Quelle: MEW 5 März - November 1848


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       #565#
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       Karl Marx und Friedrich Engels
       Daten aus ihrem Leben und ihrer Tätigkeit
       (März bis November 1848)
       
       1848
       
       Zweite Märzhälfte bis Anfang April
       Infolge der in Deutschland beginnenden Revolution organisiert die
       neu konstituierte,  von Marx  geleitete Zentralbehörde des Bundes
       der Kommunisten  m Paris die Einzelrückkehr von 300 bis 400 deut-
       schen Arbeitern  - in der Mehrzahl Mitglieder des Bundes der Kom-
       munisten - nach Deutschland.
       
       Etwa 21. März
       Engels fährt von Brüssel nach Paris, wo er sich sofort an der Ar-
       beit der  Zentralbehörde des Bundes der Kommunisten beteiligt, in
       die er in Abwesenheit gewählt worden war.
       
       Zwischen 21. und 29. März
       Marx und  Engels arbeiten  das politische Programm des Bundes der
       Kommunisten für  die Revolution, die "Forderungen der Kommunisti-
       schen Partei  in Deutschland" aus, die als Flugblatt gedruckt und
       zusammen mit  dem "Manifest  der Kommunistischen  Partei" an  die
       nach Deutschland fahrenden Arbeiter verteilt werden.
       
       Ende März
       Marx und  Engels bereiten  sich auf die Rückkehr nach Deutschland
       vor. In  ihren Briefen  sprechen sie  von der Absicht, eine große
       revolutionäre Tageszeitung herauszugeben.
       Ende März bis 5. April
       Marx und  Engels setzen  den Kampf gegen den abenteuerlichen Plan
       Herweghs und  Bornstedts fort,  die mit  Hilfe einer  bewaffneten
       deutschen Legion  in Deutschland  die Republik  errichten wollen,
       und informieren  die Freunde  in Deutschland  und Frankreich über
       ihre Meinung  zu diesem  Vorhaben. In einem Brief an Gäbet bitten
       ihn Marx und Engels, m seiner Zeitung "Le Populaire de 1841" eine
       Erklärung der Zentralbehörde des Bundes der Kommunisten zu veröf-
       fentlichen. In  dieser Erklärung wird hervorgehoben, daß der Klub
       deutscher Arbeiter  die einzige mit dem Bund liierte Organisation
       m Paris  ist und daß der Bund der Kommunisten mit der von Herwegh
       und Bornstedt  geführten  Deutschen  demokratischen  Gesellschaft
       nichts gemein hat.
       Auf Initiative  der von Marx geführten Zentralbehörde gründen die
       Mitglieder des Bundes der Kommunisten in Mainz einen Arbeiterbil-
       dungsverein, in  dessen Namen  sie sich an alle Arbeiter Deutsch-
       lands mit  dem Aufruf  wenden, überall in den Städten und Dörfern
       Arbeitervereine zu bilden.
       
       #566# Anhang und Register
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       Etwa 6. April
       Marx und  Engels verlassen  Paris und  begeben sich nach Deutsch-
       land, um unmittelbar an der Revolution teilzunehmen.
       
       8. April
       Marx und  Engels sind  in Mainz  und besprechen  mit den dortigen
       Mitgliedern des  Bundes der Kommunisten die weiteren Aufgaben zur
       Gründung und Zusammenfassung von Arbeitervereinen.
       
       11. April
       Marx und Engels treffen in Köln ein und beginnen sofort, die Her-
       ausgabe einer großen politischen Tageszeitung vorzubereiten.
       
       Nach dem 11. April
       Auf das  Gesuch von Marx erteilt ihm der Kölner Stadtrat die Auf-
       enthaltsgenehmigung in Köln.
       
       Erste Aprilhälfte
       Die von  Marx geleitete Zentralbehörde des Bundes der Kommunisten
       schickt ihre  Emissäre (Dronke,  Wilhelm Wolff, Schapper u.a.) in
       verschiedene Städte  Deutschlands, um  neue Gemeinden  des Bundes
       und öffentliche Arbeitervereine zu bilden.
       
       Etwa 15. April
       Engels fährt  nach Barmen,  Elberfeld  und  anderen  Städten  der
       Rheinprovinz, um Zeitungsaktien für die "Neue Rheinische Zeitung"
       abzusetzen und  neue Gemeinden des Bundes der Kommunisten ins Le-
       ben zu rufen.
       
       Zweite Aprilhälfte
       Engels arbeitet  an der  Übersetzung des "Manifestes der Kommuni-
       stischen Partei" in die englische Sprache.
       
       Etwa 24.April
       Es erscheint der Prospekt der "Neuen Rheinischen Zeitung".
       
       April
       In Brüssel  wird der Text von Lektionen über Lohnarbeit und Kapi-
       tal
       gedruckt, die  Marx im  Dezember 1847 gelesen hatte. Die Druckle-
       gung wird  unterbrochen, da  Marx mit den Vorbereitungen zur Her-
       ausgabe der  "Neuen Rheinischen  Zeitung" beschäftigt ist und die
       Arbeit am Manuskript nicht fortsetzen kann.
       
       April bis Mai
       Marx korrespondiert  mit den  Mitgliedern des Bundes der Kommuni-
       sten (Dronke,  Born, Ewerbeck,  Schapper u.  a.) in den verschie-
       denen Städten  Deutschlands und  Frankreichs über Zustand und Tä-
       tigkeit der  Gemeinden des Bundes und über die Zeichnung von Zei-
       tungsaktien.
       
       6. Mai
       Marx fährt  gemeinsam mit  Weerth für einige Tage nach Elberfeld,
       um mit Engels über die Herausgabe der "Neuen Rheinischen Zeitung"
       und die Tätigkeit des Bundes der Kommunisten zu sprechen.
       
