Quelle: MEW 6 November 1848 - Juli 1849


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       Der magyarische Kampf [204]
       
       ["Neue Rheinische Zeitung" Nr. 194 vom 13. Januar 1849]
       * Köln,  im Januar.  Während in  Italien bereits der erste Gegen-
       schlag gegen  die Kontrerevolution  des letzten Sommers und Herb-
       stes eintritt  1*), wird  in den  ungarischen Ebenen  der  letzte
       Unterdrückungskampf    gegen     die    unmittelbar    aus    der
       Februarrevolution hervorgegangene  Bewegung vollendet.  Die  neue
       ilalienische Bewegung ist das Vorspiel der Bewegung von 1849, der
       Krieg gegen  die Magyaren  das Nachspiel  der Bewegung  von 1848.
       Wahrscheinlich wird  sich dies  Nachspiel noch  in das neue Drama
       hinüberziehen, das sich in der Stille vorbereitet.
       Heroisch, wie  die ersten  rasch aufeinanderfolgenden  Szenen der
       48er Revolutionstragödie,  wie der Fall von Paris und Wien, wohl-
       tuend heroisch  nach den  teils matten,  teils  kleinlichen  Zwi-
       schenszenen zwischen  Juni und  Oktober, ist  auch das Nachspiel.
       Der letzte  Akt von  1848 spielt  hinüber in  den ersten von 1849
       durch den Terrorismus.
       Zum ersten  Mal in  der revolutionären Bewegung von 1848, zum er-
       sten Mal  seit 1793,  wagt es  eine von  der kontrerevolutionären
       Übermacht umzingelte  Nation, der feigen kontrerevolutionären Wut
       die revolutionäre  Leidenschaft, der  terreur blanche die terreur
       rouge 1*)  entgegenzustellen. Zum  ersten Male  seit langer  Zeit
       finden wir  einen wirklich  revolutionären Charakter, einen Mann,
       der den Handschuh des Verzweiflungskampfes im Namen "eines Volkes
       aufzunehmen wagt, der für seine Nation Danton und Carnot in einer
       Person ist - Ludwig Kossuth.
       Die  Übermacht   ist  furchtbar.   Ganz  Österreich,   voran   16
       Mill[ionen] fanatisierte Slawen, gegen 4 Millionen Magyaren.
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       1*) Siehe vorl.  Band, S. 77-80 - 2*) dem weißen Terror den roten
       Terror
       
       #166# Karl Marx/Friedrich Engels - "Neue Rheinische Zeitung"
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       Der Aufstand in Masse, die nationale Waffenfabrikation, die Assi-
       gnaten, der  kurze Prozeß  mit jedem, der die revolutionäre Bewe-
       gung hemmt,  die Revolution in Permanenz, kurz alle Hauptzüge des
       glorreichen Jahres  1793 finden wir wieder in dem von Kossuth be-
       waffneten, organisierten,  enthusiasmierten Ungarn. Diese revolu-
       tionäre Organisation, die sozusagen binnen 24 Stunden fertig sein
       muß bei  Strafe des  Untergangs, sie  fehlte in  Wien, sonst wäre
       Windischgrätz nie  hineingekommen. Wir  wollen sehen,  ob er nach
       Ungarn hineinkommt, trotz dieser revolutionären Organisation.
       Sehen wir uns den Kampf und die kämpfenden Parteien näher an.
       Die  österreichische  Monarchie  ging  hervor  aus  dem  Versuch,
       Deutschland in  derselben Weise  zu einer  einzigen Monarchie  zu
       vereinigen, wie die französischen] Könige bis auf Ludwig XI. dies
       in Frankreich durchführten. Der Versuch scheiterte an der erbärm-
       lichen Lokalborniertheit  der Deutschen  wie der Österreicher und
       an dem  entsprechenden kleinkrämerhaften  Geiste des Hauses Habs-
       burg. Anstatt ganz Deutschlands erhielten die Habsburger nur die-
       jenigen  süddeutschen   Länder,  die   im  direkten   Kampfe  mit
       vereinzelten Slawenstämmen lagen oder in denen ein deutscher Feu-
       daladel und  eine deutsche  Bürgerschaft vereint unterjochte Sla-
       wenstämme beherrschten. In beiden Fällen hatten die Deutschen je-
       der Provinz  Unterstützung von  außen nötig.  Diese Unterstützung
       ward ihnen  durch die Assoziation gegen die Slawen, und diese As-
       soziation kam  zustande durch die Vereinigung der fraglichen Pro-
       vinzen unter dem habsburgischen Zepter. [166]
       So entstand  Deutsch-Österreich. Man braucht nur im ersten besten
       Kompendium nachzulesen,  wie die  österreichische  Monarchie  zu-
       stande kam,  wie sie  sich wieder  trennte und  abermals zustande
       kam, alles  im Kampfe  gegen die Slawen, um zu sehen, wie richtig
       diese Darstellung ist.
       An Deutsch-Österreich  stößt Ungarn. In Ungarn führten die Magya-
       ren denselben  Kampf wie die Deutschen in Deutsch-Österreich. Der
       zwischen slawischen  Barbaren vorgeschobene deutsche Keil im Erz-
       herzogtume Österreich  und Steiermark  bot dem ebenfalls zwischen
       slawischen  Barbaren  vorgeschobenen  magyarischen  Keil  an  der
       Leitha die  Hand. Wie  im Süden  und Norden,  in Böhmen,  Mähren,
       Kärnten und Krain der deutsche Adel slawische Stämme beherrschte,
       germanisierte und damit in die europäische Bewegung hineinriß, so
       beherrschte im  Süden und  Norden, in Kroatien, Slawonien und den
       Karpatenländern magyarischer Adel ebenfalls slawische Stämme. Die
       Interessen beider waren dieselben, die Gegner beider waren natür-
       liche Verbündete.  Die Allianz  der Magyaren und der österreichi-
       schen Deutschen  war eine  Notwendigkeit. Es fehlte nur noch eine
       große Tatsache,  ein gewaltiger Angriff auf beide, um diese Alli-
       anz unauflöslich zu machen. Diese Tatsache
       
