Quelle: MEW 1 1839 - 1844

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       Vorwort
       
       Die Herausgabe  der Werke von Karl Marx und Friedrich Engels, die
       auf Beschluß des Zentralkomitees der Sozialistischen Einheitspar-
       tei Deutschlands erfolgt, ist ein Ereignis von großer politischer
       und wissenschaftlicher  Bedeutung. Damit  wird die  bisher umfas-
       sendste Ausgabe des literarischen Erbes der Begründer des wissen-
       schaftlichen Kommunismus  in deutscher Sprache vorgelegt. Aufbau,
       Gliederung und  Kommentierung der deutschen Ausgabe fußen auf der
       zweiten russischen  Ausgabe der Werke von Karl Marx und Friedrich
       Engels, besorgt  vom Institut  für Marxismus-Leninismus beim Zen-
       tralkomitee der Kommunistischen Partei der Sowjetunion.
       Die Ausgabe  umfaßt 39  Bände in 41 Büchern und wird durch Ergän-
       zungsbände komplettiert.  Die Bände  1 bis 22 enthalten die Werke
       und Artikel  von 1839  bis 1895. In den Bänden 23 bis 26 wird das
       Hauptwerk von  Karl Marx,  "Das Kapital",  einschließlich des un-
       vollendeten Manuskripts  "Theorien über  den  Mehrwert"  (Vierter
       Band des  "Kapitals") wiedergegeben.  Die Bände  27 bis 39 bieten
       den Briefwechsel  zwischen Marx  und Engels  sowie ihre an andere
       Personen gerichteten Briefe von 1842 bis 1895.
       Der erste  Band der  Werke von Karl Marx und Friedrich Engels um-
       faßt eine  Auswahl von Schriften, die von den Begründern des wis-
       senschaftlichen Kommunismus  vor Beginn  ihrer schöpferischen Zu-
       sammenarbeit in den Jahren 1839 bis 1844 verfaßt wurden und wich-
       tige Etappen ihrer politischen und weltanschaulichen Entwicklung,
       ihren selbständigen Weg vom Idealismus zum Materialismus, vom re-
       volutionären Demokratismus  zum Kommunismus widerspiegeln. Die im
       Band 1  nicht enthaltenen Schriften aus dieser frühen Periode be-
       finden sich in zwei Ergänzungsbänden zur vorliegenden Ausgabe.
       Der Band  I besteht  aus  zwei  Abteilungen:  die  erste  enthält
       Schriften von  Marx aus  der Zeit  von 1842  bis Juli  1844,  die
       zweite Arbeiten  von Engels,  die im  Zeitraum von  1839 bis März
       1844 entstanden sind.
       
       #X# Vorwort
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       Nachdem Marx  1841 mit  der Abhandlung  "Differenz der demokriti-
       schen  und   epikureischen  Naturphilosophie"  promoviert  hatte,
       wandte er  sich der politischen Publizistik zu. Die Tätigkeit als
       Redakteur an  der "Rheinischen  Zeitung" wurde für die Herausbil-
       dung und  Entwicklung seiner revolutionärdemokratischen Ansichten
       sehr bedeutungsvoll;  sie beeinflußte  wesentlich  sein  weiteres
       theoretisches Schaffen sowie die Ausprägung seiner Weltanschauung
       und bereitete  seinen Übergang  zum Materialismus und Kommunismus
       vor. Im  politischen Tageskampf überprüfte Marx seine philosophi-
       schen Ansichten,  entwickelte und  begründete er  sie an Hand der
       konkreten gesellschaftlichen  Verhältnisse. Er  orientierte  sich
       auf die grundlegenden Fragen seiner Zeit, auf die Auseinanderset-
       zung mit den historisch überlebten politischen Zuständen in Preu-
       ßen. Dabei kam Marx erstmals mit sozialen und ökonomischen Fragen
       in Berührung:  Er beschäftigte sich mit der Lage und den Interes-
       sen der  besitzlosen Massen  sowie mit der Armut und dem Ruin der
       Moselbauern, untersuchte  den Zusammenhang  zwischen Eigentum  an
       Grund und  Boden sowie  politischer Interessenvertretung und nahm
       erstmals zu  den Ideen  des französischen  utopischen Sozialismus
       und Kommunismus Stellung.
       In seiner  ersten publizistischen  Arbeit "Bemerkungen  über  die
       neueste preußische  Zensurinstruktion", die den vorliegenden Band
       eröffnet, gab Marx eine grundsätzliche Charakteristik der preußi-
       schen Zensurgesetzgebung  und begründete  die  Notwendigkeit  der
       Pressefreiheit. Wenn er dabei feststellte, die "eigentliche Radi-
       kalkur der  Zensur wäre  ihre Abschaffung,  denn das Institut ist
       schlecht, und  die Institutionen sind mächtiger als die Menschen"
       (siehe vorl.  Band, S.  27), so lagen darin Konsequenzen, die den
       preußischen Staat  überhaupt betrafen.  In dem  Artikel "Debatten
       über Preßfreiheit und Publikation der Landständischen Verhandlun-
       gen" forderte Marx ebenfalls uneingeschränkte Pressefreiheit. Sie
       war für ihn Verwirklichung der Freiheit des Menschen und zugleich
       notwendige Voraussetzung zur Veränderung der realen Wirklichkeit.
       In diesem  Zusammenhang kritisierte  Marx auch  zum erstenmal die
       Religion unter  politischen Aspekten  und  verlieh  damit  seinem
       atheistischen Standpunkt neue Züge. Er verurteilte die gesetzlich
       sanktionierte Unterdrückung der Religionskritik durch die preußi-
       sche Zensur und verlangte, daß der Staat sich nicht auf dem Glau-
       ben, sondern  auf die Vernunft gründen müsse. In dem Beitrag "Der
       leitende Artikel in Nr. 179 der 'Kölnischen Zeitung'" setzte sich
       Marx gleichfalls mit der reaktionären feudalen Staatsdoktrin aus-
       einander. Er stellte fest, daß die Religion die natürliche Grund-
       lage jedes Staates sei, und hielt ihr die Entwicklung der bürger-
       lichen Staatstheorie von Montesquieu bis Hegel entgegen.
       
