Quelle: MEW 6 November 1848 - Juli 1849


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       Stein
       
       ["Neue Rheinische Zeitung" Nr. 225 vom 18. Februar 1849]
       * Köln,  16. Februar.  Der Breslauer "Verein für gesetzliche Ord-
       nung" (ein Verein "Mit Gott für König und Vaterland") richtet ein
       offenes Sendschreiben an den Dr. Julius Stein, worin unter anderm
       gesagt wird,  daß die  "Neue Rheinische  Zeitung" sich  durch die
       konservativen Reden  des Herrn Stein ebenso täuschen ließ wie die
       braven Spießbürger von Breslau und ihn "für die Demokratie verlo-
       ren gab".
       Wir lieben  die entschiedenen Stellungen. Wir haben nie mit einer
       parlamentarischen Partei kokettiert. Die Partei, die  w i r  ver-
       treten, die  Partei des  Volks existiert  in Deutschland nur erst
       elementarisch.   Wo    es   aber    einen   Kampf    gegen    die
       b e s t e h e n d e   R e g i e r u n g   gilt, alliieren wir uns
       selbst mit  unsern Feinden.  Wir nehmen die offizielle preußische
       Opposition, wie  sie aus  den bisherigen  erbärmlichen  deutschen
       Kulturverhältnissen hervorgeht,  als Tatsache hin und haben daher
       im Wahlkampfe  selbst  u n s r e  eignen Ansichten in den Hinter-
       grund treten lassen 1*). Jetzt,  n a c h  der Wahl, behaupten wir
       wieder unsern  alten rücksichtslosen Standpunkt nicht nur der Re-
       gierung, sondern auch der offiziellen Opposition gegenüber.
       Der "Verein  für gesetzliche  Ordnung" täuscht  sich.  Wir  geben
       Herrn Stein,  Waldeck und Konsorten "nicht verloren für die Demo-
       kratie". Wir  haben der  Demokratie stets  dazu gratuliert, nicht
       durch die Stein, die Waldeck und Konsorten vertreten zu sein.
       In einer  unsrer ersten Nummern erklärten wir, die äußerste Linke
       der Berliner  Vereinbarungsversammlung [238]  würde in einem Kon-
       vent mit  Ausnahme von  drei oder vier Leuten die äußerste Rechte
       bilden. [281] Wir haben Stein und Waldeck nie zu diesen drei oder
       vier gezählt.
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       1*) Siehe vorl. Band, S. 578/579
       
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       Was Herrn  Stein speziell betrifft, so erinnern wir uns der Zeit,
       wo er  fanatisch konstitutionell  gegen die  Republikaner auftrat
       und die  Vertreter der  Arbeiterklasse in  der "Schlesischen Zei-
       tung" [282] förmlich  d e n u n z i e r t e  und durch einen gei-
       stesverwandten Schulmeister,  jetziges Mitglied  des "Vereins für
       gesetzliche Ordnung",  d e n u n z i e r e n  l i e ß.
       Erbärmlich wie  die  Vereinbarerversammlung  war  die  sogenannte
       demokratische Fraktion  dieser Versammlung. Es war vorauszusehen,
       daß die Herren jetzt, um wiedergewählt zu werden, die oktroyierte
       Verfassung [123]  anerkennen würden. Es bezeichnet den Standpunkt
       dieser Herren,  wenn sie  in den  demokratischen Klubs  hinterher
       verleugnen, was sie  v o r  der Wahl in den Wahlmännerversammlun-
       gen bejahten.  Diese kleine, pfiffige liberale Schlauheit war nie
       die Diplomatie revolutionärer Charaktere.

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