       11. Mai
       Marx nimmt  als Vorsitzender  der Zentralbehörde  des Bundes  der
       Kommunisten an einer Sitzung der Kölner Gemeinde teil, in der die
       Stellung Gottschalks zum Bunde erörtert wird.
       
       Mitte Mai
       Marx teilt  dem belgischen Demokraten Jottrand, dem Redakteur der
       "Débat social",  die bevorstehende  Herausgabe der "Neuen Rheini-
       schen Zeitung" mit und schlägt vor, eine reguläre Verbindung zwi-
       schen diesen beiden Zeitungen herzustellen.
       
       20. Mai
       Engels kehrt  aus Barmen  nach Köln zurück und bereitet gemeinsam
       mit Marx die Herausgabe der "Neuen Rheinischen Zeitung" vor.
       
       #567# Karl Marx u. Friedrich Engels. Daten März bis November 1848
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       Nach dem 20. Mai
       Im Zusammenhang  mit der  Verschärfung der  politischen Situation
       und der  Aktivierung der reaktionären Kräfte beschließen Marx und
       Engels, die  Herausgabe der  "Neuen Rheinischen  Zeitung" zu  be-
       schleunigen und die Zeitung nicht erst, wie ursprünglich vorgese-
       hen, am 1. Juli, sondern bereits am 1. Juni erscheinen zu lassen.
       
       Ende Mai
       Marx schreibt dem Redakteur der italienischen demokratischen Zei-
       tung "L'Alba" in Florenz einen Brief, in dem er ihm die bevorste-
       hende Herausgabe  der "Neuen  Rheinischen Zeitung"  mitteilt  und
       versichert, daß  die Zeitung für die Freiheit und nationale Unab-
       hängigkeit des  italienischen Volks  eintreten wird. Marx schlägt
       vor, regelmäßig Zeitungen und Informationen auszutauschen. Dieser
       Brief wird am 29. Juni in der Zeitung "L'Alba" veröffentlicht.
       Auf Grund  der Mitteilungen  der Emissäre des Bundes der Kommuni-
       sten aus  verschiedenen Städten Deutschlands über die organisato-
       rische Schwäche  der Gemeinden  des Bundes halten es Marx und En-
       gels für  notwendig, daß  sich die Kommunisten der demokratischen
       Bewegung anschließen und an ihrer linken, wirklich proletarischen
       Flanke auftreten.  Sie treten in die Kölner Demokratische Gesell-
       schaft ein und empfehlen ihren Anhängern, sich neben ihrer Tätig-
       keit in  den Arbeitervereinen aktiv in den demokratischen Gesell-
       schaften zu  betätigen. Marx und Engels kommen zu dem Schluß, daß
       es zweckdienlich  sei, die  "Neue Rheinische  Zeitung" zum Haupt-
       werkzeug der  Verbreitung allgemeiner  Direktiven des  Bundes und
       der Propaganda  der Ideen  der Demokratie  und des Sozialismus in
       Deutschland zu machen.
       
       1. Juni
       Die erste Nummer der "Neuen Rheinischen Zeitung" mit dem Unterti-
       tel  "Organ   der  Demokratie"   erscheint.  In  ihr  werden  die
       "Erklärung des  Redaktionskomitees der  'Neuen  Rheinischen  Zei-
       tung'" sowie  Engels' Artikel  "Die Frankfurter  Versammlung" und
       "Die neueste Heldentat des Hauses Bourbon" veröffentlicht.
       
       Juni
       Marx ist  voll und ganz mit der Herausgabe der "Neuen Rheinischen
       Zeitung", mit der Materialauswahl, der Schaffung eines Korrespon-
       dentennetzes usw.  beschäftigt. Infolgedessen schreibt Engels den
       größten Teil der Leitartikel.
       
       Anfang Juni
       Nach dem  Erscheinen des  Artikels "Die Frankfurter Versammlung",
       in dem  Engels sich  scharf gegen die feige, unschlüssige Politik
       der deutschen  Nationalversammlung wendet,  lehnt es  eine bedeu-
       tende Anzahl  bürgerlicher Aktionäre  der "Neuen Rheinischen Zei-
       tung" ab, die Zeitung zu unterstützen.
       
       2./3. Juni
       Marx schreibt einige Artikel über das Ministerium Camphausen, die
       am 3.  und 4.Juni  in der  "Neuen Rheinischen Zeitung" veröffent-
       licht werden.
       
       5. Juni
       In der "Neuen Rheinischen Zeitung" erscheint Engels' Artikel "Die
       Kriegskomödie" über den Krieg in Schleswig-Holstein.
       
       6. Juni
       Engels schreibt den Artikel "Berliner Vereinbarungsdebatten", der
       am 7.  Juni in  der "Neuen  Rheinischen  Zeitung"  veröffentlicht
       wird. In der
       
       #568# Anhang und Register
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       folgenden Zeit  gibt Engels in einer Reihe von Artikeln einen sy-
       stematischen Überblick  über die  Debatten der preußischen Natio-
       nalversammlung und kritisiert deren Tätigkeit.
       
       7. Juni
       In dem  Leitartikel "Programme  der radikal-demokratischen Partei
       und der  Linken zu Frankfurt" sowie in einer Reihe späterer Arti-
       kel weisen  Marx und Engels ständig darauf hin, daß die nationale
       Einigung auf  revolutionärem Wege die wichtigste Aufgabe der bür-
       gerlich-demokratischen Revolution in Deutschland ist.
       
       8. Juni
       Engels schreibt den Artikel "Neue Teilung Polens", der am 9. Juni
       in der "Neuen Rheinischen Zeitung" veröffentlicht wird. In diesem
       Artikel und  in einigen  folgenden unterstützt  Engels begeistert
       die nationale  Befreiungsbewegung des  polnischen Volkes  und be-
       weist, daß die Herstellung eines demokratischen Polens die Vorbe-
       dingung für  die Herstellung  eines  demokratischen  Deutschlands
       ist.
       
