Quelle: MEW 8 August 1851 - März 1853
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Karl Marx
Erzwungene Emigration - Kossuth und Mazzini - Die
Flüchtlingsfrage - Wahlbestechung in England - Mr. Cobden [341]
["New-York Daily Tribune" Nr. 3722 vom 22. März 1853]
London, Freitag, 4. März 1853
Aus den Handels- und Schiffahrtsberichten für die Jahre 1851 und
1852, die vergangenen Februar veröffentlicht wurden, ersehen wir,
daß der deklarierte Gesamtwert des Exports für 1851 68 531 601
Pfd. St. und für 1852 71 429 548 Pfd. St. betrug; von diesem
letzteren Betrag kommen 47 009 251 Pfd. St. auf den Export von
Baumwoll-, Woll-, Leinen- und Seidenwaren. Der Import von 1852
bleibt hinter dem von 1851 zurück. Da der Anteil der Importe für
den heimischen Verbrauch nicht abgenommen, sondern eher zugenom-
men hat, folgt, daß England statt der gewöhnlichen Menge an Kolo-
nialprodukten eine gewisse Menge Silber und Gold reexportiert
hat.
Das Amt für koloniale Emigration gibt folgende Zahlen über die
Emigration aus England, Schottland und Irland nach allen Teilen
der Welt für die Zeit vom 1. Januar 1847 bis 30.Juni 1852:
Aus England Schottland Irland Total
1847 34685 8616 214969 258270
1848 58865 11505 177719 248089
1849 73613 17127 208758 299498
1850 57843 15154 207852 280849
1851 69557 18646 247763 335966
1852 (bis Juni) 40767 11562 143375 195704
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Insgesamt 335330 82610 1200436 1618376
"Man nimmt an, daß neun Zehntel der über Liverpool Auswandernden
Iren sind", bemerkt das Amt. "Drei Viertel der Emigranten aus
Schottland sind Kelten, die entweder aus dem Hochland oder aus
Irland über Glasgow kommen."
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Demnach gehören vier Fünftel der gesamten Emigration der kelti-
schen Bevölkerung Irlands, des schottischen Hochlands und der
schottischen Inseln an. Zu dieser Auswanderung bemerkt der Londo-
ner "Economist" [109]:
"Sie ist die Folge des Zusammenbruchs des Gesellschaftssystems,
das sich auf Zwergwirtschaft und Kartoffelbau gründet." Er fügt
hinzu: "Die Abwanderung des überflüssigen Teils der Bevölkerung
aus Irland und dem schottischen Hochland ist eine unerläßliche
Vorbedingung für alle Arten von Verbesserungen... Die Einkünfte
Irlands haben keineswegs unter der Hungersnot von 1846/47 gelit-
ten, und auch nicht unter der seitherigen Auswanderung. Im Gegen-
teil, seine Nettoeinnahmen betrugen 1851 4 281 999 Pfd. St., wa-
ren also um etwa 184 000 Pfd. St. höher als 1843."
Erst treibe man also die Bevölkerung eines Landes in die Armut,
und wenn dann nichts mehr aus ihr herauszuschinden ist, wenn sie
dem Lande zur Last fällt, so jage man sie fort und errechne die
Summe der Nettoeinnahmen! Das ist auch der Grundsatz, den Ricardo
in seinem gefeierten Werke, den "Principles of Political Economy"
niedergelegt hat. Wenn der jährliche Profit eines Kapitalisten
2000 Pfd. St. beträgt, so kümmert es ihn wenig, ob er hundert
oder tausend Arbeiter beschäftigt. "Ist das wirkliche Einkommen
der Nation dem nicht ähnlich?", fragt Ricardo. Wenn das wirkliche
Reineinkommen einer Nation, Grundrente und Profit, dasselbe
bleibt, dann ist es egal, ob es von zehn oder von zwölf Millionen
Einwohnern herstammt. Sismondi antwortet darauf in seinen
"Nouveaux principes d'économie politique", daß nach dieser An-
sicht dann der englischen Nation gar nichts daran zu liegen
brauchte, wenn die ganze Bevölkerung verschwände und der König
(damals gab es keine Königin, sondern einen König 1*)) allein
mitten auf der Insel bliebe, vorausgesetzt, daß eine automatische
Maschinerie es ihm ermöglichte, dieselben N e t t o e i n-
k ü n f t e zu erzielen, die heute eine Bevölkerung von zwanzig
Millionen hervorbringt. Jenes grammatikalische Wesen, das
"Nationalreichtum" heißt, würde in diesem Falle tatsächlich keine
Einbuße erfahren.
