Quelle: MEW 6 November 1848 - Juli 1849
zurück
#683#
-----
Karl Marx und Friedrich Engels
Daten aus ihrem Leben und ihrer Tätigkeit
(November 1848 bis August 1849)
1848
November
Die gesamte Redaktionsarbeit der "Neuen Rheinischen Zeitung" ruht
auf den Schultern von Marx, da Engels und einige andere Redak-
teure wegen drohender Verhaftung Köln verlassen hatten. Marx ist
gleichzeitig aktiv als Präsident des Kölner Arbeitervereins tätig
und arbeitet außerdem in der Demokratischen Gesellschaft und im
Rheinischen Kreisausschuß der Demokraten; er mobilisiert die
Volksmassen zum aktiven Widerstand gegen die angreifende Konter-
revolution.
Etwa 7. November
Engels, der sich in der Schweiz aufhält, fährt von Lausanne nach
Neuchâtel.
7. November
Engels schickt Marx einen Artikel über die Republik Neuchâtel mit
dem Titel "Das Exfürstentum". Er erscheint in der "Neuen Rheini-
schen Zeitung" vom 11. November.
8. November
Zu dem sich in Preußen vorbereitenden konterrevolutionären
Staatsstreich schreibt Marx den Artikel "Die Berliner Krisis",
der in der "Neuen Rheinischen Zeitung" vom 9. November veröffent-
licht wird.
Etwa 9. November
Engels begibt sich von Neuchâtel nach Bern.
9. November
Engels verfaßt den Artikel "Die neuen Behörden - Fortschritte in
der Schweiz", der am 15. November in der "Neuen Rheinischen Zei-
tung" erscheint.
11.-13. November
Marx schreibt die Artikelserie "Die Kontrerevolution in Berlin",
die in der "Neuen Rheinischen Zeitung" vom 12. (Erste und Zweite
Ausgabe) und 14. November veröffentlicht wird. Marx ruft die
Volksmassen auf, die Aktionen der Konterrevolution mit der Steu-
erverweigerung zu beantworten.
13. November
Auf einer Volksversammlung in Köln wird ein Volkskomitee gewählt,
zu dessen Mitgliedern Marx gehört. Die Aufgabe des Komitees be-
stand in der Organisierung und Bewaffnung der Massen zum Kampf
gegen die Steuererhebung und gegen den sich in Preußen vorberei-
tenden Staatsstreich.
#684# Anhang und Register
-----
Marx nimmt an einer Versammlung der Kölner Demokratischen Gesell-
schaft teil. Er verliest ein gerade eingegangenes Telegramm aus
Wien über die Hinrichtung Robert Blums. Diese Nachricht ruft im
Saal einen Sturm der Empörung hervor.
14. November
Marx wird durch den Instruktionsrichter wegen "Beleidigung" des
Staatsprokurators Hecker vernommen. Vor dem Gerichtsgebäude ver-
sammeln sich die Volksmassen zu einer Sympathiekundgebung für
Marx. Nach der Vernehmung wird Marx von der Menge in den Eiser-
schen Saal begleitet, wo er den Versammelten für die Sympathie
und Unterstützung dankt.
Im Namen des Rheinischen Kreisausschusses der Demokraten wenden
sich Marx und Schneider II mit einem Aufruf an alle demokrati-
schen Vereine der Rheinprovinz. In dem Aufruf wird vorgeschlagen,
Volksversammlungen zu organisieren und die Bevölkerung zur Steu-
erverweigerung aufzufordern. Um die weiteren Maßnahmen zu erör-
tern, beruft der Kreisausschuß für den 23. November einen Kongreß
der rheinischen Demokraten ein. Der Aufruf wird am 15. November
in der "Neuen Rheinischen Zeitung" abgedruckt.
15. November
Marx schreibt den Artikel "Das Ministerium ist in Anklagezustand
versetzt", der am gleichen Tag im Extrablatt der "Neuen Rheini-
schen Zeitung" veröffentlicht wird.
Engels wendet sich an die Direktion der Justiz und Polizei des
Kantons Bern mit der Bitte um Aufenthaltsbewilligung für Bern.
17. November
In der "Neuen Rheinischen Zeitung" erscheint der von Marx am Vor-
tage geschriebene Artikel "Bekenntnisse einer schönen Seele".
Marx ruft in einer Außerordentlichen Beilage zur "Neuen Rheini-
schen Zeitung" die Bevölkerung auf, der Regierung keine Steuern
zu zahlen. Vom 19. November bis zum 17. Dezember erscheinen alle
Nummern der Zeitung mit dem Appell "Keine Steuern mehr!!!".
18. November
Marx schreibt den Artikel "Ein Erlaß Eichmanns", der in der
"Neuen Rheinischen Zeitung" vom 19. November veröffentlicht wird.
Im Namen des Rheinischen Kreisausschusses der Demokraten erlassen
Marx, Schapper und Schneider II einen zweiten Aufruf, in dem sie
die Bevölkerung auffordern, sich der gewaltsamen Steuereintrei-
bung überall mit allen Mitteln zu widersetzen, einen bewaffneten
Landsturm zu organisieren und Organe der Volksmacht in Gestalt
von Sicherheitsausschüssen zu scharfen. Der Aufruf erscheint in
der "Neuen Rheinischen Zeitung" vom 19. November.