       #XI# Vorwort
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       In der Polemik mit der "Kölnischen Zeitung" legte Marx auch seine
       Gedanken über die historische Aufgabe der Philosophie dar und be-
       gründete ihr Auftreten in der Tagespresse als ein notwendiges Er-
       fordernis der  Zeit. Er  ging davon  aus, daß die Philosophie die
       gesetzmäßig  notwendig  gewordene  gesellschaftliche  Veränderung
       geistig vorwegnimmt,  "die geistige  Quintessenz ihrer  Zeit ist"
       (siehe vorl.  Band, S. 97) und deshalb in einen Gegensatz zur re-
       alen Wirklichkeit  gerät. Hat die Entwicklung dieses Widerspruchs
       eine bestimmte  Stufe erreicht,  müsse die  Philosophie notwendig
       mit der  Wirklichkeit in  Wechselwirkung treten,  zur Philosophie
       der Gegenwart  werden und  die reale Wirklichkeit verändern. Eine
       solche Zeit  grundlegender Umgestaltungen  der  Gesellschaft  war
       nach Marx' Auffassung herangereift.
       In den  Artikeln über  die Verhandlungen des sechsten Rheinischen
       Landtags untersuchte  Marx das  Wesen der feudalistischen Stände-
       vertretungen und  stieß dabei  auf wichtige  Fragen der  sozialen
       Gliederung der Gesellschaft. Die Analyse der Debatten des Preußi-
       schen Provinziallandtags förderte seine Erkenntnis, daß die Zuge-
       hörigkeit zum Stand unmittelbar die politische Haltung und Gesin-
       nung beeinflußte. Diese Durchleuchtung des Zusammenhangs zwischen
       sozialer Stellung und politischer Interessenvertretung gewann für
       seine revolutionär-demokratische Entwicklung besondere Bedeutung.
       Mit den  Beiträgen "Debatten  über das  Holzdiebstahlsgesetz" und
       "Rechtfertigung des ++-Korrespondenten von der Mosel" wandte sich
       Marx unmittelbar  der Eigentumsfrage und der Lage der besitzlosen
       Masse zu. Er erkannte, daß die Privateigentümer von Grund und Bo-
       den den  Staat und seine Rechtsprechung ihren materiellen Bedürf-
       nissen unterordneten.  Wie Marx später Engels gegenüber des öfte-
       ren betonte,  sei er  "grade durch  seine Beschäftigung  mit  dem
       Holzdiebstahlsgesetz und  mit der  Lage der  Moselbauern von  der
       bloßen Politik  auf ökonomische Verhältnisse verwiesen worden und
       so zum  Sozialismus gekommen"  (siehe Band 39 unserer Ausgabe, S.
       466). Marx  ergriff offen  Partei für die "arme politisch und so-
       zial besitzlose  Menge" (siehe  vorl. Band,  S. 115), verteidigte
       ihre politische Forderung, gleichberechtigte Staatsbürger zu wer-
       den, und  anerkannte ihre  materielle Forderung,  am Reichtum der
       Bourgeoisie teilnehmen zu wollen. Er kam zu wesentlichen Erkennt-
       nissen über  die soziale  Gliederung der Gesellschaft und den Zu-
       sammenhang von  Eigentum und politischer Interessenvertretung und
       begann, sich  mit dem  französischen Sozialismus  und Kommunismus
       auseinanderzusetzen. Dies zeigt sich unter anderem darin, daß ge-
       rade aus  dieser Zeit  mit dem  Artikel "Der  Kommunismus und die
       Augsburger 'Allgemeine  Zeitung'" seine  erste Stellungnahme  zum
       Kommunismus vorliegt.
       Marx reagierte  in diesem Beitrag zurückhaltend auf den französi-
       schen
       