       #167# Der magyarische Kampf
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       kam mit der Eroberung des byzantinischen Reichs durch die Türken.
       Die Türken  bedrohten Ungarn und in zweiter Instanz Wien, und Un-
       garn kam auf Jahrhunderte unauflöslich an das Haus Habsburg.
       Aber die gemeinsamen Gegner beider wurden allmählich schwach. Das
       türkische Reich  verfiel in Ohnmacht, und die Slawen verloren die
       Kraft, sich  gegen die Magyaren und Deutschen zu erheben. Ja, ein
       Teil des in den slawischen Ländern herrschenden deutschen und ma-
       gyarischen Adels nahm slawische Nationalität an, und damit wurden
       die slawischen  Nationen selbst  an der Erhaltung einer Monarchie
       interessiert, die  den Adel  mehr und gegen die sich entwickelnde
       deutsche und  magyarische Bürgerschaft zu schützen hatte. Die na-
       tionalen Gegensätze verschwanden, und das Haus Habsburg nahm eine
       andere Politik  an. Dasselbe  Haus Habsburg,  das  sich  auf  den
       Schultern der  deutschen Spießbürgerschaft auf den deutschen Kai-
       serthron geschwungen  hatte, wurde  entschiedener als  irgendeine
       andere Dynastie  der Vertreter des Feudaladels gegenüber der Bür-
       gerschaft.
       In diesem  Sinne beteiligte  sich Östreich an der Teilung Polens.
       Die großen  galizischen Starosten und Woiwoden, die Potockis, Lu-
       bomirskis und Czarloryskis verrieten Polen an Östreich und wurden
       die treuesten  Stützen des Hauses Habsburg, das ihnen dafür ihren
       Besitz gegen  die Angriffe des niedern Adels und der Bürgerschaft
       garantierte.
       Aber die  Bürgerschaft der  Städte gewann immer mehr Reichtum und
       Einfluß, und  der mit  der Industrie fortschreitende Ackerbau gab
       den Bauern  eine veränderte  Stellung gegen  die Grundherren. Die
       Bewegung der Bürger und Bauern gegen den Adel wurde immer drohen-
       der. Und  da die  Bewegung der Bauern, die überall die Träger der
       nationalen und  lokalen Borniertheit  sind, notwendig eine lokale
       und nationale  ist, so tauchten mit ihr zugleich die alten natio-
       nalen Kämpfe wieder auf.
       In dieser Lage der Dinge machte Metternich sein Meisterstück. Mit
       Ausnahme der  allermächtigsten Feudalbarone  nahm er  dem übrigen
       Adel allen Einfluß auf die Staatsleitung. Der Bourgeoisie nahm er
       ihre Kraft, indem er die mächtigsten Finanzbarone für sich gewann
       - er  mußte es  wohl, die  Finanzen zwangen ihn dazu. So gestützt
       auf die  hohe Feudalität und die hohe Finanz, sowie auf die Büro-
       kratie und  die Armee,  erreichte er am vollständigsten von allen
       seinen Rivalen das Ideal der absoluten Monarchie. Die Bürger- und
       Bauern jeder  Nation hielt er durch den Adel derselben Nation und
       die Bauern  jeder andern  Nation, den Adel jeder Nation durch die
       Furcht vor den Bürgern und Bauern ihrer Nation im Zaume. Die ver-
       schiedenen Klasseninteressen,  Nationalborniertheiten und  Lokal-
       vorurteile, so  kompliziert sie  waren, hielten  sich gegenseitig
       vollständig im Schach und erlaubten dem alten Gauner
       
