Quelle: MEW 5 März - November 1848
zurück
#565#
-----
Karl Marx und Friedrich Engels
Daten aus ihrem Leben und ihrer Tätigkeit
(März bis November 1848)
1848
Zweite Märzhälfte bis Anfang April
Infolge der in Deutschland beginnenden Revolution organisiert die
neu konstituierte, von Marx geleitete Zentralbehörde des Bundes
der Kommunisten m Paris die Einzelrückkehr von 300 bis 400 deut-
schen Arbeitern - in der Mehrzahl Mitglieder des Bundes der Kom-
munisten - nach Deutschland.
Etwa 21. März
Engels fährt von Brüssel nach Paris, wo er sich sofort an der Ar-
beit der Zentralbehörde des Bundes der Kommunisten beteiligt, in
die er in Abwesenheit gewählt worden war.
Zwischen 21. und 29. März
Marx und Engels arbeiten das politische Programm des Bundes der
Kommunisten für die Revolution, die "Forderungen der Kommunisti-
schen Partei in Deutschland" aus, die als Flugblatt gedruckt und
zusammen mit dem "Manifest der Kommunistischen Partei" an die
nach Deutschland fahrenden Arbeiter verteilt werden.
Ende März
Marx und Engels bereiten sich auf die Rückkehr nach Deutschland
vor. In ihren Briefen sprechen sie von der Absicht, eine große
revolutionäre Tageszeitung herauszugeben.
Ende März bis 5. April
Marx und Engels setzen den Kampf gegen den abenteuerlichen Plan
Herweghs und Bornstedts fort, die mit Hilfe einer bewaffneten
deutschen Legion in Deutschland die Republik errichten wollen,
und informieren die Freunde in Deutschland und Frankreich über
ihre Meinung zu diesem Vorhaben. In einem Brief an Gäbet bitten
ihn Marx und Engels, m seiner Zeitung "Le Populaire de 1841" eine
Erklärung der Zentralbehörde des Bundes der Kommunisten zu veröf-
fentlichen. In dieser Erklärung wird hervorgehoben, daß der Klub
deutscher Arbeiter die einzige mit dem Bund liierte Organisation
m Paris ist und daß der Bund der Kommunisten mit der von Herwegh
und Bornstedt geführten Deutschen demokratischen Gesellschaft
nichts gemein hat.
Auf Initiative der von Marx geführten Zentralbehörde gründen die
Mitglieder des Bundes der Kommunisten in Mainz einen Arbeiterbil-
dungsverein, in dessen Namen sie sich an alle Arbeiter Deutsch-
lands mit dem Aufruf wenden, überall in den Städten und Dörfern
Arbeitervereine zu bilden.
#566# Anhang und Register
-----
Etwa 6. April
Marx und Engels verlassen Paris und begeben sich nach Deutsch-
land, um unmittelbar an der Revolution teilzunehmen.
8. April
Marx und Engels sind in Mainz und besprechen mit den dortigen
Mitgliedern des Bundes der Kommunisten die weiteren Aufgaben zur
Gründung und Zusammenfassung von Arbeitervereinen.
11. April
Marx und Engels treffen in Köln ein und beginnen sofort, die Her-
ausgabe einer großen politischen Tageszeitung vorzubereiten.
Nach dem 11. April
Auf das Gesuch von Marx erteilt ihm der Kölner Stadtrat die Auf-
enthaltsgenehmigung in Köln.
Erste Aprilhälfte
Die von Marx geleitete Zentralbehörde des Bundes der Kommunisten
schickt ihre Emissäre (Dronke, Wilhelm Wolff, Schapper u.a.) in
verschiedene Städte Deutschlands, um neue Gemeinden des Bundes
und öffentliche Arbeitervereine zu bilden.
Etwa 15. April
Engels fährt nach Barmen, Elberfeld und anderen Städten der
Rheinprovinz, um Zeitungsaktien für die "Neue Rheinische Zeitung"
abzusetzen und neue Gemeinden des Bundes der Kommunisten ins Le-
ben zu rufen.
Zweite Aprilhälfte
Engels arbeitet an der Übersetzung des "Manifestes der Kommuni-
stischen Partei" in die englische Sprache.
Etwa 24.April
Es erscheint der Prospekt der "Neuen Rheinischen Zeitung".
April
In Brüssel wird der Text von Lektionen über Lohnarbeit und Kapi-
tal
gedruckt, die Marx im Dezember 1847 gelesen hatte. Die Druckle-
gung wird unterbrochen, da Marx mit den Vorbereitungen zur Her-
ausgabe der "Neuen Rheinischen Zeitung" beschäftigt ist und die
Arbeit am Manuskript nicht fortsetzen kann.
April bis Mai
Marx korrespondiert mit den Mitgliedern des Bundes der Kommuni-
sten (Dronke, Born, Ewerbeck, Schapper u. a.) in den verschie-
denen Städten Deutschlands und Frankreichs über Zustand und Tä-
tigkeit der Gemeinden des Bundes und über die Zeichnung von Zei-
tungsaktien.
6. Mai
Marx fährt gemeinsam mit Weerth für einige Tage nach Elberfeld,
um mit Engels über die Herausgabe der "Neuen Rheinischen Zeitung"
und die Tätigkeit des Bundes der Kommunisten zu sprechen.
