Quelle: MEW 7 August 1849 - Juni 1859

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       #543#
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       C. Aufzeichnungen und Dokumente
       (September 1849 bis Februar 1851)
       
       #544#
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       #545#
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       1
       
       Aufruf zur Unterstützung deutscher Flüchtlinge
       
       ["Westdeutsche Zeitung" Nr. 106 vom 25. September 1849]
       Seitdem in  Deutschland im wilden Kriegsgetümmel die "Ordnung und
       Ruhe" wieder  eingeführt;  seitdem  auf  dem  Schutte  rauchender
       Städte  und   unter  dem  mörderischen  Donner  der  Kanonen  die
       "Sicherheit des  Eigentums und der Person" wiederhergestellt ist;
       seit das  Kriegsgericht kaum  genügt, um  einen "Rebellen" um den
       andern mit  zerschmettertem Haupte ins Grab hinabzuschicken; seit
       die Kerker  nicht mehr  ausreichen, um  all die "Hochverräter" zu
       fassen; seit  das einzige  noch  übriggebliebene  Recht  nur  das
       Standrecht ist  - seitdem  irren Tausende  ohne Obdach im fremden
       Lande umher.
       Von Tag  zu Tag  steigt die  Menge und  mit ihr  das Unglück  der
       Heimatlosen; von  einem Orte  zum andern verstoßen, wissen sie am
       Morgen nicht,  wohin des  Abends ihr  Haupt legen,  und am  Abend
       nicht, woher des Morgens ihr Brot nehmen.
       Es ist  eine  zahllose  Auswanderung,  welche  die  Gegenden  der
       Schweiz, Frankreichs  und Englands  erfüllt. Aus  allen Provinzen
       Deutschlands sind die Unglücklichen herbeigekommen.
       Wer in  Wien gegen  die schwarzgelbe  "Liga" auf  den  Barrikaden
       stand und  mit den  Sereschanern Jellachichs rang; wer in Preußen
       vor der Soldateska Wrangels und Brandenburgs floh; wer in Dresden
       die Reichsverfassung  mit der Büchse verteidigte [136] und wer in
       Baden als  republikanischer Soldat wider das vereinigte Kreuzherr
       der Fürsten im Felde lag - ob Liberaler, ob Demokrat, ob Republi-
       kaner, ob Sozialist: die Anhänger der verschiedensten politischen
       
       #546# Beilagen
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       Lehren und  Interessen, sie  sind alle  im gleichen  Exil und  im
       gleichen Elend vereinigt.
       In zerrissenem Kleide bettelt eine halbe Nation vor den Türen der
       Fremden.
       Auch auf  dem kalten Pflaster der glänzenden Weltstadt London ir-
       ren unsere flüchtigen Landsleute umher. Jedes Schiff, das den Ka-
       nal durchschnitt,  bringt von jenseits des Meeres eine neue Schar
       Heimatloser; in allen Straßen dieser Stadt klagt der Kummer eines
       Verbannten in unserer Sprache.
       Diese Not  hat viele deutsche Freiheitsfreunde in London tief er-
       griffen.
       Am 18.  Sept. d.J.  wurde daher  eine allgemeine  Versammlung der
       Bildungsgesellschaft  für   deutsche  Arbeiter   und  angekommene
       Flüchtlinge unserer  Nation abgehalten, um einen Ausschuß zur Un-
       terstützung bedürftiger  Demokraten zu errichten [260]. Es gingen
       aus der Wahl hervor:
       Karl Marx, ehemaliger Redakteur der "Neuen Rheinischen Zeitung";
       Karl Blind, ehemaliger Abgesandter der badisch-pfälzischen Regie-
       rung zu Paris;
       Anton Füster,  ehemaliges Mitglied des österreichischen Reichsta-
       ges zu Wien;
       Heinrich Bauer, Schuhmachermeister in London; und
       Carl Pfänder, Maler dahier.
       Dieser Ausschuß  wird jeden  Monat öffentliche Rechenschaft able-
       gen, sowohl  in allgemeiner  Versammlung als auch auszugsweise in
       deutschen Zeitungen.  Um allen  Mißdeutungen vorzubeugen, ist die
       Bestimmung getroffen  worden,   d a ß   k e i n   M i t g l i e d
       d e s   K o m i t e e s   i r g e n d e i n e  U n t e r s t ü t-
       z u n g   a u s   d e r   K a s s e   b e z i e h e n    d a r f.
       Sollte ein  Komiteemitglied je unterstützungsbedürftig werden, so
       verliert es dadurch seine Eigenschaft als Komiteemitglied.
       Wir bitten  euch nun,  Freunde und  Brüder, zu  tun, was in euren
       Kräften steht. Wenn euch daran liegt, daß die niedergeworfene und
       gefesselte Freiheit  wieder ersteht,  und wenn  ihr ein Herz habt
       für die  Leiden eurer besten Vorkämpfer, so bedarf es von unserer
       Seite keiner großen Mahnung.
       Alle Gaben möge man adressieren an: "Heinrich Bauer, Schuhmacher-
       meister, Dean  Street, 64, Soho Square, London". Die Einlage möge
       bezeichnet werden  mit der  Aufschrift: "Für das Flüchtlingskomi-
       tee."
       Der Ausschuß zur Unterstützung deutscher politischer Flüchtlinge:
       
       (gez.) Anton Füster   Karl Marx   Karl Blind
       Heinrich Bauer   Carl Pfänder
       
       London, den 20. September 1849
       
       #547# Aufzeichnungen und Dokumente
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       2
       
       Rechnungsablage des Ausschusses zur Unterstützung
       deutscher Flüchtlinge in London
       
       ["Deutsche Londoner Zeitung" Nr. 245 vom 7. Dezember 1849]
       Am 18.  November d.J. hielt der deutsche Arbeiterverein in London
       [179]  mit  der  Mehrzahl  der  daselbst  anwesenden  politischen
       Flüchtlinge eine  Generalversammlung, um  die Rechnungsablage des
       in einer früheren Versammlung ernannten Unterstützungsausschusses
       in Empfang  zu nehmen.  Es waren im ganzen seit dem 22. Sept. cr.
       eingegangen:
                                                          £  sh  d
       
       1. Vom Arbeiterverein in London .................. 2   8  7 1/2
       2. Von der deutschen Lesegesellschaft in London .. 2  15  -
       3. Von der Redaktion des "Northern Star" in London -   5  -
       4. Von dem Bürger Eddäus in London................ -   1  -
       5. Durch den Bürger Siefert in London gesammelt .. -   9  6
       6. Vom Bürger Göringer in London ................. 1   5  9
       7. Durch den Bürger J. Bauer in London gesammelt.. 7   1  6
       8. Von den deutschen Arbeitern aus Paris, durch
       Bürger Heidecker.................................. -  12  1
       9. Aus Huddersfield durch Bürger Krepp...........  3   -  -
       10. Aus Stettin in Preußen ...................... 18  14  -
                                                 Summa   36  12  5 1/2
       
       Die Ausgaben  betrugen vom 22. September bis zum 18. November cr.
       an die Flüchtlinge:
       
                                                          £  sh  d
       
       1. Kleiner........................................ 3  17   2
       2. Zschinski ..................................... 3  17   4
       3. Fröhlich ...................................... 2   2   1
       4. Henser ........................................ 3   7   6
       5. Egener......................................... 1  19   -
       6. W. Töpffer..................................... 1  11   7
       7. J. Töpffer..................................... 1   4   4
       8. An die Flüchtlinge Blei, Bergmann, Osoba, Wessely,
       Braulichy und Klein, zusammen .................... 2   8  10
       
       #548# Beilagen
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       9. An den Flüchtling Kaufmann Schopp nebst Familie
       gegen Solawechsel ................................ 4   -   -
       10. Für Druckkosten und Subskriptionslisten ...... 1  15   2 1/2
                                                         --------------
       Summa                                             26   3     1/2
       
       Summa der Einnahme:  £ 36   12 sh   5 1/2 d
       Summa der Ausgabe:   £ 26    3 sh     1/2 d
       Kassenbestand:       £ 10    9 sh   5 d
       