       13./14. Juni
       Engels verfaßt  die Artikelserie  "Die Berliner  Debatte über die
       Revolution", die  vom 14.  bis 17. Juni in der "Neuen Rheinischen
       Zeitung" veröffentlicht wird.
       
       18. Juni
       Die "Neue Rheinische Zeitung" bringt den Artikel "Der Prager Auf-
       stand", in dem Marx und Engels ihrer Sympathie für den nationalen
       Befreiungskampf des tschechischen Volkes Ausdruck geben.
       
       19. Juni
       Engels schreibt  einen Artikel  über den  Zeughaussturm in Berlin
       unter dem  Titel "Die Vereinbarungssitzung vom l 7. Juni"; dieser
       Artikel, der  die Bedeutung  der Volksbewaffnung für den Sieg der
       Revolution hervorhebt,  erscheint in  der "Neuen Rheinischen Zei-
       tung" vom 20. Juni.
       
       20. Juni
       Engels schreibt  den Artikel  "Neue Politik in Posen", der in der
       "Neuen Rheinischen Zeitung" am 21. Juni veröffentlicht wird.
       
       Etwa 23. Juni
       Das Komitee  der Demokratischen  Gesellschaft nominiert  Marx für
       die Kommission  von Vertretern  der demokratischen Organisationen
       Kölns, die  entsprechend dem  Beschluß des  ersten demokratischen
       Kongresses m  Frankfurt am Main den Zusammenschluß der demokrati-
       schen Organisationen  der  Rheinprovinz  und  Westfalens  beraten
       soll.
       
       23. Juni
       Die "Neue  Rheinische  Zeitung"  veröffentlicht  Engels'  Artikel
       "Erste Tat  der deutschen  Nationalversammlung zu  Frankfurt", in
       dem das  Verhalten der Nationalversammlung zur Revolution in Ita-
       lien verurteilt wird.
       
       24. Juni
       Marx nimmt an der Kommissionssitzung der Vertreter der drei demo-
       kratischen Organisationen  Kölns (Demokratische Gesellschaft, Ar-
       beiterverein und  Verein für  Arbeiter und Arbeitgeber) teil. Die
       Kommission beschließt  die Bildung  eines Zentralausschusses  der
       demokratischen Vereine Kölns, der provisorisch die Funktionen ei-
       nes Rheinischen  Kreisausschusses der  Demokraten übernehmen, die
       tägliche Verbindung  zwischen den  demokratischen  Organisationen
       herstellen und die Einberufung des ersten rheinischen Demokraten-
       Kongresses in Köln vorbereiten soll.
       
       #569# Karl Marx u. Friedrich Engels. Daten März bis November 1848
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       25. Juni
       In der  "Neuen Rheinischen Zeitung" erscheint der Artikel von En-
       gels "Demokratischer  Charakter des Auf stand es" über die Kämpfe
       in Prag.
       
       26. Juni bis  2. Juli
       Nach dem  Juniaufstand in  Paris beleuchtet Engels in einer Arti-
       kelserie der  "Neuen Rheinischen  Zeitung" den Verlauf der ersten
       großen Klassenschlacht des Pariser Proletariats.
       
       28. Juni
       Marx schreibt  den Artikel  "Die Junirevolution", der am 29. Juni
       in der  "Neuen Rheinischen Zeitung" veröffentlicht wird. Das ent-
       schiedene Eintreten  der Zeitung  für die  aufständischen Pariser
       Arbeiter veranlaßte  die meisten der verbliebenen Aktionäre, sich
       ebenfalls zurückzuziehen.
       
       Ende Juni bis Anfang August
       In Verbindung  mit der Beratung des Gesetzentwurfes über die Auf-
       hebung der  Feudallasten in  der preußischen  Nationalversammlung
       setzen sich  Marx und  Engels in einer Reihe von Leitartikeln der
       "Neuen Rheinischen  Zeitung" ("Patows Ablösungsdenkschrift", "Der
       Gesetzentwurf über die Aufhebung der Feudallasten", "Debatte über
       die bisherige Ablösungsgesetzgebung") für die Bauern ein und kri-
       tisieren schonungslos  die deutsche Bourgeoisie, die ihren natür-
       lichen Bundesgenossen,  die Bauernschaft,  verriet und die Durch-
       führung einer der wichtigsten Aufgaben der Revolution von 1848/49
       - die  völlige Aufhebung  der Feudalverhältnisse  auf dem Lande -
       verhinderte.
       
       Juli
       Durch die  Mitglieder des  Bundes der Kommunisten Josef Moll, der
       seit dem  6. Juli  Präsident des  Kölner Arbeitervereins ist, und
       Karl Schapper üben Marx und Engels immer größeren Einfluß auf die
       Tätigkeit des  Arbeitervereins aus,  indem sie einen beharrlichen
       Kampf gegen  die Anhänger  der sektiererischen Taktik Gottschalks
       führen.
       
       2. Juli
       Engels entlarvt  in dem Artikel "Auswärtige deutsche Politik" die
       deutsche Bourgeoisie, die die Unterdrückungspolitik der Hohenzol-
       lern und  Habsburger fortsetzt, und formuliert die Prinzipien der
       internationalen Politik  des Proletariats.  Die "Neue  Rheinische
       Zeitung" veröffentlicht den Artikel am 3. Juli.
       
