e n   b e-
       d a r f.   Die Kritik  der Religion  ist also  im   K e i m   die
       K r i t i k   d e s   J a m m e r t a l e s,   dessen  H e i l i-
       g e n s c h e i n  die Religion ist.
       Die Kritik  hat die  imaginären Blumen  an der  Kette zerpflückt,
       nicht damit  der Mensch die phantasielose, trostlose Kette trage,
       sondern damit  er die  Kette abwerfe und die lebendige Blume bre-
       che. Die  Kritik der  Religion enttäuscht  den Menschen, damit er
       denke, handle,  seine Wirklichkeit gestalte wie ein enttäuschter,
       zu Verstand  gekommener Mensch,  damit er sich um sich selbst und
       damit um  seine wirkliche  Sonne bewege. Die Religion ist nur die
       illusorische Sonne,  die sich  um den Menschen bewegt, solange er
       sich nicht um sich selbst bewegt.
       Es ist  also die   A u f g a b e    d e r    G e s c h i c h t e,
       nachdem das   J e n s e i t s  d e r  W a h r h e i t  verschwun-
       den ist,  die  W a h r h e i t  d e s  D i e s s e i t s  zu eta-
       blieren. Es  ist zunächst  die   A u f g a b e  d e r  P h i l o-
       s o p h i e,   die im  Dienste der  Geschichte steht, nachdem die
       H e i l i g e n g e s t a l t  der menschlichen Selbstentfremdung
       entlarvt ist, die Selbstentfremdung in ihren  u n h e i l i g e n
       G e s t a l t e n     zu  entlarven.   Die  Kritik   des  Himmels
       verwandelt sich  damit in  die Kritik  der Erde, die  K r i t i k
       d e r   R e l i g i o n  in die  K r i t i k  d e s  R e c h t s,
       die   K r i t i k   d e r  T h e o l o g i e  in die  K r i t i k
       d e r  P o l i t i k.
       Die nachfolgende  Ausführung -  ein Beitrag  zu dieser  Arbeit  -
       schließt sich zunächst nicht an das Original, sondern an eine Ko-
       pie, an  die deutsche Staats- und  Rechts - P h i l o s o p h i e
       an, aus keinem andern Grund, als weil sie sich an  D e u t s c h-
       l a n d  anschließt.
       Wollte man  an den  deutschen  s t a t u s  q u o  selbst anknüp-
       fen, wenn  auch in einzig angemessener Weise, d.h. negativ, immer
       bliebe das  Resultat ein   A n a c h r o n i s m u s.  Selbst die
       Verneinung unserer  politischen Gegenwart  findet sich  schon als
       bestaubte Tatsache  in der historischen Rumpelkammer der modernen
       Völker. Wenn  ich die  gepuderten Zöpfe  verneine, habe ich immer
       noch die  ungepuderten Zöpfe. Wenn ich die deutschen Zustände von
       1843 verneine,  stehe ich,  nach französischer Zeitrechnung, kaum
       im Jahre 1789, noch weniger im Brennpunkt der Gegenwart.
       Ja, die deutsche Geschichte schmeichelt sich einer Bewegung, wel-
       che ihr  kein Volk  am historischen  Himmel weder  vorgemacht hat
       noch nachmachen  wird. Wir  haben nämlich  die Restaurationen der
       modernen Völker  geteilt, ohne  ihre Revolutionen  zu teilen. Wir
       wurden restauriert,  erstens, weil  andere Völker eine Revolution
       wagten, und  zweitens, weil  andere Völker  eine Konterrevolution
       litten, das  eine Mal,  weil unsere Herren Furcht hatten, und das
       andere Mal,  weil unsere  Herren keine Furcht hatten. Wir, unsere
       Hirten
       
       #380# Karl Marx
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       an der  Spitze, befanden uns immer nur einmal in der Gesellschaft
       der Freiheit, am  T a g  i h r e r  B e e r d i g u n g.
       Eine Schule,  welche die  Niederträchtigkeit von  heute durch die
       Niederträchtigkeit von  gestern legitimiert, eine Schule, die je-
       den Schrei  des Leibeigenen  gegen die  Knute für  rebellisch er-
       klärt, sobald die Knute eine bejahrte, eine angestammte, eine hi-
       storische Knute  ist, eine  Schule, der  die Geschichte,  wie der
       Gott Israels  seinem Diener Moses nur ihr  a  p o s t e r i o r i
       zeigt, die  h i s t o r i s c h e  R e c h t s s c h u l e  [24],
       sie hätte  daher die deutsche Geschichte erfunden, wäre sie nicht
       eine Erfindung  der deutschen  Geschichte. Shylock,  aber Shylock
       der Bediente,  schwört sie  jedes Pfund  Fleisch, welches aus dem
       Volksherzen geschnitten  wird, auf ihren Schein, auf ihren histo-
       rischen Schein, auf ihren christlich-germanischen Schein.
       Gutmütige Enthusiasten  dagegen, Deutschtümler von Blut und Frei-
       sinnige von Reflexion, suchen unsere Geschichte der Freiheit jen-
       seits unserer  Geschichte in  den teutonischen Urwäldern. Wodurch
       unterscheidet sich  aber unsere Freiheitsgeschichte von der Frei-
       heitsgeschichte des  Ebers, wenn sie nur in den Wäldern zu finden
       ist? Zudem  ist bekannt:  Wie  man  hineinschreit  in  den  Wald,
       schallt es  heraus aus dem Wald. Also Friede den teutonischen Ur-
       wäldern!
       Krieg den  deutschen Zuständen!  Allerdings! Sie stehn  u n t e r
       d e m   N i v e a u    d e r    G e s c h i c h t e,    sie  sind
       u n t e r   a l l e r   K r i t i k,  aber sie bleiben ein Gegen-
       stand der  Kritik, wie  der Verbrecher,  der unter dem Niveau der
       Humanität steht,  ein Gegenstand des  S c h a r f r i c h t e r s
       bleibt. Mit  ihnen im Kampf ist die Kritik keine Leidenschaft des
       Kopfs, sie  ist der  Kopf der Leidenschaft. Sie ist kein anatomi-
       sches  Messer,  sie  ist  eine  Waffe.  Ihr  Gegenstand  ist  ihr
       F e i n d,   den sie  nicht widerlegen,  sondern   v e r n i c h-
       t e n   will. Denn der Geist jener Zustände ist widerlegt. An und
       für sich  sind  sie  keine    d e n k w ü r d i g e n    Objekte,
       sondern ebenso verächtliche, als verachtete  E x i s t e n z e n.
