Quelle: MEW 7 August 1849 - Juni 1859

       zurück

       #146#
       -----
       III
       
       Die Pfalz
       
       Von Karlsruhe  gingen wir  nach der Pfalz, und zwar zunächst nach
       Speyer, wo  sich d'Ester und die provisorische Regierung befinden
       sollten. Sie  waren indes schon nach Kaiserslautern abgereist, wo
       die Regierung  als am  "strategisch gelegensten Punkte der Pfalz"
       ihren endlichen  Sitz aufschlug. Statt ihrer fanden wir in Speyer
       Willich mit  seinen Freischärlern.  Er hielt  mit einem Korps von
       ein paar  hundert Mann die Garnisonen von Landau und Germersheim,
       zusammen über 4000 Mann, im Schach, schnitt ihnen die Zufuhren ab
       und molestierte  sie auf jede mögliche Weise. Denselben Tag hatte
       er mit ungefähr 80 Schützen zwei Kompanien der Germersheimer Gar-
       nison angegriffen  und, ohne  einen Schuß  zu tun, sie in die Fe-
       stung zurückgejagt.  Am nächsten  Morgen fuhren  wir mit  Willich
       nach Kaiserslautern,  wo wir d'Ester, die provisorische Regierung
       und die  Blüte der  deutschen Demokratie  überhaupt antrafen. Von
       einer offiziellen  Beteiligung an der Bewegung, die unsrer Partei
       ganz fremd stand, konnte natürlich auch hier keine Rede sein. Wir
       gingen also nach ein paar Tagen nach Bingen zurück, wurden unter-
       wegs, in  Gesellschaft mehrerer Freunde, von den hessischen Trup-
       pen, als  der Teilnahme  am Aufstande verdächtig, verhaftet, nach
       Darmstadt und  von da  nach Frankfurt transportiert und hier end-
       lich wieder freigegeben.
       Kurz nachher verließen wir Bingen, und Marx ging mit einem Mandat
       des demokratischen  Zentralausschusses nach  Paris, wo  ein  ent-
       scheidendes Ereignis  nahe bevorstand,  um bei  den französischen
       Sozial-Demokraten die deutsche revolutionäre Partei zu vertretene
       [164] Ich  ging nach  Kaiserslautern zurück,  um dort einstweilen
       als einfacher  politischer Flüchtling  zu leben  und später viel-
       leicht, wenn  sich eine  passende Gelegenheit bieten sollte, beim
       Ausbruch des  Kampfes die  einzige Stellung  einzunehmen, die die
       "Neue Rheinische  Zeitung" in  dieser Bewegung  einnehmen konnte:
       die des Soldaten.
       Wer die Pfalz nur einmal gesehen hat, begreift, daß eine Bewegung
       in diesem  weinreichen und weinseligen Lande einen höchst heitern
       Charakter
       
       #147# Die deutsche Reichsverfassungskampagne
       -----
       annehmen mußte. Man hatte sich endlich einmal die schwerfälligen,
       pedantischen altbayrischen  Bierseelen vom Halse geschafft und an
       ihrer Stelle  fidele pfälzische  Schoppenstecher zu  Beamten  er-
       nannt. Man  war endlich  jene tiefsinnig  tuende bayrische  Poli-
       zeischikane los,  die in  den sonst so ledernen "Fliegenden Blät-
       tern" ergötzlich  genug persifliert  wurde und  die  dem  flotten
       Pfälzer schwerer  auf dem Herzen lag als irgend etwas andres. Die
       Herstellung der Kneipfreiheit war der erste revolutionäre Akt des
       pfälzischen Volks: Die ganze Pfalz verwandelte sich in eine große
       Schenke, und  die Massen  geistigen Trankes,  die "im  Namen  des
       pfälzischen Volks"  während dieser  sechs Wochen verzehrt wurden,
       übersteigen alle Berechnung. Obwohl in der Pfalz die aktive Teil-
       nahme an  der Bewegung  lange nicht so groß war als in Baden, ob-
       wohl es  hier viele  reaktionäre Bezirke  gab, war doch die ganze
       Bevölkerung einstimmig  in dieser  allgemeinen Schoppenstecherei,
       wurde selbst der reaktionärste Spießbürger und Bauer hineingeris-
       sen in die allgemeine Heiterkeit.
       Man brauchte eben keinen großen Scharfblick, um zu erkennen, wel-
       che unangenehme Enttäuschung in wenigen Wochen die preußische Ar-
       mee über  diese vergnügten  Pfälzer bringen werde. Und doch waren
       die Leute  in der  Pfalz zu  zählen, die nicht in der größten Si-
       cherheit schwelgten.  Daß die Preußen kommen würden, daran glaub-
       ten die  wenigsten, daß sie aber, wenn sie kämen, mit der größten
       Leichtigkeit wieder  hinausgeschlagen würden, das stand allgemein
       fest. Jene gesinnungstüchtige Finsterkeit, deren Motto "Ernst ist
       der Mann"  allen badischen  Volkswehroffizieren auf der Stirn ge-
       schrieben stand  und die dennoch keineswegs alle jene Wunderdinge
       verhinderte, von  denen ich später zu erzählen haben werde - jene
       biedre Feierlichkeit,  die der spießbürgerliche Charakter der Be-
       wegung der  Mehrzahl ihrer Teilnehmer in Baden aufgedrückt hatte,
       existierte hier  zwar nicht. In der Pfalz war der Mann nur neben-
       bei "ernst".  Die "Begeisterung" und der "Ernst" dienten hier nur
       dazu, die  allgemeine Lustigkeit zu beschönigen. Aber man war im-
       mer "ernst"  und "begeistert"  genug, um  sich allen  Mächten der
       Welt, und namentlich der preußischen Armee gegenüber, unüberwind-
       lich zu  glauben; und wenn in stillen Stunden der Sammlung einmal
       ein leiser Zweifel aufstieg, so wurde er mit dem unwiderleglichen
       Argument beseitigt:  Wenn dem auch so wäre, so dürfte man es doch
       nicht sagen.  Je länger die Bewegung sich hinausspann, je unleug-
       barer und  massenhafter die preußischen Bataillone sich von Saar-
       brücken bis Kreuznach konzentrierten, desto häufiger wurden frei-
       lich diese Zweifel, desto heftiger wurde aber auch, grade bei den
       Zweifelnden und  Ängstlichen, die  Renommage mit  der Unüberwind-
       lichkeit eines  "Volks, das  für seine  Freiheit begeistert ist",
       wie man die Pfälzer nannte. Diese Renommage entwickelte sich bald
       zu einem vollständigen Einschläferungssystem, das, von der
       