       6. Juli
       Marx verfaßt  den Artikel  "Gerichtliche Untersuchung  gegen  die
       'Neue Rheinische Zeitung'", der am 7. Juli erscheint.
       Auf Grund  des Artikels  "Verhaftungen" in der "Neuen Rheinischen
       Zeitung" vom 5. Juli wird Marx durch den Untersuchungsrichter ei-
       nem Verhör  unterzogen. Marx  und der verantwortliche Herausgeber
       (Gerant) Korff  werden beschuldigt,  den Oberprokurator  Zweiffel
       und die Gendarmen beleidigt zu haben. Nach Beendigung des Verhörs
       findet in  der Redaktion  der Zeitung eine Haussuchung statt. Das
       bei der  Haussuchung beschlagnahmte,  von  unbekannter  Hand  ge-
       schriebene Manuskript  für einen  Artikel und  die Weigerung  von
       Marx, den  Autor dieses  Artikels zu  nennen, dienen  als  Anlaß,
       nicht nur  Korff und Marx, sondern auch Engels und Dronke zu ver-
       nehmen.
       
       7. und 9. Juli
       Marx schreibt  zwei Artikel  über die Regierungskrise in Berlin -
       "Das Ministerium  der Tat"  und "Die Ministerkrisis" -, die am 9.
       und 10. Juli in der "Neuen Rheinischen Zeitung" erscheinen.
       
       #570# Anhang und Register
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       11. Juli
       Marx veröffentlicht einen weiteren Artikel "Gerichtliche Untersu-
       chung gegen die 'Neue Rheinische Zeitung'".
       
       14. Juli
       Engels kritisiert  auf der Generalversammlung der Kölner Demokra-
       tischen  Gesellschaft   die  preußische  Nationalversammlung.  Er
       schlägt vor,  d'Ester, einen Führer des linken Flügels der Berli-
       ner Versammlung,  zu beauftragen,  gegen die  Beschränkungen  des
       Vereinsrechtes hinsichtlich der Offiziere aufzutreten.
       
       17. bis 24. Juli
       Engels schreibt  die Artikelserie  "Die Debatte  über den Jacoby-
       schen Antrag",  die vom 18. bis 25. Juli m der "Neuen Rheinischen
       Zeitung" erscheint.
       
       21. Juli
       Marx nimmt an der Generalversammlung der Kölner Demokratischen
       Gesellschaft teil,  in der  die Vertreter für den Zentralausschuß
       der drei  demokratischen Vereine in Köln gewählt werden. Als Ver-
       treter der Demokratischen Gesellschaft wählt die Versammlung ein-
       stimmig Marx  und Schneider  II. In der Versammlung legt Weitling
       seine wirren,  sektiererischen Ansichten  über die  Aufgaben  des
       Proletariats in  der deutschen Revolution dar. Die Entgegnung von
       Marx wird bis zur nächsten Versammlung vertagt.
       
       21. bis 24. Juli
       In einer  Leitartikelserie der "Neuen Rheinischen Zeitung" zeigen
       Marx und  Engels den antidemokratischen Charakter des Bürgerwehr-
       gesetzentwurfes der preußischen Regierung.
       
       22. Juli
       Die "Neue  Rheinische Zeitung"  veröffentlicht den  Artikel  "Der
       Waffenstillstand mit Dänemark" von Engels.
       Der Untersuchungsrichter verhört Marx erneut wegen des Artikels
       "Verhaftungen".
       
       26. und 30. Juli
       Marx und  Engels nehmen in der "Neuen Rheinischen Zeitung" zu dem
       Gesetzentwurf über die Zwangsanleihe Stellung.
       
       31. Juli
       Engels schreibt  den Artikel "Die 'Kölnische Zeitung' über engli-
       sche Verhältnisse",  der am  1. August  in der "Neuen Rheinischen
       Zeitung" erscheint.
       
       3. August
       Die "Neue  Rheinische Zeitung" bringt den Leitartikel "Die russi-
       sche Note",  der die  reaktionäre Außenpolitik des russischen Za-
       rismus entlarvt.
       Marx erhält  die Nachricht,  daß die  Provinzialregierung ihm das
       preußische Bürgerrecht  verweigert und  ihn nach wie vor als Aus-
       länder betrachtet.  Engels wird  als Zeuge zum Verhör vor den Un-
       tersuchungsrichter  geladen,   der   den   Autor   des   Artikels
       "Verhaftungen" ermitteln will.
       
       4. August
       Marx und Engels nehmen an der Generalversammlung der Kölner Demo-
       kratischen Gesellschaft  teil, wo die Diskussion über das Auftre-
       ten Weitlings fortgesetzt wird. Marx wendet sich scharf gegen die
       von Weitling  vertretene These  der Trennung zwischen politischer
       und sozialer Bewegung, indem er auf die enge Verknüpfung sozialer
       und politischer  Interessen hinweist und das für Weitling charak-
       teristische Unverständnis  für die  demokratischen  Aufgaben  der
       deutschen Revolution hervorhebt.
       
       #571# Karl Marx u. Friedrich Engels. Daten März bis November 1848
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       Engels teilt der Versammlung mit, daß die preußische Regierung es
       abgelehnt hat,  Marx das Bürgerrecht zuzuerkennen, und ihm infol-
       gedessen die Ausweisung droht.
       Gemeinsam mit anderen Mitgliedern des Zentralausschusses der drei
       demokratischen Vereine  in Köln wendet sich Marx an alle demokra-
       tischen Vereine der Rheinprovinz mit dem Vorschlag, ihre Abgeord-
       neten zu  dem ersten  rheinischen Demokraten-Kongreß zu schicken,
       der für den 13. August nach Köln einberufen wird. Der Aufruf wird
       am 5. August in der "Neuen Rheinischen Zeitung" abgedruckt.
       
       6. August
       Marx schreibt  den Artikel  "Der 'Musterstaat'  Belgien", den die
       "Neue Rheinische Zeitung" am 7. August veröffentlicht.
       
       9. August bis 7. September
       Die Artikelserie  "Die Polendebatte  in Frankfurt" von Engels er-
       scheint in der "Neuen Rheinischen Zeitung".
       