       Die Kritik  für sich  bedarf nicht  der  Selbstverständigung  mit
       diesem Gegenstand,  denn sie ist mit ihm im reinen. Sie gibt sich
       nicht mehr  als   S e l b s t z w e c k,   sondern nur  noch  als
       M i t t e l.   Ihr wesentliches  Pathos ist  die   I n d i g n a-
       t i o n,  ihre wesentliche Arbeit die  D e n u n z i a t i o n.
       Es gilt  die Schilderung eines wechselseitigen dumpfen Drucks al-
       ler sozialen  Sphären aufeinander,  einer  allgemeinen,  tatlosen
       Verstimmung, einer sich ebensosehr anerkennenden als verkennenden
       Beschränktheit, eingefaßt  in den Rahmen eines Regierungssystems,
       welches, von  der  Konservation  aller  Erbärmlichkeiten  lebend,
       selbst nichts  ist als  die    E r b ä r m l i c h k e i t    a n
       d e r  R e g i e r u n g.
       Welch ein  Schauspiel! Die ins unendliche fortgehende Teilung der
       Gesellschaft
       
       #381# Zur Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie. Einleitung
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       in die  mannigfaltigsten Rassen,  welche mit kleinen Antipathien,
       schlechten Gewissen  und brutaler Mittelmäßigkeit sich gegenüber-
       stehen, welche  eben um  ihrer wechselseitigen  zweideutigen  und
       argwöhnischen Stellung  willen alle  ohne Unterschied,  wenn auch
       mit verschiedenen  Formalitäten, als   k o n z e s s i o n i e r-
       t e   E x i s t e n z e n  von ihren Herren behandelt werden. Und
       selbst  dies,  daß  sie    b e h e r r s c h t,    r e g i e r t,
       b e s e s s e n   sind, müssen  sie als eine  K o n z e s s i o n
       d e s   H i m m e l s  anerkennen und bekennen! Andererseits jene
       Herrscher selbst,  deren Größe in umgekehrtem Verhältnis zu ihrer
       Zahl steht!
       Die Kritik,  die sich mit diesem Inhalt befaßt, ist die Kritik im
       H a n d g e m e n g e,   und im Handgemenge handelt es sich nicht
       darum, ob der Gegner ein edler, ebenbürtiger, ein  i n t e r e s-
       s a n t e r   Gegner ist, es handelt sich darum, ihn zu  t r e f-
       f e n.   Es handelt  sich darum,  den Deutschen keinen Augenblick
       der Selbsttäuschung  und der  Resignation zu  gönnen. Man muß den
       wirklichen Druck  noch  drückender  machen,  indem  man  ihm  das
       Bewußtsein des  Drucks hinzufügt, die Schmach noch schmachvoller,
       indem man  sie publiziert.  Man muß  jede  Sphäre  der  deutschen
       Gesellschaft als die  p a r t i e  h o n t e u s e  1*) der deut-
       schen Gesellschaft  schildern, man  muß diese  versteinerten Ver-
       hältnisse dadurch  zum Tanzen  zwingen, daß  man ihnen ihre eigne
       Melodie  vorsingt!   Man   muß   das   Volk   vor   sich   selbst
       e r s c h r e c k e n   lehren, um ihm  C o u r a g e  zu machen.
       Man erfüllt  damit  ein  unabweisbares  Bedürfnis  des  deutschen
       Volks, und  die Bedürfnisse  der Völker sind in eigner Person die
       letzten Gründe ihrer Befriedigung.
       Und selbst für die  m o d e r n e n  Völker kann dieser Kampf ge-
       gen den  bornierten Inhalt  des deutschen    s t a t u s    q u o
       nicht ohne  Interesse sein, denn der deutsche  s t a t u s  q u o
       ist die   o f f e n h e r z i g e    V o l l e n d u n g    d e s
       a n c i e n  r é g i m e,  und das  a n c i e n  r é g i m e  ist
       der   v e r s t e c k t e   M a n g e l   d e s   m o d e r n e n
       S t a a t e s.  Der Kampf gegen die deutsche politische Gegenwart
       ist der  Kampf gegen  die Vergangenheit  der modernen Völker, und
       von den  Reminiszenzen dieser Vergangenheit werden sie noch immer
       belästigt. Es  ist lehrreich  für sie,  das   a n c i e n    r é-
       g i m e,   das bei  ihnen seine  Tragödie erlebt,  als  deutschen
       Revenant eine   K o m ö d i e  spielen zu sehen.  T r a g i s c h
       war seine  Geschichte, solange  es die präexistierende Gewalt der
       Welt, die  Freiheit dagegen ein persönlicher Einfall war, mit ei-
       nem Wort,  solange es  selbst an  seine Berechtigung  glaubte und
       glauben mußte. Solange das  a n c i e n  r é g i m e  als vorhan-
       dene Weltordnung mit einer erst werdenden Welt kämpfte, stand auf
       seiner Seite  ein weltgeschichtlicher Irrtum, aber kein persönli-
       cher. Sein Untergang war daher tragisch.
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       1*) den Schandfleck
       
       #382# Karl Marx
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       Das jetzige  deutsche Regime dagegen, ein Anachronismus, ein fla-
       granter Widerspruch  gegen allgemein  anerkannte Axiome,  die zur
       Weltschau ausgestellte Nichtigkeit des  a n c i e n  r é g i m e,
       bildet sich nur noch ein, an sich selbst zu glauben, und verlangt
       von  der  Welt  dieselbe  Einbildung.  Wenn  es  an  sein  eignes
       W e s e n   glaubt, würde es dasselbe unter dem  S c h e i n  ei-
       nes fremden Wesens zu verstecken und seine Rettung in der Heuche-
       lei und  dem Sophisma  suchen? Das  moderne   a n c i e n    r é-
       g i m e   ist nur  mehr der  Komödiant einer  Weltordnung,  deren
       w i r k l i c h e   H e l d e n   gestorben sind.  Die Geschichte
       ist gründlich  und macht  viele Phasen  durch, wenn sie eine alte
       Gestalt zu  Grabe trägt.  Die letzte Phase einer weltgeschichtli-
       chen Gestalt  ist ihre  K o m ö d i e.  Die Götter Griechenlands,
       die schon  einmal tragisch zu Tode verwundet waren im gefesselten
       Prometheus des  Äschylus, mußten  noch einmal  komisch sterben in
       den Gesprächen  Lucians. Warum  dieser Gang der Geschichte? Damit
       die Menschheit   h e i t e r   von  ihrer Vergangenheit  scheide.
