Quelle: MEW 6 November 1848 - Juli 1849
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Eine Denunziation
["Neue Rheinische Zeitung" Nr. 229 vom 23. Februar 1849]
* Köln, 22. Februar. In der "Oberpostamts-Zeitung" [294], deren
früherer Redakteur ein bezahlter Agent Guizots (vgl. Taschereaus
"Revue rétrospective" [295]) und unbezahlter Agent Metternichs
war, wie denn auch bekanntlich die ganze Thurn- und Taxis'sche
Post - dies auf die deutsche Industrie drückende, mit den Eisen-
bahnen im Kampf liegende, krebsende Nationalhaudererinstitut,
dessen Fortexistenz nach dem März man kaum begreift und dessen
sofortige Vernichtung eine der ersten Taten der nächstens zu er-
öffnenden deutschen Konstituante (die Versammlung in der Pauls-
kirche war notorischerweise nie konstituierend) sein wird - seit
Joseph II. nie etwas anderes war als eine östreichische Spionen-
herberge - in der diesem Exfürsten von Thurn und Taxis gehörigen
Reichsdenunziationszeitung drückt sich der verantwortliche Redak-
teur H. Malten (bereits von der alten "Rheinischen Zeitung" [296]
kenntlich geschildert) folgendermaßen aus, indem er behauptet,
folgende Pariser Korrespondenz aus einem Blatte, das wir nicht
lesen [297], abzudrucken:
"Zur Schande des deutschen Namens müssen wir bekennen, daß es na-
mentlich Deutsche sind, die unter uns das Wühlen auf dem großar-
tigsten, um nicht zu sagen unverschämtesten Fuße betreiben. Es
besteht hier ein besonderes Büro der Roten, von dem alle irgend-
wie aufzutreibenden Brandartikel gegen die Ordnung der menschli-
chen Gesellschaft schleunigst in die Provinzen gesandt werden.
Nicht genug, daß Deutsche für Frankreich an diesem unrühmlichen
Geschäfte sich beteiligen: Ihnen hat man es auch zu verdanken,
daß eine heillose Propaganda unausgesetzt über Deutschland ihre
Netze ausbreitet. Aus dem Hexenkessel derselben revolutionären
Küche wird das deutsche Rheintal in seiner ganzen Länge mit revo-
lutionärem Papier überschwemmt, wovon die 'Neue Rheinische Zei-
tung' mancherlei zu erzählen wüßte, wenn sie es nicht für gut
fände, in diesem einen Punkte ein sorgfältiges Stillschweigen zu
beobachten. Im badischen Oberland werden die unteren Volksschich-
ten von Paris aus schon seit
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Monaten bearbeitet. Die Verbindungen der hiesigen Demokraten mit
den Flüchtlingen in der Schweiz sind gleichfalls Tatsache."
Wir bemerken auf diese elende Denunziation: 1. daß wir
u n s e r e Verbindungen mit den französischen, englischen, ita-
lienischen, schweizerischen, belgischen, polnischen, amerikani-
schen und sonstigen Demokraten n i e v e r h e i m l i c h t
h a b e n, und 2. daß wir das "revolutionäre Papier", womit
w i r allerdings "das deutsche Rheintal (und nicht nur das!)
überschwemmen", auch hier in Köln selbst zu fabrizieren pflegen.
Wir brauchen dazu keine Hülfe von Paris aus; wir sind seit mehre-
ren Jahren gewohnt, daß unsere Pariser Freunde mehr von uns neh-
men als wir von ihnen.
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