       #148# Friedrich Engels
       -----
       Regierung  nur   zu  sehr   begünstigt,  alle  Tätigkeit  in  den
       Verteidigungsmaßregeln erschlaffte  und jeden,  der dagegen oppo-
       nierte, der Gefahr einer Verhaftung als Reaktionär aussetzte.
       Diese Sicherheit,  diese Renommage mit der "Begeisterung" und ih-
       rer Allmacht,  verbunden mit  ihren winzigen  materiellen Mitteln
       und mit  dem kleinen  Terrainwinkel, auf  dem  sie  sich  geltend
       machte, lieferte  die komische  Seite der  pfälzischen "Erhebung"
       und bot  den wenigen Leuten, deren avancierte Ansichten und unab-
       hängige Stellung ein freies Urteil erlaubten, Stoff genug zur Er-
       heiterung.
       Die ganze äußere Erscheinung der Pfälzer Bewegung trug einen hei-
       tern, sorglosen und ungenierten Charakter. Während in Baden jeder
       neuernannte Unterleutnant,  Linie und  Volkswehr,  sich  in  eine
       schwere Uniform  einschnürte und  mit silbernen  Epauletten para-
       dierte, die  später, am  Tage des Gefechts, sofort in die Taschen
       wanderten, war  man in  der Pfalz  viel vernünftiger.  Sowie  die
       große Hitze  der ersten  Junitage sich  fühlen ließ, verschwanden
       alle Tuchröcke,  Westen und  Krawatten, um  einer leichten  Bluse
       Platz zu  machen. Mit  der alten  Bürokratie schien  man auch den
       ganzen alten ungeselligen Zwang losgeworden zu sein. Man kleidete
       sich ganz  ungeniert, nur nach der Bequemlichkeit und der Jahres-
       zeit; und  mit dem  Unterschied der  Kleidung verschwand momentan
       jeder andre  Unterschied im  geselligen Verkehr. Alle Klassen der
       Gesellschaft kamen  in denselben  öffentlichen Lokalen  zusammen,
       und ein  sozialistischer Schwärmer  hätte in  diesem ungebundenen
       Verkehr die  Morgenröte der allgemeinen Brüderlichkeit sehen kön-
       nen.
       Wie die  Pfalz, so ihre provisorische Regierung. Sie bestand fast
       nur aus  gemütlichen Schoppenstechern,  die über  nichts mehr er-
       staunt waren,  als daß  sie plötzlich die provisorische Regierung
       ihres bacchusgeliebten  Vaterlandes vorstellen  sollten. Und doch
       ist nicht  zu leugnen,  daß diese  lachenden Regenten sich besser
       benommen und  verhältnismäßig mehr geleistet haben als ihre badi-
       schen Nachbarn  unter der Führung des "gesinnungstüchtigen" Bren-
       tano. Sie  hatten wenigstens guten Willen und trotz der Schoppen-
       stecherei mehr  nüchternen Verstand  als die spießbürgerlich-ern-
       sten Herren in Karlsruhe, und die wenigsten von ihnen entrüsteten
       sich, wenn man sich über ihre bequeme Manier des Revolutionierens
       und über ihre impotenten kleinen Maßregelchen lustig machte.
       Die provisorische  Regierung der  Pfalz konnte nichts ausrichten,
       solange sie  von der badischen Regierung im Stich gelassen wurde.
       Und in  Beziehung auf  Baden hat sie vollkommen ihre Schuldigkeit
       getan. Sie  schickte Gesandte  über Gesandte, machte eine Konzes-
       sion nach  der andern, um nur ein Einverständnis zu erzielen: um-
       sonst, Herr Brentano wollte ein für allemal nicht.
       
       #149# Die deutsche Reichsverfassungskampagne
       -----
       Während die badische Regierung alles vorfand, fand die pfälzische
       nichts vor.  Sie hatte  kein Geld, keine Waffen, eine Menge reak-
       tionärer  Bezirke   und  zwei   feindliche  Festungen  im  Lande.
       Frankreich verbot  sofort die  Waffenausfuhr nach  Baden und  der
       Pfalz, Preußen  und Hessen  ließen alle dorthin spedierten Waffen
       mit Beschlag  belegen. Die pfälzische Regierung schickte sogleich
       Agenten nach  Frankreich und  Belgien, um  Waffen aufzukaufen und
       hereinzubesorgen; die  Waffen wurden  gekauft, kamen  aber nicht.
       Mart kann  der Regierung vorwerfen, daß sie nicht energisch genug
       hierin verfuhr,  daß sie  namentlich mit der großen Menge Kontre-
       bandiers an  der Grenze  keinen Schmuggel  von  Gewehren  organi-
       sierte; die  größere Schuld fällt aber auf ihre Agenten, die sehr
       lässig verfuhren  und sich  teilweise mit  leeren  Versprechungen
       hinhalten ließen, statt die französischen- Waffen wenigstens nach
       Saargemünd und Lauterburg zu schaffen.
       Was die  Geldmittel anging,  so war  in der kleinen Pfalz mit Pa-
       piergeld wenig  zu machen.  Als die  Regierung sich in pekuniärer
       Verlegenheit sah,  hatte sie wenigstens den Mut, zu einer Zwangs-
       anleihe mit,  wenn auch  schwach steigenden,  progressiven Sätzen
       ihre Zuflucht zu nehmen.
       Die Vorwürfe,  die der  pfälzischen Regierung gemacht werden kön-
       nen, beschränken  sich darauf,  daß sie  im Gefühl ihrer Impotenz
       sich zu sehr von der allgemeinen Sorglosigkeit und den damit ver-
       bundenen Illusionen  über ihre  eigne Sicherheit  anstecken ließ;
       daß sie daher, statt die freilich beschränkten Mittel zur Vertei-
       digung des  Landes energisch  in Bewegung  zu setzen, sich lieber
       auf den  Sieg der  Montagne [44]  in Paris,  auf die Einnahme von
       Wien durch  die Ungarn oder gar auf wirkliche Wunder verließ, die
       irgendwo zur  Rettung der  Pfalz geschehen sollten - Aufstände in
       der preußischen  Armee  usw.  Daher  die  Fahrlässigkeit  in  der
       Herbeischaffung von  Waffen, in  einem Lande,  wo  schon  tausend
       brauchbare Musketen  mehr oder  weniger unendlich viel ausmachten
       und wo  schließlich an  dem Tage,  wo die Preußen einrückten, die
       ersten und letzten  v i e r z i g  Gewehre aus dem Auslande, näm-
       lich aus  der Schweiz,  ankamen. Daher  die leichtsinnige Auswahl
       der Zivil-  und Militärkommissäre, die meist aus den unfähigsten,
       verworrensten  Schwärmern  bestanden,  und  die  Beibehaltung  so
       vieler alten  Beamten und  sämtlicher Richter.  Daher endlich die
       Vernachlässigung aller, selbst der nächstliegenden Mittel zur Be-
       lästigung und  vielleicht zur  Einnahme von  Landau, auf  die ich
       später zurückkommen werde.
       Hinter der  provisorischen Regierung  stand d'Ester  als eine Art
       geheimer Generalsekretär  oder, wie  Herr Brentano es nannte, als
       "rote Kamarilla,  welche die  gemäßigte Regierung von Kaiserslau-
       tern umgab".  Zu dieser  "roten Kamarilla" gehörten übrigens noch
       andre deutsche Demokraten, namentlich
       