Ich gab schon in einem früheren Bericht 2*) ein Beispiel davon,
wie im schottischen Hochland das Land "gelichtet" wird. Ich will
nun ein Zitat aus dem "Galway Mercury" bringen, das zeigt, wie in
Irland auf dieselbe Art und Weise die Emigration erzwungen wird:
"Im Westen Irlands sterben die Menschen auf dem Land in Massen
aus. Die Gutsherren von Connaught haben sich stillschweigend ver-
einigt, um alle Kleinbesitzer wie Unkraut auszurotten und führen
einen förmlichen Vernichtungskrieg gegen sie... In dieser Provinz
werden täglich die herzzerreißendsten Grausamkeiten verübt, von
denen das Publikum gar nichts gewahr wird."
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1*) Georg III. - 2*) siehe vorl. Band, S. 500-505
#543# Erzwungene Emigration - Kossuth u. Mazzini...
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Es sind jedoch nicht nur die verarmten Bewohner der grünen Insel
von Erin 1*) und des schottischen Hochlands, die von den land-
wirtschaftlichen Verbesserungen und vom "Zusammenbruch des veral-
teten Gesellschaftssystems hinweggefegt werden. Es sind nicht nur
die kräftigen Landarbeiter aus England, Wales und Nieder-Schott-
land, deren Überfahrt die Emigrationsbeamten bezahlen. Das Rad
der "Verbesserungen" erfaßt nun auch eine andere Klasse, die bis-
her seßhafteste Klasse Englands. Eine überraschend starke Emigra-
tionssucht zeigt sich plötzlich unter den englischen Kleinpäch-
tern, besonders unter jenen, die schweren Lehmboden besitzen. Die
schlechten Ernteaussichten, der Mangel an genügendem Kapital, um
die großen Verbesserungen auf ihren Grundstücken vorzunehmen, die
es ihnen ermöglichen würden, ihren alten Pachtzins zu zahlen,
lassen ihnen keine andere Wahl, als den Ozean zu überqueren, um
sich ein neues Vaterland und neuen Boden zu suchen. Ich rede hier
nicht von der Auswanderung, die die Goldsucht hervorrief, sondern
lediglich von jener erzwungenen Emigration, die hervorgerufen
wird durch das Pachtsystem, die Konzentration der Gutshöfe, die
Anwendung von Maschinerie zur Bearbeitung des Bodens und die Ein-
führung der modernen Großproduktion in der Landwirtschaft.
In den alten Staaten, in Griechenland und Rom, bildete die erz-
wungene Emigration, die die Form der periodischen Errichtung von
Kolonien annahm, ein regelrechtes Glied in der gesellschaftlichen
Struktur. Das ganze System dieser Staaten war auf einer bestimm-
ten Beschränkung der Bevölkerungszahl aufgebaut, die nicht über-
schritten werden durfte, sollte nicht der Bestand der antiken Zi-
vilisation selbst gefährdet werden. Warum aber verhielt sich das
so? Weil die Anwendung der Naturwissenschaft in der materiellen
Produktion ihnen gänzlich unbekannt war. Um zivilisiert zu blei-
ben, mußten sie ihrer wenige bleiben. Sonst hätten sie sich jener
schweren körperlichen Plackerei unterwerfen müssen, die den
freien Bürger in einen Sklaven verwandelte. Mangel an Produktiv-
kraft machte die Bürgerschaft abhängig von einem gegebenen Zah-
lenverhältnis, an dem nicht gerührt werden durfte. Das einzige
Gegenmittel war daher die zwangsweise Emigration.