11. Mai
Marx nimmt als Vorsitzender der Zentralbehörde des Bundes der
Kommunisten an einer Sitzung der Kölner Gemeinde teil, in der die
Stellung Gottschalks zum Bunde erörtert wird.
Mitte Mai
Marx teilt dem belgischen Demokraten Jottrand, dem Redakteur der
"Débat social", die bevorstehende Herausgabe der "Neuen Rheini-
schen Zeitung" mit und schlägt vor, eine reguläre Verbindung zwi-
schen diesen beiden Zeitungen herzustellen.
20. Mai
Engels kehrt aus Barmen nach Köln zurück und bereitet gemeinsam
mit Marx die Herausgabe der "Neuen Rheinischen Zeitung" vor.
#567# Karl Marx u. Friedrich Engels. Daten März bis November 1848
-----
Nach dem 20. Mai
Im Zusammenhang mit der Verschärfung der politischen Situation
und der Aktivierung der reaktionären Kräfte beschließen Marx und
Engels, die Herausgabe der "Neuen Rheinischen Zeitung" zu be-
schleunigen und die Zeitung nicht erst, wie ursprünglich vorgese-
hen, am 1. Juli, sondern bereits am 1. Juni erscheinen zu lassen.
Ende Mai
Marx schreibt dem Redakteur der italienischen demokratischen Zei-
tung "L'Alba" in Florenz einen Brief, in dem er ihm die bevorste-
hende Herausgabe der "Neuen Rheinischen Zeitung" mitteilt und
versichert, daß die Zeitung für die Freiheit und nationale Unab-
hängigkeit des italienischen Volks eintreten wird. Marx schlägt
vor, regelmäßig Zeitungen und Informationen auszutauschen. Dieser
Brief wird am 29. Juni in der Zeitung "L'Alba" veröffentlicht.
Auf Grund der Mitteilungen der Emissäre des Bundes der Kommuni-
sten aus verschiedenen Städten Deutschlands über die organisato-
rische Schwäche der Gemeinden des Bundes halten es Marx und En-
gels für notwendig, daß sich die Kommunisten der demokratischen
Bewegung anschließen und an ihrer linken, wirklich proletarischen
Flanke auftreten. Sie treten in die Kölner Demokratische Gesell-
schaft ein und empfehlen ihren Anhängern, sich neben ihrer Tätig-
keit in den Arbeitervereinen aktiv in den demokratischen Gesell-
schaften zu betätigen. Marx und Engels kommen zu dem Schluß, daß
es zweckdienlich sei, die "Neue Rheinische Zeitung" zum Haupt-
werkzeug der Verbreitung allgemeiner Direktiven des Bundes und
der Propaganda der Ideen der Demokratie und des Sozialismus in
Deutschland zu machen.
1. Juni
Die erste Nummer der "Neuen Rheinischen Zeitung" mit dem Unterti-
tel "Organ der Demokratie" erscheint. In ihr werden die
"Erklärung des Redaktionskomitees der 'Neuen Rheinischen Zei-
tung'" sowie Engels' Artikel "Die Frankfurter Versammlung" und
"Die neueste Heldentat des Hauses Bourbon" veröffentlicht.
Juni
Marx ist voll und ganz mit der Herausgabe der "Neuen Rheinischen
Zeitung", mit der Materialauswahl, der Schaffung eines Korrespon-
dentennetzes usw. beschäftigt. Infolgedessen schreibt Engels den
größten Teil der Leitartikel.
Anfang Juni
Nach dem Erscheinen des Artikels "Die Frankfurter Versammlung",
in dem Engels sich scharf gegen die feige, unschlüssige Politik
der deutschen Nationalversammlung wendet, lehnt es eine bedeu-
tende Anzahl bürgerlicher Aktionäre der "Neuen Rheinischen Zei-
tung" ab, die Zeitung zu unterstützen.
2./3. Juni
Marx schreibt einige Artikel über das Ministerium Camphausen, die
am 3. und 4.Juni in der "Neuen Rheinischen Zeitung" veröffent-
licht werden.
5. Juni
In der "Neuen Rheinischen Zeitung" erscheint Engels' Artikel "Die
Kriegskomödie" über den Krieg in Schleswig-Holstein.
6. Juni
Engels schreibt den Artikel "Berliner Vereinbarungsdebatten", der
am 7. Juni in der "Neuen Rheinischen Zeitung" veröffentlicht
wird. In der
#568# Anhang und Register
-----
folgenden Zeit gibt Engels in einer Reihe von Artikeln einen sy-
stematischen Überblick über die Debatten der preußischen Natio-
nalversammlung und kritisiert deren Tätigkeit.
7. Juni
In dem Leitartikel "Programme der radikal-demokratischen Partei
und der Linken zu Frankfurt" sowie in einer Reihe späterer Arti-
kel weisen Marx und Engels ständig darauf hin, daß die nationale
Einigung auf revolutionärem Wege die wichtigste Aufgabe der bür-
gerlich-demokratischen Revolution in Deutschland ist.
8. Juni
Engels schreibt den Artikel "Neue Teilung Polens", der am 9. Juni
in der "Neuen Rheinischen Zeitung" veröffentlicht wird. In diesem
Artikel und in einigen folgenden unterstützt Engels begeistert
die nationale Befreiungsbewegung des polnischen Volkes und be-
weist, daß die Herstellung eines demokratischen Polens die Vorbe-
dingung für die Herstellung eines demokratischen Deutschlands
ist.