       Es gingen ferner Kleidungsstücke ein, die an die Flüchtlinge ver-
       teilt wurden.
       Obige Rechnungsablage  wurde   e i n s t i m m i g   von der Ver-
       sammlung angenommen.  Über sämtliche Ausgaben liegen die Quittun-
       gen vor,  und werden  die in der erwähnten Versammlung nicht ver-
       tretenen Geber von Huddersfield und Stettin aufgefordert, Kommit-
       tenten in London zu ernennen, um diese Quittungen einzusehen.
       Da durch  die Abreise  zweier Glieder  des Ausschusses, A. Füster
       und K.  Blind, derselbe  unvollzählig geworden  war und da ferner
       ein Gegenkomitee  [261], unabhängig  vom Arbeiterverein  und  den
       Flüchtlingen der sozialdemokratischen Richtung, sich hier zu bil-
       den sucht,  gab der Ausschuß sein Mandat in die Hände der Gesell-
       schaft zurück. Die Gesellschaft beschloß hierauf:
       1. Der deutsche Arbeiterverein ernennt, unter Anerkennung der Tä-
       tigkeit des  bisherigen Ausschusses,  ein neues  Komitee von fünf
       Gliedern aus seiner Mitte unter dem Titel: "Sozial-demokratisches
       Unterstützungskomitee für  deutsche Flüchtlinge".  Dieses Komitee
       übernimmt das  Saldo des  früheren Ausschusses.  2.  Das  Komitee
       nimmt vorzugsweise  die Mitglieder der sozial-demokratischen Par-
       tei in Anspruch, wird aber, soweit seine Mittel es erlauben, auch
       Flüchtlinge anderer  Richtungen von  der Unterstützung nicht aus-
       schließen. 3.  Das Komitee  legt  dem  Arbeiterverein  monatliche
       Rechnung ab  und wird  sodann erneuert.  Die Rechnungsablage wird
       veröffentlicht in  der "Deutschen Londoner Zeitung", im "Northern
       Star", in  der Frankfurter  "Neuen Deutschen Zeitung", in Köln in
       der "Westdeutschen Zeitung", in der "Norddeutschen Freien Presse"
       in Hamburg,  in der  Berliner "Demokratischen  Zeitung",  in  der
       "Schweizerischen National-Zeitung",  in der  "Schnellpost" und in
       der "Staatszeitung"  zu New York. 4. Die Geber von Beiträgen sind
       berechtigt, bei den monatlichen Rechnungsablagen persönlich oder,
       wenn sie nicht in London anwesend sind, durch Kommittenten zu er-
       scheinen und  die Bücher,  Quittungen und  die Kassenbestände  zu
       prüfen. 2.  Der Arbeiterverein  ernennt zu  Komiteegliedern: Karl
       Marx, August  Willich, Friedrich  Engels,  Heinrich  Bauer,  Carl
       Pfänder.
       
       #549# Aufzeichnungen und Dokumente
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       Indem das  unterzeichnete Komitee obige Rechnungsablage nebst den
       Beschlüssen des Arbeitervereins zur öffentlichen Kenntnis bringt,
       bittet es, die Beiträge an Heinrich Bauer, 64, Dean Street, Soho,
       London, einzusenden.
       
       London, 3. Dezember 1849       Das Komitee :
                             Karl Marx  August Willich  Friedrich Engels
                                Heinrich Bauer   Carl Pfänder
       
       Einleitung zur Aktienzeichnung auf die "Neue Rheinische Zeitung.
       Politisch-ökonomische Revue" redigiert von Karl Marx
       
       Die "Neue  Rheinische Zeitung"  erschien bekanntlich  vom 1. Juni
       1848 bis  zum 19.  Mai 1849 unter der Direktion von Karl Marx als
       Tagblatt in  Köln am  Rhein. Sie vertrat die entschiedenste Rich-
       tung der  Demokratie in  Deutschland mit solchem Glück, daß trotz
       aller Suspensionen  und Belagerungszustände, trotz aller Preßpro-
       zesse und  Verfolgungen, trotz  der größten  Schwierigkeiten, An-
       feindungen und  Hindernisse aller Art sie nach nur elfmonatlichem
       Bestehen 5 600  Abonnenten zählte.  Nachdem die Redaktion zweimal
       von den  Geschworenen freigesprochen war [282], blieb der preußi-
       schen Regierung nur noch ein Gewaltstreich zur Unterdrückung die-
       ses gefürchteten  Blattes übrig:  Als die partiellen Aufstände im
       Mai v.J.  in Rheinpreußen  unterdrückt waren, wurde die momentane
       Säbelherrschaft dazu benutzt, die Redaktion gewaltsam aus Preußen
       zu entfernen  und so  das Forterscheinen  der "Neuen  Rheinischen
       Zeitung" unmöglich zu machen.
       Die Redakteure  der "Neuen Rheinischen Zeitung", nachdem sie, sei
       es in  Süddeutschland, sei es in Paris, an den revolutionären Be-
       wegungen des  letzten Sommers  teilgenommen, haben sich der Mehr-
       zahl nach  in London wieder zusammengefunden und beschlossen, die
       Zeitung von  hier  aus  fort-zusetzen.  [473]  Die  Zeitung  kann
       zunächst nur  als Revue  in monatlichen Heften von ca. fünf Bogen
       erscheinen. Das  Unternehmen wird  aber erst  dann  seinen  Zweck
       vollständig erfüllen,  eine ununterbrochene, dauernde Wirkung auf
       die öffentliche  Meinung ausüben  und auch in finanzieller Bezie-
       hung ganz  andere Chancen bieten, wenn die Redaktion in den Stand
       gesetzt wird,  die einzelnen Nummern rascher aufeinanderfolgen zu
       lassen. Sie beabsichtigt deshalb,
       
       #550# Beilagen
       -----
       sobald die  Mittel es  erlauben, die "Neue Rheinische Zeitung" in
       vierzehntägigen Heften  von fünf  Bogen oder womöglich als großes
       wöchentliches Blatt  nach Art  der amerikanischen  und englischen
       Wochenblätter erscheinen  zu lassen  und, sobald die Verhältnisse
       ihr die  Rückkehr nach Deutschland gestatten, das Wochenblatt so-
       fort wieder in eine tägliche Zeitung zu verwandeln.
       Eine vorläufige  Berechnung stellt  heraus, daß die Revue bei nur
       14tägigem Erscheinen  und bei  einem Absatz  von 3000  Exemplaren
       einen jährlichen Reingewinn von Taler 1900 abwirft.
       Um das Unternehmen sicherzustellen und das 14tägige oder wöchent-
       liche Erscheinen der Revue möglich zu machen, ist ein Kapital von
       £ 500  nötig, für welchen Betrag hiermit eine Aktienzeichnung un-
       ter folgenden Bedingungen eröffnet wird:
       1. Jede  Aktie beträgt  50 Francs und wird sogleich gegen vorläu-
       fige Quittung  ausbezahlt. Die vorläufigen Quittungen werden spä-
       ter gegen die Originalaktien ausgetauscht.
       2. Jeder  Aktionär ist  nur für  den Betrag seiner Aktie verbind-
       lich.
       3. Die Aktionäre haben das Recht, Kommittenten in London zur Ein-
       sicht der Geschäftsführung zu ernennen.
       4. Jedes  Vierteljahr wird  eine Generalversammlung  berufen, die
       den Bericht  über den  Fortgang des  Unternehmens sowie die Rech-
       nungsablage entgegennimmt,  über die  weitere Kontrollierung  der
       Geschäftsführung Beschlüsse  faßt. Den  einzelnen Aktionären wird
       ein lithographierter Geschäftsbericht zugeschickt.
       5. Der  aus dem  Geschäft sich  ergebende Gewinn wird solange zum
       Geschäftskapital geschlagen,  bis die  "Neue Rheinische  Zeitung"
       wöchentlich erscheinen kann. Ist das Unternehmen soweit gediehen,
       so wird  der Gewinn  in drei gleiche Teile geteilt, von denen ein
       Drittel als  Reservefonds stehenbleibt,  ein zweites  Drittel als
       Dividende an  die Aktionäre  verteilt wird und das letzte Drittel
       der Redaktion zufällt.
       
       London, 1. Januar 1850                  C. Schramm
                                   Gerant der "Neuen Rhein. Zeitung"
       
       Nach der Handschrift.
       
       #551# Aufzeichnungen und Dokumente
       -----
       4
       
       Rechnungsablage des Sozial-demokratischen Flüchtlingskomitees
       in London
       
       ["Westdeutsche Zeitung" Nr. 68 vom 21. März 1850]
       
                                   1. Ausgaben
                                            sh            £  sh  d
       Nov. 1849      16 Unterstützungen zu  7            5  12  -
       Dez.  "        29        "        "   7           10   3  -
                       3        "        "   4            -  12  -
                       1        "        "   6            -   6  -
                       1        "        "   3            -   3  -
                       2        "        "   5            -  10  -
                       1        "        "   5/6          -   5  6
                       1        "        "   8            -   8  -
                       1        "        "  12            -  12  -
                       4        "        "  10            -   -  -
       Jan. 1850      20        "        "   7            -   -  -
                       1        "        "   2/6          -   2  6
                       3        "        "   4            -  12  -
       Febr. 1.-23.   18        "        "   7            -   6  -
                       2        "        "   5            -  10  -
                       1        "        "   2            -   2  -
                       5        "        "  10            -  10  -
                       1        "        "   3            -   3  -
                       1        "        "  13            -  13  -
                       2        "        "   1/3          -   2  -
                       1        "        "   1            -   1  -
                     ---------------------------------------------
                     114 Unterstützungen zusammen        38  13   6
       Porto, Stempel, Inkassospesen und
       Schreibmaterial                                    1   5   1
                                                -------------------
                                                Summe    39  18   7
       
       Unter den  Ausgaben befinden  sich 26  £ Vorschuß an verschiedene
       inzwischen beschäftigte  Flüchtlinge zur  Anschaffung  von  Hand-
       werkszeug, Kleidungsstücken  etc., deren spätere Rückzahlung ver-
       sprochen worden ist.
       