       Diese   h e i t e r e   geschichtliche Bestimmung vindizieren wir
       den politischen Mächten Deutschlands.
       Sobald indes  die   m o d e r n e  politisch-soziale Wirklichkeit
       selbst der  Kritik unterworfen  wird, sobald  also die  Kritik zu
       wahrhaft menschlichen  Problemen sich  erhebt, befindet  sie sich
       außerhalb des  deutschen  s t a t u s  q u o,  oder sie würde ih-
       ren Gegenstand   u n t e r   ihrem  Gegenstand greifen.  Ein Bei-
       spiel! Das  Verhältnis der  Industrie,  überhaupt  der  Welt  des
       Reichtums, zu  der politischen  Welt ist ein Hauptproblem der mo-
       dernen Zeit.  Unter welcher  Form fängt  dieses Problem  an,  die
       Deutschen zu  beschäftigen? Unter  der  Form  der    S c h u t z-
       z ö l l e,   des   P r o h i b i t i v s y s t e m s,   der  N a-
       t i o n a l ö k o n o m i e.   Die  Deutschtümelei  ist  aus  dem
       Menschen in die Materie gefahren, und so sahen sich eines morgens
       unsere Baumwollritter  und Eisenhelden  in Patrioten  verwandelt.
       Man beginnt  also in  Deutschland die  Souveränität des  Monopols
       nach innen  anzuerkennen, dadurch daß man ihm die  S o u v e r ä-
       n i t ä t   n a c h   a u ß e n  verleiht. Man beginnt also jetzt
       in Deutschland anzufangen, womit man in Frankreich und England zu
       enden beginnt.  Der alte  faule Zustand,  gegen den  diese Länder
       theoretisch im  Aufruhr sind  und den  sie nur noch ertragen, wie
       man die  Ketten erträgt,  wird in  Deutschland als die aufgehende
       Morgenröte einer schönen Zukunft begrüßt, die kaum noch wagt, aus
       der  l i s t i g e n  Theorie in die schonungslose Praxis überzu-
       gehen. Während  das Problem  in Frankreich  und  Endland  lautet:
       P o l i t i s c h e   Ö k o n o m i e   oder  H e r r s c h a f t
       d e r   S o z i e t ä t  ü b e r  d e n  R e i c h t u m,  lautet
       es  in  Deutschland:    N a t i o n a l - Ö k o n o m i e    oder
       H e r r s c h a f t      d e s      P r i v a t e i g e n t u m s
       ü b e r   d i e  N a t i o n a l i t ä t.  Es gilt also in Frank-
       reich und  England,  das  Monopol,  das  bis  zu  seinen  letzten
       Konsequenzen fortgegangen  ist, aufzuheben;  es gilt  in Deutsch-
       land, bis zu den letzten Konsequenzen
       
       #383# Zur Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie. Einleitung
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       des Monopols fortzugehen. Dort handelt es sich um die Lösung, und
       hier handelt es sich erst um die Kollision. Ein zureichendes Bei-
       spiel der   d e u t s c h e n   Form  der modernen  Probleme, ein
       Beispiel, wie  unsere Geschichte,  gleich einem ungeschickten Re-
       kruten, bisher  nur die  Aufgabe hatte,  abgedroschene Geschichte
       nachzuexerzieren.
       Ginge also  die   g e s a m t e   deutsche Entwicklung nicht über
       die   p o l i t i s c h e  deutsche Entwicklung hinaus, ein Deut-
       scher könnte sich höchstens an den Problemen der Gegenwart betei-
       ligen, wie  sich ein   R u s s e   daran  beteiligen kann. Allein
       wenn das einzelne Individuum nicht gebunden ist durch die Schran-
       ken der Nation, ist die gesamte Nation noch weniger befreit durch
       die Befreiung eines Individuums. Die Skythen haben keinen Schritt
       zur griechischen  Kultur vorwärts  getan, weil Griechenland einen
       Skythen unter seine Philosophen zählt.
       Zum Glück sind wir Deutsche keine Skythen.
       Wie die alten Völker ihre Vorgeschichte in der Imagination erleb-
       ten, in  der   M y t h o l o g i e,  so haben wir Deutsche unsere
       Nachgeschichte im Gedanken erlebt, in der  P h i l o s o p h i e.
       Wir sind   p h i l o s o p h i s c h e   Zeitgenossen  der Gegen-
       wart, ohne  ihre   h i s t o r i s c h e n  Zeitgenossen zu sein.
       Die deutsche  Philosophie ist  die  i d e a l e  V e r l ä n g e-
       r u n g  der deutschen Geschichte. Wenn wir also statt die oevres
       incomplètes 1*)  unserer reellen Geschichte die oeuvres posthumes
       2*) unserer  ideellen  Geschichte,  die    P h i l o s o p h i e,
       kritisieren, so  steht unsere Kritik mitten unter den Fragen, von
       denen die  Gegenwart sagt:   T h a t  i s  t h e  q u e s t i o n
       3*). Was bei den fortgeschrittenen Völkern  p r a k t i s c h e r
       Zerfall  mit   den  modernen  Staatszuständen  ist,  das  ist  in
       Deutschland, wo  diese Zustände  selbst  noch  nicht  existieren,
       zunächst   k r i t i s c h e r   Zerfall mit  der philosophischen
       Spiegelung dieser Zustände.