       11. August
       Unter dem  Vorsitz von  Marx findet  eine Generalversammlung  der
       Kölner Demokratischen  Gesellschaft statt,  in  der  eine  Prote-
       stadresse an  die Frankfurter  Nationalversammlung gegen die Ein-
       verleibung Posens  in den  Deutschen Bund angenommen wird. In der
       Versammlung wird  die Weigerung  der preußischen  Regierung, Marx
       das Bürgerrecht  zu gewähren,  erörtert. Marx  deckt  die  wahren
       Gründe der von der Regierung gegen ihn getroffenen Maßregeln auf.
       Engels berichtet  neue Tatsachen über die polizeiliche Verfolgung
       der Führer  der demokratischen  Bewegung, insbesondere von Schap-
       per. Die  Versammlung wählt eine Deputation, die beauftragt wird,
       von den  Kölner Behörden  die  Zurücknahme  der  Polizeimaßregeln
       gegen Marx und Schapper zu fordern.
       
       13./14. August
       Marx und  Engels nehmen an dem ersten rheinischen Demokraten-Kon-
       greß in  Köln teil, auf dem 17 demokratische Organisationen durch
       Abgeordnete vertreten  sind. Der Kongreß bestätigt den früher ge-
       wählten Zentralausschuß  der drei demokratischen Vereine in Köln,
       dem Marx  angehört, als Rheinischen Kreisausschuß der Demokraten.
       In seiner  Rede auf dem Kongreß hebt Engels den Haß der Volksmas-
       sen der Rheinprovinz gegen das reaktionäre Preußentum hervor. Der
       Kongreß stellt den demokratischen Organisationen die Aufgabe, die
       politische Agitation unter den Fabrikarbeitern und Bauern zu ent-
       wickeln und  in den  Dörfern neue  Vereine zu  bilden, mit  denen
       ständig Verbindung gehalten wird.
       
       22. August
       Marx wendet  sich an den preußischen Innenminister Kühlwetter und
       fordert, den ungesetzlichen Beschluß der Provinzialregierung auf-
       zuheben und ihm seine preußischen Bürgerrechte wiederzugeben.
       
       23. August bis etwa 11. September
       Marx unternimmt  eine Reise  nach Berlin und Wien, um die Verbin-
       dungen zu  den dortigen demokratischen und Arbeiterorganisationen
       zu festigen und ihre Führer zu einem entschlosseneren Kampf gegen
       die Konterrevolution  in Preußen  und Österreich  zu veranlassen.
       Marx hofft  außerdem, Mittel für die "Neue Rheinische Zeitung" zu
       bekommen.
       
       25./26. August
       Marx ist in Berlin. Er hat Besprechungen mit mehreren Führern der
       demokratischen Bewegung, u.a. d'Ester, Jung und Julius.
       
       #572# Anhang und Register
       -----
       26. August
       Engels schreibt  die Artikel  "Die 'Kölnische  Zeitung' über Ita-
       lien" und  "Die 'Zeitungs-Halle'  über die  Rheinprovinz", die am
       27. August in der "Neuen Rheinischen Zeitung" veröffentlicht wer-
       den.
       
       27. August
       Marx fährt nach Wien.
       
       28. August
       Marx nimmt an der Sitzung des Wiener Demokratischen Vereins teil,
       in der man die Lage in Wien nach den Straßenkämpfen am 23. August
       erörtert. In  seiner Rede  unterstreicht Marx,  daß das Wesen der
       Ereignisse in  Wien nicht im Wechsel der Kabinette, sondern, ähn-
       lich wie bei den Junikämpfen in Paris, in der Klassenauseinander-
       setzung zwischen Bourgeoisie und Proletariat besteht.
       
       28. August bis 6. September
       Während seines  Aufenthaltes in  Wien trifft Marx mit den Führern
       der demokratischen und Arbeiterorganisationen zusammen. Unter an-
       derem hat  er eine  Unterredung mit dem Führer der deutsch-tsche-
       chischen Fraktion  des österreichischen Reichstages, Borros, über
       die nationale  Frage in  Österreich und über die Beziehungen zwi-
       schen den  tschechischen und deutschen Arbeitern. Marx führt fer-
       ner Verhandlungen  über finanzielle  Mittel für die "Neue Rheini-
       sche Zeitung".
       
       30. August
       Marx spricht  auf der  Sitzung des  Ersten Wiener Arbeitervereins
       über die  sozialen Verhältnisse  in Westeuropa und über die Rolle
       der Arbeiterklasse im revolutionären Kampf.
       
       2. September
       Engels schreibt den Artikel "Die Antwerpner Todesurteile". Dieser
       Artikel, der  die siebzehn zum Tode verurteilten belgischen Demo-
       kraten verteidigt, wird von der "Neuen Rheinischen Zeitung" am 3.
       September veröffentlicht.
       Marx hält  in der  Versammlung des  Ersten Wiener Arbeitervereins
       einen längeren Vortrag über Lohnarbeit und Kapital.
       
       4. September
       Engels wird  aufs neue  zum Untersuchungsrichter bestellt, jedoch
       nicht mehr als Zeuge, sondern als Mitbeschuldigter in dem Prozeß,
       der gegen  die  "Neue  Rheinische  Zeitung"  wegen  des  Artikels
       "Verhaftungen" angestrengt wurde.
       
       7. September
       Die Kölner  Demokratische  Gesellschaft  und  die  Redaktion  der
       "Neuen Rheinischen  Zeitung" berufen  in der Reitbahn eine Volks-
       versammlung ein,  an der  einige tausend  Menschen teilnehmen. Es
       wird eine Adresse an die Frankfurter Nationalversammlung angenom-
       men mit der Forderung, den zwischen der preußischen Regierung und
       Dänemark  geschlossenen  Waffenstillstand  abzulehnen,  und  eine
       zweite an  die preußische  Nationalversammlung, in  der gegen den
       antidemokratischen Bürgerwehrgesetzentwurf protestiert wird.
       