       #XII# Vorwort
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       Sozialismus und Kommunismus. Ausschlaggebend dafür waren die uto-
       pischen Züge  dieser Lehren  und die  praktischen Ergebnisse  der
       Versuche, kommunistische  Kolonien zu  errichten.  Jedoch  wandte
       sich Marx  entschieden dagegen, den Kommunismus als bloße Phanta-
       sterei abtun  zu wollen,  sondern erklärte vielmehr, daß derselbe
       eingehendes Studium und gründliche theoretische Beschäftigung er-
       fordere. Jahre  später schrieb  Marx darüber: "Andererseits hatte
       zu jener  Zeit, wo  der gute  Wille 'weiterzugehen'  Sachkenntnis
       vielfach aufwog,  ein schwach  philosophisch gefärbtes  Echo  des
       französischen   Sozialismus   und   Kommunismus   sich   in   der
       'Rheinischen Zeitung'  hörbar gemacht.  Ich erklärte  mich  gegen
       diese Stümperei,  gestand aber  zugleich in einer Kontroverse mit
       der 'Allgemeinen  Augsburger Zeitung' rundheraus daß meine bishe-
       rigen Studien  mir nicht erlaubten, irgendein Urteil über den In-
       halt der  französischen Richtungen  selbst zu wagen." (Siehe Band
       13 unserer Ausgabe, S. 8.)
       Einige Beiträge von Marx in der "Rheinischen Zeitung" beschäftig-
       ten sich mit dem Charakter der Revision der preußischen Gesetzge-
       bung unter Friedrich Wilhelm IV. und deren ideologischen Grundla-
       gen, von  denen eine  der bedeutendsten  die historische  Rechts-
       schule war.  In dem  Artikel "Das philosophische Manifest der hi-
       storischen Rechtsschule" enthüllte Marx, daß die Vertreter dieser
       Schule mit  der Revision  der bestehenden Gesetzgebung historisch
       überlebte Zustände  restaurieren wollten.  Sein Aufsatz "Der Ehe-
       scheidungsgesetzentwurf" wandte  sich gegen den Versuch, die Dog-
       men der protestantischen Kirche unmittelbar zur Grundlage der Ge-
       setzgebung zu  machen. Marx forderte, daß "das Gesetz der bewußte
       Ausdruck des  Volkswillens" sein, "also mit ihm und durch ihn ge-
       schaffen" werden muß (siehe vorl. Band, S. 150).
       Anfang 1843 begann ein neuer Abschnitt des Kampfes von Marx gegen
       die preußische  Regierung, die  zu schärferen Maßnahmen gegen die
       oppositionelle Presse  überging. Die erste einschneidende Repres-
       salie war das Verbot der "Leipziger Allgemeinen Zeitung". Zu die-
       sem Ereignis  nahm Marx  sofort in einer ganzen Serie polemischer
       Artikel Stellung  und verurteilte  entschieden dieses  Verbot. Er
       war der  erste Publizist, der die eigentlichen Gründe und Absich-
       ten der  Regierung entlarvte  und nachwies,  daß dies ein Angriff
       auf die gesamte fortschrittliche Presse war.
       Daraufhin erließ  die preußische Regierung am 20.Januar das schon
       lange geplante  Verbot der  "Rheinischen Zeitung" mit Wirkung vom
       1. April  1843. Wegen der nun einsetzenden rigorosen Zensur, aber
       auch wegen  der Meinungsverschiedenheiten  zwischen ihm  und  den
       Geranten des Blattes hinsichtlich möglicher Zugeständnisse schied
       Marx mit der "Erklärung" vom
       
       #XIII# Vorwort
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       17. März  schon einige Tage vor dem Erscheinen der letzten Nummer
       aus der  Redaktion der  Zeitung aus. Damit endete ein bedeutungs-
       voller Abschnitt  in Marx'  politischer und  philosophischer Ent-
       wicklung.
       Bereits in den nachfolgenden Monaten vollzog Marx den endgültigen
       Übergang zum  Materialismus und  Kommunismus, formulierte  er die
       Erkenntnis von  der historischen  Rolle  des  Proletariats.  Eine
       wichtige Etappe in diesem Übergangsprozeß bildet sein unvollendet
       gebliebenes Manuskript  "Zur Kritik der Hegelschen Rechtsphiloso-
       phie", an  dem er  während des  Aufenthaltes in Kreuznach von Mai
       bis Oktober  1843 arbeitete.  Ausgehend von den reichen Erfahrun-
       gen, die  er als  Redakteur der  "Rheinischen Zeitung"  gesammelt
       hatte, stellte  sich Marx  die Aufgabe, die idealistische Gesell-
       schafts- und  Staatskonzeption Hegels  kritisch zu überprüfen und
       die wahren  Triebkräfte des  gesellschaftlichen Fortschritts, die
       Mittel und  Wege einer revolutionären Veränderung der Welt zu er-
       kennen. Eine  wertvolle Hilfe für seine Kritik an Hegels Idealis-
       mus waren  die Schriften des materialistischen Philosophen Ludwig
       Feuerbach. Über  die Ergebnisse,  zu denen  Marx durch die umfas-
       sende Kritik  der Hegelschen  Rechtsphilosophie gelangte, schrieb
       er später:  "Meine Untersuchung  mündete  in  dem  Ergebnis,  daß
       Rechtsverhältnisse wie  Staatsformen weder aus sich selbst zu be-
       greifen sind noch aus der sogenannten allgemeinen Entwicklung des
       menschlichen Geistes, sondern vielmehr in den materiellen Lebens-
       verhältnissen wurzeln,  deren Gesamtheit  Hegel, nach dem Vorgang
       der Engländer  und Franzosen des 18.Jahrhunderts, unter dem Namen
       'bürgerliche Gesellschaft'  zusammenfaßt, daß  aber die  Anatomie
       der bürgerlichen  Gesellschaft in der politischen Ökonomie zu su-
       chen sei." (Siehe Band 13 unserer Ausgabe, S. 8.)
       Da es ihm in Deutschland nicht möglich war, seine politischen und
       philosophischen Auffassungen  frei und  offen zu  vertreten, ging
       Marx Ende  Oktober 1843  nach Paris,  wo er  gemeinsam mit Arnold
       Ruge die  Herausgabe der  "Deutsch-Französischen Jahrbücher" vor-
       bereitete. In  Paris, einem  Zentrum der Wissenschaft und Kultur,
       der politischen und revolutionären Bewegung, boten sich Marx aus-
       gezeichnete Möglichkeiten,  die Klassenwidersprüche  und  -kolli-
       sionen, die  die bürgerliche  Welt erschütterten,  zu  studieren.
       Hier  knüpfte  er  auch  die  ersten  Verbindungen  zu  führenden
       Vertretern  der  französischen  und  deutschen  Arbeiterbewegung.
       Marx' Beiträge  für das erste und einzige Heft der "Deutsch-Fran-
       zösischen Jahrbücher", das Ende Februar 1844 erschien, widerspie-
       gelte deutlich den vollzogenen Übergang vom philosophischen Idea-
       lismus zum  Materialismus, vom  revolutionären Demokratismus  zum
       Kommunismus.
       In den  Briefen, die  das erste  Heft einleiteten, umriß Marx das
       Programm
       