       #150# Friedrich Engels
       -----
       Dresdner Flüchtlinge.  In d'Ester fanden die Pfälzer Regenten je-
       nen administrativen  Überblick, der  ihnen abging,  und  zugleich
       einen revolutionären  Verstand, der ihnen dadurch imponierte, daß
       er sich  stets nur  auf das  Zunächstliegende, unleugbar Mögliche
       beschränkte  und  daher  nie  um  Detailmaßregeln  verlegen  war.
       D'Ester erlangte  hierdurch einen bedeutenden Einfluß und das un-
       bedingte Vertrauen der Regierung. Wenn auch er zuweilen die Bewe-
       gung zu  ernsthaft nahm  und z.B. durch Einführung seiner für den
       Moment total  unpassenden Gemeindeordnung etwas Wichtiges leisten
       zu können  glaubte, so ist doch gewiß, daß d'Ester die provisori-
       sche Regierung  zu allen einigermaßen energischen Schritten fort-
       trieb und  namentlich in Detailkonflikten stets passende Lösungen
       zur Hand hatte.
       Wenn in  Rheinpreußen reaktionäre  und revolutionäre  Klassen von
       vornherein sich  gegenüberstanden, wenn in Baden eine anfangs für
       die Bewegung schwärmende Klasse, die Kleinbürgerschaft, sich all-
       mählich beim  Heranrücken der Gefahr zuerst zur Gleichgültigkeit,
       später zur  Feindseligkeit gegen  die von  ihr selbst provozierte
       Bewegung herüberführen  ließ, so  waren es  in der  Pfalz weniger
       einzelne Klassen  der Bevölkerung  als  einzelne  Distrikte,  die
       sich, durch  Lokalinteressen geleitet, teils von Anfang an, teils
       nach und  nach gegen  die Bewegung  erklärten. Allerdings  war in
       Speyer von  vornherein die  Bürgerschaft reaktionär, wurde sie es
       mit der  Zeit in Kaiserslautern, Neustadt, Zweibrücken usw.; aber
       die Hauptmacht  der reaktionären Partei saß in den über die ganze
       Pfalz verteilten  Ackerbaubezirken. Diese  konfuse Gestaltung der
       Parteien hätte  nur durch  eine Maßregel beseitigt werden können:
       durch einen direkten Angriff auf das in den Hypotheken und im Hy-
       pothekenwucher angelegte Privateigentum zugunsten der verschulde-
       ten, von  Wucherern ausgesogenen Bauern. Diese eine Maßregel, die
       sofort die  ganze Landbevölkerung am Aufstand interessiert hätte,
       setzt aber  ein viel  größeres Terrain und viel entwickeltere Ge-
       sellschaftszustände in  den Städten voraus, als die Pfalz sie be-
       sitzt. Sie  war nur  möglich im Anfang der Insurrektion, zugleich
       mit einer  Ausdehnung des Aufstandes nach der Mosel und Eifel, wo
       dieselben Zustände  auf dem Lande existieren und in der industri-
       ellen Entwickelung  der rheinischen Städte ihre Ergänzung finden.
       Und ebensowenig  wie von Baden war von der Pfalz aus die Bewegung
       nach außen getrieben worden.
       Die Regierung  hatte unter diesen Umständen nur wenig Mittel, die
       reaktionären Bezirke  zu bekämpfen: einzelne militärische Expedi-
       tionen in  die widersetzlichen  Ortschaften, Verhaftungen, beson-
       ders der  katholischen Pfarrer, die an die Spitze des Widerstands
       traten usw.;  Ernennung von tätigen Zivil- und Militärkommissären
       und endlich die Propaganda. Die Expeditionen, meistens sehr komi-
       scher Natur, hatten nur momentane Wirkung, die Propaganda
       
       #151# Die deutsche Reichsverfassungskampagne
       -----
       hatte gar  keine, und  die Kommissäre  begingen meistens in ihrer
       wichtigtuenden Ungeschicklichkeit  Schnitzer über  Schnitzer oder
       beschränkten sich  auf eine  großartige Konsumtion  Pfälzer Weins
       nebst der unvermeidlichen Wirtshausrenommage.
       Unter den  Propagandisten, den  Kommissären und  den Beamten  der
       Zentraladministration nahmen  die in  der Pfalz  noch mehr als in
       Baden versammelten  Demokraten einen  sehr bedeutenden Platz ein.
       Es hatten  sich hier  nicht nur  die Flüchtlinge  aus Dresden und
       Rheinpreußen, sondern  auch sonst noch eine Menge mehr oder weni-
       ger begeisterter  "Volksmänner" eingefunden,  um  sich  hier  dem
       Dienste des Vaterlandes zu weihen. Die Pfälzer Regierung, die un-
       gleich der Karlsruher den richtigen Instinkt hatte, daß die Kapa-
       zitäten der  Pfalz allein  der Last  selbst dieser Bewegung nicht
       gewachsen seien,  nahm sie mit Freuden auf. Man konnte keine zwei
       Stunden in  der Pfalz  sein, ohne ein Dutzend der verschiedensten
       und im  ganzen sehr ehrenvollen Ämter angetragen zu bekommen. Die
       Herren Demokraten,  die in der pfälzisch-badischen Bewegung nicht
       einen täglich  lokaler und unbedeutender werdenden Lokalaufstand,
       sondern die  glorreiche Morgenröte  der glorreichen  Erhebung der
       gesamten deutschen  Demokratie sahen,  die überhaupt in der Bewe-
       gung   i h r e   mehr oder weniger kleinbürgerliche Tendenz herr-
       schend sahen,  beeiferten sich,  auf diese Anerbietungen einzuge-
       hen. Zugleich  aber glaubte  jeder, nur eine solche Stellung ein-
       nehmen zu  dürfen, in der er seinen natürlich meistens sehr hohen
       Ansprüchen bei  einer allgemeinen  deutschen Bewegung nichts ver-
       gebe. Im  Anfang ging  das. Wer  sich meldete, wurde sofort Büro-
       chef, Regierungskommissär,  Major oder Oberstleutnant. Allmählich
       aber nahm  die Zahl der Konkurrenten zu, die Stellen wurden selt-
       ner, und  es entwickelte  sich eine  kleinliche, spießbürgerliche
       Stellenjägerei, die  für den  unbeteiligten Zuschauer  ein höchst
       ergötzliches Schauspiel  bot. Daß  bei dem seltnen Mischmasch von
       Industrialismus und  Konfusion, von Aufdringlichkeit und In-kapa-
       zität, den  die "Neue Rheinische Zeitung" bei der deutschen Demo-
       kratie so  oft zu bewundern Gelegenheit hatte, daß da die Beamten
       und Propagandisten  der Pfalz ein getreuer Abklatsch dieses unan-
       genehmen Gemenges  war, brauche  ich wohl nicht erst ausdrücklich
       zu versichern.
       Es versteht sich, daß auch mir Zivil- und militärische Stellen in
       Menge angetragen wurden, Stellen, die ich in einer proletarischen
       Bewegung anzunehmen keinen Augenblick gezaudert hätte. Ich lehnte
       sie unter  diesen Umständen  sämtlich ab. Das einzige, worauf ich
       einging, war, einige aufregende Artikel für ein kleines Blättchen
       zu schreiben  [165], das die provisorische Regierung in Massen in
       der Pfalz  verbreiten ließ.  Ich wußte, daß auch dies nicht gehen
       würde, nahm den Antrag aber auf d'Esters und mehrerer Mitglieder
       