Dieser selbe Druck der Bevölkerung auf die Produktivkräfte trieb
einst die Barbaren aus den Hochebenen Asiens zum Einfall in die
Alte Welt. Es wirkte hier dieselbe Ursache, wenn auch in anderer
Form. Um Barbaren zu bleiben, mußten sie ihrer wenige bleiben.
Sie waren Hirten- und Jägervölker, kriegführende Stämme, deren
Produktionsweise für jedes einzelne Individuum weite Landstriche
erforderte, wie dies heute noch bei den
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1*) alter Name Irlands
#544# Karl Marx
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Indianerstämmen in Nordamerika der Fall ist. Nahmen sie an Zahl
zu, so beschnitt einer das Produktionsgebiet des andern. Daher
war die überschüssige Bevölkerung gezwungen, sich auf jene großen
abenteuerlichen Wanderungen zu begeben, die zur Bildung der Völ-
ker des alten und modernen Europa führten.
Ganz anders aber steht es mit der großen erzwungenen Emigration
unserer Tage. Nicht der Mangel an Produktivkräften schafft heute
den Bevölkerungsüberschuß, sondern die Zunahme an Produktivkräf-
ten verlangt eine Verringerung der Bevölkerung und beseitigt den
Überschuß durch Hungersnot oder durch Auswanderung. Nicht die Be-
völkerung drückt auf die Produktiv-kraft, sondern die Produktiv-
kraft drückt auf die Bevölkerung.
Nun teile ich weder die Ansicht Ricardos, der in dem
"Reineinkommen" den Moloch sieht, dem, ohne auch nur zu murren,
ganze Völkerschaften geopfert werden müssen, noch teile ich die
Ansicht Sismondis, der, in seiner hypochondrischen Philanthropie,
überlebte Methoden des Ackerbaus gewaltsam erhalten und die Wis-
senschaft ebenso aus der Industrie verbannen möchte, wie einst
Plato die Poeten aus seiner Republik verstieß [342]. In der Ge-
sellschaft vollzieht sich eine lautlose Revolution, vor der es
kein Entrinnen gibt und die sich um die menschlichen Existenzen,
die sie zerbricht, ebensowenig kümmert wie ein Erdbeben um die
Häuser, die es zerstört. Unterliegen müssen jene Klassen und Ras-
sen, die zu schwach sind, die neuen Lebensbedingungen zu mei-
stern. Kann es aber etwas Kindischeres und Kurzsichtigeres geben
als die Ansichten jener Ökonomen, die allen Ernstes glauben, die-
ser jammervolle Übergangszustand bedeute nichts weiter als die
Anpassung der Gesellschaft an den Aneignungstrieb der Kapitali-
sten, sowohl der Grundherren wie der Geldherren? In Großbritan-
nien ist der Verlauf dieses Prozesses klar ersichtlich. Die An-
wendung wissenschaftlicher Methoden in der Produktion vertreibt
die Menschen vom flachen Lande, konzentriert sie aber in den In-
dustriestädten.
"Die Auswanderungskommissare haben außer einigen wenigen Handwe-
bern aus Spitalfields und Paisley keine Industriearbeiter unter-
stützt, und auf eigene Kosten sind wenige oder gar keine ausge-
wandert", sagt der "Economist".
Der "Economist" weiß ganz genau, daß sie auf eigene Kosten nicht
auswandern könnten und daß ihnen die industrielle Bourgeoisie da-
bei nicht helfen würde. Wohin führt das aber? Die bäuerliche Be-
völkerung, das seßhafteste und konservativste Element der moder-
nen Gesellschaft, verschwindet, während das industrielle Proleta-
riat, gerade infolge der modernen Produktionsweise, sich zusam-
mengedrängt sieht in mächtigen Zentren, rings
#545# Erzwungene Emigration - Kossuth u. Mazzini...