       #168# Karl Marx/Friedrich Engels - "Neue Rheinische Zeitung"
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       Metternich die  freieste Bewegung.  Wie weit er es in dieser Völ-
       keraneinanderhetzung   gebracht,    beweisen   die    galizischen
       Mordszenen [205],  wo Metternich  die demokratische, im Interesse
       der Bauern  begonnene polnische  Bewegung durch  die religiös und
       national   fanatisierten   ruthenischen   [206]   Bauern   selbst
       unterdrückte.
       Das Jahr  1848 brachte  zuerst die  furchtbarste Verwirrung  nach
       Östreich, indem es alle diese verschiedenen, bisher durch Metter-
       nich einander knechtenden Stämme einen Moment freiließ. Deutsche,
       Magyaren, Tschechen,  Polen, Mähren, Slowaken, Kroaten, Ruthenen,
       Rumänen, Illyrier,  Serben gerieten  untereinander  in  Konflikt,
       während in jeder dieser Nationen die einzelnen Klassen sich eben-
       falls bekämpften.  Aber bald  kam Ordnung in diesen Wirrwarr. Die
       Streitenden teilten  sich in  zwei große Heerlager; auf der einen
       Seite der  Revolution die  Deutschen, Polen und Magyaren; auf der
       Seite der Kontrerevolution die übrigen, die sämtlichen Slawen mit
       Ausnahme der Polen, die Rumänen und die siebenbürgischen Sachsen.
       Woher kömmt  diese Scheidung nach Nationen, welche Tatsachen lie-
       gen ihr zugrunde?
       Diese Scheidung  entspricht der  ganzen bisherigen Geschichte der
       fraglichen Stämme.  Sie ist  der Anfang der Entscheidung über das
       Leben oder den Tod aller dieser großen und kleinen Nationen.
       Die ganze  frühere Geschichte Östreichs beweist es bis auf diesen
       Tag, und das Jahr 1848 hat es bestätigt. Unter allen den Nationen
       und Natiönchen  Östreichs sind nur drei, die die Träger des Fort-
       schritts waren,  die aktiv  in die Geschichte eingegriffen haben,
       die noch  jetzt lebensfähig  sind - die Deutschen, die Polen, die
       Magyaren. Daher sind sie jetzt revolutionär.
       Alle andern  großen und  kleinen Stämme und Völker haben zunächst
       die Mission, im revolutionären Weltsturm unterzugehen. Daher sind
       sie jetzt kontrerevolutionär.
       Was die  Polen betrifft, so verweisen wir auf unsern Artikel über
       die Polendebatte  in Frankfurt 1*). Um ihren revolutionären Geist
       zu bändigen,  appellierte schon Metternich an die Ruthenen, einen
       durch etwas  verschiedenen Dialekt und namentlich durch die grie-
       chische Religion  sich von  den Polen unterscheidenden Stamm, der
       von jeher zu Polen gehört hatte und erst durch Metternich erfuhr,
       daß die Polen seine Unterdrücker seien. Als ob nicht im alten Po-
       len die  Polen selbst,  ebensogut wie  die Ruthenen,  unterdrückt
       worden seien,  als ob  unter östreichischer Herrschaft Metternich
       nicht ihr gemeinsamer Unterdrücker gewesen sei!
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       1*) Siehe Band 5 unserer Ausgabe, S. 319-363
       