       #152# Friedrich Engels
       -----
       der Regierung  dringende Aufforderung  endlich an,  um wenigstens
       meinen guten  Willen zu beweisen. Da ich mich natürlich wenig ge-
       nierte, so  fand schon  der zweite Artikel als zu "aufregend" An-
       stoß; ich  verlor weiter kein Wort, nahm den Artikel zurück, zer-
       riß ihn in d'Esters Gegenwart, und damit hörte die Sache auf.
       Unter den auswärtigen Demokraten in der Pfalz waren übrigens die-
       jenigen die  besten, die soeben aus dem Kampf in ihrer Heimat ka-
       men: die  Sachsen und die Rheinpreußen. Die wenigen Sachsen waren
       meistens in  den Zentralbüros beschäftigt, arbeiteten fleißig und
       zeichneten sich  durch administrative Kenntnisse, ruhigen, klaren
       Verstand und  Abwesenheit aller Ansprüche und Illusionen aus. Die
       Rheinländer, meistens  Arbeiter, gingen  in Masse  zur Armee; die
       wenigen, die  anfangs in  den Büros  arbeiteten, ergriffen später
       ebenfalls die Muskete.
       Auf den  Büros  der  Zentralverwaltung,  in  der  Fruchthalle  zu
       Kaiserslautern, ging es höchst gemütlich her. Bei dem allgemeinen
       laisser aller  1*), bei  der gänzlichen Abwesenheit jedes aktiven
       Eingreifens in  die Bewegung, bei der ungemeinen Anzahl von Beam-
       ten war  im ganzen wenig zu tun. Es handelte sich fast nur um die
       laufenden Verwaltungsgeschäfte,  und diese  wurden tant  bien que
       mal 2*)  besorgt. Wenn  nicht irgendeine  Stafette ankam, ein pa-
       triotischer Bürger  einen tiefsinnigen  Vorschlag zur Rettung des
       Vaterlandes zu  machen hatte, ein Bauer sich beschwerte oder eine
       Gemeinde eine  Deputation  schickte,  hatten  die  meisten  Büros
       nichts zu tun. Man gähnte, man schwatzte, man erzählte sich Anek-
       doten, man  machte schlechte  Witze oder  strategische Pläne, man
       ging von einem Büro ins andre und suchte die Zeit so gut wie mög-
       lich totzuschlagen. Das Hauptgespräch waren natürlich die politi-
       schen Tagesereignisse,  über die  die widersprechendsten Gerüchte
       im Umlauf  waren. Die  Herbeischaffung  von  Nachrichten  war  im
       höchsten Grade  vernachlässigt. Die  alten Postbeamten waren fast
       ohne Ausnahme  im Amt geblieben und natürlich sehr unzuverlässig.
       Neben ihnen  war eine  "Feldpost" errichtet,  die von den überge-
       gangnen Pfälzer  Chevaulegers besorgt wurde. Die Kommandanten und
       Kommissäre der  Grenzbezirke kümmerten sich nicht im mindesten um
       das, was jenseits der Grenze vorging. Auf der Regierung hatte man
       nur das  "Frankfurter Journal"  und die "Karlsruher Zeitung", und
       ich erinnere  mich noch  mit Vergnügen der Verwunderung, die dar-
       über entstand, als ich auf dem Kasino in einer schon vor mehreren
       Tagen angekommenen  Nummer der "Kölnischen Zeitung" die Nachricht
       von der  Zusammenziehung von 27 preußischen Bataillonen, 9 Batte-
       rien und 9 Regimentern Kavallerie nebst
       -----
       1*) Sichgehenlassen - 2*) recht und schlecht
       
       #153# Die deutsche Reichsverfassungskampagne
       -----
       ihrer genauen  Dislozierung zwischen  Saarbrücken  und  Kreuznach
       entdeckt hatte.
       Ich komme endlich zur Hauptsache, zur militärischen Organisation.
       Ungefähr dreitausend  Pfälzer aus  der bayrischen Armee waren mit
       Sack und Pack übergegangen. Eine Anzahl Freiwilliger, Pfälzer und
       Nichtpfälzer, hatten  sich zu  gleicher Zeit unter die Waffen ge-
       stellt. Zudem  dekretierte die provisorische Regierung die Aushe-
       bung des  ersten Aufgebots,  zunächst aller  Unverheirateten  vom
       achtzehnten bis  zum dreißigsten Jahre. Diese Aushebung ging aber
       nur auf  dem Papier  vor sich, teils aus Unfähigkeit und Nachläs-
       sigkeit der  Militärkommissäre, teils aus Mangel an Waffen, teils
       durch die  Indolenz der  Regierung selbst.  Wo, wie in der Pfalz,
       der Mangel  an Waffen  das Haupthindernis aller Verteidigung war,
       mußten alle Mittel aufgeboten werden, um Waffen aufzubringen. Wa-
       ren vom  Ausland keine  herbeizuschaffen, so  mußte jede Muskete,
       jede Büchse,  jede Jagdflinte, die in der Pfalz aufzutreiben war,
       hervorgeholt und in die Hände der aktiven Kämpfer gegeben werden.
       Es waren  aber nicht  nur sehr viele Privatwaffen vorhanden, son-
       dern auch  noch wenigstens 1500-2000 Gewehre, die Karabiner unge-
       rechnet, in  den Händen der verschiednen Bürgerwehren. Man konnte
       mindestens verlangen, daß die Privatwaffen und die Gewehre derje-
       nigen Bürgerwehrmänner  abgeliefert würden,  die zum Eintritt ins
       erste Aufgebot  nicht verpflichtet waren oder die nicht als Frei-
       willige darunter  eintreten wollten. Aber nichts der Art geschah.
       Nach vielem  Drängen wurde  endlich ein derartiger Beschluß wegen
       der Bürgerwehrwaffen gefaßt, aber nie ausgeführt; die Kaiserslau-
       terer Bürgerwehr,  über 300 Philister zählend, paradierte täglich
       in Uniform  und Waffen  als Wache an der Fruchthalle, und als die
       Preußen einrückten,  hatten sie  noch das Vergnügen, diese Herren
       entwaffnen zu können. Und so war es überall.
       Man erließ im Amtsblatt eine Aufforderung an die Forstbeamten und
       Waldhüter, sich in Kaiserslautern zur Bildung eines Schützenkorps
       zu stellen [166]; wer nicht kam, waren die Forstbeamten.
       Man ließ  im ganzen  Lande Sensen  schmieden, oder  man  forderte
       wenigstens dazu  auf; einige  Sensen wurden wirklich angefertigt.
       Bei dem  rheinhessischen Korps  in Kirchheimbolanden sah ich meh-
       rere Fässer  mit Sensenklingen  aufladen und  nach Kaiserslautern
       spedieren. -  Die Entfernung  ist etwa  sieben bis  acht Stunden;
       vier Tage  nachher mußte die Regierung Kaiserslautern den Preußen
       überlassen, und die Sensen waren noch nicht angekommen. Hätte man
       diese Sensen  der nicht mobilen Bürgerwehr, dem sogenannten zwei-
       ten Aufgebot,  als Entschädigung  für ihre  abzutretenden Flinten
       gegeben, so  wäre die  Sache gut  gewesen; statt dessen behielten
       die faulen Philister ihre
       