20. November Marx, Schapper und Schneider II werden aufgefordert,
am 21. November vor dem Instruktionsrichter zur Vernehmung zu er-
scheinen. Sie werden in Verbindung mit dem Aufruf zur Steuerver-
weigerung der "öffentlichen Aufforderung zur Rebellion" ange-
klagt. Marx, Schapper und Schneider 11 geben in einem neuen Auf-
ruf ihre Vorladung vor Gericht bekannt und warnen die rheinischen
Demokraten vor verfrühten Aktionen. Der Aufruf wird am 21. Novem-
ber in der "Neuen Rheinischen Zeitung" abgedruckt.
#685# Marx u. Engels - Daten. November 1848 bis August 1849
-----
21. November
Marx wird wegen des Aufrufs des Rheinischen Kreisausschusses der
Demokraten zur Steuerverweigerung vernommen. Die Ratskammer des
Landgerichts zu Köln beschließt, die Angelegenheit Engels' und
der anderen Teilnehmer der Septemberereignisse in Köln (Wächter,
Bürgers u.a.) bis zu deren Erscheinen vor Gericht zu vertagen.
22. November
Marx schreibt den Artikel "Die Frankfurter Versammlung", der in
der "Neuen Rheinischen Zeitung" vom 23. November veröffentlicht
wird.
23. November
Marx nimmt am zweiten rheinischen Demokraten-Kongreß in Köln
teil, auf dem die Steuerverweigerungskampagne zur Debatte steht.
Sehr eingehend beschäftigt sich der Kongreß auch mit der Arbeit
der Demokraten auf dem Lande, da er es für notwendig hält, die
Bauernmassen für den Kampf gegen die Konterrevolution zu gewin-
nen. Der Kongreß bestätigt den Beschluß des Kreisausschusses der
Demokraten und gibt den Delegierten entsprechende Instruktionen.
In der "Neuen Rheinischen Zeitung" erscheint Engels' Artikel
"Wahlen in das Bundesgericht. - Verschiedenes".
24. November
Marx schreibt die Artikel "Drigalski der Gesetzgeber, Bürger und
Kommunist" und "Drei Staatsprozesse gegen die 'Neue Rheinische
Zeitung'", die in der "Neuen Rheinischen Zeitung" vom 26. Novem-
ber veröffentlicht werden.
Engels schickt die Artikel "Die deutsche Zentralgewalt und die
Schweiz" und "Die Persönlichkeiten des Bundesrats" nach Köln. Die
"Neue Rheinische Zeitung" bringt diese Artikel am 26. und 29. No-
vember.
29. November
Marx verfaßt den Artikel "Die revolutionäre Bewegung in Italien",
der in der "Neuen Rheinischen Zeitung" vom 30. November er-
scheint.
Marx bittet Engels in einem Brief, für die "Neue Rheinische Zei-
tung" Artikel über Proudhon, über die Ereignisse in Ungarn und
"gegen die Föderativrepublik, wozu die Schweiz beste Gelegenheit"
biete, zu schreiben.
Anfang Dezember
Engels schreibt die Artikel "Die französische Arbeiterklasse und
die Präsidentenwahl" und "Proudhon", die aber unveröffentlicht
bleiben.
Etwa 2. Dezember Marx wird wegen einiger Artikel in der "Neuen
Rheinischen Zeitung" erneut zur Vernehmung vor den Instruktions-
richter geladen. Es handelt sich um die Feuilletonserie "Leben
und Taten des berühmten Ritters Schnapphahnski", die aus der
Feder von Georg Weerth stammte und anonym erschienen war, ferner
um einen Artikel aus Breslau über die Wahlmachinationen
Lichnowskis, um eine Korrespondenz-aus Frankfurt, die einen
verfälschenden Bericht des Abgeordneten der Frankfurter National-
versammlung Stedtmann enthüllte, sowie um den in der "Neuen
Rheinischen Zeitung" veröffentlichten Beschluß einer Kölner
Volksversammlung vom 20. September 1848.
6. Dezember
Anläßlich der Auseinanderjagung der preußischen Nationalversamm-
lung schreibt Marx den Artikel "Die Auflösung der Nationalver-
sammlung",
#686# Anhang und Register
-----
der am 7. Dezember im Extrablatt der "Neuen Rheinischen Zeitung"
erscheint.
Engels verfaßt den Artikel "Der Nationalrat", der am 10. Dezember
veröffentlicht wird.
8. Dezember
Der Lausanner Arbeiterverein beauftragt Engels "als alten Kämpfer
für das Proletariat", ihn auf dem ersten Kongreß der Arbeiterver-
eine und der Sektionen des Deutschen demokratischen Nationalver-
eins der Schweiz, der am 9. Dezember in Bern eröffnet wird, zu
vertreten.
9. Dezember
Engels erhält die Aufenthaltsbewilligung für Bern.
9. bis 29. Dezember
Marx zieht in der Artikelserie "Die Bourgeoisie und die Kontrere-
volution" das Fazit aus der Märzrevolution, charakterisiert die
Gruppierung der Klassenkräfte in Deutschland am Ende des Jahres
1848 und entlarvt die verräterische Rolle der preußischen Bour-
geoisie. Die Artikel werden in der "Neuen Rheinischen Zeitung"
vom 10., 15., 16. und 31. Dezember veröffentlicht.
19. Dezember
In der "Neuen Rheinischen Zeitung" erscheint die Einladung zum
Abonnement auf die "Neue Rheinische Zeitung" für das erste Quar-
tal 1849, in der hervorgehoben wird, daß die "Neue Rheinische
Zeitung" nicht allein das Organ der deutschen, sondern der euro-
päischen Demokratie ist.