       #169# Der magyarische Kampf
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       Soviel über  Polen und Ruthenen, die durch Geschichte und geogra-
       phische Lage  übrigens so  sehr vom  eigentlichen Österreich  ge-
       trennt sind,  daß wir  vor allen Dingen sie beseitigen mußten, um
       mit dem übrigen Völkerwirrwarr ins reine zu kommen.
       Bemerken wir  indes vorher noch, daß es bei den Polen große poli-
       tische Einsicht  und echt  revolutionären Sinn  verrät, wenn  sie
       jetzt im  Bunde mit ihren alten Feinden, den Deutschen und Magya-
       ren, gegen  die panslawistische  Kontrerevolution auftreten.  Ein
       slawisches Volk,  dem die  Freiheit lieber ist als das Slawentum,
       beweist allein  dadurch seine Lebensfähigkeit, sichert sich schon
       dadurch seine Zukunft.
       Nun zum eigentlichen Österreich.
       Österreich, südlich  von Sudeten  und Karpaten,  das obere Elbtal
       und das  mittlere Donaugebiet, bildet ein im früheren Mittelalter
       ausschließlich von  Slawen bewohntes  Land. Diese  Slawen gehören
       nach Sprache  und Sitten  demselben Stamm  an wie  die Slawen der
       Türkei, die Serben, Bosniaken, Bulgaren und thrazischen und maze-
       donischen Slawen,  dem Stamme  der, im  Gegensatz gegen Polen und
       Russen, sogenannten Südslawen. Außer diesen verwandten slawischen
       Stämmen war  das ungeheure Gebiet vom Schwarzen Meer bis zum Böh-
       merwald und  den Tiroler  Alpen nur  noch im Süden des Balkan von
       einzelnen Griechen,  im Unterdonaugebiet  von zersprengten, roma-
       nisch redenden Walachen bewohnt.
       Zwischen diese  kompakte slawische  Masse schoben sich von Westen
       die Deutschen,  von Osten  die Magyaren keilförmig ein. Das deut-
       sche Element eroberte den westlichen Teil von Böhmen und drang zu
       beiden Seiten der Donau bis über die Leitha vor. Das Erzherzogtum
       Östreich, ein  Teil von  Mähren, der  größte Teil  von Steiermark
       wurden germanisiert  und trennte  so die Tschechen und Mähren von
       den Kärntnern  und Krainern.  Ebenso wurde  Siebenbürgen und  das
       mittlere Ungarn bis an die deutsche Grenze ganz von Slawen gerei-
       nigt und  von den Magyaren besetzt, die hier die Slowaken und ei-
       nige ruthenische Gegenden (im Norden) von den Serben, Kroaten und
       Slawoniern trennten  und sich  alle diese Völker unterwarfen. Die
       Türken endlich  unterjochten, nach  dem Vorgange  der Byzantiner,
       die Slawen  südlich von Donau und Save, und die historische Rolle
       der Südslawen war für immer ausgespielt.
       Der letzte  Versuch der  Südslawen, selbständig in die Geschichte
       einzugreifen, war  der Hussitenkrieg,  ein tschechisch-nationaler
       Bauernkrieg religiöser  Fahne gegen  deutschen Adel  und deutsche
       kaiserliche  Oberherrschaft.  Der  Versuch  scheiterte,  und  die
       Tschechen blieben seitdem ununterbrochen ans Schlepptau des deut-
       schen Reichs gefesselt.
       
       #170# Karl Marx/Friedrich Engels - "Neue Rheinische Zeitung"
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       Dagegen übernahmen ihre Besieger, die Deutschen und Magyaren, die
       geschichtliche  Initiative   in  den   Donaugegenden.  Ohne   die
       Deutschen und  namentlich ohne  die Magyaren  wären die Südslawen
       türkisch geworden, wie ein Teil es wirklich wurde - ja mohammeda-
       nisch, wie  die slawischen Bosniaken noch heute sind. Und das ist
       ein Dienst,  den die  österreichischen Südslawen  selbst mit  der
       Vertauschung ihrer  Nationalität gegen die deutsche oder magyari-
       sche nicht zu teuer bezahlen.
       Die türkische  Invasion des  15. und  16.  Jahrhunderts  war  die
       zweite Auflage  der arabischen  aus dem  8. Jahrhundert. Der Sieg
       Karl Martells  [207] ward unter den Mauern Wiens und in den unga-
       rischen Ebenen  aber  und  abermals  erfochten.  Wie  damals  bei
       Poitiers, wie  nachher bei  Wahlstatt [208] beim Mongoleneinfall,
       war hier wieder die ganze europäische Entwicklung bedroht. Und wo
       es galt,  diese zu  retten, da sollte es auf ein paar längst zer-
       fallene, ohnmächtig  gewordene Nationalitäten  ankommen, wie  die
       österreichischen Slawen, die obendrein ja mitgerettet wurden?
       Wie nach außen, so nach innen. Die treibende Klasse, die Trägerin
       der Bewegung,  die Bürgerschaft,  war überall deutsch oder magya-
       risch. Die  Slawen haben  es schwer,  die Südslawen aber nur ganz
       stellenweise zu einer nationalen Bürgerschaft bringen können. Und
       mit der  Bürgerschaft war die industrielle Macht, war das Kapital
       in deutschen resp. magyarischen Händen, entwickelte sich deutsche
       Bildung, kamen  die Slawen auch intellektuell unter die Botmäßig-
       keit der Deutschen, selbst bis nach Kroatien hinein. Dasselbe ge-
       schah, nur  später und  deshalb in  geringerem Maße in Ungarn, wo
       die Magyaren  gemeinsam mit  den Deutschen die intellektuelle und
       kommerzielle Leitung  übernahmen. Die  ungarischen Deutschen sind
       aber, trotz  der beibehaltenen deutschen Sprache, nach Gesinnung,
       Charakter und  Sitte echte  Magyaren geworden.  Nur die neueinge-
       führten Bauernkolonisten, die Juden und die Sachsen in Siebenbür-
       gen, machen  eine Ausnahme  und steifen sich auf die Beibehaltung
       einer absurden Nationalität mitten in fremdem Lande.
       Und wenn  die Magyaren  in  der  Zivilisation  etwas  hinter  den
       Deutschösterreichern zurückgeblieben  waren, so  haben sie in der
       neueren Zeit  durch ihre politische Tätigkeit dies glänzend nach-
       geholt. Von  1830-1848 existierte  in Ungarn  allein mehr politi-
       sches Leben  als in  ganz Deutschland, wurden die feudalen Formen
       der alten ungarischen Verfassung im demokratischen Interesse bes-
       ser ausgebeutet  als die modernen Formen der süddeutschen Konsti-
       tutionen. Und  wer stand hier an der Spitze der Bewegung? Die Ma-
       gyaren.  Wer   unterstützte  die  österreichische  Reaktion?  Die
       Kroaten und Slawonier.
       Dieser magyarischen  Bewegung sowie der wiedererwachenden politi-
       schen
       