13./14. Juni
Engels verfaßt die Artikelserie "Die Berliner Debatte über die
Revolution", die vom 14. bis 17. Juni in der "Neuen Rheinischen
Zeitung" veröffentlicht wird.
18. Juni
Die "Neue Rheinische Zeitung" bringt den Artikel "Der Prager Auf-
stand", in dem Marx und Engels ihrer Sympathie für den nationalen
Befreiungskampf des tschechischen Volkes Ausdruck geben.
19. Juni
Engels schreibt einen Artikel über den Zeughaussturm in Berlin
unter dem Titel "Die Vereinbarungssitzung vom l 7. Juni"; dieser
Artikel, der die Bedeutung der Volksbewaffnung für den Sieg der
Revolution hervorhebt, erscheint in der "Neuen Rheinischen Zei-
tung" vom 20. Juni.
20. Juni
Engels schreibt den Artikel "Neue Politik in Posen", der in der
"Neuen Rheinischen Zeitung" am 21. Juni veröffentlicht wird.
Etwa 23. Juni
Das Komitee der Demokratischen Gesellschaft nominiert Marx für
die Kommission von Vertretern der demokratischen Organisationen
Kölns, die entsprechend dem Beschluß des ersten demokratischen
Kongresses m Frankfurt am Main den Zusammenschluß der demokrati-
schen Organisationen der Rheinprovinz und Westfalens beraten
soll.
23. Juni
Die "Neue Rheinische Zeitung" veröffentlicht Engels' Artikel
"Erste Tat der deutschen Nationalversammlung zu Frankfurt", in
dem das Verhalten der Nationalversammlung zur Revolution in Ita-
lien verurteilt wird.
24. Juni
Marx nimmt an der Kommissionssitzung der Vertreter der drei demo-
kratischen Organisationen Kölns (Demokratische Gesellschaft, Ar-
beiterverein und Verein für Arbeiter und Arbeitgeber) teil. Die
Kommission beschließt die Bildung eines Zentralausschusses der
demokratischen Vereine Kölns, der provisorisch die Funktionen ei-
nes Rheinischen Kreisausschusses der Demokraten übernehmen, die
tägliche Verbindung zwischen den demokratischen Organisationen
herstellen und die Einberufung des ersten rheinischen Demokraten-
Kongresses in Köln vorbereiten soll.
#569# Karl Marx u. Friedrich Engels. Daten März bis November 1848
-----
25. Juni
In der "Neuen Rheinischen Zeitung" erscheint der Artikel von En-
gels "Demokratischer Charakter des Auf stand es" über die Kämpfe
in Prag.
26. Juni bis 2. Juli
Nach dem Juniaufstand in Paris beleuchtet Engels in einer Arti-
kelserie der "Neuen Rheinischen Zeitung" den Verlauf der ersten
großen Klassenschlacht des Pariser Proletariats.
28. Juni
Marx schreibt den Artikel "Die Junirevolution", der am 29. Juni
in der "Neuen Rheinischen Zeitung" veröffentlicht wird. Das ent-
schiedene Eintreten der Zeitung für die aufständischen Pariser
Arbeiter veranlaßte die meisten der verbliebenen Aktionäre, sich
ebenfalls zurückzuziehen.
Ende Juni bis Anfang August
In Verbindung mit der Beratung des Gesetzentwurfes über die Auf-
hebung der Feudallasten in der preußischen Nationalversammlung
setzen sich Marx und Engels in einer Reihe von Leitartikeln der
"Neuen Rheinischen Zeitung" ("Patows Ablösungsdenkschrift", "Der
Gesetzentwurf über die Aufhebung der Feudallasten", "Debatte über
die bisherige Ablösungsgesetzgebung") für die Bauern ein und kri-
tisieren schonungslos die deutsche Bourgeoisie, die ihren natür-
lichen Bundesgenossen, die Bauernschaft, verriet und die Durch-
führung einer der wichtigsten Aufgaben der Revolution von 1848/49
- die völlige Aufhebung der Feudalverhältnisse auf dem Lande -
verhinderte.
Juli
Durch die Mitglieder des Bundes der Kommunisten Josef Moll, der
seit dem 6. Juli Präsident des Kölner Arbeitervereins ist, und
Karl Schapper üben Marx und Engels immer größeren Einfluß auf die
Tätigkeit des Arbeitervereins aus, indem sie einen beharrlichen
Kampf gegen die Anhänger der sektiererischen Taktik Gottschalks
führen.
2. Juli
Engels entlarvt in dem Artikel "Auswärtige deutsche Politik" die
deutsche Bourgeoisie, die die Unterdrückungspolitik der Hohenzol-
lern und Habsburger fortsetzt, und formuliert die Prinzipien der
internationalen Politik des Proletariats. Die "Neue Rheinische
Zeitung" veröffentlicht den Artikel am 3. Juli.
6. Juli
Marx verfaßt den Artikel "Gerichtliche Untersuchung gegen die
'Neue Rheinische Zeitung'", der am 7. Juli erscheint.