       #XIV# Vorwort
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       der Zeitschrift. Er sah ihre Aufgabe in der "rücksichtslosen Kri-
       tik alles Bestehenden" (siehe vorl. Band, S. 344) und wandte sich
       gegen den  Dogmatismus, der  der früheren  Philosophie sowie  dem
       utopischen Sozialismus  und Kommunismus eigen war, gegen die Pro-
       klemierung fertiger  Systeme, die  angeblich ein für allemal Gül-
       tigkeit besitzen sollten. Marx lehnte alle vom Leben, vom prakti-
       schen Kampf der Massen losgelöste spekulative Theorie ab und for-
       derte, die  theoretische Kritik  der alten  Gesellschaft mit  der
       Praxis, mit  der Politik, mit dem wirklichen Kampf (siehe ebenda,
       S. 345) zu verbinden.
       In dem  Artikel "Zur  Judenfrage" wies Marx die Haltlosigkeit der
       Ansichten Bruno  Bauers nach,  der den  Weg zur  Befreiung der in
       Deutschland politisch  rechtlosen Juden  in der  Emanzipation der
       Juden von  der Religion  seh. Ausgehend von dem konkreten Problem
       der Judenbefreiung  entwickelte Marx  grundlegende Gedanken  über
       das allgemeine  Problem der  Befreiung der Menschheit von dem auf
       ihr lastenden sozialen und politischen Joch. Dabei unterschied er
       zwischen "politischer  Emanzipation", worunter  er die Verkündung
       bürgerlich-demokratischer Freiheiten als Ergebnis einer bürgerli-
       chen Revolution  verstand, und  "menschlicher Emanzipation",  die
       Befreiung des Menschen von den Gebrechen der bürgerlichen Gesell-
       schaft, die  Aufhebung jeglicher  sozialer  und  politischer  Un-
       gleichheit und  Unterdrückung. Hier formulierte Marx also bereits
       im Ansatz die Idee von dem grundlegenden Unterschied zwischen der
       bürgerlichen und der sozialistischen Revolution.
       Die Antwort  auf die Frage, wer die menschliche Emanzipation ver-
       wirklichen solle,  welche gesellschaftliche  Kraft  den  sozialen
       Fortschritt verkörpere,  gab Marx  in seinem  Aufsatz "Zur Kritik
       der Hegelschen  Rechtsphilosophie. Einleitung". Hier stellte Marx
       zum erstenmal  das Proletariat  als die  gesellschaftliche Klasse
       dar, die die allgemein menschliche Emanzipation vollbringen wird.
       Diese Erkenntnis  von der  welthistorischen Rolle  der  Arbeiter-
       klasse, die kapitalistische Klassengesellschaft zu überwinden und
       eine neue, die sozialistische Ordnung zu errichten, war von größ-
       ter Tragweite.  Sie bildete den Ausgangspunkt für die Entwicklung
       des Sozialismus von einer Utopie zur Wissenschaft. Von der Arbeit
       an war  der Werdegang  der Marxschen  Weltanschauung zugleich der
       Werdegang des  wissenschaftlichen Kommunismus, der revolutionären
       Weltanschauung des Proletariats.
       In diesem Beitrag begründete Marx auch die grundlegende These von
       der hervorragenden Rolle einer fortschrittlichen Theorie als gei-
       stige Waffe  im Kampf der Massen und von den Massen als der mate-
       riellen Kraft,  die imstande ist, die Gesellschaft umzugestalten.
       "Wie die Philosophie im Proletariat
       