       Etwa 7. bis 10. September
       Auf Grund  der Verschärfung  der politischen  Lage in Preußen be-
       schließt Marx,  seine Rückkehr nach Köln zu beschleunigen. Er un-
       terbricht seine  Rückreise in  Berlin, wo  er seine Verhandlungen
       mit den  Führern der demokratischen Bewegung fortsetzt und an ei-
       ner Sitzung  der preußischen  Nationalversammlung teilnimmt. Marx
       einigt sich  mit den  polnischen Demokraten  über den Empfang von
       Mitteln für  die "Neue  Rheinische Zeitung".  Entsprechend dieser
       Abmachung sendet  Wladislaw Koscielski  am 18.  September an Marx
       zweitausend Taler.
       
       #573# Karl Marx u. Friedrich Engels. Daten März bis November 1848
       -----
       8. September
       Engels schreibt den Artikel "Sturz des Ministeriums der Tat", den
       die "Neue Rheinische Zeitung" am 10. September veröffentlicht.
       
       8. und 10. September
       In der  "Neuen Rheinischen  Zeitung" erscheinen  die Artikel "Der
       dänische Waffenstillstand"  und "Der  dänisch-preußische  Waffen-
       stillstand" von Engels.
       
       Um den 10. September
       In Köln  werden die  "Forderungen der  Kommunistischen Partei  in
       Deutschland" als  Flugblatt gedruckt und sofort in mehreren Orten
       der Rheinprovinz verbreitet.
       
       Etwa 11. September
       Marx kehrt nach Köln zurück.
       
       11. September
       Engels hält  in der  Komiteesitzung  des  Kölner  Arbeitervereins
       einen längeren  Vortrag über  die Frage, ob eine Organisation der
       Arbeit möglich  sei; dabei  deckt er die Ursachen des Mißerfolges
       der Nationalwerkstätten in Frankreich auf.
       
       11. bis 15. September
       In der Artikelserie "Die Krisis und die Kontrerevolution", die in
       der "Neuen  Rheinischen Zeitung" vom 12. bis 16. September veröf-
       fentlicht wird,  formuliert Marx  die äußerst wichtige These, daß
       die nach der Revolution gebildete provisorische Regierung die re-
       volutionäre Diktatur des Volkes sein muß, deren Hauptaufgaben die
       Organisierung einer entschiedenen Abwehr der Konterrevolution und
       die Vernichtung der Überreste der alten Institutionen sind.
       
       11. bis 25. September
       Marx, Engels  und andere  Redaktionsmitglieder der "Neuen Rheini-
       schen Zeitung"  verstärken die  Aufklärungs- und Organisationsar-
       beit unter  den Volksmassen,  um sie  für den Kampf gegen die an-
       greifende Konterrevolution zu mobilisieren.
       
       12. September
       Der preußische  Innenminister Kühlwetter  teilt Marx  als Antwort
       auf seine Eingabe mit, er halte den Beschluß der Kölner Behörden,
       die Marx das preußische Bürgerrecht verweigern, für gesetzlich.
       
       13. September
       Die Redaktion  der "Neuen Rheinischen Zeitung", der Kölner Arbei-
       terverein und  die Demokratische  Gesellschaft organisieren  eine
       Volksversammlung auf  dem Frankenplatz  in Köln,  an der ungefähr
       6000 Menschen teilnehmen.
       Gemäß einem  von Engels unterstützten Antrag Wilhelm Wolffs wählt
       die Versammlung  einen Sicherheitsausschuß  von 30  Personen, dem
       Marx und  Engels angehören. Die Versammlung nimmt eine von Engels
       vorgeschlagene Adresse  an die preußische Nationalversammlung an,
       die von  den Abgeordneten  fordert, bei  einem Versuch der Regie-
       rung, die  Versammlung aufzulösen,  auf ihren Plätzen zu bleiben,
       selbst wenn man Waffengewalt gegen sie anwendet.
       
       17. September
       Engels nimmt  an der auf Initiative der Kölner demokratischen Or-
       ganisationen einberufenen  Volksversammlung in Worringen bei Köln
       teil, auf  der etwa  8000 Menschen anwesend sind. Engels wird zum
       Sekretär der  Versammlung gewählt.  Die Versammlung  erklärt sich
       für eine  demokratisch-soziale, rote Republik, erkennt den Kölner
       Sicherheitsausschuß an und erklärt in einer Adresse an die Frank-
       furter Nationalversammlung,
       
       #574# Anhang und Register
       -----
       daß sich  alle Versammelten  im Falle  eines Konfliktes  zwischen
       Preußen und  Deutschland auf  die Seite Deutschlands stellen wer-
       den. Der  Rheinische Kreisausschuß der Demokraten, dem Marx ange-
       hört, gibt  die Einberufung des zweiten Demokraten-Kongresses der
       Rheinprovinz und Westfalens zum 24. September bekannt.
       
       19./20. September
       Engels schreibt  die Artikel  "Die Ratifikation  des Waffenstill-
       standes" und "Der Aufstand in Frankfurt", die am 20. und 21. Sep-
       tember in der "Neuen Rheinischen Zeitung" veröffentlicht werden.
       
       20. September
       Auf Grund der Ratifikation des Waffenstillstandes mit Dänemark
       durch die  Frankfurter Nationalversammlung  und des Aufstandes in
       Frankfurt berufen  der Sicherheitsausschuß, die Demokratische Ge-
       sellschaft und  der Arbeiterverein  in Köln eine Volksversammlung
       im Eiserschen  Saal ein. Die Versammlung versichert in einer Pro-
       klamation den  Aufständischen in  Frankfurt ihre  Solidarität und
       erklärt die  Mitglieder der  Frankfurter Nationalversammlung, die
       für die  Ratifikation des  Waffenstillstandes stimmten, zu Volks-
       verrätern. Engels  hält auf  der Versammlung eine Rede, in der er
       den schmählichen  Beschluß  der  Frankfurter  Nationalversammlung
       brandmarkt und die Versammlung über den Verlauf des Aufstandes in
       Frankfurt informiert.
       