Auf Grund des Artikels "Verhaftungen" in der "Neuen Rheinischen
Zeitung" vom 5. Juli wird Marx durch den Untersuchungsrichter ei-
nem Verhör unterzogen. Marx und der verantwortliche Herausgeber
(Gerant) Korff werden beschuldigt, den Oberprokurator Zweiffel
und die Gendarmen beleidigt zu haben. Nach Beendigung des Verhörs
findet in der Redaktion der Zeitung eine Haussuchung statt. Das
bei der Haussuchung beschlagnahmte, von unbekannter Hand ge-
schriebene Manuskript für einen Artikel und die Weigerung von
Marx, den Autor dieses Artikels zu nennen, dienen als Anlaß,
nicht nur Korff und Marx, sondern auch Engels und Dronke zu ver-
nehmen.
7. und 9. Juli
Marx schreibt zwei Artikel über die Regierungskrise in Berlin -
"Das Ministerium der Tat" und "Die Ministerkrisis" -, die am 9.
und 10. Juli in der "Neuen Rheinischen Zeitung" erscheinen.
#570# Anhang und Register
-----
11. Juli
Marx veröffentlicht einen weiteren Artikel "Gerichtliche Untersu-
chung gegen die 'Neue Rheinische Zeitung'".
14. Juli
Engels kritisiert auf der Generalversammlung der Kölner Demokra-
tischen Gesellschaft die preußische Nationalversammlung. Er
schlägt vor, d'Ester, einen Führer des linken Flügels der Berli-
ner Versammlung, zu beauftragen, gegen die Beschränkungen des
Vereinsrechtes hinsichtlich der Offiziere aufzutreten.
17. bis 24. Juli
Engels schreibt die Artikelserie "Die Debatte über den Jacoby-
schen Antrag", die vom 18. bis 25. Juli m der "Neuen Rheinischen
Zeitung" erscheint.
21. Juli
Marx nimmt an der Generalversammlung der Kölner Demokratischen
Gesellschaft teil, in der die Vertreter für den Zentralausschuß
der drei demokratischen Vereine in Köln gewählt werden. Als Ver-
treter der Demokratischen Gesellschaft wählt die Versammlung ein-
stimmig Marx und Schneider II. In der Versammlung legt Weitling
seine wirren, sektiererischen Ansichten über die Aufgaben des
Proletariats in der deutschen Revolution dar. Die Entgegnung von
Marx wird bis zur nächsten Versammlung vertagt.
21. bis 24. Juli
In einer Leitartikelserie der "Neuen Rheinischen Zeitung" zeigen
Marx und Engels den antidemokratischen Charakter des Bürgerwehr-
gesetzentwurfes der preußischen Regierung.
22. Juli
Die "Neue Rheinische Zeitung" veröffentlicht den Artikel "Der
Waffenstillstand mit Dänemark" von Engels.
Der Untersuchungsrichter verhört Marx erneut wegen des Artikels
"Verhaftungen".
26. und 30. Juli
Marx und Engels nehmen in der "Neuen Rheinischen Zeitung" zu dem
Gesetzentwurf über die Zwangsanleihe Stellung.
31. Juli
Engels schreibt den Artikel "Die 'Kölnische Zeitung' über engli-
sche Verhältnisse", der am 1. August in der "Neuen Rheinischen
Zeitung" erscheint.
3. August
Die "Neue Rheinische Zeitung" bringt den Leitartikel "Die russi-
sche Note", der die reaktionäre Außenpolitik des russischen Za-
rismus entlarvt.
Marx erhält die Nachricht, daß die Provinzialregierung ihm das
preußische Bürgerrecht verweigert und ihn nach wie vor als Aus-
länder betrachtet. Engels wird als Zeuge zum Verhör vor den Un-
tersuchungsrichter geladen, der den Autor des Artikels
"Verhaftungen" ermitteln will.
4. August
Marx und Engels nehmen an der Generalversammlung der Kölner Demo-
kratischen Gesellschaft teil, wo die Diskussion über das Auftre-
ten Weitlings fortgesetzt wird. Marx wendet sich scharf gegen die
von Weitling vertretene These der Trennung zwischen politischer
und sozialer Bewegung, indem er auf die enge Verknüpfung sozialer
und politischer Interessen hinweist und das für Weitling charak-
teristische Unverständnis für die demokratischen Aufgaben der
deutschen Revolution hervorhebt.
#571# Karl Marx u. Friedrich Engels. Daten März bis November 1848
-----
Engels teilt der Versammlung mit, daß die preußische Regierung es
abgelehnt hat, Marx das Bürgerrecht zuzuerkennen, und ihm infol-
gedessen die Ausweisung droht.
Gemeinsam mit anderen Mitgliedern des Zentralausschusses der drei
demokratischen Vereine in Köln wendet sich Marx an alle demokra-
tischen Vereine der Rheinprovinz mit dem Vorschlag, ihre Abgeord-
neten zu dem ersten rheinischen Demokraten-Kongreß zu schicken,
der für den 13. August nach Köln einberufen wird. Der Aufruf wird
am 5. August in der "Neuen Rheinischen Zeitung" abgedruckt.
6. August
Marx schreibt den Artikel "Der 'Musterstaat' Belgien", den die
"Neue Rheinische Zeitung" am 7. August veröffentlicht.
9. August bis 7. September
Die Artikelserie "Die Polendebatte in Frankfurt" von Engels er-
scheint in der "Neuen Rheinischen Zeitung".