       Die  d e u t s c h e  R e c h t s-  u n d  S t a a t s p h i l o-
       s o p h i e   ist die  einzige  mit  der    o f f i z i e l l e n
       modernen Gegenwart   a l   p a r i    stehende    d e u t s c h e
       Geschichte. Das  deutsche Volk  muß daher  diese  seine  Traumge-
       schichte mit  zu seinen  bestehenden Zuständen schlagen und nicht
       nur diese  bestehenden Zustände,  sondern zugleich ihre abstrakte
       Fortsetzung der Kritik unterwerfen. Seine Zukunft kann sich weder
       auf die  unmittelbare Verneinung  seiner  reellen  noch  auf  die
       unmittelbare   Vollziehung    seiner   ideellen    Staats-    und
       Rechtszustände   b e s c h r ä n k e n,   denn  die  unmittelbare
       Verneinung seiner  reellen Zustände besitzt es in seinen ideellen
       Zuständen, und  die unmittelbare  Vollziehung seiner ideellen Zu-
       stände hat  es in  der Anschauung  der Nachbarvölker beinah schon
       wieder   ü b e r l e b t.   Mit Recht fordert daher die  p r a k-
       t i s c h e  politische Partei in Deutschland die Negation
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       1*) unvollendeten  Werke - 2*) nachgelassenen Werke - 3*) Das ist
       die Frage
       
       #384# Karl Marx
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       der   P h i l o s o p h i e.   Ihr Unrecht  besteht nicht  in der
       Forderung, sondern in dem Stehnbleiben bei der Forderung, die sie
       ernstlich weder  vollzieht noch vollziehen kann. Sie glaubt, jene
       Negation dadurch zu vollbringen, daß sie der Philosophie den Rüc-
       ken kehrt  und abgewandten Hauptes - einige ärgerliche und banale
       Phrasen über  sie hermurmelt.  Die Beschränktheit ihres Gesichts-
       kreises zählt  die Philosophie  nicht ebenfalls in den Bering der
       d e u t s c h e n   Wirklichkeit oder  wähnt sie  gar   u n t e r
       der deutschen  Praxis und  den ihr  dienenden Theorien.  Ihr ver-
       langt, daß  man an  w i r k l i c h e  L e b e n s k e i m e  an-
       knüpfen soll,  aber ihr vergeßt, daß der wirkliche Lebenskeim des
       deutschen Volkes bisher nur in seinem  H i r n s c h ä d e l  ge-
       wuchert hat.  Mit einem  Worte:   I h r  k ö n n t  d i e  P h i-
       l o s o p h i e  n i c h t  a u f h e b e n,  o h n e  s i e  z u
       v e r w i r k l i c h e n.
       Dasselbe Unrecht,  nur mit   u m g e k e h r t e n  Faktoren, be-
       ging die   t h e o r e t i s c h e,   von der Philosophie her da-
       tierende politische Partei.
       Sie erblickte  in dem  jetzigen Kampf   n u r   den    k r i t i-
       s c h e n   K a m p f  d e r  P h i l o s o p h i e  m i t  d e r
       d e u t s c h e n     W e l t,    sie  bedachte  nicht,  daß  die
       s e i t h e r i g e  P h i l o s o p h i e  selbst zu dieser Welt
       gehört und  ihre, wenn  auch ideelle,   E r g ä n z u n g    ist.
       Kritisch gegen  ihren Widerpart,  verhielt sie sich unkritisch zu
       sich selbst,  indem sie  von den    V o r a u s s e t z u n g e n
       der Philosophie  ausging und  bei ihren gegebenen Resultaten ent-
       weder stehenblieb  oder anderweitig  hergeholte  Forderungen  und
       Resultate  für   unmittelbare  Forderungen   und  Resultate   der
       Philosophie  ausgab,   obgleich  dieselben  -  ihre  Berechtigung
       vorausgesetzt -  im Gegenteil  nur  durch  die    N e g a t i o n
       d e r   s e i t h e r i g e n  P h i l o s o p h i e,  der Philo-
       sophie als  Philosophie, zu  erhalten sind. Eine näher eingehende
       Schilderung dieser  Partei behalten  wir uns vor. Ihr Grundmangel
       läßt sich dahin reduzieren:  S i e  g l a u b t e,  d i e  P h i-
       l o s o p h i e   v e r w i r k l i c h e n   z u    k ö n n e n,
       o h n e  s i e  a u f z u h e b e n.
       Die  Kritik   der     d e u t s c h e n     S t a a t s-    u n d
       R e c h t s p h i l o s o p h i e,  welche durch  H e g e l  ihre
       konsequenteste, reichste,  letzte Fassung  erhalten hat, ist bei-
       des, sowohl die kritische Analyse des modernen Staats und der mit
       ihm zusammenhängenden  Wirklichkeit  als  auch  die  entschiedene
       Verneinung der  ganzen bisherigen    W e i s e    des    d e u t-
       s c h e n   p o l i t i s c h e n   u n d   r e c h t l i c h e n
       B e w u ß t s e i n s,   dessen vornehmster,  universellster, zur
       W i s s e n s c h a f t   erhobener Ausdruck eben die  s p e k u-
       l a t i v e   R e c h t s p h i l o s o p h i e   selbst ist. War
       nur in  Deutschland die  spekulative  Rechtsphilosophie  möglich,
       dies  abstrakte  überschwengliche    D e n k e n    des  modernen
       Staats, dessen  Wirklichkeit  ein  Jenseits  bleibt,  mag  dieses
       Jenseits auch  nur jenseits  des Rheins liegen: so war ebensosehr
       umgekehrt das  d e u t s c h e,  vom  w i r k l i c h e n  M e n-
       s c h e n   abstrahierte Gedankenbild  des  modernen  Staats  nur
       möglich,  weil   und  insofern   der  moderne  Staat  selbst  vom
       w i r k l i c h e n  M e n s c h e n
       
       #385# Zur Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie. Einleitung
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       abstrahiert oder  den   g a n z e n   Menschen auf  eine nur ima-
       ginäre Weise  befriedigt. Die  Deutschen  haben  in  der  Politik
       g e d a c h t,   was  die  anderen  Völker    g e t a n    haben.
       Deutschland war  ihr  t h e o r e t i s c h e s  G e w i s s e n.
       Die Abstraktion  und Überhebung  seines Denkens hielt immer glei-
       chen Schritt mit der Einseitigkeit und Untersetztheit ihrer Wirk-
       lichkeit. Wenn  also der   s t a t u s   q u o    des    d e u t-
       s c h e n   S t a a t s w e s e n s    die    V o l l e n d u n g
       d e s   a n c i e n   r é g i m e   ausdrückt, die Vollendung des
       Pfahls im  Fleische des  modernen Staats,  so drückt  der  s t a-
       t u s   q u o   des  d e u t s c h e n  S t a a t s w i s s e n s
       die  U n v o l l e n d u n g  d e s  m o d e r n e n  S t a a t s
       aus, die Schadhaftigkeit seines Fleisches selbst.
       Schon  als   entschiedner  Widerpart  der  bisherigen  Weise  des
       d e u t s c h e n  politischen Bewußtseins verläuft sich die Kri-
       tik der spekulativen Rechtsphilosophie nicht in sich selbst, son-
       dern in   A u f g a b e n,   für  deren Lösung  es nur ein Mittel
       gibt: die  P r a x i s.