       #552# Beilagen
       -----
                                   2. Einnahmen
                                            sh            £  sh  d
       Nov. 19. Saldo..................................  10   9  5
       Dezbr.   1. Vom Arbeiterverein..................   -   3  6
          "    10. Durch die "Westdeutsche] Z[eitung]" in
                   Köln Tlr. 30 abzügl. Kosten.........   4   1  -
          "    15. Von deutschen Arbeitern in Paris ...   2   5 10
          "    17. Durch Hr. Prof. Türk in Rostock.....  16  12  6
       Febr.   11. Vom Hülfskomitee in Cincinnati......  20  18  -
          "    20. Von den Arbeitern in Schwerin ......   3   -  -
                                                         ---------
                                                 Summe   57  10  3
                   Ab obige Ausgaben                     39  18  7
                                                         ---------
                   Bleibt in Kasse                       17  11  8
       
       Die vorstehende  Rechnung ist  in der  Sitzung des hiesigen deut-
       schen Arbeitervereins  [179] vom 4. März abgelegt und richtig be-
       funden worden.  Die Quittungen und Bücher des Komitees liegen zur
       Einsicht der Geber oder ihrer Kommittenten beim Kassierer bereit.
       Seit dem  Abschluß dieser Rechnung sind noch zwei Posten von Köln
       und New  York eingegangen, welche in der nächsten Ablage verrech-
       net werden. Dagegen hat sich durch die fortwährenden Ausweisungen
       aus der  Schweiz und  aus Frankreich die Zahl der hiesigen unter-
       stützungsbedürftigen Flüchtlinge  in einem  hohen Grade vermehrt.
       Fast täglich  kommen neue Flüchtlinge hier an und meistens in ei-
       nem Zustande, worin sie nicht nur die gewöhnliche notdürftige Un-
       terstützung bedürfen,  sondern auch ebenso dringende Auslagen für
       Kleidung nötig machen. Das unterzeichnete Komitee wird unter die-
       sen Umständen  um so  mehr in  Anspruch genommen,  je weniger die
       Versuche, von anderer Seite her Mittel zur Unterstützung der hie-
       sigen Flüchtlinge aufzutreiben, von Erfolg gewesen zu sein schei-
       nen und  je mehr  daher alle  hier  ankommenden  Flüchtlinge  ihm
       sofort zugewiesen  werden. Es  ist den  Bemühungen  der  hiesigen
       deutschen Arbeiter  und  der  Flüchtlinge  selbst  gelungen,  für
       manche der  letztern Beschäftigung  zu finden.  Aber  eine  Menge
       Geschäftszweige, die  den  Flüchtlingen  anderwärts  offenstehen,
       sind ihnen  aus verschiedenen  Gründen und  namentlich durch  die
       Hetzjagd der Konkurrenz in dem übervölkerten London verschlossen.
       Und dann  ist der  Andrang der  neuen Ankömmlinge  so rasch,  daß
       trotzdem die Liste der zu Unterstützenden jede Woche anschwillt.
       Obwohl bei der Verwendung der dem Komitee überwiesenen Gelder die
       größte Sparsamkeit  beobachtet und  die regelmäßige Unterstützung
       auf das  Notdürftigste beschränkt  wird, was  die hiesigen  hohen
       Preise der Lebensbedürfnisse gestatten, so haben unter diesen Um-
       ständen die Fonds des
       
       #553# Aufzeichnungen und Dokumente
       -----
       Komitees sehr  rasch zusammenschmelzen  müssen. Wir  müssen sogar
       befürchten, daß  wir vielleicht  bald außerstand  gesetzt werden,
       die hiesigen  unbeschäftigten Flüchtlinge vor der Obdachlosigkeit
       und dem äußersten Elend zu schützen.
       Wir appellieren  daher nochmals  an  die  Mittel  der  Partei  in
       Deutschland selbst.  Wir rufen  ihr zu, daß in demselben Maße, in
       dem die Zahl und damit die Not der Flüchtlinge in der Schweiz und
       in Frankreich  abnimmt, in  demselben Maße sie zunimmt in London,
       und wir  hoffen, daß  es nicht  dahin kommen wird, daß Leute, die
       für die Freiheit und die Ehre des deutschen Volkes die Waffen ge-
       führt haben,  ihr Brot  an den  Straßenecken von London erbetteln
       müssen.
       Alle Beiträge werden erbeten unter der Adresse:
       
       Mr. Henry Bauer 64,
       Dean Street, Soho
       London
       
       London, Anfangs März 1850
       Das Sozial-demokratische Flüchtlingskomitee:
       Karl Marx  Fr. Engels  H. Bauer   A. Willich  Carl Pfänder
       
       5
       
       Weltgesellschaft der revolutionären Kommunisten [474]
       
       Art. 1. Das Ziel der Assoziation ist der Sturz aller privilegier-
       ten Klassen,  ihre Unterwerfung  unter die  Diktatur der Proleta-
       rier, in  welcher die  Revolution in  Permanenz erhalten wird bis
       zur Verwirklichung des Kommunismus, der die letzte Organisations-
       form der menschlichen Familie sein wird.
       Art. 2. Zur Verwirklichung dieses Zieles wird die Assoziation ein
       Band der Solidarität zwischen allen Fraktionen der revolutionären
       kommunistischen Partei  bilden, indem  sie, dem Prinzip der repu-
       blikanischen Brüderlichkeit entsprechend, alle nationalen Schran-
       ken verschwinden läßt.
       Art. 3.  Das Gründungskomitee  der Assoziation konstitutiert sich
       zum Zentralkomitee.  Es wird  überall, wo es zur Durchführung der
       Aufgaben notwendig  ist, Komitees einsetzen, die mit dem Zentral-
       komitee in Verbindung stehen.
       Art. 4.  Die Mitgliederzahl  der Assoziation ist unbegrenzt, aber
       niemand darf  aufgenommen werden,  der nicht  einstimmig  gewählt
       wird. Die Wahl darf aber keinesfalls geheim sein.
       
       #554#
       -----
       Art. 5.  Alle Mitglieder  der Assoziation  verpflichten sich eid-
       lich, den  ersten Artikel  der Satzungen  unbedingt  einzuhalten.
       Eine Änderung, die möglicherweise eine Abschwächung der im ersten
       Artikel ausgesprochenen  Absichten zur Folge hätte, entbindet die
       Mitglieder der Assoziation ihrer Verpflichtung.
       Art. 6.  Alle Beschlüsse der Gesellschaft werden mit Zweidrittel-
       mehrheit der Abstimmenden gefaßt.
       
                  Adam  J. Vidil  K. Marx  August Willich  F. Engels
                                  G. Julian Harney
       
       Geschrieben Mitte April 1850.
       Nach der Handschrift, vermutlich von August Willich.
       Aus dem Französischen.
       
       6
       
       Rechnungsablage des Sozial-demokratischen Flüchtlingskomitees
       in London
       
       ["Westdeutsche Zeitung" Nr. 104 vom 2. Mai 1850]
       
                                   Einnahme
                                            sh            £  sh  d
       Febr. 25. Saldo in Kasse......................... 17  11  8
        "    "   Vom Sozial-Reform-Verein in New York... 30  18  5
       März  13. Vom Flüchtlingskomitee in Köln......... 36   -  -
        "    23. A. F., Mitglied des Arbeitervereins....  -   5  -
        "    18. Von Hamburg............................  6   -  -
       April 16. "   Bielefeld.......................... 13   -  -
        "    "   "   E[mil] B[lank] durch Engels .......  1   -  -
        "    20. "   mehreren englischen Arbeitern .....  -   7  -
                                                         ----------
                                                          95  2  1
       
                                   Ausgaben
       
       März  53 Unterstützungen à  7 [sh]                 18 11  -
         "    7         "       à 10  "                    3 10  -
         "    1         "       à  9  "  6 [d]             -  9  6
       
       #555# Aufzeichnungen und Dokumente
       -----
                                                          £  sh  d
       März   1 Unterstützungen à 2 [sh] 8 1/2 [d]        -   2  8 1/2
              6         "       à 5   "                   1  10  -
              2         "       à 1   "                   -   2  -
              2         "       à 4   "                   -   8  -
              1         "       à 2   "                   -   2  -
              Vorschüsse .............................    2   3  -
              Porto und kleine Ausgaben ..............    -   8  8
       
       April 56 Unterstützungen à 6 "                    16  16  -
             18         "       à 5 "                     4  10  -
              2         "       à 2 "    6      "         -   5  -
             14         "       à 1 "    6      "         1   1  -
             52         "       à 7 "                    18   4  -
              1         "       à 8 "                     -   8  -
             54         "       à 3 "                     8   2  -
             49         "       à 3 "    6      "         8  11  6
              1         "       à 6 "    4      "         -   6  4
              Kleine Ausgaben.........................    -   6  5
                                                         ---------
                                                         85  17  1 1/2
              Kassenbestand                               9   4 11 1/2
       
       Das Komitee,  gestiftet am  18. September  1849, hat  seit seiner
       Gründung ungefähr  hundert Flüchtlinge  kürzere oder längere Zeit
       unterstützt, die  Gesamtsumme der  durch seine  Hände  gegangenen
       Gelder beläuft  sich auf £ 161. 7 1/2. Außerdem hat der Arbeiter-
       verein [179]  außerordentliche Bedürfnisse  einzelner Flüchtlinge
       durch Kollekten  gedeckt, andern Arbeit verschafft und sämtlichen
       Flüchtlingen sein Lokal nebst Zeitungen zur Verfügung gestellt.
       Über obige Rechnungsablage, die dem deutschen Arbeiterverein vor-
       gelegt und  von ihm  genehmigt worden  ist, liegen die Bücher und
       Quittungen beim  Kassierer des  Komitees zur Einsicht der Geldab-
       sender oder ihrer Mandatare bereit.
       Die Herren Struve, Bobzin, Bauer (Stolpe) und andere haben neuer-
       dings ihre  Namen für  nötig gehalten, um hinreichende Geldsubsi-
       dien aus Deutschland für die Flüchtlinge heranzuziehen. Sie haben
       demgemäß eine  Anzahl von  Flüchtlingen um sich gruppiert und ge-
       stern in  einer Versammlung  ein  eigenes  Komitee  konstituiert.
       [261] Es  versteht sich,  daß dies abermalige Projekt zur Bildung
       eines Nebenkomitees  uns in unserer Tätigkeit für die Flüchtlinge
       nicht mehr beirren kann als die früheren gescheiterten Projekte.
       