11. August
Unter dem Vorsitz von Marx findet eine Generalversammlung der
Kölner Demokratischen Gesellschaft statt, in der eine Prote-
stadresse an die Frankfurter Nationalversammlung gegen die Ein-
verleibung Posens in den Deutschen Bund angenommen wird. In der
Versammlung wird die Weigerung der preußischen Regierung, Marx
das Bürgerrecht zu gewähren, erörtert. Marx deckt die wahren
Gründe der von der Regierung gegen ihn getroffenen Maßregeln auf.
Engels berichtet neue Tatsachen über die polizeiliche Verfolgung
der Führer der demokratischen Bewegung, insbesondere von Schap-
per. Die Versammlung wählt eine Deputation, die beauftragt wird,
von den Kölner Behörden die Zurücknahme der Polizeimaßregeln
gegen Marx und Schapper zu fordern.
13./14. August
Marx und Engels nehmen an dem ersten rheinischen Demokraten-Kon-
greß in Köln teil, auf dem 17 demokratische Organisationen durch
Abgeordnete vertreten sind. Der Kongreß bestätigt den früher ge-
wählten Zentralausschuß der drei demokratischen Vereine in Köln,
dem Marx angehört, als Rheinischen Kreisausschuß der Demokraten.
In seiner Rede auf dem Kongreß hebt Engels den Haß der Volksmas-
sen der Rheinprovinz gegen das reaktionäre Preußentum hervor. Der
Kongreß stellt den demokratischen Organisationen die Aufgabe, die
politische Agitation unter den Fabrikarbeitern und Bauern zu ent-
wickeln und in den Dörfern neue Vereine zu bilden, mit denen
ständig Verbindung gehalten wird.
22. August
Marx wendet sich an den preußischen Innenminister Kühlwetter und
fordert, den ungesetzlichen Beschluß der Provinzialregierung auf-
zuheben und ihm seine preußischen Bürgerrechte wiederzugeben.
23. August bis etwa 11. September
Marx unternimmt eine Reise nach Berlin und Wien, um die Verbin-
dungen zu den dortigen demokratischen und Arbeiterorganisationen
zu festigen und ihre Führer zu einem entschlosseneren Kampf gegen
die Konterrevolution in Preußen und Österreich zu veranlassen.
Marx hofft außerdem, Mittel für die "Neue Rheinische Zeitung" zu
bekommen.
25./26. August
Marx ist in Berlin. Er hat Besprechungen mit mehreren Führern der
demokratischen Bewegung, u.a. d'Ester, Jung und Julius.
#572# Anhang und Register
-----
26. August
Engels schreibt die Artikel "Die 'Kölnische Zeitung' über Ita-
lien" und "Die 'Zeitungs-Halle' über die Rheinprovinz", die am
27. August in der "Neuen Rheinischen Zeitung" veröffentlicht wer-
den.
27. August
Marx fährt nach Wien.
28. August
Marx nimmt an der Sitzung des Wiener Demokratischen Vereins teil,
in der man die Lage in Wien nach den Straßenkämpfen am 23. August
erörtert. In seiner Rede unterstreicht Marx, daß das Wesen der
Ereignisse in Wien nicht im Wechsel der Kabinette, sondern, ähn-
lich wie bei den Junikämpfen in Paris, in der Klassenauseinander-
setzung zwischen Bourgeoisie und Proletariat besteht.
28. August bis 6. September
Während seines Aufenthaltes in Wien trifft Marx mit den Führern
der demokratischen und Arbeiterorganisationen zusammen. Unter an-
derem hat er eine Unterredung mit dem Führer der deutsch-tsche-
chischen Fraktion des österreichischen Reichstages, Borros, über
die nationale Frage in Österreich und über die Beziehungen zwi-
schen den tschechischen und deutschen Arbeitern. Marx führt fer-
ner Verhandlungen über finanzielle Mittel für die "Neue Rheini-
sche Zeitung".
30. August
Marx spricht auf der Sitzung des Ersten Wiener Arbeitervereins
über die sozialen Verhältnisse in Westeuropa und über die Rolle
der Arbeiterklasse im revolutionären Kampf.
2. September
Engels schreibt den Artikel "Die Antwerpner Todesurteile". Dieser
Artikel, der die siebzehn zum Tode verurteilten belgischen Demo-
kraten verteidigt, wird von der "Neuen Rheinischen Zeitung" am 3.
September veröffentlicht.
Marx hält in der Versammlung des Ersten Wiener Arbeitervereins
einen längeren Vortrag über Lohnarbeit und Kapital.
4. September
Engels wird aufs neue zum Untersuchungsrichter bestellt, jedoch
nicht mehr als Zeuge, sondern als Mitbeschuldigter in dem Prozeß,
der gegen die "Neue Rheinische Zeitung" wegen des Artikels
"Verhaftungen" angestrengt wurde.
7. September
Die Kölner Demokratische Gesellschaft und die Redaktion der
"Neuen Rheinischen Zeitung" berufen in der Reitbahn eine Volks-
versammlung ein, an der einige tausend Menschen teilnehmen. Es
wird eine Adresse an die Frankfurter Nationalversammlung angenom-
men mit der Forderung, den zwischen der preußischen Regierung und
Dänemark geschlossenen Waffenstillstand abzulehnen, und eine
zweite an die preußische Nationalversammlung, in der gegen den
antidemokratischen Bürgerwehrgesetzentwurf protestiert wird.