       #171# Der magyarische Kampf
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       Bewegung in  Deutschland gegenüber stifteten die österreichischen
       Slawen einen Sonderbund: den Panslawismus [209].
       Der Panslawismus  ist entstanden  nicht in Rußland oder in Polen,
       sondern in  Prag und  in Agram.  Der Panslawismus ist die Allianz
       aller kleinen  slawischen Nationen und Natiönchen Österreichs und
       in zweiter  Linie der Türkei zum Kampf gegen die österreichischen
       Deutschen, die Magyaren und eventuell die Türken. Die Türken kom-
       men nur  zufällig herein und können, als ebenfalls ganz herunter-
       gekommene Nation, ganz außer Frage bleiben. Der Panslawismus ist,
       seiner  Grundtendenz  nach,  gegen  die  revolutionären  Elemente
       Österreichs gerichtet und daher von vornherein reaktionär.
       Der Panslawismus  bewies diese  reaktionäre Tendenz  sofort durch
       einen doppelten  Verrat: indem  er die  einzige slawische Nation,
       die bis jetzt revolutionär auftrat, die Polen, seinen kleinlichen
       Nationalborniertheiten opferte  und sich  und Polen an den russi-
       schen Zaren verkaufte.
       Der direkte Zweck des Panslawismus ist die Herstellung eines sla-
       wischen Reichs  vom Erzgebirge und den Karpaten bis ans Schwarze,
       Ägäische und  Adriatische Meer unter russischer Botmäßigkeit, ei-
       nes Reichs, das außer der deutschen, italienischen, magyarischen,
       walachischen, türkischen,  griechischen und albanesischen Sprache
       noch ungefähr  ein Dutzend  slawischer Sprachen und Hauptdialekte
       umfassen würde.  Das ganze  zusammengehalten nicht durch die Ele-
       mente, die bisher Östreich zusammenhielten und entwickelten, son-
       dern durch die abstrakte Eigenschaft des Slawentums und die soge-
       nannte slawische Sprache, die allerdings der Mehrzahl der Einwoh-
       ner gemeinsam. Aber wo existiert dies Slawentum als in den Köpfen
       einiger Ideologen,  wo die "slawische Sprache" als in der Phanta-
       sie der  Herren Palacký,  Gaj und  Konsorten und annähernd in der
       altslawischen Litanei  der russischen Kirche, die kein Slawe mehr
       versteht? In  der Wirklichkeit  haben alle  diese Völker die ver-
       schiedensten Zivilisationsstufen,  von der  (durch Deutsche)  auf
       einen ziemlich  hohen Grad  entwickelten modernen  Industrie  und
       Bildung Böhmens  bis herab  zu der  fast nomadischen Barbarei der
       Kroaten und  Bulgaren, und  in der  Wirklichkeit haben alle diese
       Nationen daher  die entgegengesetztesten Interessen. In der Wirk-
       lichkeit besteht  die slawische Sprache dieser zehn bis zwölf Na-
       tionen aus  ebensoviel meist einander unverständlichen Dialekten,
       die sich  sogar auf  verschiedene Hauptstämme (tschechisch, illy-
       risch, serbisch,  bulgarisch) reduzieren  lassen, die  durch  die
       gänzliche Vernachlässigung  aller Literatur  und die  Roheit  der
       meisten Völker  zu reinem  Patois geworden sind und die mit wenig
       Ausnahmen stets  eine fremde  nichtslawische Sprache als Schrift-
       sprache über  sich hatten.  Die panslawistische  Einheit ist also
       entweder eine reine Schwärmerei oder aber - die russische Knute.
       