       #XV# Vorwort
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       ihre   m a t e r i e l l e n,   so findet  das Proletariat in der
       Philosophie seine   g e i s t i g e n  Waffen" (siehe vorl. Band,
       S. 391).  Lenin urteilte über Marx' Artikel in den "Deutsch-Fran-
       zösischen Jahrbüchern":  "In seinen  in dieser Zeitschrift veröf-
       fentlichten Aufsätzen  tritt Marx  bereits als  Revolutionär auf,
       der die 'rücksichtslose Kritik alles Bestehenden' und im besonde-
       ren die  'Kritik der  Waffen' verkündet, der an die Massen und an
       das Proletariat
       appelliert." (W.I. Lenin: Karl Marx. In: Werke, Band 21, S. 35.)
       Der letzte größere Aufsatz, den Marx vor dem Beginn seiner Freund
       schaft mit  Engels veröffentlichte, war die im August 1844 im Pa-
       riser "Vorwärts!"  erschienene Arbeit  "Kritische Randglossen  zu
       dem Artikel  'Der König von Preußen und die Sozialreform. Von ei-
       nem Preußen'".  Darin setzte er sich mit Ruges Behauptung ausein-
       ander, daß  der schlesische Weberaufstand ein sinn- und fruchtlo-
       ser Aufruhr  ohne "politische  Seele" gewesen  sei, und  hob  die
       große Bedeutung dieser Erhebung hervor. Marx sah darin einen Aus-
       druck für  das gewachsene  Klassenbewußtsein der deutschen Arbei-
       ter, für  das erwachende  Verständnis ihres  grundlegenden Gegen-
       satzes zur  Gesellschaft des  Privateigentums, für die gewaltigen
       revolutionären Potenzen,  die in der Arbeiterklasse schlummerten.
       Er konkretisierte  dabei einige  Aspekte der historischen Mission
       der Arbeiterklasse  und entwickelte  die These  weiter,  daß  der
       Übergang zur neuen Gesellschaft nicht möglich ist ohne revolutio-
       näre Aktionen  der Massen,  des Proletariats und ohne Revolution.
       In der  Revolution sind  ihre politische  Seite -  der Sturz  der
       herrschenden Macht  - und ihre soziale Seite - die Zerstörung der
       alten gesellschaftlichen  Verhältnisse -  untrennbar  miteinander
       verbunden und  voneinander abhängig. Marx kam also hier schon bis
       an die  Schwelle der  Erkenntnis, daß das Proletariat die politi-
       sche Macht erobern muß.
       Die in  den vorliegenden  Band aufgenommenen Schriften von Fried-
       rich Engels zeigen, wie dieser bis zum Beginn seiner Freundschaft
       mit Marx  selbständig den  Weg vom  Idealismus zum Materialismus,
       vom revolutionären Demokratismus zum Kommunismus fand.
       Bereits während  seiner kaufmännischen  Ausbildung in  Bremen von
       1838 bis  1841 betätigte  sich Engels  auf dem Gebiet der politi-
       schen und  sozialkritischen Publizistik.  Hier  entstanden  seine
       "Briefe aus  dem Wuppertal",  in denen  der Achtzehnjährige  ent-
       schieden gegen  den scheinheiligen  pietistischen Geist, der alle
       Bereiche des  Lebens in  seiner Heimatstadt durchdrang, gegen den
       von den Pietisten verbreiteten Obskurantismus, Fanatismus und My-
       stizismus auftrat.  Zugleich kritisierte  Engels mit großer Sach-
       kenntnis und  Schärfe die  sozialen Zustande im Wuppertal, schil-
       derte die schwere Notlage
       
       #XVI# Vorwort
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       der Proletarier  und prangerte deren skrupellose Ausbeutung durch
       die Fabrikanten und Kaufleute an.
       Als sich  Engels 1841/1842 in Berlin aufhielt, schloß er sich den
       Junghegelianern an und nahm lebhaften Anteil an ihren philosophi-
       schen Auseinandersetzungen.  Dabei vereinigten  sich bei  ihm die
       radikalen philosophischen  Ideen des  Junghegelianismus mit einer
       revolutionär-demokratischen Haltung  zu sozialpolitischen Fragen.
       Zugleich ging  Engels in dieser Zeit, wesentlich beeinflußt durch
       das Studium  der Werke Ludwig Feuerbachs, die ersten Schritte zum
       Materialismus.
       In seinem  Aufsatz "Alexander  Jung, Vorlesungen über die moderne
       Literatur der  Deutschen" kritisierte  Engels die  Vertreter  des
       Jungen Deutschland, weil sie sich in einem rein literarischen Mi-
       lieu bewegten  und vom politischen Leben und von den fortschritt-
       lichen philosophischen  Gedanken abgekapselt  hatten: "Solche un-
       glückliche Amphibien  und Achselträger  sind nicht  brauchbar für
       den Kampf,  den nun  einmal entschiedne  Leute entzündet  und nur
       Charaktere hindurchführen können." (Siehe vorl. Band, S. 445.) Er
       trat für  einen höheren  Ideengehalt in  der  Literatur  ein  und
       wandte sich  mit Bestimmtheit  gegen den  Liberalismus und dessen
       Ideologie der  "goldenen Mitte", die gegensätzliche Richtungen zu
       versöhnen suchte.  In dem  Artikel "Friedrich  Wilhelm IV., König
       von Preußen" trat Engels gegen das herrschende feudalabsolutisti-
       sche   System    und   die    reaktionäre    Idee    von    einem
       "christlich-deutschen Staat"  mittelalterlicher Prägung  auf, der
       von Friedrich  Wilhelm IV.  angestrebt wurde. Sein heißes Bestre-
       ben, am  politischen Kampf  gegen die  reaktionären  Zustände  in
       Deutschland teilzunehmen,  führte ihn  im weiteren zur Abkehr von
       dem Kreis  der "Freien" um die Brüder Bauer, die dem realen Leben
       und der praktischen revolutionären Tätigkeit fremd gegenüberstan-
       den.
       Ende 1842 ging Engels nach England und lernte dort das Mutterland
       des Kapitalismus,  das moderne  Proletariat und seine erste selb-
       ständige politische  Massenbewegung, den Chartismus, kennen. Hier
       entwickelte er  sich zum proletarischen Revolutionär und Kommuni-
       sten. Die  Bedeutung des  Aufenthalts in England für die Entwick-
       lung seiner  Anschauungen schätzte  Engels später  folgendermaßen
       ein: "Ich  war in Manchester mit der Nase darauf gestoßen worden,
       daß die ökonomischen Tatsachen, die in der bisherigen Geschichts-
       schreibung gar  keine oder nur eine verachtete Rolle spielen, we-
       nigstens in  der modernen  Welt eine entscheidende geschichtliche
       Macht sind;  daß sie  die Grundlage bilden für die Entstehung der
       heutigen Klassengegensätze;  daß diese  Klassengegensätze in  den
       Ländern, wo sie vermöge der großen Industrie sich voll entwickelt
       haben, also namentlich in England,
       