20. Dezember
Die auf diesen Tag festgesetzte Verhandlung des Geschworenenge-
richts im Prozeß gegen Marx als Chefredakteur, gegen Korff als
verantwortlichen Herausgeber und gegen Engels als Redakteur der
"Neuen Rheinischen Zeitung" wegen Beleidigung des Oberprokurators
Zweiffel und Verleumdung der Gendarmen (im Artikel "Verhaftun-
gen", veröffentlicht am 5. Juli) wird aus formellen Gründen
vertagt.
21. Dezember
Marx wird wegen des Artikels "Drigalski der Gesetzgeber, Bürger
und Kommunist", erschienen am 26. November in der "Neuen Rheini-
schen Zeitung", vor den Instruktionsrichter geladen.
21./22. Dezember
Marx schreibt den Artikel "Prozeß gegen Gottschalk und Genossen",
der am 22. und 23. Dezember in der "Neuen Rheinischen Zeitung"
veröffentlicht wird.
24. Dezember
In der "Neuen Rheinischen Zeitung" erscheint Marx' Artikel "Die
preußische Kontrerevolution und der preußische Richterstand".
31. Dezember
In dem Artikel "Die revolutionäre Bewegung" zieht Marx die
Schlußfolgerungen aus der Entwicklung der Revolution von 1848 in
Europa, analysiert die Perspektiven der proletarischen Revolution
in Frankreich und England und weist besonders auf den Einfluß
hin, den diese Revolution auf die revolutionäre und nationale Be-
freiungsbewegung in Europa ausüben muß. Am 1. Januar 1849 wird
der Artikel in der "Neuen Rheinischen Zeitung" veröffentlicht.
#687# Marx u. Engels - Daten. November 1848 bis August 1849
-----
1849
4. Januar
Zu der vom Kölner Magistrat herausgegebenen Arbeiterkarte (Regle-
ment für städtische Arbeiter) schreibt Marx den Artikel "Ein
Bourgeoisaktenstück", der am folgenden Tag in der "Neuen
Rheinischen Zeitung" erscheint.
8. Januar
Marx verfaßt den Artikel "Eine Neujahrsgratulation", der in der
"Neuen Rheinischen Zeitung" vom 9.Januar veröffentlicht wird.
11. Januar
Engels schreibt den Artikel "Die Schweizer Presse". Er erscheint
am 17. Januar in der "Neuen Rheinischen Zeitung".
13. Januar
Die "Neue Rheinische Zeitung" veröffentlicht Engels' Artikel "Der
magyarische Kampf".
15. Januar
Marx nimmt an der Komiteesitzung des Kölner Arbeitervereins teil.
In seiner Rede legt er dar, warum die Arbeiter die demokratischen
Kandidaten bei den bevorstehenden Wahlen zur Zweiten Kammer un-
terstützen müssen.
Mitte Januar
Engels kehrt aus der Schweiz nach Köln zurück und wird wieder
vollständig in die Redaktionsarbeit der "Neuen Rheinischen Zei-
tung" einbezogen.
20/21. Januar
Marx entlarvt in dem polemischen Artikel "Montesquieu LVI." die
demagogischen Wahlversprechungen - Lösung der sozialen Frage mit
Hilfe der oktroyierten Verfassung - der "Kölnischen Zeitung". Er
ruft die Arbeiter und das Kleinbürgertum auf, nur solche Abgeord-
neten zu wählen, die entschlossen gegen die überlebte Feudalord-
nung auftreten werden. Der Artikel erscheint in der "Neuen Rhei-
nischen Zeitung" vom 21. und 22. Januar.
21. Januar
Engels schreibt den Artikel "Preußischer Steckbrief gegen Kos-
suth", der am 28. Januar in der "Neuen Rheinischen Zeitung" ver-
öffentlicht wird.
26. Januar
Engels wird durch den Instruktionsrichter wegen der Septemberer-
eignisse in Köln mit dem Ergebnis vernommen, daß ihm nichts vor-
zuwerfen sei.
26. und 28. Januar
Die "Neue Rheinische Zeitung" bringt den Artikel "Die Berliner
'National-Zeitung' an die Urwähler", in dem Marx die preußischen
Liberalen einer scharfen Kritik unterzieht.
29. Januar
Marx nimmt an der Komiteesitzung des Kölner Arbeitervereins teil,
auf der beschlossen wird, die Zeitung des Vereins "Freiheit, Brü-
derlichkeit, Arbeit" wieder herauszugeben, um ein Gegengewicht zu
der Zeitung "Freiheit, Arbeit" zu schaffen, die zum Sprachrohr
der sektiererischen Gruppe Gottschalks geworden war.
30. Januar
In dem Artikel "Die 'Kölnische Zeitung' über die Wahlen" weist
Marx nach, daß das Proletariat, die städtische Kleinbourgeoisie
und die Bauernschaft ihren Kampf für eine demokratische Republik
notwendig gemeinsam führen müssen. Der Artikel erscheint in der
"Neuen Rheinischen Zeitung" vom 1. Februar.
#688# Anhang und Register
-----
Ende Januar/Anfang Februar
Marx und Engels treffen sich in der Redaktion der "Neuen Rheini-
schen Zeitung" mit dem Leiter der Arbeiterverbrüderung in Berlin,
Stephan Born, der sich auf der Durchreise in Köln aufhält.