       Es fragt  sich: Kann Deutschland zu einer Praxis à la hauteur des
       principes 1*)  gelangen, d.h. zu einer  R e v o l u t i o n,  die
       es nicht  nur auf  das  o f f i z i e l l e  N i v e a u  der mo-
       dernen Völker  erhebt, sondern  auf  die    m e n s c h l i c h e
       H ö h e,  welche die nähere Zukunft dieser Völker sein wird?
       Die Waffe  der Kritik kann allerdings die Kritik der Waffen nicht
       ersetzen, die materielle Gewalt muß gestürzt werden durch materi-
       elle Gewalt, allein auch die Theorie wird zur materiellen Gewalt,
       sobald sie die Massen ergreift. Die Theorie ist fähig, die Massen
       zu ergreifen,  sobald sie   a d  h o m i n e m  2*) demonstriert,
       und sie  demonstriert   a d   h o m i n e m,   sobald sie radikal
       wird. Radikal sein ist die Sache an der Wurzel fassen. Die Wurzel
       für den  Menschen ist aber der Mensch selbst. Der evidente Beweis
       für den Radikalismus der deutschen Theorie, also für ihre prakti-
       sche Energie, ist ihr Ausgang von der entschiedenen  p o s i t i-
       v e n   Aufhebung der Religion. Die Kritik der Religion endet mit
       der Lehre,  daß der  M e n s c h  d a s  h ö c h s t e  W e s e n
       f ü r   d e n   M e n s c h e n   sei, also mit dem  k a t e g o-
       r i s c h e n   I m p e r a t i v,  a l l e  V e r h ä l t n i s-
       s e   u m z u w e r f e n,  in denen der Mensch ein erniedrigtes,
       ein geknechtetes,  ein verlassenes,  ein verächtliches Wesen ist.
       Verhältnisse, die  man nicht  besser schildern kann als durch den
       Ausruf eines  Franzosen bei einer projektierten Hundesteuer: Arme
       Hunde! Man will euch wie Menschen behandeln!
       Selbst historisch  hat die  theoretische Emanzipation eine spezi-
       fisch praktische  Bedeutung für  Deutschland. Deutschlands   r e-
       v o l u t i o n ä r e   Vergangenheit ist nämlich theoretisch, es
       ist die   R e f o r m a t i o n.   Wie damals der  M ö n c h,  so
       ist es  jetzt der   P h i l o s o p h,   in dessen Hirn die Revo-
       lution beginnt.
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       1*) auf der Höhe der Prinzipien - 2*) am Menschen
       
       #386# Karl Marx
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       L u t h e r  hat allerdings die Knechtschaft aus  D e v o t i o n
       besiegt, weil  er die Knechtschaft aus  Ü b e r z e u g u n g  an
       ihre Stelle  gesetzt hat. Er hat den Glauben an die Autorität ge-
       brochen, weil  er die  Autorität des Glaubens restauriert hat. Er
       hat die Pfaffen in Laien verwandelt, weil er die Laien in Pfaffen
       verwandelt hat.  Er hat den Menschen von der äußeren Religiosität
       befreit, weil  er die  Religiosität zum  inneren Menschen gemacht
       hat. Er  hat den Leib von der Kette emanzipiert, weil er das Herz
       an die Kette gelegt.
       Aber, wenn  der Protestantismus nicht die wahre Lösung, so war er
       die wahre  Stellung der Aufgabe. Es galt nun nicht mehr den Kampf
       des Laien  mit dem  P f a f f e n  a u ß e r  i h m,  es galt den
       Kampf mit  seinen   e i g e n e n   i n n e r n    P f a f f e n,
       seiner   p f ä f f i s c h e n   N a t u r.   Und wenn die prote-
       stantische Verwandlung  der deutschen Laien in Pfaffen die Laien-
       päpste, die  F ü r s t e n  samt ihrer Klerisei, den Privilegier-
       ten und  den Philistern,  emanzipiert, so wird die philosophische
       Verwandlung der  pfäffischen Deutschen  in Menschen  das  V o l k
       emanzipieren. Sowenig  aber die Emanzipation bei den Fürsten, so-
       wenig wird  aber die   S ä k u l a r i s a t i o n  der Güter bei
       dem   K i r c h e n r a u b   stehenbleiben, den  vor  allem  das
       heuchlerische Preußen ins Werk setzte. Damals scheiterte der Bau-
       ernkrieg, die  radikalste Tatsache  der deutschen  Geschichte, an
       der Theologie.  Heute, wo  die Theologie  selbst gescheitert ist,
       wird die  unfreieste Tatsache  der  deutschen  Geschichte,  unser
       s t a t u s   q u o,  an der Philosophie zerschellen. Den Tag vor
       der Reformation  war das offizielle Deutschland der unbedingteste
       Knecht von  Rom. Den  Tag vor  seiner Revolution ist es der unbe-
       dingte Knecht  von weniger  als Rom,  von Preußen und Österreich,
       von Krautjunkern und Philistern.
       Einer   r a d i k a l e n   deutschen Revolution scheint indessen
       eine Hauptschwierigkeit entgegenzustehen.
       Die Revolutionen bedürfen nämlich eines  p a s s i v e n  Elemen-
       tes, einer  m a t e r i e l l e n  Grundlage. Die Theorie wird in
       einem Volke  immer nur so weit verwirklicht, als sie die Verwirk-
       lichung seiner Bedürfnisse ist. Wird nun dem ungeheuren Zwiespalt
       zwischen den  Forderungen des deutschen Gedankens und den Antwor-
       ten der  deutschen Wirklichkeit  derselbe Zwiespalt der bürgerli-
       chen Gesellschaft  mit dem Staat und mit sich selbst entsprechen?
       Werden die  theoretischen Bedürfnisse  unmittelbar praktische Be-
       dürfnisse sein?  Es genügt  nicht, daß der Gedanke zur Verwirkli-
       chung drängt, die Wirklichkeit muß sich selbst zum Gedanken drän-
       gen.
       Aber Deutschland  hat die  Mittelstufen der politischen Emanzipa-
       tion nicht  gleichzeitig mit  den  modernen  Völkern  erklettert.