       #154# Friedrich Engels
       -----
       Perkussionsflinten, und  die jungen  Rekruten sollten  mit Sensen
       gegen die preußischen Kanonen und Zündnadelmusketen marschieren.
       Während an Gewehren ein allgemeiner Mangel war, herrschte dagegen
       ein ebenso  merkwürdiger Überfluß  an Schleppsäbeln. Wer kein Ge-
       wehr bekommen  konnte, hing  sich um  so eifriger  ein klirrendes
       Schlachtschwert um, als er sich dadurch allein schon zum Offizier
       gestempelt glaubte.  In  Kaiserslautern  namentlich  waren  diese
       selbstgestempelten Offiziere  gar nicht  zu zählen,  ertönten die
       Straßen Tag  und Nacht  vom Gerassel ihrer fürchterlichen Waffen.
       Besonders waren  es die  Studenten, die sich durch diese neue Ma-
       nier, dem Feinde Schrecken einzujagen, und durch ihre Prätention,
       eine akademische  Legion von  lauter Kavalleristen zu Fuß zu bil-
       den, seltene Verdienste um die Rettung des Vaterlandes erwarben.
       Außerdem war  noch eine  halbe Schwadron übergegangener Chevaule-
       gers vorhanden,  die aber  durch ihre Zersplitterung im Feldpost-
       dienst usw.  nie dazu kam, ein besonders fechtendes Korps zu bil-
       den. Die Artillerie, unter dem Kommando des "Oberstleutnants" An-
       neke, bestand  aus ein  paar Dreipfündern,  deren Bespannung  ich
       mich nie  gesehen zu haben erinnere, und aus einer Anzahl Böller.
       Vor der  Fruchthalle in  Kaiserslautern lag die schönste Sammlung
       alter eiserner  Böllerrohre, die  man sich  wünschen konnte.  Die
       meisten blieben  natürlich unbenutzt  liegen. Die  beiden größten
       wurden auf  kolossale, eigens  angefertigte Lafetten  gelegt  und
       mitgenommen. Die  badische Regierung  verkaufte der Pfalz endlich
       eine ausgeschossene  sechspfündige Batterie nebst etwas Munition;
       aber Bespannung,  Bedienung und  zureichende Munition fehlte. Die
       Munition wurde, soweit möglich, angefertigt; die Bespannung wurde
       tant bien que mal durch requirierte Bauern und Pferde besorgt; zu
       der Bedienung suchte man sich einige alte bayrische Artilleristen
       zusammen und  übte die  Leute mit  dem schwerfälligen und kompli-
       zierten bayrischen Exerzitium ein.
       Die  obere   Leitung  der   Militärangelegenheiten  war   in  den
       schlechtesten Händen.  Herr Reichardt,  der in der provisorischen
       Regierung das  Militärdepartement übernommen  hatte,  war  tätig,
       aber ohne  Energie und  Sachkenntnisse. Der  erste Oberkommandant
       der Pfälzer  Streitkräfte, der Industrielle Fenner von Fenneberg,
       wurde zwar  bald wegen zweideutigen Benehmens abgesetzt; an seine
       Stelle trat  für den  Augenblick ein polnischer Offizier, Raquil-
       liet. Endlich erfuhr man, Mieroslawski werde das Oberkommando für
       Baden und  die Pfalz übernehmen, und der Befehl der Pfälzer Trup-
       pen sei dem "General" Sznayde, ebenfalls einem Polen, anvertraut.
       Der General  Sznayde kam an. Es war ein kleiner, dicker Mann, der
       eher wie  ein bejahrter  Bonvivant als  wie ein  "Rufer im Streit
       Menelaos" [167] aussah.
       
       #155# Die deutsche Reichsverfassungskampagne
       -----
       Der General  Sznayde übernahm das Kommando mit vieler Würde, ließ
       sich Bericht über den Stand der Angelegenheiten abstatten und er-
       ließ sofort  eine Reihe  Tagesbefehle. Die meisten dieser Befehle
       erstreckten sich  auf die Uniformierung - die Bluse - und die Ab-
       zeichen für  Offiziere -  trikolore Armbinden  oder Schärpen, auf
       Aufforderungen an gediente Kavalleristen und Schützen, sich frei-
       willig zu  stellen -  Aufforderungen, die schon zehnmal fruchtlos
       gemacht worden  waren, u.  dgl. Er selbst ging mit gutem Beispiel
       voran, indem  er sich sofort einen Attila mit trikoloren Schnüren
       anschaffte, um  der Armee  Respekt einzuflößen. Was in seinen Ta-
       gesbefehlen wirklich  Praktisches und  Wichtiges war, beschränkte
       sich auf  Wiederholung längst  erlassener Befehle  und  auf  Vor-
       schläge, die  von den  wenigen anwesenden  guten Offizieren schon
       früher gemacht,  aber nie  durchgesetzt worden waren und die erst
       jetzt vermittelst  der Autorität  eines kommandierenden  Generals
       durchgesetzt  werden   sollten.  Im   übrigen  verließ  sich  der
       "General" Sznayde auf Gott und Mieroslawski und lebte den Freuden
       der Tafel, das einzig Vernünftige, das ein so total unfähiges In-
       dividuum tun konnte.
       Unter den  übrigen Offizieren  in Kaiserslautern  war der  einzig
       tüchtige Techow,  derselbe, der  als preußischer  Premierleutnant
       mit Natzmer  beim Berliner  Zeughaussturm [168]  das Zeughaus dem
       Volk übergeben  hatte und,  zu 15  Jahren Festung verurteilt, von
       Magdeburg entkommen  war. Techow,  Chef des  pfälzischen General-
       stabs, bewies  sich überall  kenntnisreich, umsichtig  und ruhig,
       vielleicht etwas zu ruhig, als daß man ihm die Raschheit des Ent-
       schlusses zutrauen  könnte, die  auf dem  Schlachtfeld oft  alles
       entscheidet. "Oberstleutnant"  Anneke bewies sich unfähig und in-
       dolent in der Organisation der Artillerie, obwohl er im Laborato-
       rium gute Dienste leistete. Bei Ubstadt [169] hat er als Feldherr
       keine Lorbeeren  geerntet, und  aus Rastatt,  wo ihm Mieroslawski
       für die  Belagerung den Befehl über das Material übertrug, ist er
       auf seltsame  Weise und  mit Hinterlassung seiner Pferde noch vor
       der Zernierung über den Rhein entkommen.
       An den  Offizieren in den einzelnen Bezirken war auch nicht viel.
       Eine Anzahl  von Polen war teils schon vor Sznayde, teils mit ihm
       gekommen. Da  die besten Leute der polnischen Emigration schon in
       Ungarn waren, so läßt sich denken, daß diese polnischen Offiziere
       von ziemlich gemischter Gattung waren. Die meisten beeilten sich,
       für eine  gehörige Anzahl Reitpferde zu sorgen und einige Befehle
       zu geben,  und kümmerten  sich um  die Ausführung nicht viel. Sie
       traten ziemlich  herrisch auf, wollten den Pfälzer Bauern wie den
       knechtischen polnischen Leibeigenen traktieren, kannten weder das
       Land noch  die Sprache, noch das Kommando und richteten daher als
       Militärkommissäre, d.h. Organisatoren von Bataillonen, wenig oder
       gar nichts aus.
       