Etwa im Februar
In der Redaktion der "Neuen Rheinischen Zeitung" findet anläßlich
der Ankunft Joseph Molls, des Emissärs der Londoner Zentralbe-
hörde des Bundes der Kommunisten, eine Beratung statt. Diese Be-
ratung, an der Marx und Engels teilnehmen, beschäftigt sich mit
der Frage der Reorganisierung des Bundes der Kommunisten.
3. Februar
Marx schreibt den Artikel "Camphausen", der am 4. Februar in der
"Neuen Rheinischen Zeitung" veröffentlicht wird.
4. Februar
Auf der Generalversammlung des Kölner Arbeitervereins wird der
Vorschlag von Marx und Engels bekanntgegeben, für die Mitglieder
des Vereins regelmäßig und unentgeltlich Lektionen über soziale
Themen zu halten. Um eine stärkere Arbeiterorganisation mit fe-
stem Statut und stabiler Struktur zu schaffen, beschließt die
Versammlung die Reorganisierung des Arbeitervereins.
7. Februar
Im Prozeß gegen die "Neue Rheinische Zeitung" wegen Beleidigung
des Oberprokurators Zweiffel und Verleumdung der Gendarmen (im
Artikel "Verhaftungen", veröffentlicht am 5. Juli 1848) prangern
Marx und Engels die preußische Regierung, die den konterrevolu-
tionären Umsturz vollzogen hatte, öffentlich an. Marx, Engels und
der verantwortliche Herausgeber der Zeitung, Korff, werden vom
Geschworenengericht freigesprochen. Die Reden von Marx und Engels
vor Gericht werden in der "Neuen Rheinischen Zeitung" vom 14. Fe-
bruar veröffentlicht.
8. Februar
Marx verteidigt sich und seine Mitangeklagten Schapper und
Schneider II vor dem Kölner Geschworenengericht in dem Prozeß we-
gen "Aufreizung zur Rebellion" durch den von ihnen verfaßten Auf-
ruf des Kreisausschusses der Demokraten vom 18. November 1848.
Marx weist in seiner Rede darauf hin, daß das Volk das Recht hat,
die konterrevolutionären Aktionen der königlichen Macht mit einer
Revolution zu beantworten. Alle Angeklagten werden freigespro-
chen. Marx' Rede vor Gericht wird in der "Neuen Rheinischen Zei-
tung" vom 25. und 27. Februar veröffentlicht.
10. Februar
Marx schreibt die Artikel "Die Teilung der Arbeit bei der
'Kölnischen Zeitung'" und "Lassalle", die am 11. Februar in der
"Neuen Rheinischen Zeitung" erscheinen. In der folgenden Zeit
veröffentlichen Marx und Engels weitere Artikel über den Prozeß
gegen Lassalle.
11. Februar
Marx und Engels nehmen an einem vom Arbeiterverein Mühlheim ver-
anstalteten demokratischen Bankett teil. Marx hält eine Rede über
die Teilnahme der deutschen Arbeiter an den revolutionären Kämp-
fen in Frankreich, England, Belgien und der Schweiz. Engels grüßt
in seiner Rede die revolutionären Kämpfer Ungarns. Das Mitglied
des Arbeitervereins Lukas bringt zu Ehren jener Demokraten, die
ebenso wie Marx schon lange vor der Februarrevolution für die
Rechte der Arbeiterklasse eintraten, einen Toast aus.
#689# Marx u. Engels - Daten. November 1848 bis August 1849
-----
14./15. Februar
Engels schreibt den Artikel "Der demokratische Panslawismus", der
am 15. und 16. Februar in der "Neuen Rheinischen Zeitung" er-
scheint.
15. Februar
In der Komiteesitzung des Kölner Arbeitervereins schlägt Engels
vor, anläßlich des Jahrestages der Februarrevolution in
Frankreich ein Bankett zu veranstalten. Der Vorschlag wird ange-
nommen.
16. und 21. Februar
Marx schreibt die Artikel "Preußische Finanzwirtschaft unter Bo-
delschwingh und Konsorten" und "Weiterer Beitrag zur altpreußi-
schen Finanzwirtschaft". Die Artikel erscheinen in der "Neuen
Rheinischen Zeitung" vom 17. und 23. Februar.
17. Februar
Engels verfaßt den Artikel "Die 'Kölnische Zeitung' über den ma-
gyarischen Kampf", der in der "Neuen Rheinischen Zeitung" vom 18.
Februar veröffentlicht wird.
24. Februar
Marx und Engels nehmen an dem Bankett zum Jahrestag der Februar-
revolution in Frankreich teil. Engels bringt zu Ehren der kämp-
fenden Italiener und auf die Römische Republik einen Toast aus.
28. Februar
Unter dem Titel "Zwei politische Prozesse" erscheint beim Verlag
der Expedition der "Neuen Rheinischen Zeitung" eine Sonderbro-
schüre mit dem Bericht über die Prozesse vom 7. und 8. Februar
und mit dem Wortlaut der Reden von Marx und Engels.
2./3. März
In der Wohnung von Marx erscheinen zwei Unteroffiziere der Kölner
Garnison, die unter Drohungen von ihm fordern, den Autor der No-
tiz über den Hauptmann Uttenhoven in der "Neuen Rheinischen Zei-
tung" zu nennen. Marx lehnt kategorisch ab. Am 3. März legt er
gegen diesen Vorfall beim Kommandanten der Stadt Köln scharfen
Protest ein.
7. März
Der Leitartikel der "Neuen Rheinischen Zeitung" "Die Handelslage"
analysiert die Entwicklung der englischen Wirtschaft am Vorabend
der Revolution von 1848 und den Einfluß der Revolution auf Handel
und Industrie.