       #172# Karl Marx/Friedrich Engels - "Neue Rheinische Zeitung"
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       Und welche Nationen sollen an die Spitze dieses großen Slawenrei-
       ches treten?  Gerade dieselben,  die  seit  tausend  Jahren  zer-
       sprengt, zersplittert,  von andern,  nichtslawischen Völkern ihre
       Zufuhr an  lebens- und  entwicklungsfähigen Elementen  a u f g e-
       d r ä n g t   bekamen, die durch die siegreichen Waffen nichtsla-
       wischer Völker vor dem Untergange in türkischer Barbarei gerettet
       wurden, kleine, überall voneinander getrennte, ohnmächtige, ihrer
       Nationalkraft beraubte  Stämme von  ein paar Tausend bis zu nicht
       zwei Millionen! So schwach sind sie geworden, daß z.B. der Stamm,
       der im  Mittelalter der  kräftigste  und  furchtbarste  war,  die
       Bulgaren, jetzt  in der  Türkei nur noch wegen ihrer Sanftmut und
       Schwachherzigkeit bekannt  sind und ihren Ruhm darin setzen, sich
       dobre chrisztian,  guter Christ,  zu nennen!  Wo ist ein einziger
       dieser Stämme,  die Tschechen  und Serben  nicht ausgenommen, der
       eine nationale  geschichtliche Tradition  besitzt, die  im  Volke
       lebt und über die kleinsten Lokalkämpfe hinausgeht?
       Die Zeit  des Panslawismus  war im 8. und 9. Jahrhundert, als die
       Südslawen noch ganz Ungarn und Östreich innehatten und Byzanz be-
       drohten. Konnten  sie da  der deutschen und magyarischen Invasion
       nicht widerstehen,  konnten sie die Unabhängigkeit nicht gewinnen
       und ein  haltbares Reich  bilden, selbst  als ihre beiden Feinde,
       die Magyaren  und Deutschen,  sich gegenseitig zerfleischten, wie
       wollen sie es jetzt, nach tausendjähriger Unterjochung und Entna-
       tionalisierung?
       Es ist  kein Land in Europa, das nicht in irgendeinem Winkel eine
       oder mehrere  Völkerruinen besitzt,  Überbleibsel einer  früheren
       Bewohnerschaft, zurückgedrängt  und unterjocht  von  der  Nation,
       welche später  Trägerin der  geschichtlichen  Entwicklung  wurde.
       Diese Reste  einer von  dem Gang  der Geschichte, wie Hegel sagt,
       unbarmherzig zertretenen Nation, diese  V ö l k e r a b f ä l l e
       werden jedesmal  und bleiben  bis zu  ihrer gänzlichen Vertilgung
       oder Entnationalisierung die fanatischen Träger der Kontrerevolu-
       tion, wie  ihre ganze  Existenz überhaupt schon ein Protest gegen
       eine große geschichtliche Revolution ist.
       So in  Schottland die Galen, die Stützen der Stuarts von 1640 bis
       1745. So  in Frankreich  die Bretonen,  die Stützen der Bourbonen
       von 1792 bis 1800.
       So in Spanien die Basken, die Stützen des Don Carlos.
       So in  Östreich die panslawistischen Südslawen, die weiter nichts
       sind als  der Völkerabfall einer höchst verworrenen tausendjähri-
       gen Entwicklung. Daß dieser ebenfalls höchst verworrene Völkerab-
       fall sein Heil nur in der Umkehr der ganzen europäischen Bewegung
       sieht, die für ihn nicht von Westen nach Osten, sondern von Osten
       nach Westen gehen sollte, daß die befreiende Waffe,
       
       #173# Der magyarische Kampf
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       das Band  der Einheit  für ihn  die  r u s s i s c h e  K n u t e
       ist - das ist das Natürlichste von der Welt.
       Die Südslawen  hatten also ihren reaktionären Charakter schon vor
       1848 deutlich  ausgesprochen. Das  Jahr 1848 hat ihn offen an den
       Tag gelegt.
       Als der Februarsturm losbrach, wer machte die östreichische Revo-
       lution? Wien  oder Prag?  Budapest oder  Agram? Die Deutschen und
       Magyaren oder die Slawen?
       Es ist  wahr: Unter  den gebildeteren  Südslawen existierte  eine
       kleine demokratische  Partei, die  zwar ihre  Nationalität  nicht
       aufgeben, aber  sie  doch  zur  Verfügung  der  Freiheit  stellen
       wollte. Diese Illusion, der es gelang, auch unter den westeuropä-
       ischen Demokraten  Sympathien zu  erwecken, Sympathien, die voll-
       ständig berechtigt waren, solange die slawischen Demokraten gegen
       den gemeinsamen  Feind mitkämpften  - diese Illusion wurde gebro-
       chen durch  das Bombardement  von Prag.  Von diesem  Ereignis  an
       stellten sich  sämtliche südslawischen  Stämme, nach  dem Vorgang
       der Kroaten,  zur Verfügung der österreichischen Reaktion. Dieje-
       nigen Chefs  der südslawischen  Bewegung, welche  noch ferner von
       Gleichberechtigung der  Nationen, von  demokratischem  Österreich
       usw. fabeln,  sind entweder  vernagelte Schwärmer, wie z.B. viele
       Zeitungsschreiber, oder  Schurken,  wie  Jellachich.  Ihre  demo-
       kratischen Beteuerungen  bedeuten nichts  mehr als die demokrati-
       schen Beteuerungen der österreichischen offiziellen Kontrerevolu-
       tion. Genug,  in der  Praxis fängt die Wiederherstellung der süd-
       slawischen  Nationalität  mit  dem  brutalsten  Wüten  gegen  die
       österreichische und  magyarische Revolution  an, mit einem ersten
       großen Liebesdienst, den sie dem russischen Zar erweisen.
       Die österreichische  Kamarilla fand,  außer dem  hohen Adel,  der
       Bürokratie und  der Soldateska, nur Unterstützung bei den Slawen.
       Die Slawen  haben den Fall Italiens entschieden, die Slawen haben
       Wien gestürmt,  die Slawen  sind es,  die jetzt über die Magyaren
       von allen  Seiten herfallen.  An ihrer  Spitze als Wortführer die
       Tschechen unter Palacký, als Schwertführer die Kroaten unter Jel-
       lachich.
       Das ist  der Dank dafür, daß die deutsche demokratische Presse im
       Juni überall mit den tschechischen Demokraten sympathisierte, als
       sie von Windischgrätz niederkartätscht wurden, von demselben Win-
       dischgrätz, der jetzt ihr Held ist.
       Resümieren wir:
       In Österreich,  abgesehen von  Polen und Italien, haben die Deut-
       schen und  die Magyaren  im Jahre  1848, wie  seit tausend Jahren
       schon, die  geschichtliche Initiative  übernommen. Sie  vertreten
       d i e  R e v o l u t i o n.
       