       #556# Beilagen
       -----
       Wie die  Rechnungsablage zeigt, ist die Kasse des Komitees so er-
       schöpft, daß  sie kaum  noch für die Bedürfnisse einer Woche aus-
       reicht. Dazu  melden sich noch täglich neue Flüchtlinge um Unter-
       stützung. Wir  fordern daher nochmals die deutsche sozialdemokra-
       tische Partei auf, ihre Flüchtlinge nicht im Stiche zu lassen und
       möglichst bald  ihre Beiträge  an den  Kassierer C.  Pfänder, 21,
       King Street, Soho, London einzusenden.
       
       London, 23. April 1850
       Das Sozial-demokratische Flüchtlingskomitee
       K. Marx, Präsident
       August Willich  C. Pfänder  F. Engels  H. Bauer
       
       7
       
       Die deutschen Flüchtlinge in London
       
       ["Westdeutsche Zeitung" Nr. 149 vom 25. Juni 1850]
       Seit einiger  Zeit sind  die Gelder  für die  hiesigen  deutschen
       Flüchtlinge so spärlich eingegangen, daß diese dem größten Elende
       preisgegeben sind.  Eine Anzahl von  i h n e n,  die in ihrem Ge-
       schäft hier bisher keinen Erwerb finden konnten,  s c h l a f e n
       f a s t  s e i t  e i n e r  W o c h e  i n  d e n  S t r a ß e n
       u n d   d e n   P a r k s   u n d   k ä m p f e n   m i t   d e m
       H u n g e r.   Von verschiedenen Seiten sind die Differenzen zwi-
       schen den  Komitees und  die angeblich parteiische Verteilung des
       Geldes zum  Vorwand genommen  worden, um  keine  Gelder  für  die
       Flüchtlinge herzuschicken.  Die Herren  Struve, Bobzin und andere
       haben dazu  beigetragen, indem  sie erklärten, das unterzeichnete
       Komitee unterstütze nur "Kommunisten".
       Wir erklären  hier nochmals, daß wir  j e d e n  ohne Unterschied
       unterstützt haben,  der sich  als unterstützungsbedürftiger deut-
       scher Flüchtling  legitimierte. Unsere Bücher und Quittungen sind
       da, um es zu beweisen, und liegen den Geldsendern oder deren Man-
       dataren jeden  Augenblick zur Einsicht bereit. Der Mitunterzeich-
       nete Willich hat in voller Sitzung des Komitees der Herrn Struve,
       Bobzin und  anderer die  dort unterstützten  Flüchtlinge gefragt,
       wer von  ihnen gefragt  worden, ob  er "Kommunist" sei. Nicht ein
       einziger meldete sich!
       Wir erklären  die obige  Behauptung der Herren Struve, Bobzin und
       anderer für eine Lüge und Verleumdung.
       
       #557# Aufzeichnungen und Dokumente
       -----
       Hiernach fällt  der Vorwand  weg, unter  dem bisher von verschie-
       denen Seiten den Londoner Flüchtlingen die Unterstützung entzogen
       wurde.
       London, den 14. Juni 1850
       
       Das Sozial-demokratische Flüchtlingskomitee
       K. Marx  F. Engels  C. Pfänder  A. Willich  H. Bauer
       
       Briefe und  Beiträge erbeten  unter der  Adresse C.  Pfänder, 21,
       King Street, Soho, London.
       
       8
       
       Rechnungsablage
       des Sozial-demokratischen Flüchtlingskomitees in London
       für Mai, Juni und Juli 1850
       
       ["Norddeutsche Freie Presse" Nr. 425 vom 8. August 1850]
       
                                   Einnahme
                                                          £  sh  d
       April 24. Kassenbestand laut voriger Rechnung....  9   4 11 1/2
       Mai       Von Hanau durch Bürger Schärttner .....
                                          £ 13 - -
                 ab Einkommensteuer       "  - 7 9 ..... 12  12  3
                 Von einem Engländer ...................  -   2  -
                 Frankfurt a.M. £ 5 und £ 20 ........... 25   -  -
                                                        ----------
                                                         46  19  2 1/2
       
       Juni      Von Trier .............................. 2   2  6
                  "  Paris (deutsche Arbeiter)........... 1  18  6
                 Durch Bürger Petzler                     -   5  -
                                                        -----------
                                                          4   6  -
       
       Juli      Von Frankfurt a.M...................... 30   -  -
                  "  Köln ..............................  -  11  4
                  "  Wiesbaden (Arbeiterverein).......... 4  10  -
                  "  Hamburg ("Nordd[eutsche]
                     Freie Presse")                      11  11 10
                  "  Londoner Arbeiterverein..            7   9  6
       
       #558# Beilagen
       -----
                                                          £  sh  d
       Juli      von Frankfurt a.M. .....................20   -  -
                  "  Neustadt a. d. Haardt ...............4   -  -
                  "  Hamburg (Expedition des
                     "Freischütz")                       20  10 10
                  "  Lachaux de fonds.................... 5   -  -
                  "  Hamburg (St. Georger Arbeiterverein).-  17  6
                                                         ---------
                                                        104  11  -
                                   Ausgabe
                                                          £  sh  d
       April 24. 128 Unterstützungen à 3 sh 6 d ........ 22   8  -
            bis   27      "          à 3  " ............  4   1  -
       Mai   30.  26      "          à 2  ..............  2  12  -
                  31      "          à 1................  1  11  -
                  25      "          à 5 ...............  6   5  -
                  Gelegentliche Unterstützungen ........  1   5  -
                  Schuhmacherarbeit für Flüchtlinge...... -  14  -
                  Kleine Auslagen.......................  -   6 11
                                                         ---------
                                                         39   2 11
       Juni       58 Unterstützungen à 2 sh ............. 5  16  -
                  59        "        à 1  ".............. 2  19  -
                  25        "        à 1  "  6 d..........1  17  6
                  Gelegentliche Unterstützungen ..........-  10  -
                  Kleine Ausgaben.......................  -  11  6
                                                         ---------
                                                         11  14  -
       
       Juli       28 Unterstützungen à 2 sh.............. 2  16  -
                  24        "        à 1  "...............1   4  -
                  93        "        à -  "  6 d..........2   6  6
                  Gelegentliche Unterstützungen ..........1   6  -
                  An die Flüchtlingsmenage
                                        7 £  9 sh 6 d }
                                        5 "  -  " - " }
                                        5 " 10  " - " }  35   9  6
                                        5 " 10  " - " }
                                        6 "  -  " - " }
                                        6 "  -  " - " }
                  Für Arbeitseinrichtung..................6   -  -
                  Vorschüsse an Flüchtlinge...............7  12  6
                  Vorschüsse an einen Flüchtling
                  mit Familie.                            1   -  -
                  Kleine Ausgaben........................ -  19  3 1/2
                                                         -------------
                                                         58  13  9 1/2
                                       Totalausgabe     109  10  8 1/2
       
       #559# Aufzeichnungen und Dokumente
       -----
                                                          £  sh  d
                  Totaleinnahme........................ 155  16  2 1/2
                  Ab Ausgabe .......................... 109  10  8 1/2
                                                         -------------
                  Kassenbestand......................... 46   5  6
       
       Obige Rechnungsablage  wurde in  der Sitzung  des Arbeitervereins
       [179] vom  30. Juli  d. J.  vorgelegt und  genehmigt. Bücher  und
       Quittungen liegen zur Einsicht der Geldabsender oder ihrer Manda-
       tare bereit.
       Da während  des Monats  Juni die Beiträge sehr spärlich eingingen
       und die  Not der Flüchtlinge oft unerträglich war, wurde die Ein-
       richtung eines gemeinsamen Wohn- und Speisehauses für die Flücht-
       linge beschlossen.  Der hiesige Arbeiterverein sowie ein Teil der
       Flüchtlinge, die  schon Arbeit  gefunden hatten, machten es durch
       ihre Beiträge möglich, mit der Ausführung dieses Planes zu begin-
       nen. Von den später eingegangenen Geldern konnte das Haus mit den
       nötigen Utensilien  und Möbeln versehen werden. Wohnung haben bis
       jetzt 18  Flüchtlinge darin  gefunden und  Beköstigung circa  40.
       Zunächst wurden die unbeschäftigten Schuster unter den Flüchtlin-
       gen verwandt,  um ihre  Kameraden mit  dem nötigen  Schuhwerke zu
       versehen. Das Komitee hat später Fonds ausgesetzt und die nötigen
       Schritte getan,  um eine  gemeinsame, industrielle  Beschäftigung
       der Flüchtlinge  in dem angegebenen Lokale einzurichten und diese
       einen Teil ihrer Unterhaltungskosten selbst verdienen zu lassen.
       Wenn der erste Versuch sich bewährt, wird die Sache in einem grö-
       ßeren Maßstabe ausgeführt und seinerzeit dem Publikum darüber die
       weitere Mitteilung gemacht werden. Das Komitee erwartet, daß die-
       ses doppelte  Unternehmen der Unterstützung und der industriellen
       Beschäftigung  der  Flüchtlinge  durch  zahlreiche  Beiträge  aus
       Deutschland  so  lange  aufrechterhalten  werden  kann,  bis  die
       Flüchtlinge sich selbst zu ernähren imstande sind.
       