       #XVII# Vorwort
       ------
       wieder die  Grundlage der  politischen Parteibildung, der Partei-
       kämpfe und  damit  der  gesamten  politischen  Geschichte  sind."
       (Siehe Band 21 unserer Ausgabe, S. 211.)
       Der vorliegende Band enthält eine Reihe Arbeiten, die Engels wäh-
       rend seines  Aufenthalts in  England verfaßte.  In  den  Artikeln
       "Englische Ansicht  über die innern Krisen", "Die innern Krisen",
       "Stellung der  politischen Partei",  "Lage der arbeitenden Klasse
       in England"  und "Die  Korngesetze", die in der "Rheinischen Zei-
       tung" veröffentlicht  wurden, standen  wichtige Fragen  der wirt-
       schaftlichen Entwicklung  und der  sozialen Struktur  Englands im
       Mittelpunkt. Engels  analysierte die Spaltung der Gesellschaft in
       drei Hauptklassen  - in die Landaristokratie, die Bourgeoisie und
       das Proletariat  -, kennzeichnete  den Widerspruch zwischen Bour-
       geoisie und Proletariat als den Grundwiderspruch der kapitalisti-
       schen Gesellschaft  und die Auseinandersetzungen zwischen den po-
       litischen Parteien  als Klassenkampf. Bei seiner Untersuchung der
       Lage der  englischen Arbeiter und ihrer Rolle im öffentlichen Le-
       ben gelangte  er zu der Schlußfolgerung, daß das Proletariat jene
       fortschrittliche gesellschaftliche  Kraft darstellt, die eine so-
       ziale Umwälzung  in England  vollziehen wird.  Mit tiefer Anteil-
       nahme schilderte  Engels den  Kampf der  englischen Arbeiter, die
       Tätigkeit der  Chartisten und Sozialisten in England und beleuch-
       tete auch den Befreiungskampf des irischen Volkes gegen nationale
       und koloniale Unterdrückung.
       Seine engen Verbindungen zu den Chartisten und den englischen So-
       zialisten, die  Anhänger der Ideen Robert Owens waren, ermöglich-
       ten es  Engels, in den für die Zeitschrift "Schweizerischer Repu-
       blikaner" verfaßten  "Briefen aus  London" die Rolle dieser Bewe-
       gungen im  gesellschaftlichen Leben Englands gründlich darzustel-
       len. Er  verwies auf die "reißenden Fortschritte" des Chartismus,
       der "seine  Stärke in  den working  men, den  Proletariern,  hat"
       (siehe vorl.  Band, S.  468), und  hob den wachsenden Einfluß der
       National Charter  Association auf  die Arbeitermassen  hervor. Er
       schätzte auch  die vielfältige Tätigkeit der Sozialisten zur Bil-
       dung der  arbeitenden Klassen  in England hoch ein, besonders die
       Verbreitung der  philosophischen Ideen  der französischen Aufklä-
       rung des 18.Jahrhunderts.
       1843 begann  Engels auch  in den Presseorganen der Chartisten und
       der Owenisten mitzuwirken. Er stellte sich dabei die Aufgabe, sie
       näher mit  der sozialistischen  und kommunistischen  Bewegung auf
       dem europäischen  Kontinent bekannt zu machen. Diesem Zweck dien-
       ten die Artikel "Fortschritte der Sozialreform auf dem Kontinent"
       und "Bewegungen  auf dem Kontinent", die in "The New Moral World"
       veröffentlicht wurden. Engels charakterisierte darin die Entwick-
       lung der kommunistischen Ideen in Frankreich, in der
       