       #174# Karl Marx/Friedrich Engels - "Neue Rheinische Zeitung"
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       Die Südslawen, seit tausend Jahren von Deutschen und Magyaren ins
       Schlepptau genommen,  haben sich  1848 nur  darum zur Herstellung
       ihrer nationalen Selbständigkeit erhoben, um dadurch zugleich die
       deutsch-magyarische Revolution zu unterdrücken. Sie vertreten die
       K o n t r e r e v o l u t i o n.  Ihnen haben sich zwei ebenfalls
       längst verkommene  Nationen ohne alle geschichtliche Aktionskraft
       angeschlossen: die Sachsen und Rumänen Siebenbürgens.
       Das Haus  Habsburg, das  seine Macht  durch die  Vereinigung  der
       Deutschen und  Magyaren im  Kampf gegen die Südslawen begründete,
       fristet die  letzten Momente seiner Existenz jetzt durch die Ver-
       einigung der Südslawen im Kampf gegen die Deutschen und Magyaren.
       Das ist die politische Seite der Frage. Nun zur militärischen.
       Das von  den Magyaren  ausschließlich bewohnte  Gebiet macht noch
       nicht den  dritten Teil von ganz Ungarn und Siebenbürgen aus. Von
       Preßburg an,  nördlich von der Donau und Theiß, bis an den Rücken
       der Karpaten hin wohnen mehrere Millionen Slowaken und einige Ru-
       thenen. Im  Süden, zwischen  Sau, Donau  und Drau, wohnen Kroaten
       und Slawonier;  weiter östlich,  längs der  Donau, eine serbische
       Kolonie von  über einer  halben Million.  Diese beiden slawischen
       Striche werden  verbunden durch  die Walachen und Sachsen Sieben-
       bürgens.
       Von drei  Seiten her sind die Magyaren also von natürlichen Fein-
       den umringt. Die Slowaken, die die Gebirgspässe innehaben, würden
       bei ihren  zum Parteigängerkriege vortrefflichen Gegenden gefähr-
       liche Gegner sein, wenn sie weniger gleichgültig gestimmt wären.
       So aber  haben die  Magyaren von Norden her bloß die Angriffe der
       aus Galizien  und Mähren hereingebrochenen Armeen auszuhalten. Im
       Osten dagegen  standen die  Rumänen und  Sachsen in Masse auf und
       schlössen sich an das dortige östreich[ische] Armeekorps an. Ihre
       Stellung ist  vortrefflich, teils  wegen der gebirgigen Natur des
       Landes, teils  weil sie  die meisten Städte und Festungen inneha-
       ben.
       Im Süden  endlich sind die Serben des Banats, von deutschen Kolo-
       nisten, von Walachen und ebenfalls von einem östreichischen Korps
       unterstützt, durch den ungeheuren Morast von Alibunar gedeckt und
       fast unangreifbar.
       Die Kroaten  sind durch  Drau und Donau gedeckt, und da ihnen ein
       starkes östreich[isches]  Heer mit  allen Hülfsmitteln  zu Gebote
       steht, so  rückten sie schon vor dem Oktober auf magyarisches Ge-
       biet vor  und halten  jetzt ihre Verteidigungslinie an der untern
       Drau mit leichter Mühe.
       Und von der vierten Seite endlich, von östreich her, rücken jetzt
       Windischgrätz und  Jellachich in  geschlossener Kolonne  vor. Die
       Magyaren sind von allen Seiten umzingelt, von einer enormen Über-
       macht umzingelt.
       