       London, vom 30. Juli 1850
       Das Sozial-demokratische Flüchtlingskomitee:
       Karl Marx  Friedr. Engels  Aug. Willich
       Carl Pfänder  Heinr. Bauer
       
       #560# Beilagen
       -----
       9
       
       [Protokoll der Sitzung der Zentralbehörde des Bundes der Kommuni-
       sten vom 15. September 1850 [475]]
       
       Gegenwärtig Marx,  Engels,  Schramm,  Pfänder,  Bauer,  Eccarius,
       Schapper, Willich, Lehmann. Frankel ist entschuldigt.
       Das Protokoll  der letzten Sitzung ist nicht gegenwärtig, da dies
       eine außerordentliche Sitzung ist, und wird daher nicht verlesen.
       Marx:  Die   Freitagssitzung  konnte   wegen  Kollision  mit  der
       Kommissionssitzung der  Gesellschaft [179]  nicht stattfinden. Da
       Willich eine Kreisversammlung, deren Rechtmäßigkeit ich nicht un-
       tersuche, berufen, muß die Sitzung heute stattfinden.
       Ich stelle folgenden in drei Artikel zerfallenden Antrag:
       1. Die Zentralbehörde  ist von  London nach Köln verlegt und geht
       auf die dortige Kreisbehörde über, sobald die heutige Sitzung der
       Zentralbehörde geschlossen  ist. Dieser Beschluß wird den Bundes-
       mitgliedern in  Paris, Belgien  und der  Schweiz mitgeteilt. Nach
       Deutschland wird die neue Zentralbehörde ihn selbst anzeigen.
       Motive: Ich  war gegen Schappers Antrag für eine allgemeine deut-
       sche Kreisbehörde in Köln, um die Einheit der Zentralgewalt nicht
       zu stören. Dies fällt in unserm Antrag weg. Dazu kommt eine Reihe
       neuer Gründe. Die Minorität der Zentralbehörde ist in offener Re-
       bellion gegen  die Majorität  sowohl bei  dem Tadelsvotum letzter
       Sitzung wie bei der jetzt vom Kreis berufenen Generalversammlung,
       wie im  Verein und bei den Flüchtlingen [260]. Daher ist die Zen-
       tralbehörde hier  unmöglich. Die  Einheit der Zentralbehörde kann
       nicht mehr  beibehalten werden,  sie müßte  sich spalten und zwei
       Bünde würden  gemacht. Da  aber das Interesse der Partei vorgeht,
       so schlage ich diesen Ausweg vor.
       2. Die bisherigen  Statuten des  Bundes sind  aufgehoben. Es wird
       der neuen Zentralbehörde aufgegeben, neue Statuten zu machen.
       Motive: Die  1847er Kongreßstatuten  sind 1848  von der  Londoner
       Zentralbehörde verändert.  Die Zeitverhältnisse sind jetzt wieder
       verändert. Die  letzten Londoner Statuten haben die prinzipiellen
       Artikel der  Statuten geschwächt. Beide Statuten gelten hier oder
       da, an  einigen Orten gelten gar keine oder ganz eigenmächtig ge-
       machte, also  vollständige Anarchie im Bunde. Dazu sind die letz-
       ten Statuten veröffentlicht und können also nicht mehr dienen.
       
       #561# Aufzeichnungen und Dokumente
       -----
       Mein Antrag geht also der Sache nach dahin, daß an die Stelle der
       Staatenlosigkeit wirkliche Statuten gesetzt werden [476].
       3. Es werden  in London zwei Kreise gebildet, die in absolut kei-
       ner Beziehung  zueinander stehen  und nur das Band haben, daß sie
       im Bund sind und mit derselben Zentralbehörde korrespondieren.
       Motive: Grade wegen der Einheit des Bundes ist es nötig, daß hier
       zwei Kreise  gegründet werden. Außer den persönlichen Gegensätzen
       sind auch  prinzipielle Gegensätze sogar in der Gesellschaft her-
       vorgetreten. Grade  in der  letzten Debatte  über die  Frage "die
       Stellung des  deutschen Proletariats  in der nächsten Revolution"
       sind von  Mitgliedern der  Minorität der Zentralbehörde Ansichten
       ausgesprochen, die direkt dem vorletzten Rundschreiben 1*), sogar
       dem "Manifest"  widersprechen. An die Stelle der universellen An-
       schauung des "Manifestes" ist die deutsche nationale getreten und
       dem Nationalgefühl  der deutschen Handwerker geschmeichelt. Statt
       der materialistischen Anschauung des "Manifestes" ist die ideali-
       stische hervorgehoben  worden. Statt  der wirklichen Verhältnisse
       der   W i l l e   als Hauptsache  in der Revolution hervorgehoben
       worden. Während  wir den  Arbeitern sagen:  Ihr habt  15, 20,  50
       Jahre Bürgerkrieg  durchzumachen, um  die Verhältnisse zu ändern,
       um euch  selbst zur Herrschaft zu befähigen, ist statt dessen ge-
       sagt worden: Wir müssen  g l e i c h  zur Herrschaft kommen, oder
       wir können  uns schlafen  legen. Wie  von den Demokraten das Wort
       "Volk", ist  jetzt das  Wort "Proletariat"  als bloße  Phrase ge-
       braucht worden.  Um diese  Phrase durchzuführen,  müßte man  alle
       Kleinbürger als Proletarier erklären, also de facto die Kleinbür-
       ger und  nicht die Proletarier vertreten. An die Stelle der wirk-
       lichen revolutionären  Entwicklung müßte man die Phrase der Revo-
       lution setzen. Diese Debatte hat endlich bewiesen, welche prinzi-
       piellen Differenzen den Hintergrund der persönlichen Streitigkei-
       ten bildeten,  und jetzt  ist es Zeit einzuschreiten. Grade diese
       Gegensätze sind als Kampfparole der zwei Fraktionen genommen wor-
       den, und von verschiedenen Bundesmitgliedern sind die Verteidiger
       des "Manifestes"  als Reaktionäre  bezeichnet worden, und man hat
       sie hierdurch  unpopulär zu machen gesucht, was ihnen aber völlig
       gleichgültig ist,  da sie keine Popularität suchen. Die Majorität
       hätte hiernach  das Recht,  den Kreis  London aufzulösen  und die
       Mitglieder der Minorität als mit den Prinzipien des Bundes im Wi-
       derspruch auszustoßen.  Ich stelle  diesen Antrag  nicht, weil es
       nutzlosen Krakeel  herbeiführen würde  und weil diese Leute ihrer
       Überzeugung nach  doch Kommunisten sind, obwohl die jetzt von ih-
       nen  ausgesprochenen   Ansichten   antikommunistisch   sind   und
       höchstens sozialdemokratische  genannt werden können. Es versteht
       sich aber,  daß es  reiner schädlicher Zeitverlust wäre, wenn wir
       beisammen blieben.  Schapper hat oft von Trennung gesprochen, gut
       - ich mache Ernst mit der Trennung.
       -----
       1*) Siehe vorl. Band, S. 244-254
       
       #562# Beilagen
       -----
       Ich glaube  den Weg  gefunden zu  haben, auf dem wir uns trennen,
       ohne die Partei zu sprengen.
       Ich erkläre,  daß ich  nach meiner Ansicht höchstens 12 Leute bei
       unserem Kreis  wünsche, möglichst wenige, und lasse der Minorität
       gerne den  ganzen Schwarm.  Ist dieser  Vorschlag angenommen,  so
       können wir  offenbar nicht  in der  Gesellschaft bleiben; ich und
       die Majorität  werden aus  der Great Windmill Street Gesellschaft
       [405] austreten 1*). Endlich handelt es sich nicht um eine feind-
       liche Beziehung  der beiden  Fraktionen, sondern  im Gegenteil um
       die Aufhebung  der Spannung  und daher aller Beziehungen. Im Bund
       und in  der Partei bleiben wir zusammen, aber in einer nur schäd-
       lichen Beziehung bleiben wir nicht.
       Schapper: Wie in Frankreich das Proletariat sich von der Montagne
       [44] und  der "Presse"  trennt, so hier die Leute, die die Partei
       prinzipiell vertreten, sich von denen, die im Proletariat organi-
       sieren, trennen.  Für die  Verlegung der  Zentralbehörde bin ich,
       auch für Ändrung der Statuten. Die Kölner kennen die Verhältnisse
       in Deutschland.  Auch glaube  ich, daß  die neue Revolution Leute
       hervorbringen wird,  die sich  selbst leiten  werden, besser  als
       alle Leute,  die 1848  einen Namen  hatten. Was die prinzipiellen
       Spaltungen anbetrifft,  so hat  Eccarius die Frage vorgeschlagen,
       die Anlaß  zu dieser  Debatte gab. Ich habe die hier angefochtene
       Ansicht ausgesprochen,  weil ich überhaupt in dieser Sache enthu-
       siastisch bin.  Es handelt  sich darum,  ob wir  im Anfang selbst
       köpfen oder  geköpft werden.  In Frankreich  werden die  Arbeiter
       drankommen und  damit   w i r  in Deutschland. Wäre das nicht der
       Fall, so  würde ich  mich allerdings  schlafen  legen,  und  dann
       könnte ich  eine andere  materielle Stellung  haben.  Kommen  wir
       dran, so können wir solche Maßregeln ergreifen, welche dem Prole-
       tariat die  Herrschaft sichern.  Ich bin  fanatisch für diese An-
       sicht. Die  Zentralbehörde aber  hat das Gegenteil gewollt. Wollt
       ihr aber  nichts mehr  mit uns  zu tun haben, gut, so trennen wir
       uns jetzt.  Ich werde  in der nächsten Revolution gewiß guilloti-
       niert, aber  ich werde  nach Deutschland  gehen. Wollt ihr aber 2
       Kreise bilden,  gut -  dann hört  aber der  Bund  auf,  und  dann
       treffen wir  uns in Deutschland wieder, und vielleicht können wir
       dann wieder  zusammengehen. Ich  bin ein  persönlicher Freund von
       Marx, aber  wollt ihr  die Trennung, gut, so gehen wir allein und
       ihr geht  allein. Dann  sollen aber 2 Bünde gegründet werden. Der
       eine für  die, welche  mit der  Feder wirken, der andere für die,
       welche  anders  wirken.  Ich  bin  nicht  der  Ansicht,  daß  die
       Bourgeois in  Deutschland zur  Herrschaft  kommen,  und  ich  bin
       fanatischer Enthusiast in dieser Hinsicht, wäre ich das nicht, so
       gäbe ich keinen Deut für die ganze Geschichte. Aber 2 Kreise hier
       in London,  2 Gesellschaften,  2 Flüchtlingskomitees, dann wollen
       wir lieber auch 2 Bünde und vollständige Trennung.
       Marx: Schapper hat meinen Antrag mißverstanden. Sobald der Antrag
       -----
       1*) Siehe vorl. Band. S. 414
       