10. und 15. März
Marx schreibt die Artikel "Der Märzverein" und "Der Frankfurter
Märzverein und die 'Neue Rheinische Zeitung'", die am 11. und 17.
März veröffentlicht werden.
11. März
Auf der Urwählerversammlung im Saale des Gürzenich in Köln wird
Marx in das Komitee gewählt, das mit den Abgeordneten der Zweiten
Kammer ständige Verbindung herstellen soll. Die Versammlung be-
schließt eine Adresse an die Abgeordneten der Zweiten Kammer,
worin diese aufgefordert werden, die Aufhebung des Belagerungszu-
stands in Berlin zu erwirken und der Säbeldiktatur ein Ende zu
bereiten.
13. bis 23. März
In einigen Artikeln der "Neuen Rheinischen Zeitung" kennzeichnet
Marx die Gesetzentwürfe des Ministeriums Brandenburg-Manteuffel
über die Klubs, Versammlungen, Plakate und Presse als Gesetze,
die die in den Tagen der Märzrevolution erkämpften demokratischen
Freiheiten zunichte machen.
16. März
Engels schreibt den Artikel "Der Adreßentwurf der zweiten Kam-
mer",
der am gleichen Tag in der Außerordentlichen Beilage der "Neuen
#690# Anhang und Register
-----
Rheinischen Zeitung" erscheint, und eine Reihe kritischer Artikel
über die Debatten der Zweiten Kammer.
18. März
In der Zweiten Ausgabe der "Neuen Rheinischen Zeitung" erklärte
Marx in einem kurzen Artikel, daß die - Neue Rheinische Zeitung"
keinen Leitartikel zum Jahrestag der Berliner Märzrevolution
bringe; sie werde den Jahrestag des Aufstands der Pariser Arbei-
ter vom 25. Juni 1848 feiern.
19. März
Auf dem stark besuchten Bankett im Saale des Gürzenich in Köln
anläßlich des Jahrestags der Barrikadenkämpfe in Berlin bringt
Engels zu Ehren der Pariser Juniinsurgenten einen Toast aus.
25. März
Engels schreibt den Artikel "Die Adreßdebatte in Berlin". Er er-
scheint in der "Neuen Rheinischen Zeitung" vom 30. März.
27. März
Engels verfaßt den Artikel "Der Krieg in Italien und Ungarn", der
am 28. März in der "Neuen Rheinischen Zeitung" veröffentlicht
wird.
29. März
Den Vorschlag des preußischen Innenministers, Marx aus Köln aus-
zuweisen, hält der Oberpräsident der Rheinprovinz, Eichmann, für
verfrüht; er befürchtet, daß die Ausweisung in der Stadt Unruhen
hervorrufen könnte, und rät, Marx zu einem günstigeren Zeitpunkt
nicht nur aus Köln, sondern aus Preußen auszuweisen.
30. März bis 3. April
Engels schreibt drei Artikel unter dem Titel "Die Niederlage der
Piemontesen", in denen er den Verlauf des Krieges zwischen Pie-
mont und Österreich analysiert und zeigt, daß sich Italien nur,
durch einen wahrhaft nationalen, revolutionären Krieg, durch
einen allgemeinen Volksaufstand von der österreichischen Herr-
schaft befreien kann. Die Artikel erscheinen in der "Neuen Rhei-
nischen Zeitung" vom 31. März und vom 1. und 4. April.
5. bis 11. April
Marx veröffentlicht in der "Neuen Rheinischen Zeitung" seine
Schrift "Lohnarbeit und Kapital". Dieser Arbeit lagen seine Vor-
träge zugrunde, die er in der zweiten Dezemberhälfte des Jahres
1847 im Deutschen Arbeiterverein in Brüssel gehalten hatte. Marx
deckt hier in populärer Form das Wesen der kapitalistischen Aus-
beutung und die unüberbrückbaren Gegensätze zwischen den Interes-
sen der Kapitalisten und der Lohnarbeiter auf.
11. April
Das Komitee des Kölner Arbeitervereins beschließt, in das Pro-
gramm der Diskussionsabende ihrer Filialen die Frage des Arbeits-
lohns aufzunehmen und als Grundlage die in der "Neuen Rheinischen
Zeitung" veröffentlichte Marxsche Schrift "Lohnarbeit und Kapi-
tal" zu benutzen.
14. April
Marx tritt gemeinsam mit Schapper, W. Wolff und Anneke aus dem
Rheinischen Kreisausschuß der demokratischen Vereine aus. Marx
und seine Anhänger brechen organisatorisch mit derkleinbürgerli-
chen Demokratie, ohne jedoch auf gemeinsame Kampfaktionen gegen
die angreifende Konterrevolution zu verzichten. Sie stellen sich
die Aufgabe, die Arbeitervereine zu vereinigen und auf dieser
Grundlage für eine selbständige
#691# Marx u. Engels - Daten. November 1848 bis August 1849
-----
Massenpartei der Arbeiter zu wirken. Die Erklärung über den Aus-
tritt wird in der "Neuen Rheinischen Zeitung" vom 15. April ver-
öffentlicht.
Etwa vom 14. April bis zum 9. Mai
Marx unternimmt eine Reise durch Nordwestdeutschland und Westfa-
len. Er besucht Bremen, Hamburg, Bielefeld und Hamm, trifft mit
Kommunisten und Demokraten zusammen, macht sich mit der revo-
lutionären Lage im Lande bekannt und bemüht sich um Geldmittel
zur weiteren Herausgabe der "Neuen Rheinischen Zeitung". Während
Marx' Abwesenheit leitet Engels die Zeitung.