       Selbst die  Stufen, die  es theoretisch  überwunden, hat es prak-
       tisch noch  nicht erreicht.  Wie sollte  es mit  einem  s a l t o
       m o r t a l e   nicht nur über seine eigenen Schranken hinwegset-
       zen,
       
       #387# Zur Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie. Einleitung
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       sondern zugleich  über die  Schranken der  modernen Völker,  über
       Schranken, die  es in  der Wirklichkeit  als Befreiung von seinen
       wirklichen Schranken  empfinden und  erstreben muß? Eine radikale
       Revolution kann  nur die  Revolution radikaler  Bedürfnisse sein,
       deren Voraussetzungen und Geburtsstätten eben fehlen.
       Allein wenn Deutschland nur mit der abstrakten Tätigkeit des Den-
       kens die  Entwicklung der  modernen Völker  begleitet  hat,  ohne
       werktätige Partei an den wirklichen Kämpfen dieser Entwicklung zu
       ergreifen, so  hat es  andererseits die  L e i d e n  dieser Ent-
       wicklung geteilt,  ohne ihre Genüsse, ohne ihre partielle Befrie-
       digung zu  teilen. Der abstrakten Tätigkeit einerseits entspricht
       das abstrakte  Leiden andererseits.  Deutschland wird  sich daher
       eines Morgens  auf dem Niveau des europäischen Verfalls befinden,
       bevor es  jemals auf dem Niveau der europäischen Emanzipation ge-
       standen hat.  Man wird  es einem  F e t i s c h d i e n e r  ver-
       gleichen können, der an den Krankheiten des Christentums siecht.
       Betrachtet  man  zunächst  die    d e u t s c h e n    R e g i e-
       r u n g e n,   und man  findet sie  durch  die  Zeitverhältnisse,
       durch die  Lage Deutschlands,  durch den Standpunkt der deutschen
       Bildung, endlich durch den eignen glücklichen Instinkt getrieben,
       die  z i v i l i s i e r t e n  M ä n g e l  der  m o d e r n e n
       S t a a t s w e l t,   deren  Vorteile  wir  nicht  besitzen,  zu
       kombinieren mit  den  b a r b a r i s c h e n  M ä n g e l n  des
       a n c i e n   r é g i m e,   dessen wir  uns in  vollem Maße  er-
       freuen, so daß Deutschland, wenn nicht am Verstand, wenigstens am
       Unverstand auch  der über  seinen   s t a t u s   q u o   hinaus-
       liegenden Staatsbildungen  immer mehr  partizipieren muß. Gibt es
       z.B. ein Land in der Welt, welches so naiv alle Institutionen des
       konstitutionellen Staatswesens  teilt, ohne  seine Realitäten  zu
       teilen, als das sogenannte konstitutionelle Deutschland? Oder war
       es nicht  notwendig ein  deutscher Regierungseinfall,  die Qualen
       der Zensur  mit den  Qualen der  französischen  Septembergesetze,
       welche die  Preßfreiheit voraussetzen,  zu verbinden!  Wie man im
       römischen Pantheon die  G ö t t e r  aller Nationen fand, so wird
       man im heiligen römischen deutschen Reich die  S ü n d e n  aller
       Staatsformen finden.  Daß dieser  Eklektizismus eine bisher nicht
       geahnte Höhe erreichen wird, dafür bürgt namentlich die  p o l i-
       t i s c h - ä s t h e t i s c h e  G o u r m a n d e r i e  eines
       deutschen Königs 1*), der alle Rollen des Königtums, des feudalen
       wie des  bürokratischen, des absoluten wie des konstitutionellen,
       des autokratischen  wie des  demokratischen, wenn nicht durch die
       Person des  Volkes, so doch in  e i g e n e r  P e r s o n,  wenn
       nicht für  das Volk so doch für  s i c h  s e l b s t  zu spielen
       gedenkt.   D e u t s c h l a n d   a l s   d e r   z u  e i n e r
       e i g e n e n   W e l t   k o n s t i t u i e r t e   M a n g e l
       d e r  p o l i t i s c h e n  G e g e n w a r t
       -----
       1*) Friedrich Wilhelm IV.
       
       #388# Karl Marx
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       wird die  spezifisch deutschen  Schranken nicht niederwerfen kön-
       nen, ohne  die allgemeine Schranke der politischen Gegenwart nie-
       derzuwerfen.
       Nicht die   r a d i k a l e   Revolution ist utopischer Traum für
       Deutschland, nicht  die  a l l g e m e i n  m e n s c h l i c h e
       Emanzipation, sondern vielmehr die teilweise, die  n u r  politi-
       sche Revolution,  die Revolution,  welche die  Pfeiler des Hauses
       stehenläßt. Worauf beruht eine teilweise, eine nur politische Re-
       volution? Darauf,  daß ein   T e i l    d e r    b ü r g e r l i-
       c h e n    G e s e l l s c h a f t    sich  emanzipiert  und  zur
       a l l g e m e i n e n    Herrschaft  gelangt,  darauf,  daß  eine
       bestimmte Klasse  von  ihrer    b e s o n d e r e n    S i t u a-
       t i o n   aus die allgemeine Emanzipation der Gesellschaft unter-
       nimmt. Diese  Klasse befreit  die ganze  Gesellschaft,  aber  nur
       unter der  Voraussetzung, daß  die ganze Gesellschaft sich in der
       Situation dieser  Klasse befindet,  also z.B.  Geld  und  Bildung
       besitzt oder beliebig erwerben kann.