       23. September
       Die Proklamation  der Volksversammlung  vom 20. September wird in
       der "Neuen  Rheinischen Zeitung"  veröffentlicht und außerdem als
       Flugblatt in  der Stadt  verbreitet. Die  Expedition  der  "Neuen
       Rheinischen Zeitung"  erklärt sich  gleichzeitig bereit, Beiträge
       zur Unterstützung  der Frankfurter Aufständischen und ihrer Fami-
       lien entgegenzunehmen.
       
       25. September
       Die Kölner Prokuratur leitet gegen Engels, Wilhelm Wolff und Bür-
       gers wegen  Verschwörung gegen  die bestehende  Ordnung und wegen
       ihres Auftretens auf den Volksversammlungen in Köln ein Gerichts-
       verfahren ein.
       Der Reichsjustizminister  gibt der  Kölner Prokuratur  die Anwei-
       sung, die gerichtliche Verfolgung des Sicherheitsausschusses, dem
       Marx und Engels angehören, sowie der Demokratischen Gesellschaft,
       des Arbeitervereins und in Verbindung mit dem Beschluß der Volks-
       versammlung in  Köln am  20. September  1848 der  Expedition  der
       "Neuen Rheinischen Zeitung" aufzunehmen.
       
       25. September morgens
       Marx kommt  zur Sitzung  des auf  diesen Tag verschobenen zweiten
       Demokraten-Kongresses der  Rheinprovinz und  Westfalens;  infolge
       der frühmorgens  von der  Polizei durchgeführten provokatorischen
       Verhaftungen von  Führern der Kölner demokratischen und Arbeiter-
       organisationen (Schapper,  Becker u.a.)  findet die Sitzung nicht
       statt.
       
       25. September vormittags
       Marx spricht  in der  Versammlung des Arbeitervereins im Gasthaus
       "Im Kranz"  am Altenmarkt und versucht, die versammelten Arbeiter
       davon zu überzeugen, daß sie sich von der Polizei nicht provozie-
       ren lassen  dürfen. Er  erklärt, daß  der Zeitpunkt für einen be-
       waffneten Aufstand  noch nicht  gekommen sei, daß eine vorzeitige
       Aktion in einem Putsch enden
       
       #575# Karl Marx u. Friedrich Engels. Daten März bis November 1848
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       wird, der die Arbeiterklasse am Vorabend des entscheidenden Tages
       ihrer Kampfkraft beraubt.
       
       25. September nachmittags
       In einer  gemeinsamen Sitzung der Demokratischen Gesellschaft und
       des Arbeitervereins  im Eiserschen Saal warnen Marx und seine An-
       hänger die Versammelten vor verfrühten Aktionen.
       
       26. September
       In Köln  wird der  Belagerungszustand verhängt und auf Befehl des
       Militärkommandanten das  Erscheinen der  "Neuen Rheinischen  Zei-
       tung" und anderer demokratischer Blätter verboten.
       
       Nach dem 26. September
       Engels muß  Köln wegen der drohenden Verhaftung verlassen. Einige
       Tage verbirgt sich Engels in Barmen und fährt dann nach Brüssel.
       
       28. September
       In einem Extrablatt teilen die Geranten allen Abonnenten das Ver-
       bot der  "Neuen Rheinischen  Zeitung" mit  und geben gleichzeitig
       ihrer Überzeugung Ausdruck, daß bereits in wenigen Tagen die Zei-
       tung wieder herausgegeben werden kann.
       
       30.September
       Die Geranten  der "Neuen Rheinischen Zeitung" kündigen die bevor-
       stehende Aufhebung  des Belagerungszustandes in Köln und das Wie-
       dererscheinen der Zeitung ab 5. Oktober an.
       
       Ende September bis Mitte Oktober
       Marx kämpft  beharrlich für die Wiederherausgabe der "Neuen Rhei-
       nischen Zeitung" und überwindet dabei große finanzielle und orga-
       nisatorische Schwierigkeiten,  die durch  das Verbot  der Zeitung
       entstanden sind. Er stellt seine persönlichen Geldmittel zur Ver-
       fügung, um Ausgaben und Verpflichtungen der Zeitung zu decken.
       
       1. Oktober
       Die Kölner Prokuratur leitet eine gerichtliche Untersuchung gegen
       Marx, Engels  und andere  Redakteure der  "Neuen Rheinischen Zei-
       tung" ein  wegen der  Veröffentlichung der  anonymen  Feuilletons
       "Leben und  Taten des  berühmten Ritters  Schnapphahnski",  deren
       Verfasser Georg  Weerth war; außerdem werden sie verdächtigt, den
       Entwurf des Beschlusses der Volksversammlung in Köln vom 20. Sep-
       tember 1848 verfaßt zu haben.
       
       3. Oktober
       Anläßlich der Aufhebung des Belagerungszustandes in Köln gibt der
       Gerant der  "Neuen Rheinischen Zeitung" ein Extrablatt heraus, in
       dem er  das bevorstehende  Wiedererscheinen der Zeitung ankündigt
       und zum Abonnement für das 4. Quartal auffordert.
       Der Staatsprokurator erläßt einen Befehl zur Fahndung nach Engels
       und zu seiner Verhaftung, dem die Personenbeschreibung von Engels
       beigefügt ist.
       
       Nach dem 3. Oktober
       Marx schlägt Freiligrath vor, in die Redaktion der "Neuen Rheini-
       schen Zeitung" einzutreten. Freiligrath stimmt zu.
       
       Etwa 4. Oktober
       Engels trifft  mit Dronke, der ebenfalls aus Köln flüchten mußte,
       in Brüssel ein.
       
       4. Oktober
       Die Brüsseler  Polizei verhaftet Engels und Dronke, transportiert
       sie ins Gefängnis und bringt sie dann etappenweise an die franzö-
       sische Grenze, von wo aus sich beide nach Paris begeben.
       