       #156# Friedrich Engels
       -----
       Im Laufe des Feldzugs verliefen sie sich bald in den Sznaydeschen
       Stab und  verschwanden kurz  nachher ganz, als Sznayde von seinen
       Soldaten angefallen  und mißhandelt wurde. Die Besseren unter ih-
       nen kamen zu spät, um noch etwas organisieren zu können.
       Unter den  deutschen Offizieren  waren auch nicht viel brauchbare
       Köpfe. Das  rheinhessische Korps,  das sonst  manche auch militä-
       risch bildungsfähige  Elemente enthielt,  stand unter der Führung
       eines gewissen  Häusner, eines  gänzlich unbrauchbaren  Menschen,
       und unter  dem noch  viel erbärmlicheren  moralischen und politi-
       schen Einfluß der beiden Helden Zitz und Bamberger, die sich spä-
       ter in  Karlsruhe so  glorreich aus  der Affäre zogen 1*). In der
       Hinterpfalz organisierte  ein  ehemaliger  preußischer  Offizier,
       Schimmelpfennig, ein Korps.
       Die einzigen beiden Offiziere, die sich schon vor dem Einfall der
       Preußen im  aktiven Dienst auszeichneten, waren Willich und Blen-
       ker.
       Willich übernahm  mit einem kleinen Freikorps die Beobachtung und
       später die  Zernierung von  Landau und Germersheim. Eine Kompanie
       Studenten, eine Kompanie Arbeiter, die mit ihm in Besançon zusam-
       men gelebt  hatten [170],  drei schwache  Kompanien Turner  - aus
       Landau, Neustadt  und Kaiserslautern -, zwei aus Freiwilligen der
       umliegenden Ortschaften  gebildete Kompanien und endlich eine mit
       Sensen bewaffnete Kompanie Rheinpreußen, die meisten von den Prü-
       mer und Elberfelder Aufständen her flüchtig, fanden sich nach und
       nach unter  seinem Kommando  zusammen. Es  waren zuletzt zwischen
       700-800 Mann,  jedenfalls die zuverlässigsten Soldaten der ganzen
       Pfalz, die  Unteroffiziere meist  gediente, teilweise in Algerien
       an den  kleinen Krieg  gewöhnte Leute  [171]. Mit  diesen wenigen
       Streitkräften legte  sich Willich mitten zwischen Landau und Ger-
       mersheim, organisierte  die Bürgerwehren in den Dörfern, benutzte
       sie zur  Bewachung der  Straßen und  zum Vorpostendienst,  schlug
       alle Ausfälle  aus beiden  Festungen trotz der Überlegenheit, na-
       mentlich der  Germersheimer Garnison,  zurück,  zernierte  Landau
       derart, daß so gut wie alle Zufuhren abgeschnitten waren, schnitt
       ihm die  Wasserleitungen ab, stauchte die Queich auf, so daß alle
       Keller der  Festung überschwemmt  waren und doch Mangel an Trink-
       wasser eintrat, und beunruhigte die Garnison jede Nacht durch Pa-
       trouillen, die  nicht nur  die verlassenen  Außenwerke ausräumten
       und die dort gefundenen Wachtstubenöfen für fünf Gulden per Stück
       versteigerten, sondern auch bis in die Festungsgräben selbst vor-
       drangen und  die Garnison häufig veranlaßten, auf einen Gefreiten
       und zwei Mann ein ebenso gewaltiges wie harmloses Feuer aus Vier-
       undzwanzigpfündern
       -----
       1*) Siehe vorl. Band, S. 183
       
       #157# Die deutsche Reichsverfassungskampagne
       -----
       zu eröffnen.  Diese Epoche war bei weitem die glänzendste während
       der Existenz  des Willichschen  Freikorps. Hätten  ihm damals nur
       einige Haubitzen  zu Gebote  gestanden, und  wären es nur Feldge-
       schütze gewesen,  so war  nach den  Berichten  der  täglich  nach
       Landau aus-  und eingehenden Spione die Festung bei ihrer demora-
       lisierten, schwachen  Garnison und  ihrer rebellischen Einwohner-
       schaft in wenig Tagen genommen. Selbst ohne Artillerie hätte eine
       Fortsetzung der Zernierung in acht Tagen die Kapitulation erzwun-
       gen. In  Kaiserslautern waren  zwei siebenpfündige Haubitzen, gut
       genug, um  während der  Nacht einige Häuser in Landau in Brand zu
       schießen. Wären  sie an  Ort und Stelle gewesen, so war das Uner-
       hörte wahrscheinlich,  daß eine  Festung wie  Landau mit ein paar
       Feldgeschützen eingenommen  wurde. Ich predigte täglich dem Gene-
       ralstab in  Kaiserslautern die  Notwendigkeit vor, wenigstens den
       Versuch zu  machen. Umsonst.  Die eine Haubitze blieb in Kaisers-
       lautern, die andre wanderte nach Homburg, wo sie fast den Preußen
       in die  Hände fiel.  Beide kamen über den Rhein, ohne einen Schuß
       getan zu haben.
       Noch mehr  aber als  Willich zeichnete  sich der "Oberst" Blenker
       aus. Der  "Oberst" Blenker,  ein ehemaliger Weinreisender, der in
       Griechenland als  Philhellene gewesen  war und  sich  später  als
       Weinhändler in  Worms etabliert  hatte, gehört  jedenfalls zu den
       hervorragendsten  militärischen  Persönlichkeiten  dieser  ganzen
       glorreichen Kampagne.  Stets hoch  zu Roß,  von einem zahlreichen
       Stab umgeben, groß, stark, mit einem trutzigen Antlitz, einem im-
       ponierenden Heckerbart,  einer allgewaltigen Stimme und allen üb-
       rigen Eigenschaften begabt, die den süddeutschen "Volksmann" aus-
       machen und zu denen bekanntlich der Verstand nicht gerade gehört,
       machte "Oberst"  Blenker den  Eindruck eines  Mannes, vor  dessen
       bloßem Anblick  Napoleon sich  verkriechen müßte  und der  würdig
       war, in  jenem Refrain  zu figurieren, mit dem wir diese Schilde-
       rungen eröffnet  haben. "Oberst" Blenker fühlte das Zeug in sich,
       auch ohne  "Hecker, Struve,  Zitz und Blum" die deutschen Fürsten
       umzuschmeißen [124],  und gab sich sofort ans Werk. Seine Meinung
       war, den  Krieg nicht  als Soldat,  sondern als  Weinreisender zu
       führen, und  zu diesem Zweck nahm er sich vor, Landau zu erobern.
       Willich war  damals noch  nicht da. Er raffte alles zusammen, was
       in der  Pfalz disponibel  war, Linie  und Volkswehr,  und organi-
       sierte durcheinanderbummelnde Truppen, Kavallerie und Artillerie,
       und rückte auf Landau los. Vor der Festung wurde Kriegsrat gehal-
       ten, die  Angriffskolonnen formiert,  die Stellung der Artillerie
       bestimmt. Die  Artillerie bestand aber aus einigen Böllern, deren
       Kaliber von  1/2 Pfund  bis 1 3/8 Pfund variierten, und wurde auf
       einem Heuwagen  nachgefahren,  der  zugleich  zum  Munitionswagen
       diente. Die Munition dieser verschiednen
       