16. April
Unter dem Einfluß von Marx und seinen Anhängern beschließt der
Kölner Arbeiterverein einstimmig, aus der Vereinigung der demo-
kratischen Gesellschaften Deutschlands auszutreten und sich dem
Verband der Arbeitervereine anzuschließen, dessen Zentralausschuß
in Leipzig saß. Zum Zwecke des engeren Zusammenschlusses der Ar-
beitervereine beschließt die Versammlung, einen Kongreß aller Ar-
beitervereine der Rheinprovinz und Westfalens nach Köln einzube-
rufen.
17. April
Marx wird vom Komitee des Kölner Arbeitervereins in die proviso-
rische Kommission zur Vorbereitung des Kongresses aller Arbeiter-
vereine der Rheinprovinz und Westfalens gewählt, der auf den 6.
Mai festgesetzt ist.
19. bis 23. April
Engels schreibt zwei Artikel über die Debatten der Zweiten Kammer
des preußischen Landtags; "Die Sitzung der 2. Kammer in Berlin
vom 13. April" und "Die Debatte über das Plakatgesetz". Die Arti-
kel erscheinen in der "Neuen Rheinischen Zeitung" vom 20., 22.
und 27. April.
20. April Die "Neue Rheinische Zeitung" teilt mit, daß wegen
Marx' Abreise aus Köln die Veröffentlichung seiner Schrift
"Lohnarbeit und Kapital" unterbrochen wird. Sie konnte jedoch in-
folge der erzwungenen Einstellung des Erscheinens der "Neuen
Rheinischen Zeitung" nicht wieder aufgenommen werden.
23. April
Die Generalversammlung des Kölner Arbeitervereins bestätigt die
personelle Zusammensetzung der provisorischen Kommission zur Ein-
berufung des Kongresses der Arbeitervereine der Rheinprovinz und
Westfalens. Der Kommission gehören an: Marx, Schapper, W. Wolff,
Anneke, Esser und Otto.
28. April
Engels schreibt die Artikel "Auflösung der zweiten Kammer" und
"Posen". Die Artikel erscheinen am 29.April in der "Neuen Rheini-
schen Zeitung".
29. April
Die Zeitung des Kölner Arbeitervereins "Freiheit, Brüderlichkeit,
Arbeit" veröffentlicht einen Beschluß der ersten Filiale des Ver-
eins, worin das Verhalten Gottschalks gegenüber dem Arbeiterver-
ein und seine böswilligen Angriffe gegen Marx verurteilt werden.
30. April
Engels schreibt den Artikel "Die kontrerevolutionären Pläne in
Berlin", der am 1. Mai in der "Neuen Rheinischen Zeitung" er-
scheint.
Erste Maihälfte
Die "Neue Rheinische Zeitung" behandelt in ihren Spalten den Ver-
lauf der Volkserhebungen in Sachsen, der Rheinprovinz, in Westfa-
len. der Pfalz und in Baden.
#692# Anhang und Register
-----
4. bis 6. Mai
In den in der "Neuen Rheinischen Zeitung" veröffentlichten Arti-
keln "Der rheinische Städtetag" und "Belagerungsgelüste" weist
Engels die Kölner Arbeiter auf die Absicht der Regierung hin, am
6. Mai während der Kongresse verschiedener Parteien, darunter
auch des Kongresses der Arbeitervereine, Unruhen zu provozieren,
um einen An laß zu haben, den Belagerungszustand auszurufen. En-
gels ermahnt die Arbeiter, nicht auf die Provokationen der Behör-
den einzugehen und unter den für sie ungünstigen Bedingungen
nicht den Kampf zu beginnen.
7. Mai
Engels verfaßt einen Artikel über den neuen revolutionären Auf-
schwung in Sachsen, in der Pfalz und in Rheinpreußen sowie über
den revolutionären Kampf in Ungarn. Der Artikel trägt die Über-
schrift "Die preußische Armee und die revolutionäre Volkserhe-
bung". Er erscheint in der "Neuen Rheinischen Zeitung" vom 8.
Mai.
9. Mai
Von der Reise durch verschiedene deutsche Städte nach Köln zu-
rückgekehrt, schreibt Marx den Artikel "Die Taten des Hauses Ho-
henzollern", der am 10. Mai in der "Neuen Rheinischen Zeitung"
veröffentlicht wird.
Engels schreibt den Artikel "Offensive der Kontrerevolution und
Sieg der Revolution". Der Artikel erscheint in der "Neuen Rheini-
schen Zeitung" vom 10. Mai.
Etwa 10. Mai
Engels arbeitet einen Aktionsplan aus, um den Sieg des Aufstands
in der Rheinprovinz zu sichern.
10. Mai
In Elberfeld ist der Aufstand ausgebrochen. Engels fährt nach So-
lingen und begibt sich von dort mit einer Abteilung revolutio-
närer Arbeiter nach Elberfeld.
11. Mai
Engels trifft in Elberfeld ein. Der Sicherheitsausschuß beauf-
tragt ihn, die Arbeiten bei der Errichtung der Verteidigungsanla-
gen zu leiten und alle Barrikaden in der Stadt sowie die Artille-
rie zu überwachen. Engels (ordert vom Sicherheitsausschuß die Be-
waffnung der Arbeiter und die Zwangsbesteuerung der Bourgeoisie
zum Unterhalt der bewaffneten Truppen.