       #563# Aufzeichnungen und Dokumente
       -----
       angenommen, trennen  wir uns,  die 2 Kreise trennen sich, und die
       Personen stehen  in keiner Beziehung zueinander. Sie sind aber in
       demselben Bund  und unter  derselben Behörde. Ihr sollt sogar die
       große Masse  der Bundesmitglieder behalten. Was persönliche Opfer
       angeht, habe  ich so  viele gebracht,  wie jemand,  aber für  die
       Klasse, nicht  für die Personen. Was den Enthusiasmus angeht, ge-
       hört wenig Enthusiasmus dazu, zu einer Partei zu gehören, von der
       man glaubt,  sie käme an die Regierung. Ich habe stets der momen-
       tanen Meinung  des Proletariats  getrotzt. Wir devouieren 1*) uns
       einer Partei, die zu ihrem Besten grade noch nicht zur Herrschaft
       kommen kann. Das Proletariat, käme es zur Herrschaft, würde nicht
       direkt proletarische,  sondern kleinbürgerliche Maßregeln ergrei-
       fen. Unsere  Partei kann erst zur Regierung kommen, wenn die Ver-
       hältnisse es  erlauben,   i h r e   Ansicht durchzuführen.  Louis
       Blanc liefert  das beste Exempel, was man ausrichtet, wenn man zu
       früh zur  Herrschaft kommt.  2*) In  Frankreich  kommen  übrigens
       nicht die  Proletarier allein,  sondern mit  ihnen die Bauern und
       Kleinbürger  zur   Herrschaft  und  werden  nicht  ihre,  sondern
       d e r e n   Maßregeln durchführen  müssen. Die  Kommune von Paris
       [477] beweist, daß man nicht in der Regierung zu sein braucht, um
       etwas durchzuführen.  Übrigens, warum spricht sich keines der üb-
       rigen Mitglieder  der Minorität,  namentlich der  Bürger  Willich
       aus, die  damals alle  einstimmig das Rundschreiben gebilligt ha-
       ben. Den Bund können wir nicht trennen und wollen wir nicht tren-
       nen, sondern bloß den Kreis London in 2 Kreise trennen.
       Eccarius: Ich habe die Frage gestellt und habe die Absicht aller-
       dings gehabt, die Sache zur Sprache zu bringen. Was die Schapper-
       sche Auffassung  angeht, so  habe ich  in der Gesellschaft entwi-
       ckelt, warum  ich sie für eine Illusion halte und warum ich nicht
       glaube, daß  unsere Partei  sogleich bei  der nächsten Revolution
       zur Herrschaft  kommen kann.  Unsere Partei ist dann in den Klubs
       wichtiger als in der Regierung.
       Der Bürger Lehmann entfernt sich, ohne ein Wort zu sagen.
       Desgleichen der Bürger Willich.
       Art. 1 angenommen von allen. Schapper stimmt nicht.
        "   2 angenommen von allen. Schapper desgleichen.
        "   3 angenommen desgl. Schapper desgl.
       Schapper erklärt  seinen Protest  gegen uns  alle. Wir sind jetzt
       vollkommen getrennt. Ich habe meine Bekannte und Freunde in Köln,
       die mir mehr folgen als euch.
       Marx: Wir haben unsere Sache statutengemäß abgemacht, und die Be-
       schlüsse der Zentralbehörde haben Gültigkeit.
       Nach Verlesung des Protokolls erklären Marx und Schapper, daß sie
       nicht nach Köln in dieser Angelegenheit geschrieben haben.
       -----
       1*) ergeben - 2*) siehe vorl. Band, S. 18-20
       
       #564# Beilagen
       -----
       Schapper wird  gefragt, ob er etwas gegen das Protokoll einzuwen-
       den habe. Er erklärt, daß er nichts einzuwenden habe, da er jeden
       Einwand für unnötig hält.
       Eccarius trägt  an, daß  das Protokoll  von  allen  unterzeichnet
       werde. Angenommen. Schapper erklärt, daß er es nicht unterschrei-
       ben werde.
       
       So geschehen London, den 15. September 1850.
       Vorgelesen, genehmigt und unterschrieben
       gez. K. Marx, Präsident der Zentralbehörde     gez. C. Schramm
        "   F. Engels, Sekretär                        "   J.G. Eccarius
        "   Henry Bauer                                "   C. Pfänder
       
       Nach einer von Hermann Haupt angefertigten Abschrift.
       
       10
       
       Rechnungsablage des Sozial-demokratischen Flüchtlingskomitees
       in London vom 1.August bis 10.September [1850]
       
       ["Deutsche Londoner Zeitung" Nr. 287 vom 27. September 1850]
                                   Einnahme
                                                          £  sh  d
       August   Saldo .................................. 46   5  6
                Durch Miß Berg gesammelt...............  12   -  -
                Vom Arbeiterverein in St. Georg Hamburg . 2  10  -
                Von demselben..........................   1  10  -
                Von Neustadt an der Haardt .............. 8   -  -
                Von Herrn C. Flory durch die Redaktion der
                 "Deutschen Londoner Zeitung" .........   -   8  -
       Septbr.  Vom deutschen Arbeiterverein in Paris ... 2   -  -
                Gesammelt durch Herrn John Berg......... 17  10  -
                                                        ----------
                                                  Summa: 90   3  6
       
       #565# Aufzeichnungen und Dokumente
       -----
                                   Ausgabe
                                                          £  sh  d
       August   In die Flüchtlingsmenage................ 28   9  3
                An die Bürstenmacherei .................. 7  10  -
                Für Leder etc............................ -  13  6
                56 Unterstützungen à 6 d ................ 1   8  -
                23       dto.      " 1 sh ............... 1   3  -
                 6       dto.      " 2 sh 6 d ........... -  15  -
                Diverse Unterstützungen.................. -   5  6
                4 Unterstützungen à 10 sh ............... 2   -  -
                Vorschüsse an Flüchtlinge................ 8   4  -
                An 4 Flüchtlinge zur Reise nach Amerika   5   -  -
                Reisekosten nach Schleswig-Holstein ......7   3  -
                Kleine Unkosten, Porto, Inkasso etc.......-  11  3
       Septbr.  In die Menage........................... 14   4  8
                39 Unterstützungen à 6 d  ............... -  19  6
                 2         dto.    " 1 sh ............... -   2  -
                 1 Unterstützung à 10 sh und 1 à 5 sh.....-  15  -
                Verteilt nach Vorschrift des Gebers,
                Herrn Berg.............................   8  15  -
                Vorschüsse an Flüchtlinge................ 1  18  -
                Kleine Spesen...........................  -   6 10
                                                         ---------
                                                  Summa: 90   3  6
       
       Da die  vier unterzeichneten  Mitglieder des  bisherigen  Sozial-
       demokratischen Komitees  bei Ablegung  dieser Rechnung ihren Aus-
       tritt aus  dem Komitee  erklärten, ernannte  die Gesellschaft  in
       Great Windmill  Street [405]  eine Kommission zur Prüfung der Bü-
       cher und  Quittungen, welche am 15.d. ihren Bericht dahin erstat-
       tete, daß sie alles in Ordnung gefunden hat.
       Die Unterzeichneten  hielten es  für nötig,  sämtliche Bücher und
       Quittungen über  ihre Verwaltung bei dem bisherigen Kassierer, C.
       Pfänder, 21,  King Street, Soho Square, zu belassen, da sie nicht
       nur aus  dem Komitee,  sondern auch aus der Gesellschaft getreten
       sind und  sie Dokumente bei etwaigen Reklamationen von Seiten des
       Publikums nicht entbehren können.
       Die Geldsender  werden daher  ersucht, Mandatare in London zu er-
       nennen, um  Bücher und  Quittungen bei  dem genannten  bisherigen
       Kassierer einzusehen.
       