       #158# Friedrich Engels
       -----
       Böller bestand nämlich in einer, sage einer vierundzwanzigpfündi-
       gen Kugel;  von Pulver  war keine  Rede. Nachdem  alles geordnet,
       rückte man voll Todesverachtung vor. Man kam bis ans Glacis, ohne
       Widerstand zu  finden; man  marschierte weiter,  bis man  ans Tor
       kam. Voran die aus Landau übergegangenen Soldaten. Auf den Wällen
       zeigten sich einige Soldaten als Parlamentäre. Man rief ihnen zu,
       das Tor  zu öffnen. Es entspann sich bereits ein ganz gemütliches
       Zwiegespräch, und  alles schien  nach Wunsch zu gehen. Auf einmal
       ertönt vom  Wall ein  Kanonenschuß, Kartätschen  sausen über  den
       Köpfen der  Angreifer weg,  und in  einem Nu  löst sich die ganze
       heldenmütige Armee  samt ihrem pfälzischen Prinzen Eugen in wilde
       Flucht auf. Alles läuft, läuft, läuft mit einer so unwiderstehli-
       chen Heftigkeit, daß die bald nachher von den Wällen abgeschosse-
       nen paar Kanonenkugeln schon nicht mehr über den Köpfen der Flie-
       henden, daß sie nur noch über ihren weggeworfenen Flinten, Patro-
       nentaschen und  Tornistern dahinsausen. Einige Stunden von Landau
       wird endlich  haltgemacht, die  Armee wieder  gesammelt  und  von
       Herrn "Oberst"  Blenker ohne die Schlüssel von Landau, aber darum
       nicht minder stolz wieder heimgeführt. Das war die noch nie dage-
       wesene Eroberung  Landaus mit drei Böllern und einer vierundzwan-
       zigpfündigen Kugel.
       Der Kartätschschuß  war von  einigen bayrischen Offizieren in der
       Eile abgefeuert  worden, als  sie sahen,  daß ihre  Soldaten Lust
       hatten, das  Tor zu  öffnen. Das  Geschütz wurde von den Soldaten
       selbst aus  der Richtung  gebracht, und daher kam es, daß niemand
       getroffen wurde.  Als die  Besatzung von  Landau aber sah, welche
       Wirkung dieser Schuß ins Blaue machte, war von Übergabe natürlich
       keine Rede mehr.
       Held Blenker  war aber  nicht der  Mann, für  solches Mißgeschick
       keine Revanche  zu nehmen. Er beschloß, nunmehr Worms zu erobern.
       Von Frankenthal,  wo er  ein Bataillon befehligte, rückte er vor.
       Die paar  hessischen Soldaten,  die in  Worms lagen, machten sich
       auf und davon, und Held Blenker zog mit klingendem Spiel in seine
       Vaterstadt ein.  Nachdem die Befreiung von Worms mit einem solen-
       nen Frühstück  gefeiert war,  schritt man zur Hauptfeierlichkeit,
       nämlich  zur  Vereidigung  von  zwanzig  krank  zurückgebliebenen
       hessischen Soldaten  auf die  Reichsverfassung. In der Nacht aber
       nach diesen gewaltigen Resultaten fuhren die Peuckerschen Reichs-
       truppen auf  dem rechten  Rheinufer Geschütz  auf und weckten die
       siegreichen Eroberer  höchst unsanft  durch frühen Kanonendonner.
       Es war kein Mißverständnis: Die Reichstruppen schössen Vollkugeln
       und Granaten  herüber. Ohne  ein Wort  zu sagen, versammelte Held
       Blenker seine  Tapfern und  zog in  aller Stille von Worms wieder
       nach Frankenthal  ab. Von  seinen späteren  Heldentaten wird  die
       Muse am gehörigen Orte ein Weiteres berichten.
       
       #159# Die deutsche Reichsverfassungskampagne
       -----
       Während so  in den Distrikten die verschiedenartigsten Charaktere
       sich jeder in seiner Weise Luft machten, während die Soldaten und
       Volkswehrmänner, statt  zu exerzieren,  in den Schenken saßen und
       sangen, beschäftigten sich in Kaiserslautern die Herren Offiziere
       mit der Erfindung der tiefsinnigsten strategischen Pläne. Es han-
       delte sich  um nichts Geringeres als um die Möglichkeit, eine von
       mehreren Seiten  zugängliche kleine Provinz wie die Pfalz mit ei-
       ner fast ganz imaginären Streitmacht gegen eine höchst reelle Ar-
       mee von  über 30 000  Mann und  60 Kanonen  zu halten. Grade weil
       hier jedes  Projekt gleich nutzlos, gleich absurd war, grade weil
       hier alle  Bedingungen jedes  strategischen Plans  fehlten, grade
       deswegen nahmen sich die tiefen Kriegsmänner, die denkenden Köpfe
       der Pfälzer  Armee erst  recht vor, ein strategisches Wunder aus-
       zutüfteln, das  den Preußen  den  Weg  in  die  Pfalz  versperren
       sollte. Jeder neugebackene Leutnant, jeder Säbelschlepper von der
       unter  den   Auspizien  des  Herrn  Sznayde  endlich,  nebst  dem
       Leutnantsrang für  jedes Mitglied,  zustande gekommenen  akademi-
       schen Legion,  jeder Büroschreiber  stierte  tiefsinnig  auf  die
       Karte der Pfalz in der Hoffnung, den strategischen Stein der Wei-
       sen zu  finden. Man  kann sich leicht denken, welche ergötzlichen
       Dinge dabei  herauskamen. Namentlich  die ungarische  Methode der
       Kriegführung war  sehr beliebt.  Vom "General"  Sznayde bis herab
       zum annoch  verkanntesten Napoleon der Armee konnte man stündlich
       die Phrase  hören: "Wir  müssen es machen wie Kossuth, wir müssen
       einen Teil unsres Terrains aufgeben und uns - hierhin oder dahin,
       in die  Berge oder in die Ebene, je nachdem - zurückziehen." "Wir
       müssen es  machen wie  Kossuth", hieß  es in  allen Wirtshäusern.
       "Wir müssen  es machen  wie Kossuth", wiederholte jeder Korporal,
       jeder Soldat,  jeder Gassenjunge.  "Wir müssen es machen wie Kos-
       suth", wiederholte  gutmütig die  provisorische Regierung, die am
       besten wußte,  daß sie  sich in  diese Sachen  nicht  zu  mischen
       hatte, und  der es  am Ende  gleichgültig war,  wie man's machte.
       "Wir müssen  es machen  wie Kossuth,  sonst sind wir verloren." -
       Die Pfalz und Kossuth!
       Ehe ich  zur Schilderung  des Feldzugs  selbst übergehe,  muß ich
       noch kurz  einer Angelegenheit  erwähnen,  die  in  verschiedenen
       Blättern berührt worden ist: meine momentane Verhaftung in Kirch-
       heim. Wenige  Tage vor  dem Einrücken  der Preußen begleitete ich
       meinen Freund  Moll auf einer von ihm übernommenen Mission bis an
       die Grenze, bis Kirchheimbolanden. Hier stand ein Teil des rhein-
       hessischen Korps,  bei dem  wir Bekannte hatten. Wir saßen abends
       mit diesen  und mehreren  andern Freischärlern des Korps im Gast-
       hof. Unter  den Freischärlern  waren einige jener ernsten, begei-
       sterten "Männer  der Tat",  von denen schon mehrfach die Rede war
       und die  gar keine  Schwierigkeiten darin sahen, mit wenig Waffen
       und viel Begeisterung jede beliebige
       