       #XVIII# Vorwort
       -------
       Schweiz und in Deutschland, wobei er nicht nur über die positiven
       Seiten der  verschiedenen Schulen  des utopischen Sozialismus und
       Kommunismus schrieb, sondern auch auf die Mängel hinwies, die die
       Kurzlebigkeit vieler dieser Richtungen bedingten. Eine der grund-
       legenden Schlußfolgerungen aus diesen Untersuchungen lautete: "So
       sind die  drei  großen  zivilisierten  Länder  Europas,  England,
       Frankreich und Deutschland, alle zu dem Schluß gekommen, daß eine
       durchgreifende  Revolution  der  sozialen  Verhältnisse  auf  der
       Grundlage des  Gemeineigentums jetzt  zu einer dringenden und un-
       vermeidlichen Notwendigkeit  geworden ist.  [...] es  kann keinen
       stärkeren Beweis als diesen geben, daß der Kommunismus nicht bloß
       die Konsequenz  aus der besonderen Lage der englischen oder einer
       beliebigen anderen Nation ist, sondern eine notwendige Folgerung,
       die aus den Voraussetzungen, wie sie in den allgemeinen Bedingun-
       gen der modernen Zivilisation gegeben sind, unvermeidlich gezogen
       werden muß." (Siehe vorl. Band, S. 480.)
       In diesen  Artikeln zeigt  sich bereits deutlich Engels' Übergang
       vom revolutionären  Demokraten zum  Kommunisten, der  mit  seinen
       Beiträgen für  die "Deutsch-Französischen  Jahrbücher" seinen Ab-
       schluß findet.  Seine Aufsätze  in dieser Zeitschrift zeugen auch
       davon, daß  er sich nunmehr endgültig von idealistischen Anschau-
       ungen befreit  und auf konsequent materialistische Positionen ge-
       stellt hatte.
       In seiner  Arbeit "Umrisse  zu einer Kritik der Nationalökonomie"
       untersuchte Engels "vom sozialistischen Standpunkt aus die grund-
       legenden Erscheinungen der modernen Wirtschaftsordnung" (W.I. Le-
       nin: Friedrich  Engels. In: Werke, Band 2, S. 10). Es war der er-
       ste Versuch,  die bürgerliche  politische Ökonomie von einem dia-
       lektischen und  materialistischen Standpunkt,  vom Standpunkt der
       Arbeiterklasse aus  zu kritisieren.  Engels entdeckte in der Ent-
       wicklung der  inneren Widersprüche des kapitalistischen Privatei-
       gentums, in  der sich  daraus unvermeidlich ergebenden Zuspitzung
       der sozialen Antagonismen der bürgerlichen Welt die entscheidende
       Ursache der  künftigen sozialen Revolution, die berufen ist, die-
       ses System  zu beseitigen und eine neue, gerechte Gesellschaft zu
       errichten. Er  erklärte die  historische  Notwendigkeit  und  ge-
       schichtliche Beschränktheit  des Privateigentums und wies den re-
       alen Weg zu seiner Überwindung.
       Die Kritik  am Kapitalismus  als System  ging in  Engels' Schrift
       einher mit  der Kritik  an den  Wortführern und Apologeten dieses
       Systems, an  den Vertretern der verschiedenen Richtungen der bür-
       gerlichen politischen  Ökonomie. Obwohl Engels zu jener Zeit noch
       nicht bis  zum Wesen der wichtigsten ökonomischen Theorien vorge-
       drungen war,  gelang es  ihm,  deren  bürgerliche  Beschränktheit
       überzeugend nachzuweisen. Vor allem prangerte er die
       
       #XIX# Vorwort
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       menschenfeindliche Bevölkerungstheorie  von Malthus  als "infame,
       niederträchtige Doktrin",  als "scheußliche  Blasphemie gegen die
       Natur und  Menschheit" an und wies nach, daß die "überzählige Be-
       völkerung" nicht durch Naturgesetze, sondern durch den unbändigen
       Bereicherungsdrang der  Bourgeoisie  bedingt  ist.  (Siehe  vorl.
       Band, S. 518.)
       Marx zeigte  größtes Interesse  für die  "Umrisse zu einer Kritik
       der Nationalökonomie"  und  bezeichnete  sie  als  eine  "geniale
       Skizze zur Kritik der ökonomischen Kategorien" (siehe Band 13 un-
       serer Ausgabe, S. 10). Diese Arbeit veranlaßte ihn, sich in Paris
       noch intensiver dem Studium der politischen Ökonomie zuzuwenden.
       In der Rezension "Die Lage Englands. 'Past and Present' by Thomas
       Carlyle" kritisierte  Engels aus materialistischer Sicht Carlyles
       religiöse Ansichten  und seinen "Heroenkult". Er trat entschieden
       gegen den  subjektiven Idealismus, den Skeptizismus und die Leug-
       nung der Fähigkeit der menschlichen Vernunft auf, die grundlegen-
       den Widersprüche des gesellschaftlichen Lebens zu erkennen und zu
       überwinden. Dem  historischen Prozeß,  stellte Engels fest, liege
       nicht die eine oder andere Abstraktion zugrunde, sondern die kon-
       krete Tätigkeit  der Menschen,  ihr  harter,  aber  erfolgreicher
       Kampf mit  der Natur. Carlyles Haltung zur Arbeiterklasse als ei-
       ner leidenden  Masse und  zur Bourgeoisie als den natürlichen Ge-
       bietern über  die Masse  stellte Engels  seine Auffassung von der
       historischen Mission  des Proletariats gegenüber: "nur die Arbei-
       ter, die  Parias Englands,  die Armen  sind wirklich  respektabel
       [...]. Von  ihnen geht  die Rettung  Englands aus, in ihnen liegt
       noch bildsamer  Stoff; sie  haben keine  Bildung, aber auch keine
       Vorurteile, sie  haben noch  Kraft aufzuwenden für eine große na-
       tionale Tat - sie haben noch eine Zukunft." (Siehe vorl. Band, S.
       526.)
       Zwei weitere für die "Deutsch-Französischen Jahrbücher" bestimmte
       Artikel -  "Die Lage Englands. I. Das achtzehnte Jahrhundert" und
       "Die Lage Englands. II. Die englische Konstitution" - konnten in-
       folge der  Einstellung derselben erst von August bis Oktober 1844
       in der Pariser Zeitung "Vorwärts!" veröffentlicht werden. In die-
       sen Arbeiten  analysierte Engels  die industrielle  Revolution in
       England sowie  die tiefgehenden sozialen und politischen Verände-
       rungen in  ihrem Gefolge. Gleichzeitig unterzog er das politische
       System Englands  einer scharfen  Kritik, entlarvte  die Heuchelei
       der englischen Verfassung und deckte den Klassencharakter und die
       Begrenztheit der bürgerlichen Demokratie auf. Diese Beiträge zei-
       gen, daß  Engels bereits die Eigentumsverhältnisse als die Grund-
       lage des  Staates betrachtete,  seinen Zusammenhang mit der Wirt-
       schaftsordnung, seine Funktion im Klassenkampf sowie seine gewal-
       tige ideologische und politische Rolle recht deutlich erkannte.
       