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um die gewaltigen Produktivkräfte, deren Schöpfungsgeschichte
bisher die Märtyrergeschichte der Arbeiter gewesen. Wer wird die
Arbeiter daran hindern, einen Schritt weiter zu gehen und sich
dieser Kräfte zu bemächtigen, die sich ihrer bisher bemächtigt
hatten? Wo wird es eine Macht geben, die ihnen Widerstand leisten
könnte? Nirgends! Vergeblich wird man sich dann auf die
"Eigentumsrechte" berufen. Die Bourgeois-Ökonomen geben selbst
zu, daß die modernen Veränderungen in der Produktionsweise das
veraltete Gesellschaftssystem und seine Art der Aneignung ver-
nichtet haben. E x p r o p r i i e r t haben diese Veränderun-
gen bereits die schottischen Clan-Männer, die irischen Häusler
und Pachtbauern, die englischen Yeomen 1*), die Handweber, zahl-
lose Handwerker, ganze Generationen von Fabrikkindern und
-weibern; sie werden, wenn die Zeit herangereift, den Landlord
und den Kattunlord expropriieren.
Auf dem Kontinent schleudert der Himmel Blitze, in England aber
zittert die Erde selbst. England ist das Land, wo die wirkliche
Umwälzung der modernen Gesellschaft beginnt.
In meinem Brief vom 1. d.M. teilte ich mit, daß Mazzini öffent-
lich gegen Kossuth auftreten wolle. [343] Am 2. d.M. erschien
tatsächlich im "Morning Advertiser" [194], in der "Morning Post"
[279] und der "Daily News" [129] ein Brief Mazzinis. Da Mazzini
also jetzt selbst das Eis gebrochen hat, so kann ich gleichfalls
berichten, daß Kossuth unter dem Drucke seiner Pariser Freunde
sein eigenes Dokument widerrufen hat. In Kossuths bisheriger
Laufbahn finden wir häufig derlei Symptome schwankender Schwäch-
lichkeit, unentwirrbarer Widersprüche und Doppelzüngigkeit. Er
besitzt alle anziehenden Tugenden, gleichzeitig aber auch alle
weibischen Fehler des "Künstler"charakters. Er ist ein großer
Künstler "en paroles" 2*). Ich empfehle all denen, die sich nicht
gerne einem populären Aberglauben beugen, sondern sich lieber
selbst ein nüchternes Urteil bilden wollen, Szemeres kürzlich
veröffentlichte Biographien von Ludwig Batthyanyi, Arthur Görgey
und Ludwig Kossuth.
Was die Lombardei betrifft, so kann man sicher sein, daß, wenn es
auch Mazzini nicht gelungen, die italienische Bourgeoisie in die
Bewegung einzubeziehen, Radetzky darin nicht versagen wird. In
diesem Augenblick geht er daran, das Vermögen aller Emigranten zu
konfiszieren, sogar jener, die mit Erlaubnis der Österreicher
auswanderten und in anderen Ländern naturalisiert wurden, es sei
denn, s i e b e w e i s e n, d a ß s i e m i t d e m
l e t z t e n A u f s t a n d n i c h t s z u t u n h a t-
t e n. Die österreichischen Zeitungen berechnen den
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1*) unabhängigen Bauern - 2*) "im Drechseln von Worten"
#546# Karl Marx
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Betrag des konfiszierbaren Eigentums auf etwa zwölf Millionen
Pfund Sterling. In der Unterhaussitzung vom 1. März erwiderte
Lord Palmerston auf eine Frage Lord Dudley Stuarts,
"die Kontinentalmächte hätten keinen Antrag auf Ausweisung poli-
tischer Flüchtlinge gestellt, geschähe dies aber, so würde ihnen
eine bestimmte und entschiedene Abweisung zuteil werden.
"Die britische Regierung hätte sich nie dazu hergegeben, für die
innere Sicherheit anderer Länder zu sorgen."
Daß aber trotzdem solch ein Antrag gestellt werden sollte, geht
aus dem börsenschacherischen "Moniteur" [85] sowie aus dem
"Journal des Débats" [75] hervor, das in einer seiner letzten
Nummern die Vermutung äußert, England werde sich schon den
vereinigten Forderungen Österreichs, Rußlands, Preußens und
Frankreichs fügen. Das "Journal des Débats" fügt hinzu:
"Sollte der Schweizerische Bund Österreich die Erlaubnis verwei-
gern, einen Ü b e r w a c h u n g s d i e n s t über die an-
grenzenden Kantone zu organisieren, so wird Österreich wohl mit
Gewalt ins Schweizer Gebiet eindringen und den Kanton Tessin be-
setzen; dann würde Frankreich, um das Gleichgewicht zu wahren,
mit seinen Truppen in die Schweizer' Kantone an seiner Grenze
einfallen."