Die preußische Regierung ordnet die Ausweisung von Marx aus Preu-
ßen an, um auf diesem Wege die Herausgabe der "Neuen Rheinischen
Zeitung" zu verhindern.
14./15. Mai Der Elberfelder Sicherheitsausschuß fordert unter dem
Druck der örtlichen Bourgeoisie, die fürchtete, Engels könne die
rote Republik ausrufen, diesen auf, die Stadt zu verlassen. Das
Verhalten des Ausschusses ruft unter den Arbeitern Empörung her-
vor. Sie bitten Engels zu bleiben und versprechen, ihn "mit ihrem
Leben zu schützen".
15. Mai
Engels, der die Situation nüchtern einschätzt und keine Spaltung
im Lager der Aufständischen hervorzurufen wünscht, verläßt Elber-
feld und begibt sich nach Köln.
16. Mai
Marx erhält den Ausweisungsbefehl aus Preußen.
Etwa 17. Mai
Gegen Engels wird wegen seiner Teilnahme am Elberfelder Aufstand
ein Haftbefehl erlassen.
#693# Marx u. Engels - Daten. November 1848 bis August 1849
-----
17. Mai
In der "Neuen Rheinischen Zeitung" erscheint ein genauer Bericht
über die Elberfelder Ereignisse. Die Zeitung dankt den Arbeitern
von Elberfeld für die Sympathie, die sie ihrem Redakteur Engels
bekundet haben und versichert ihnen, daß Engels wie auch alle an-
deren Redakteure der "Neuen Rheinischen Zeitung" in der kommenden
Entscheidungsschlacht zwischen den Arbeitern und der Bourgeoisie
auf ihrem Platze stehen werden und daß keine Macht der Erde sie
bewegen kann, diesen Platz zu verlassen.
Der Haftbefehl zwingt Engels, Köln zu verlassen.
Bis zum 19. Mai
Marx begleicht mit den Abonnementsgeldern, mit eigenen Mitteln
und mit dem Erlös aus dem Verkauf seiner Schnellpresse die Ver-
pflichtungen der "Neuen Rheinischen Zeitung" an die Setzer,
Drucker, Papierhändler, Büroangestellten, Korrespondenten, an das
Redaktionspersonal und an andere.
19. Mai
Infolge der Ausweisung von Marx aus Preußen und der Verfolgung
von Engels und den anderen Redakteuren muß die "Neue Rheinische
Zeitung" ihr Erscheinen einstellen. Die letzte Ausgabe, Nummer
301, erscheint in rotem Druck. In dieser Nummer werden der Arti-
kel "Die standrechtliche Beseitigung der 'Neuen Rheinischen Zei-
tung'" von Marx und Engels' Artikel "Ungarn" veröffentlicht. In
ihrem Abschiedsaufruf an die Arbeiter Kölns erklären die Redak-
teure der Zeitung, "ihr letztes Wort wird überall und immer sein:
Emanzipation der arbeitenden Klasse!"
19./20. Mai
Marx und Engels begeben sich nach Frankfurt am Main, wo sie ver-
suchen, die linken Abgeordneten der Nationalversammlung zu bewe-
gen, sich an die Spitze des bewaffneten Aufstands in Südwest-
deutschland zu stellen, die revolutionäre Armee Badens und der
Pfalz nach Frankfurt zu rufen und eine gesamtdeutsche National-
versammlung unter dem Einfluß der aufständischen Bevölkerung und
der aufständischen Armee zu organisieren. Dieser Plan fand bei
den kleinbürgerlichen Abgeordneten der Frankfurter Nationalver-
sammlung keine Unterstützung.
20. oder 21. Mai
Marx und Engels fahren nach Baden. In Mannheim, Ludwigshafen und
Karlsruhe bemühen sie sich, die Führer der Bewegung davon zu
überzeugen, daß es notwendig ist, die revolutionäre Armee von Ba-
den nach Frankfurt zu schicken, um dem Aufstand gesamtdeutschen
Charakter zu verleihen. Die kleinbürgerlichen Demokraten, die
sich an die Spitze der Bewegung gestellt hatten, lehnen den Vor-
schlag ab.
Etwa 24. bis 26. Mai
Marx und Engels gehen in die Pfalz. Sie fahren nach Speyer und
anschließend nach Kaiserslautern, wo sich die provisorische Re-
gierung aufhält. Da sich der Aufstand unter der Losung der
Verteidigung der Reichsverfassung entwickelt hatte und von den
Führern der kleinbürgerlichen Demokratie geleitet wurde, lehnen
Marx und Engels jegliche offizielle Teilnahme an der Leitung der
Bewegung ab.
29. Mai
Vom Polizeigericht in Köln werden Marx, Dronke, Weerth u.a., die
auf Grund eines Artikels in der "Neuen Rheinischen Zeitung" vom
14. September 1848 wegen Verleumdung der Abgeordneten der Frank-
furter
#694# Anhang und Register
-----
Versammlung angeklagt worden waren, freigesprochen. In dem Arti-
kel wurde der verfälschende Bericht des Abgeordneten Stedtmann
über die Abstimmung anläßlich des Waffenstillstands mit Dänemark
enthüllt.
Ende Mai
Marx und Engels begeben sieb nach Bingen. Unterwegs werden sie,
der Teilnahme am Aufstand verdächtig, von hessischen Soldaten
verhaftet, nach Darmstadt und dann nach Frankfurt am Main ge-
bracht. In Frankfurt werden sie wieder freigelassen und fahren
nach Bingen zurück.