       Keine Klasse der bürgerlichen Gesellschaft kann diese Rolle spie-
       len, ohne  ein Moment  des Enthusiasmus  in sich und in der Masse
       hervorzurufen, ein Moment, worin sie mit der Gesellschaft im all-
       gemeinen fraternisiert  und zusammenfließt,  mit ihr  verwechselt
       und als  deren   a l l g e m e i n e r    R e p r ä s e n t a n t
       empfunden und  anerkannt wird,  ein Moment,  worin ihre Ansprüche
       und Rechte  in Wahrheit die Rechte und Ansprüche der Gesellschaft
       selbst sind,  worin sie wirklich der soziale Kopf und das soziale
       Herz ist.  Nur im  Namen der  allgemeinen Rechte der Gesellschaft
       kann eine  besondere Klasse sich die allgemeine Herrschaft vindi-
       zieren. Zur  Erstürmung dieser emanzipatorischen Stellung und da-
       mit zur  politischen Ausbeutung aller Sphären der Gesellschaft im
       Interesse der  eigenen Sphäre  reichen revolutionäre  Energie und
       geistiges Selbstgefühl  allein nicht  aus. Damit  die    R e v o-
       l u t i o n   e i n e s   V o l k e s    und  die    E m a n z i-
       p a t i o n   e i n e r   b e s o n d e r e n   K l a s s e   der
       bürgerlichen Gesellschaft zusammenfallen, damit  e i n  Stand für
       den Stand  der ganzen  Gesellschaft gelte,  dazu müssen umgekehrt
       alle  Mängel   der   Gesellschaft   in   einer   anderen   Klasse
       konzentriert,  dazu  muß  ein  bestimmter  Stand  der  Stand  des
       allgemeinen Anstoßes,  die Inkorporation der allgemeinen Schranke
       sein,  dazu   muß  eine   besondre   soziale   Sphäre   für   das
       n o t o r i s c h e   Verbrechen der  ganzen Sozietät  gelten, so
       daß die  Befreiung von dieser Sphäre als die allgemeine Selbstbe-
       freiung erscheint.  Damit   e i n  Stand  p a r  e x c e l l e n-
       c e   der Stand  der Befreiung,  dazu muß  umgekehrt ein  anderer
       Stand der offenbare Stand der Unterjochung sein. Die negativ-all-
       gemeine Bedeutung  des französischen  Adels und der französischen
       Klerisei bedingte  die positiv-allgemeine  Bedeutung der zunächst
       angrenzenden  und  entgegenstehenden  Klasse  der    B o u r g e-
       o i s i e.
       
       #389# Zur Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie. Einleitung
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       Es fehlt aber jeder besondern Klasse in Deutschland nicht nur die
       Konsequenz, die  Schärfe, der  Mut, die  Rücksichtslosigkeit, die
       sie  zum   negativen  Repräsentanten  der  Gesellschaft  stempeln
       könnte. Es  fehlt ebensosehr  jedem Stande jene Breite der Seele,
       die sich  mit der  Volksseele, wenn  auch nur momentan, identifi-
       ziert, jene  Genialität, welche  die materielle Macht zur politi-
       schen Gewalt  begeistert, jene revolutionäre Kühnheit, welche dem
       Gegner  die   trotzige  Parole   zuschleudert:     I c h    b i n
       n i c h t s,   u n d   i c h  m ü ß t e  a l l e s  s e i n.  Den
       Hauptstock der deutschen Moral und Ehrlichkeit, nicht nur der In-
       dividuen,  sondern   auch  der  Klassen,  bildet  vielmehr  jener
       b e s c h e i d e n e     E g o i s m u s,    welcher  seine  Be-
       schränktheit geltend  macht und  gegen sich  geltend machen läßt.
       Das Verhältnis  der verschiedenen  Sphären der  deutschen Gesell-
       schaft ist daher nicht dramatisch, sondern episch. Jede derselben
       beginnt sich  zu empfinden  und neben die andern mit ihren beson-
       dern Ansprüchen sich hinzulagern, nicht sobald sie gedrückt wird,
       sondern sobald ohne ihr Zutun die Zeitverhältnisse eine gesellige
       Unterlage schaffen,  auf die  sie ihrerseits  Druck ausüben kann.
       Sogar das   m o r a l i s c h e   S e l b s t g e f ü h l   d e r
       d e u t s c h e n   M i t t e l k l a s s e   beruht nur  auf dem
       Bewußtsein, die allgemeine Repräsentantin von der philisterhaften
       Mittelmäßigkeit aller  übrigen Klassen  zu sein.  Es  sind  daher
       nicht nur  die deutschen  Könige, die     m a l - à - p r o p o s
       1*) auf  den Thron  gelangen, es ist jede Sphäre der bürgerlichen
       Gesellschaft, die  ihre Niederlage  erlebt, bevor  sie ihren Sieg
       gefeiert, ihre  eigene Schranke entwickelt, bevor sie die ihr ge-
       genüberstehende Schranke  überwunden, ihr  engherziges Wesen gel-
       tend macht,  bevor  sie  ihr  großmütiges  Wesen  geltend  machen
       konnte, so  das selbst  die Gelegenheit  einer großen Rolle immer
       vorüber ist,  bevor sie vorhanden war, so daß jede Klasse, sobald
       sie den  Kampf mit  der über ihr stehenden Klasse beginnt, in den
       Kampf mit  der unter ihr stehenden verwickelt ist. Daher befindet
       sich das  Fürstentum im Kampf gegen das Königtum, der Bürokrat im
       Kampf gegen den Adel, der Bourgeois im Kampf gegen sie alle, wäh-
       rend der Proletarier schon beginnt, sich im Kampf gegen die Bour-
       geois zu  befinden. Die  Mittelklasse wagt  kaum von ihrem Stand-
       punkt aus  den Gedanken der Emanzipation zu fassen, und schon er-
       klärt die  Entwicklung der  sozialen Zustände wie der Fortschritt
       der politischen  Theorie diesen  Standpunkt selbst für antiquiert
       oder wenigstens für problematisch.
       In Frankreich genügt es, daß einer etwas sei, damit er alles sein
       wolle. In  Deutschland darf  einer nichts sein, wenn er nicht auf
       alles verzichten  soll. In Frankreich ist die partielle Emanzipa-
       tion der Grund der universellen. In
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       1*) zur Unzeit
       
       #390# Karl Marx
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       Deutschland ist  die universelle  Emanzipation    c o n d i t i o
       s i n e   q u a   n o n   1*) jeder partiellen. In Frankreich muß
       die Wirklichkeit,  in Deutschland  muß die Unmöglichkeit der stu-
       fenweisen Befreiung die ganze Freiheit gebären. In Frankreich ist
       jede Volksklasse   p o l i t i s c h e r   I d e a l i s t    und
       empfindet sich  zunächst nicht  als besondere Klasse, sondern als
       Repräsentant der  sozialen Bedürfnisse  überhaupt. Die  Rolle des
       E m a n z i p a t o r s  geht also der Reihe nach in dramatischer
       Bewegung an  die verschiedenen  Klassen des  französischen Volkes
       über, bis  sie endlich bei der Klasse anlangt, welche die soziale
       Freiheit nicht  mehr unter  der Voraussetzung gewisser, außerhalb
       der Menschen liegender und doch von der menschlichen Gesellschaft
       geschaffener Bedingungen  verwirklicht, sondern vielmehr alle Be-
       dingungen der  menschlichen Existenz  unter der Voraussetzung der
       sozialen Freiheit  organisiert. In  Deutschland dagegen,  wo  das
       praktische Leben  ebenso geistlos  als das geistige Leben unprak-
       tisch ist, hat keine Klasse der bürgerlichen Gesellschaft das Be-
       dürfnis und  die Fähigkeit  der allgemeinen Emanzipation, bis sie
       nicht durch  ihre  u n m i t t e l b a r e  Lage, durch die  m a-
       t e r i e l l e     Notwendigkeit,  durch   ihre      K e t t e n
       s e l b s t  dazu gezwungen wird.