       #160# Friedrich Engels
       -----
       Armee der  Welt zu  schlagen. Es  sind  Leute,  die  vom  Militär
       höchstens die  Wachtparade gesehen  haben, die sich überhaupt nie
       um die  materiellen Mittel  zur Erreichung irgendeines Zwecks be-
       kümmern und  die daher meistens, wie ich später mehrfach zu beob-
       achten Gelegenheit hatte, im ersten Gefecht eine so niederschmet-
       ternde Enttäuschung  erleben, daß  sie sich eiligst auf und davon
       machen. Ich frug einen dieser Helden, ob er wirklich vorhabe, mit
       den in  der Pfalz  vorhandenen dreißigtausend  Schleppsäbeln  und
       viertehalb Flinten,  worunter mehrere  verrostete Karabiner,  die
       Preußen zu  schlagen, und war überhaupt im besten Zuge, mich über
       die heilige  Entrüstung des  in seiner edelsten Begeisterung ver-
       wundeten Mannes  der Tat zu amüsieren, als die Wache eintritt und
       mich für  verhaftet erklärt. Zu gleicher Zeit sehe ich hinter mir
       zwei Leute  wutschnaubend auf  mich losspringen.  - Der  eine gab
       sich als  Zivilkommissär Müller  zu erkennen,  der andre war Herr
       Greiner, das  einzige Mitglied  der Regierung,  mit dem ich wegen
       seiner häufigen  Abwesenheit von Kaiserslautern - der Mann machte
       in der  Stille sein  Vermögen mobil - und wegen seines verdächti-
       gen, heulerisch-finstern  Aussehens nicht in nähere Berührung ge-
       treten war. Zugleich stand ein alter Bekannter von mir, Hauptmann
       im rheinhessischen  Korps, auf  und erklärte,  wenn ich verhaftet
       würde, werde  er und  eine bedeutende Anzahl der besten Leute das
       Korps sofort  verlassen. Moll und andre wollten mich sogleich mit
       Gewalt schützen.  Die Anwesenden spalteten sich in zwei Parteien,
       die Szene  drohte interessant  zu werden,  und ich  erklärte, ich
       werde mich  natürlich mit  Vergnügen verhaften  lassen: Man werde
       endlich sehen,  welche Farbe  die Pfälzer Bewegung habe. Ich ging
       mit der Wache.
       Am nächsten  Morgen wurde  ich nach  einem komischen  Verhör, das
       mich Herr  Zitz bestehn  ließ, dem  Zivilkommissär und von diesem
       einem Gendarmen  übergeben. Der  Gendarm, dem eingeschärft worden
       war, mich  als   S p i o n   zu behandeln, schloß mir beide Hände
       zusammen und  führte mich  zu Fuß  nach Kaiserslautern, angeklagt
       der Herabwürdigung  der Erhebung  des pfälzischen  Volks und  der
       Aufreizung gegen  die Regierung,  von der ich beiläufig kein Wort
       gesagt hatte. Unterwegs setzte ich durch, daß ich einen Wagen be-
       kam. In Kaiserslautern, wohin Moll mir vorausgeeilt war, traf ich
       natürlich die  Regierung höchst  bestürzt über  die Bévue 1*) des
       wackern Greiner,  noch bestürzter  über die  mir widerfahrene Be-
       handlung. Man  begreift, daß ich den Herren in Gegenwart des Gen-
       darmen eine  artige Szene  machte. Da noch kein Bericht von Herrn
       Greiner eingetroffen  war, bot  man mir  an, mich  auf  Ehrenwort
       freizulassen.  Ich   verweigerte  das   Ehrenwort  und  ging  ins
       Kantonalgefängnis -
       -----
       1*) das Versehen
       
       #161# Die deutsche Reichsverfassungskampagne
       -----
       ohne  Begleitung,  was  auf  d'Esters  Antrag  angenommen  wurde.
       D'Ester erklärte,  nachdem einem Parteigenossen solche Behandlung
       widerfahren, nicht länger bleiben zu können. Tzschirner, der eben
       ankam, trat  auch sehr entschieden auf. Die Sache wurde denselben
       Abend stadtkundig, und alle, die der entschiedenen Richtung ange-
       hörten, ergriffen  sofort meine  Partei. Dazu  kam, daß die Nach-
       richt eintraf,  im rheinhessischen Korps seien wegen dieser Ange-
       legenheit Unruhen  ausgebrochen, und  ein großer  Teil des  Korps
       wolle sich auflösen. [172] Weniger als das hätte hingereicht, den
       provisorischen Regenten,  mit denen  ich täglich zusammen gewesen
       war, die  Notwendigkeit zu  zeigen, mir  Satisfaktion  zu  geben.
       Nachdem ich mich 24 Stunden im Gefängnis ganz gut amüsiert hatte,
       kamen d'Ester  und Schmitt  zu mir; Schmitt erklärte mir, ich sei
       ohne alle Bedingung frei, und die Regierung hoffe, ich werde mich
       nicht abhalten  lassen, mich fernerhin bei der Bewegung zu betei-
       ligen. Außerdem sei der Befehl gegeben, daß von nun an kein poli-
       tischer Gefangener  geschlossen eingebracht werde, und die Unter-
       suchung gegen  den Urheber  der infamen Behandlung sowie über die
       Verhaftung und  deren Ursache gehe fort. Nachdem somit die Regie-
       rung, da  Herr Greiner  noch immer  keinen Bericht geschickt, mir
       alle ihr  augenblicklich mögliche Genugtuung gegeben, wurden bei-
       derseits die  feierlichen Gesichter  abgesetzt und im Donnersberg
       einige Schoppen  zusammen getrunken.  Tzschirner ging am nächsten
       Morgen zum  rheinhessischen Korps ab, um es zu beruhigen, und ich
       gab ihm  einige Zeilen  mit. Herr Greiner trat, als er wiederkam,
       so erschrecklich  heulerisch auf, daß er von seinen Kollegen erst
       recht doppelt  den Kopf  gewaschen bekam. Von Homburg aus rückten
       gleichzeitig die  Preußen ein,  und da hiermit die Sache eine in-
       teressante Wendung  bekam, da  ich  die  Gelegenheit,  ein  Stück
       Kriegsschule durchzumachen, nicht versäumen wollte und da endlich
       die "Neue  Rheinische Zeitung"  honoris causa  auch in  der pfäl-
       zisch-badischen Armee  vertreten sein mußte, so schnallte ich mir
       auch ein Schlachtschwert um und ging zu Willich.
       

       zurück