Etwa 7. bis 10. September
Auf Grund der Verschärfung der politischen Lage in Preußen be-
schließt Marx, seine Rückkehr nach Köln zu beschleunigen. Er un-
terbricht seine Rückreise in Berlin, wo er seine Verhandlungen
mit den Führern der demokratischen Bewegung fortsetzt und an ei-
ner Sitzung der preußischen Nationalversammlung teilnimmt. Marx
einigt sich mit den polnischen Demokraten über den Empfang von
Mitteln für die "Neue Rheinische Zeitung". Entsprechend dieser
Abmachung sendet Wladislaw Koscielski am 18. September an Marx
zweitausend Taler.
#573# Karl Marx u. Friedrich Engels. Daten März bis November 1848
-----
8. September
Engels schreibt den Artikel "Sturz des Ministeriums der Tat", den
die "Neue Rheinische Zeitung" am 10. September veröffentlicht.
8. und 10. September
In der "Neuen Rheinischen Zeitung" erscheinen die Artikel "Der
dänische Waffenstillstand" und "Der dänisch-preußische Waffen-
stillstand" von Engels.
Um den 10. September
In Köln werden die "Forderungen der Kommunistischen Partei in
Deutschland" als Flugblatt gedruckt und sofort in mehreren Orten
der Rheinprovinz verbreitet.
Etwa 11. September
Marx kehrt nach Köln zurück.
11. September
Engels hält in der Komiteesitzung des Kölner Arbeitervereins
einen längeren Vortrag über die Frage, ob eine Organisation der
Arbeit möglich sei; dabei deckt er die Ursachen des Mißerfolges
der Nationalwerkstätten in Frankreich auf.
11. bis 15. September
In der Artikelserie "Die Krisis und die Kontrerevolution", die in
der "Neuen Rheinischen Zeitung" vom 12. bis 16. September veröf-
fentlicht wird, formuliert Marx die äußerst wichtige These, daß
die nach der Revolution gebildete provisorische Regierung die re-
volutionäre Diktatur des Volkes sein muß, deren Hauptaufgaben die
Organisierung einer entschiedenen Abwehr der Konterrevolution und
die Vernichtung der Überreste der alten Institutionen sind.
11. bis 25. September
Marx, Engels und andere Redaktionsmitglieder der "Neuen Rheini-
schen Zeitung" verstärken die Aufklärungs- und Organisationsar-
beit unter den Volksmassen, um sie für den Kampf gegen die an-
greifende Konterrevolution zu mobilisieren.
12. September
Der preußische Innenminister Kühlwetter teilt Marx als Antwort
auf seine Eingabe mit, er halte den Beschluß der Kölner Behörden,
die Marx das preußische Bürgerrecht verweigern, für gesetzlich.
13. September
Die Redaktion der "Neuen Rheinischen Zeitung", der Kölner Arbei-
terverein und die Demokratische Gesellschaft organisieren eine
Volksversammlung auf dem Frankenplatz in Köln, an der ungefähr
6000 Menschen teilnehmen.
Gemäß einem von Engels unterstützten Antrag Wilhelm Wolffs wählt
die Versammlung einen Sicherheitsausschuß von 30 Personen, dem
Marx und Engels angehören. Die Versammlung nimmt eine von Engels
vorgeschlagene Adresse an die preußische Nationalversammlung an,
die von den Abgeordneten fordert, bei einem Versuch der Regie-
rung, die Versammlung aufzulösen, auf ihren Plätzen zu bleiben,
selbst wenn man Waffengewalt gegen sie anwendet.
17. September
Engels nimmt an der auf Initiative der Kölner demokratischen Or-
ganisationen einberufenen Volksversammlung in Worringen bei Köln
teil, auf der etwa 8000 Menschen anwesend sind. Engels wird zum
Sekretär der Versammlung gewählt. Die Versammlung erklärt sich
für eine demokratisch-soziale, rote Republik, erkennt den Kölner
Sicherheitsausschuß an und erklärt in einer Adresse an die Frank-
furter Nationalversammlung,
#574# Anhang und Register
-----
daß sich alle Versammelten im Falle eines Konfliktes zwischen
Preußen und Deutschland auf die Seite Deutschlands stellen wer-
den. Der Rheinische Kreisausschuß der Demokraten, dem Marx ange-
hört, gibt die Einberufung des zweiten Demokraten-Kongresses der
Rheinprovinz und Westfalens zum 24. September bekannt.
19./20. September
Engels schreibt die Artikel "Die Ratifikation des Waffenstill-
standes" und "Der Aufstand in Frankfurt", die am 20. und 21. Sep-
tember in der "Neuen Rheinischen Zeitung" veröffentlicht werden.
20. September
Auf Grund der Ratifikation des Waffenstillstandes mit Dänemark
durch die Frankfurter Nationalversammlung und des Aufstandes in
Frankfurt berufen der Sicherheitsausschuß, die Demokratische Ge-
sellschaft und der Arbeiterverein in Köln eine Volksversammlung
im Eiserschen Saal ein. Die Versammlung versichert in einer Pro-
klamation den Aufständischen in Frankfurt ihre Solidarität und
erklärt die Mitglieder der Frankfurter Nationalversammlung, die
für die Ratifikation des Waffenstillstandes stimmten, zu Volks-
verrätern. Engels hält auf der Versammlung eine Rede, in der er
den schmählichen Beschluß der Frankfurter Nationalversammlung
brandmarkt und die Versammlung über den Verlauf des Aufstandes in
Frankfurt informiert.