       London, den 18. September 1850
       Karl Marx  H. Bauer  C. Pfänder  Fr. Engels
       
       #566# Beilagen
       -----
       11
       
       [Antrag des Kreises London an die Zentralbehörde des Bundes
       der Kommunisten in Köln über den Ausschluß der Mitglieder des
       Sonderbundes]
       
       [Auszug aus der Ansprache der Kölner Zentralbehörde
       vom 1. Dezember 1850 [478]]
       
       Nachdem der Beschluß gefaßt war[4793, ist uns daher von dem durch
       Eccarius in London gebildeten Kreise auch der formelle Antrag zu-
       gegangen:
       
       "sämtliche Mitglieder  des Sonderbundes [480], speziell Schapper,
       Willich, Schärttner,  Lehmann, Dietz,  Gebert, Fränkel,  letztere
       sieben mit  Namennennung, auszustoßen und diesen Beschluß sämtli-
       chen Kreisen  und Gemeinden  des Bundes  mitzuteilen, ebenso  dem
       Sonderbunde in London und seinen Leitern".
       
       Dieser Antrag  wurde auf  folgende,  allerdings  höchst  triftige
       Gründe gestützt,  welche wir  zur näheren  Kenntnis der  Personen
       ebenfalls dem ganzen Bunde mitteilen:
       
       "1. Sie  haben an außerhalb des Bundes bestehende Behörden gehei-
       mer Gesellschaften,  an Flüchtlinge aller Nationalitäten über den
       Zwiespalt in  London berichtet  und dazu falsch berichtet, 2. sie
       befinden sich  in offener  Rebellion gegen  die legale Zentralbe-
       hörde in Köln, handeln ihren Beschlüssen zum Trotz und lassen zur
       Gründung eines  Sonderbundes einen Emissär 1*) in Deutschland um-
       herreisen, 3.  sie haben  sämtliche Verpflichtungen,  welche Mit-
       gliedern geheimer  Gesellschaften obliegen, gegen die Glieder des
       Kreises London  verletzt und  verletzen sie  noch fortwährend, 4.
       sie haben  seit der Trennung alle Gesetze geheimer Gesellschaften
       übertreten, und ein längeres Bleiben derselben im Bunde würde ih-
       nen nur Vorschub zur Auflösung desselben leisten."
       
       Geschrieben am 11. November 1850.
       Nach dem Rundschreiben:
       Die Central-Behörde an den Bund vom 1. Dezember 1850.
       -----
       1*) Haude
       
       #567# Aufzeichnungen und Dokumente
       -----
       12
       
       Statuten des Kommunistischen Bundes [481]
       
       1. Der   Z w e c k   des Kommunistischen  Bundes ist,  durch alle
       Mittel der  Propaganda und des politischen Kampfes die Zertrümme-
       rung der  alten Gesellschaft  - 1*) d[urch] Sturz der Bourgeoisie
       2*) -,  die geistige,  politische und  ökonomische Befreiung  des
       Proletariats, die  kommunistische Revolution  durchzuführen.  Der
       Bund vertritt in den verschiedenen Entwicklungsstufen, welche der
       Kampf des  Proletariats zu  durchlaufen hat,  stets das Interesse
       der Gesamtbewegung,  wie er  stets alle revolutionären Kräfte des
       Proletariats in  sich zu vereinigen und zu organisieren sucht; er
       ist geheim und unauflöslich, solange die proletarische Revolution
       ihr Endziel nicht erreicht hat.
       2.  M i t g l i e d   kann nur  werden, wer  folgende Bedingungen
       vereinigt:
       a) Freiheit von  aller Religion,  praktische Lossagung  von jedem
       kirchlichen Verbände  und allen  nicht durch die bürgerlichen Ge-
       setze gebotenen Zeremonien;
       b) Einsicht in die Bedingungen, den Entwicklungsgang und das End-
       ziel der proletarischen Bewegung;
       c) Fernhaltung von  allen Verbindungen  und partiellen Bestrebun-
       gen, welche dem Zwecke des Bundes feindlich oder hinderlich sind;
       d) Fähigkeit und  Eifer  für  die  Propaganda,  unerschütterliche
       Überzeugungstreue, revolutionäre Tatkraft;
       e) strengste Verschwiegenheit in allen Bundesangelegenheiten.
       3. Über  die   B e f ä h i g u n g   z u r  A u f n a h m e  ent-
       scheidet die Einstimmigkeit der Gemeinden. Die Aufnahme geschieht
       gewöhnlich vor  versammelter Gemeinde  durch den  Vorsteher.  Die
       Mitglieder geloben,  sich den Beschlüssen des Bundes unbedingt zu
       unterwerfen.
       4. Wer  die Bedingungen  der Mitgliedschaft verletzt, wird ausge-
       schlossen. Über die Ausschließung einzelner entscheidet die Stim-
       menmehrheit der  Gemeinde. Ganze Gemeinden kann die Zentralgewalt
       ausschließen, wenn von einer Kreisgemeinde darauf angetragen ist.
       Die Ausgeschlossenen werden dem ganzen Bunde angezeigt und gleich
       allen verdächtigen Subjekten von Bundes wegen überwacht.
       5. Der Bund  gliedert sich  in Gemeinden,  Kreise, Zentralbehörde
       und Kongreß.
       6. Die   G e m e i n d e n   bestehen aus wenigsten drei Mitglie-
       dern derselben  Lokalität. Sie  wählen sich jede einen Vorsteher,
       der die Sitzungen leitet, und einen Stellvertreter, der die Kasse
       führt.
       1*)-2*) Von Marx eingefügt
       
       #568# Beilagen
       -----
       7. Die Gemeinden eines Landes oder einer Provinz stehen unter ei-
       ner Hauptgemeinde,  dem  K r e i s e,  welcher von der Zentralbe-
       hörde ernannt  wird. Die  Gemeinden stehen  direkt nur  mit ihrem
       Kreise in Verbindung, die Kreise mit der Zentralbehörde.
       8. Die Gemeinden  versammeln sich  regelmäßig wenigstens  alle 14
       Tage; sie  stehen in wenigstens monatlicher Korrespondenz mit ih-
       ren Kreisen; die Kreisgemeinden in wenigstens zweimonatlicher mit
       der Zentralbehörde;  die Zentralbehörde gibt alle drei Monate Be-
       richt über die Lage des Bundes.
       9. Die Vorsteher und Stellvertreter der Gemeinden und Kreise sind
       auf ein  Jahr gewählt  und jederzeit von ihren Wählern absetzbar;
       die Mitglieder  der Zentralbehörde  sind nur  absetzbar durch den
       Kongreß.
       10. Jedes Bundesmitglied hat einen monatlichen Beitrag zu zahlen,
       dessen Minimum  von dem  Kongreß festgesetzt wird. Diese Beiträge
       gehen zur  Hälfte an die Kreise, zur Hälfte an die Zentralbehörde
       und werden  verwandt zur  Deckung der Verwaltungskosten, zur Ver-
       breitung propagandistischer  Schriften  und  zur  Aussendung  von
       Emissären. Die Kreise tragen die Kosten der Korrespondenz mit ih-
       ren Gemeinden. Die Beiträge werden alle drei Monate an die Kreise
       gesandt, welche  die Hälfte der Gesamteinnahmen an die Zentralbe-
       hörde schicken  und gleichzeitig  über Ausgabe und Einnahme ihrer
       Gemeinden Rechenschaft geben. Die Zentralbehörde legt dem Kongreß
       Rechnung über  die ihr  zugegangenen Gelder. Außerordentliche Ko-
       sten werden durch außerordentliche Beiträge bestritten.
       11. Die   Z e n t r a l b e h ö r d e   ist das Vollziehungsorgan
       des ganzen  Bundes. Sie  besteht aus wenigstens drei Mitgliedern,
       wird gewählt  und ergänzt  von dem  Kreise, wohin der Kongreß den
       Sitz derselben  verlegt, und  ist nur  dem  Kongreß  Rechenschaft
       schuldig.
       12. Der   K o n g r e ß   ist das  gesetzgebende Organ des ganzen
       Bundes. Er  besteht aus  den Abgeordneten der Kreisversammlungen,
       welche jede für je fünf Gemeinden  e i n e n  Deputierten wählen.
       13. Die   K r e i s v e r s a m m l u n g  ist die Repräsentation
       des Kreises, welche regelmäßig alle Vierteljahre an dem Kreisorte
       unter der  Leitung des  Vorstands der  Hauptgemeinde zur Beratung
       der Kreisangelegenheiten zusammentritt. Jede Gemeinde sendet dazu
       einen Abgeordneten. Die Kreisversammlung zur Wahl der Bundesabge-
       ordneten geschieht unabänderlich in der Mitte Juli jedes Jahres.
       