       #576# Anhang und Register
       -----
       5. Oktober
       Engels und Dronke treffen in Paris ein.
       
       Etwa 10. Oktober
       Nach einigen  Tagen Aufenthalt in Paris begibt sich Engels zu Fuß
       auf den  Weg nach der Schweiz mit der Absicht, bei der erstbesten
       Gelegenheit nach Köln zurückzukehren. Unterwegs macht sich Engels
       mit den Lebensbedingungen und der politischen Meinung der franzö-
       sischen Bauern bekannt.
       
       Etwa 12. Oktober
       Der Kölner Arbeiterverein schickt eine Delegation zu Marx mit der
       Bitte, die Leitung des Vereins zu übernehmen.
       
       12. Oktober
       Es erscheint  Nr. 114  der "Neuen Rheinischen Zeitung", die erste
       Nummer nach  der Aufhebung  des Belagerungszustandes in Köln. Die
       Mitteilung über  das Wiedererscheinen  der Zeitung,  von Marx als
       Chefredakteur unterschrieben,  gibt den  Eintritt  von  Ferdinand
       Freiligrath in  das Redaktionskollegium  bekannt. In  der Zeitung
       erscheint von Marx der Artikel "Revolution in Wien".
       Marx schreibt  den Artikel  "Die 'Kölnische  Revolution'", der am
       13. Oktober  in der  "Neuen Rheinischen  Zeitung"  veröffentlicht
       wird.
       
       14. Oktober
       Die "Neue Rheinische Zeitung" bringt die von Marx verfaßten Arti-
       kel "Das  Ministerium Pfuel"  und "Thiers"  Rede über eine allge-
       meine Hypothekenbank mit Zwangskurs".
       
       Zweite Hälfte des Oktober bis Anfang November
       Marx, der  dem Kampf der Wiener Bevölkerung gegen die feudal-mon-
       archistische  Konterrevolution   gewaltige   Bedeutung   beimißt,
       schreibt für  die "Neue  Rheinische  Zeitung"  eine  Artikelserie
       "über den Verlauf des Aufstandes in Wien.
       
       16. Oktober
       In der  Komiteesitzung des Kölner Arbeitervereins stimmt Marx zu,
       zeitweilig den  Platz des Präsidenten im Arbeiterverein einzuneh-
       men. Marx  spricht auf  der Sitzung  über die revolutionäre Rolle
       der deutschen  Arbeiter, besonders während des Wiener Aufstandes.
       Auf seinen  Vorschlag wird  eine Begrüßungsadresse  an den Wiener
       Arbeiterverein angenommen.
       
       18. Oktober
       Marx schreibt  die Artikel "Antwort des Königs von Preußen an die
       Deputation der  Nationalversammlung" und  "Antwort Friedrich Wil-
       helm IV. an die Deputation der Bürgerwehr"; die Artikel werden in
       der "Neuen Rheinischen Zeitung" am 19. und 20. Oktober veröffent-
       licht.
       
       22. Oktober
       In der  "Neuen Rheinischen Zeitung" erscheinen von Marx die Arti-
       kel
       "Die 'Reforme'  über die Juniinsurrektion", "Die englisch-franzö-
       sische Vermittlung in Italien" und "Der 'konstitutionelle Muster-
       staat'". Die  allgemeine Versammlung  des Kölner  Arbeitervereins
       bestätigt Marx als Präsidenten des Vereins. Marx hält in der Ver-
       sammlung eine  Rede über das in Deutschland bestehende System der
       indirekten Wahlen.  Die Versammlung  wählt Beust  als Deputierten
       zum zweiten  demokratischen Kongreß in Berlin, wo dieser ein Pro-
       gramm darlegt,  dem. die  "Forderungen der Kommunistischen Partei
       in Deutschland" zugrunde liegen.
       
       Etwa 24. Oktober
       Engels trifft in Genf ein.
       
       Etwa 26. Oktober
       In einem  Brief an Engels nach Genf teilt Marx diesem das Wieder-
       erscheinen der  "Neuen Rheinischen  Zeitung" mit  und bittet ihn,
       Korrespondenzen und Artikel zu schicken.
       
       #577# Karl Marx u. Friedrich Engels. Daten März bis November 1848
       -----
       28. Oktober
       Marx schildert  in dem  am folgenden Tag veröffentlichten Artikel
       "Der Staatsprokurator 'Hecker' und die 'Neue Rheinische Zeitung'"
       die Verfolgungen der Redaktion der Zeitung.
       
       Ende Oktober bis November
       Engels schreibt  den Reisebericht  "Von Paris nach Bern". Der Be-
       richt bleibt unvollendet.
       
       Anfang November
       Nach einigen  Tagen Aufenthalt  in Genf  begibt sich  Engels nach
       Lausanne, wo  er mit dem Lausanner Arbeiterverein Verbindung auf-
       nimmt.
       
       2. November
       Marx verfaßt  den Artikel "Die Pariser 'Réforme' über die franzö-
       sischen Zustände" und kritisiert in dem Artikel "Aufruf des demo-
       kratischen Kongresses  an das deutsche Volk" die Inhaltslosigkeit
       und Halbheit  dieses Dokuments. Beide Artikel werden am 3. Novem-
       ber in der "Neuen Rheinischen Zeitung" veröffentlicht.
       
       6. November
       Marx schreibt  den Artikel  "Sieg der  Kontrerevolution zu Wien",
       der am 7. November in der "Neuen Rheinischen Zeitung" erscheint.
       Marx teilt  in der Komiteesitzung des Kölner Arbeitervereins mit,
       daß Wien  gefallen ist. Er unterstreicht, daß es den österreichi-
       schen Truppen  nur durch  den Verrat  der Bourgeoisie gelang, die
       Stadt zu nehmen.

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