       #XX# Vorwort
       ----
       Als Engels Ende August 1844 auf seiner Rückreise von England nach
       Deutschland in  Paris mit  Marx zusammentraf,  konnten beide  die
       völlige Übereinstimmung  ihrer Anschauungen  in allen  Fragen der
       Theorie und  Praxis feststellen und schlossen ihren unzertrennli-
       chen Freundschaftsbund.  Sie stellten sich die Aufgabe, die neue,
       revolutionäre Weltanschauung  gemeinsam weiter auszuarbeiten, sie
       unter der fortschrittlichen Intelligenz und in der Arbeiterklasse
       zu verbreiten  und zugleich  dieser Ausbreitung der materialisti-
       schen und  kommunistischen Anschauungen  im Wege  stehende irrige
       Ansichten zu widerlegen.
                                    *
       Die 13.  Auflage des Bandes I wurde vollständig überarbeitet; In-
       halt und Struktur des Bandes wurden jedoch beibehalten. Eine Aus-
       nahme bildet  der in  den bisherigen  Auflagen enthaltene Beitrag
       "Luther als  Schiedsrichter zwischen  Strauß und  Feuerbach", der
       nicht mehr  aufgenommen wurde, da er - wie neuere Forschungen er-
       gaben - nicht von Marx, sondern von Feuerbach selbst stammt. Eine
       Seitenverschiebung im  Textteil wurde  jedoch vermieden,  um Ver-
       weise auf Texte dieses Bandes in der wissenschaftlichen Literatur
       und in Registern benutzbar zu erhalten.
       Der Textwiedergabe  wurde die  Ausgabe letzter  Hand zugrunde ge-
       legt. Daraus  ergab sich,  daß einigen Beiträgen von Marx für die
       "Rheinische Zeitung",  die bisher  nach  derselben  wiedergegeben
       wurden,  nunmehr   der  von   Marx  überarbeitete  Text  für  die
       "Gesammelten Aufsätze", die 1850 von Hermann Becker herausgegeben
       wurden, zugrunde zu legen war. Die jeweilige Textgrundlage ist am
       Schluß jeder Arbeit vermerkt. Das Marxsche Manuskript "Zur Kritik
       der Hegelschen  Rechtsphilosophie" wird in der überlieferten Form
       veröffentlicht. Vollständig  in anderen Sprachen geschriebene Ar-
       beiten werden  in deutscher  Übersetzung  wiedergegeben.  In  die
       Texte eingestreute fremdsprachige Wörter und Zitate blieben dage-
       gen in  der Originalfassung  und sind in Fußnoten übersetzt. Län-
       gere Zitate  werden zur  leichteren Übersicht  in kleinerem Druck
       gebracht.
       Rechtschreibung und  Zeichensetzung sind,  soweit vertretbar, mo-
       dernisiert. Der  Lautstand und die Silbenzahl in den deutschspra-
       chigen Texten wurden nicht verändert. Allgemein übliche Abkürzun-
       gen wurden  beibehalten, alle  anderen abgekürzten  Wörter ausge-
       schrieben, wobei die Ergänzung von Namen, Zeitungstiteln und sol-
       chen abgekürzten  Wörtern, die  nicht mit völliger Sicherheit er-
       folgen kann,  durch eckige  Klammern deutlich  gemacht wird. Alle
       Wörter in eckigen Klammern stammen von der Redaktion. Offensicht-
       liche Schreib- und Druckfehler wurden korrigiert; in Zweifelsfäl-
       len ist
       
       #XXI# Vorwort
       -----
       in  Fußnoten   die  Schreibweise   der  Testgrundlage  angegeben.
       Pseudonyme sowie Bei- und Spitznamen sind entweder durch Fußnoten
       oder durch Verweise im Personenverzeichnis entschlüsselt.
       Die Fußnoten  von Marx  und Engels  sind durch  Sternchen gekenn-
       zeichnet, Fußnoten  der Redaktion  durch eine  durchgehende Linie
       vom Text abgetrennt und durch Ziffern kenntlich gemacht.
       Zur Erläuterung  der Texte  sind dem  Band Anmerkungen beigefügt,
       auf die  im Test  durch hochgestellte Ziffern in eckigen Klammern
       hingewiesen wird.  Ferner enthält der Band ein Literaturverzeich-
       nis, Daten  aus dem  Leben und  der Tätigkeit  von Karl  Marx und
       Friedrich Engels  sowie ein Personenverzeichnis und ein Verzeich-
       nis literarischer und mythologischer Namen.
       
       Institut für Marxismus-Leninismus beim ZK der SED
       

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