Das "Journal des Débats" bringt also, angewandt auf die Schweiz,
praktisch jene einfache Lösung vor, die Prinz Heinrich von Preu-
ßen 1770 scherzhaft der Kaiserin Katharina in bezug auf Polen
vorschlug. [344] Mittlerweile diskutiert jene ehrwürdige Körper-
schaft, der Deutsche Bundestag [8] genannt, gewichtig über "ein
Ersuchen, mit dem man sich demnächst an England zu wenden ge-
denke", und verschwendet auf diese feierliche Angelegenheit Lun-
genkraft genug, um die Segel der ganzen deutschen Flotte zu
schwellen.
In der Unterhaussitzung vom 1. d.M. ereignete sich ein sehr
charakteristischer Zwischenfall. Die Vertreter von Bridgenorth
und Blackburn waren wegen Bestechung als zu Unrecht gewählt er-
klärt worden. Darauf beantragte Sir J. Shelley, daß die vor den
Kommissionen gemachten Zeugenaussagen auf dem Tische des Hauses
niedergelegt und daß die Wiederwahlen nicht vor dem 4. April aus-
geschrieben werden sollten. Hierzu bemerkte der sehr ehrenwerte
Baron Sir J. Trollope, "es seien schon vierzehn Kommissionen ein-
gesetzt worden, um die Untersuchungen gegen eine Anzahl Wahl-
kreise wegen Wahlkorruption zu führen, und es müßten noch unge-
fähr weitere fünfzig eingesetzt werden". Dann sprach er über die
Schwierigkeit, einerseits genug Mitglieder zur Bildung von Wahl-
prüfungskommissionen im Hause aufzutreiben und andererseits noch
Kommissionen für die laufenden Geschäfte des Hauses bilden zu
können. Würde man der Entstehungsgeschichte
#547# Erzwungene Emigration - Kossuth u. Mazzini...
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des Hauses ein bißchen genauer nachspüren, so müßte es zusammen-
brechen und die parlamentarische Maschinerie zum völligen Still-
stand kommen.
In seinem letzten Pamphlet, desgleichen in seinen Ansprachen auf
dem Friedenskongreß in Manchester [326] und auch auf verschie-
denen Versammlungen über Schulfragen hat sich Mr. Cobden damit
ergötzt, die Presse zu kritisieren, Die ganze Presse hat Gleiches
mit Gleichem vergolten, den schärfsten Hieb aber versetzt ihm je-
ner "Engländer" [345], dessen Briefe über Louis-Napoleon solche
Sensation zur Zeit des coup d'etat 1*) erregten und der später
gegen die Seidenbarone und Baumwoll-Lords vom Leder gezogen. Er
schließt einen Brief an Mr. Cobdens Adresse mit folgender epi-
grammatischen Charakterisierung des Orakels von West-Riding:
"Aufgebläht und seines Gleichgewichts beraubt durch einen einzi-
gen Triumph, sieht er sich in der Rolle des volkstümlichen Auto-
kraten. Der Prophet einer Clique, der ohne Unterlaß agitiert, der
giert nach Berühmtheit, den jede Opposition in Rage bringt, lau-
nisch, bar jeder Logik, utopistisch, ein Dickschädel, arrogant
und überheblich, ein streitsüchtiger Prediger des Friedens, ein
bitterer Proselyt der universalen Verbrüderung, die Freiheit auf
den Lippen, den Despotismus in seinen Dogmen, ist er empört, daß
die Presse sich weder einschüchtern noch hinters Licht führen
läßt, möchte er ihren Einfluß, ihre Intelligenz, ihre Unabhängig-
keit mißbrauchen, möchte er den Beruf kultivierter Gentlemen zu
einem Trupp elender Zeilenschinder herabdrücken und sich selbst
zu ihrem einzigen Leitartikler aufwerten." [346]
Karl Marx
Aus dem Englischen.
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1*) Staatsstreich
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