23. September
Die Proklamation der Volksversammlung vom 20. September wird in
der "Neuen Rheinischen Zeitung" veröffentlicht und außerdem als
Flugblatt in der Stadt verbreitet. Die Expedition der "Neuen
Rheinischen Zeitung" erklärt sich gleichzeitig bereit, Beiträge
zur Unterstützung der Frankfurter Aufständischen und ihrer Fami-
lien entgegenzunehmen.
25. September
Die Kölner Prokuratur leitet gegen Engels, Wilhelm Wolff und Bür-
gers wegen Verschwörung gegen die bestehende Ordnung und wegen
ihres Auftretens auf den Volksversammlungen in Köln ein Gerichts-
verfahren ein.
Der Reichsjustizminister gibt der Kölner Prokuratur die Anwei-
sung, die gerichtliche Verfolgung des Sicherheitsausschusses, dem
Marx und Engels angehören, sowie der Demokratischen Gesellschaft,
des Arbeitervereins und in Verbindung mit dem Beschluß der Volks-
versammlung in Köln am 20. September 1848 der Expedition der
"Neuen Rheinischen Zeitung" aufzunehmen.
25. September morgens
Marx kommt zur Sitzung des auf diesen Tag verschobenen zweiten
Demokraten-Kongresses der Rheinprovinz und Westfalens; infolge
der frühmorgens von der Polizei durchgeführten provokatorischen
Verhaftungen von Führern der Kölner demokratischen und Arbeiter-
organisationen (Schapper, Becker u.a.) findet die Sitzung nicht
statt.
25. September vormittags
Marx spricht in der Versammlung des Arbeitervereins im Gasthaus
"Im Kranz" am Altenmarkt und versucht, die versammelten Arbeiter
davon zu überzeugen, daß sie sich von der Polizei nicht provozie-
ren lassen dürfen. Er erklärt, daß der Zeitpunkt für einen be-
waffneten Aufstand noch nicht gekommen sei, daß eine vorzeitige
Aktion in einem Putsch enden
#575# Karl Marx u. Friedrich Engels. Daten März bis November 1848
-----
wird, der die Arbeiterklasse am Vorabend des entscheidenden Tages
ihrer Kampfkraft beraubt.
25. September nachmittags
In einer gemeinsamen Sitzung der Demokratischen Gesellschaft und
des Arbeitervereins im Eiserschen Saal warnen Marx und seine An-
hänger die Versammelten vor verfrühten Aktionen.
26. September
In Köln wird der Belagerungszustand verhängt und auf Befehl des
Militärkommandanten das Erscheinen der "Neuen Rheinischen Zei-
tung" und anderer demokratischer Blätter verboten.
Nach dem 26. September
Engels muß Köln wegen der drohenden Verhaftung verlassen. Einige
Tage verbirgt sich Engels in Barmen und fährt dann nach Brüssel.
28. September
In einem Extrablatt teilen die Geranten allen Abonnenten das Ver-
bot der "Neuen Rheinischen Zeitung" mit und geben gleichzeitig
ihrer Überzeugung Ausdruck, daß bereits in wenigen Tagen die Zei-
tung wieder herausgegeben werden kann.
30.September
Die Geranten der "Neuen Rheinischen Zeitung" kündigen die bevor-
stehende Aufhebung des Belagerungszustandes in Köln und das Wie-
dererscheinen der Zeitung ab 5. Oktober an.
Ende September bis Mitte Oktober
Marx kämpft beharrlich für die Wiederherausgabe der "Neuen Rhei-
nischen Zeitung" und überwindet dabei große finanzielle und orga-
nisatorische Schwierigkeiten, die durch das Verbot der Zeitung
entstanden sind. Er stellt seine persönlichen Geldmittel zur Ver-
fügung, um Ausgaben und Verpflichtungen der Zeitung zu decken.
1. Oktober
Die Kölner Prokuratur leitet eine gerichtliche Untersuchung gegen
Marx, Engels und andere Redakteure der "Neuen Rheinischen Zei-
tung" ein wegen der Veröffentlichung der anonymen Feuilletons
"Leben und Taten des berühmten Ritters Schnapphahnski", deren
Verfasser Georg Weerth war; außerdem werden sie verdächtigt, den
Entwurf des Beschlusses der Volksversammlung in Köln vom 20. Sep-
tember 1848 verfaßt zu haben.
3. Oktober
Anläßlich der Aufhebung des Belagerungszustandes in Köln gibt der
Gerant der "Neuen Rheinischen Zeitung" ein Extrablatt heraus, in
dem er das bevorstehende Wiedererscheinen der Zeitung ankündigt
und zum Abonnement für das 4. Quartal auffordert.
Der Staatsprokurator erläßt einen Befehl zur Fahndung nach Engels
und zu seiner Verhaftung, dem die Personenbeschreibung von Engels
beigefügt ist.
Nach dem 3. Oktober
Marx schlägt Freiligrath vor, in die Redaktion der "Neuen Rheini-
schen Zeitung" einzutreten. Freiligrath stimmt zu.
Etwa 4. Oktober
Engels trifft mit Dronke, der ebenfalls aus Köln flüchten mußte,
in Brüssel ein.
4. Oktober
Die Brüsseler Polizei verhaftet Engels und Dronke, transportiert
sie ins Gefängnis und bringt sie dann etappenweise an die franzö-
sische Grenze, von wo aus sich beide nach Paris begeben.