       Wo also die  p o s i t i v e  Möglichkeit der Deutschen Emanzipa-
       tion?
       Antwort: In  der Bildung  einer  Klasse  mit    r a d i k a l e n
       K e t t e n,   einer Klasse der bürgerlichen Gesellschaft, welche
       keine Klasse  der bürgerlichen  Gesellschaft ist,  eines Standes,
       welcher die  Auflösung aller  Stände ist,  einer  Sphäre,  welche
       einen universellen  Charakter durch  ihre universellen Leiden be-
       sitzt und  kein  b e s o n d r e s  R e c h t  in Anspruch nimmt,
       weil  kein    b e s o n d r e s    U n r e c h t,    sondern  das
       U n r e c h t   s c h l e c h t h i n  an ihr verübt wird, welche
       nicht mehr  auf einen  h i s t o r i s c h e n,  sondern nur noch
       auf den   m e n s c h l i c h e n  Titel provozieren kann, welche
       in keinem  einseitigen Gegensatz  zu den Konsequenzen, sondern in
       einem allseitigen  Gegensatz zu den Voraussetzungen des deutschen
       Staatswesens steht, einer Sphäre endlich, welche sich nicht eman-
       zipieren kann,  ohne sich  von allen  übrigen Sphären der Gesell-
       schaft und damit alle übrigen Sphären der Gesellschaft zu emanzi-
       pieren, welche  mit einem  Wort der  v ö l l i g e  V e r l u s t
       des Menschen ist, also nur durch die  v ö l l i g e  W i e d e r-
       g e w i n n u n g   d e s   M e n s c h e n  sich selbst gewinnen
       kann. Diese  Auflösung der  Gesellschaft als ein besonderer Stand
       ist das  P r o l e t a r i a t.
       Das  Proletariat   beginnt   erst   durch   die   hereinbrechende
       i n d u s t r i e l l e   Bewegung für Deutschland zu werden, den
       nicht die  n a t u r w ü c h s i g  e n t s t a n d n e,  sondern
       die   k ü n s t l i c h   p r o d u z i e r t e  Armut, nicht die
       mechanisch durch  die Schwere  der Gesellschaft  niedergedrückte,
       sondern die aus ihrer  a k u t e n
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       1*) unerläßliche Bedingung
       
       
       #391# Zur Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie. Einleitung
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       A u f l ö s u n g,   vorzugsweise aus  der Auflösung  des Mittel-
       standes, hervorgehende  Menschenmasse bildet das Proletariat, ob-
       gleich allmählich,  wie sich von selbst versteht, auch die natur-
       wüchsige Armut  und die christlich-germanische Leibeigenschaft in
       seine Reihen treten.
       Wenn das  Proletariat die   A u f l ö s u n g   d e r  b i s h e-
       r i g e n   W e l t o r d n u n g   verkündet, so  spricht es nur
       das  G e h e i m n i s  s e i n e s  e i g e n e n  D a s e i n s
       a u s,   denn es   i s t  die  f a k t i s c h e Auflösung dieser
       Weltordnung. Wenn  das Proletariat  die   N e g a t i o n   d e s
       P r i v a t e i g e n t u m s   verlangt, so  erhebt es  nur  zum
       P r i n z i p     d e r     G e s e l l s c h a f t,     was  die
       Gesellschaft zu   s e i n e m  Prinzip erhoben hat, was in  i h m
       als negatives  Resultat der  Gesellschaft schon  ohne sein  Zutun
       verkörpert ist.  Der Proletarier  befindet sich dann in bezug auf
       die  werdende   Welt  in   demselben  Recht,   in   welchem   der
       d e u t s c h e   K ö n i g  in bezug auf die gewordene Welt sich
       befindet, wenn  er das Volk  s e i n  Volk wie das Pferd  s e i n
       Pferd nennt. Der König, indem er das Volk für sein Privateigentum
       erklärt, spricht es nur aus, das der Privateigentümer König ist.
       Wie die  Philosophie im  Proletariat ihre  m a t e r i e l l e n,
       so   findet    das   Proletariat   in   der   Philosophie   seine
       g e i s t i g e n   Waffen, und  sobald der  Blitz des  Gedankens
       gründlich in  diesen naiven  Volksboden eingeschlagen  ist,  wird
       sich die Emanzipation der  D e u t s c h e n  zu  M e n s c h e n
       vollziehn.
       Resümieren wir das Resultat:
       Die einzig   p r a k t i s c h   mögliche  Befreiung Deutschlands
       ist die  Befreiung auf dem Standpunkt  d e r  Theorie, welche den
       Menschen für  das höchste Wesen des Menschen erklärt. In Deutsch-
       land ist die Emanzipation von dem M i t t e l a l t e r  nur mög-
       lich als  die Emanzipation  zugleich von den  t e i l w e i s e n
       Überwindungen des  Mittelalters. In  Deutschland kann   k e i n e
       Art der  Knechtschaft gebrochen  werden, ohne   j e d e   Art der
       Knechtschaft zu  brechen. Das   g r ü n d l i c h e   Deutschland
       kann nicht revolutionieren, ohne  v o n  G r u n d  a u s  zu re-
       volutionieren. Die   E m a n z i p a t i o n    d e s    D e u t-
       s c h e n   ist die    E m a n z i p a t i o n    d e s    M e n-
       s c h e n.   Der Kopf  dieser Emanzipation  ist die    P h i l o-
       s o p h i e,   ihr Herz  das   P r o l e t a r i a t.  Die Philo-
       sophie kann  sich nicht  verwirklichen  ohne  die  Aufhebung  des
       Proletariats, das  Proletariat kann  sich nicht aufheben ohne die
       Verwirklichung der Philosophie.
       Wenn alle  innern Bedingungen  erfüllt sind,  wird der   d e u t-
       s c h e   A u f e r s t e h u n g s t a g  verkündet werden durch
       das  S c h m e t t e r n  d e s  g a l l i s c h e n  H a h n s.
       
       Geschrieben Ende 1843 bis Januar 1844.
       "Deutsch-Französische Jahrbücher", Paris 1844

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