31. Mai
Marx schreibt im Namen aller Redakteure der "Neuen Rheinischen
Zeitung" eine Erklärung, in der er mitteilt, daß sie mit der in
Köln erscheinenden "Westdeutschen Zeitung" nichts gemein haben.
Die Erklärung wird am 2.Juni in der "Neuen Deutschen Zeitung" so-
wie in anderen deutschen Zeitungen veröffentlicht.
Etwa 2. Juni
Marx, der den Beginn entscheidender revolutionärer Ereignisse in
Frankreich erwartet, wird mit einem Mandat des Zentralausschusses
der Demokraten nach Paris entsandt, um die deutsche revolutionäre
Partei bei der französischen sozialistisch-demokratischen Partei
zu vertreten. Engels begibt sich nach Kaiserslautern, um dort
zunächst als politischer Emigrant zu leben und bei ausbrechendem
Kampf "den einzigen Platz in der Bewegung einzunehmen, den die
'Neue Rheinische Zeitung' einnehmen kann - den Platz des Solda-
ten".
Die provisorische Regierung der Pfalz bietet Engels verschiedene
zivile und militärische Ämter an. Engels lehnt alle Vorschläge ab
und erklärt sich lediglich bereit, für die Zeitung "Bote für
Stadt und Land", die von der provisorischen Regierung der Pfalz
herausgegeben wurde, einige Artikel zu schreiben.
2. Juni
Engels schreibt den Artikel "Die revolutionäre Erhebung in der
Pfalz und in Baden", der am 3. Juni im "Boten für Stadt und Land"
erscheint. Da die Redaktion einen zweiten Artikel für zu
"aufrührerisch" hält, nimmt Engels ihn zurück und verzichtet auf
die weitere Mitarbeit an der Zeitung.
Etwa 3. Juni
Marx begibt sich nach Paris.
Nach dem 3. Juni
Marx stellt seine Verbindungen mit den Führern der Klubs und der
geheimen Arbeiterorganisationen sowie mit den Vertretern der
französischen Demokraten wieder her und erweitert sie.
6. Juni
Die preußische Regierung erläßt einen Steckbrief gegen Engels.
7. Juni
In einem Brief an Engels berichtet Marx von der gespannten revo-
lutionären Situation in Paris und bittet Engels, ihn regelmäßig
über die Lage in Deutschland zu informieren.
13. Juni bis 12. Juli
Engels fährt über Neustadt nach Offenbach, um dort in die ba-
disch-pfälzische Armee einzutreten, und zwar in die Freiwilligen-
abteilung unter dem Kommando Willichs. Er nimmt unmittelbar an
den revolutionären Kämpfen in Baden und in der Pfalz teil. Als
Adjutant Willichs arbeitet Engels gemeinsam mit ihm die Pläne für
die militärischen Operationen aus und leitet die Durchführung
komplizierter und gefährlicher
#695# Marx u. Engels - Daten. November 1848 bis August 1849
-----
Kampf aufgaben. Er nimmt persönlich an vier Gefechten teil, dar-
unter an dem großen Treffen bei Rastatt.
21. Juni
Marx behandelt in dem Artikel "De 13.Juni" die mißlungene Aktion
der kleinbürgerlichen Demokraten in Paris. Der Artikel erscheint
am 29. Juni in der deutschen demokratischen Zeitung "Volks-
freund".
12. Juli
Nach der Niederlage des badisch-pfälzischen Aufstands geht die
Abteilung, in der Engels kämpfte, als letzte über die Grenze in
die Schweiz.
19. Juli
Marx erhält von den französischen Behörden die Mitteilung, daß
ein Befehl über seine Ausweisung aus Paris nach dem Departement
Morbihan, einem sumpfigen, ungesunden Gebiet in der Bretagne, er-
lassen wurde. Auf seine Reklamation beim Innenministerium bleibt
er zunächst unbehelligt.
24. Juli
Engels fährt nach Vevey (Kanton Waadt).
25. Juli
In einem Brief an Jenny Marx gibt Engels seiner Beunruhigung über
das Schicksal von Marx Ausdruck, da Gerüchte über dessen Verhaf-
tung laut wurden. Engels berichtet ferner über seine Teilnahme an
den Aufständen in Baden und in der Pfalz.
Etwa 27. Juli
In einem offenen Brief an den Redakteur der Zeitung "La Presse"
dementiert Marx die in dieser Zeitung veröffentlichten falschen
Nachrichten über die Einstellung des Erscheinens der "Neuen Rhei-
nischen Zeitung" und über seine anschließende Tätigkeit. Der
Brief erscheint am 30. Juli in "La Presse".
Etwa 1. August
In einem Brief an Engels drückt Marx seine Freude über die von
ihm eingegangenen Nachrichten aus. Er rät Engels eine Geschichte
des badisch-pfälzischen Aufstandes zu schreiben, und berichtet
von seinen Verhandlungen über die Herausgabe einer politisch-öko-
nomischen Zeitschrift in Berlin.
Etwa 20. August
Nach einmonatigem Aufenthalt in Vevey begibt sich Engels nach
Lausanne.
23. August
Marx teilt Engels in einem Brief mit, daß er nach dem Sumpfgebiet
von Morbihan in der Bretagne ausgewiesen ist, jedoch auf diesen
"verkleideten Mordversuch" nicht eingehe und nach London emi-
griere. Er schlägt Engels vor, ebenfalls dorthin zu kommen, um
gemeinsam eine Zeitschrift herauszugeben.
24. August
Marx fährt von Paris nach London.
zurück