       1*) Art. 5 Gemeinde        Art. 8 Kongreß
           Art. 6 Kreis           Art. 9 Aufnahme in den Bund
           Art. 7 Zentralbehörde  Art. 10 Ausstoßung aus dem Bund/Geld-
                                          verhältnisse 2*)
       -----
       1*-2*) Von Marx eingefügt
       
       #569# Aufzeichnungen und Dokumente
       -----
       14. Vierzehn Tage  nach  dem  Schluß  der  Kreiswahlversammlungen
       tritt der  Kongreß von  Rechts wegen  an dem Sitze der Zentralbe-
       hörde, wenn diese keinen andern Ort bestimmt hat, zusammen.
       15. Der Kongreß  empfängt von  der Zentralbehörde,  welche in ihm
       Sitz, aber  keine Stimme  hat, den Rechenschaftsbericht über ihre
       gesamte Tätigkeit  und über  die Lage  des Bundes; er erklärt die
       Grundsätze der vom Bunde zu befolgenden Politik, entscheidet über
       Abänderungen in den Statuten und bestimmt den Sitz der Zentralbe-
       hörde für das nächste Jahr.
       16. Die Zentralbehörde  kann in  dringenden Fällen  einen  außer-
       ordentlichen Kongreß  berufen, welcher  alsdann aus  den von  den
       Kreisen zuletzt gewählten Abgeordneten besteht.
       17. Streitigkeiten unter einzelnen Mitgliedern derselben Gemeinde
       entscheidet endgültig  die Gemeinde, desselben Kreises die Kreis-
       gemeinde, verschiedener  Kreise die  Zentralbehörde;  persönliche
       Klagen über  Mitglieder der  Zentralbehörde gehören  vor den Kon-
       greß. Streitigkeiten  unter Gemeinden desselben Kreises entschei-
       det die  Kreisgemeinde, unter Gemeinden und ihrem Kreise oder un-
       ter verschiedenen  Kreisen die  Zentralbehörde; doch steht im er-
       sten Falle  die Berufung an die Kreisversammlungen, im zweiten an
       den Kongreß  offen. Der  Kongreß entscheidet  auch alle Konflikte
       der Zentralbehörde mit den Unterbehörden des Bundes.
       
       Geschrieben im November 1850.
       Nach einer von Heinrich Bürgers angefertigten Abschrift
       mit Bemerkungen von Marx.
       
       #570# Beilagen
       -----
       13
       
       Karl Marx/Friedrich Engels
       
       Vorbemerkung [zum Trinkspruch von Louis-Auguste Blanqui
       und die deutsche Übersetzung des Trinkspruchs [482]]
       
       Trinkspruch, gesandt durch den Bürger L.A. Blanqui an die Kommis-
       sion der  Flüchtlinge zu  London für  die Jahresfeier des 24. Fe-
       bruar 1851. Veröffentlicht durch die Freunde der Gleichheit
       
                                    ---
       
       Vorbemerkung
       Einige elende  Betrüger des Volkes, das sogenannte Zentralkomitee
       der europäischen  Sozialdemokraten [483], in Wahrheit ein Komitee
       des europäischen  Zentralmobs, unter  Vorstand der Herrn Willich,
       Schapper usw. feierten in London den Jahrestag der Februarrevolu-
       tion [219]. Louis Blanc, der Vertreter des sentimentalen Phrasen-
       sozialismus, hatte  sich aus   I n t r i g e   gegen einen andern
       Volksverräter, Ledru-Rollin,  dieser  Sippschaft  untergeordneter
       Prätendenten angeschlossen.  Sie verlasen  auf ihrem Bankett ver-
       schiedene  Adressen,  die  ihnen  zugekommen  sein  sollten.  Von
       Deutschland hatten  sie aller Anstrengungen ungeachtet keine ein-
       zige Zuschrift  zu erbetteln  gewußt. Günstiges  Zeichen für  die
       Entwicklung des deutschen Proletariats!
       Sie schrieben  auch an Blanqui, den edlen Märtyrer des revolutio-
       nären Kommunismus,  um eine  Adresse. Er antwortete ihnen mit dem
       folgenden Toast:
       
       Warnung an das Volk
       Welche Klippe  bedroht die  Revolution von morgen? Die Klippe, an
       welcher die  Revolution von  gestern gescheitert  ist, die bekla-
       genswerte Popularität  verkappter Bourgeois,  die die  Rolle  von
       Volkstribunen spielen.
       Ledru-Rollin, Louis  Blanc, Crémieux,  Marie, Lamartine, Garnier-
       Pagès, Dupont (de l'Eure,) Flocon, Albert, Arago, Marrast!
       Verderbenschwere Liste!  Unheilvolle Namen,  mit Blut geschrieben
       auf alle Pflaster des demokratischen Europas!
       Die   p r o v i s o r i s c h e  R e g i e r u n g  hat die Revo-
       lution getötet! auf ihr Haupt falle die Verantwortung
       
       #571# Aufzeichnungen und Dokumente
       -----
       für alles  Unglück, auf  ihr Haupt  das Blut  von so viel tausend
       Schlachtopfern!
       Die Reaktion hat nur ihr Handwerk geübt, indem sie die Demokratie
       erwürgte. Das  Verbrechen fällt  den Verrätern  zur Last, die das
       vertrauende Volk  zu Führern  genommen hatte und die es der Reak-
       tion überlieferten.
       Miserabele  Regierung!  Den  Angstrufen,  den  Bitten  zum  Trotz
       schleudert sie  die 45-Centime-Steuer [30] unter das Landvolk und
       treibt es zur Verzweiflung, zum Aufstand.
       Sie behält  die royalistischen  Generalstäbe, den  royalistischen
       Richterstand, die royalistischen Gesetze bei. Verrat!
       Sie fällt  am 16.  April über die Pariser Arbeiter her, wirft die
       von Limoges ins Gefängnis und kartätscht am 27. die von Rouen zu-
       sammen [484];  sie läßt  alle ihre  Hetzhunde los  und hält  eine
       Treibjagd auf alle wahren Republikaner. Verrat, Verrat!
       Auf sie,  auf sie  allein die  furchtbare Last der Unglücksfälle,
       die die Revolution von 1848 vernichtet haben!
       O, es gibt große Verbrecher, aber die größten von allen sind sie,
       in denen  das Volk, getäuscht durch Tribunenphrasen, sein Schwert
       und Schild  erblickte, die  es begeisterungsvoll für die Schieds-
       richter seiner Zukunft erklärte.
       Wehe uns,  wenn am  nahen Tage  des Volkstriumphs die vergeßliche
       Nachsicht der  Massen einen  dieser Menschen,  die ihr Mandat ge-
       schändet haben,  wieder zur  Gewalt gelangen  ließe! Zum  zweiten
       Male wäre es um die Revolution geschehen.
       Mögen die  Arbeiter unablässig dies Verzeichnis verfluchter Namen
       vor Augen haben, und wenn je ein einziger, ja nur ein einziger in
       einer revolutionären  Regierung wiedererscheint,  alle mit  einer
       Stimme schreien: Verrat!
       Reden, Sermone,  Programme wären  nochmals nur Lug und Trug; die-
       selben Taschenspieler  würden wiederkehren,  um ihre alten Stücke
       von neuem  zu spielen, sie würden den ersten Ring bilden in einer
       neuen Kette  noch wütenderer  Reaktionen. Fluch  ihnen und Rache,
       wenn sie  wiederzuerscheinen wagten!  Schmach und  Verachtung der
       einfältigen Menge, die sich wieder in ihre Netze fangen ließe!
       Doch es  ist nicht genug, daß die Eskamoteure des Februar auf im-
       mer aus  dem Hôtel  de Ville  [7] verbannt  sind, es  gilt,  sich
       sicherzustellen gegen neuen Verrat.
       Verräter wären  diejenigen, die, auf den Schultern des Proletari-
       ats zur  Regierung erhoben,  nicht sogleich  folgendes  ins  Werk
       setzten:
       1. die allgemeine Entwaffnung der Bourgeoisgarden;
       2. die Bewaffnung und militärische Organisation aller Arbeiter.
       Es gibt  ohne Zweifel  noch viele  andere unerläßliche Maßregeln,
       aber sie  ergeben sich von selbst aus diesem ersten Akte, der die
       nächste Bürgschaft, das einzige Unterpfand der Sicherheit für das
       Volk ist.
       Nicht ein  einziges Gewehr darf in den Händen der Bourgeois blei-
       ben. Ohne das kein Heil!
       Die verschiedenen  Doktrinen, die  sich heute  die Sympathien der
       Massen streitig machen, können ihrer Zeit ihre Versprechungen von
       Verbesserung und  Wohlstand verwirklichen, aber nur unter der Be-
       dingung, daß  die Beute nicht fahrengelassen werde für den Schat-
       ten.
       
       #572# Beilagen
       -----
       Sie würden zu nichts führen als zu einer elenden Fehlgeburt, wenn
       das Volk,  ausschließlich mit  Theorien beschäftigt,  das  einzig
       praktische, das einzige sichere Mittel geringschätzen wollte, die
       Gewalt!
       Waffen und  Organisation -  das ist das entscheidende Element des
       Fortschritts, das  einzig ernste  Mittel, dem  Elende ein Ende zu
       machen.
       Wer Eisen  hat, hat Brot. Man sinkt auf die Knie vor den Bajonet-
       ten, man fegt waffenlose Haufen wie Spreu hinweg. Frankreich, ge-
       spickt mit bewaffneten Arbeitern - das ist die Ankunft des Sozia-
       lismus.
       Vor dem bewaffneten Proletariate wird alles verschwinden, Hinder-
       nisse, Widersetzlichkeiten, Unmöglichkeiten.
       Aber für die Proletarier, die sich mit lächerlichen Straßenprome-
       naden, mit  Freiheitsbäumen, mit  wohlklingenden Advokatenphrasen
       die Zeit  vertreiben lassen,  gibt es zuerst Weihwasser, dann Be-
       leidigungen, endlich Kartätschen und immer Elend!
       Das Volk mag wählen!
       
       Gefängnis von Belle-+le-en-Mer, 10. Februar 1851
       Geschrieben zwischen dem 3. und 6. März 1851.
       Nach der Flugschrift gedruckt
       in Köln im Frühjahr 1851.
       

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