       #175# Der magyarische Kampf
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       Der Kampf  erinnert an  den Kampf gegen Frankreich im Jahre 1793.
       Nur mit  dem Unterschied, daß dem dünnbevölkerten und nur halbzi-
       vilisierten Magyarenlande bei weitem nicht die Hülfsmittel zu Ge-
       bote stehen wie damals der französischen Republik.
       Die in Ungarn fabrizierten Waffen und Munitionen müssen notwendig
       von sehr  schlechter Beschaffenheit  sein; die Fabrikation beson-
       ders der  Artillerie kann  unmöglich rasch  vonstatten gehen. Das
       Land ist  lange nicht so groß als Frankreich, und jeder Zoll ver-
       lornes Terrain ist daher ein viel größerer Verlust. Es bleibt den
       Magyaren nichts als ihr revolutionärer Enthusiasmus, ihre Tapfer-
       keit und die energische, schnelle Organisation, die ihnen Kossuth
       geben konnte.
       Aber darum hat Östreich noch nicht gewonnen.
       
       "Wenn wir  die Kaiserlichen  nicht an  der  Leitha  schlagen,  so
       schlagen wir  sie an  der Rabnitz;  wenn nicht  an  der  Rabnitz,
       schlagen wir sie bei Pesth; wenn nicht bei Pesth, so schlagen wir
       sie an der Theiß, aber wir schlagen sie jedenfalls." [210]
       
       So sagte Kossuth, und er tut sein möglichstes, um Wort zu halten.
       Selbst mit dem Falle Budapests bleibt den Magyaren noch die große
       niederungarische Heide,  ein Terrain,  das für  einen Kavallerie-
       Parteigängerkrieg wie  gemacht ist und das zahlreiche fast unein-
       nehmbare Punkte zwischen den Sümpfen bietet, wo die Magyaren sich
       festsetzen können. Und die Magyaren, die fast alle beritten sind,
       besitzen alle Eigenschaften, um diesen Krieg zu führen. Wagt sich
       die kaiserliche  Armee in  diese wüste  Gegend hinein, wo sie all
       ihren Proviant  aus Galizien oder östreich beziehen muß, weil sie
       nichts, gar  nichts vorfindet,  so ist  nicht abzusehen,  wie sie
       sich halten  will. In geschlossenen Korps richtet sie nichts aus,
       und löst  sie sich in fliegende Scharen auf, so ist sie verloren.
       Ihre Schwerfälligkeit  würde sie den raschen magyarischen Reiter-
       scharen unrettbar  in die  Hände liefern, selbst ohne Möglichkeit
       der Verfolgung,  da, wo  sie siegen sollte; und jeder versprengte
       Kaiserliche fände  in jedem  Bauern, jedem Hirten einen Todfeind.
       Der Krieg  in diesen Steppen gleicht dem algierischen Kriege, und
       die plumpe  östreichische Armee würde Jahre gebrauchen, um ihn zu
       beenden. Und  die Magyaren  sind gerettet,  wenn sie sich nur ein
       paar Monate halten.
       Die Sache der Magyaren steht lange nicht so schlecht, als der be-
       zahlte schwarzgelbe [211] Enthusiasmus glauben machen möchte. Sie
       sind noch  nicht besiegt. Fallen sie aber, so fallen sie rühmlich
       als die letzten Helden der Revolution von 1848, und nur auf kurze
       Zeit. Dann  wird einen  Augenblick die slawische Kontrerevolution
       mit ihrer  ganzen Barbarei die östreich[ische] Monarchie überflu-
       ten, und  die Kamarilla  wird sehen,  was sie  an  ihren  Bundes-
       genossen
       
       #176# Karl Marx/Friedrich Engels - "Neue Rheinische Zeitung"
       -----
       hat. Aber  bei dem  ersten siegreichen Aufstand des französischen
       Proletariats, den  Louis-Napoleon mit  aller  Gewalt  heraufzube-
       schwören bemüht  ist, werden die östreichischen Deutschen und Ma-
       gyaren frei  werden und  an den slawischen Barbaren blutige Rache
       nehmen. Der  allgemeine Krieg,  der dann  ausbricht, wird  diesen
       slawischen Sonderbund  zersprengen und  alle diese kleinen stier-
       köpfigen Nationen bis auf ihren Namen vernichten.
       Der nächste  Weltkrieg wird nicht nur reaktionäre Klassen und Dy-
       nastien, er  wird auch ganze reaktionäre Völker vom Erdboden ver-
       schwinden machen. Und das ist auch ein Fortschritt.
       
       Geschrieben von Friedrich Engels.

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