#576# Anhang und Register
-----
5. Oktober
Engels und Dronke treffen in Paris ein.
Etwa 10. Oktober
Nach einigen Tagen Aufenthalt in Paris begibt sich Engels zu Fuß
auf den Weg nach der Schweiz mit der Absicht, bei der erstbesten
Gelegenheit nach Köln zurückzukehren. Unterwegs macht sich Engels
mit den Lebensbedingungen und der politischen Meinung der franzö-
sischen Bauern bekannt.
Etwa 12. Oktober
Der Kölner Arbeiterverein schickt eine Delegation zu Marx mit der
Bitte, die Leitung des Vereins zu übernehmen.
12. Oktober
Es erscheint Nr. 114 der "Neuen Rheinischen Zeitung", die erste
Nummer nach der Aufhebung des Belagerungszustandes in Köln. Die
Mitteilung über das Wiedererscheinen der Zeitung, von Marx als
Chefredakteur unterschrieben, gibt den Eintritt von Ferdinand
Freiligrath in das Redaktionskollegium bekannt. In der Zeitung
erscheint von Marx der Artikel "Revolution in Wien".
Marx schreibt den Artikel "Die 'Kölnische Revolution'", der am
13. Oktober in der "Neuen Rheinischen Zeitung" veröffentlicht
wird.
14. Oktober
Die "Neue Rheinische Zeitung" bringt die von Marx verfaßten Arti-
kel "Das Ministerium Pfuel" und "Thiers" Rede über eine allge-
meine Hypothekenbank mit Zwangskurs".
Zweite Hälfte des Oktober bis Anfang November
Marx, der dem Kampf der Wiener Bevölkerung gegen die feudal-mon-
archistische Konterrevolution gewaltige Bedeutung beimißt,
schreibt für die "Neue Rheinische Zeitung" eine Artikelserie
"über den Verlauf des Aufstandes in Wien.
16. Oktober
In der Komiteesitzung des Kölner Arbeitervereins stimmt Marx zu,
zeitweilig den Platz des Präsidenten im Arbeiterverein einzuneh-
men. Marx spricht auf der Sitzung über die revolutionäre Rolle
der deutschen Arbeiter, besonders während des Wiener Aufstandes.
Auf seinen Vorschlag wird eine Begrüßungsadresse an den Wiener
Arbeiterverein angenommen.
18. Oktober
Marx schreibt die Artikel "Antwort des Königs von Preußen an die
Deputation der Nationalversammlung" und "Antwort Friedrich Wil-
helm IV. an die Deputation der Bürgerwehr"; die Artikel werden in
der "Neuen Rheinischen Zeitung" am 19. und 20. Oktober veröffent-
licht.
22. Oktober
In der "Neuen Rheinischen Zeitung" erscheinen von Marx die Arti-
kel
"Die 'Reforme' über die Juniinsurrektion", "Die englisch-franzö-
sische Vermittlung in Italien" und "Der 'konstitutionelle Muster-
staat'". Die allgemeine Versammlung des Kölner Arbeitervereins
bestätigt Marx als Präsidenten des Vereins. Marx hält in der Ver-
sammlung eine Rede über das in Deutschland bestehende System der
indirekten Wahlen. Die Versammlung wählt Beust als Deputierten
zum zweiten demokratischen Kongreß in Berlin, wo dieser ein Pro-
gramm darlegt, dem. die "Forderungen der Kommunistischen Partei
in Deutschland" zugrunde liegen.
Etwa 24. Oktober
Engels trifft in Genf ein.
Etwa 26. Oktober
In einem Brief an Engels nach Genf teilt Marx diesem das Wieder-
erscheinen der "Neuen Rheinischen Zeitung" mit und bittet ihn,
Korrespondenzen und Artikel zu schicken.
#577# Karl Marx u. Friedrich Engels. Daten März bis November 1848
-----
28. Oktober
Marx schildert in dem am folgenden Tag veröffentlichten Artikel
"Der Staatsprokurator 'Hecker' und die 'Neue Rheinische Zeitung'"
die Verfolgungen der Redaktion der Zeitung.
Ende Oktober bis November
Engels schreibt den Reisebericht "Von Paris nach Bern". Der Be-
richt bleibt unvollendet.
Anfang November
Nach einigen Tagen Aufenthalt in Genf begibt sich Engels nach
Lausanne, wo er mit dem Lausanner Arbeiterverein Verbindung auf-
nimmt.
2. November
Marx verfaßt den Artikel "Die Pariser 'Réforme' über die franzö-
sischen Zustände" und kritisiert in dem Artikel "Aufruf des demo-
kratischen Kongresses an das deutsche Volk" die Inhaltslosigkeit
und Halbheit dieses Dokuments. Beide Artikel werden am 3. Novem-
ber in der "Neuen Rheinischen Zeitung" veröffentlicht.
6. November
Marx schreibt den Artikel "Sieg der Kontrerevolution zu Wien",
der am 7. November in der "Neuen Rheinischen Zeitung" erscheint.
Marx teilt in der Komiteesitzung des Kölner Arbeitervereins mit,
daß Wien gefallen ist. Er unterstreicht, daß es den österreichi-
schen Truppen nur durch den Verrat der Bourgeoisie gelang, die
Stadt zu nehmen.
zurück